Ich danke meinem Betreuer Dr. Martin Pichlmair für seinen Rat und seine Unterstützung. Ebenso Universitätsprofessor Peter Purgathofer, der zusammen mit Dr. Martin Pichlmair das lehrreiche und ]vv Wl]lµu c'u ]Pv^, in dessen Verbindung auch diese Bakkalaureatsarbeit entstand, anbot.
Ebenfalls einen großen Dank an meine Eltern Johanna und Gerhard Tintel, die mich immer unterstützten und mir mein Studium ermöglichten.
Schließlich möchte ich mich auch noch bei meinen KorrekturleserInnen Prof. Eva Fischel, Sandra Janic, Evelyn Koller, Prof. Gerhard Tintel und Dagmar Wyka bedanken.
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bezeichnet, nicht? Das Gegenüber wird schnell als angenehm oder unangenehm, sympathisch oder unsympathisch, nett oder gefährlich eingestuft. Viele Eigenschaften, die Lebensgeschichte, die Lebensumstände, ... kennen wir nicht, trotzdem können wir uns schnell ein Bild vom Gegenüber machen. Oft schreiben wir dem Gegenüber auch Werte und Eigenschaften aufgrund des ersten Eindruckes zu, reimen uns Zusammenhänge und verschiedenste Faktoren zusammen.
Tauschen wir das Gegenüber durch ein Bild von ihm aus, tritt dieser Effekt ebenfalls auf, genauso wie bei erfundenen Personen, wie es beim Charakter Design der Fall ist. Charakter Design ist somit ein wichtiger Aspekt in der bildenden Kunst und in vielen anderen Bereichen und Branchen, der oft im kreativen Schaffen mit einfließt, dessen Mechanismen und Methoden aber oft nicht bewusst gemacht werden, in unserem Leben aber allgegenwärtig sind.
Gutes Charakter Design ist mehr als einem Charakter ein Aussehen zu verschaffen. Es ist vielmehr dem Charakter eine Identität zu geben, Ausstrahlung, Persönlichkeit, Leben einzuhauchen und ihm eine Lebensgeschichte die auch visuell zu erkennen ist, zu verschaffen 2 . Dazu werden die inneren Werte, Eigenschaften, Ideologien, Einstellungen, Lebenswerte, ... des Charakters visuell nach außen gekehrt und lösen beim Rezipienten Emotionen und Sinneseindrücke aus die bewusst gelenkt werden können. Deswegen ist, neben der Story, das Charakter Design der wichtigste Aspekt des visuellen Erzählens 3 .
Die vorliegende Bakkalaureatsarbeit behandelt folglich nicht nur die visuelle Umsetzung des Charakter Designs, sondern vor allem die Mechanismen und Methoden dahinter. Welche gibt es, wie funktionieren diese, warum gibt es sie und wie helfen sie uns im Alltag? Somit ist diese Bakkalaureatsarbeit nicht nur ein Blick auf die Umsetzung des Charakter Designs, sondern auch ein tiefer Blick in unsere Psyche und deren Funktionsmechanismen.
