Inhaltsverzeichnis
Vorwort 4
1. Das Wunderwerk Ohr Seite
1.1 Sinnesorgan Ohr - das Ohr zur Welt 5
1.2 Die Bestandteile des menschlichen Ohrs 6
1.3 Der Aufbau des Ohrs 7
1.4 Wozu haben wir Ohren? 8
1.5 Was kann das Ohr? 9
2. Schon gehört Seite
2.1 Die Entwicklung des Gehörs - vom Säugling bis zum Vorschulkind 11
2.2 Wie Kinder das Hören lernen 12
2.3 Warum das Hören so wichtig ist 12
2.4 Von Tonwahrnehmung und Lautstärke 14
3. Wenn die Ohren nichts mehr hören Seite
3.1 Ursachen und Arten von Hörschädigungen 15
3.2 Hinweise auf Hörschwierigkeiten bei Kindern 17
3.3 Verdacht „hörgeschädigt“ - und jetzt? 17
4. Das Abenteuer Hören im Kindergarten Seite
4.1 Hörerziehung - was ist das? 18
4.2 Warum muss der Hörsinn gefördert werden? 19
4.3 Welche Ziele verfolgt die Hörerziehung? 20
4.4 Welche Aufgaben hat die pädagogische Fachkraft? 22
4.5 Das methodische Vorgehen in der Hörerziehung 22
2
5. Projektarbeit: „Ganz Ohr sein!“ Seite
5.1 Intention 23
5.2 Inhalte des Projektes 23
6. Anhang Seite
6.1 Mindmap zur Projektübersicht 24
6.2 Die Ohrenkiste 25
6.3 Lärm und seine Folgen 26
6.4 Lärm im Kindergarten - so bekommt man`s in den Griff 27
6.5 Hörtipps für den Kindergarten 28
Vorwort
„Nicht sehen trennt den Menschen von den Dingen.
Nicht hören trennt den Menschen vom Menschen." Zitat: Immanuel Kant
Schon der Philosoph Immanuel Kant hat diese Feststellung gemacht - und trotzdem achten wir zum Einem viel zu wenig auf unsere Ohren und zum Anderen muten wir ihnen viel zu viel zu.
Dem Lärm, der uns den ganzen Tag umgibt, sind unsere Ohren schutzlos ausgeliefert und deshalb ist es umso wichtiger, dass wir schon in frühen Jahren beginnen, unsere Ohren zu schützen und zu pflegen. Um dies aber bewusst leisten zu können, sind die Eltern und Erzieher gefragt, die sich jeden Tag mit den Jungen und Mädchen auseinandersetzen. Es ist an ihnen, den Kindern die Wichtigkeit des Hörsinnes zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass es auch anders geht.
Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, meine Facharbeit über das Thema Hörerziehung im Kindergarten bzw. über die Förderung des Hörsinnes zu schreiben. Denn nur wenn man sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt, kann man die nötigen Hintergrundinformationen erlangen, die man braucht, um den Jungen und Mädchen ein Vorbild sein zu können. Zusätzlich erwirbt man dadurch Kompetenzen, die für die Arbeit mit den Kindern im Bereich Hörerziehung unerlässlich sind. Deshalb möchte ich auch mein erworbenes Wissen an meine Kolleginnen weiter geben. Auch sie sollen, um die Wichtigkeit des Hörsinnes und über die Förderungsmöglichkeiten, aufgeklärt werden. Diese gewonnen Erkenntnisse können die Fachkräfte in ihre praktische Arbeit einfließen lassen und somit ihre berufliche Kompetenz erweitern.
Meine Facharbeit soll aber nicht nur eine Bereicherung für die Erzieher und Erzieherinnen sein, sondern auch für die Kinder. Da diese ebenfalls von diesem Wissen profitieren.
1. Das Wunderwerk Ohr
1.1 Sinnesorgan Ohr - das Ohr zur Welt
Unser Ohr ist ein echtes Wunderwerk, es ist ein hochkomplexes System, das permanent im Einsatz ist. Das Gehör ist allerdings so komplex, dass es der Wissenschaft bis heute nicht gelungen ist, alle wichtigen Funktionen bis ins Detail zu erforschen.
Das Ohr (Lateinisch auris) ist das empfindlichste unserer Sinnesorgane und das erste Organ, dass - schon ungefähr 18 Wochen nach der Zeugung - fertig ausgebildet ist. Dies bedeutet, dass es als erstes seine Tätigkeit aufnimmt und es ist in der Regel auch das letzte der Sinnesorgane, welches seine Funktion einstellt.
Eine Fähigkeit, die das Wunderwerk Ohr nicht besitzt, ist, dass sie sich einfach zurückziehen oder zuzumachen, wenn es zu viel wird. Die Ohren sind dem ständigen Lärm, dem Stimmengewirr und der musikalischen Dauerbeschallung hilflos ausgeliefert. Sie können sich also nicht vor der Reizüberflutung im Alltag schützen, wie beispielsweise die Augen. Trotzdem lassen sie uns meist nicht im Stich, deshalb ist es besonders wichtig, dass wir sie schützen. Denn ohne unsere Ohren könnten wir weder sprechen noch lesen oder schreiben.
