Inhaltsverzeichnis
1. DARSTELLUNG DER UNTERSUCHUNGSPROBLEMATIK 1
1.1 DAS THEMA UND SEINE WISSENSCHAFTLICH-PRAKTISCHE RELEVANZ 1
1.2 FRAGESTELLUNG 4
1.3 HERANGEHENSWEISE 5
2. LITERATURSTUDIE ZUR UNTERSUCHUNGSPROBLEMATIK 8
2.1. COACHING 8
2.1.0 COACHING 8
2.1.1 DEFINITIONEN VON COACHING 9
2.1.2 VARIANTEN DES COACHING 12
2.1.3 ANWENDUNGSGEBIETE UND ANWENDUNGSBEREICHE 16
2.1.4 ABGRENZUNG ZU ANDEREN INTERVENTIONSMAßNAHMEN 17
2.1.5 UNTERSUCHUNGSDEFINITION COACHING 20
2.2 KOMPETENZ 21
2.2.0 KOMPETENZ 21
2.2.1 PÄDAGOGISCH RELEVANTE KOMPETENZ-DEFINITION 22
2.2.2 ANDRAGOGISCH RELEVANTE KOMPETENZ-DEFINITION 24
2.2.3 WEITERE RELEVANTE KOMPETENZ-DEFINITIONEN 27
2.2.4 ANGEBORENE UND ERLERNTE KOMPETENZ 28
2.2.4.1 angeborene Kompetenz 29
I
2.2.4.2 erlernte Kompetenz 34
2.2.5 UNTERSUCHUNGSDEFINITION KOMPETENZ 37
2.3 COACHING-KOMPETENZ 39
2.3.0 COACHING-KOMPETENZ 39
2.3.1 PRAXISKOMPETENZ: BERUFS- UND LEBENSERFAHRUNG 41
2.3.2 SOZIALKOMPETENZ: BEZIEHUNGSFÄHIGKEIT 41
2.3.3 SELBSTKOMPETENZ: PERSÖNLICHKEIT 42
2.3.4 THEORIEKOMPETENZ: BASISWISSEN 42
2.3.5 FELDKOMPETENZ: ARBEITSFELDER 43
2.3.6 METHODENKOMPETENZ: SPEZIFISCHE QUALIFIKATIONEN 43
2.3.7 WEITERE BERUFSBEZOGENE KOMPETENZ-DEFINITIONEN 44
2.3.8 UNTERSUCHUNGSDEFINITION COACHING-KOMPETENZ 46
2.4 DER MENSCH ALS COACH - DER COACH ALS MENSCH 48
2.4.0 DER MENSCH 48
2.4.1. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND 49
2.4.1.1 Der Mensch im griechischen Denken 49
2.4.1.2 Der Mensch im christlichen Denken 51
2.4.1.3 Der Mensch im Denken der Neuzeit 52
2.4.2 DER MENSCH UND SEINE COACHES t EIN BLICK IN DIE VERGANGENHEIT 55
3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG 59
3.1 UNTERSUCHUNGSMETHODIK 60
3.1.0 UNTERSUCHUNGSMETHODIK 60
3.1.1 ERARBEITUNG DES FRAGEBOGENS 60
3.1.2 GÜTE DES UNTERSUCHUNGSVERFAHRENS 62
II
3.2. DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG. 64
3.2.1 DATENERHEBUNG 64
3.2.2 DATENERFASSUNG 64
3.3. DATENVERARBEITUNG 65
3.3.1 DATENBESTAND 65
3.3.2 DATENAUSWERTUNG UND DATENINTERPRETATION 66
3.3.2.1 Untersuchungspopulation 66
3.3.2.2 Spektrum der Coachingkompetenz 76
3.3.2.3 angeborene Kompetenz 79
3.3.2.4 erworbene Kompetenz 86
3.3.2.5 Kompetenzen in der Coaching-Praxis 100
4. RESÜMEE UND AUSBLICK 108
4.1 RESÜMEE 108
4.2 AUSBLICKE 112
I. LITERATURVERZEICHNIS 114
BUCHQUELLEN : 114
INTERNETQUELLEN: 121
III
II. ABBILDUNGS- UND GRAFIKVERZEICHNIS 123
ABBILDUNGEN 123
GRAFIKEN 123
III. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 126
IV. DANKSAGUNG 127
V. ANLAGEN 128
GESCHICHTEN 128
FRAGEBOGEN (LEER) 133
IV
1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
1.1 Das Thema und seine wissenschaftlich-praktische Relevanz