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Inhaltsverzeichnis
Danksagung 2
Kurzfassung 3
Einleitung 6
Die Methoden und Mechanismen hinter dem Charakter Design 7
Visuelle Vereinfachungen 8
Nat ürliche Zeichen 8
Konventionelle Zeichen 8
Ikone 9
Piktogramm 10
Symbol 11
Metapher 12
Verwendung beim Charakter Design 13
Denkmuster und Wahrnehmung 13
Ähnlichkeiten 13
Selektive Wahrnehmung 15
Imaginäre Wahrnehmung. 16
Muster 16
Kollektive Wahrnehmungsmuster und Kollektivsymbole 17
Intersubjektivität 17
Assoziationen 17
Archetypus 18
Erkennungsmerkmale und Abstraktion 19
Schema 21
Rahmen 22
Verwendung beim Charakter Design 23
Erfahrungen. 24
Kulturelle und soziale Erfahrungen 24
Individuelle Erfahrungen 28
Urban Legends und weit verbreitete Irrtümer 28
Zielgruppe 29
Kindchenschema 29
Überzeichnung 33
Stereotyp 33
Kategorisierung 34
Klischees 35
Verwendung beim Charakter Design 36
Identifizierung mit Charakter 37
AIME Wert 37
Brain Scripts 38
Verkettung 40
Helden braucht die Welt 41
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Ablauf der Geschichte 41
Vermenschlichung 43
Zusammenfassung 46
Ein Charakter sagt mehr als 1000 Worte. 47
Milieu und Setting 47
Gr öße, Proportionen und Form 48
Gr öße und Proportionen 48
Form des Charakters und dessen Gesichtes 50
Posen und Silhouette 53
Kleidung , Frisur, Accessoires und Farben 55
Blickwinkel und Richtung 60
Etiketten 61
Image Etikette 61
Brain Skript Etikett und Verhaltens Etikett 63
Zusammenfassung 64
Zusammenfassung und Ausblick 65
Literaturverzeichnis 66
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Der Mensch besitzt zwei Instrumente, um seine Erfahrungen, Gefühle, Erlebtes, ... weiter zu geben und zu vermitteln: die Schrift und das Bild. Beim Charakter Design bedient man sich der bildlichen Sprache, wobei in einigen Bereichen in denen Charakter Design anzutreffen ist, die bildliche Sprache zusätzlich mit Schrift ergänzt bzw. unterstützt wird (zum Beispiel Manga, Comics, Graffitis, ...).
Unter Charakter Design versteht man die Gestaltung, sprich visuelle Umsetzung, einer Figur. Die hohe Kunst des Charakter Designs ist es aber, nicht nur dem Charakter ein Aussehen zu geben, sondern Charaktereigenschaften, Verhalten, Fähigkeiten, Persönlichkeit, ... nach außen zu kehren und dem Charakter Leben einzuhauchen.
Charakter Design ist nicht an eine Branche oder ein Einsatzgebiet gebunden, sondern in vielen Bereichen anzutreffen. Dazu zählt unter anderem:
Analoges und digitales Zeichnen: Manga, Comic, Karikatur, Art Design, ...
3D Renderings: Stills, Animationen, ... Spiele: PC, Konsolen, ... Film: Visuell Effects, Animationsfilm, ...
Die in dieser Bakkalaureatsarbeit beschriebenen Mechanismen und Methoden sind auch in anderen Bereichen 1:1, beziehungsweise angepasst, anzutreffen, unter anderem Literatur, Politik, PR, Tattoos, Maskenbildner, Puppenbauer, Experience Economy, Produktdesign, Entertainment, Freizeitparks, ...
Gutes Charakter Design ist essentiell, da es in Kombination mit illusionären Welten verwendet wird, die stimmig und in sich auf gewisse Art und Weise logisch und konsistent sein müssen. Kommt es zu einem Fehler in dieser illusionären Welt, führt dies oft zu einem Zusammenbruch dieser Illusion. Ist in einem mittelalterlichen Film ein Cowboy zu sehen, führt dies zum Zusammenbruch der illusionären Welt, die gezeigt wird. Wenn bei einem Art Design ein Macho ein Tutu trägt, ist dies auch nicht stimmig, außer diese Unstimmigkeit ist gewollt und Teil der Message an den Rezipienten. Deswegen ist es wichtig, eine in sich logische, widerspruchsfreie Welt zu schaffen, die nach außen hin vielleicht auf den ersten Blick nicht logisch erscheint, in sich aber konsistent ist und bleibt. Somit wird sichergestellt, dass der Rezipient nicht aus der illusionären Welt aufgrund von Fehlern im Design gerissen wird.
