II
Inhaltsverzeichnis
1 Relevanz der Eugenik 1
2 Grundlagen 2
2.1 Definitorische Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands 2
2.2 Verfahren der genetischen Therapie 4
2.3 Arten philosophischer Argumentationstypen 6
3 Ethische Diskussion zur Eugenik 7
3.1 Präimplantationsdiagnostik in der Diskussion 7
3.2 Diskussion zur Klonierung 10
3.3 Diskussion zur genetischen Programmierung 13
4 Zusammenfassung der Ergebnisse 15
Literaturverzeichnis 17 NA
1
1 Relevanz der Eugenik
Der Begriff der Eugenik nahm in den letzen Jahren konstant an Bedeutung zu. Mit der rasan- ten Entwicklung der gentechnischen Möglichkeiten stellt sich nämlich immer häufiger die Frage danach, wie weit der Mensch in seine eigene Entwicklung eingreifen darf. Die Philoso- phie, die Medizin oder auch die Politik versuchen Gesetze zu finden, die einen vernünftigen Umgang mit der Humangenetik ermöglichen und den Missbrauch verhindern sollen.
So unterstützte der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger in seinem Wahlkampf 2004 eine Gesetzesinitiative zur Stammzellenforschung. Diese Gesetzesinitiative sah vor, dass der Staat Kalifornien in den folgenden zehn Jahren drei Milliarden Dollar für die Stammzellenforschung bereitstellen sollte. Arnold Schwarzenegger vertrat vor Journalisten die Ansicht, dass das, was wir heute erforschen, schon morgen Menschenleben retten kann. Doch diese Ansicht traf auf so viele Befürworter wie Gegner. Zwar gewann Schwarzenegger die Wahl, doch seine Republikanische Partei lehnt die Stammzellenforschung ab. Der ameri- kanische Präsident George W. Bush hat ihre öffentliche Finanzierung beschränkt. Zustim- mung erhält die Stammzellenforschung vor allem von Menschen, die direkt oder indirekt von einer Krankheit betroffen sind und sich durch die Stammzellenforschung neue Heilungsmög-
1 lichkeiten versprechen.
Die Diskussionen zur Ethik der Humangenetik resultieren vor allem aus der Angst, dass der Mensch zu einem bloßen Objekt genetischer Gestaltungsmöglichkeiten verkommt. Dabei ste- hen sich der Wunsch nach Heilung von Krankheiten und die Angst vor Selektion gegenüber. In dieser Hausarbeit sollen drei genetische Verfahren nach drei verschiedenen Argumentati- onstypen ethisch bewertet werden, um so zu einer eher ganzheitlichen ethischen Betrachtung der vorherrschenden genetischen Methoden zu gelangen.
Hierzu werden nach einer anfänglichen begrifflichen Abgrenzung die drei genetischen Ver- fahren vorgestellt. Abgeschlossen wird das Grundlagenkapitel dann von der Vorstellung der drei Argumentationstypen, die jeweils einen anderen Blickwinkel auf die grobe Problematik aufzeigen. Im Hauptteil sollen die drei vorgestellten gentechnischen Verfahren aus Sicht der
1 Vgl. http://www.netzeitung.de/ausland/309766.html
2
drei Argumentationstypen ethisch bewertet werden. Abgeschlossen wird diese Hausarbeit mit einer Zusammenfassung ihrer Ergebnisse.
2 Grundlagen
2.1 Definitorische Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands
Die begriffliche Bestimmung der Ethik leitet sich vom griechischen Adjektiv ethikos ab, das wiederum aus dem Begriff ethos abgeleitet wird. Ethos steht für die Bedeutungen gewöhnli-
2 cher Wohnort, Gewohnheit oder auch Brauch.
Inhaltlich beschäftigt sich die Ethik mit den Regeln und Prinzipien des menschlichen Zusam- menlebens. Der Begriff Ethik scheint in der heutigen Zeit wichtiger denn je zu sein, denn be- dingt durch neue technische Errungenschaften und rasante Fortschritte in der Medizin, vor allem im Bereich der Gentechnologie, ist es für die gesamte Menschheit von besonderer Be- deutung, die Grenzen der Ausschöpfung der Möglichkeiten festzulegen. Es wird versucht, moralische Grenzen zu ziehen, die den Menschen als Individuum schützen sollen. Dabei müs- sen die derzeitigen Vorstellungen von der richtigen Handlung immer wieder neu reflektiert werden. Denn es geht darum, dass die Menschen vor ihren eigenen Möglichkeiten geschützt werden sollen, andererseits aber auch die technischen Möglichkeiten für sich nutzen können
3 sollen, wenn diese ihrem Wohl dienen.
Die Eugenik ist ein Teilgebiet der Genetik bzw. genauer ein Teilgebiet der Humangenetik. Die Genetik beschäftigt sich grundsätzlich mit dem Aufbau und der Funktionen von Erbanla- gen oder auch Genen. Der Untersuchungsgegenstand der Humangenetik ist ausschließlich das Erbgut des Menschen. Die Eugenik beschäftigt sich dann mit der tatsächlichen Anwendung der Erkenntnisse der Humangenetik.
