Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Amt für Weiterbildung 6
3. Analyse der Sprachenlandschaft 8
4. Ausblick 16
Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Die Sprache ist nicht nur für uns Menschen ein Mittel der Kommunikation, aber auch der Identifikation. Sie ist Erkennungsmerkmal und auch Charakteristika der jeweiligen Person und gibt Hinweise auf die Herkunft. Zudem unterscheidet sie auch zwischen verschiedenen Völkern, etwa Deutschen, Franzosen und Italienern. Doch in Südtirol (Norditalien) ist dieses eben gar nicht so einfach. Obwohl man hier noch einen Schritt weiter geht und sogar die ethnische Zugehörigkeit allein über die Sprache definieren lässt. Bei den, in Italien alle zehn Jahre stattfindenden, Volkszählungen müssen alle Bürgerinnen und Bürger (ab 14 Jahren) eine verpflichtende Erklärung zu ihrer jeweiligen Sprachzugehörigkeit abgeben. Diese wiederum hat einen erheblichen Einfluss auf die nächsten zehn Jahre. Denn anhand der Erklärung, welche Eltern für ihre unter 14-jährigen Kinder abgeben müssen, wird u.a. festgelegt, welche der Schulen besucht werden kann, da diese strikt nach Sprachen getrennt sind. Es reicht sogar bis hin „zur nach dem ethnischen Proporz geregelten Beschäftigung im Landesdienst“ (Wakenhut, 1999, S. 11). Da auch noch alle Sprachgruppen für sich den Status der Minderheit beanspruchen, wird es noch komplexer. Dazu stellt Wakenhut fest: „Die deutschsprachigen Südtiroler verweisen auf ihre Minoritätensituation im Nationalstaat Italien, die italienischsprachigen Bewohner sehen sich in der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol als Minderheit und die Ladiner als die zahlenmäßig kleinste Sprachgruppe verstehen sich als ´die´ Südtiroler Minderheit“ (1999, S.11).
Allein darin sind schon einige Probleme und Spannungen zu erkennen, doch es ist noch weitaus komplizierter. Da die ethnischen Gruppen formell gleichgestellt sind und es aber auch Sonderrechte u.ä. Vorzüge für Minderheiten gibt; jedem eine politische Teilhabe gewährt werden soll; die jeweiligen Werte, Normen und auch Forderungen sowohl politisch, als auch durch und in den Medien vertreten sein sollen; die jeweils anderen ethnischen Gruppen zur Übernahme der jeweils eigenen Traditionen bewegt werden sollen und im Ganzen sowieso ein schon langer historischer Konflikt zwischen den diversen Sprachen herrscht schwelen hier so einige Konflikte.
Da Südtirol erst seit 1918 zu Italien gehört, vorher Österreich, ist der deutschsprachige Einfluss hier noch immer sehr groß. Etwa 463.000 1 Einwohner zählte man bei der Volkszählung 2001 in der Autonomen Provinz Südtirol. Davon sind etwa zwei Drittel deutschsprachig (296.461), ein Viertel italienischsprachig (113.494) und rund 4 Prozent Ladiner/innen (18.736). Dazu kommt die
1 alle Zahlen s. Filla
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Gruppe der „Anderen“ (34.308), also vor allem Zuwanderer. Dahingegen sind aber in der Hauptstadt der autonomen Provinz Bozen etwa 25 Prozent deutschsprachig, und das bei einer Einwohnerzahl von etwa 100.000. Es fällt also auf, dass sich die historischen Italienisierungsprozesse im Schwerpunkt, wenn nicht sogar allein, auf die Hauptstadt Bozen bezogen und selbst da - glücklicherweise - keinen hundertprozentigen „Erfolg“ hatten.
Das Praktikum wurde im deutschsprachigen Amt für Weiterbildung (14.3.) Bereich Sprachenförderung in Bozen, Italien durchgeführt. Zeitraum der Durchführung war vom 7.Juli bis zum 22. August 2008. Das Amt für Weiterbildung ist in die Abteilung für Deutsche Sprache und Kultur integriert. Meine Aufgaben umfassten die Bereiche der Datenerfassung und -analyse, sowie deren Zusammenfassung und Bewertung. Schwerpunkte dabei waren (1) die Erstellung eines Leistungsprofils und (2) einer Auswertung der getätigten Sprachaus- und -weiterbildung über alle Sprachanbieter in der autonomen Provinz Südtirol. Zusätzlich hatte ich die Aufgabe sämtliche Sprachanbieter bezüglich der Aktualität ihrer Angaben hin zu überprüfen und damit die gesamte Homepage des Bereichs Sprachenförderung zu aktualisieren. Letzteres auch in Bezug auf andere Projekte und Veranstaltungen sowie Fördermöglichkeiten und dergleichen.
Das Leistungsprofil spiegelt dabei den aktuellen Umfang des Dienstleistungsangebotes wider, bezogen auf die Angaben der jeweiligen Anbieter. Die Daten waren sowohl quantitativ als auch qualitativ und ergaben damit ein umfassendes Spektrum der Möglichkeiten wider. Die Quellen dazu waren die jeweiligen Internetseiten und die dazugehörigen Broschüren der diversen Weiterbildungsinstitutionen. Dazu kommen direkte Angaben der Unternehmen aufgrund von standardisierten Umfragen und der Informationsaustausch im persönlichen Gespräch bei verschiedenen Treffen und (dort sehr üblichen) Geschäftsessen. Die protokollierten Daten wurden im Anschluss daran mehrfach analysiert und die Ergebnisse besprochen, bevor ich die Präsentation des Ganzen vor dem Amtsdirektor und der zuständigen Sachbearbeiterin für Statistiken und Auswertungen durchführen durfte.
Die Gesamtauswertung der durchgeführten Weiterbildungen erfasste nicht nur die Standardangebote wie Deutsch, Italienisch und Englisch. Auch weiterführende Angebote wurden dabei wahrgenommen, vorrangig dabei die Sprachen Französisch und Spanisch, aber eben auch Russisch, Portugiesisch, Neugriechisch usw. Einen ganz besonderen Stellenwert nahmen hierbei, historisch bedingt, die Bereiche der Zwei- und Dreisprachigkeit ein. Dazu ist zu sagen, dass die ladinische Sprache nur in die Dreisprachigkeit zählt und nicht für den Bereich
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der Zweisprachigkeit gedacht ist. Dies führte in der Vergangenheit und auch heute noch zu diversen Diskussionen über die formelle Gleichberechtigung bei faktischer Benachteiligung. Diese Zertifikate und Prüfungen umfassen allein die Sprachen Deutsch und Italienisch, welches auch die Amtssprachen sind. Erst bei den Dreisprachigkeitsprüfungen wird die Sprache des altehrwürdigen Bergvolkes integriert. Da in der autonomen Provinz Südtirol noch immer ein Großteil der Bevölkerung deutschsprachig ist und die Italienisierungsprozesse Mussolinis und seiner Nachfolger nicht fruchteten, ist die Mehrsprachigkeit in dieser Region unabdingbar.
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Arbeit zitieren:
André Nollmann, 2008, Aspekte der Mehrsprachigkeit am Beispiel Südtirols, München, GRIN Verlag GmbH
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