Wir erkennen schlechtes Charakter Design sehr leicht und schnell, ohne dass uns bewusst ist, welche Methoden und Mechanismen dahinter stehen. Im folgenden Kapitel werden jene Mechanismen psychologisch erläutert, die in den verschiedensten Bereichen des Charakter Designs auftreten. Das darauf folgende Kapitel setzt sich mit den wichtigsten Aspekten bei der visuellen Umsetzung dieser Mechanismen auseinander.
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In diesem Kapitel werden jene Mechanismen und Methoden in unserem Gehirn erklärt, die wirken, wenn wir einen Charakter betrachten. Sie sind nicht nur ausschlaggebend dafür, dass wir glauben sehr viel über den Charakter zu wissen, sondern helfen uns auch im Alltag in vielen Bereichen.
Am Anfang wird auf Zeichen und Symbole eingegangen, die wir aus dem Alltag kennen, oft nicht bewusst beachten und glauben, sie seien logisch. Doch steckt nicht Logik dahinter, sondern die Wahrnehmung und Denkmuster, die zum größten Teil erlernt und stark kulturabhängig sind. Deswegen wird zuerst auf die verschiedensten visuellen Vereinfachungen, die wir alle aus dem Alltag kennen, näher eingegangen, anschließend auf die Denkmuster und unsere Wahrnehmung, und schlussendlich woher wir diese haben.
Danach widmet sich ein Unterkapitel dem wichtigsten Schema, dem Kindchenschema, das nicht nur evolutionsbiologisch sehr wichtig ist, sondern auch im Bereich Charakter Design, vor allem in Animationsfilmen, von großer Bedeutung ist.
Da das Kindchenschema meist im Zusammenhang mit Überzeichnung steht, wird auf die verschiedensten Arten der Überzeichnungen anschließend eingegangen.
Am Schluss dieses Kapitels steht die Identifizierung mit dem Charakter im Vordergrund, warum diese wichtig ist, welche Methoden, Ansätze und Aspekte es zu beachten gibt, und wie das Hineinversetzen des Rezipienten in Tiere beziehungsweise Objekte stark verbessert werden kann.
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Es gibt zwei Arten von Zeichen, die im Zusammenhang mit visuellen Vereinfachungen agieren 4 : natürliche Zeichen und konventionelle Zeichen. Diese werden in der Semiotik, sprich der Lehre von den Zeichen, verwendet. Aufgrund der Verankerung in der Wahrnehmung sind sie aber auch in der visuellen Sprache wichtig und werden oft fälschlicher Weise nicht beachtet. Auf die einzelnen Zeichenarten, deren Ausprägungen, ... wird unter anderem auf den folgenden Seiten eingegangen.
Natürliche Zeichen
Natürliche Zeichen 5 sind, wie der Name schon suggeriert, Zeichen die natürlich und in der Natur anzutreffen sind. Ihnen geht etwas anderes voran und sind somit eng mit ihnen verbunden. Ein Beispiel für natürliches Zeichen ist Rauch für Feuer, da es ohne Feuer keinen Rauch gibt. Ein anderes natürliches Zeichen sind die Kaninchenspuren für Kaninchen, da es ohne Kaninchen keine Kaninchenspuren gibt.
Beim Charakter Design können natürliche Zeichen bewusst genutzt werden, um einerseits den AIME Wert (dazu später mehr), da der Fantasie freien Lauf gelassen wird, stark zu steigern, anderseits die Richtung, die von der Fantasie eingeschlagen wird, bewusst vom Künstler vorgegeben werden kann.
Konventionelle Zeichen
Sind fast immer willkürlich 7 gewählt und deren Bedeutung ist reine Vereinbarungssache. Oft gibt es aber Ähnlichkeiten zwischen dem konventionellen Zeichen und dem abgebildeten Objekt. Es kann aber auch ein Objekt aus verschiedenen bekannten Objekten kreiert werden: ein Einhorn, das es bekanntlich nicht gibt, ist eine Mischung aus einem Nashorn und einem Pferd, also 2 uns bekannten Objekten. Meistens gibt es aber auch aufgrund der Wahrnehmung, Denkmuster, ... von Ähnlichkeiten, die in unserer Psyche entstehen, so aber nicht gegeben sind. Andere Kulturen weisen andere Denkmuster, Sehmuster und eine andere Wahrnehmung auf, sodass Straßenschilder für sie logisch erscheinen, während wir deren Bedeutung nicht erkennen können und umgekehrt sie bei uns Probleme haben.
