Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Lineare Regression 3
2.1 Das einfache lineare Regressionsmodell 3
2.2 Das multiple lineare Regressionsmodell 5
2.3 Sch atzung der Modellparameter 6
2.4 Test auf Einfluss der Regressoren 8
2.5 G ute der Anpassung 9
3 Nichtparametrische Regression 10
3.1 Univariate Gl attung 10
3.1.1 Polynom-Splines 11
3.1.2 Penalisierte Splines 15
3.1.3 Gl attungssplines 22
3.1.4 Lokal gewichtete Regression 24
3.1.5 Konfidenzb ander 26
3.1.6 Gl attungsparameterwahl 27
3.2 Additive Modelle 29
3.2.1 Sch atzung der additiven Funktionen 30
3.2.2 Modellierung von Interaktionen 32
3.2.3 Modellwahl 32
4 Renditeberechnung und Indikatoren zur Aktienbewertung 36
4.1 Diskrete und stetige Rendite 38
4.2 Kurs-Gewinn-Verh altnis 39
4.3 Momentum 40
5 Empirische Untersuchung der Renditeanomalien von Aktien 41
5.1 Modelle f ur die Aktienrendite in der Industriebranche 42
5.1.1 Lineare Modelle 42
5.1.2 Nichtparametrische Regression 44
5 2 Betrachtung einzelner L ander 52
Inhaltsverzeichnis II
5.2.1 Untersuchung des Einflusses des Kurs-Gewinn-Verh altnisses und
des Momentums auf die Rendite 52
5.2.2 J ahrliche Modellierung 60
5.3 Vertiefte Untersuchung des Momentums 66
5.3.1 Univariate Modelle 67
5.3.2 Multivariate Modelle 70
5.3.3 Modelle f ur die einzelnen L ander 78
6 Schlussbetrachtungen 88
6.1 Zusammenfassung 88
6.2 Ausblick 91
A Anhang 96
A.1 Die Daten 96
A 2 Abbildungen zu den Modellen f ur die Aktienrendite in der Industriebranche 98
Tabellenverzeichnis III
Tabellenverzeichnis
1 In dieser Arbeit verwendete Indikatoren zur Aktienbewertung 37
2 Ergebnisse der nichtparametrischen Regressionsmodelle 45
3 Ergebnisse der nichtparametrischen Regressionsmodelle f ur die USA, Ja-
pan und China 53
4 Ergebnisse der nichtparametrischen Regressionsmodelle f ur Kanada, Bra-
silien und Australien 54
5 J ahrliche flexible Modellierung des Einflusses von PER auf die Rendite in
den USA, Japan, China, Kanada, Australien und Brasilien 62
6 Ergebnisse der nichtparametrischen Regressionsmodelle mit den uber ver-
schieden lange Zeitr aume berechneten Momenta als Pr adiktoren 67
7 Vergleich der AIC-Werte des univariaten Modells mit den AIC-Werten
der Modelle mit zwei Momenta als Einflussgr oßen mit und ohne Interaktion 72
8 Vergleich der AIC-Werte zwischen einfachem additiven Modell und Modell
mit Interaktion 76
9 Signifikanz des Einflusses verschiedener Momenta in den USA, Japan,
China, Kanada, Brasilien und Australien 79
10 Vergleich der AIC-Werte des univariaten Modells mit den AIC-Werten der
Modelle mit zwei Momenta als Einflussgr oßen mit und ohne Interaktion
in den USA, Japan und China 81
11 Vergleich der AIC-Werte des univariaten Modells mit den AIC-Werten der
Modelle mit zwei Momenta als Einflussgr oßen mit und ohne Interaktion
in Kanada, Brasilien und Australien 82
12 Prozentuale Anteile der verschiedenen L ander an den verwendeten Daten 96
13 Auszug aus dem Datensatz zu den Kapiteln 5.1 und 5.2 97
2 - und AIC-Werte des einfachen additiven Modells und des Modells mit
14 R
Interaktion f ur die verschiedenen Momenta-Kombinationen 116
Abbildungsverzeichnis
1 B-Splines vom Grad l 1 (links oben), l 2 (rechts oben) und l 3 (links
unten) mit aquidistanten Knoten auf dem Intervall 0,1000 14
Abbildungsverzeichnis IV
2 R-Output des linearen Modells f ur die Aktienrendite mit PER und M gesamt
als Pr adiktoren und Interaktion 43
3 Residuenplot des linearen Modells f ur die Aktienrendite mit PER und
M gesamt als Pr adiktoren und Interaktion 44
4 Glatter Effekt von M gesamt mit punktweisen Konfidenzb andern und
durch generalisierte Kreuzvalidierung bestimmten Gl attungsparameter 46
5 Glatter Effekt von M gesamt mit punktweisen Konfidenzb andern und sub-
jektiv gew ahlten Gl attungsparameter 46
6 Glatter Effekt von PER mit punktweisen Konfidenzb andern 47
7 Glatte Effekte von M gesamt und PER in einem additiven Modell mit
punktweisen Konfidenzb andern 48
8 Glatte Effekte von Jahr und M gesamt in einem additiven Modell mit
punktweisen Konfidenzb andern 49
9 Glatte Effekte von Jahr und PER in einem additiven Modell mit punkt-
weisen Konfidenzb andern 50
10 Glatte Effekte von Jahr, M gesamt und PER in einem additiven Modell
mit punktweisen Konfidenzb andern 51
11 Flexible Modellierung der Rendite mit dem Momentum, berechnet uber
verschieden lange Zeitr aume, als Einflussgr oße 68
2 -Werte der nichtparametrischen Regressionsmodelle mit dem
12 R uber ver-
schieden lange Zeitr aume berechneten Momentum als Einflussgr oße auf
die Rendite 70
13 AIC-Werte der nichtparametrischen Regressionsmodelle mit dem uber
verschieden lange Zeitr aume berechneten Momentum als Einflussgr oße
auf die Rendite 70
14 Bivariate Funktionssch atzung des Einflusses von M60 gesamt und M360 gesamt
auf die Rendite 77
15 Bivariate Funktionssch atzung des Einflusses von M120 Land und M900 Land
auf die Rendite in den USA 83
16 Bivariate Funktionssch atzung des Einflusses von M360 Land und M630 Land
auf die Rendite in Japan 84
17 Bivariate Funktionssch atzung des Einflusses von M240 Land und M450 Land
auf die Rendite in China 85
Abbildungsverzeichnis V
18 Bivariate Funktionssch atzung des Einflusses von M90 Land und M360 Land
auf die Rendite in Kanada 86
19 Bivariate Funktionssch atzung des Einflusses von M540 Land und M900 Land