Somit ist die Eugenik ein wissenschaftlicher Zweig, der neue technische Möglichkeiten für die Menschheit nutzbar machen will. Die Erbgesundheitspflege, mit der sich die Genetik be- schäftigt, soll mögliche Krankheiten, die genetisch bedingt sind und im Leben eines Men-
2 Vgl. Andersen, S. (2005), S. 1.
3 Vgl. Andersen, S. (2005), S. 3.
3
schen auftreten können, bereits im embryonalen Stadium verhindern. Dazu wird das Genom des Menschen auf Erbkrankheiten untersucht. Wenn eine Krankheit festgestellt wird, besteht durch die Eugenik die Möglichkeit, die Vererbung zu verhindern. Dies kann z.B. durch eine Beeinflussung der Partnerwahl oder durch Verhütung der Fortpflanzung erreicht werden. Durch die Möglichkeit der genetischen Analyse und der Verhinderung schwerer Erbkrankhei- ten wäre es dem Menschen wahrscheinlich langfristig möglich, Krankheiten auszurotten. Da- mit kann der Mensch in seine eigene Evolution eingreifen und sie steuern. Es eröffnet sich die Möglichkeit, sich nicht nur auf die Probleme der vergangenen Evolution zu konzentrieren, sondern auch auf die Zukünftige, auf genetische Methoden oder sogar neue biologische Ei-
4 genschaften des Menschen.
Die Eugenik lässt sich grundsätzlich in zwei Bereiche unterteilen, und zwar in die negative und in die positive Eugenik. Der Bereich der negativen Eugenik verfolgt das Ziel, eine Wei- tervererbung von Krankheiten zu verhindern. Dazu wird lediglich das missgebildete Chromo- som des Embryos korrigiert. Anders ist es in der positiven Eugenik. Sie zielt auf die Verbes- serung der genetischen Ausstattung des Menschen ab, ist allerdings nach Vitzthum sogar eher
5 als Züchtung zu verstehen.
Während die negative Eugenik nur als erster Schritt zählt, schädliche Merkmale zu verhin- dern, steckt die positive Eugenik ihre Ziele höher. Sie strebt die Vermehrung der guten Merkmale an. Diese Vermehrung der guten Merkmale bedeutet für die Zukunft des Men- schen, dass dieser im Prozess genetischer Neuerungen optimiert werden kann bis hin zu ei- nem gottgleichen Menschen. Die Möglichkeit das positive Potential des Menschen zu züch- ten, lässt gleichsam die Angst vor einem produzierten Menschen wachsen. Das Leben eines genetisch programmierten Menschen könnte durch bestimmte Eigenschaften vorbestimmt sein. Diese Eigenschaften wären allerdings nicht natürlichen Ursprungs, sondern durch gene- tische Veränderungen entstanden. Es stellt sich die Frage, ob ein genetisch programmierter Mensch noch in der Lage ist, eigene individuelle Entscheidungen über sein Leben zu treffen
6 oder ob sein Leben fremd gesteuert ist.
4 Vgl. Bayertz, K. (1987), S. 64.
5 Vgl. Brenner, A. (1990). S. 75.
6 Vgl. Bayertz, K. (1987), S. 64.
4
2.2 Verfahren der genetischen Therapie
Im weiteren Verlauf der Arbeit sollen verschiedene Arten genetischer Verfahren in Bezug auf ihre ethischen Hintergründe untersucht werden. Hierfür werden nun verschiedene Arten von genetischen Therapien erläutert, die es jeweils ermöglichen, genetische Erkrankungen zu ver- hindern oder zu kompensieren. Diese genetischen Verfahren werden sowohl in der Fachlitera- tur als auch in der Öffentlichkeit unterschiedlich stark diskutiert und sind deswegen ausge- wählt worden.
Die Präimplantationsdiagnostik ist eine Methode, die versucht, die Geburt eines kranken
7 Die Prä-
Menschenlebens durch frühe Selektion gezüchteter Embryonen zu verhindern.
8 erzeugt den Embryo außerhalb des Mutterleibs. Daraufhin wird das
implantationsdiagnostik Erbmaterial dieses Embryos auf seine Beschaffenheit und insbesondere auf seine möglichen schweren Erkrankungen untersucht, die in seinem Leben auftreten könnten. Im Falle einer identifizierten möglichen Krankheit kann nun entschieden werden, ob der Embryo am Leben bleiben soll oder nicht. Die PID allein steht also für eine Methode des Erkennens von Krank- heiten, wobei sich dieses Erkennen der Gentechnik bedient. Aus diesem Grund dient PID
9 nicht der Menschenerzeugung, da diese bereits vor dem Zeitpunkt der Diagnose stattfindet.
Im ersten Schritt der PID werden aus einer menschlichen Eizelle und einer menschlichen Sa- menzelle im Reagenzglas Embryonen erzeugt. Die Embryonen reifen heran, bis sie nach eini- gen Tagen in das Stadium der ersten Zellteilung kommen. Nun werden sie im zweiten Schritt auf ihre genetischen Merkmale hin untersucht. Hierbei sollen vor allem genetische Gesund- heitsdefekte aufgespürt werden. Im zweiten Schritt wird der Embryo auf erwünschte Eigen- schaften untersucht, durch die er beispielsweise in der Lage sein kann, zukünftig durch eine
10 Zellübertragung zur Therapie eines Geschwisters beizutragen.
Eine weitere gentechnische Möglichkeit ist die Klonierung. Als Klon bezeichnen die Biolo- gen dabei eine Kolonie von Zellen oder Organismen, die von einer einzigen Zelle oder einem
7 Vgl. Eibach, U. (2002), S. 114.
8 Im Verlauf dieser Arbeit wird die Präimplantationsdiagnostik als PID abgekürzt.
9 Vgl. Müller, A. W. (2004), S. 20.
10 Vgl. Müller, A. W. (2004), S. 20.
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Christine Wieching, 2007, "Ethische Betrachtung genetischer Verfahren", Munich, GRIN Publishing GmbH
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Der Text von der Stellungnahme
. Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien, Europäische Kommission
Genetische Untersuchungen und Persönlichkeitsrecht
Christian Dierks, Albrecht Wienke, Wolfram Eberbach, Hans-Dieter Lippert, Jörg Schmidtke
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