Der Erfolg von Wirtschaftsunternehmen ist der Erfolg eines Landes und der Menschen, die darin leben. Diesen Erfolg dem Zufall zu überlassen, würde an Fahrlässigkeit grenzen und verantwortungslos sein. Es sollte vorausgesetzt werden, dass politisch engagierte wie wirtschaftlich orientierte Personen sowie Organisationen, Parteien, Vereinigungen, wissenschaftliche Einrichtungen dies in gleichem Maße wissen und beherzigen. Und es ist aufbauend auf dieser Annahme davon auszugehen, dass sie danach handeln. Aus der Notwendigkeit heraus, Wissenschaft, in meinem Fall die Pädagogik, in den Dienst der Wirtschaft zu stellen, entstand das Thema dieser ]o}u] c}Z]vP-Kompetenz t angeboren oder erlerntM^. Ausgangspunkt für das Thema und die damit verbundene Forschungsarbeit ist die Tatsache, dass einerseits die menschliche Effizienz wirksam gefördert werden soll, andererseits aber die Formen der Förderung inhaltlich und personell nur in Ansätzen wissenschaftlich standardisiert sind, dass es keine staatlich anerkannte Ausbildung des Personenkreises gibt, der fördernd in den Prozess eingreift (vgl. Rauen 2005, S. 22 u. S. 289ff). Dies mag unter anderem daran liegen, dass vielmals davon ausgegangen wird, Coaching-Arbeit sei in besonderem Maße von der Persönlichkeit des Coachs und von seinem cdov^ abhängig. Talent aber könne man nicht erlernen, das besitzt man oder auch nicht. Die Idee des Themas entstand jedoch nicht nur aus dem Zweck heraus die Pädagogik in den Dienst anderer Wissenschaften und/oder Bereiche zu stellen. Es sei vielmehr }vU}Z]vPo&}ucvÁv^À}vv(vPv]v']
Erziehungswissenschaften fällt. Nicht durch die Erwachsenenpädagogik, sondern auch die Elementarpädagogik, Sonderpädagogik und die Bereiche der außerschulischen Jugendbildung beschäftigen sich sowohl in Lehre als auch Praxis mit Beratung bzw.
1
1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
Coaching. Beratung
t
in unserem heutigen Sprachgebrauch oft oder hauptsächlich Coaching genannt
t
ist auf das Ziel ausgerichtet, dem Ratsuchenden mit Hilfe der Kompetenzen des Beraters (Coach), die Möglichkeit zu bieten, ein Leben in Autonomie und Mündigkeit zu führen.
t] ]vPZµ
]v ]vu
µ(Ì
cGut
beraten sein.
ÁZvv]oµvPoWl]lP}P]ZµvP^~îììñZ],
stellt der
dÆct]µ(loµvP^À}v
Das Problem der Menschen ist nun aufgedeckt, die Lösung klar vermittelt. Wie jedoch erreicht bzw. gelangt man zur Mündigkeit. Sie stellt sich keineswegs stillschweigend oder automatisch ein. Nein, Mündigkeit bedarf der Anstrengung und dem Anspruch, sein Leben moralisch gut und nach allen Regeln der Vernunft zu führen. Eben diesen Anspruch erfüllt pädagogische Beratung (vgl. Dörpinghaus 2005, S. 80f). Coaching und die, die diesen Teilbereich pädagogischer Beratung ausüben sollten sich diesem Anspruch verbunden sehen und ihn aufgrund ihrer Kompetenzen, welche es in dieser Arbeit zu betrachten gilt, an die Ratsuchenden weitergeben.