auf die Rendite in Brasilien 87
20 Bivariate Funktionssch atzung des Einflusses von M180 Land und M240 Land
auf die Rendite in Australien 88
21 Regressionsbaum zur Modellierung des Einflusses des Preis-Buchwert-
Verh altnisses, des Kurs-Gewinn-Verh altnisses und des Momentums auf
die Rendite in Kanada 94
22 Flexible Modellierung der Rendite mit M Land, PER bzw. beiden Varia-
blen gleichzeitig als Einflussgr oßen in den USA 98
23 Flexible Modellierung der Rendite mit zeitlicher Gl attung und M Land,
PER bzw. beiden Variablen gleichzeitig als Einflussgr oßen in den USA 99
24 Flexible Modellierung der Rendite mit M Land, PER bzw. beiden Varia-
blen gleichzeitig als Einflussgr oßen in Japan 100
25 Flexible Modellierung der Rendite mit zeitlicher Gl attung und M Land,
PER bzw. beiden Variablen gleichzeitig als Einflussgr oßen in Japan 101
26 Flexible Modellierung der Rendite mit M Land, PER bzw. beiden Varia-
blen gleichzeitig als Einflussgr oßen in China 102
27 Flexible Modellierung der Rendite mit zeitlicher Gl attung und M Land,
PER bzw. beiden Variablen gleichzeitig als Einflussgr oßen in China 103
28 Flexible Modellierung der Rendite mit M Land, PER bzw. beiden Varia-
blen gleichzeitig als Einflussgr oßen in Kanada 104
29 Flexible Modellierung der Rendite mit zeitlicher Gl attung und M Land,
PER bzw. beiden Variablen gleichzeitig als Einflussgr oßen in Kanada 105
30 Flexible Modellierung der Rendite mit M Land, PER bzw. beiden Varia-
blen gleichzeitig als Einflussgr oßen in Brasilien 106
31 Flexible Modellierung der Rendite mit zeitlicher Gl attung und M Land,
PER bzw. beiden Variablen gleichzeitig als Einflussgr oßen in Brasilien 107
32 Flexible Modellierung der Rendite mit M Land, PER bzw. beiden Varia-
blen gleichzeitig als Einflussgr oßen in Australien 108
33 Flexible Modellierung der Rendite mit zeitlicher Gl attung und M Land,
PER bzw beiden Variablen gleichzeitig als Einflussgr oßen in Australien 109
Abbildungsverzeichnis VI
34 J ahrliche Betrachtung des Einflusses des Kurs-Gewinn-Verh altnisses auf
die Rendite in den USA 110
35 J ahrliche Betrachtung des Einflusses des Kurs-Gewinn-Verh altnisses auf
die Rendite in Japan 111
36 J ahrliche Betrachtung des Einflusses des Kurs-Gewinn-Verh altnisses auf
die Rendite in China 112
37 J ahrliche Betrachtung des Einflusses des Kurs-Gewinn-Verh altnisses auf
die Rendite in Kanada 113
38 J ahrliche Betrachtung des Einflusses des Kurs-Gewinn-Verh altnisses auf
die Rendite in Brasilien 114
39 J ahrliche Betrachtung des Einflusses des Kurs-Gewinn-Verh altnisses auf
die Rendite in Australien 115
40 AIC-Werte der Modelle mit M60 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 117
41 AIC-Werte der Modelle mit M90 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 117
42 AIC-Werte der Modelle mit M120 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 117
43 AIC-Werte der Modelle mit M180 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 118
44 AIC-Werte der Modelle mit M240 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 118
45 AIC-Werte der Modelle mit M300 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 118
46 AIC-Werte der Modelle mit M360 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 119
47 AIC-Werte der Modelle mit M450 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 119
48 AIC-Werte der Modelle mit M540 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 119
49 AIC-Werte der Modelle mit M630 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 120
50 AIC-Werte der Modelle mit M720 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 120
Abbildungsverzeichnis VII
51 AIC-Werte der Modelle mit M810 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 120
52 AIC-Werte der Modelle mit M900 gesamt in Kombination mit einem an-
deren Momentum mit und ohne Interaktion 121
53 Flexible Modellierung der Rendite mit dem Momentum, berechnet uber
verschieden lange Zeitr aume, als Einflussgr oße in den USA 122
54 Flexible Modellierung der Rendite mit dem Momentum, berechnet uber
verschieden lange Zeitr aume, als Einflussgr oße in Japan 123
55 Flexible Modellierung der Rendite mit dem Momentum, berechnet uber
verschieden lange Zeitr aume, als Einflussgr oße in China 124
56 Flexible Modellierung der Rendite mit dem Momentum, berechnet uber
verschieden lange Zeitr aume, als Einflussgr oße in Kanada 125
57 Flexible Modellierung der Rendite mit dem Momentum, berechnet uber
verschieden lange Zeitr aume, als Einflussgr oße in Brasilien 126
58 Flexible Modellierung der Rendite mit dem Momentum, berechnet uber
verschieden lange Zeitr aume, als Einflussgr oße in Australien 127
1 1 Einleitung
1 Einleitung
In dieser Arbeit sollen Renditeanomalien von Aktien untersucht werden. Man spricht von einer Anomalie, wenn die Rendite nicht durch ein g¨ angiges Modell der erwarteten Rendite erkl¨ art werden kann, wobei das sogenannte Capital Asset Pricing Model (kurz 1 Dieses Modell geht zur¨ uck auf die Arbeiten von Sharpe CAPM) wohl das Gel¨ aufigste ist.
(1964) und Lintner (1965) und besagt, dass man h¨ ohere Renditen nur durch ¨ Ubernahme 2 zus¨ atzlichen Risikos erzielen kann. Die mathematische Formulierung des CAPM lautet
E(R s ) = R rf + β(E(R M ) − R rf ).
