Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2 Grundlagen des Zielkostenmanagements 2
2.1 Definition des Target Costing 3
2.2 Der Target Costing Prozess 4
2.2.1 Zielkostenfindung 4
2.2.2 Zielkostenspaltung 6
2.2.3 Zielkostenerreichung 8
3 Marktorientiertes Zielkostenmanagement in indirekten Bereichen 9
3.1 Grundlagen und Abgrenzung 10
3.2 Zielkostenfindung 12
3.2.1 Einbindung der Gemeinkosten in der Retrograden Kalkulation 12
3.2.2 Bestimmung der Zielgemeinkosten 15
3.3 Zielkostenspaltung 17
3.3.1 Einbezug der Gemeinkosten in die Zielkostenspaltung 17
3.3.2 Probleme bei der Zielkostenspaltung 18
I
3.4 Zielkostenmanagement und Prozesskostenrechnung 21
3.4.1 Einsatz der Prozesskostenrechnung im Rahmen des 21
Zielkostenmanagements 21
3.4.2 Strategische Kalkulation der Produktstandardkosten 29
3.4.3 Zusammenspiel in Bezug auf Produktgrundsatzentscheidungen 30
3.4.4 Zusammenwirken bei der Erreichung der Zielkosten 32
3.4.5 Kritische Würdigung 32
3.5 Benchmarking 34
3.5.1 Definition 34
3.5.2 Benchmarking zur Unterstützung des Target Costing 34
4 Geschäftsprozessmanagement in indirekten Bereichen 39
4.1 Definition und Grundlagen 39
4.2 Strategisches vs. operatives Geschäftsprozessmanagement 41
4.3 Geschäftsprozessoptimierung 43
4.4 Instrumente zur Zielkostenerreichung mittels
Geschäftsprozessmanagementaktivitäten 44
4.4.1 Allgemeine Instrumente 44
4.4.1.1 Simultaneous Engineering 44
4.4.1.2 Kaizen/KVP 46
4.4.2 Ausgewählte spezifische Instrumente zur Optimierung der
Gemeinkostenbereiche 49
4.4.2.1 Integratives Zuliefermanagement 49
4.4.2.2 Gemeinkostenwertanalyse 52
4.4.2.3 Zero Base Budgeting 54
5 Fazit 58
Literaturverzeichnis 61
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Target Costing im Überblick
Abbildung 2 : Zielkostenfindung mittels der Market into Company Methode
Abbildung 3 : Zusammenwirken der Teilsysteme des marktorientierten
Abbildung 4 : Anwendungsbereich und Regeln zur Verrechnung der
Prozesskosten auf die Kostenträger
Abbildung 5 : Bestimmung der direkten Produktzielkosten
Abbildung 6 : Traditionelle Cost-Plus Kalkulation vs. Retrograde Kalkulation
Abbildung 7 : Einsatzbereiche der Ansätze und Methoden zur Bestimmung von
Zielgemeinkosten
Abbildung 8 : Einbezug der Kosten in die Zielkostenspaltung
Abbildung 9 : Allokationseffekt
Abbildung 10 : Komplexitätseffekt
Abbildung 11 : Degressionseffekt
Abbildung 12 : Dekompositionelle Sichtweise vs. kompositionelle Sichtweise
Abbildung 13 : Zusammenhang zwischen Target Costing
Abbildung 14 : Verrechnung der Kostenteile
Abbildung 15 : Systematisierung des Benchmarking
Abbildung 16 : Product-Reverse Engineering Hinweise für das Target Costing
Abbildung 17 : Prozess-Benchmarking
Abbildung 18 : Anknüpfungspunkte des Geschäftsprozessmanagements
Abbildung 19 : Zusammenspiel zwischen strategischen und operativen
Abbildung 20 : Zusammenspiel zwischen internen/externen Lieferanten und
internen/externen Kunden im Geschäftsprozessmanagement
Abbildung 21 : Zulieferintegration beim Target Costing
Abbildung 22 : Stufen und Phasen des Zero Base Budgeting
Abbildung 23 : Inhalte des Zero Base Budgeting
III
Abkürzungsverzeichnis
bspw. beispielsweise etc. et cetera F&E Forschung und Entwicklung KVP Kontinuierlicher Verbesserungsprozess OVA Overhead Value Analysis u.a. unter anderem vs. versus z. B. zum Beispiel ZBB Zero Base Budgeting
IV
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