Die wissenschaftlich-praktische Relevanz des Themas liegt in der Situation begründet, die den Weiterbildungsmarkt im Allgemeinen und das Gebiet des Coachings im Besonderen betrifft. Die Tätigkeit des Coaches, des Trainers, des Beraters, des Supervisors, des Tutors, des Dozenten und des Weiterbildners gründet nicht auf einer staatlich anerkannten Ausbildung und einem entsprechend anerkannten Abschluss, sondern ist ein Produkt des freien Marktes. Somit bestimmen Angebot und Nachfrage Form, Dauer und Abschluss der Coaching-Ausbildung. Hinzu kommt, dass die Ì]ZvµvP c}Z^ l]v PZºÌ µfsbezeichnung ist und sich demzufolge jeder als Coach bezeichnen darf und als solcher arbeiten kann, auch ohne dass er eine entsprechende Ausbildung absolviert hat (Rauen 2005, S.22). Ob der Coach die Möglichkeit erhält, als solcher tätig zu sein, hängt allein vom Auftraggeber ab. Diesem obliegt es, an Hand von Lebenslauf und Referenzen zu überprüfen, ob von einer
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
qualifizierten Arbeit ausgegangen werden kann und ob eine erfolgreiche Erfüllung der gestellten Ziele zu erwarten ist. Unter diesem Aspekt, ist eine Abklärung des Sachverhaltes, welche Anforderungen Coaching beinhaltet und welche Kompetenz der Coach besitzen muss, um diesen gerecht zu werden, notwendig. Dies ist durchaus bereits geschehen und bildet die Grundlage der unterschiedlichen Aus- und Weiterbildungspläne der verschiedenen Weiterbildungsinstitute. Inwieweit dabei zwischen angeborener und erlernter Kompetenz unterschieden wird, muss untersucht werden. Gleiches gilt für jene Teile des Coachings, welche an den medizinischen Bereich grenzen beziehungsweise in diesen gehören. Somit ist in der Diplomarbeit abzuklären oder zu definieren, was die Begriffe angeboren, erlernt, Kompetenz beinhalten, gleichzeitig sind die Grenzbereiche zwischen Coaching und anderen Beratungsformen zu kennzeichnen. Auf der Grundlage gängiger oder selbst definierter Begriffe sind Untersuchungen durchzuführen, Ergebnisse zu dokumentieren, Erkenntnisse zu formulieren und Empfehlungen auszusprechen. Die oben genannte Vorgehensweise verlangt theoretische wie praktische Kenntnisse und die Fähigkeit, auf der Grundlage dieser Einheit zu Erkenntnissen zu gelangen. Meine Erfahrung auf dem Gebiet der Pädagogik, mein bisheriges Eingebundensein in die Prozesse des Coachings, der pädagogischen und psychologischen Beratung sollen die praktische Basis des Vorgehens bilden. Mein im Pädagogik-Studium erworbenes Wissen und Können soll die Objektivität der erhobenen Daten, der ermittelten Fakten und die Korrektheit der abgeleiteten Empfehlungen gewährleisten. Als Ergebnis der Diplomarbeit werden für folgende fünf Thesen und ihre Aussagen Verifizierung oder Falsifizierung angestrebt: These 1 cvP}v bestimmt die wirksame Coaching-ArbeitX^
These 2 cErlerntes ist zwingend erforderlich, um in diesem Tätigkeitsfeld dauerhaft erfolg]Z̵]v^X
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
These 3 c/v oov Coaching-Bereichen sind erlerntes Wissen und Können unverzichtbar^X
These 4 c](º(}o]Zv spezifischen KompetenzvuºvovÁv^X These 5 cCoaching-Arbeit beinhaltet vorwiegend Problem- und Konfliktlösung und bedarf bei Grenzüberschreitung bzw. Überforderung der Unterstützung anderer &Z]Ì]o]vv^X
1.2 Fragestellung
Die Fragestellung ist die Grundlage dieser Untersuchung und gleichermaßen die des Erkenntnisgewinns. Mit ihrer Hilfe soll es gelingen, die Thematik zu strukturieren, das Vorgehen zu planen und die Ergebnisse in den Forschungskontext einzuordnen. Die folgenden Fragen sollen diesem Vorhaben dienen. Sie werden sowohl theoretisch, als auch empirisch untersucht werden. Fragenl}uoÆc}Z]vP-K}uvÌ^ N Was bezeichnet man als Coaching-Kompetenz?
N Welche Aspekte der Coaching-Kompetenz sind als angeboren einzuordnen, welche als erlernt?
N Wie hoch ist der Anteil angeborener Kompetenz gegenüber dem der erlernten? N Gibt es erlernte Kompetenz, die zwingend auf angeborener Kompetenz beruht und ohne diese nicht auszuprägen ist?
N Welche angeborene Kompetenz ist unverzichtbar für den Coaching-Beruf? Fragenl}uoÆc}Z]vP-A]^
N Für welchen Bereich der Coaching-Arbeit fühlt sich der Coach gut gerüstet? N Für welchen Bereich der Coaching-Arbeit hat der Coach Bedarf an Wissenserwerb und an Könnensentwicklung?
N Hinsichtlich welcher Anforderungen fühlt sich der Coach nicht zuständig?
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
N Wie verhält sich der Coach bei Anforderungen, die anderen Fachdisziplinen zuzuordnen sind?
N Welche Unterstützung benötigt der Coach bei Anforderungen, die mit seinen spezifischen Kompetenzen nicht abzudecken sind?