Hierbei bezeichnet R s die Rendite einer Aktie, R rf die Rendite einer risikolosen Anlage und R M die Rendite des Marktportfolios, welches aus allen vorhandenen risikobehafte- 3 undgibt an, wie stark ten Wertpapieren besteht. β wird als Marktfaktor bezeichnet
die Rendite der betrachteten Aktie auf eine Ver¨ anderung der Differenz (E(R M ) − R rf ) reagiert. Bei einem sehr kleinen β ver¨ andert sich die Rendite kaum. Das Risiko ist also gering, man kann aber auch keine viel h¨ ohere Rendite als die der risikofreien Anlage erwarten. F¨ ur große Werte von β reagiert die Rendite stark auf Ver¨ anderungen der Dif- ferenz (E(R M ) − R rf ). Sie unterliegt also st¨ arkeren Schwankungen und beinhaltet damit ein h¨ oheres Risiko, aber man kann mit einer solchen Aktie h¨ ohere Renditen erzielen. In einigen Arbeiten zu diesem Thema, zum Beispiel von Fama / French (1996) , wurde das CAPM jedoch kritisiert und bessere Modellierungsans¨ atze f¨ ur die Rendite gefunden, so dass man auch ohne zus¨ atzliches Risiko durch Selektion der Aktien anhand bestimmter Indikatoren eine h¨ ohere Rendite erzielen kann.
Zur Untersuchung dieser Renditeanomalien sollen nun Regressionsmodelle mit der Aktienrendite als abh¨ angige Variable und verschiedenen Indikatoren zur Aktienbewertung als unabh¨ angige Variablen gefittet werden. Man m¨ ochte damit herausfinden, ob und auf welche Weise diese Indikatoren die Rendite beeinflussen, so dass damit eine m¨ ogliche Hilfestellung geliefert werden kann, um entsprechende Anlageentscheidungen zu treffen. Als Indikatoren werden hier das Kurs-Gewinn-Verh¨ altnis sowie das Momentum, berechnet ¨ uber verschieden lange Zeitr¨ aume, verwendet. Die Modellierung geschieht zun¨ achst durch klassische lineare Regression, wozu schon einige Studien durchgef¨ uhrt wurden,
1 Vgl. Fama / French (1996, S. 55).
2 Vgl. Petersmeier (2003, S. 370).
3 Vgl. Coggin / Fabozzi (2003, S. 61).
1 Einleitung
zum Beispiel von Fama / French (1992), Pesaran / Timmermann (1994) und Pontiff / Schall (1998). Allerdings erscheint es nicht immer als gerechtfertigt, von einem linearen Zusammenhang zwischen den Indikatoren und der Rendite auszugehen. Haugen (2001, S. 21f) beschreibt zum Beispiel einen nichtlinearen Zusammenhang zwischen der erwarteten Rendite und dem sogenannten Interest-Rate-Beta, also der Sensitivit¨ at, mit der die Rendite einer Aktie auf eine ¨ Anderung des Zinssatzes reagiert. Um solch einen
nichtlinearen Zusammenhang modellieren zu k¨ onnen, braucht man also eine flexiblere Methode als die lineare Regression. Petersmeier (2003) beispielsweise verwendet in ihrer Arbeit die Kernregression als nichtparametrisches Verfahren zur Modellierung der Aktienrendite, weist aber gleichzeitig auf einige Nachteile dieses speziellen nichtparametrischen Verfahrens, wie zum Beispiel die ad¨ aquate Behandlung hochdimensionaler 4 Deshalb sollen hier andere nichtparametrische Methoden als die Sch¨ atzprobleme, hin.
Kernregression verwendet werden, um den Einfluss der Indikatoren auf die Aktienrendite flexibel zu modellieren. Mit diesen nichtparametrischen Regressionsmodellen befasst sich der Hauptteil dieser Arbeit.
In Kapitel 2 und 3 werden die f¨ ur die Untersuchung notwendigen statistischen Grundlagen, n¨ amlich die lineare und die nichtparametrische Regression, erkl¨ art. Kapitel 4 beschreibt die Indikatoren zur Aktienbewertung, die f¨ ur die Regressionsmodelle als m¨ ogliche Pr¨ adiktorvariablen verwendet werden, n¨ amlich das Kurs-Gewinn-Verh¨ altnis und das Momentum. Außerdem wird hier kurz auf verschiedene Methoden zur Berechnung der Aktienrendite eingegangen. In Kapitel 5 findet dann die eigentliche Untersuchung statt, wobei Aktien von Unternehmen aus der Industriebranche weltweit im Zeitraum von 1993 bis 2007 als Datengrundlage dienen. In Kapitel 5.1 werden zuerst globale Modelle ¨ uber alle diese Unternehmen gefittet, bevor in Kapitel 5.2 einzelne L¨ ander, n¨ amlich die USA, Japan, China, Kanada, Brasilien und Australien, vertieft betrachtet werden. Hier findet auch eine j¨ ahrliche Untersuchung der Zusammenh¨ ange statt, um verschiedene Phasen in den L¨ andern aufzudecken. Bei der Betrachtung von Kapitalm¨ arkten geht man n¨ amlich davon aus, dass sich sogenannte Value- und Growth-Phasen abwechseln. Value und Growth sind zwei verschiedene Anlagestrategien. Nach dem Value-Ansatz werden Aktien ausgesucht, die auf Basis einer bestimmten Kennzahl als preiswert ein- 5 H¨aufig wird hierbei, zur¨ uckgehend auf die Arbeit von Fama / gestuft werden k¨ onnen.
French (1992), das Buch-Marktwert-Verh¨ altnis verwendet, also das Verh¨ altnis zwischen
4 Vgl. Petersmeier (2003, S. 132).
5 Vgl. Haugen (2001, S. 97).
3 2 Lineare Regression
dem Buchwert einer Aktie und der Einsch¨ atzung ihres Wertes durch den Markt. Aktien mit hohem Buch-Marktwert-Verh¨ altnis werden dabei als Value-Aktien einstuft. Es werden aber auch andere Kennzahlen, wie zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verh¨ altnis (siehe Kapitel 4.2), zur Ermittlung von Value-Aktien benutzt. Diese Kennzahl soll f¨ ur die Untersuchungen in der vorliegenden Arbeit verwendet werden, wobei Aktien mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verh¨ altnis als Value-Aktien klassifiziert werden k¨ onnen. In Value-Phasen erzielen solche Aktien eine h¨ ohere Rendite. Nach dem Growth-Ansatz fokussiert man sich dagegen auf die Zukunftsaussichten eines Unternehmens. Man kauft also Aktien eines Unternehmens, von dem man ein starkes Gewinnwachstum erwartet, 6 In Growth-Phasen haben diese Aktien selbst wenn sie momentan eher teuer erscheinen. eine h¨ ohere Rendite.
