Inhalt
1. Einleitung 4
2. Die gemeinsamen Wurzeln des Englischen und Deutschen 6
3. Die Eroberungen Amerikas 8
4. Ächz, Würg - Die Jugend spricht 12
5. Analyse der Korpora 13
5.1 Vorbemerkungen 13
5.2 Zusammenfassung der Ergebnisse 14
5.2.1 Leserbriefe 14
5.2.2 Sprechstunde Dr. Sommer 15
6. Fazit 16
7. Bibliographie 17
8. Abbildungen 20
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„Die Sprache ist der einzige entscheidene Vorzug, den die Deutschen vor andern Nationen haben. Denn sie ist viel höherer Art, als die übrigen Europäischen Sprachen, welche, mit ihr verglichen, bloße patois 3 sind“ (SCHOPENHAUER 1997: 28).
„Die deutsche Sprache wird jetzt von dem Federvieh (wie kürzlich ein Litterat seine Kollegen nannte) methodisch zu Grunde gerichtet“ (SCHOPENHAUER 1997: 32).
„Man soll bedenken, daß eine Jugend heranwächst, welche die Zeitungen aller Art und überhaupt das Neueste liest und sonst nichts, folglich denkt, Das wäre Deutsch und es gäbe kein anderes Deutsch [...]“ (SCHOPENHAUER 1997: 42). 4
3 patois (frz.) = Dialekte
4 Die drei Zitate stammen aus Arthur Schopenhauers (1788-1860) Pamphlet Ueber die, seit einigen Jahren, methodisch betriebene Verhunzung der deutschen Sprache, das zwischen 1852 und 1860 entstanden ist (SCHOPENHAUER 1997: 11).
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1. Einleitung
Am 13. Januar 1795 hatte ein Mythos seinen Ursprung, nach dem Deutsch fast Staatssprache der Vereinigten Staaten von Amerika geworden wäre. Ein Ausschuss lehnte jedoch die Petition deutscher Einwanderer des Bezirks Augusta (Virginia, USA), die forderten, dass Bundesverordnungen ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht werden sollten, mit einer Stimme Mehrheit ab (VIERECK et al. 2002: 161).
Die Geschichte nahm einen anderen Lauf. Was einst westwärts über den Atlantik gebracht wurde, kam Jahrhunderte später wieder zurück, um für den ‚Untergang des Abendlandes’ zu sorgen. Den Anfang machten allerdings nicht die Amerikanismen, sondern die Anglizismen. England war im 19. Jahrhundert wirtschaftlich der Maßstab, nach dem sich die Welt ausrichtete (POLENZ 1978: 140). 5 Jene Vorreiterrolle verlor das British Empire aber endgültig Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach Ende des Ersten Weltkrieges stellten die USA als Land der unbegrenzten Möglichkeiten, des Goldes und Geldes und des Glamours, das neue Leitbild dar (KLAUTKE 2003: 269). Dieser „Amerikafimmel“ (VIERECK 1986: 110) - wie man schon zwischen den Kriegen beobachtete - lebte nach der Kapitulation Deutschlands 1945 nochmals verstärkt auf und hält bis heute an.
Besonders Jugendliche wurden vom ‚American Way of Life’ angesteckt. Dieser Einfluss schlug sich u.a. in der Sprache nieder. Bereits in den 1960er Jahren stellten die Erwachsenen entsetzt fest:
„Das Klotzige, Protzige und Brutale ist wohl eines der wesentlichen Charakteristika des Jargons [...]. Die Witzigkeit [...] ist nur äußerlich, in Wahrheit spiegelt er sprachliche Verwilderung und emotionale Verrohung wider“ (SCHLOBINSKI et al. 1993: 9).
Und auch heutzutage ist die Besorgnis um die ‚amerikanisierte’ Sprache der Jugend ungebrochen bzw. wurde durch den Einzug von Computer und Internet in deutsche Haushalte noch verstärkt. Der 1997 gegründete Verein deutsche Sprache (VdS) zählt derzeit über 30.000 Mitglieder - Tendenz steigend (VDS 2009). Die Angst vor einer Überfremdung des Deutschen scheint weite Bevölkerungsteile erfasst zu haben. Dies belegen die zahlreichen Publikationen und Diskussionen in den Medien der letzten Jahre.
5 Man übernahm reihenweise Fremdwörter und machte sie in Deutschland heimisch. Partner, Standard, Tunnel, Waggon, Interview und Streik sind nur einige Beispiele (POLENZ 1978: 140).