1.3 Herangehensweise
Die Bearbeitung der Fragestellung und die Beantwortung der aufgeworfenen Fragen bedarf einer Herangehensweise, die sowohl die theoretische Basis der behandelten Problematik, als auch die auf Praxisdaten beruhenden Erkenntnisse zur Grundlage hat. Das Forschungsvorgehen, wie auch die schriftliche Darstellung desselben tragen diesem Anliegen Rechnung.
Das Kapitel cooµvP hvµZµvP}ou]l^ (1) soll die Praxisrelevanz des Themas aufzeigen und informiert über die angestrebten Forschungsergebnisse. Fragestellung, Fragekomplexe und Einzelfragen kennzeichnen den theoretischen und empirischen Inhalt der Forschungsarbeit. Die wissenschaftlich-praktische Herangehensweise wird erläutert.
Das Kapitel c}Z]vP^ (2.1) beinhaltet die Auseinandersetzung mit dem Thema Coaching. Allgemeine und spezielle Definitionen werden genannt und auf deren Entstehung sowie Gebrauch untersucht. Coaching-Konzepte und Coaching-Methoden werden charakterisiert, Anwendungsgebiete erörtert, Möglichkeiten und Grenzen des Coachings aufgezeigt.
Das Kapitel c<}uvÌ^ (2.2) befasst sich mit dem Kompetenz-Begriff im Allgemeinen und dem der Coaching-Kompetenz im Besonderen. Wissenschaftliche Betrachtung und praxisbezogene Erörterung bilden den Schwerpunkt. Der Aspekt, inwieweit Kompetenz angeboren oder erlernt ist, wird ebenfalls behandelt. Der bei der
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
Coach-Befragung eingesetzte Fragebogen fußt überwiegend auf den in diesem Kapitel gewonnenen Erkenntnissen.
<]oc}Z]vP-<}uvÌ^(2.3)
befasst sich mit den Kompetenzen, welche ein Coach besitzen sollte, um seiner Berufung erfolgreich nachgehen zu können. Desweiteren befasst sich das Kapitel
c}Z]vP-K}uvÌ^u]
Das <]o c}Z]vP-K}uvÌ^ ]o v ^ZÁµvl Z}]Zv d]o und die Grundlage für den empirischen Teil der vorliegenden Arbeit. In ihm wird der Kompetenz-Begriff im Allgemeinen und der, der Coaching-Kompetenz im Besonderen behandelt. Außerdem wird der Frage nachgegangen, inwieweit Coaching-Kompetenz erlernt oder aber angeboren ist. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sind, wie die Kompetenz-Definition, Bestandteil der empirischen Untersuchung. Das Kapitel c DvZ o }Z t der }Z o DvZ^ (2.4) betrachtet den c]v uvZo]Zv^ pekt der Coaching-Tätigkeit. Es wird dem Menschenbild in seiner Entwicklung und Beurteilung nachgegangen, das Selbstverständnis des Coaches und seine Tätigkeit unter diesem Aspekt beleuchtet. Dabei bleibt nicht unbeachtet, inwiefern die bewusste oder unbewusste Entscheidung für den Coaching-Beruf auf cvP}v}Z]vP-<}uvÌ^̵ºl̵(ºZv]X
Das Kapitel cu]]Z hvµZµvP^ (3.) beinhaltet den empirischen Teil der Arbeit. Die wissenschaftliche, personelle und praktische Vorbereitung der Datenerhebung wird dargestellt und Entwicklung und Einsatz des Fragebogens beschrieben. Ergebnisdarstellung und Dateninterpretation bilden den Schwerpunkt dieses Kapitels.
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
Das Kapitel cResümee und Ausblick^ (4) fasst die Ergebnisse der Forschungsarbeit zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden den angezielten Aussagen gegenübergestellt. Nunmehr Feststehendes wird definiert und noch nicht Bewiesenes charakterisiert. Mit der Beschreibung des praktischen Nutzens der Forschungsarbeit endet dieses Kapitel und die Arbeit als Ganzes.