Beispiele für konventionelle Zeichen sind Ikone, Piktogramme und Symbole, auf die nun näher eingegangen wird.
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Ikone
Das Wort Ikon stammt aus dem Griechischen und bedeutet Bild 8 . Unter Ikon versteht man ein Zeichen, welches sich auf das Merkmal der Ähnlichkeit seines bezeichneten Gegenstandes bezieht. Somit unterscheidet es sich von einer rein willkürlichen Bezeichnung. Typische Beispiele für Ikone sind Bilder mit Motiven, die realen Objekten visuell ähnlich sind, zum Beispiel Porträts.
Viele alte Schriften benutzen Ikone, wobei diese visuellen Darstellungen und deren dahinter stehende Bedeutung in der heutigen Zeit anders verwendet und gedeutet werden würden. Ein Vogel steht heutzutage eher für ein Tier als eine Gottheit und eine korpulente Dame würde auch aufgrund der verbreiteten Schönheitsideale nicht mehr dem entsprechen was zur damaligen Zeit mit dieser visuellen Darstellung ausgedrückt wurde.
Betrachten wir ikonische Zeichen näher, erkennen wir, dass es sich nicht um eine Abbildung, sondern um eine scheinbare Abbildung handelt 10 . Das abgebildete Fahrrad könnte weder stehen, noch fahren. Die Verbindung zwischen dem Zeichen und der Vorstellung die sie verursacht, beruht also nicht auf der Abbildung eines realen Objektes, sondern auf einer scheinbaren Abbildung (Abstraktion). Die Abbildung ist folglich weder exakt noch natürlich. Der Grund, warum wir es als Fahrrad erkennen und andere (zum Beispiel Kulturen) nicht, ist die Wahrnehmung, im speziellen Fall, kollektive Wahrnehmungsmuster. Doch dazu später mehr.
Heutzutage sind Ikone unter anderem in Form von Piktogrammen weit verbreitet: Verkehrsschilder, Zeichnungen, Lagepläne, Landkarten, Gemälde und vieles mehr. Sie sind aber auch im Charakter Design anzutreffen, wie zuvor gezeigt 13 .
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Piktogramm
Das Wort Piktogramm stammt aus dem Lateinischen und heißt gemalt, beziehungsweise Bild 14 . Unter Piktogramm versteht man ein einzelnes Ikon oder Symbol, das in einer grafischen Darstellung vereinfacht wurde und visuell Informationen wiedergibt. Sie sind Vorläufer verschiedener Schriften, darunter die Keilschrift, hieroglyphischen Schrift und Weiterentwicklungen wie den japanischen und chinesischen Schriftzeichen.
Die Globalisierung, Internationalisierung und Standardisierung trägt einen sehr großen Teil dazu bei, genauso wie die Sprachunabhängigkeit und den Informationen, die Piktogramme schnell vermitteln können, so dass diese in unserem Leben weit verbreitet und überall anzutreffen sind. Sie helfen uns, in anderen Ländern sich zurecht zu finden, warnen uns vor Gefahren und vermitteln uns rasch Informationen.
Zu beachten ist aber, dass es viele Piktogramme gibt, die nicht interkulturell verständlich sind. Grund dafür ist, dass die Vorlage des stilisierten Abbildes dem Betrachter bekannt sein muss und das Piktogramm dadurch intuitiv verständlich ist.
