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Sprachentwicklungsst örungen im kindlichen Spracherwerb
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Spracherwerbstheorien. 4
2.1 Piaget: Spracherwerb und geistige Entwicklung 4
2.2 Wygotski: Spracherwerb und soziale Entwicklung 5
2.3 Skinner: Behaviorismus. 6
2.4 Chomsky: Nativismus 6
3. Spracherwerb 7
Voraussetzungen für eine normale sprachliche Entwicklung 7
3.1
Entwicklung von Sprache und Sprechen 8
3.2
St örungen der Sprache 9
4.
Entwicklungsst örungen der Aussprache 10
4.1
4.1.1 Lispeln 10
4.1.2 Stammeln 11
4.2 Entwicklungsstörungen des Redefluss 12
4.2.1 Stottern 12
4.2.2 Poltern 14
4.3 Entwicklungsstörungen des Wortschatzes 14
4.4 Entwicklungsstörungen der Grammatik 15
4.5 Entwicklungsstörungen des Sprachverständnis 16
5. Ursachen von Sprachstörungen 16
6. Behandlung von Sprachstörungen 17
7. Fazit und Schlussbetrachtung 18
8. Literaturverzeichnis 20
1 Einleitung
In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit dem kindlichen Spracherwerb und den eng mit dem Spracherwerb verbundenen Sprachstörungen bei Kindern und Erwachsenen beschäftigen.
Der Erstspracherwerb verläuft bei allen Kindern erstaunlich ähnlich, denn jedes Kind durchschreitet während der Sprachentwicklung seiner Muttersprache dieselben Entwicklungsstufen, natürlich unter der Berücksichtigung individueller Differenzen, was ich persönlich sehr interessant finde. In früheren Seminaren zum Thema Spracherwerb habe ich einiges über die verschiedenen Spracherwerbstheorien erfahren, was mein Interesse an diesem Thema noch verstärkt hat. Auf die vier bekanntesten Theorien werde ich zu Beginn meiner Arbeit kurz eingehen. Im Hauptteil werde ich mich dann mit den möglichen Störungen des kindlichen Spracherwerbs beschäftigen und die Ursachen und Therapiemöglichkeiten darstellen. In meiner Schulzeit war der Umgang mit Sprachstörungen für mich fast alltäglich, da einer meiner besten Freunde stark stotterte und durch eine logopädische Behandlung seine Sprachstörung fast gänzlich überwinden konnte, was mich sehr erstaunte. Daraufhin zog ich für mich selber die Möglichkeit in Betracht den Beruf der Logopädin zu erlernen, was aber leider schon bei einer Informationsveranstaltung scheiterte, da das wichtigste Werkzeug einer Logopädin, die Stimme, in meinem Fall nicht ausreichend strapazierbar ist und ich schnell heiser werde.
1 Langenmeyer S. 127
2 Spracherwerbstheorien
Die Frage nach dem Ursprung der menschlichen Sprache stellten sich Forscher und Wissenschaftler schon seit der Antike. Um eine Antwort auf die Frage zu erhalten, ob die menschliche Sprache ein angeborenes Merkmal sei, ließen viele Könige und Kaiser Kinder in Isolationen ohne sprachliche und soziale Zuwendung aufwachsen. Da die Vermutung, dass die Sprache einen göttlichen Hintergrund habe, weit verbreitet war, nahmen sie an, dass die Kinder von alleine zu sprechen beginnen würden. Leider stellte sich ein erschreckendes Resultat heraus: Die Kinder erwarben keine sprachlichen oder sozialen Kompetenzen und gingen aufgrund mangelnder Zuwendung zugrunde. Die beiden prominentesten Beispiele für derartige Versuche stellen wohl Kaspar Hauser und das Mädchen Genie dar. Entsprechend dieser Erfahrungen ist es offensichtlich, dass soziale Faktoren eine besondere Rolle im Hinblick auf den Spracherwerb spielen. Es stellt sich jedoch die Frage welche verschiedenen Faktoren den Spracherwerb eines Kindes beeinflussen. Im Folgenden werden die vier bekanntesten Theorien dargelegt, die dem Erstspracherwerbs unterschiedliche Motivationen zugrunde legen.