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
2.1. Coaching
2.1.0 Coaching
Dieses Kapitel soll dazu dienen, den Begriff c}Z]vP^ zu kennzeichnen und aus der Vielfalt der Meinungen zu einer für diese Forschungsarbeit gültigen Definition zu gelangen. Viele Autoren und Wissenschaftler unternahmen bereits den Versuch, eine einheitliche Definition zu finden und diese als Lehrmeinung zu etablieren. Pallasch und Wv ~îììñ luv ̵ ]v]ZW ct ]Z Zµ ]vv mo]l º ] Angebote, Programme, Ansätze und Konzepte, die unter der Überschrift Coaching, firmieren, verschaffen möchte, steht vor einer Sisyphusarbe]X^ (Pallasch/ Petersen 2005, S. 70ff). Ebenso sah es Uwe Böning, er sieht CoaZ]vP]v]vucµvv^hu(oW c] ] ]v Z]oonde Regenbogenlandschaft, in die man blickt, wenn man den P](( c}Z]vP^ ]vP( ̵ uZv ÀµZ µv ÀZv Á]ooU Á µv Pvµ ̵ ÀZv ]X Y P](( µv ]v sÁvµvP ]v v]Z PZºÌX^ (Rauen 2005, S. 21). Coaching ist demnach ein Sammelbegriff, der sowohl in Seminarveranstaltungen der Astrologie, bis hin zur Zahnmedizin vertreten ist, aber auch in diversen Interneteinträgen: z. BXWc&oµPvP- }Z]vP^Ucv- }Z]vP^ }cv- Coaching (Rauen 2005, S. 22) vorkommt.
Weiterhin ist es für die Beantwortung der Frage t ct] ]v d]v ̵ ]vv <}uvÌv l}uuM^ v}u µ(Zoµ]Z, den Begriff der Kompetenz zu oµvU cµ(l]Z ,vovU l}vl ^]µ]}vvµv ] l]À]tät des ^µil^Àerweist (Hof 2002, S. 80).
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
2.1.1 Definitionen von Coaching
Ausgehend davon, dass die Definitionen für Coaching vielfältig und vielgestaltig sind, erscheint es angebracht, die Entwicklung des Begriffs von seinem Ursprung her zu verfolgen. Wortgeschichtlich, aus dem Englischen stammend, Ì]Zvc}Z^] Kutsche oder den Kutscher. Der Transport von einem Ort zum anderen ist hier bereits inhaltlich gegeben, wobei bei der Begrifflichkeit nicht zwischen Transportmittel und Transportierendem unterschieden wird. Beide Formen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Die Fortbewegung einer Person jedoch ist bereits jetzt gegeben. Dies mag auch die Ursache dafür sein, dass dieses Wort in späterer Zeit zur Kennzeichnung des Fortbewegens einer Person von einem Zustand A (Ist-Zustand) zu einem Zustand B (Soll-Zustand) verwendet wurde und sich als solcher etablierte. Der Begri(( c}Z^ ovP durch die fachliche und psychologische Betreuung von Sportlern an Popularität und wurde in den USA auf den betrieblichen Bereich übertragen und entsprechend erweitert.
Der Coach bzw. das Coaching initiiert und begleitet die Veränderung einer Person. Wie dies zu geschehen hat, ist reglementiert und unterscheidet das Coaching von einigen anderen Formen der Beeinflussung des Menschen durch den Menschen. Allgemein formuliert, handelt es sich beim Coaching um eine Beratungsform, die auf Gleichberechtigung, partnerschaftlicher Zusammenarbeit, Personenzentriertheit, Professionalität, Ressourcenorientiertheit sowie Lösungsorientiertheit, Freiwilligkeit und gegenseitige Akzeptanz beruht. Diese Merkmale werden als Säulen des Coachings bezeichnet und finden sich in ihrer Gesamtheit oder in Einzelteilen in den verschiedenen Coaching-Definitionen wieder. Als Beispiel mögen die folgenden drei Begriffserklärungen dienen.
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Begriffserklärung mit Schwerpunkt: Beratung für den Einzelnen Coaching ist
N cein personenzentrierter Beratungs- und Betreuungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann und zeitlich begrenzt ist (Rauen 2005, S. 26)^, (keine Rat-Schläge, sondern individuelle Prozess-Beratung im Sinne einer auch präventiven Hilfe zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung) N auf der Basis einer tragfähigen und durch gegenseitige Akzeptanz gekennzeichneten Beratungsbeziehung in mehreren freiwilligen und vertraulichen Sitzungen abgehalten wird, (d.h. der Klient wünscht Coaching freiwillig von sich aus, und der Coach sichert ihm absolute Diskretion zu) N für eine bestimmte Person (Gruppen-Coaching. für eine genau definierte Gruppe von Personen) mit Managementaufgaben N durch einen (oder mehrere) Berater mit psychologischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen sowie praktischen Erfahrungen bezüglich der thematischen Problemfelder (um die Situation des Klienten fundiert einschätzen und ihm qualifiziert helfen zu können) N der auf der Basis eines ausgearbeiteten Coaching-Konzeptes agiert (um dem Klienten gegenüber sein Vorgehen und die verwendeten Interventionen erklären zu können und somit transparent und bewusstseinsfördernd zu arbeiten)^
Ziel ist immer die (Wieder-)Herstellung und/oder Verbesserung der Selbstregulationsfähigkeiten des Klienten, d.h. der Coach muss den Klienten derart beraten bzw. fördern, dass dieser den Coach nicht mehr benötigt (vgl. Beckermann und Unnerstal 1990, S. 26, zit. n. Rauen 2005).
