Inhalt
Titelblatt Seite 1
Inhalt Seite 2
1 Einleitung Seite 3
2 Amtliche Regelungen Seite 3
3 Mündliches Argumentieren im Unterricht Seite 4
3.1 Argumentieren in Schulbüchern Seite 4
3.2 Formen des mündlichen Argumentierens Seite 5
3.3 Argumentieren als Rollenspiel Seite 7
3.4 Häufiges Schülerverhalten Seite 8
4 Fazit Seite 10
5 Literaturverzeichnis Seite 11
5.1 Quellen Seite 11
5.2 Forschungsliteratur Seite 12
6 Anhang: Beispiele für Argumentationstechniken Seite 14
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Mündliches Argumentieren im Schulunterricht
1 Einleitung
In fast allen Bereichen unserer Gesellschaft wird argumentiert: In der Politik, im Beruf, in der Wissenschaft, im Privaten. 1 „Ohne die ausreichende Fähigkeit zur Argumentation, die ein ausgewogenes Verhältnis darstellt zwischen Selbstbehauptung und Kompromissfähigkeit, bzw. der Bereitschaft, sich durch die Kraft des besseren Arguments überzeugen zu lassen, ist in der demokratischen Gesellschaftsform kein selbstbestimmtes Lebenskonzept denkbar.“ 2 Da diese Fähigkeit nicht angeboren ist, muss sie vermittelt und geübt werden, 3 wozu naturgemäß der Deutschunterricht in der Schule am besten geeignet ist. Im Folgenden wird für das Bundesland Niedersachsen untersucht, inwiefern das Argumentieren in den Regelungen zum Deutschunterricht aufgeführt ist und wie es in der Schule stattfinden könnte. Anschließend wird im Anhang mit Hilfe einer konstruierten, vereinfachten, mündlichen Argumentationssituation ein Einblick in die Vielfalt der Argumentationstechniken gegeben.
2 Amtliche Regelungen
Die Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss und den Hautschulabschluss beinhalten die beiden Kompetenzbereiche Sprechen und Zuhören und Sprache und Sprachgebrauch untersuchen. 4 In ihnen werden ____________________
1 Vergleiche Elke Grundler und Rüdiger Vogt: Einleitung. In: Argumentieren in Schule und Hochschule. Interdisziplinäre Studien. Herausgegeben von Elke Grundler und Rüdiger Vogt. Tübingen: Stauffenburg Verlag Brigitte Narr GmbH (=Stauffenburg Linguistik Band 42) 2006. Seiten 7 bis 9. Seite 7.
2 Siehe ebenda.
3 Vergleiche Gaby Debye-Göckler: Debattieren. In: Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung. Herausgegeben von Marita Pabst-Weinschenk. München: Ernst Reinhardt, GmbH & Co KG, Verlag 2004. Seiten 133 bis 143. Seite 138.
4 Vergleiche Beschlüsse der Kultusministerkonferenz. Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Hauptschulabschluss. Beschluss vom 15.10.2004. Herausgegeben vom Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. München: Wolters Kluwer Deutschland GmbH 2005. Seiten 8 bis 10. Beschlüsse der Kultusministerkonferenz. Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss. Beschluss vom 4.12.2003. Herausgegeben vom Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. München: Wolters Kluwer Deutschland GmbH 2004. Seiten 8 bis 9.
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grundlegende Sprachkompetenzen aufgeführt, 5 die für eine gelungene Kommunikation notwendig und somit für das Argumentieren eine wesentliche Voraussetzung sind. Das Argumentieren selbst wird auch erwähnt, wobei die Gestaltung freier Redesituationen nur von den Standards für den Mittleren Schulabschluss verlangt wird. 6 Die Kerncurricula Niedersachsens hingegen stellen die Argumentationskompetenz besonders heraus. 7 Hauptschüler 8 sollen nach dem achten Schuljahrgang Argumente kennen, diese nach dem neunten selbstständig anwenden können und nach dem zehnten imstande sein, ergebnisorientiert zu argumentieren. 9 Realschüler sollen Argumente bereits nach dem sechsten Schuljahrgang kennen, nach dem achten selbst argumentieren können und nach dem zehnten in der Lage sein, eine komplette Argumentation selbstständig zu bestreiten. 10
3 Mündliches Argumentieren im Unterricht
3.1 Argumentieren in Schulbüchern
Argumentieren wird in den meisten Schulfächern als Methode genutzt; im Fach Deutsch ist es aber auch verstärkt Lehrinhalt. 11 Im Jahr 2005 wurde für aktuelle Schulbücher herausgefunden, dass Argumentieren nicht als zentrales Thema,
____________________
5 Vergleiche Beschlüsse der Kultusministerkonferenz. Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Hauptschulabschluss. Seiten 10 bis 11. Beschlüsse der Kultusministerkonferenz. Bil-dungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss. Seiten 10 und 15 bis 16.