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Doch ist diese Furcht berechtigt? Anhand zweier Ausgaben der Jugendzeitschrift BRAVO aus den Jahren 1979 und 2009 soll untersucht werden, ob der Einfluss des Englischen in der Sprache der Jugendlichen tatsächlich zugenommen hat. Vorab soll jedoch ein kurzer Einblick in die eng verknüpfte Geschichte beider Sprachen gegeben werden, der belegt, dass es einen ‚Sprachverfall’ niemals gab, sondern lediglich einen ‚Sprachwandel’. Zwar ist und war das Deutsche in den letzten Jahrzehnten dem Einströmen englischer Wörter ausgesetzt, war aber in den Jahrhunderten davor ebenfalls durch verschiedene andere Sprachen bedroht. So berichtete beispielsweise Voltaire 1750 aus Potsdam: „Ich befinde mich hier in Frankreich. Man spricht nur unsere Sprache, das Deutsche ist nur für die Soldaten und die Pferde“ (POLENZ 1978: 108).
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2. Die gemeinsamen Wurzeln des Englischen und Deutschen
Die derzeitige Abneigung gegen das Englische lässt die Tatsache, dass beide Sprachen eigentlich miteinander verwandt sind, häufig außer Acht. Sowohl Englisch, als auch Deutsch gehören zur westgermanischen Sprachfamilie (VIERECK et al. 2002: 51). Bevor jedoch das Englische den Kontinent eroberte, waren es die Römer (seit 55/54 v. Chr.), die die britische Insel und ihre keltischen Bewohner unterwarfen (BUSSE 2002: 109). Um 406 wurden die römischen Truppen schließlich abgezogen (VIERECK et al. 2002: 51). Fortan begannen germanische Stämme der Jüten, Sachsen, Angeln und Friesen, die zuvor Gebiete des heutigen Deutschlands bewohnten, nach England überzusiedeln (BUSSE 2002: 111). 6 „Im 7. Jh. wurde die gesamte Bevölkerung [...] friedlich zum Christentum bekehrt“ (VIERECK et al. 2002: 51). Somit hielt das Latein endgültig Einzug in die Sprache. 7
Noch vor den Kelten traten die Germanen mit den Römern in Kontakt. So haben etwa Straße (via strata), Kaiser (Caesar), kaufen (von caupo ‚Gastwirt’), Münze (moneta) und Markt (mercatus) lateinische Vorfahren (POLENZ 1978: 23). Die Wirkung des Lateinischen war so enorm, dass es bis in die Zeit des Humanismus Schreib- und Verhandlungssprache der Wissenschaften und des Rechtswesens blieb (POLENZ 1978: 92). 8 „Im Jahre 1518 waren nur 10 Prozent der deutschen Buchproduktion deutsch geschrieben“ (POLENZ 1978: 92).
Weihnachten 1066 erklomm Wilhelm der Eroberer (ca. 1027-1087) den englischen Thron und das Normannisch-Französische wurde zur offiziellen Landessprache (VIERECK et al. 2002: 61). „Das Französische spielte über fast dreieinhalb Jahrhunderte eine herausragende [...] Rolle“ (VIERECK et al. 2002: 61). Vor allem in den Bereichen Kirche (z.B. confession), Rechtswesen (z.B. judgement), Militär (z.B. army), Wissenschaft (z.B. medicine) und Speisen (z.B. beef) wurden französische Begriffe ins Englische entlehnt (VIERECK et al. 2002: 65). „Vielfach wurden engl. Wörter durch frz. völlig verdrängt, z.B. [...] lyft durch air ‚Luft’ und earm durch poor ‚arm’. (VIERECK et al. 2002: 65). Laut BUSSE (2002: 120) beläuft sich die Gesamtzahl der
6 Ihr Erbe lebt heute u.a. in den Namen einiger englischer Grafschaften wie Essex, was einmal Ostsachsen war, weiter (VIERECK et al. 2002: 51).
7 So wurde beispielsweise aus lateinisch campus im Englischen camp (VIERECK et al. 2002: 55) und im Deutschen Kampf (POLENZ 1978: 23).
8 „[Z]ahllose lat. Wörter [sind während der Humanistenzeit] ins Dt. entlehnt worden: Universität, Professor, Kollege, [...], Text, diskutieren, demonstrieren, [...], Prozeß, [...], Akte, legal [...]“ (POLENZ 1978: 93). Zusätzlich wurden eine Reihe Wörter griechischen Ursprungs ins Deutsche entlehnt: „Akademie, Bibliothek, Gymnasium, Pädagoge, Apotheke, Technik, Horizont, erotisch, panisch, usw.“ (POLENZ 1978: 93).
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französischen Entlehnungen auf rund 10.000, von denen heute noch etwa drei Viertel im Gebrauch sind. 9
Eine ähnlich dramatische Wirkung hatte das Französische auch auf das Deutsche. Jedoch erfolgte die Übernahme weitaus ungezwungener.
