1. Bedingungsanalyse (Lerngruppensituation)
Die Klasse BK21 mit insgesamt 24 Auszubildenden (17 Schülerinnen, 7 Schüler) wird die Berufsschule mit dem Abschluss "Bürokaufmann/Bürokauffrau“ im Jahre 2005 abschließen und befindet sich zur Zeit im ersten Ausbildungsjahr.
Tabelle 1: Altersverteilung der Lerngruppe BK21
Es lässt sich bereits durch die Altersverteilung vermuten, dass die Bildungsabschlüsse der Klasse äußerst heterogen sind.
Tabelle 2: Bildungsabschlüsse der BK21
Andere Abschlüsse = z. B. Hauptschulabschluss aus anderen Bundesländern
Die Schüler werden fachpraktisch in verschiedenen Betrieben der näheren Umgebung ausgebildet.
Das Leistungsvermögen der Klasse entspricht dem Durchschnitt der verschiedenen Klassen des KOSZ, die Klassenarbeiten weisen keine erwähnenswerten
Leistungsdifferenzen aus. Kay W., Nicole S., Doreen T. und Christin R. profitieren von ihren wirtschaftlichen Vorkenntnissen. Es hat sich herausgestellt, dass die Schülerin Doreen T. bereits 4 Semester Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat und dadurch vertiefte Grundkenntnisse der Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre erwerben konnte. Maxi H. hat jedoch in den ersten beides Leistungsnachweisen (Test) schlechte Ergebnisse erzielt. Ich versuche, Sie im Unterricht zu aktivem Mitarbeiten zu motivieren und zu intensiven Nacharbeiten Zuhause anzuleiten. Ein erster Erfolg ist durch eine spürbare Leistungssteigerung in der letzten Klassenarbeit sichtbar geworden. In den ersten Unterrichtsstunden des Schuljahres wurde die BK21 an die Sozialformen Einzelarbeit, Partnerarbeit und Gruppenarbeit herangeführt. Die Regeln der einzelnen Arbeitsformen wurden besprochen und fixiert. Einzelarbeit und Partnerarbeit konnten umfangreich in den vergangenen Unterrichtsstunden geübt werden. Die Regeln der Einzelarbeit werden vorzüglich befolgt. Probleme bereitet der Klasse, bei einer Partnerarbeit sich nur mit ihrem Nachbarn auszutauschen. Hier ist das Bedürfnis, die nähere „Umgebung“ in die eigene Arbeit mit einzubeziehen, noch relativ groß. Zur Gruppenarbeit hat jedes Team einen Gruppensprecher gewählt, der die Gemeinschaft nach außen vertritt. Der Gruppenplan wurde von mir dem Klassenbuch beigelegt und mit anderen Fachlehrern vereinbart, dass wir in den verschiedenen Fächern, z. B. Rechnungswesen, mit denselben Gruppenregeln und Teams arbeiten werden. Hinsichtlich Methodenkompetenz konnte festgestellt werden, dass die Schüler im großen und ganzen in der Lage sind, Texte zu lesen und zu erfassen als auch wichtige Informationen aus Lehr-Videofilmen herauszufiltern. Dieses erworbene Wissen kann auch reproduziert und reorganisiert werden. Einzelvorträge und Partnervorträge bedürfen noch der intensiven Übung. Bei durchgeführten Gruppenarbeiten mit Präsentation hat sich herausgestellt, dass die Schüler eine ungeheure Scheu haben, vor der Klasse zu sprechen und dementsprechend nicht freiwillig diese Aufgabe vornehmen wollen. Es wird nur vorgelesen und noch zu wenig selbständig agiert. Hier wird in Zukunft ein Schwerpunkt im aktiven Unterricht sein, so dass die Schüler Routine und Sicherheit im Präsentieren erhalten.
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96 % der Schüler (23 Schüler) besitzen privat eine PC und einen Internetzugang, sind methodisch mit der Technik vertraut..
Das Motivationsverhalten der Schüler (Schüler-Motivation) ist äußerst unterschiedlich. Die Schüler Kay W., Roman Sch., Stephan R. und Janine H. arbeiten einerseits aktiv im Unterricht mit. Sie melden sich und bringen konstruktive Beiträge. Andererseits sind Kay W., Roman Sch, und Mirko J. oft sehr unaufmerksam im Unterricht und können ferner auch bei Partnerarbeiten ihre Stimmen nicht der üblichen Lautstärke anpassen (Disziplinverhalten). Anett M. und Mandy B, die beide einen äußerst schüchternen Eindruck machen, zeigen Motivation, indem sie versuchen, sich am Unterrichtsgespräch zu beteiligen. Diese Versuche sind jedoch noch sehr zaghaft. Ansonsten arbeiten die Schüler gut im Unterricht mit und bringen oft auch kreative und lustige Beiträge, die den Unterricht auflockern und auch zur Qualität des Unterrichtes und damit Motivation beitragen (z. B. im durchgeführten Wirtschaftsspiel „Stadt, Land, Grundbegriffe der Wirtschaft“). Es haben sich bereits nach den ersten vier Monaten Berufsschulunterricht Gruppen in der Klasse gebildet. Oft haben sich die Banknachbarn zusammengefunden (Schülerverhalten, Schüler-Interaktion). Die Partnerfindung erfolgt ansonsten auf freiwilliger Basis recht gut, die Schüler arbeiten dementsprechend erfolgreich zusammen. Der Unterricht in der BK21 macht mir Spaß und es entwickelt sich langsam ein vertrauensvolles Lehrer-Schüler-Verhältnis. Bei durchgeführten Fachexkursionen und einem Besuch des Cottbusser Weihnachtsmarktes konnte bereits größtenteils die für einen vertrauensvollen Unterricht notwendige Basis gelegt werden. Ich hoffe, dass auch in Zukunft die Schüler meinen Praxis-, Methoden- und insbesondere stark zielorientierten Unterrichtsstil annehmen und akzeptieren werden.