Beispiele für Piktogramme sind Verkehrsschilder, Pflegehinweise an Textilien, WC-Piktogramme und Verbotsschilder. Heutzutage sind vor allem auf PCs und deren grafische Benutzeroberflächen Piktogramme allgegenwärtig meist in Form von Metaphern, die in diesem Bereich oft als Icons bezeichnet werden.
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Symbol
Das Wort Symbol kommt aus dem Griechischen µv µ ^Á µuuvP(ºP_ 19 . Im Allgemeinen ist ein Symbol ein Bedeutungsträger, der eine Vorstellung von etwas hervorruft, das nicht unbedingt gegenwärtig sein muss. Ursprünglich wurden Symbole verwendet, um das Gegenüber zu identifizieren. Zum Beispiel wurde ein Knochen oder Tongegenstand zerbrochen, beide Parteien bekamen einen Teil und beim nächsten Treffen konnte man durch Zusammensetzen erkennen, ob das Gegenüber wirklich der ist, für den er sich ausgibt. Dadurch assoziierte man auch den anderen durch das festgelegte Symbol. Über diese Kennzeichen entwickelten sich Symbole hin zu Sinnbildern.
Symbole zogen auch in andere Bereiche ein, wie etwa dem christlichen Glauben. Die weiße Taube als Symbol für Frieden ist in unserem Kulturkreis ein bekanntes Beispiel, ebenso wie das Kreuz ein bekanntes Zeichen aus dem Christentum ist.
Symbole zogen im Lauf der Zeit unter anderem in die Bildende Kunst ein, bei der es eine eigene Kunstströmung gibt, den Symbolismus 20 X]vÁ]Z]P]µuc^Çu}o]ZvDv](^ französischen Dichters Jean Moréas oµcDie wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen^X Der Symbolismus beeinflusste unter anderem den Surrealismus. Die moderne Version des Symbolismus ist der cl ^Çu}o]uµ^, der auch in der zeitgenössischen Romanliteratur, wie zum Beispiel dem Roman Illuminati von Dan Brown zu finden ist.
Historisch entwickelte sich das Symbol hin zu einem Sinnbild, das stellvertretend für etwas nicht Wahrnehmbares steht, das oft auch anders nicht artikulierbar ist. Darunter fallen zum Beispiel Geglaubtes und Gedachtes. Spricht man zum Beispiel über Liebe, weiß jeder für sich, was mit Liebe gemeint ist. Somit kann über Liebe gesprochen und diskutiert werden, obwohl Liebe weder etwas Greifbares noch Handfestes ist, geschweige denn jemand Liebe real gesehen hat, da es ein Gefühl ist, Á] u] c>]^ Ì]Zvv. Trotzdem kennen wir das Sinnbild Liebe und wissen, was damit Seite 11 von 74
assoziiert wird und gemeint ist. "Die Symbolik verwandelt die Erscheinung in Idee, diese in ein Bild, und zwar so, dass die Idee im Bild immer unendlich wirksam und unerreichbar bleibt und, selbst in allen Sprachen ausg}ZvU}ZµvµZo]Zo]X^ 22
Heutzutage sind Symbole in Religion, Mythos, Kunst und vielen anderen Bereichen zu finden, meistens in einem nicht rein rational übersetzbaren und interpretierbaren Zusammenhang. Verkehrszeichen (Piktogramm) sind genau definiert, während Symbole wie Liebe oder ein Herz die rationale Ebene übersteigen, oft kulturell verschieden sind (zum Beispiel hat die weiße Taube in anderen, nicht christlichen Kulturen eine andere, beziehungsweise keine Bedeutung), einen Bedeutungsüberschuss aufweisen und somit nicht eindeutig erkennbar sind.
Darüber hinaus sind Symbole sprachunabhängige Schriftzeichen, die meistens auch von sprachunkundigen Besuchern leicht zu verstehen sind und für Analphabeten oft die einzige Orientierung bieten. Folglich ist leicht ersichtlich, dass Firmen und Marken weltweit sich Symbolen bedienen, um ihren Unternehmen nach außen ein Sinnbild zu geben beziehungsweise einen Wiedererkennungseffekt, der oft auch ein positives Erscheinungsbild eines Unternehmens suggeriert und manipuliert.