„Die dt. Fürsten haben, angezogen von dem Glanz des frz. Hofes und dem Beispiel des spanisch erzogenen und universalistisch regierenden Kaisers Karl V., den Grund zu dem Dogma gelegt, daß Frankreich in allen Fragen der Bildung und des Geschmacks als unerreichbares Vorbild zu gelten habe“ (POLENZ 1978: 105). Bereits seit der Stauferzeit (12./13. Jh.) beeinflusste das Französische das Deutsche und im 16. Jahrhundert stieg dieser Einfluss erneut an (POLENZ 1978: 105). Gegen Ende des 17. Jahrhunderts nahm die französische Invasion dann bedenkliche Formen an (POLENZ 1978: 107). Der französische Hof mit seinem Glanz und Prunk überstrahlte alles. Wörter wie Mode, Dame, Vater, Mutter, nett, interessant, Möbel oder Sofa haben dort ihren Ursprung (POLENZ 1978: 106). Als Reaktion auf die Bedrohung gründete man 1617 in Weimar „eine Ordensgesellschaft [...], die sich die Pflege der Muttersprache zur Hauptaufgabe gestellt hatte“ (POLENZ 1978: 109).
Im 19. Jahrhundert, während der Blütezeit der deutschen Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften, kehrte sich das Verhältnis um. Deutsche Wörter wurden ins Ausland exportiert - u.a. wurden weltanschauung, blitz, kindergarten und noodle ins Englische entlehnt bzw. ins Englische übersetzt wie etwa masterpiece (Lehnübersetzung nach dt. Meisterstück) (EICHHOFF 2002: 273, 268). Wie das Englische ist auch das Deutsche eine Mischsprache. „[S]chätzungsweise 80 Prozent der Wörter unseres aktuellen Wortschatzes [haben] ihren Ursprung in anderen Sprachen“ (HELLER 2002: 185).
9 „Auf dem Umweg über das Normannisch-Frz. wurden auch zahlreiche Wörter und Bedeutungen aus dem Althochdeutschen ins Englische vermittelt“ (VIERECK et al. 2002: 65). Ahd. werra ‚Streit, Wirrwarr’ wurde im Englischen zu war ‚Krieg’ (VIERECK et al. 2002: 65).
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3. Die Eroberungen Amerikas
Der „homo americanus“ (KLAUTKE 2003: 275), wie man den gemeinen Amerikaner in den 1920er Jahren nannte, scheint die deutsche Sprache in seine Kolonisationsbestrebungen aufgenommen zu haben. Schon 1880 machte Mark Twain seinen Unmut über Die schreckliche deutsche Sprache in seiner gleichnamigen Schrift Luft. Deutsch sei unsystematisch, voller Ausnahmen, krank an Parenthesen, genau so schlimm wie Latein und verseucht mit zusammengesetzten Nomen von unglaublicher Länge (TWAIN 1981: 443, 446, 448, 456). Ein wenig mehr Eigenschaften der englischen Sprache würden der deutschen demnach sehr zuträglich sein. Tatsächlich war bereits seit dem 18. Jh. der englische Einfluss bemerkbar (BUSSE 2002: 135f), wobei es auch einige Entlehnungen schon während der Zeit des Spätmittelalters nach Deutschland schafften - u.a. Boot, Lotse, Adresse, Akte, Debatte und Parlament (POLENZ 1978: 139). Am Beispiel Adresse zeigt sich, wie komplex das Phänomen ‚Fremdwort‘ ist. So gelangte das Wort zunächst von Frankreich nach England, um anschließend wieder auf den Kontinent hinüberzuwandern (SEEBOLD 2002: 18). Nochmals enorm gesteigert hat die Industrielle Revolution während des 19. Jahrhunderts den Export von Anglizismen. Stellvertretend für den wirtschaftlichen Aufschwung auf der Insel wurden neben Waren auch Wörter gehandelt: Kartell, Lokomotive, Reporter, radikal und natürlich Imperialismus sind nur einige Beispiele (POLENZ 1978: 140). Zusätzlich verstärkt wurde dieser Umstand durch die Beziehungen zwischen den englischen und deutschen Herrschaftshäusern. 10 Es verwundert demnach nicht, dass der englische Lebenswandel vor allem in den Großstädten eine breite Akzeptanz fand.