In Kapitel 5.3 wird schließlich das Momentum als Einflussgr¨ oße vertieft betrachtet, welches hierf¨ ur ¨ uber verschieden lange Zeitr¨ aume berechnet wurde, um zun¨ achst anhand von Modellen mit jeweils nur einem dieser Momenta als Pr¨ adiktorvariable herauszufinden, welcher Berechnungszeitraum des Momentums am geeignetsten zur Modellierung der Rendite ist. Danach sollen aber auch Modelle mit mehr als einem Momentum als Einflussgr¨ oße gefittet werden um herauszufinden, welche Momenta-Kombination zu einem besonders guten Modell f¨ ur die Rendite f¨ uhrt und um m¨ oglicherweise Wechselwirkungen zwischen kurz- und l¨ angerfristigen Momenta zu entdecken. Abschließend findet noch eine kurze Betrachtung der entsprechenden Zusammenh¨ ange in den einzelnen L¨ andern statt.
2 Lineare Regression
In dieser Arbeit sollen zun¨ achst lineare Zusammenh¨ ange zwischen der Rendite und verschiedenen Indikatoren zur Aktienbewertung untersucht werden. Dies soll mit Hilfe von linearen Regressionsmodellen geschehen, die versuchen, den Zusammenhang zwischen einer abh¨ angigen bzw. zu erkl¨ arenden Variablen Y (auch Regressand, Response, Zielvariable) und einer oder mehreren unabh¨ angigen bzw. erkl¨ arenden Variablen X 1 , ..., X K (auch Regressoren, Pr¨ adiktoren, Kovariablen) zu modellieren.
6 Vgl. Kleeberg / Rehkugler (1998, S. 824).
2 Lineare Regression
2.1 Das einfache lineare Regressionsmodell
Im einfachen linearen Regressionsmodell wird der Zusammenhang zwischen einer abh¨ angigen Variablen Y und einer unabh¨ angigen Variablen X untersucht. Die entsprechende Modellgleichung lautet
y = β 0 + β 1 x + ǫ. (1)
Nach der Beobachtung einer Stichprobe vom Umfang T l¨ asst sich die Gleichung schreiben als
y t = β 0 + β 1 x t + ǫ t (t = 1, ..., T ) (2)
bzw. in Matrixnotation
y = Xβ + ǫ, (3)
mit
, β = . , X =
β 0 ist der Intercept und β 1 ist der Steigungsparameter der Regressionsgeraden. Diese beiden Parameter werden als Regressionskoeffizienten bezeichnet. F¨ ur die unbeobachtbaren Fehlerkomponenten ǫ t nimmt man an, dass sie unabh¨ angig und identisch verteilte 2 . 7 Zufallsvariablen sind mit einem Erwartungswert von Null und konstanter Varianz σ Daraus folgt, dass die y t ebenfalls unabh¨ angig sind mit
2 . E(y t ) = β 0 + β 1 x t und Var(y t ) = σ (4)
H¨ aufig nimmt man zus¨ atzlich an, dass die Fehler ǫ t einer Normalverteilung folgen. 2 sind im Allgemeinen unbekannt und sollen gesch¨ atzt werden. Die Parameter β 0 , β 1 und σ
7 Vgl. Rao et al. (2008, S. 7).
2 Lineare Regression
2.2 Das multiple lineare Regressionsmodell
Das multiple lineare Regressionsmodell l¨ asst sich als Verallgemeinerung des einfachen linearen Regressionsmodells mit mehr als einer Einflussgr¨ oße auffassen. Hier wird also der Zusammenhang zwischen der abh¨ angigen Variable Y und K erkl¨ arenden Variablen X 1 , ..., X K untersucht. Das entsprechende Modell lautet
y = β 0 + β 1 x 1 + ... + β K x K + ǫ. (5)
Nach der Beobachtung einer Stichprobe vom Umfang T l¨ asst sich die Gleichung schreiben als
y t = β 0 + β 1 x t1 + ... + β K x tK + ǫ t (t = 1, ..., T ) (6)
bzw. in Matrixnotation
y = Xβ + ǫ, (7)
mit
y = , X = , β = , ǫ = .
8 Es werden ¨ ublicherweise folgende Modellannahmen getroffen:
• E(ǫ) = 0,
2 I T , • E(ǫǫ ′ ) = σ
• X besitzt vollen Spaltenrang, d.h. Rang(X) = K + 1 = p,
• X ist eine nicht-stochastische Matrix und
8 Vgl. Rao et al. (2008, S. 34).
2 Lineare Regression
2 I T ). • ǫ ∼ N (0, σ
Da y = Xβ + ǫ gilt, folgt aus der letzten Annahme f¨ ur y:
2 I T ). y ∼ N (Xβ, σ (8)
y folgt also einer Normalverteilung mit Erwartungswertvektor Xβ und der Kovarianz- 2 I T . matrix σ
2.3 Sch¨ atzung der Modellparameter
Eine der popul¨ arsten Methoden zur Sch¨ atzung der Regressionskoeffizienten ist die Kleinste- 9 Manm¨ ochte hierbei β so sch¨ atzen, dass die Residuenquadratsum-Quadrate-Sch¨ atzung. me
′ Xβ − 2β
minimiert wird. Differenzieren von (9) nach β ergibt:
10 Setzt man die erste Ableitung gleich Gleichung (11) ist zumindest nichtnegativ definit. Null, so erh¨ alt man ein System von sogenannten Normalgleichungen
′ X ˆ ′ y. β = X (12) X
Besitzt X vollen Rang, so ist X ′ X als positiv definite Matrix invertierbar und es ergibt
sich als eindeutige L¨ osung der Normalgleichungen der Kleinste-Quadrate-Sch¨ atzer (kurz
9 Vgl. Rao et al. (2008, S. 35).
10 ′ Av ≥ 0 f¨ ur Eine symmetrische (n × n)-Matrix A wird als nichtnegativ definit bezeichnet, falls v
′ Av > 0 f¨ ur alle Vektoren v ∈ R alle Vektoren v ∈ R n ; gilt sogar v n \ {0}, so wird A als positiv
definit bezeichnet (vgl. Schmidt / Trenkler (1998, S. 82f)).