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Begriffserklärung mit Schwerpunkt: Wirtschaft/Beruf/Unternehmen Coaching ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- und Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen und Organisationen. Das Ziel des Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen bezüglich primär beruflicher Anliegen, Problemen und Aufgaben.
Als ergebnis- und lösungsorientierte Beratungsform dient Coaching der Steigerung und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit. Als ein auf individuelle Bedürfnisse abgestimmter Beratungsprozess unterstützt Coaching die Besserung der beruflichen Situation und das Gestalten von Rollen unter anspruchsvollen Bedingungen. Durch die Optimierung der menschlichen Potenziale soll die wertschöpfende und zukunftsgerichtete Entwicklung des Unternehmens/der Organisation gefördert werden.
Inhaltlich ist Coaching eine Kombination aus individueller Unterstützung zur Bewältigung verschiedener Anliegen und persönlicher Beratung. In einer solchen Beratung wird der Klient angeregt, eigene Lösungen zu entwickeln. Der Coach fungiert Z]]octPÁ]^̵u Erkennen von Problemursachen und dient daher zur Identifikation und Lösung der zum Problem führenden Prozesse. Der Klient lernt so im Idealfall, seine Probleme autonom zu lösen, sein Verhalten, sein Handeln und seine Einstellungen weiterzuentwickeln und effektive Ergebnisse zu erreichen. Eine grundsätzliche Eigenschaft des professionellen Coachings ist die Förderung der Selbstreflexion und -wahrnehmung und die selbstgesteuerte Erweiterung, bzw. Verbesserung der Möglichkeiten des Klienten bzgl. Wahrnehmung, Erleben und Verhalten (DBVC 2009). 1
1 http://www.dbvc.de/cms/index.php?id=361, Zugriff am 26.05.2009, Uhrzeit: 19:33
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Begriffserklärung mit Schwerpunkt: Coach-Klienten-Beziehung
Coaching ist eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Zusammenarbeit eines Beraters mit einem Klienten. Coaching bedeutet, dem Klienten in seiner Arbeitswelt einen cl}o}P]Zv^ µPvP ̵ ]vv Z}µv, Optionen bzw. Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Der Klient soll durch die gemeinsame Arbeit an Entschlossenheit, Handlungs-und Bewältigungskompetenz gewinnen. Coaching ist eine handlungsorientierte, zielgerichtete, lösungsorientierte und demnach hilfreiche Interaktion. Ein Coach gibt Rückmeldung. Er ermöglicht dadurch Reflexion bezüglich des Beratungskontextes und eröffnet dem Klienten neue Perspektiven. Die Beratung kann sich auf verschiedene Lebensbereiche erstrecken: Arbeitswelt, Karriere, Beziehung, Familie, Sport und Anderes. Vereinzelt wird von Business- oder Executive-Coaching gesprochen, wenn die Themen sich eher um Beruf und Karriere bewegen und wenn der Klient eine Führungsperson, entsprechend einer Stellung des Managers, des Funktionärs oder des Geschäftsführers etc., ist. Auf der anderen Seite spricht man von Personal-Coaching, Life-Coaching oder psychologischer Beratung, wenn die Themen der Beratung auch Partnerschaft, Familie, Work-Life-Balance und Ähnliches umfassen (vgl. Migge 2007, S. 22).