„Englisch war um 1900 in Berlin als modische Konversations- und Renommiersprache der oberen Zehntausend an die Stelle des (seit Revolution und Napoleon schwindenden) Französischen getreten. Man war Gentleman, Snob, Dandy oder Selfmademan, gehörte einem Club an, benahm sich fair, fand die Dinge allright oder tiptop, trug den Cutaway, Frack, Smoking oder die Breeches, aß Beefsteak, Toast, Keks und Pudding, trank in der Bar einen Whisky, Sherry oder Cocktail, trieb Sport, spielte Tennis oder Hockey, machte Picknick und erlaubte sich einen Flirt oder gar einen Spleen“ (POLENZ 1978: 140f). Einigen Konservativen ging diese Entwicklung dann doch zu weit. So veröffentlichte Hermann Dunger 1909 seine Schrift Engländerei in der deutschen Sprache. 11 Darin beklagt er den gewaltigen Anstieg entbehrlicher Fremdwörter in der deutschen Sprache.
10 So war beispielsweise Wilhelm II. (1859-1941) ein Enkel Königin Victorias (1819-1901) (POLENZ 1978: 140).
11 Studienrat Hermann Dunger (1843-1912) war der Gründer des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins (ADSV), den er am 10. September 1885 in Dresden gründete. Engländerei in der deutschen Sprache basiert auf ein von ihm gehaltenen Vortrag aus dem Jahre 1899 (DUNGER 1989: 3*, 7*).
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„Für manchen jungen Deutschen ist es das höchste Ziel seines Ehrgeizes, für einen Engländer gehalten zu werden. Wie der Deutsche früher der Affe des Franzosen war, so äfft er jetzt den Engländern nach“ DUNGER (1989: 3).
Dem scheinbaren Makel der Deutschen wurde wenige Jahre später Einhalt geboten. Der Erste Weltkrieg brach aus und England wurde nun auch physisch gesehen zum Feind. Doch bereits kurz nach der Niederlage des Kaiserreichs durchstreiften schon wieder fremdländische Klänge die Straßen Deutschlands. In den ‚Goldenen Zwanzigern’ hörte man Jazz und Swing oder schaute sich einen Stummfilm an (POLENZ 1978: 141). Diese neue Kultur, die über den großen Teich nach Europa kam, begeisterte die Massen und fand nicht nur in den Alltag, sondern auch in die Wörterbücher Einzug. Die Leute trugen plötzlich Pullover, hörten einen Song und tanzten Foxtrott oder Charleston (POLENZ 1978: 141). Die Kritik aus den konservativen Kreisen ließ nicht lange auf sich warten. Die amerikanische Massenkultur missfiel den Vertretern der europäischen Hochkultur aufs Äußerste (STEPHAN 2006: 36). 12 Die Wirtschaftskrise 1929 schien jene Skepsis zu bestätigen. Schließlich nutzten die Nationalsozialisten ab 1933 für ihre politischen Ziele auch die vorhandene Amerikakritik und sahen die „Niggerkultur“, wie Parteiideologe Alfred Rosenberg sie nannte (KATER 2006: 179), als Bestätigung für ihre Rassenlehre. Den Höhepunkt erreichte der Amerikahass am „11. Dezember 1941, als das Dritte Reich den U.S.A. den Krieg erklärte“ (KATER 2006: 183). Der plötzliche Kulturwandel innerhalb weniger Jahre schreckte jedoch die deutsche Jugend nicht ab, weiterhin Zerstreuung mit Hilfe amerikanischer Kulturgüter zu finden. „[B]ei einem Großteil der deutschen Jugendlichen [war] alles Amerikanische bis Kriegsende in ihrem Wertesystem vorrangig“ (KATER 2006: 186). Im Januar 1942 befahl Heinrich Himmler schließlich jugendliche Anhänger der Swing- und Jazzkultur in Konzentrationslager einzuweisen (KATER 2006: 187f). Auch die Sprache sollte ‚rein’ werden: „1935 [...] wurde im Deutschen Reich eine staatliche Sprachpflegeinstitution gegründet“ (KUPPER 2003: 66). Auch der ADSV machte sich für Verdeutschungen stark - u.a. sollte aus Propaganda Werbe werden. Joseph Goebbels sollte demnach Werbeminister heißen (SCHIEWE 2000: 55). Schließlich gingen selbst Adolf Hitler die puristischen Bestrebungen der Sprachreiniger zu weit. So heißt es in einem 1940 veröffentlichten Erlass:
12 So sagte Stefan Zweig 1925: „[D]as Kino ergötzt Analphabeten und erfordert von ihm nicht einen Gran Bildung“ (DOERING-MANTEUFFEL 1999: 24). Die „Eroberung Europas durch Amerika“, so Zweig weiter, hat begonnen (DOERING-MANTEUFFEL 1999: 24).