2 Lineare Regression
KQ-Sch¨ atzer)
ˆ −1 X ′ X) ′ y. β = (X (13)
11 die beste lineare erwar-Diese Sch¨ atzung ist nach dem GAUSS-MARKOV-Theorem tungstreue Sch¨ atzung f¨ ur β. Damit ergibt sich als Sch¨ atzung f¨ ur y
y = X ˆ −1 X ′ X) ′ y = P y ˆ β = X(X (14)
mit der (T × T )-Matrix −1 X ′ X) ′ . P = X(X (15)
12 Sie ist symmetrisch und Die Matrix P wird Prediction- oder Hat-Matrix genannt. idempotent und besitzt den Rang p. Auch die Matrix M = (I − P ) ist symmetrisch und idempotent. Sie besitzt den Rang T − p und es gilt:
ˆ ǫ = M ǫ, (16)
denn
Das heißt, M ǫ ergibt die gesch¨ atzten Residuen. Mit Hilfe dieser l¨ asst sich
1 1
′ ˆ 2 = ′ M ǫ s ˆ ǫ = (17) ǫ ǫ
T − p T − p 2 berechnen. 13 als erwartungstreue Sch¨ atzung der Varianz σ
11 Vgl. Toutenburg (2003, S. 109).
12 Vgl. Toutenburg (2003, S. 343).
13 Vgl. Rao et al. (2008, S. 46).
2 Lineare Regression
2.4 Test auf Einfluss der Regressoren
Tests zur ¨ Uberpr¨ ufung des Einflusses einzelner Regressoren X i (i = 1, ..., K) erfolgen mit dem t-Test, der untersucht, ob sich der Regressionskoeffizient β i signifikant von Null
14 Es wird hier also unterscheidet.
H 0 : β i = 0 gegen H 1 : β i = 0
getestet. Als Teststatistik verwendet man
mit β i = 0. Wegen (8) und (13) folgt:
ˆ 2 (X −1 ). ′ X) β ∼ N (β, σ (19)
2 erhielten wir nach (17) Als Sch¨ atzung f¨ ur σ
1
′ ˆ 2 = s ˆ ǫ ǫ,
T − p
womit sich als gesch¨ atzte Varianz f¨ ur ˆ β i
ˆ −1 2 (X ′ X) V ar(β i ) = s ii , (20)
also das i-te Diagonalelement der Kovarianzmatrix von ˆ β, ergibt. Die Verteilung der Teststatistik t l¨ asst sich durch folgende ¨ Uberlegungen herleiten: Gleichung (18) l¨ asst sich erweitern zu
14 Vgl. Neter et al. (1989, S. 243).
2 Lineare Regression
Der Z¨ ahler ist offensichtlich standardnormalverteilt. Der Nenner l¨ asst sich umformen zu
1 2 I T ) folgt Aus ǫ ∼ N (0, σ ǫ ∼ N (0, I T ). Außerdem ist die Spur von M gleich T −p und
σ
2 -Verteilung mit T − p Freiheitsgrasomit ergibt sich, dass der quadrierte Nenner einer χ
den folgt. Die Teststatistik t ist also als Quotient einer Standardnormalverteilung und
2 -Verteilung, dividiert durch die Anzahl ihrer Freiheitsgrade, t-verteilt der Wurzel einer χ
15 Um nun zu testen, ob die Variable X i einen Einfluss auf mit T − p Freiheitsgraden.
Y hat, legt man zun¨ achst ein Signifikanzniveau α fest, berechnet dann die Teststatistik nach (18) und kann dann H 0 zum Niveau α ablehnen, falls gilt:
|t| > t 1− , α
2
α wobei t 1− das 1 − -Quantil der t-Verteilung bezeichnet. Diese Quantile sind zum α 2 2
Beispiel in B¨ uning / Trenkler (1994, S. 372) tabelliert.
2.5 G¨ ute der Anpassung
Um zu ¨ uberpr¨ ufen, wie gut das gesch¨ atzte Modell zu den vorliegenden Daten passt, wird
2 verwendet. Es l¨ asst sich wie folgt berechnen: 16 h¨ aufig das Bestimmtheitsmaß R
SS Reg RSS
2 = R = 1 − , (21)
SY Y SY Y ′ y, RSS = (y − ˆ ′ (y − ˆ mit SY Y = y y) und SS Reg = SY Y − RSS. y)
Das Bestimmtheitsmaß gibt also das Verh¨ altnis der durch die Regression erkl¨ arten Variabilit¨ at SS Reg zur totalen Variabilit¨ at SY Y wider. Es kann Werte zwischen Null und Eins annehmen. In dem Extremfall der perfekten Anpassung, in dem also die Residuen- 2 -Wert Eins, wohingegen sich quadratsumme RSS gleich Null ist, ergibt sich ein R
in dem anderen Extremfall eines Modells, in dem alle Regressoren in absolut keinem
2 -Wert linearen Zusammenhang mit Y stehen, bei dem also SS Reg gleich Null ist, ein R von Null ergibt.
Ein Kritikpunkt an dem Bestimmtheitsmaß ist allerdings, dass es mit steigender Anzahl
15 Vgl. Fahrmeir et al. (2003, S. 302).
16 Vgl. Rao et al. (2008, S. 59).
10 3 Nichtparametrische Regression
von in das Modell aufgenommenen Pr¨ adiktoren niemals kleiner werden kann, auch wenn diese v¨ ollig ungeeignet sind. Deshalb ist es meist sinnvoller, das adjustierte Bestimmtheitsmaß
T − K − 1 17 F¨ ur sehr zu betrachten, bei dem eine h¨ ohere Anzahl von Parametern bestraft wird.
T −K−1
verwendeten Datens¨ atze sehr groß sind und in den Modellen nur wenige Pr¨ adiktoren 2 ververwendet werden, kann man hier also auch das gew¨ ohnliche Bestimmtheitsmaß R wenden.
