I
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................I
1. Themendefinition 1
2. Begriffserklärung 2
2.1 Ethik 2
2.2 Wirtschaftsethik 3
2.3 Unternehmensethik 4
3. Unethisches Handeln in der Marktwirtschaft 4
3.1 Systemzwang Marktwirtschaft 5
3.2 Die Soziale Marktwirtschaft als Lösungsversuch 6
4. Ethisches Handeln im Unternehmen 7
4.1 Organisationsbedingte Restriktionen 7
4.1.1 Organisationsstruktur als Barriere 7
4.1.2 Organisationskultur als Barriere 9
4.2 Unternehmensführung als Handlungsträger unethischen Verhaltens 10
4.2.1 Opportunismus in der Führungsebene 10
4.2.2 Der Führungsstil 11
5. Entgeltsystem - gibt es den gerechten Lohn? 14
6. Resümee 16
Quellenverzeichnis II
1
1. Themendefinition
Seit einigen Jahren ist in marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen ein gestiegenes Interesse an ethischen Fragestellungen zu beobachten. Die Gründe dafür liegen in dem gewachsenen Problembewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Ethische Aspekte kommen im unternehmerischen Handeln an vielen verschiedenen Stellen zum Tragen: Innerbetriebliche Probleme von ethischer Dimension können etwa im Umgang oder der Führung von Mitarbeitern auftreten. „Mobbing“ ist in diesem Zusammenhang ein viel zitiertes Schlagwort. Die Fülle der zwischenmenschlichen Beziehungen erfordert ein moralisches Bewusstsein im ökonomisch motivierten Handeln zwischen den Akteuren. Auch nach außen, also im Markthandeln der Wirtschaftssubjekte untereinander, spielen ethische Aspekte eine Rolle. Ein funktionierendes Wirtschaftssystem ist ohne eine funktionierende Wirtschaftsmoral undenkbar. Plakativ heißt dies: Selbst religiöse Gebote wie „Du sollst nicht betrügen“ oder „Du sollst nicht stehlen“ sind von unmittelbarer Bedeutung im täglichen Wirtschaftsverkehr. Zwar wirken Begriffe wie „Gewinnorientierung“ und „Ethik“ auf den ersten Blick streng antagonistisch, dennoch, und dies lässt sich nach den einleitenden Ausführungen feststellen, bestehen durchaus Verknüpfungen zwischen beiden Handlungsfeldern. Die folgende Arbeit soll ethische Problemfelder aufgrund wirtschaftlicher Tätigkeit aufzeigen. Auf die Festlegung der grundlegenden Begrifflichkeiten folgt ein Abriss über ethische Perspektiven eines Wirtschaftssystems. Anschließend wird der Blick auf ethische Einflussfelder innerhalb eines Unternehmens gerichtet und abschließend folgt ein kurzer Exkurs über die viel diskutierte Frage der Lohngerechtigkeit.
2
2. Begriffserklärung
2.1 Ethik
Ethik (von griechisch ethos: Herkommen, Sitte, Gewohnheit) ist ein Teil der Philosophie. Sie ist die wissenschaftliche Lehre von allem Sittlichen. 1 Die Grundfragen der Ethik richten sich auf das „Gute“ und dienen als Richtschnur für vernünftiges Handeln. Ihre methodisch und inhaltlich ausgerichteten Aussagen sollten ihrer Maxime entsprechend allgemein gültig undgemäß dem Kantschen Prinzip - vernünftig einsehbar sein. Die Ethik versucht die menschliche Lebensführung theoretisch zu durchleuchten und das Handeln eines Subjektes näher zu hinterfragen. 2 Abzugrenzen ist der Begriff „Ethik“ von den Termini „Moral“ und „Sittlichkeit“. Die Moral umfasst das Normen- und Wertegefüge eines abgegrenzten Kulturkreises und bezieht sich dabei auf das praktische Handeln im Leben eines Einzelnen oder der gesamten Gesellschaft. Die Sittlichkeit kann von gesetzlichen Vorschriften abweichen. 3
Die Ethik kann in Teildisziplinen gegliedert werden:
● Deskriptive Ethik
Diese Teildisziplin versucht die moralischen Auffassungen eines Individuums oder ganzer sozialer Gruppen zu analysieren und zu erfassen. Dabei beschreibt sie, wie ein Mensch sich tatsächlich verhält.