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„Der Führer wünscht nicht derartige gewaltsame Eindeutschungen und billigt nicht die künstliche Ersetzung längst ins Deutsche eingebürgerter Fremdworte durch nicht aus dem Geist der deutschen Sprache geborene und den Sinn der Fremdworte meist nur unvollkommen wiedergebende Wörter“ (POLENZ 1967: 96). 13
1945 lagen die Krauts 14 schließlich am Boden - und damit auch der hohe Rang der deutschen Sprache in den Wissenschaften. Kluge Köpfe wie Einstein, Brecht oder Braun sowie zahlreiche andere verließen bzw. hatten bereits ihre Heimat verlassen müssen. 15 Die Jugend indes war angetan vom frischen Wind, der von Westen über den Atlantik blies und dem „nichtautoritären Habitus der Sieger“ (STEPHAN 2006: 40). „Am Ende der 50er Jahre fliegt sie auf den amerikanischen Rock ‘n‘ Roll, entdeckt im Beat und Rock ihre Musik“ (HENNE 2006: 240). Dementsprechend wurden gerade aus der Welt der Stars & Sternchen Wörter ins Deutsche übernommen. Neben den genannten Musikrichtungen wären hier u.a. Teenager, Make-up, Music-Box, Bikini und Playboy zu nennen (POLENZ 1978: 141). Vermutlich begründet durch die scheinbar klassenlos erscheinende amerikanische Gesellschaft - man denke hierbei nur an den ‚amerikanischen Traum’ - erreichen die Entlehnungen auch sämtliche Gesellschaftsschichten in Deutschland (POLENZ 1978: 141). 16 Hieraus ergab sich für die Erwachsenenwelt jedoch ein Problem. Denn während früher entlehnte Fremdwörter, z.B. aus dem Französischen, europäische Hochkultur wiederspiegelten, hafteten dem Amerikanischen weiterhin die historisch gewachsenen Vorurteile an (LINKE 2001: 302f). 17 Entsprechend ablehnend reagierte die Erwachsenenwelt auf die neue Jugendkultur. So schlug Die Zeit in ihrer Ausgabe vom 31.10.1958 gegen den Rock ’n’ Roll und die damit verbundene Tanzhysterie „Prügel und Güsse[...] mit kaltem Wasser“ als Gegenmaßnahme vor (MAASE 1992: 197). Eine staatlich organisierte Sprachpflege wie vor dem Krieg wurde jedoch nicht wieder installiert (KUPPER 2003: 67) - hatten derartige Versuche doch auch immer eine
13 Ähnlich sah es bereits Arthur Schopenhauer (1788-1860), der schrieb:
„Bisweilen auch drückt eine fremde Sprache einen Begriff mit einer Nüance aus, welche unsere eigene ihm nicht giebt und mit der wir ihn jetzt gerade denken: dann wird Jeder, dem es um einen genauen Ausdruck seiner Gedanken zu thun ist, das Fremdwort gebrauchen, ohne sich an das Gebelle pedantischer Puristen zu kehren“ (SCHOPENHAUER 1977: 614).
14 Seit 1918 nennt man die deutschen Soldaten abwertend Krauts (EICHHOFF 2002: 276). Heute wird das Slangwort generell für Deutsche benutzt (WEHMEIER 2003: 715).
15 Die bekanntesten wissenschaftlichen Entlehnungen aus dem Deutschen ins Englische sind wohl relativity, nach Einsteins Relativitätstheorie, sowie Nietzsches Übermensch, der später zur Lehnübersetzung Superman umgewandelt wurde (EICHHOFF 2002: 276).
16 Dieses Phänomen steht im Gegensatz zu früheren Entlehnungen aus anderen Sprachen. Latein war im Mittelalter den gelehrten Geistlichen vorbehalten (WEDDIGE 2003: 55) und das später populäre Französisch wurde meist nur von der Obrigkeit benutzt (POLENZ 1978: 105-107).
