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Wer kennt das nicht? Ein Prüfungstermin steht kurz bevor und man wird nervös. Eigentlich ist man gut vorbereitet und es ist schließlich nicht die erste Prüfung die man bisher in seinem Leben machen musste. Trotzdem kann man nichts gegen das Herzklopfen, das Kribbeln im Bauch und die eiskalten, schwitzenden Hände machen. Und da ist wieder dieses Gefühl - die Angst. Sie kommt jedes Mal und man kann einfach nichts dagegen tun. Es ist die Angst Fehler zu machen, die Angst zu versagen, die Angst, dass der Kopf plötzlich leer wird und man kein Wort herausbekommt, obwohl man eigentlich gut vorbereitet ist.
Herr Dr. Klingler nannte dieses Phänomen in einem seiner Referate „die Angst vor der Angst“. Wir haben Angst vor dem Gefühl der Angst. Wir haben Angst vor dem Herzklopfen, vor dem Kribbeln im Bauch, vor den schwitzigen Händen. Wir haben Angst, weil dieses Gefühl jedes Mal wieder kommt. Dieses Gefühl kann lähmend sein und wenn wir uns von dieser Angst tatsächlich lähmen lassen kann das durchaus dazu führen, dass wir alles vergessen, dass wir ein Chaos im Kopf haben, obwohl wir eigentlich gut vorbereitet sind.
Die lähmende Angst führt dazu, dass wir nicht mehr in der Lage sind zielführend zu handeln oder zu denken. Und diese Angst lähmt eben nicht nur den Körper, sondern auch den Geist (vgl. Klingler 1990, S. 174)
Aber warum haben wir diese Angst immer wieder? Was löst sie aus? Und viel wichtiger, was können wir dagegen tun? Was können wir dafür tun, dass wir ohne Angst zur Prüfung tun und darauf vertrauen, was wir gelernt haben? Damit möchte ich mich im Folgenden näher beschäftigen.
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Jeder von uns hat öfter mal Angst in seinem Leben. Angst kann verschiedene Formen annehmen und begleitet uns eigentlich unser ganzes Leben hindurch. Viele
haben schon Versuche unternommen Methoden zu entwickeln, um die Angst zu bewältigen, aber alles was wir tun können ist zu lernen mit Angst richtig umzugehen. Aber was ist Angst? Eine genaue Definition für das Phänomen Angst zu finden ist schwierig. Wer Angst hat, kann dieses Gefühl nur schwer beschreiben und ist eigentlich voll und ganz von ihr eingenommen. Viele Menschen, die sich in einer Angstsituation befinden beschreiben diese als „beklemmend“ und fühlen sich als würde man ihnen den Hals zuschnüren. Der Begriff Angst kommt vom indogermanischen „angh“ und bedeutet so viel wie „Enge“. So sprechen auch viele davon, dass sie sich in die Enge getrieben fühlen (vgl. Klingler 1990, S. 173 - 174). Angst ist eine Reaktion aller Menschen, wenn Gefahr droht. Die Angst bezieht sich meistens auf etwas, was dem Betroffenen wichtig ist, also die eigene Gesundheit oder wenn eine nahe stehende Person sich in Gefahr befindet, aber auch wenn die selbst gewählten Ziele gefährdet sind. Entscheiden ist die subjektive Bedeutsamkeit für den Einzelnen (vgl. Klingler 1990, S. 181). Dabei werden im Körper automatisch bestimmte Symptome ausgelöst, je nach Intensität der Angst. Es sind Alarmreaktionen des Körpers, wie Schwitzen, Herzrasen schnellere Atmung oder Zittern (vgl. Jacobi/Schneider 2000, S. 97). So gesehen ist Angst ein Schutzmechanismus des Menschen, soll ihn vor gefährlichen Situationen warnen. Herzklopfen oder Schwindel signalisieren dem Menschen, dass etwas nicht in Ordnung ist und sie deuten auf Krankheiten hin. Der Mensch reagiert darauf automatisch mit Sicherheits- und Schonverhalten, also die Zuflucht an einem sichereren Ort oder auch die Vermeidung von Situationen in denen diese Symptome auftreten könnten. Angst dient also dem Überleben des Menschen. In einigen Fällen kann aus der natürlichen Angst eine Angststörung werden bei der es zu ausgeprägten Panikattacken oder übersteigerten Erwartungsängsten, der Angst vor der Angst kommt (vgl. Jacobi/Schneider 2000, S. 98).
In dieser Arbeit möchte ich auf diese krankhafte Angst jedoch nicht weiter eingehen. Die verschiedenen Angststörungen, deren Ursachen und mögliche Therapien würden den Rahmen sprengen. Deshalb möchte ich mich vorwiegend der Schul- und Prüfungsangst widmen und wie Schüler lernen können damit besser umzugehen.
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Gute Beziehungen sind wichtig, man braucht vertrauensvolle Menschen um die Angst gemeinsam zu bewältigen. Ist man einsam und alleine, ist man der Angst sozusagen schutzlos ausgeliefert. Angst gilt als Schande, weswegen es vielen Menschen schwer fällt darüber zu sprechen. Sie reden sich dann oft selbst ein, wie schwach sie sind und glauben schließlich selbst, dass Angst etwas Schlechtes ist. Nur wer mutig ist und sich was traut, ist ein angesehenes Mitglied unserer Gesellschaft. Da Angst zu haben, also mehr oder weniger zu den gesellschaftlichen Tabus zählt, ist es schwer für die Betroffenen Hilfe bei anderen zu suchen (vgl. Klingler 1990, S. 175).
Schon kleine Kinder werden häufig von ihren Eltern belächelt, wenn sie Angst vor irgendwas haben: „Sei doch nicht so ein Angsthase!“ Das ist nicht selten ihre Reaktion, wenn ein Kind sich vor der Dunkelheit fürchtet oder Angst vor einer Prüfung hat. Den Kinder wird also schon von Anfang an deutlich gemacht, dass Angst schändlich ist. Macht ein Kind aus Angst in die Hosen oder ins Bett schimpfen die Eltern und zeigen dem Kind, wie ekelhaft das ist. Das Kind fühlt sich missverstanden und wird in Zukunft tatsächlich Angst davor haben wieder Angst zu haben, denn Kinder wollen ihre Eltern nicht enttäuschen. Sie wollen geliebt werden. Sie wollen, dass ihre Eltern stolz auf sie sind. Sie haben Angst, dass ihre Eltern sie nicht mehr lieb haben, wenn sie Angst haben - ein unaufhörlicher Kreislauf! Angst zu haben ist also scheinbar peinlich. So schämen sich Mädchen und Jungen, wenn sie in Stresssituationen erröten oder rötliche Flecken an Hals oder Gesicht bekommen. Kinder werden in einer solchen Situation häufig von ihren Klassenkameraden ausgelacht. Viel schlimmer noch sind die psychosomatischen Symptome, die auftreten können, wie Magenschmerzen, Durchfall, Atemnot oder eine Veränderung der Schließmuskelspannung, was durchaus die persönliche Würde des Menschen stark verletzt (vgl. Klingler 1990, S. 176).
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„Wir haben Angst zu lernen, weil wir Angst haben zu wachsen Und die größere Verantwortung zu übernehmen, die mit dem Wachsen einhergeht…
Arbeit zitieren:
Kerstin Schatzig, 2006, Die Angst vor der Angst, München, GRIN Verlag GmbH
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