In den letzten Jahren sind die Gemeinkosten der indirekten Bereiche sowohl absolut als auch relativ zu den Einzelkosten drastisch gestiegen. 1 Die Gründe für den Anstieg sind insbesondere die Bemühungen der Unternehmen um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Flexibilität der Fertigung, die Verkürzung der Produktlebenszyklen sowie die hohe Anzahl der Produkte und Produktvarianten. Folglich sind die vorbereitenden, planenden, steuernden und überwachenden Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung, Beschaffung und Logistik, Produktionsplanung und -steuerung, Qualitätssicherung und -prüfung sowie Auftragsabwicklung, Vertrieb und Service stark angestiegen. Aufgrund dieser Veränderungen in der betrieblichen Wertschöpfung haben sich die Kostenstrukturen in Richtung eines stark gewachsenen Gemeinkostenanteils verschoben. Die Gemeinkosten stellen demzufolge ein beachtliches Rationalisierungspotenzial dar. Allerdings kann dieses nur sehr schwer erschlossen werden, denn in den Unternehmensbereichen, in denen sehr hohe Gemeinkosten anfallen, liegen häufig keine besonders transparenten Kostenstrukturen vor. Desweiteren existieren häufig keine geeigneten Kostenrechnungssysteme, um diese Kostenstrukturen abbilden zu können. Eine verursachungsgerechte Zuordnung und Verrechnung der Gemeinkosten der indirekten Bereiche auf die Produkte wird demzufolge erheblich erschwert, damit steigt die Gefahr von Fehlentscheidungen in der „Produkt- und Preispolitik.“
Aufgrund der Verschiebung der Kostenstrukturen ist die Notwendigkeit, die Gemeinkosten im Rahmen des Zielkostenmanagements bzw. Target Costing 2 zu berücksichtigen, erheblich gestiegen. Um ein umfassendes marktorientiertes Zielkostenmanagement in der gesamten Prozesskette zu verwirklichen, müssen auch die indirekten Bereiche in den Target Costing Prozess integriert werden.
1 Vgl. Dollmayer: Target Costing. Modernes Zielkostenmanagement in Theorie und Praxis, 2003, S. 66 und im Weiteren
2 Im Folgenden werden die Begriffe „Target Costing“ und „Zielkostenmanagement“ synonym verwendet.
1
1.2 Zielsetzung
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Notwendigkeit aufzuzeigen auch die Kosten der indirekten Bereiche im Rahmen des Zielkostenmanagements zu erfassen, zu planen, zu steuern, zu kontrollieren als auch den Produkten zu zurechnen. Im Weiteren sollen die dafür geeigneten Verfahren und Instrumente erläutert und ihre Eignung für das Zielkostenmanagement analysiert werden.
1.3 Aufbau der Arbeit
Zu Beginn dieser Arbeit werden zunächst die Grundlagen des Zielkostenmanagements erläutert; zum einen wird der Begriff des Target Costing definiert und zum anderen wird der Ablauf des Target Costing Prozesses dargestellt. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Problemen, die sich auf Grund der den Produkten nicht direkt zurechenbaren Gemeinkosten ergeben. Hierbei wird zunächst einmal betrachtet, welche Gemeinkosten eingebunden werden. Im Weiteren Verlauf wird auf die Zielkostenspaltung im Rahmen des Zielkostenmanagements für indirekte Bereiche eingegangen. Abschließend werden in diesem Kapitel die Prozesskostenrechnung und das Benchmarking ausgeführt. Sie werden auf die Einsatzmöglichkeiten innerhalb des Zielkostenmanagements für indirekte Bereiche überprüft. Weiterhin wird im vierten Kapitel auf das Management von Prozessen zurückgegriffen. Dabei werden verschiedene Methoden und Instrumente vorgestellt, die Wege zur Zielkostenerreichung aufzeigen. Das Fazit stellt den Abschluss dieser Arbeit dar.
2 Grundlagen des Zielkostenmanagements
In diesem Abschnitt wird zunächst der Begriff des Target Costing bzw. Zielkostenmanagements definiert. Im Weiteren wird der Target Costing Prozess erläutert, der durch mehrere Phasen geprägt ist. Jedoch wird auf die detaillierte Darstellung der einzelnen Phasen im Rahmen dieser Arbeit verzichtet.