17 LINKE (2001: 302) nennt hier das Beispiel tranchieren, das „nichts anderes bedeute als ‚zerteilen’ oder ‚zerschneiden’ und folglich völlig überflüssig sei. [...] [D]ie ‚fremde’ Aura des Wortes erzeugte[...] semantischen Mehrwert, der dem sozialsymbolischen Mehrwert der Handlung entspricht.“
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nationalistische Konnotation (JUNG 2006: 257). 18
So stieg die Zahl der Amerikanismen dank des wirtschaftlichen und kulturellen Erfolgs der USA stetig an. Neue Produkte überschwemmten den Markt und benötigten global funktionierende Benennungen. Am deutlichsten wurde dies während der 1990er Jahre, als Computer und Internet die Welt vernetzten. Englisch wurde endgültig zur Lingua Franca. Besonders in Fachsprachen, wie der Computersprache, sind erhebliche Mengen an Amerikanismen zu finden (HOBERG 2002: 174). Dagegen ist die Anzahl im Gesamtwortschatz 19 weiterhin sehr gering (HOBERG 2002: 174). Eine genaue Zahl ist aufgrund der stetigen Aufnahme neuer Wörter schwer festzuhalten. Im Jahre 2000 lag er bei rund 3.500 (HOBERG 2000: 306). Somit erscheint die Kritik, Englisch verdränge das Deutsche, unberechtigt. JUNG (2006: 253) fragt sich zudem, ob es überhaupt „die fremdsprachliche Form ist, die aufstößt, oder ob es nicht doch vielmehr die mit dem Anglizismus assoziierten Konzepte und Wertvorstellungen bzw. die zugehörigen gesellschaftlichen Gruppen, bestimmte Ideologien oder einfach der dahinter stehende soziale Wandel sind, die abgelehnt werden.“ Dabei sollten gerade die den Sprachverfall anprangernden älteren Generationen wissen, dass es zunächst Europäer waren, die den Atlantik gen ‚Neue Welt’ überquerten und den dortigen Ureinwohnern ihre Sprachen auf brutalste Weise beibrachten. 20
18 Ganz anders handhabten dies andere europäische Länder. 1994 verabschiedete die französische Regierung das sogenannte ‚Loi Toubon‘ - ein Sprachschutzgesetz. Dieses enthält eine ständig aktualisierte Liste mit französischen Begriffen, die statt der englischen verwendet werden sollen. Verkauft beispielsweise ein Elektronikhändler einen tragbaren Kassettenspieler als walkman statt ihn korrekterweise als baladeur zu bezeichnen, macht er sich der arglistigen Täuschung schuldig (WEINRICH 2002: 39f, KUPPER 2003: 76).
19 Laut RÖMER / MATZKE (2005: 38) beläuft sich der deutsche Wortschatz abzüglich der Fachwörter und morphologischen Wortformen auf etwa 300.000 - 500.000 Wörter.
20 Ein Zitat HAARMANNs (2002: 23) unterstreicht dieses Faktum: „Die meisten Weltsprachen, d.h. Sprachen mit globalen kommunikativen Funktionen, sind europäischer Herkunft.“
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4. Ächz, Würg - Die Jugend spricht
Am 9. Juli 1984 titelte der SPIEGEL: Deutsch: Ächz, Würg. Eine Industrienation verlernt ihre Sprache (NEULAND 2000: 108). Schon zu jener Zeit befürchtete man, dass die Jugendsprache von damals die Erwachsenensprache von morgen werden könnte. Dieser immer wieder geäußerten Hypothese widerspricht ZIMMERMANN (2003: 35). Eine Übernahme findet nur begrenzt statt. Während Jugendliche untereinander sich eine eigene Sprache ‚erschaffen’, um sich von der Welt der Erwachsenen abzugrenzen, scheinen sie diese schließlich beim Übergang ins Erwachsenenalter abzulegen, um in dieser neuen Gruppe Akzeptanz zu finden (ZIMMERMANN 2003: 35). Dennoch überleben einige Ausdrücke und „‚innovieren’ den Sprachschatz der Standardsprache“ (HENNE 2006: 242). 21
Die letzten Jahrzehnte scheint das Englische als Spender für die Jugendkultur zu fungieren. Dies überrascht nicht, stehen doch die USA für Fortschritt, Zukunft und Jugend. Schon Mark Twain riet den Deutschen in seiner Schrift Die schreckliche deutsche Sprache u.a. dazu „einige kräftige Wörter aus der englischen Sprache [zu] importieren - zum Fluchen und auch, um alle Arten kräftiger Dinge kräftig auszudrücken“ (TWAIN 1981: 461). Weiter schreibt er: „Unsere bildhaften Wörter dieser Art haben einen so tiefen, starken hallenden Klang, während ihre deutschen Entsprechungen so dünn und mild und energielos klingen. Boom, burst, crash, [...] battle, hell. Das sind großartige Wörter. Ihr Klang besitzt eine Kraft und Mächtigkeit, die den Dingen angemessen sind, die sie beschreiben“ (TWAIN 1981: 458f).
Daher verwundert es nicht, dass englische Vokabeln eine solche Anziehungskraft auf die um ständige Rebellion bemühte Jugend ausüben.
21 So stammt der Ausdruck Kneipe beispielsweise aus dem Rotwelsch und stand ursprünglich für eine Diebesherberge (NEULAND 2000: 111). Anfänglich wurde er nur von Studenten gebraucht, deren Sprache historisch gesehen, als „früheste[...] bekannte[...] Form einer Jugendsprache in Deutschland“ (NEULAND 2000: 110) gilt.
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5. Analyse der Korpora
5.1 Vorbemerkungen
Als die BRAVO 1956 mit einer Startauflage von 30.000 Heften erschien, war der immense Erfolg der Jugendzeitschrift noch nicht absehbar. Bereits in den Sechzigern überschritt man die Millionengrenze (HERRWERTH 1997: 13f). Die „BRAVO bot umfangreiches Material, aus dem Heranwachsende ihr Bild der amerikanischen Lebensweise zusammensetzten [...]“ (MAASE 1992: 108). Diese Entwicklung missfiel den Erziehungsberechtigten doch bald. Schon 1959 drohte das Aus.
