Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
3
2. Strukturen und Funktionen der Berufsausbildung
S e i t e 4
2.1 Berufliche Erstausbildung in Deutschland
S e i t e 4
2.2 Das duale System
S e i t e 5
2.3 Die vollschulische Berufsausbildung
S e i t e 7
2.4 Die Übergangssysteme
S e i t e 9
3. Die Übergangsproblematik
S e i t e 1 0
3.1 Der Übergang von Schule zu Berufsausbildung
S e i t e 1 0
3.2 Der Übergang von Ausbildung zum Beruf
S e i t e 1
4. Probleme, Reformansätze und Perspektiven
S e i t e 1 2
Quellenverzeichnis
S e i t e 1 4
2
1. Einleitung
Im Rahmen dieser Arbeit soll ein Überblick über das deutsche System der Berufsausbildung erstellt werden, welches über Jahrzehnte den Nachwuchs für den „Exportweltmeister Deutschland“ gesichert hat, der weltweit für Innovation und hohe Qualität bekannt ist. Laszlo Alex schreibt in der Einleitung zu der von ihm verfassten Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB):
„Die Berufsausbildung ist ein wesentlicher, in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland ein eminent wichtiger Standortfaktor. Die internationalen Erfolge der deutschen Wirtschaft, der Glanz des „Made in Germany“ geht nicht zuletzt auf den hohen Stand der Qualifikation und die große der deutschen Facharbeiter und Fachangestellten zurück.“ (Alex, 1997, Seite 5)
Die steigenden Zahlen der Jugendlichen im sogenannten Übergangssystem und der Rückgang an betrieblichen Ausbildungsplätzen sorgt für Diskusionen über das System der Berufsausbildung. Man spricht von einem zunehmenden Mangel an Facharbeitern. Von einem perfekten System kann nicht die Rede sein.
Im ersten Teil der Arbeit wird die Frage beantwortet, welche verschiedenen Möglichkeiten der beruflichen Erstausbildung in Deutschland existieren und wie diese in welchem Zuständigkeitsbereich organisiert sind. Nicht behandelt wird die Beamtenausbildung an Verwaltungsschulen, die mit ihren praktischen Phasen eine Kombination von praktischer und schulischer Ausbildung darstellt, aber eine Spezialform ist, die nur geringe Anteile am gesamten Ausbildungsvolumen der Bundesrepublik hat. Im Zusammenhang der Ausbildungsformen wird das Übergangssystem betrachtet, welches in vielen Werken der Fachliteratur kritisiert wird. Dieses ist Teil der Übergangsproblematik, die im Anschluss in den zwei Übergangsschwellen von Schule zu Ausbildung und von Ausbildung zum Beruf beschrieben wird. Abschließend wird beispielhaft auf Probleme, Reformansätze und Perspektiven der Ausbildung, insbesondere im dualen System als Schwerpunkt deutscher Berufsausbildung, eigegangen. Zentrale Frage der Arbeit ist:
Wie ist die deutsche Berufsausbildung strukturiert und wo muss eine erfolgversprechende Reform des Systems ansetzen?
3
2. Strukturen und Funktionen der Berufsausbildung
2.1 Berufliche Erstausbildung in Deutschland
Die Berufsausbildung in Deutschland ist dual organisiert. Dies bezieht sich zunächst nicht nur auf das „Duale System“ 1 , sondern vielmehr auf den Dualismus der Bildungsträger (Staat und Wirtschaft), welcher dem deutschen Berufsbildungssystems innewohnt. Im Gegensatz zu den Typen des „liberalistischen Marktmodells“, in welchem die Einflussnahme des Staates kaum vorhanden ist, und des „Schulmodells“, in welchem die Berufsausbildung rein staatlich organisiert wird, setzt das „duale Modell“ bei der Gestaltung von Ausbildungsberufen auf die Kooperation von Staat und Wirtschaft. (vgl. Arnold/Müller, 2006, Seite 75f)
Das Berufsbildungsgesetz, welches neben einzelnen landesspezifischen Regelungen den Rahmen der Berufsausbildung vorschreibt, definiert die Berufsausbildung wie folgt: „Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen.“ (§1, Abs. 3, BBiG)
Von diesem Gesetz unberührt gelten die länderspezifischen Regelungen zur Schulpflicht, welche die Vollzeitschulpflicht in der Regel nach neun Jahren erfüllt sehen. (vgl. §39, Abs. 1, HmbSG) Eine weitere, zumindest teilzeitliche Schulpflicht ist jedoch auch darüber hinaus festgeschrieben. So heißt es beispielsweise im Hamburgerischen Schulgesetz: „Im Anschluss an den Schulbesuch nach Absatz 1 ist die Schulpflicht durch den weiteren Besuch einer allgemeinbildenden Schule oder den Besuch einer beruflichen Schule zu erfüllen.“ (§39, Abs. 2, HmbSG)
„Jugendliche, die nach dem Schulbesuch nach Absatz 1 weder 1. eine weiterführende allgemeinbildende Schule besuchen noch 2. wegen eines Berufsausbildungsverhältnisses schulpflichtig sind noch 3. sich in einer öffentlich geförderten Bildungsmaßnahme in Vollzeitform befinden, erfüllen die Schulpflicht nach Absatz 2 durch den Besuch eines beruflichen Bildungsganges.“ (§39, Abs. 3, HmbSG)
1 siehe 2.2
4
Aus diesen Regelungen resultieren die für eine umfassende Darstellung der deutschen Berufserstausbildung nach der Sekundarstufe I zu betrachtenden Strukturen und Formen. Hierbei handelt es sich um:
-die duale Berufsausbildung mit betrieblichen und berufsschulischen Bildungsanteilen,
-die vollschulische Berufsausbildung und
-die Übergangssysteme,
welche im Folgenden näher betrachtet werden sollen.