Aber unsere Ohren können nicht nur hören, sondern sie haben noch weitere Fähigkeiten, die uns im Alltag hilfreich sind, auch wenn wir es oft vergessen oder gar nicht wissen. Sie können beispielsweise Töne, Geräusche und Klänge wahrnehmen und diese unterscheiden oder Entfernungen abschätzen. Deshalb wissen wir auch, wo
die Person, die uns ruft, sich befindet, dass heißt weit entfernt oder gleich neben uns. 1
1 Vgl. Renate Zimmer- Handbuch der Sinneswahrnehmung , Herder Verlag Freiburg, 1995 (Seite 86)
1.2 Die Bestandteile des menschlichen Ohrs
2 Querschnitt des menschlichen Ohrs
2 Bild www.de.Wikipedia.org/wiki/ohr 28.12.2007
3 Vgl. Dr. J.P. Schadé- Anatomischer Atlas des Menschen, Gustav Fischer Verlag, 1993 (Seite 148-149)
1.3 Der Aufbau des Ohrs
Außenohr
Das äußere Ohr umfasst den Ohrknorpel, die Ohrmuschel, das Ohrläppchen und den äußeren Gehörgang. Die vielen Erhebungen und Vertiefungen der Ohrmuschel bilden jeweils akustische Resonatoren, die bei Schalleinfall aus einer bestimmten Richtung
angeregt werden. 4
Mittelohr
Zum Mittelohr gehören das Trommelfell, die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss) sowie der Steigbügel, die eustachische Röhre verbindet das Mittelohr und den Nasen-Rachen-Raum. Außerdem findet eine mechanische Impedanzwandlung statt, diese
ermöglicht eine optimale Übertragung des Signales vom Außen- zum Innenohr. 5
Innenohr
Das Innenohr besteht aus der Gehörschnecke, in der der Schall in Nervenimpulse umgesetzt wird, und dem Labyrinth, welches als Gleichgewichtsorgan dient. Gehörschnecke und die Bogengänge sind ähnlich aufgebaut, denn beide sind mit Flüssigkeit (Endolymphe) gefüllt und haben Haarzellen. Diese feinen Haare reichen bis in die Flüssigkeit. Durch die Bewegungen der Flüssigkeit werden die Härchen gebogen
und dabei werden Nervenimpulse ausgelöst. 6 Die von den Haarzellen abgegebenen bioelektrischen Impulse werden vom Hörnerv aufgenommen - einer komplexen, aus rund 30 000 Fasern bestehenden Nervenbahn, die das Innenohr mit dem Hörzentrum im Gehirn verbindet. 7
4 Vgl. Dr. J.P. Schadè- Anatomischer Atlas des Menschen, Gustav Fischer Verlag Jena, 1993 (Seite 148-149)
5 Vgl. TPS: Das Ohr Kallmeyer Heft 3/ 2004 (Seite 4-6)
6 Vgl Dr. J.P. Schadè- Anatomischer Atlas des Menschen, Gustav Fischer Verlag Jena, 1993 (Seite 148-149)
7 Vgl. TPS: Das Ohr Kallmeyer Heft 3/ 2004 (Seite 4-6)
1.4 Wozu haben wir Ohren?
Das menschliche Ohr hat einige enorm wichtige Aufgaben zu erfüllen. Denn es dient zum einem dem Hören und zum anderen sitzt in unserem Ohr der Gleichgewichtssinn. Außer diesen zwei sich im Ohr befindlichen Dingen ist auch die Schall-Lokalisation ein wichtiges Instrument.
Der Gehörsinn
Die Ohren sind die "Empfangsstationen" des Gehörzentrums im Gehirn. Ihre Anordnung auf beiden Seiten des Kopfes ermöglicht uns das räumliche Hören. So können wir die Geräuschquellen lokalisieren. Über die Ohrmuschel und durch den Gehörgang gelangen die Schallwellen ins Innenohr. Durch die Vibration des Trommelfells werden Hammer, Amboss und Steigbügel aktiviert. Die Hebelwirkung dieser kleinsten Knochen des Menschen erhöht den Schalldruck um etwa das 20-fache. Derartig verstärkt, gelangen die einzelnen Töne zur Ohrschnecke (Cochlea).
In der Ohrschnecke befindet sich eine feine, straffe Membran, die Basilarmembran. Auf ihr befindet sich das Cortische Organ mit etwa 20.000 Haarzellen, die in 24 Gruppen unterteilt sind. Die Haarzellen wandeln die eingehenden mechanischen Reize in elektrische Impulse um. Diese Impulse erregen den Hörnerv, eine aus rund 30.000 Fasern bestehende Nervenbahn, die sie ans Gehörzentrum im Gehirn weiterleitet. Erst
dort werden die einzelnen Töne decodiert und „verstanden“. 8
Gleichgewichtssinn (Vestibuläre Wahrnehmung)
Das Zentrum der vestibulären Wahrnehmung liegt im Innenohr und im Kleinhirn. Der Gleichgewichtssinn hat zwei wichtige Aufgaben, zum einen ist er für die Körperhaltung zuständig und zum anderen für die Orientierung im Raum. Des Weiteren ist dieser Sinn eng mit den Augen, weiteren Sinnen und mit den Reflexen verknüpft. Auch das Empfinden für oben und unten, die Lageorientierung, der Rhythmus und die Linear- und Drehbeschleunigung des Kopfes in alle Richtungen gehören dazu. 9
8 Vgl. TPS: Das Ohr Kallmeyer Heft 3/ 2004 (Seite 6)
9 Vgl. www.de.wikipedia.org/wiki// vestibul%C3%A4re Wahrnehmung 3.01. 2008
Arbeit zitieren:
Anne Herrmann, 2008, Die Förderung des Hörsinnes durch die Hörerziehung im Kindergarten, München, GRIN Verlag GmbH
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