„Die amtliche Bestätigung für den kulturell subversiven Geist des Blattes lieferte das Sozialministerium des Landes Rheinland-Pfalz, als es [...] die Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften beantragte: Mit den Filmstars setze das Blatt falsche Leitbilder“ (MAASE 1992: 111). Doch die BRAVO überlebte und blieb für die Jugend ein elementarer Bestandteil ihres Alltags. Aus diesem Grund scheint die BRAVO gut geeignet zu sein, um anhand der Leserbriefe die Häufigkeit von Amerikanismen zu untersuchen. Hierfür wird eine Ausgabe aus dem Jahr 1979 mit einer dreißig Jahre später erschienen verglichen. Es sollen jeweils zwei Zusendungen aus dem Bereich ‚Leserbriefe’ sowie zwei aus dem Bereich ‚Sprechstunde Dr. Sommer’ mit denen der Ausgabe von 2009 kontrastiert werden.
Die Analyse der Texte ist allerdings von vornherein ein ambivalentes Unterfangen. Was ist ein wirklicher Anglizismus bzw. Amerikanismus? Ist z.B. Boot ein deutsches Wort, nur weil es bereits seit einigen Jahrhunderten zu unserem Wortschatz gehört, obwohl es eigentlich aus dem Englischen entlehnt worden ist (POLENZ 1978: 139)? Ist Gehirnwäsche deutsch, obwohl es nach englischem Vorbild (brain-washing) gebildet wurde, also eine Lehnübersetzung ist (KUPPER 2003: 14)? Und ist Handy (Scheinentlehnung) ein Anglizismus, nur weil seine Orthographie und Aussprache das vermuten lässt? „Sprachen sind im permanentem Wandel begriffen“, sagt KELLER (1990: 13). Das ‚eine’ Deutsch gibt es nicht. Auch wenn die Auffassung einiger, das Deutsch Goethes wäre der Höhepunkt unserer Sprache gewesen, ein Anwenden dessen wäre heute trotzdem sehr mühsam. So hatte z.B. das Wort merkwürdig zu Goethes Zeiten eine andere Bedeutung als heute. Damals meinte es etwas, das es wert ist, sich zu merken (KELLER 1990: 14). Geht man geschichtlich noch weiter zurück, könnte man zur Schlussfolgerung kommen, dass das jetzige Deutsch eigentlich ‚verfallenes’ Germanisch ist. Genauso wie Französisch „nichts anderes
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[ist] als verfallenes Latein“ (KELLER 2004: 4). „Ein Musterbeispiel für eine ‚überfremdete’ Sprache ist das Englische: Etwa 30 bis 40 Prozent des englischen Wortschatzes sind französischen Ursprungs“ (KELLER 2004: 10).
Wie soll demzufolge überhaupt eine Analyse der Korpora erfolgen, wenn es streng genommen gar kein ‚Deutsch’ gibt?
5.2 Zusammenfassung der Ergebnisse 22
5.2.1 Leserbriefe 23
In den beiden Leserzusendungen (Abb. 1 und 2) der 1979-Ausgabe tauchen nur zwei Anglizismen auf - nämlich Film und Story. Beide sind aus dem Neuenglischen entlehnt worden. In den Vergleichstexten (Abb. 3 und 4) fanden sich sechs Anglizismen: T-Shirt (bzw. Shirt), Peace und stylisch sowie Star und Comic. Mathematisch wäre das eine Verdreifachung, doch diese Schlussfolgerung greift zu kurz. Zum einen kann man sagen, dass - außer Comic - keines der genannten Wörter ursprünglich aus dem Englischen stammt. Beispielweise wurde Peace aus dem Lateinischen (pax ‚Friede’) ins Englische entlehnt und das Peace-Zeichen ist zudem keine Erfindung der heutigen Jugend. Auch die Frage, ob ein Anglizismus als störend empfunden wird oder nicht, ist Geschmackssache. Wer würde z.B. auf T-Shirt verzichten wollen, um stattdessen Oberteil mit kurzen Ärmeln als Bezeichnung zu verwenden? 24 Somit dürfte es im Laufe der Zeit für ein Fremdwort nur zwei Wege geben: es wird entweder in den Wortschatz integriert oder es verschwindet wieder.