2.1.2 Varianten des Coaching
Die hier genannten drei Definitionen, die eher als Beschreibungen zu bezeichnen sind, sollen die Vielfalt der Betrachtungsweise und der dafür verwendeten Begrifflichkeit verdeutlichen. Eine kurze, prägnante und für alle Bereiche gültige Definition ist in der Literatur nicht zu finden. Das gilt auch für v P](( c}Z]vP^. Es existiert eine Vielzahl von Ansätzen, Modellen und Coaching-Konzeptionen und ebenso viele Bezeichnungen: Individual-Coaching, Systemisches Coaching, Team-Coaching, Persönlichkeits-Coaching, Crash-Coaching, Meister-Coaching, Manager-Coaching, Selbst-Coaching, Mitarbeiter-Coaching, Gesundheits-Coaching, IT-Coaching,
Conversion-Coaching. Hinzu kommt ein breites Spektrum an Coaching und Betreuung
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
im Sport-Sektor. Allen Varianten des Coachings ist jedoch eines gemein: sie folgen einer Grundidee. Im Mittelpunkt des Coachings steht der Klient. Unabhängig davon, welcher Theorie das Coaching folgt, von welcher Schule es geprägt ist, welches methodisches Grunddesign bevorzugt wird und um welche Arbeitsfelder es sich handelt. Nach ihm richten sich alle Aktivitäten. Die folgenden Coaching-Varianten sollen das Grundprinzip und die unterschiedliche Herangehensweise in anschaulicher Art verdeutlichen(vgl. Pallasch/Petersen 2005, S. 70ff). Contextuelles Coaching
oc}vƵoo}Z]vP^Ì]Zvuvcv}uo^}Z]vPUXZXdass es sich in dieser kontextbezogenen Beratungssituation um eine normale Fragestellung von calltäglichen^ Menschen handelt. Diese Menschen befinden sich in einer zeitlich begrenzten Problemlage und gelangen mit cPÁZvo]Z^ Coaching-Arbeit zusammen mit einem cdurchschnittlichen^ Fachmann zur Lösung ihres Problems t kurzum: Coaching ohne thematische und methodische Besonderheiten (ähnlich einer Arztkonsultation bei harmlosem Infekt) (vgl. ebd. 2005, S. 74f). Personales Coaching
Hier wird das Coaching definiert, in dem sich der Coachee (der Gecoachte) mit seiner gesamten Persönlichkeit in einer elementaren und thematisch sehr komplexen Problematik befindet. All seine kognitiven, emotionalen und sozialen Bezüge sind in diese Situation verwoben. Die Thematik ist lebensübergreifend, sie berührt und thematisiert die prinzipielle Lebensweise, die Lebenseinstellung und die zukünftige Lebensgestaltung. Erzwungene und plötzliche Ereignisse wie Trennungen vom Partner, schwere Krankheiten, persönliche Verluste von nahestehenden Personen, Entlassung, Umzug, Zweifel an den eigenen Kompetenzen, Berufswechsel,
Belastung/Überforderung etc. sind Gründe bÌÁX /v]l}v (º cW}vo }Z]vP^X cW}vo}Z]vP^]o}]uÁ]v^]vv]vcWvo]Zl]- u] ºÁ]Pv }vou À} oou }Z]vP^ &}lµU
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
gesprächspsychotherapeutische Techniken oder andere therapeutische Interventionen fordert (vgl. ebd. 2005, S. 75). Crash-Coaching
Beim Crash-Coaching wird auf Wunsch des Coachee eine eingegrenzte Problematik extrem sachorientiert ohne jegliche personale Bezugnahme und ohne psychologischtherapeutische Interventionen äußerst schnell und zügig bearbeitet und gelöst. Somit steht in dieser Form des Coachings das Problem im Vordergrund, nicht die darin verwickelte Person. Es werden anstelle der helfenden pädagogischen und psychologischen Eingriffe eher sachlich intensive, möglichst kurze und klare, konfrontative, sehr aufgaben- und lösungsorientierte methodische Vorgehensweisen gewählt. Crash-}Z]vP lvv uv uvZ µZ o cKurzzeit-}Z]vP^ beschreiben (vgl. ebd. 2005, S. 78).
In der bisherigen Betrachtung von Coaching standen die Definition und die Begriffserklärung im Vordergrund. Das Vier-Ebenen-Modell von Pallasch und Petersen zeigt Coaching als einen Bestandteil von weltweit praktizierten Beratungsformen. Es führt uns ausgehend von der Ebene der Ansätze, Konzepte, Ausrichtungen über die Ebene der Coaching-Varianten bis hin zur Ebene der einzelnen Handlungsprinzipien, Techniken und Methoden. Das Modell verdeutlicht Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der einzelnen Coaching-Formen und gibt damit einen guten Überblick über Form, Inhalt und Aktionen des Coachings.
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
2.1.3 Anwendungsgebiete und Anwendungsbereiche
Coaching ist eine der Antworten auf den Bedarf des Menschen, Defizite zu reduzieren beziehungsweise zu beseitigen und sich dabei der Hilfe und Unterstützung des Rates Dritter zu bedienen. Im Folgenden soll auf diesen Sachverhalt näher eingegangen werden, wobei Fachleute zu Wort kommen, die Weg und Ausweg charakterisieren. Generell kann man feststellen, dass nahezu in jeder Situation, in der Menschen vor Problemen stehen, an Grenzen stoßen oder Weiterentwicklung und Weiterbildung suchen, Coaching zum Einsatz kommt (vgl. Rauen 2005, S. 21). Anlässe und demzufolge auch Anwendungsbereiche weisen nach Heß und Roth (2001) eine große Vielfalt und Bandbreite auf. Sie bestätigen Rauens Ansatz, dass in nahezu allen individuellen (persönliche Faktoren, berufliche Deformation, Burn-Out, MobbingYµv l}ool]Àv (Umstrukturierung, Krisen durch Fusionen, politische Veränderungen) Krisen sowie bei gänzlich allen individuellen (Karriereberatung, RollenberatungY µv l}ool]Àv (Etablierung von Qualitätszirkeln, Entwicklung neuer Angebote, Implementierung neuer Führungskonzepte) Verbesserungswünschen Coaching zum Einsatz kommt (vgl. Heß/Roth 2001, S. 25).