Metapher
Das Wort Metapher stammt aus dem Griechischen µvµºÌcvÁ}Z]vPv^ 23 . Metapher ist eine rhetorische Figur, bei der Wörter nicht wörtlich genommen, sondern in einer übertragenen Bedeutung verwendet werden. Dabei gibt es in der Regel aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit zwischen dem Wort und der übertragen gemeinten Bedeutung eine Beziehung.
tvvciuvu,ÌZv^oDZZvPÌ}PvÁ]Ulvv]v]ZPµ] s]vµvP̵^Çu}ov~c,Ì^Uv]µZ]cmPµvP^lvvÁvXs Symbol
c,Ì^Z(º>] und somit wird in dieser Metapher auf ein Symbol verwiesen, das für jeden verständlich ist, aber in seiner Ausprägung individuell im Rezipienten verankert ist. Die Übertragung cZv^assoziiert man mit kaputt gehen (zum Beispiel wenn ein Tonkrug, Glas, Teller, ... zerbricht, ist dieser kaputt) und folglich, dass das Zerbrochene nicht mehr zu gebrauchen ist.
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Verwendet man nun in der visuellen Sprache ein Herz, das in zwei Teile geteilt ist, kommt einem Po]Z]DZciuvu,ÌZv^]vv^]vvund somit können Metaphern auch in der visuellen Sprache verwendet werden.
Verwendung beim Charakter Design
Visuelle Vereinfachungen und viele der Mechanismen und Methoden dahinter, wirken auf den ersten Blick sehr einfach, sind dies aber nicht. Natürliche Zeichen verbinden bekannte Zeichen aus der Natur, konventionelle Zeichen verbinden erlernte Zeichen. Dabei sind viele Faktoren verantwortlich, ob wir konventionelle Zeichen erlernen müssen, alleine entschlüsseln können oder durch die angeeignete Wahrnehmung ableiten können aus zum Beispiel anderen uns bekannten Zeichen, oder der Sichtweise die wir mit der Zeit erlangen.
Symbole können, wie in Manga und Anime vielfältig und vielfach verwendet, ausdrücken, was sonst kaum, schwer oder gar nicht ausdrückbar ist. In Manga sind Symbole, neben der Übertreibung, die später noch erläutert wird, ein wesentliches Merkmal dieser Richtung.
Metaphern sind nicht nur in der wörtlichen Sprache, sondern auch in der visuellen Sprache wichtig, vor allem in Kombination mit Symbolen. Doch warum gibt es diese Verbindung zwischen visuellen Zeichen und einer Vorstellung? Wie kommen diese Verbindungen zustande und warum gibt es trotzdem Unterschiede, so dass nicht alle Menschen diese Verbindungen aufweisen? Hauptsächlich verantwortlich dafür sind Denkmuster und Erfahrungen, auf die in den nächsten Seiten näher eingegangen wird.
Denkmuster und Wahrnehmung helfen uns im Alltag und sind ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit Symbolen. Zu beachten ist, dass Wahrnehmung kein passives Registrieren von Reizen ist, sondern einen aktiven und schaffenden Charakter besitzen 25 . Wahrnehmen ist ein Prozess, der teilweise erlernt wird und darüber hinaus auch kulturellen Gegebenheiten unterliegt.
In der (kognitiven) Psychologie wird Denken als eine Mischung aus Verarbeitung logisch abstrakter Symbole und der eigentlichen Gedächtnisleistung angesehen 26 . Beim Denken an sich wird auf Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffe zurückgegriffen, die in einem gewissen Rahmen oft Denkmustern unterliegen. Auf diese, genauso wie Wahrnehmung, Muster, ... wird auf den folgenden Seiten näher eingegangen.
