„Die Arbeitsteilung dürfte die produktiven Kräfte der Arbeit mehr als alles
andere fördern und verbessern. Das gleiche gilt wohl für die Geschicklichkeit,
Sachkenntnis und Erfahrung, mit der sie überall eingesetzt oder verrichtet
wird.“
Dieses Zitat stammt von Adam Smith aus seinem Buch, „Der
Wohlstand der Nationen“, aus dem Jahre 1776. Er hatte bereits damals
erkannt, dass sich die Produktivität durch Arbeitsteilung erheblich steigern
lässt. Bereits das im 17. Jahrhundert in Frankreich existierende Wirtschaftssystem,
der Merkantilismus, mit den Grundzügen der Arbeitsteilung
arbeitete. Dieses Prinzip entwickelte sich im 18. Jahrhundert zum
Taylorismus weiter, welchen Henry Ford mit der Einführung der Fliessbandarbeit
in der Automobilindustrie in den 1930er Jahren perfektioniert
hat. Diese geschichtlichen Vorgänge werden in der Literatur häufig als
„Ursprung“ des Outsourcings gedeutet.
Die ersten wirklichen Outsourcingformen, so wie wir sie heute kennen,
haben sich aber erst in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts
entwickelt, als amerikanische IT-Unternehmen Prozesse der Datenerfassung
auf die karibischen Inseln auslagerten. Als eigentlicher Start des
Outsourcings der Gegenwart aber gilt das Jahr 1989 als die Firma Kodak
ihre Datenverarbeitungs- und Kommunikationsnetze an IBM ausgelagert
hat. Seitdem hat sich Outsourcing über die ganze Welt ausgebreitet. Im
laufe der vergangenen 15 Jahre bildeten sich immer wieder neue Formen
und Varianten des Outsourcings heraus, die heute als klassische oder
traditionelle Outsourcingformen bekannt sind.
In den letzten drei bis vier Jahren tauchte plötzlich der Begriff des Next
Generation Outsourcing auf. Was darunter zu verstehen ist, wie sich diese
„neue Form“ des Outsourcings von den klassischen bisherigen Formen
des Outsourcings unterscheidet und wie sie sich darin vielleicht sogar
einordnen lässt ist das Ziel dieser Arbeit.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 OUTSOURCING - WIE ALLES BEGANN UND WO ES HINFÜHRT
2 ALLGEMEINES ZU OUTSOURCING
2.1 Definition von Outsourcing
2.2 Traditionelle Formen des Outsourcing
2.2.1 Outtasking / Totales Outsourcing
2.2.2 Nearshoring / Nearshore Sourcing
2.2.3 Offshoring / Offshore Sourcing
2.2.4 BPO - Business Process Outsourcing
3 NEXT GENERATION OUTSOURCING
3.1 Warum neue Outsourcingformen ?
3.2 Wie kann man Next Generation Outsourcing einordnen?
3.3 Formen und Ausprägungen des NGO
3.3.1 Business Transformation Outsourcing
3.3.2 Business Innovation and Transformation Partner
3.3.3 Global Delivery / Global Sourcing
3.3.4 Weitere Trends des Next Generation Outsourcing
3.3.4.1 Virtualisierung
3.3.4.2 Öko- Sourcing
4 WAS IST NUN UNTER NEXT GENERATION OUTSOURCING ZU VERSTEHEN ?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Wandel vom traditionellen Outsourcing hin zu neuen Modellen des "Next Generation Outsourcing". Das primäre Ziel ist es, zu definieren, wie sich diese moderne Form von klassischen Ansätzen unterscheidet, welche Ausprägungen sie annimmt und wie Unternehmen diese strategisch einordnen können, um in einem komplexen Marktumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Historische Entwicklung und Ursprünge des Outsourcing
- Abgrenzung zwischen traditionellen Formen (ITO, BPO) und dem Next Generation Outsourcing
- Analyse moderner Modelle wie Business Transformation Outsourcing (BTO) und Business Innovation and Transformation Partner (BITP)
- Strategische Bedeutung von partnerschaftlichen Kunden-Dienstleister-Beziehungen
- Zukunftstrends wie Virtualisierung und Öko-Sourcing
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Business Transformation Outsourcing
Wenn heute von Business Transformation Outsourcing (BTO) die Rede ist, ist damit eine Erweiterung zu den klassischen Outsourcingformen gemeint. Eine Erweiterung in dem Sinne, dass hierbei das Outsourcing zu einem strategischen Element der Unternehmenstransformation wird. Hierbei betreut der Outsourcing Dienstleister neben den Anwendungen und der Infrastruktur auch die Geschäftsprozesse des Unternehmens. Damit sich dieses seinem Kerngeschäft, Innovationen und neuen Geschäftschancen widmen kann. Der Anbieter unterstützt den Kunden beispielsweise bei der Realisation von Change - Management Projekten und der Einführung neuer Geschäftsmodelle. Ein Geschäftsmodell das bei BTO gerne realisiert wird ist das Modell des „on demand Business“.
