Inhaltsverzeichnis
A )Einleitung
1. Einleitende Worte und Fragestellung 3
2. Forschungsstand, zentrale Begriffe und Argumentationsgang 5
B) Hauptteil
3. Der Liberalismus 5
4. Die Bedeutung des Staatentypus im Liberalismus - Partizipation in der Demokratie 6
5. Unabhängige Variable: Demokratie - Abhängige Variable: Frieden 7
6. Kernelemente des Doppelbefundes der Theorie des demokratischen Friedens 8
6.1 Die Wirtschaftlichkeit des Krieges 8
6.2 Die Gesellschaftsform - ein Wahrnehmungsproblem 10
6.2.1 Das Problem der leichten Kriegsführung 10
6.2.2 Konfliktive Wertesysteme 10
6.2.3 Sozial-konstruktivistische Erklärungsversuche 12
)C Schluss
7. Fazit 13
8. Weiterführende Fragestellung 14
2
„[...] absolutistische Staaten mit geographisch und funktional zentralisierten Regierungen unter einer autokratischen Führung [sind] wahrscheinlich am kriegerischsten [...] konstitutionelle Staaten mit geographisch und funktional föderalisierten Regierungen unter einer demokratischen Führung wahrscheinlich am friedlichsten. [...] Die Regierungstypen, die zur Kriegsneigung tendieren, sind also diejenigen, die zu einer effizienten Handhabung des Systems des Machtgleichgewichts neigen, während die auf den Frieden ausgerichteten Regierungstypen langfristig zu einem auf Recht und Organisation basierenden
A) Einleitung
1. Einleitende Worte und Fragestellung
„Mitte der 1980er Jahre bemerkten die Statistiker, dass sie etwas übersehen hatten. Herrschende Meinung war bis dahin gewesen, dass Demokratien in ihrer Außenpolitik genauso gewaltbereit agieren würden wie andere Staaten auch. Offenkundig schreckten sie weder vor militärischen Konflikten noch vor der bewaffneten Einmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Länder zurück. Die USA kämpften in Vietnam, England kämpfte um die Falklandinseln, Frankreich kämpfte in Schwarzafrika und Indien kämpfte gegen Pakistan, um nur vier Beispiele zu nennen.[...] Es ist das Verdienst von Michael Doyle (1983), die Forschung auf [die] bemerkenswert geringe Gewaltanfälligkeit zwischendemokratischer Beziehungen aufmerksam gemacht zu haben. Seither fahndet eine Unzahl von SozialwissenschaftlerInnen nach einer liberalen Erklärung für dieses Phänomen“. 1
1 Andreas Hasenclever: Liberale Ansätze zum „demokratischen Frieden“. In: Siegfried Schieder/ Manuela
Spindler (Hrsg.): Theorien der Internationalen Beziehungen. 2. Auflage. UTB Verlag.
Opladen & Farmington Hills 2006. S.213-214.
3
„Die Theorien vom demokratischen Frieden [...] liegen in zwei - in ihren Kausalitätsannahmen eng verbundenen - Varianten vor. Die „monadische Theorie des demokratischen Friedens“ behauptet, dass Demokratien [...] friedfertiger seien als andere staatliche Formen. Die „dyadische Theorie des demokratischen Friedens“ unterstellt hingegen, dass Demokratien sich ausschließlich gegeneinander auffällig friedlich verhielten“. 2 Wie an der Einleitung zu erkennen ist, soll das Augenmerk in dieser Arbeit auf die dyadische Betrachtungsweise von der Theorie des demokratischen Friedens, im weiteren Verlauf „DF-Theorie“ genannt, gelegt werden. „Die beiden (nicht unumstrittenen) Kernthesen [dieses dyadischen Ansatzes] bilden einen Doppelbefund: Erstens führen Demokratien gegeneinander (fast) keine Kriege, und zweitens sind Demokratien nahezu ebenso häufig wie andere Herrschaftstypen in Kriege verwickelt, sie sind also nicht inhärent friedlicher“. 3 Im Folgenden soll dieser, den genannten Doppelbefund beinhaltende, dyadische Ansatz der DF-Theorie mit Blick auf sein liberales Fundament untersucht werden.
„Der „demokratische Frieden“ wird [...] aus liberaler Perspektive aus dem innenpolitischen Entscheidungsumfeld gewählter Regierungen heraus erklärt, die ein fundamentales Interesse am Erhalt ihrer Ämter haben“. 4
„Der Kern liberaler Theorienbildung in den IB und zugleich die entscheidende Differenz zum Realismus wie zum Institutionalismus besteht in der Verlagerung des Fokus der Analyse. Nicht der Staatenwelt, ihrer Machtverteilung, ihren strukturellen Kooperationshindernissen oder ihren Institutionen, nicht der Weltgesellschaft oder der Weltwirtschaft, sondern der Welt der staatlich organisierten Gesellschaften gilt das vorrangige Interesse des (neuen) Liberalismus“. 5
Es gilt nun, von einem liberalen Standpunkt aus kurz zu benennen warum Demokratien augenscheinlich untereinander eine weniger gewaltbereite Politik verfolgen, warum Gleiches nicht auch gegenüber nichtdemokratischen Systemen gilt und einige wesentliche Schwächen
2 Harald Müller: „Antinomien des demokratischen Friedens“. In: Politische Vierteljahresschrift 43. Jahrgang
März 2002 Heft 1. Westdeutscher Verlag. Wiesbaden 2002. S.46-47.
