1. Unterrichtsvorhaben
Das Thema des Unterrichtsvorhabens lautet „Freundschaft“ und beinhaltet folgende Aufgabenschwerpunkte und Ziele:
Mündliches Sprachhandeln:
- Sie äußern eigene Gefühle und verstehen die Befindlichkeit anderer Schüler 1 .
- In Konflikten suchen sie gemeinsam nach Lösungen.
Schriftliches Sprachhandeln:
- Sie nehmen zu einer Frage oder zu einem Thema Stellung und begründen dies.
- Sie stellen eigene Meinungen dar und beschreiben Gefühle.
Bereich Grammatik:
- Sie kennen die verschiedenen Wortarten und setzen sie bewusst ein.
Den Schülern soll außerdem durch dieses Vorhaben bewusst werden, dass es in allen Bereichen des Lebens Regeln, Werte und Normen gibt, die die Voraussetzung für ein geregeltes Zusammenleben darstellen. Weiterhin soll ihnen bewusst werden, dass man Gefühle und Meinungen frei äußern muss, um Konflikte zu lösen, aber auch um andere Menschen positiv zu bestärken. Somit stehen in diesem Unterrichtsvorhaben das Vermitteln und Bewusstmachen von Empathie und sozial-kommunikativen Kompetenzen im Zusammenhang mit der Förderung von schriftlichem und mündlichem Sprachhandeln im Vordergrund.
Im Kernlehrplan Deutsch für die Sekundarstufe I an Hauptschulen in NRW sind die oben genannten Ziele folgendermaßen verankert:
Aufgabenschwerpunkt Sprechen:
- Sie formulieren eigene Meinungen und vertreten sie. Texte schreiben:
- Sie formulieren zu vorgegebenen Situationen eigene Meinungen und begründen sie. Sprachliche Formen und Strukturen in ihrer Funktion:
- Sie unterscheiden Wortarten und bezeichnen sie terminologisch richtig.
1 Wenn ich die maskuline Form benutze (hier: Schüler), meine ich damit in allen Fällen sowohl das weibliche als
das männliche Geschlecht. Ich benutze diese Form ausschließlich aus Gründen der Vereinfachung.
2
In den vorherigen Stunden haben sich die Schüler Gedanken gemacht über die Bedeutung des Begriffes „Freundschaft“ und erste Definitionen erarbeitet.
In dieser und den kommenden Unterrichtsstunden sollen die Kinder das Thema „Freundschaft“ weiter vertiefen, indem sie zu vorgegebenen Fragen und Aussagen eine Position einnehmen und ihre eigene Meinung begründen. Formulierungen und Aspekte, die zu einer begründeten Stellungnahme gehören (z.B.: …weil…, meiner Meinung nach, ich glaube kaum, dass…) werden ebenfalls erst in den nächsten Stunden erarbeitet.
Aus dem Thema „Freundschaft“ leiten sich Fragen ab, wie z.B.:
- Kann man einem Freund alles verzeihen?
- Können Mutter oder Vater gleichzeitig beste Freundin/bester Freund sein?
- Gibt es Gründe, um eine Freundschaft zu beenden?
- Brauch man einen Freund?
Diese (und andere) Fragen werden Gegenstand des Unterrichts sein und sollen von den Lernenden beantwortet werden.
Am Ende dieses Vorhaben steht eine Klassenarbeit, die dem Aufgabentyp 3 (Zu einem im Unterricht thematisierten Sachverhalt begründet Stellung nehmen) entspricht.
2. Thema der Unterrichtsstunde
Das Thema der Stunde lautet „Was tun Freunde und wie verhalten sie sich? - vom Freundschafts-ABC zur eigenen Stellungnahme“. Die Lernenden sollen sich zunächst frei und unbefangen zu dieser Fragestellung äußern, bevor sie vertiefend bearbeitet wird. Durch die Sammlung von Verben, die auf die genannte Frage erste Antworten geben, sollen sie sich ein eigenes Meinungsbild schaffen, was sie gegen Ende der Stunde schriftlich festhalten.
Für die Schüler ist es in diesem Unterrichtsvorhaben die erste eigene schriftliche Meinungsbildung. Es soll die Kinder langsam zu einer begründeten Stellungnahme hinführen
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3. Lernziele
Inhaltlich-fachliche Lernziele
Die Schüler sollen in dieser Stunde sowohl die Wortart Verben wiederholen, indem sie diese bestimmen, als auch eine eigene Position zu der Frage „Was tun Freunde und wie verhalten sie sich?“ einnehmen. Ziel ist es somit, dass sie mit Hilfe der erarbeiteten Verben, ihre eigene Meinung bezüglich der genannten Frage darstellen.
Sozial- kommunikative Lernziele
Die Erarbeitung der Verben erfolgt als Partnerarbeit. Die Schüler sollen so in kleinen Schritten üben, mit einem Partner zusammen zu arbeiten. In dem die Kinder gemeinsam mit ihrem Partner passende Verben bestimmen, wird die Fähigkeit gefördert, sich über einen Sachverhalt auszutauschen. Sie sollen erkennen, dass man über ein Thema diskutieren und sich andere Meinungen anhören oder ggf. auch annehmen kann. Die Kinder sollen sich gegenseitig stärken, aber auch kritisieren und ein gemeinsames Ziel anstreben.
Nachdem die Verben aufgeschrieben wurden, sollen die Schüler in einem Stehhalbkreis vor der Tafel ihre Verben kurz präsentieren und sie auf ein gemeinsames Plakat kleben. Sie üben also, ihre Arbeitsergebnisse im Klassenverband vorzustellen und damit auch ihre eigene Meinung zu vertreten. Die Lernenden sollen erkennen, dass es zu einem Sachverhalt unterschiedliche Meinungen geben kann, die aber nicht minder richtig oder falsch sind, sondern sich lediglich auf eine eigene Meinung beziehen.
Nach der Präsentationsrunde sollen die Schüler ihre eigene Meinung zu der Frage „Was tun Freunde und wie verhalten sie sich?“ in Einzelarbeit und in ganzen Sätzen schriftlich fixieren. Ziel ist es, dass die Kinder nun üben alleine und konzentriert zu arbeiten. Sie sollen ihre eigene Kreativität, ihr Wissen und vor allem ihre Ansicht zu dem Thema zum Ausdruck bringen und ohne weitere Impulse oder Hilfestellungen seitens des Lehrers oder der Mitschüler schriftlich festhalten.
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Arbeit zitieren:
Katharina Hardt, 2009, Unterrichtsstunde: Freundschaft: Was gehört zu einer Freundschaft? Vom Freundschafts ABC zur begründeten Stellungnahme, München, GRIN Verlag GmbH
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