Ähnlichkeiten
Oft gibt es zwischen Symbol und dem damit verbundenen, assoziierten Gegenstand, eine Beziehung aufgrund der Ähnlichkeiten, genauer gesagt den gemeinsamen Eigenschaften 27 . Nicht alle Eigenschaften müssen übereinstimmen, sondern der Grad der Ähnlichkeit ergibt sich aus dem Verhältnis gemeinsamer Eigenschaften zu den zu unterscheidenden Eigenschaften.
^/v]ov&oº]PvÁ]µv]PvÁ]v]ZUÁ]]vµvÁ]]vv]Z_ 28 µv^Dvlvv v]ZÌÁ]uo]vvov&oµ ]PvX_ 29 zeigt sehr gut eine Grundproblematik: Alles unterliegt einer ständigen Veränderung 30 (ein Baum wächst, der Fluss fließt, der Flussverlauf ändert sich, der Mensch altert, das Aµ}vµÌ]ZU]huÁoÀv]ZUY, welche zur Folge hat, dass es im Universum vermutlich kein Ding gibt, das gleich zu einem zweiten ist. Darüber hinaus ist das Ding zu
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sich selbst nur in einem Augenblick gleich, da durch die Veränderung es davor und danach einen abweichenden Zustand aufweist.
Umso wichtiger sind Ähnlichkeiten in der Wahrnehmung und im Alltagsleben. Könnte der Mensch seine Umgebung, als Beispiel wird ein Fluss herangezogen, nicht wiedererkennen da über Nacht jemand einen Stein in den Fluss geworfen hat, und somit der Fluss nicht mehr identisch ist mit dem Fluss am Tag zuvor, ergäbe dies große Probleme. Menschen, die man kennt, unterliegen wie alles andere, Veränderungen. Würden wir den Menschen, der uns gegenüber steht, nicht mehr erkennen aufgrund der Tatsache, dass ihm ein Haar über Nacht ausfiel, ein Zahn fehlt, er eine Verletzung aufweist, die er beim letzten Treffen nicht aufwies, würde es ein Alltagsleben und zwischenmenschliche Kontakte unmöglich machen. Die Identität wird also in Wahrheit über die Feststellung der Ähnlichkeiten authentifiziert. Darüber hinaus erfolgt auch oft eine Klassifizierung, indem Dinge mit vielen Ähnlichkeiten, oder gleichen Ausprägungen von Ähnlichkeiten zusammen gezogen werden zu einer Gruppe. Es gibt zum Beispiel unendlich viele Gewächse, die wir in Klassen einteilen und diese ebenfalls oft wieder in Gruppen unterteilen: cµu^U coµu^U cZ}^U coµ Z}^ 31 , cK^Uc'uº^U ...
Trotzdem haben Ähnlichkeiten auch ihre Schattenseite. Gemeinsame Eigenschaften, somit auch die Ähnlichkeit, hängen mit einer tief philosophischen Problematik zusammen, nämlich der des Erkennens der Wirklichkeit. Oft wird die Wahrnehmung manipuliert, unterliegt Denkmustern, die uns unbekannt oder unbeachtet sind. Als Beispiel sei hier erneut die Liebe erwähnt, aufgrund derer mit dem Partner viele Gemeinsamkeiten und gemeinsame Eigenschaften gefunden werden und wenige beziehungsweise kaum abweichende Eigenschaften gefunden werden können. Folglich glauben wir, dass der/ die PartnerIn uns ähnlich ist, da das Verhältnis Gemeinsamkeiten gegenüber den Unterschieden sehr hoch ist. In diesem Zusammenhang ist die selektive Wahrnehmung unter anderem ein Hauptverursacher, sodass eine große Ähnlichkeit zustande kommt, die so nicht gegeben ist.