3 Nichtparametrische Regression
Lineare Regressionsmodelle sind oft nicht ausreichend, um den Zusammenhang zwischen den Kovariablen und der Responsevariable zu beschreiben, da man nicht immer nur von einem linearen Zusammenhang ausgehen kann. Deshalb bietet es sich oft an, nichtparametrische Regressionsmodelle zu verwenden, mit deren Hilfe der Einfluss der Kovariablen auf die abh¨ angige Variable flexibler modelliert werden kann.
3.1 Univariate Gl¨ attung
Bei der univariaten nichtparametrischen Regression m¨ ochte man den Einfluss nur einer Kovariable X auf den Response Y durch eine glatte Funktion modellieren. Die entsprechende Modellgleichung lautet
y t = f (x t ) + ǫ t (t = 1, ..., T ). (23)
F¨ ur die Fehlerkomponenten ǫ t nimmt man im Allgemeinen, ebenso wie im linearen Regressionsmodell an, dass sie unabh¨ angig und identisch verteilte Zufallsvariablen sind
17 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 161).
3 Nichtparametrische Regression
mit
2 (t = 1, ..., T ). E(ǫ t ) = 0 und V ar(ǫ t ) = σ (24)
18 Aus diesen Annah-H¨ aufig nimmt man zus¨ atzlich eine Normalverteilung der Fehler an. men folgt, dass die y t ebenfalls unabh¨ angig sind mit
2 (t = 1, ..., T ). E(y t ) = f (x t ) und V ar(y t ) = σ (25)
Das Problem ist nun die Funktion f zu sch¨ atzen. Ein parametrischer Ansatz w¨ are es anzunehmen, dass f (x) zu einer parametrischen Familie von Funktionen f (x|β) geh¨ ort, 19 f also bis auf eine endliche Anzahl an Parametern bekannt ist, zum Beispiel
1. f (x|β) = β 0 + β 1 x,
2 , 2. f (x|β) = β 0 + β 1 x
β 2 . 3. f (x|β) = β 0 + β 1 x
Wie man hier sieht, ist der parametrische Ansatz auch schon relativ flexibel und es lassen sich damit auch nichtlineare Modelle, wie das dritte Beispielmodell, spezifizieren. Allerdings schließt man damit immer, egal welche parametrische Familie man benutzt, eine große Anzahl m¨ oglicher Funktionen aus. In einem nichtparametrischen Ansatz w¨ ahlt man nun f aus einer glatten Familie von Funktionen. Auch hier muss man zwar gewisse Eigenschaften, beispielsweise Differenzierbarkeit, f¨ ur f voraussetzen, diese sind allerdings viel weniger restriktiv als im parametrischen Ansatz. Im Folgenden sollen nun einige Methoden beschrieben werden, die Funktion f nichtparametrisch zu modellieren.
3.1.1 Polynom-Splines
Bei der Modellierung durch Polynom-Splines (auch Regressions-Splines) m¨ ochte man die Funktion f (x) durch Polynome sch¨ atzen. Dies geschieht nicht global auf dem gesamten Wertebereich von X, sondern st¨ uckweise, um eine h¨ ohere Flexibilit¨ at der Sch¨ atzung zu 20 Man unterteilt also zun¨ achst den Wertebereich der Kovariable X durch erm¨ oglichen.
18 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 293).
19 Vgl. Faraway (2006, S. 211).
20 Vgl. Eubank (1988, S. 196).
3 Nichtparametrische Regression
m sogenannte Knoten κ 1 < ... < κ m in mehrere Intervalle [κ j , κ j+1 ) und sch¨ atzt dann auf jedem dieser Intervalle ein Polynom vom Grad l. Da die gesch¨ atzte Funktion glatt sein sollte, fordert man außerdem, dass die Funktion (l −1)-mal stetig differenzierbar ist, auch an den Intervallgrenzen. Es l¨ asst sich zeigen, dass jeder Polynom-Spline vom Grad l mit einer gegebenen Knotenanzahl m durch m + l − 1 Basisfunktionen B 1 , ..., B m+l−1 21 Somit sch¨ atzt man die Funktion durch darstellbar ist.
mit dem Regressionskoeffizienten γ j . Die bekanntesten Basisfunktionen sind die Basis der trunkierten Potenzen und die B-Splines, die im Folgenden erkl¨ art werden sollen.
Trunkierte Potenzen 22 Die Basis der trunkierten Potenzen besteht aus folgenden Funktionen:
mit
Mit dieser Basis erh¨ alt man also als Modellgleichung f¨ ur die Responsevariable Y
2 l l l y t = γ 1 + γ 2 x t + γ 3 x t + ... + γ l+1 x t + γ l+2 (x t − κ 2 ) + + ... + γ l+m−1 (x t − κ m−1 ) + + ǫ t ,
mit t = 1, ..., T , bzw. in Matrixnotation
y = Xγ + ǫ, (27)
21 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 297).
22 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 297).
3 Nichtparametrische Regression
mit
′ . Es ergibt sich also wieder ein lineares und dem Parametervektor γ = (γ 1 , ..., γ m+l−1 )
Modell f¨ ur Y . In der Regel verwendet man Splines vom Grad l = 3, da man so eine zweimal stetig differenzierbare Funktion erh¨ alt.
B-Splines
Die B-Splines sind zwar weniger anschaulich als die Basis der trunkierten Potenzen, da sie nur rekursiv darstellbar sind, haben aber bessere numerische Eigenschaften. B-Splines vom Grad l = 0 sind wie folgt definiert:
0 B j (x) = 1 [κ j ,κ j+1 ) (x) , j = 1, ..., m + l, (28)
mit
1 κ j ≤ x < κ j+1
1 [κ j ,κ j+1 ) (x) = .
0 sonst
B-Splines h¨ oheren Grades l ≥ 1 lassen sich daraus durch folgende Rekursionsformel
κ j+l − κ j κ j+l+1 − κ j+1
An dieser Darstellung l¨ asst sich erkennen, dass die inneren Knoten κ 1 , ..., κ m nicht ausreichend sind. Man braucht 2l zus¨ atzliche Knoten und erh¨ alt damit die sogenannte erweiterte Knotenmenge κ 1−l , κ 1−l+1 , ..., κ m+l−1 , κ m+l . In Abbildung 1 sind je 10 B-Splines vom Grad l = 1, l = 2 und l = 3 zu ¨ aquidistanten Knoten dargestellt. In der Regel legt man die B-Spline-Basis vom Grad l = 3 zu Grunde um damit eine zweimal stetig differenzierbare Funktion zu erhalten.