2
2.1 Definition des Target Costing
Zielkostenmanagement oder Target Costing sind Begriffe für ein Verfahren, welches ursprünglich aus Japan stammt und seit den 90er Jahren auch in Deutsch-land weit verbreitet ist. 3
Das Zielkostenmanagement ist ein spezifisches, bereits in der Entwicklungsphase von neuen Produkten und Leistungen einsetzbares Verfahren zur Generierung von langfristigen Kostenzielen unter Berücksichtigung der Markterfordernisse. 4
Im Vergleich zu den traditionellen Systemen lautet die Frage beim Target Costing „Was darf ein Produkt kosten?“ statt „Was wird ein Produkt kosten?“ 5 . Über diese Fragestellung erfolgt die Zielvorgabe ausgerichtet an den Bedürfnissen und Wünschen der Konsumenten unter Berücksichtigung von Konkurrenzinformationen. 6
Ziel des Target Costing ist es, das zu entwickelnde Produkt so zu gestalten, dass die geforderte Mindestrendite für den gesamten Lebenszyklus realisiert werden kann. 7
Ausgangspunkt des Target Costing ist ein für die Vermarktungsphase gesetzter Marktpreis, der aus Kundensicht annehmbar erscheint und mit der der gewünschte Marktanteil erreicht werden kann. Der Prozess des Target Costing kann in drei Phasen unterteilt werden: 8 x Zielkostenfindung, x Zielkostenspaltung und x Zielkostenrealisierung.
3 Vgl. Riegler: Zielkosten. In: Fischer (Hrsg.): Kostencontrolling. Neue Methoden und Inhalte, 2000, S. 259
4 Vgl. Riegler: Zielkosten. In: Fischer (Hrsg.): Kostencontrolling. Neue Methoden und Inhalte, 2000, S. 239 5 Vgl. Joos-Sachse: Controlling, Kostenrechnung und Kostenmanagement, 2006, S. 298
6 Vgl. Fischer: Kostencontrolling. Neue Methoden und Inhalte, 2000, S. 239
7 Vgl. Baum, Coenenberg, Günther: Strategisches Controlling, 2004, S.129
8 Vgl. Brokemper: Strategieorientiertes Kostenmanagement, 1998, S. 41
3
Die nachstehende Abbildung zeigt die drei Phasen des Target Costing Prozesses im Überblick.
2.2 Der Target Costing Prozess
2.2.1 Zielkostenfindung
Bei der Festlegung der Zielkosten unterscheidet man fünf verschiedene Methoden, mit deren Hilfe die Zielkosten (Target Costs) ermittelt werden können. 10
Folgende Verfahren werden in der Literatur genannt:
x Out of Company
x Out of Standard Costs x Into and out of Company x Out of Competitor x Market into Company 11
9 In Anlehnung an Dollmayer: Target Costing. Modernes Zielkostenmanagement in Theorie und Praxis, 2003, S. 9
10 Vgl. Seidenschwarz: Target Costing. Marktorientiertes Zielkostenmanagement, 1993, S. 116
11 Im Weiteren Verlauf der Arbeit wird nur die Market into Company Methode erläutert, da diese für die weiteren Kapitel relevant ist.
4
Die Market into Company Methode stellt die Reinform des Zielkostenmanage-ments dar. 12 Hierbei werden durch Subtraktion des geplanten Gewinns (Target
Profit) von dem ermittelten Marktpreis (Target Price) die vom Markt erlaubten
Kosten (Allowable Costs) berechnet. 13
Ausgangspunkt der Zielkostenfindung ist der am Markt erzielbare Preis (Target
Price). Der am Markt erzielbare Preis ist derjenige, den der Kunde gerade noch
bereit ist zu bezahlen. 14 Der Target Price wird mittels verschiedener Instrumente
der Marktforschung und aufgrund von strategischen Überlegungen ermittelt. 15
Seitens der Marktforschung steht zur Analyse der Preisbereitschaft, der Kunden-
anforderungen und der Markt- und Wettbewerbssituation zu einem die in Japan
praktizierte „Hand-am-Markt-Forschung“ zur Verfügung. 16 Zum anderen eigenen
sich als Marktforschungsinstrumente z. B. die Conjoint-Analyse, Marktstudien
sowie Kundenbesuche. 17
Wie oben bereits erwähnt erfolgt die Festlegung des Zielpreises auch unter Be-rücksichtigung strategischer Überlegungen und verschiedenster Einflussfaktoren
auf die Marktpreisbildung wie z. B. das Konkurrenzverhalten und das Käuferver-
halten. 18
Um den Kostenreduktionsbedarf festzustellen, werden die Allowable Costs mit
den Drifting Costs (prognostizierte Plankosten) 19 verglichen. 20
Ist diese Phase der Zielkostenfindung abgeschlossen, können nun die Zielkosten
für das Gesamtprodukt bestimmt werden.