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Selektive Wahrnehmung
Unter selektiver Wahrnehmung versteht man ein Phänomen aus der Psychologie 33 . Dabei werden nur bestimmte Aspekte der Umwelt wahrgenommen, andere ausgeblendet. Es gibt verschiedene Prozesse, die meist unterbewusst ablaufen und dieses Phänomen verursachen. Darunter fallen unter anderem Erfahrungen, Erwartungen, Einstellungen und Interessen.
Grundsätzlich beruht selektive Wahrnehmung auf der Fähigkeit, Muster zu erkennen. Muster zu erkennen ist ein grundlegender Mechanismus des menschlichen Gehirns, wobei das Gehirn ständig auf der Suche nach Mustern ist. Grund dafür ist, dass es eine an sonst unbewältigbare Anzahl an Informationen und Reize gibt, die uns überfluten. Darüber hinaus muss oft rasch reagiert und gleichzeitig wahrgenommen werden. Um aber rasch reagieren und wahrnehmen zu können, füllt die selektive Wahrnehmung, meist in Verbindung mit Schemata, Löcher, bei denen wir glauben zu wissen womit sie gefüllt werden müssen 34 . Dadurch ersparen wir uns viel Zeit, einen zweiten Blick, nachdenken und nachfragen.
Eine Folge der selektiven Wahrnehmung ist, dass Argumente für die eigene Haltung und das Füllen von Löchern stärker wahrgenommen wird, während schwächende Argumente und Fehler beim Füllen meist ausgeblendet werden. Um zum Beispiel c>]^ µ u hvl]o cÄhnlichkeit^ zurück zu kommen, werden die gemeinsamen Ähnlichkeiten viel stärker wahrgenommen, während die abweichenden ausgeblendet und nicht, beziehungsweise schwächer, wahrgenommen werden. Grund dafür ist die selektive Wahrnehmung, ] µv ]v µv ,oµvP c]Z o] v vv DvZv^lvuZUµvv]PZulcÀ]oo]Zo]vu]Z doch v]Z^ versucht auszublenden.
Umso wichtiger ist es beim Charakter Design, ein stimmiges Charakter Design dem Rezipienten zu bieten. Ansonsten wirkt man nicht mit der selektiven Wahrnehmung, die bei gutem Charakter Design den Rezipienten in die illusionäre Welt zieht und ihn damit verzaubert, sondern gegen die selektive Wahrnehmung und verstärkt Ecken und Kanten, die es möglicherweise gibt, blendet stimmiges aus und zerstört somit eine ansonsten gute, illusionäre Welt.
Weiters ist beim Wahrnehmen einer Figur zu beachten, dass diese sich vom Hintergrund abhebt, sich von diesem heraus löst und in den Vordergrund tritt. Der größte Teil dessen, was wir erfahren, muss aber im Hintergrund bleiben, damit etwas im Vordergrund wahrgenommen werden kann! Folglich kann durch einen geschickten Hintergrund die Aufmerksamkeit des Rezipienten auf den Charakter gelenkt werden, sodass dieser gut in den Vordergrund treten kann.
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Arbeit zitieren:
Martin Tintel, 2009, Character Design - Die Methoden und Mechanismen hinter dem Charakter Design, München, GRIN Verlag GmbH
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Da ich über ein ganz ähnliches Thema meine Bachelorarbeit verfasse, habe ich mich nun dazu entschieden die Arbeit mir zu kaufen, auch wenn mir 30 Euro für eine solche Arbeit schon viel erscheinen. Aber die Neugier, wie jemand anders die selbe Problemstellung gelöst hat, hat mich doch dazu angetrieben das Geld zu investieren.
Die Arbeit ist sehr gut gegliedert und auch interessant geschrieben, aber was mich wirklich geschockt hat sind die Quellenangaben. Fast 50% stammen von Wikipedia! Bei einer wissenschaftlichen Arbeit würde ich hier auf jeden Fall mehr erwarten. Kaum zu glauben, dass die Arbeit von der Universität angenommen wurde. Ich bin enttäuscht.
am Tuesday, July 26, 2011-