● Normative Ethik
Bei der normativen Ethik wird dem Menschen eine sittliche Verantwortlichkeit unterstellt. Sie hat zum Ziel, moralische Forderungen an Personen aufzustellen, sie zu begründen und die jeweiligen Handlungssituationen sowie deren Folgen aufzuzeigen. 4
1 Vgl. Kreikebaum, Helmut: Grundlagen der Unternehmensethik, Stuttgart 1996, S.9 (kurz: Kreikebaum, Grundlagen der Unternehmensethik)
2 Vgl. Hesse, Helmut: Wirtschaftswissenschaft und Ethik, 2.Aufl., Berlin 1989, S.35 (kurz: Hesse, Wirtschaftswissenschaft und Ethik)
3 Vgl. Kreikebaum, Grundlagen der Unternehmensethik, S.10
4 Vgl. ebd.
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2.2 Wirtschaftsethik
Auf der Makroebene stellt die Wirtschaftsethik die Frage nach dem gerechten Wirtschaftssystem. Dabei steht die Anwendung moralischer Maßstäbe in der Wirtschafts-, Sozial- und Finanzpolitik im Vordergrund. Die Wirtschaftsethik stellt ethische Rahmenbedingungen, in denen sie begründete Normen für ein gutes Wirtschaften definiert. Vor diesem Hintergrund untersucht die Wirtschaftsethik gesamtwirtschaftliche Handlungsweisen im Hinblick auf ihre moralischen Konsequenzen. 5 Die Wirtschaftsethik lässt sich auf die Alternativen ihrer Anwendungen zurückführen. Hierbei unterscheidet man zwei Betrachtungsweisen: 6
● „genitivus objectivus“
Die Wirtschaftsethik versteht sich bei dieser Betrachtungsweise als Anwendung festgelegter ethischer Prinzipien auf den Wirtschaftsbereich, wobei die Möglichkeit einer beliebigen Segmentierung von differenzierten Ethiken besteht. Eine Anwendung kann auch auf einzelne Funktionen der Unternehmen, ihrer Führung, Mitarbeiter sowie Produkte vollzogen werden.
● „genitivus subjectivus“
Eine Teilbarkeit von Ethik und Wirtschaft kann hier nicht vorgenommen werden, sie stehen gleichberechtigt nebeneinander.
Die Wirtschaftsethik bedient sich methodisch der reflektierten verallgemeinerungsfähigen Erfahrung und der Regeln logischer Schlussfolgerungen, wobei sie sich im Rahmen einer funktionalen Betrachtung von Moral hält. Sie versucht eine Grundlage für ethisches Handeln zu bilden, wobei ethische Prinzipien und Normen auf den Bereich der Wirtschaft übertragen und angewandt werden. 7
5 Vgl. Kreikebaum, Grundlagen der Unternehmensethik, S.14f.
6 Vgl. ebd., S.15f.
7 Vgl. Molitor, Bruno: Wirtschaftsethik, München 1989, S.5 (kurz: Molitor, Wirtschaftsethik)
4
2.3 Unternehmensethik
Die Unternehmensethik ist ein Untergebiet der Wirtschaftsethik. Sie stellt sich als eine wissenschaftliche Lehre von denjenigen idealen Normen dar, die in der Marktwirtschaft zu einem friedenstiftenden Gebrauch der unternehmerischen Handlungsfreiheit anleiten sollen. Die Unternehmensethik beschreibt das Verhalten von Unternehmen, wobei sie Werturteile der Unternehmensmitglieder und deren Umsetzung in die Unternehmenspraxis untersucht. 8 Wirtschaftsform und Wettbewerbssteuerung definieren die Moral, welche von Unternehmen gefordert wird. Um in einer Marktwirtschaft moralische Aspekte ausreichend zu berücksichtigen, müssen bestimmte Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die unternehmerische Tätigkeit läuft daher im ordnungspolitischen Rahmen gesetzlicher Regelungen ab. Sie dient dem Zweck der effizienten Bedienung von Konsumentenpräferenzen, mithin der Bedürfnisbefriedigung. Diese Andienung erfolgt unter Beachtung der vom Staat gesetzten Regeln, die vor allem Produktsicherheit und umweltschonende Produktion gewährleisten sollen. 9
3. Unethisches Handeln in der Marktwirtschaft
Als Ausgangspunkt für die Entstehung unethischen wirtschaftlichen Handelns ist die unternehmerische Zielsetzung zu betrachten. Das wirtschaftliche Handeln von Unternehmen auf den Märkten findet Ausdruck im Gewinn- beziehungsweise Rentabilitätsstreben. Dieses Ziel gilt seit der Theoriebildung Adam Smiths als Leitmotiv unternehmerischer Aktivität. Die Zielsetzung kann Unternehmer, begriffen als egoistisch geprägte Individuen, zu unethischen Handlungsweisen verleiten. Im Binnenkontext eines Unternehmens heißt das: Mitarbeiter können leicht auf ihre Funktion als „Produktivkraft“ reduziert werden. Sind sie dann Mittel zum Zweck, welche für die Zielerreichung ausgenutzt werden können? Eine wirklichkeitsnahe Auffassung unternehmerischer Zielsysteme darf neben den genannten eine Reihe weiterer Ziele nicht vernachlässigen. Zu diesen Nebenmotiven zählen zum
8 Vgl. Kreikebaum, Grundlagen der Unternehmensethik, S.21
9 Vgl. Molitor, Wirtschaftsethik, S.99
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Mario Lohfing, 2002, Unethisches Handeln in und zwischen Unternehmen aufgrund wirtschaftlicher Aktivitäten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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