12 Vgl. Seidenschwarz: Target Costing. Marktorientiertes Zielkostenmanagement, 1993, S. 116
13 Vgl. Horváth, Seidenschwarz: Zielkostenmanagement. In: Controlling, 4. Jg., Heft 3, 1992, S. 144 ff.
14 Vgl. Horváth, Niemand, Wolbold: State of the Art. In: Horváth (Hrsg.): Target Costing. Markt-orientierte Zielkosten in der deutschen Praxis, 1993, S. 10
15 Vgl. Horváth, Seidenschwarz: Zielkostenmanagement. In: Controlling, 4. Jg., Heft 3, 1992, S.
144 ff.
16 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein
Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 38
17 Vgl. Jakob: Target Costing im Anlagenbau. Das Beispiel der LTG Lufttechnische GmbH. In:
Horváth (Hrsg.): Target Costing. Marktorientierte Zielkosten in der deutschen Praxis, 1993, S. 166
18 Vgl. Buggert, Wielpütz: Target Costing. Grundlagen und Umsetzung des Zielkostenmanage-
ments, 1995, S. 66
19 Die Drifting Costs werden in den frühen Phasen z. B. durch Kostenschätzungen auf der Basis von Vorgängerprodukten oder ähnlichen Produkten ermittelt.
20 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein
Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 40
5
Abschließend wird anhand der nachstehenden Abbildung die Phase der Zielkostenfindung dargestellt.
Abbildung 2: Zielkostenfindung mittels der Market into Company Methode 21
2.2.2 Zielkostenspaltung
Die, durch eines der in Kapitel 2.2.1 genannten Verfahren festgelegten, Zielkosten für das Gesamtprodukt sind jedoch zu aggregiert, sodass sich kein sinnvolles Kostenmanagement realisieren ließe. 22
Es gilt nun, die produktbezogenen Gesamtzielkosten auf die vom Erzeugnis zu erfüllenden Funktionen und seine Komponenten und Teile herunterzubrechen, um für alle Unternehmensebenen zum Zwecke der Planung, Kontrolle und Steuerung operable Kostenvorgaben zu generieren. 23 Dies dient der Identifikation von Maßnahmen zur Schließung der Lücke zwischen den vom Markt erlaubten Kosten und den Drifting Costs. 24 Der Grundgedanke der Zielkostenspaltung ist es, durch eine optimale Allokation der Ressourcen zu erreichen, dass die mit diesen Ressourcen erreichbaren Produktfunktionen den vom Kunden gewünschten
21 In Anlehnung an Dinger: Target Costing in der Produktentwicklung, 2001, S. 10
22 Vgl. Niemand: Target Costing für industrielle Dienstleistungen, 1996, S. 61
23 Vgl. Dollmayer: Target Costing. Modernes Zielkostenmanagement in Theorie und Praxis, 2003, S. 32 f.
24 Vgl. Horváth, Niemand, Wolbold: Target Costing. State of the Art. In: Horváth (Hrsg.): Target Costing. Marktorientierte Zielkosten in der deutschen Praxis, 1993, S. 13
6
Produktwertrelationen entsprechen. 25 Die Komponentenkosten sollen sich zu den
Gesamtkosten genau so verhalten, wie der Nutzenbeitrag der Komponenten zum
Gesamtnutzen des Produkts. 26 Neben die zentrale Fragestellung der Zielkosten-
findung „Was darf ein Produkt kosten?“ tritt in der Phase der Zielkostenspal-tung die Frage „Was muss ein Produkt können?".