23 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 305).
3 Nichtparametrische Regression
Abbildung 1: B-Splines vom Grad l=1 (links oben), l=2 (rechts oben) und l=3 (links
unten) mit ¨ aquidistanten Knoten auf dem Intervall [0,1000]
Wie bei der Basis der trunkierten Potenzen erh¨ alt man auch hier wieder ein lineares Modell f¨ ur Y , n¨ amlich
y = Xγ + ǫ,
mit
′ . und dem Parametervektor γ = (γ 1 , ..., γ m+l−1 )
Benutzt man zur Sch¨ atzung der Funktion f Polynom-Splines, egal ob man die Basis der trunkierten Potenzen oder die B-Splines zugrundelegt, erh¨ alt man also ein lineares Modell f¨ ur Y und kann somit den Parametervektor γ wieder einfach mit der Methode
3 Nichtparametrische Regression
der Kleinsten-Quadrate sch¨ atzen, womit man den KQ-Sch¨ atzer
−1 X ′ X) ′ y ˆ γ = (X
2 besitzen, folgt f¨ ur die Kovarianz des erh¨ alt. Da nach (25) alle y t die selbe Varianz σ KQ-Sch¨ atzers
2 (X −1 X −1 = σ 2 (X −1 . ′ X) ′ X(X ′ X) ′ X) cov(ˆ γ) = σ (30)
Als Sch¨ atzer der unbekannten Funktion bekommt man
mit der Gl¨ attungsmatrix (auch Smoother-Matrix genannt)
−1 X ′ X) ′ . S = X(X
Die Sch¨ atzung durch Polynom-Splines ist also relativ einfach, allerdings st¨ oßt man hierbei auf die Frage, wie viele Knoten man verwenden sollte. Verwendet man sehr viele Knoten, erh¨ alt man zwar eine gute Anpassung der gesch¨ atzten Funktion an die Daten, allerdings ist diese sehr rau. Man nennt diesen Effekt Overfitting. Benutzt man andererseits sehr wenige Knoten, ergibt sich eine sehr glatte Sch¨ atzung, die jedoch weniger gut zu den Daten passt. Diesem Problem kann man zum Beispiel mit Penalisierungsans¨ atzen begegnen, die im folgenden Abschnitt erkl¨ art werden sollen.
3.1.2 Penalisierte Splines
Penalisierte Splines (kurz P-Splines) sind ein wichtiges Hilfsmittel, um einen Kompromiss zwischen Datentreue und Glattheit zu erreichen. Man geht hierbei so vor, dass man zun¨ achst eine relativ große Anzahl an Knoten definiert, um eine ausreichende Flexibilit¨ at der Sch¨ atzung zu gew¨ ahrleisten, und dann einen Strafterm einf¨ uhrt, der eine zu große Variabilit¨ at der gesch¨ atzten Funktion bestraft.
3 Nichtparametrische Regression
Penalisierung f¨ ur trunkierte Potenzen
Hat man bei der Sch¨ atzung eine Basis der trunkierten Potenzen von Grad l zu Grunde ge- 2 l legt, so werden Abweichungen von dem Polynom l-ten Grades γ 1 +γ 2 x t +γ 3 x t +...+γ l+1 x
t
24 Der Penalisierungsterm ist also die Summe der quadrierten Abweichungen der bestraft. l l Koeffizienten der trunkierten Potenzen (x t − κ 2 ) + , ..., (x t − κ m−1 ) + von Null und lautet somit:
m+l−1
mit der Diagonalmatrix
K
=
diag(
0,
...,
0
,
1,
...,
1 ),
(l+1)−mal (m−2)−mal
die als Strafmatrix bezeichnet wird.
Penalisierung f¨ ur B-Splines
Hat man die B-Spline-Basis zu Grunde gelegt, so kann die Penalisierung auf unterschiedliche Weise erfolgen. Da man ja die Rauheit der Funktion bestrafen m¨ ochte, bietet sich als erste M¨ oglichkeit an, einen Strafterm aus der zweiten Ableitung zu bilden, da diese ein Maß f¨ ur die Kr¨ ummung ist. Man kann also
′′ (x)) 2 dx P en(γ) = (f (32)
als Penalisierungsterm benutzen. Dies l¨ asst sich umformen zu
24 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 307f).
3 Nichtparametrische Regression
Die Eintr¨ age der Strafmatrix K werden hier also aus den zweiten Ableitungen der B- 25 Spline-Funktionen gebildet.
Eine zweite Penalisierungsm¨ oglichkeit ergibt sich durch folgende ¨ Uberlegungen: Legt
man die B-Spline-Basis zu Grunde, so hat man eine glatte Sch¨ atzung, falls benachbarte Koeffizienten in ihrer Gr¨ oße wenig voneinander abweichen. Damit ergibt sich als zweite M¨ oglichkeit der Penalisierung die Abweichungen benachbarter Koeffizienten zu bestrafen. Dies geschieht indem man die quadrierten ersten oder zweiten Differenzen 26 aufsummiert, womit der entsprechende Penalisierungsterm wie folgt lautet:
mit
1 γ j − ∆ 1 γ j−1 = γ j − 2γ j−1 + γ j−2 .
Setzt man k = 1, so werden also Differenzen erster Ordnung bestraft, w¨ ahrend dies f¨ ur k = 2 f¨ ur Differenzen zweiter Ordnung geschieht. F¨ ur k = 1 l¨ asst sich Gleichung (34) umformen zu
mit den Bandmatrizen
0 · · · 0 −1 1
25 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 313f).
26 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 310).
3 Nichtparametrische Regression
wobei die Differenzenmatrix D 1 eine Matrix der Dimension ((m + l − 2) × (m + l − 1)) ist und damit K 1 eine ((m + l − 1) × (m + l − 1))-Matrix ist. Eine ¨ aquivalente Umformung f¨ ur k = 2 ergibt:
mit
D 2 =
0 · · · 0 1 −2 1
Die Matrix der zweiten Differenzen D 2 besitzt hier die Dimension ((m+l−3)×(m+l−1)) und somit ist K 2 eine ((m + l − 1) × (m + l − 1))-Matrix.
