Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definitionen 3
2.1. Vorurteil 3
2.2. Stereotyp 4
2.3. Kategorie 5
3. Abgrenzung der Ingroup von der Outgroup 6
4. Ursachen von Vorurteilen 6
4.1. Missverständnisse 6
4.2. Prozess der sozialen Kategorisierung 7
4.3. Intergruppenangst 7
4.4. Sündenbocktheorie 8
4.5. Ansatz der Sozialisationstheorie. 9
5. Vermittlung von Vorurteilen 9
5.1. Die Rolle der Eltern 9
5.2. Die Rolle der Medien S.10
5.2.1. Kollektivsymbole S.10
6. Reaktionen zum Abbau von Vorurteilen S.11
7. Schlussbetrachtung S.12
8. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Wieso glauben einige, dass in Polen die organisierte Kriminalität und Autodiebstahl ein Bestandteil des Alltags sind und andere dass Italiener sich nur laut artikulieren können? Warum besitzen viele eine grundlegende Abneigung gegen Beamte? Wie kommt es, dass Blondinen als dumm und einfältig angesehen werden? Und wieso wird behauptet dass Frauen nicht einparken und Männer nicht zuhören können? Vorurteile und Stereotypen gelten als allgemein gültig und sind in allen Schichten und Gruppierungen vertreten. Sie stellen Brillen mit verschiedenartigen Stärken und Tönungen dar, durch die wir uns gegenseitig begutachten. Vorurteile können unter anderem Interessenkonflikte und Konkurrenzbeziehungen verursachen. Außerdem beeinflussen Vorurteile unser tägliches Handeln, wenn auch meist unbewusst. Jeder verfügt über sie, jeder steckt andere in eine Schublade.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich genau mit dieser Problematik. Zur Einführung werden die Schlüsselwörter Vorurteil, Stereotyp und Kategorie definiert. Der darauf folgende Teil befasst sich mit der Abgrenzung der Eigengruppe von der Fremdgruppe. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird auf die Ursachen und Vermittlung von Vorurteilen eingegangen. Schließlich werden mögliche Reaktionen aufgezeigt, die zum Abbau von Vorurteilen geeignet sind.
2. Definitionen
Im folgenden Abschnitt werden die Begriffe Vorurteil, Stereotyp und Kategorie genauer erläutert, um einen ersten thematischen Einblick zu geben. Ein weiterer Grund ist, dass Stereotyp und Vorurteil häufig als synonym benutzt werden. Jedoch sollte man diese voneinander unterscheiden, da „[i]m Begriff des Stereotyps [...] überwiegend auf kognitive Prozesse der Unterscheidung und Verallgemeinerung, im Begriff des Vorurteils [...] überwiegend auf affektive Prozesse der Abwertung“ (Schäfer 1988, S. 51) eingegangen wird.
2.1. Vorurteil
„Kein Vorurteil wäre bedenklicher als die Annahme, ohne Vorurteile leben zu können. Die schlechthin vorurteilsfreie Existenz ist nicht vollziehbar.“ (Bergler 1976, S. 7)
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Vorurteile charakterisieren eine „feindselige oder negative Einstellung gegenüber Menschen einer bestimmten Gruppe, die nur auf ihrer bloßen Mitgliedschaft in dieser Gruppe basiert“ (Aronson, Wilson, Akert 2004, S. 485). Diese Aussage bezieht sich nur auf die negativen Vorurteile und die unangenehmen Empfindungen in Bezug auf andere Personen. Allerdings sollte man beachten, dass Vorurteile nicht nur negativ sind, sondern auch positive Aspekte verfolgen können. Davon ausgehend beschreiben Vorurteile eine Voreingenommeneinheit, die sowohl Ablehnung als auch Zustimmung einbezieht (vgl. Güttler 2003, S. 112). Ein Vorurteil stellt die Verfestigung und Verkörperung von Stereotypen dar. Dafür genügt eine „minimale Information [...], um zu einem mindestens für die eigene Bezugsgruppe sinnvollen und plausiblen, dabei aber ganzheitlichen Urteil zu gelangen“ (Bergler 1976, S. 56). Beispielsweise reichen Angaben über den Beruf oder das Aussehen, um sich ein Bild von einer Person zu machen. Die Funktionen von Vorurteilen ähneln denen von Stereotypen. Sie führen zu einer Reizreduktion, wodurch die unübersichtliche Vielfalt nach Ähnlichkeiten in Gruppen beziehungsweise Kategorien geordnet wird. Dies führt zu einer Verhaltenssicherheit, weil alles überschaubarer scheint. Sie machen deutlich und polarisieren konkrete Merkmale von Typologien. Vorurteile sind wertend und erzeugen somit Konflikte und Verurteilungen. Ebenso generalisieren Vorurteile durch vorschnelles Urteilen (vgl. Bergler 1976, S. 115-122). Der Ethnozentrismus stellt eine Form von Vorurteilen dar. Es sind die wahrgenommen Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen. So präsentieren sich einige Nationen als überlegen, andere werden hingegen als minderwertig vorgeführt. Zu diesem Thema äußerte sich Estel dementsprechend:
„Fremdgruppen sind Gegenstand negativer Meinungen und feindseliger Haltungen;
Wir-Gruppen dagegen sind Gegenstand positiver Urteile und einer unkritisch
verteidigenden Handlung. Zusätzlich herrscht die Auffassung, daß Fremdgruppen
den Wir- Gruppen in sozialer Hinsicht untergeordnet sein sollten“ (Estel 1983, S. 57).
2.2. Stereotyp
Ein Stereotyp kennzeichnet die „Generalisierung über eine Gruppe von Menschen, bei der man praktische allen Mitgliedern der Gruppe identische Eigenschaften zuschreibt, ohne Beachtung gegebener Variationen unter den Mitgliedern“ (Aronson, Wilson, Akert 2004, S. 486). Es ist zu berücksichtigen, dass Stereotypen nicht zwingend negative Komponenten beinhalten müssen. Sie bilden die kognitive
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Arbeit zitieren:
Sarah Diekow, 2009, Die Ursachen und Vermittlung von Vorurteilen, München, GRIN Verlag GmbH
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