Grundsätzlich lassen sich zwei Methoden unterscheiden, mit deren Hilfe die Ziel-
kostenspaltung durchgeführt werden kann: 27
x Komponentenmethode
x Funktionsbereichsmethode 28
Die zuerst erwähnte Methode verteilt die Zielkosten direkt auf die einzelnen Bau-gruppen und Teile eines neuen Produkts. Diese Methode eignet sich am besten
für solche Produkte, deren Innovationsgrad gering ist und bei denen auf Kosten-
werte von Vorgängerprodukten zurückgegriffen werden kann. 29
Bei der Funktionsbereichsmethode hingegen werden die Zielkosten, ausgehend
von den gewichteten Kundenanforderungen, zunächst auf Produktfunktionen und
dann auf Produktkomponenten gespalten. 30 Dieser Schritt wird mit Hilfe der Ziel-
kostenmatrix erreicht. 31 In dieser Matrix wird ein Zusammenhang zwischen den
vom Markt geforderten Funktionen und den Produktkomponenten hergestellt, die
zur Erfüllung der Funktionen beitragen. Die Ergebnisse der Kostenspaltung kön-nen mittels eines Zielkostenkontrolldiagramms dargestellt werden. Das Zielkos-tenkontrolldiagramm gibt Hinweise auf Optimierungsüberlegungen der einzelnen
Komponenten und bildet somit den Übergang zur Zielkostenerreichung. 32
25 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein
Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 41
26 Vgl. Buggert, Wielpütz: Target Costing. Grundlagen und Umsetzung des Zielkostenmanage-
ments, 1995, S. 89 f. und im Weiteren
27 Vgl. hierzu u.a. Buggert, Wielpütz: Target Costing. Grundlagen und Umsetzung des Zielkos-
tenmanagements, 1995, S. 90, Horváth, Niemand, Wolbold: Target Costing. State of the Art. In: Horváth (Hrsg.): Target Costing. Marktorientierte Zielkosten in der deutschen Praxis, 1993, S. 13
28 Im Folgenden werden die Begriffe „Funktionsbereichsmethode“ und „Funktionskostenmethode“
synonym verwendet.
29 Vgl. Buggert, Wielpütz: Target Costing. Grundlagen und Umsetzung des Zielkostenmanage-
ments, 1995, S. 90
30 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein
Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 41
31 Vgl. Horváth, Niemand, Wolbold: Target Costing. State of the Art. In: Horváth (Hrsg.): Target
Costing. Marktorientierte Zielkosten in der deutschen Praxis, 1993, S. 13 und im Weiteren
32 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein
Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 43
7
Die Vorgehensweise bei dieser Methode entspricht einer produktfunktionalen
Budgetierung, da der Steuerungsmechanismus auf die Wertrelationen der vom
Kunden gewünschten Produktfunktionen abzielt. 33
Da diese Methode sich konsequent an den Anforderungen des Marktes orientiert,
kann diese als Basismechanismus der Zielkostenspaltung angesehen werden. 34
2.2.3 Zielkostenerreichung
Sind die Zielkosten für die einzelnen Komponenten vereinbart worden, muss nun
ein Produktkonzept entwickelt werden, welches sowohl die Zielkosten erreicht,
als auch den Kundenanforderungen entspricht. 35 Dieser Prozess der Zielkosten-
erreichung wird mittels verschiedener Methoden durchgeführt (z. B. Benchmar-king, Prozesskostenrechnung 36 ), die Kostensenkungspotenziale aufdecken und
Wege zur Umsetzung dieser Potenziale in Konstruktionsalternativen aufzeigen. 37
Die Entwicklungsarbeit ist abgeschlossen zum einen, wenn die Zielkosten er-reicht sind oder zum anderen diese unterschritten werden. 38 Liegen die Produkt-
kosten jedoch über den Zielkosten, so ist der Produktentwurf zu überarbeiten, um
mögliche Kostensenkungspotenziale zu identifizieren.
33 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein
Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 41
34 Vgl. Horváth, Seidenschwarz: Zielkostenmanagement. In: Controlling, 4. Jg., Heft 3, 1992, S.
145
35 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein
Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 43
36 In den nächsten Abschnitten wird auf diese und weitere Instrumente näher eingegangen, da
diese relevant für die Gemeinkostenplanung sind.