2.1 Piaget: Spracherwerb und geistige Entwicklung
In seiner Theorie beschreibt der Schweizer Entwicklungspsychologe Jean Piaget (1896-1980) die kognitive Entwicklung eines Kindes und setzt deren sprachliche Entwicklung in Bezug zur Entwicklung seiner geistigen Fähigkeiten. Zu seiner Theorie entwickelte er ein Stufenmodell 2 : In den drei Entwicklungsstufen ist das Denken zunächst noch stark an Handlungen und damit an die reale Umgebung gebunden, was sich aber im weiteren Verlauf der Entwicklung dahin gehend verändert, dass das Denken des Kindes immer abstrakter wird.
2 Klann-Delius, Gisela: Spracherwerb. (1999)
Der Sprachgebrauch ist somit ebenfalls nicht mehr an die direkte Umgebung des Kindes geknüpft, sondern entwickelt sich immer weiter, bis der Lerner schließlich abstrakte Sachverhalte begreifen und artikulieren kann. Weiterhin nahm Piaget an, dass der Säugling von Geburt an mit einer Ansammlung von sprachlichen Universalien ausgestattet ist, die es ihm ermöglichen, in die Sprachkultur einer Gesellschaft hineinzuwachsen. Das soziale Umfeld des Säuglings spielt dabei eine entscheidende und prägende Rolle. Die sprachlichen Differenzen zwischen Kindern und Erwachsenen sind nach Piaget auf deren unterschiedliche Wahrnehmung zurückzuführen:
Um also den gleichen Sprachstand und die gleichen Sprachfähigkeiten wie ein Erwachsener zu erreichen, muss sich das Kind von seinem angeborenen Egozentrismus befreien und ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft werden.
2.2 Wygotski: Spracherwerb und soziale Entwicklung
Ähnlich wie Piaget bedient sich auch Lew Semjonowitsch Wygotski (1896-1934), russischer Entwicklungspsychologe, in seiner Spracherwerbstheorie der
Entwicklungspsychologie, um den kindlichen Erstspracherwerb zu erklären, er setzt jedoch keine angeborenen Universalien voraus, die dem Kind das Lernen einer Sprache erleichtern. Er stellt stattdessen die These auf, dass allein das soziale Umfeld für die kognitive und somit auch die sprachliche Entwicklung entscheidend ist. „Wichtigster Faktor für die menschliche Sprachentwicklung ist bei Wygotski die soziale Interaktion mit der Umwelt […] 4 “.Der
3 Ruff S.18
4 Merten S. 47
Sprache kommt bei der kognitiven Entwicklung eine entscheidende Rolle zu, da diese einerseits als Mittel zur Kommunikation mit der Umwelt dient und dem Kind andererseits über sprachliche Äußerungen Einsichten vermittelt werden. Trotz der engen Verknüpfung von Sprache und Denken verläuft deren Entwicklung dennoch unabhängig voneinander.
2.3 Skinner: Behaviorismus
Burrhus Frederic Skinner (1904-1990), der Begründer der behavioristischen Lerntheorie, vertritt die Ansicht, dass Sprache eine Verhaltensweise wie jede andere ist. Sprache wird deshalb vom Säugling, laut Skinner, nur durch operante Konditionierung gelernt. Um ein bestimmtes Verhalten auszulösen, bedarf es bestimmter Reize, welche aus Skinners Sicht durch die Umwelt des Kindes geliefert werden. Auf jeden Reiz folgt dann eine sprachliche Reaktion, welche von der Umwelt durch eine Antwort verstärkt wird (Reiz-Reaktions-Schema). Die entsprechende Handlung tritt immer häufiger auf und präzisiert sich, bis schließlich eine Sprache vollständig erlernt wurde. Dementsprechend orientiert sich das lernende Kind an den Sprechsignalen und sprachlichen Verhaltensmustern seiner sozialen Umwelt.
2.4 Chomsky: Nativismus
Im Gegensatz zu seinem Kollegen Skinner vertritt Noam Chomsky (*1928), USamerikanischer Sprachwissenschaftler, die Theorie, dass Sprache genetisch enkodiert ist. Dies wird im Allgemeinen als Nativismus bezeichnet. Chomsky formuliert ähnlich wie Skinner die These, dass es sprachliche Universalien gibt, die in allen Sprachen vorhanden sind. Aufgrund dessen verläuft der Spracherwerb von unterschiedlichen Sprachen so ähnlich. Chomsky
Arbeit zitieren:
2007, Sprachentwicklungsstörungen im kindlichen Spracherwerb, München, GRIN Verlag GmbH
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