Dabei sind im Gegensatz zu traditionellen Geschäftsmodellen die Geschäftsprozesse durchgängig im Unternehmen, bei Lieferanten, bei Kunden und wichtigen Geschäftspartnern integriert, wie z.B. bei der Just - in - time Produktion. Dies ist nötig, um schnell und flexibel auf die Bedürfnisse des Marktes oder eventuell auftretende Risiken reagieren zu können. Für das „on demand“ Geschäftsmodell sind vier Eigenschaften eines Unternehmens erforderlich. Es muss fokussiert auf seine Kernkompetenzen sein, reaktionsfähig, variabel und widerstandsfähig. Alle diese Eigenschaften lassen sich bei BTO mithilfe des BTO - Anbieters realisieren. Da der BTO - Anbieter die Geschäftsprozesse nicht nur managed, sondern ggf. auch verbessert oder sogar neu gestaltet. Ebenso betreut er die IT-Anwendungen bzw. die IT-Infrastruktur. Das Ziel eines erfolgreichen BTO ist die Leistungssteigerung, Geschäftsverbesserung und die Kosteneffizienz des Unternehmens.
Zusammenfassung der Kapitel
1 OUTSOURCING - WIE ALLES BEGANN UND WO ES HINFÜHRT: Einleitender Überblick über die historische Entwicklung der Arbeitsteilung und die Entstehung des Outsourcing bis hin zur aktuellen Begriffsprägung des Next Generation Outsourcing.
2 ALLGEMEINES ZU OUTSOURCING: Definition des Outsourcing-Begriffs und detaillierte Darstellung traditioneller Sourcing-Formen wie Outtasking, Nearshoring, Offshoring und Business Process Outsourcing.
3 NEXT GENERATION OUTSOURCING: Kernstück der Arbeit, welches neue Sourcing-Formen, deren Einordnung zwischen ITO und BPO sowie spezifische Ausprägungen wie BTO und BITP analysiert.
4 WAS IST NUN UNTER NEXT GENERATION OUTSOURCING ZU VERSTEHEN ?: Fazit der Arbeit, welches den Generationswechsel im Outsourcing kritisch würdigt und die Chancen für Kunden und Anbieter bei korrekter Rahmenbedingung hervorhebt.
Schlüsselwörter
Next Generation Outsourcing, Business Transformation Outsourcing, BTO, Outsourcing, Offshoring, Nearshoring, Business Process Outsourcing, BPO, Business Innovation and Transformation Partner, BITP, Kernkompetenz, Partnerschaft, Shared-Service-Center, Global Sourcing, Industrialisierung der IT
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Übergang von klassischen, oft kostenzentrierten Outsourcing-Modellen zu modernen, strategisch ausgerichteten Ansätzen, die unter dem Begriff "Next Generation Outsourcing" zusammengefasst werden.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition traditioneller Outsourcing-Methoden, die Einordnung neuer, komplexer Dienstleistungsmodelle sowie die Untersuchung von Partnerschaftsmodellen zwischen Unternehmen und externen Dienstleistern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu definieren, was Next Generation Outsourcing bedeutet, wie es sich von klassischen Formen abgrenzt und welche Mehrwerte es für Unternehmen durch Transformation und Innovation bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich existierender Sourcing-Modelle, unterstützt durch Praxisbeispiele zur Veranschaulichung der theoretischen Konzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme traditioneller Outsourcing-Formen sowie eine detaillierte Erläuterung moderner Formen wie Business Transformation Outsourcing und der Rolle von Business Innovation and Transformation Partnern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Next Generation Outsourcing (NGO), BTO, BITP, Kernkompetenz-Fokus, Partnerschaftsmodell und Geschäftsprozessoptimierung.
Wie unterscheidet sich BTO vom klassischen Outsourcing?
Im Gegensatz zum klassischen Outsourcing, das primär auf Kostensenkung durch Auslagerung abzielt, fokussiert Business Transformation Outsourcing (BTO) zusätzlich auf die strategische Transformation von Geschäftsprozessen und die Nutzung des Dienstleisters als Innovationspartner.
Warum ist das Vertrauensverhältnis bei neuen Outsourcing-Modellen so wichtig?
Da beim Next Generation Outsourcing oft tiefgreifende Einblicke in sensible Unternehmensprozesse und eine langfristige strategische Zusammenarbeit erfolgen, ist Vertrauen notwendig, um bei individuellen und komplexen Lösungsansätzen ein Scheitern der Partnerschaft zu verhindern.
Welche Rolle spielt die "Industrialisierung der IT" in dieser Arbeit?
Sie beschreibt den Trend, IT nicht mehr nur als technische Unterstützung, sondern zunehmend als geschäftsprozessorientierte Dienstleistung zu verstehen, was eine wichtige Einordnung für das Next Generation Outsourcing darstellt.
- Quote paper
- Gregor Hezel (Author), 2008, Next Generation Outsourcing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123451