6 Beschlüsse der Kultusministerkonferenz. Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss. Seite 10.
7 Vergleiche Kerncurriculum für die Hauptschule. Schuljahrgänge 5 - 10. Deutsch. Herausgegeben vom Niedersächsischen Kultusministerium. Hannover: Niedersächsisches Kultusministerium 2006. Seite 7. Kerncurriculum für die Realschule. Schuljahrgänge 5 - 10. Deutsch. Herausgegeben vom Niedersächsischen Kultusministerium. Hannover: Niedersächsisches Kultusministerium 2006. Seite 7.
8 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird ausschließlich die männliche Form benutzt; dabei können sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint sein.
9 Vergleiche Kerncurriculum für die Hauptschule. Seiten 15, 17, 18, 24, 27 und 29.
10 Vergleiche Kerncurriculum für die Realschule. Seiten 12, 13, 15, 16, 17, 22, 25, 27 und 48.
11 Vergleiche Elke Grundler: Zur Rolle des Engagements in Schülerdiskussionen. In: Argumentieren in Schule und Hochschule. Interdisziplinäre Studien. Herausgegeben von Elke Grundler und Rüdiger Vogt. Tübingen: Stauffenburg Verlag Brigitte Narr GmbH (=Stauffenburg Linguistik Band 42) 2006. Seiten 77 bis 95. Seite 77.
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sondern nur als nebenbei erwerbbare Kompetenz behandelt wird. 12 Es lediglich als Verfahrenstechnik anzusehen führt jedoch zu einer „unsachgemäßen Reduktion des Gegenstandes Argumentieren“ 13 . Denn für ein Argument ist nicht nur entscheidend, mit Hilfe eines bestimmten Vorgangs von einer Prämisse zu einer Konklusion zu gelangen. Zum Überzeugen anderer ist ausschlaggebend, wie, in wessen Gegenwart und in welcher Situation die Schlussfolgerung gezogen wird. 14 Dieser differenzierte Akt des Schlussfolgerns ist eben nicht formaler Natur und leicht zu erlernen. Es bedarf einer intensiveren Widmung, die die Argumentation nicht als Arbeitstechnik, sondern als zu erlernenden Gegenstand begreift. Einen Mangel, den Lehrer mangels verbreiteter Lehrbücher derzeit meistens selbst erkennen und entsprechend reagieren müssen.
3.2 Formen des mündlichen Argumentierens
In Bezug auf mündliches Argumentieren sind Schüler stark durch das Fernsehen geprägt:
• pointierte Podiumtalks zur Unterhaltung durch Selbstdarstellung
• Talkrunden zur Information und Meinungsbildung
• parlamentarische Debatten zwecks öffentlicher Parteipositionierung
• konsensorientierte Wissenschaftsdiskurse auf der Suche nach Wahrheit
Deshalb ist es notwendig, diese Argumentationsformen voneinander abzugrenzen, die Unterschiedlichkeit ihrer Gesetzmäßigkeiten und Ziele zu verdeutlichen sowie zu klären, was Argumentationen im Wesentlichen ausmacht (Gesprächsregeln und Kommunikationsmuster, Sachkenntnis über das Gesprächsthema, Sprachwissen über Argumentation, Argumentationsmuster, Topoi, Grenzen der ____________________
12 Vergleiche Iris Winkler: Argumentierendes Schreiben im Deutschunterricht im Spiegel von Aufgaben für Lern- und Leistungssituationen. In: Argumentieren in Schule und Hochschule. Interdisziplinäre Studien. Herausgegeben von Elke Grundler und Rüdiger Vogt. Tübingen: Stauffenburg Verlag Brigitte Narr GmbH (=Stauffenburg Linguistik Band 42) 2006. Seiten 157 bis 166. Seiten 158 bis 162.
13 Siehe ebenda. Seite 159.
14 Vergleiche Stephen Edelston Toulmin: The uses of argument. Reprint 1988. Cambridge: Cambridge University Press 1988. Seiten 36 bis 38.
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Arbeit zitieren:
Jens Hofmann, 2009, Mündliches Argumentieren im Schulunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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