37 Vgl. hierzu u.a. Horváth, Niemand, Wolbold: Target Costing. State of the Art. In: Horváth
(Hrsg.): Target Costing. Marktorientierte Zielkosten in der deutschen Praxis, 1993, S. 13, Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 44
38 Vgl. Riegler: Zielkosten. In: Fischer (Hrsg.): Kostencontrolling. Neue Methoden und Inhalte,
2000, S. 250 f. und im Weiteren
8
3 Marktorientiertes Zielkostenmanagement in indirekten Bereichen
Im vorangegangen Kapitel wurden die Grundlagen und der Ablauf des Zielkostenmanagements erläutert. Im Folgenden wird nun auf die Probleme und Schwierigkeiten eingegangen, die sich aufgrund der Zuordnung der Gemeinkosten ohne direkten Produktbezug ergeben. Zunächst wird die Retrograde Kalkulation erläutert. Im weiteren Verlauf wird auf die Bestimmung der Zielgemeinkosten sowie auf die Einbindung der Gemeinkosten in die Phase der Zielkostenspaltung und welche Probleme sich hierbei ergeben, eingegangen. Abschließend werden die Prozesskostenrechnung und das Benchmarking auf ihre Einsatzmöglichkeit im Rahmen des Zielkostenmanagements überprüft.
Die nachfolgende Abbildung soll als Einführung in die folgenden Kapitel dienen. Auf die jeweiligen Punkte wird im Einzelnen im weiteren Verlauf der Arbeit eingegangen.
Abbildung 3: Zusammenwirken der Teilsysteme des marktorientierten Kostenmanagements 39
39 In Anlehnung an Seidenschwarz: Nie wieder zu teuer. 10 Schritte zum Marktorientierten Kostenmanagement, 1997, S. 8
9
3.1 Grundlagen und Abgrenzung
Da es sich beim Target Costing um einen Vollkostenansatz handelt, müssen auch die Gemeinkosten ohne direkten Produktbezug den Produkten anteilig zugerechnet werden. 40 Um die vom Markt geforderten Zielkosten zu erreichen, ist es daher notwendig, die Prozesse der gesamten Wertkette zu beherrschen. 41
Der japanische Ansatz berücksichtigt nur die direkten Kosten, d.h. die Material-und Fertigungseinzelkosten und teilweise die fertigungsnahen Gemeinkosten. 42 Die übrigen Gemeinkosten finden keine Berücksichtigung in diesem Verfahren. 43 Die nicht berücksichtigten Gemeinkosten werden den Produkteinheiten nach Kostenanlastungsprinzipien, nicht nach kunden- oder marktorientierten Prinzipien, zugeordnet. Beim ursprünglichen Target Costing Ansatz finden die Gemeinkosten im Rahmen der Marge Berücksichtigung, die en bloc von den Zielgesamtkosten abgezogen werden. 44 Durch die Orientierung an Vergangenheitswerten werden die Gemeinkosten grob geschätzt. Auf eine detailierte Aufschlüsselung dieser Gemeinkosten wird verzichtet. Der Aspekt der Kostenkalkulation tritt dadurch eher in den Hintergrund.
Im deutschsprachigen Raum hingegen wird die Forderung nach Berücksichtigung der produktnahen Gemeinkosten, d.h. die, die über den Fertigungsbereich hinausgehen, immer stärker. 45 Jedoch wird den produktfernen Gemeinkosten, wie z. B. Unternehmensleitung, Controlling, etc. eher weniger Aufmerksamkeit geschenkt. 46
Im Rahmen dieser Arbeit wird folgende Abgrenzung und Definition der Gemeinkosten zugrunde gelegt. Unter Berücksichtigung der Gemeinkosten der indirekten Bereiche, werden diese differenziert in produktnahe und produktferne Gemeinkosten, sowie in produktnahe und produktferne Prozesse unterschieden.
40 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 94
41 Seidenschwarz: Das Controlling der Markt-und Prozesskette. In: Horváth (Hrsg.): Kunden und Prozesse im Fokus. Controlling und Reengineering, 1994, S. 170
42 Vgl. Sakurai: Integratives Kostenmanagement. Stand und Entwicklungstendenzen des Controlling in Japan, 1997, S. 63
43 Vgl. Franz: Target Costing. Konzept und kritische Bereiche. In: Controlling, 5. Jg., Heft 3, 1993, S. 126 und im Weiteren
44 Vgl. Binder: Target Costing. Eine praktische Anwendung in der Produktentwicklung, 2001, S. 87 und im Weiteren
45 Vgl. Franz: Moderne Methoden der Kostenbeeinflussung. In: Männel (Hrsg.): Handbuch Kostenrechnung, 1992, S. 149
46 Vgl. Sauter: Marktorientierte Steuerung der Gemeinkosten im Rahmen des Target Costing. Ein Konzept zur Integration von Target Costing und Prozesskostenmanagement, 2002, S. 95
10
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