3 Anna Geis: Diagnose: Doppelbefund - Ursache: ungeklärt? Die Kontroversen um den „demokratischen
Frieden“. In: Politische Vierteljahresschrift 42. Jahrgang Juni 2001 Heft 2. Westdeutscher Verlag.
Wiesbaden 2001. S.282.
4 Hasenclever: Liberale Ansätze. S.220.
5 Gert Krell: Weltbilder und Weltordnung. Einführung in die Theorie der Internationalen Beziehungen. 3.
erweiterte Auflage. Nomos Verlagsgesellschaft. Baden-Baden 2004. S.188-189. Und:
Vgl. Andrew Moravcsik: Taking Preferences Seriously. A Liberal Theory of International Politics. In:
International Organization. 51:4 1997. Cambridge University Press. Cambridge 1997. S.513-553.
4
und Kritikpunkte der Theorie des demokratischen Friedens zu beleuchten, wobei ich mich auf einige ausgewählte Probleme im Doppelbefund der Theorie 6 beschränken werde. Diese Auswahl wird im Besonderen die Themenfelder behandeln, welche einer starken Anlehnung an sozialkonstruktivistische Sichtweisen unterliegen. Dabei geht es vor allem um die Konstruiertheit von Wahrnehmung.
2. Forschungsstand, zentrale Begriffe und Argumentationsgang
Der aktuelle Forschungsstand und die zugrunde liegenden Informationen auf dem zu untersuchenden Gebiet sind aufgrund der Streitbarkeit und dem hohen Diskussionspotenzial sehr weitläufig und schwer zu überschauen.
Da die wissenschaftliche Forschungslandschaft seit dem Ende der 1970er Jahre hier stark angewachsen ist, werde ich mich zur Klärung der Kernbegriffe der Theorie auf die einführende und grundlegende Literatur beschränken. Unter anderem liegen hier die Arbeiten zu den Autoren Czempiel, Doyle, Moravcsik und Russett vor. Im Hauptteil der Arbeit soll der Doppelbefund der demokratischen Friedenstheorie kritisch beleuchtet werden. Zentrale Begriffe für die kommende Betrachtung sind: Die Theorie des Liberalismus, Demokratie und Frieden, sowie ihre jeweiligen Gegenspieler (also nichtdemokratischen Staaten und Krieg).
B) Hauptteil
3. Der Liberalismus
Wie in den einleitenden Worten bereits mit Hilfe zweier Zitate angedeutet basiert die Theorie des Liberalismus auf der Betrachtung der Gesellschaft und ihrer individuellen Einflussnahme auf die Außenpolitik eines jeden Staates. Der Liberalismus verknüpft also ganz bewusst Innenpolitik und außenpolitisches Handeln. „So wird die Reihenfolge von Ursache und Wirkung in der internationalen Politik umgekehrt: Nicht das internationale System bestimmt das Handeln der Staaten und ihre Präferenzen, die entscheidenden Akteure sind vielmehr Individuen und Gruppen, die ihren materiellen und ideellen Interessen nachgehen. [...] Für die liberale Theorie der internationalen Beziehungen ausschlaggebend ist, dass die Präferenzen der Staaten durch die Aufnahme und Umwandlung von Anforderungen aus ihrem
6 Vgl. Anna Geis: Diagnose: Doppelbefund.
5
Arbeit zitieren:
Julian Liese, 2009, Die Theorie des demokratischen Friedens – mehr Schein als Sein?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Albert Camus: une comparaison de L'etranger avec La peste
Romanistik - Französisch - Literatur
Seminararbeit, 29 Seiten
Intercultural encounters in foreign language teaching
Analysis of a school exchange ...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 20 Seiten
Das Verhältnis von Exekutive und Legislative im parlamentarischen Regi...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Teaching Intercultural Competence in Secondary Schools
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Lernen
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit, 17 Seiten
Lernen mit neuen Medien: Interneteinsatz im Englischunterricht
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Referat (Ausarbeitung), 29 Seiten
Einsatz neuer Medien im Englischunterricht der Grundschule
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 19 Seiten
Didaktische Potenziale neuer Medien - Lernen mit Web 2.0-Anwendungen z...
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Diplomarbeit, 106 Seiten
Begegnung und Austausch - Interkulturelles Lernen im Tandem
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Magisterarbeit, 99 Seiten
Zum philosophischen Entwurf des Ewigen Friedens von Immanuel Kant
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht?
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Kommunikation via Web im Rahmen von Sprachlernangeboten
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Seminararbeit, 18 Seiten
Die Vereinbarkeit von Demokratie und Islam am Beispiel des Iran
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Julian Liese's Text Die Theorie des demokratischen Friedens – mehr Schein als Sein? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Julian Liese hat den Text Die Theorie des demokratischen Friedens – mehr Schein als Sein? veröffentlicht
Julian Liese hat einen neuen Text hochgeladen
Die internationale Organisation des Demokratischen Friedens
Studien zur Leistungsfähigkeit...
Matthias Dembinski, Andreas Hasenclever
G Schenke
Neo-Institutionalismus in der Erziehungswissenschaft
Grundlegende Texte und empiris...
Sascha Koch, Michael Schemmann
Der Traum vom Frieden und die Versuchung der Macht
Deutsche Geschichte im 20. Jah...
Fritz Stern
0 Kommentare