22 Die etymologische Analyse der Leserpost erfolgte mit Hilfe von SEEBOLD (2002), ONIONS (1978) und STOWASSER (2004).
23 BRAVO (1979: 16) bzw. BRAVO (2009: 61).
24 An diesem Beispiel wird ein erheblicher Vorteil des Englischen deutlich: englische Wörter sind meist kürzer als ihre deutschen Entsprechungen. Sie sind sowohl knapp und treffend als auch leicht zu benutzen und zu merken - kurzum ökonomischer (KUPPER 2003: 19).
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5.2.2 Sprechstunde Dr. Sommer 25
Die Briefe an Dr. Sommer aus dem Jahre 1979 (Abb. 5) enthalten nur zwei Anglizismen: Kekse und Sport. Kekse wurde aus dem Neuenglischen (cakes, Plural von cake) entlehnt. Per Definition ist es - wie Sport - ein Lehnwort, d.h. es wurde direkt aus der Gebersprache übernommen und lediglich in der Orthographie bzw. Lautung dem Deutschen angepasst (SCHÜTTE 1996: 35). In der diesjährigen BRAVO (Abb. 6 und 7) finden sich ebenfalls nur zwei Anglizismen. Während Sex bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert zum Standardwortschatz gehört, ist Mail erst seit dem Anbrechen des Internetzeitalters gebräuchlich. Mail bzw. E-Mail dürften sich langfristig genauso in der deutschen Sprache verankern wie Sex; außer es wird eines Tages von einer neuen Technologie abgelöst. Allgemein betrachtet lässt sich abschließend festhalten, dass in der Rubrik ‚Sprechstunde Dr. Sommer’ deutlich weniger Anglizismen gebraucht werden als bei den ‚Leserbriefen’. Dies dürfte daher rühren, dass es sich um intimere Themen handelt, für die sich die Muttersprache zur Besprechung besser eignet als das ‚cool‘ und ‚lässig‘ wirkende Englisch. Zum anderen findet man Anglizismen eher in den Bereichen Musik, Mode, Film und Stars.
25 BRAVO (1979: 58) bzw. BRAVO (2009: 62f).
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6. Fazit
„Englisch ist [...] die erste Weltsprache in der Menschheitsgeschichte“ (HOBERG 2002: 179) und die Befürchtung, dass einige Sprachen dieser Übermacht und den damit einhergehenden „Identitätsverlust“ (JUNG 2006: 253) zum Opfer fallen werden, ist berechtigt. Für den Fall Deutsch besteht jedoch keine akute Gefahr. In Europa liegt es - bezogen auf die Anzahl der Muttersprachler - hinter Russisch auf Platz zwei (HOBERG 2002: 176). Dass beide Sprachen sich untereinander austauschen, lässt sich in einer globalisierten Welt nicht vermeiden. Schließlich muss man kritisch festhalten, dass erst die zwei von Deutschland begonnenen Kriege den immensen amerikanischen Einfluss möglich gemacht haben. 1917 griffen die Amerikaner nicht nur erstmals ins Kriegsgeschehen ein, sondern landeten auch zahlreiche Volltreffer innerhalb des europäischen Kulturwesens. Seit jener Zeit drangen mehr und mehr Amerikanismen in den deutschen Sprachraum ein und liefen den Anglizismen den Rang ab. Im Gegenzug kann sich das Deutsche rühmen, zumindest einen kleinen Teil zum Wortschatz des amerikanischen Englisch beigetragen zu haben. „So gehen z.B. [...] die Wörter hamburger, pretzel, sauerkraut auf das deutsche zurück“ (BUSSE 2002: 133). Auch Mark Twain konnte der deutschen Sprache tatsächlich etwas Positives abgewinnen. Er hebt u.a. lobend hervor: die Großschreibung der Substantive sowie die Orthographie der Worte, die dem Klang der einzelnen Buchstaben entspricht (TWAIN 1981: 459).
Dagegen scheint die größte Schwierigkeit des Deutschen zu sein, die ‚Echtheit’ der ‚deutschen’ Wörter zu bestimmen. Vertraute Ausdrücke wie Mama und Papa erweisen sich als fremde Franzosen (TELLING 1987: 57, 66) und der deutsche Acker kommt aus Griechenland (von griech. agros) (WITTSTOCK 1982: 14). Folglich erscheinen beispielsweise Versuche Handy durch Mobiltelefon zu ersetzen (BARTZSCH et al. 2004: 97), wie es das Wörterbuch überflüssiger Anglizismen vorschlägt, geradezu absurd. Einen besseren Vorschlag bezüglich der Einbürgung von Fremdworten machte ausgerechnet ‚der’ deutsche Dichter: „Die Gewalt einer Sprache ist nicht, daß sie das Fremde abweist, sondern daß sie es verschlingt“ (GOETHE 1994: 508), schrieb Johann Wolfgang von Goethe in ‚Maximen und Reflexionen’.
17
7. Bibliographie
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