2.2 Das duale System
Das duale System der Berufsausbildung stellt mit einem Anteil von 60% den bedeutendsten Teil der deutschen Berufsausbildung dar (vgl. Arnold/Müller, 2006, Seite 75). Im Jahr 2007 wurden 623.929 2 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, was einen Zuwachs von 7,4% zum Vorjahr bedeutet. Die Gesamtzahl der Auszubildenden mit Ausbildungsvertrag betrug 1.594.167 3 .
Der Begriff des „dualen Systems“ wurde im Jahre 1964 durch den Deutschen Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen im Gutachten über das Berufliche Ausbildungs-und Schulwesen verwendet und hat sich seitdem durchgesetzt, obwohl über die Richtigkeit des Begriffs „System“ diskutiert wird. Geprägt wird der Begriff durch die zwei grundlegenden Institutionen, welche an der Berufsausbildung im Dualen System beteiligt sind, dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule. (vgl. Schanz, 2006, Seite 38) Die Institution Betrieb bildet den Schwerpunkt der Berufsausbildung im dualen System. Rechtsgrundlage für die betriebliche Ausbildung ist das Berufsbildungsgesetz (BBiG) und in handwerklichen Berufen zusätzlich die entsprechende Handwerksordnung (HwO). Auf dieser Grundlage werden die Ausbildungsverträge abgeschlossen, der grundsätzliche Rahmen der Ausbildung definiert und ausgeschlossen, dass Jugendliche in nicht anerkannten Berufen ausgebildet werden. Das BBiG regelt darüber hinaus die Eignung der Ausbildungsstätte und des Ausbildungspersonals. Letzteres wird über das BBiG hinaus in der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) qualitativ reguliert. Die Ausbildungsordnung stellt die inhaltliche Vergleichbarkeit der Berufsausbildung in unterschiedlichen Betrieben sicher und regelt darüber hinaus die Möglichkeit der überbetrieblichen Kooperation in Ausbildungsverbünden, welche notwendig wird, wenn ein einzelner Betrieb nicht in der Lage ist alle in der Ausbildungsordnung abgebildeten Inhalte selbst zu vermitteln. (vgl. Schanz, 2006, Seite 45f)
2 Wert aus: Statistisches Bundesamt, Bildung und Kultur, Berufliche Bildung, Fachserie 11, Reihe 3, 2007,
Seite 15
3 Wert aus: Statistisches Bundesamt, Bildung und Kultur, Berufliche Bildung, Fachserie 11, Reihe 3, 2007,
Seite 15
5
Arbeit zitieren:
Christian Hardtke, 2008, Berufliche Ausbildung in der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das duale System der beruflichen Bildung in Deutschland - Darstellung ...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Seminararbeit, 28 Seiten
Das duale System der Berufsausbildung in Deutschland - Darstellung und...
Hausarbeit, 24 Seiten
Berufsbildung und ihre Theorie(n) - Spurensuche
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Hausarbeit, 17 Seiten
Begabungen erkennen und fördern (Akzelerationsmaßnahmen)
Seminararbeit, 10 Seiten
Zwischen Zensur und wirtschaft...
Politik - Internationale Politik - Region: Ferner Osten
Hausarbeit, 21 Seiten
Vorteile und Begrenzungen eine...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Seminararbeit, 18 Seiten
Funktionen, Struktur und Modernisierungsbemühungen des bzw. im dualen ...
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Hausarbeit, 19 Seiten
Begabtenförderung in der Berufsbildung - Schulische Möglichkeiten im d...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Seminararbeit, 15 Seiten
Medienzensur in der Volksrepublik China
Betrachtung der Zensur des Int...
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Seminararbeit, 25 Seiten
Diagnose, Probleme und Möglichkeiten der Förderung hoch begabter Kinde...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Examensarbeit, 100 Seiten
"Übergangssysteme" für benachteiligte Jugendliche im Verglei...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Diplomarbeit, 83 Seiten
Schulische und außerschulische Lernorte im dualen System
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Referat (Ausarbeitung), 8 Seiten
Hochbegabungsdiagnostik - Messmethoden und Informationsquellen unter b...
Diplomarbeit, 95 Seiten
Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik in den Niederlande
Studienarbeit, 35 Seiten
Wie wirkt sich der Schulabschluss der Jugendlichen auf den Übergang in...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit, 28 Seiten
Christian Hardtke hat den Text Berufliche Ausbildung in der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht
Christian Hardtke hat einen neuen Text hochgeladen
Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2009 / Design Award of the ...
Rat für Formgebung
Berufsbildung in der Bundesrepublik Deutschland 1
Strukturprobleme und Ordnungsp...
Jörg Stender
Berufsbildung in der Bundesrepublik Deutschland 2
Reformansätze in der beruflich...
Jörg Stender
Die Energiesicherheit der Bundesrepublik Deutschland
Nationale Interessen im geopol...
Sebastian Glatz, Gerd Langguth, Tilman Mayer
HeilerInnen der Bundesrepublik Deutschland
Adressenverzeichnis von anerka...
Sigrid Folz-Steinacker
Jugendamt und Jugendhilfe in der Bundesrepublik Deutschland
Geschichte, Analysen und Mater...
Jürgen Gries, Dominik Ringler
0 Kommentare