Wie eben gezeigt wurde, l¨ asst sich der Penalisierungsterm sowohl bei der Basis der ′ Kγ darstellen. Nachdem trunkierten Potenzen als auch bei den B-Splines in der Form γ
man nun diese Strafterme eingef¨ uhrt hat, sch¨ atzt man γ nicht mehr wie im vorherigen Abschnitt mit Hilfe der KQ-Methode, sondern durch die sogenannte penalisierte KQ-Methode, die zus¨ atzlich den Penalisierungsterm ber¨ ucksichtigt. Anstelle der ¨ ublichen Residuenquadratsumme ′ (y − Xγ) S(γ) = (y − Xγ) (35)
wird nun die um den Penalisierungsterm erweiterte Residuenquadratsumme
′ (y − Xγ) + λγ ′ Kγ P S(γ, λ) = (y − Xγ) (36)
27 Der Parameter λ, der nur positive Werte oder Null annehmen darf, nach γ minimiert.
wird Gl¨ attungsparameter genannt. Er steuert den Kompromiss zwischen Datentreue und
27 Vgl. Fahrmeir et al. (2007, S. 313).
3 Nichtparametrische Regression
Glattheit. Wenn λ gleich Null ist, erh¨ alt man das gew¨ ohnliche KQ-Kriterium, das heißt es findet keine Penalisierung statt, so dass man eine sehr raue Sch¨ atzung der Funktion erh¨ alt. Ist λ dagegen sehr groß, wird die Variabilit¨ at der Sch¨ atzung stark bestraft, so dass man im Extremfall λ → ∞ als Funktionssch¨ atzung eine Gerade erh¨ alt. Die penalisierte Residuenquadratsumme aus Gleichung (36) l¨ asst sich umformen zu
Durch Ableiten dieser Gleichung nach γ und Nullsetzten erh¨ alt man den penalisierten KQ-Sch¨ atzer −1 X ′ X + λK) ′ y, ˆ γ = (X (37)
mit der Kovarianzmatrix
2 (X −1 X −1 . ′ X + λK) ′ X(X ′ X + λK) cov(ˆ γ) = σ (38)
Damit ergibt sich als Funktionssch¨ atzung
mit der Gl¨ attungsmatrix −1 X ′ X + λK) ′ . S = X(X
Exkurs: Vergleich des penalisierten KQ-Sch¨ atzers mit dem Ridge-Sch¨ atzer und dem bedingten KQ-Sch¨ atzer
Nun soll der Sch¨ atzer (37) genauer betrachtet werden. Vergleicht man ihn mit dem Ridge-Sch¨ atzer oder mit dem bedingten KQ-Sch¨ atzer, die beide Anwendung in linearen Regressionsmodellen finden, so f¨ allt eine starke ¨ Ahnlichkeit der Gestalt des penalisierten KQ-Sch¨ atzers mit diesen Sch¨ atzern auf.
3 Nichtparametrische Regression
Der Ridge-Sch¨ atzer mit k > 0 wird benutzt, um Multikollinearit¨ at zu ¨ uberwinden. Hierbei unterscheidet man
zwischen extremer und schwacher Multikollinearit¨ at. Extreme Multikollinearit¨ at bedeutet eine exakte lineare Abh¨ angigkeit zwischen zwei oder mehr Spalten der Designmatrix ′ X nicht mehr invertierbar ist 29 Damit besitzt X nicht mehr vollen Rang, so dass X.
und damit der gew¨ ohnliche KQ-Sch¨ atzer (13) nicht mehr berechnet werden kann. Diese Form der Multikollinearit¨ at kommt in der Praxis allerdings eher selten vor im Gegensatz zur schwachen Multikollinearit¨ at. Hier liegt nur eine n¨ aherungsweise lineare Abh¨ angigkeit zwischen Spalten von X vor. Damit besitzt X noch vollen Rang und man kann die KQ-Sch¨ atzung (13) berechnen. Jedoch ergeben sich dadurch sehr kleine Werte f¨ ur
−1 von ˆ ′ X) 2 (X σ
Komponenten ˆ
30 Bei der Ridge-Sch¨ atzung wird die Konstante k zur Varianzstabilisierung auf jedes den.
′ X addiert. Damit ergibt sich als Kovarianzmatrix der der Diagonalelemente von X Ridge-Sch¨ atzung
Ridge ) = σ cov( ˆ ′ X + kI) ′ X(X ′ X + kI) 2 (X −1 X −1 . β
Vergleicht man diese mit der Kovarianzmatrix der ¨ ublichen KQ-Sch¨ atzung
cov( ˆ ′ X) ′ X) ′ X(X ′ X) 2 (X −1 = σ 2 (X −1 X −1 , β) = σ
Ridge ) ≤ cov( ˆ so erkennt man, dass gilt cov( ˆ ′ X + kI) ′ X) 31 , denn (X −1 ≤ (X −1 . β β)
Das heißt, die Diagonalelemente der Kovarianzmatrix der Ridge-Sch¨ atzung und damit die Varianz der einzelnen Komponenten β 0 , β 1 , ..., β K sind kleiner als bei der ¨ ublichen
KQ-Sch¨ atzung. Allerdings ist der Ridge-Sch¨ atzer nun offensichtlich nicht mehr erwartungstreu. Es wird hier also eine Verzerrung in Kauf genommen, um insgesamt den
28 Vgl. Toutenburg (2003, S. 179).
29 Vgl. Toutenburg (2003, S. 113).
30 Vgl. Toutenburg (2003, S. 114).
31 ≤ gilt hierbei nach der L¨ owner-Ordnung, nach der man zwei symmetrische nichtnegativ definite
(n × n)-Matrizen A und B vergleichen kann, wobei A ≤ B gilt, falls B − A nichtnegativ definit
′ (B − A)v ≥ 0 f¨ ur alle Vektoren v ∈ R ist, das heißt v n (vgl. Schmidt / Trenkler (1998, S. 82ff)).
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Birgit Scheitler, 2008, Untersuchung von Renditeanomalien mit Hilfe flexibler Regressionsmodelle, München, GRIN Verlag GmbH
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