2 Allgemeine materiell-technische Voraussetzungen im
Klassenraum - Einengung der Methodenwahl
Die Schüler besitzen die Bücher "Betriebswirtschaftslehre Büroberufe" und „Spezielle Wirtschaftslehre“, die aktiv im Unterricht verwendet werden können, jedoch durch aktuelles Unterrichtsmaterial einer Ergänzung bedürfen.
Ferner ist es möglich, ansprechenden Unterricht im Computerkabinett durchzuführen. Die Nutzung von PC im Computerraum (stand alone oder vernetzt) ist zeitlich bedingt gewährleistet. Die EDV-Tische sind so konzipiert und angeordnet, dass auch Notizen angefertigt werden können. Die PCs haben einen Intel-Pentium III Prozessor und 1000 GHZ Taktung. Diese Performance erlaubt es, normale Anwendungsaufgaben durchzuführen. Die Software zur dreidimensionalen Darstellung der PCs wurde kostenlos aktualisiert und entspricht heutigem Standard. Die Rechner besitzen ein Diskettenlaufwerk. Aktuell stehen 12 einsatzbereite Rechner für die Schüler zur Verfügung (Stand: 04.03.2003). Das Programm „IKEA-Büroplanung“ wurde kostenlos von der Internet-Seite http://www.ikea.ch heruntergeladen und mit Genehmigung des Abteilungsleiters Herrn Pauli auf den PCs in Raum 315 installiert (Innovation). Hierbei gilt mein Dank insbesondere Herrn Pauli (Abteilungsleitung), Herrn Zurth (EDV-Verantwortlicher KOSZ Drebkauer Strauße) und Herrn Kliemand (Praktikant) für ihre Unterstützung. Das Büroplanungsprogramm kann somit in Zukunft auch von den anderen Lehrkräften für praxisorientierten und handlungsorientierten Unterricht verwendet werden. Das Programm benötigt „viel“ Arbeitsspeicher, der nur begrenzt in den vorhandenen PCs zur Verfügung steht. Bei Testversuchen war jedoch meistens ein zufriedenstellendes Arbeiten mit dem „IKEA-Büroplanungsprogramm“ im Computerkabinett möglich. Teilsweise kann es jedoch zu „Abstürzen“ der PCs kommen. Der Raum ist modern und freundlich ausgestattet, so dass eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem simulierten Großraumbüro entsteht.
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3. Sequenzplanung Bürokaufmann/Bürokauffrau
Das Fach Wirtschaftslehre wird im ersten Ausbildungsjahr am kaufmännischen Oberstufenzentrum in Cottbus mit 9 Unterrichtsstunden (jeweils 45 Minuten) je Unterrichtswoche gelehrt. Die Ausbildung erfolgt im dualen System. Die Schüler erscheinen nach dem offiziellen Schulturnusplan (cirka im Drei-Wochen-Rhythmus) im KOSZ Cottbus. Grundlage für die Sequenzplanung ist der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf "Bürokaufmann/Bürokauffrau" in der Fassung vom 30. Juli 1992 der Verordnung vom 13. Februar 1991 (BGBl. I S. 425 vom 20. Februar 1991) nebst Rahmenlehrplan im Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 29.05.1991, Beilage zum Bundesanzeiger Nr. 165 vom 4. September 1991) in Abstimmung mit dem schuleigenen Stoffverteilungsplan. Dieser Stoffverteilungsplan wird von mir individuell dem aktuellen Lernfortschritt der BK21 angepasst (Soll-/Ist-Analyse) ohne die Zielorientierung zu vernachlässigen. Der Lehrplan sieht im Fach Wirtschaftslehre den Lernabschnitt Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsraum und Arbeitszeit vor. Die Schüler sollen im Rahmen ihrer Ausbildung die vielfach dem Bildungsauftrag der Berufsschule durch die Kultusministerkonferenz-Rahmenvereinbarung angestrebten und beschriebenen Kompetenzen (Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz, usw.) erwerben. Die Sequenzplanung muss jedoch auch die spezifischen Berufsanforderungen des 3 -jährigen Ausbildungsberufes "Bürokaufmann" berücksichtigen. Bürokaufleute können in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern in verschiedenen Branchen tätig werden. Das Arbeitsgebiet der Bürokaufleute umfasst hauptsächlich Auftrags- und Rechnungsbearbeitung, Buchführung, Kostenrechnung, Personalverwaltung, Entgeltabrechnung und Lagerhaltung in Betrieben verschiedener Wirtschaftszweige und Branchen. Dies setzt fundiertes Fachwissen und eine schnelle Anpassungs-/Umstellungsfähigkeit voraus. Ferner benötigen die Schüler ein
Grundverständnis für ihre betriebliche Arbeitsumgebung, die durch das Themengebiet Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsraum und Arbeitszeit gewährleistet wird.
Sequenzplanung Gestaltung von Arbeitsraum, Arbeitsplatz und Arbeitszeit
(22 Unterrichtsstunden)
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Arbeit zitieren:
Manfred Lenzen, 2003, Unterrichtsentwurf für die 2.Staatsprüfung für das Lehramt an beruflichen Schulen – Sekundarstufe II - Büroarbeitsplatz und Büroarbeitsraumgestaltung -, München, GRIN Verlag GmbH
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