Es würde zu weit führen, alle Situationen aufzuzeigen und zu charakterisieren, die Coaching erforderlich machen. Deshalb soll an dieser Stelle eine an Sonja Raddatz (2006, S. 85) orientierte, Darstellung erfolgen, die sich auf drei der wichtigsten Coaching-Felder bezieht: Beruf, Privatleben und Organisation. Beruf: Karriereentwicklung, Berufswahl, Ausgefülltheit im Beruf, Probleme, die im Zusammenhang mit dem Berufsleben auftreten, Berufswechsel sowie Motivation und Leistung sind die am häufigsten genannten Momente und Situationen, die zu Coaching führen.
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Privatleben: Harmonie/Zwietracht in der Familie, Probleme in der Partnerschaft, Freizeit und familiäre Verantwortung ins Gleichgewicht bringen, Umzüge, Abnabelung von den Eltern/Kindern, Gleichberechtigung zwischen Eheleuten/Partnern, Probleme mit dem Selbstbild und Probleme mit den eigenen Kompetenzen (fehlendes bzw. besonders ausgeprägtes Selbstbewusstsein) sind hier zu nennen, wenn es um die Inanspruchnahme von bzw. den Wunsch nach Coaching geht. Organisation: Visions-und Strategieentwicklung, Überlegungen zur
Unternehmensphilosophie/-kultur, Umstrukturierungen, Entscheidungsfindungen und die Entwicklung neuer Produkte oder Leistungen sind in diesem Anwendungsgebiet die am meisten geforderten und demzufolge am häufigsten cP}Zv^ ]Z (vgl. Raddatz 2005, S. 85).
Die hier vorgenommene Trennung bedeutet nicht, dass diese drei Felder in der Praxis auch getrennt und unabhängig voneinander vorzufinden sind. Die Dreiteilung dient lediglich der Übersicht und ist auch so zu verstehen. Diesbezüglich ist außerdem festzustellen, dass Coaching einerseits separat, also innerhalb des jeweiligen Bereiches, und andererseits im Spannungsfeld zwischen diesen Bereichen und deren einzelnen Teilgebieten stattfindet (vgl. ebd. 2005, S. 86).
2.1.4 Abgrenzung zu anderen Interventionsmaßnahmen
Will man Coaching von anderen Interventionsmaßnahmen abgrenzen, ist es erforderlich, jene anderen zu beschreiben, Gemeinsamkeiten und Unterschiede darzustellen und diese zum Coaching in Beziehung zu setzen. Dies gelingt besonders gut mit dem von Pallasch und Petersen erstellten 4-Ebenen-Modell (siehe 2.1.2, S. 15). Klassische Beratung: Klassische Beratung sind Beratungsleistungen in den Bereichen Planung und Organisation (Pallasch/Petersen 2005, S. 12).
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Supervision: Supervision ist eine Form der Beratung, die Einzelne, Teams, Gruppen und Organisationen bei der Reflexion und Verbesserung ihres privaten, beruflichen oder ehrenamtlichen Handelns begleitet (vgl. Lippmann 2009,S. 10). Intervision: Intervision ist eine kollegiale Beratungsform, die in ihrem Anliegen der Supervision nahe ist. Im Unterschied zur Supervision wird die Intervision reihum geleitet: Ein Kollege bringt einen Fall ein, ein anderer leitet die Beratung (vgl. ebd. 2009, S. 12).
Coaching: Coaching ist als die lösungs- und zielorientierte Begleitung von Menschen, vorwiegend im beruflichen Umfeld, zur Förderung der Selbstreflexion sowie der selbstgesteuerten Verbesserung der Wahrnehmung, des Erlebens und des Verhaltens zu verstehen. Der Coach begleitet den Klienten bei der Realisierung eines Anliegens oder der Lösung eines Problems (siehe 2.1.1, S. 9-12).
Mediation: Mediation ist ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung oder Vermeidung eines Konfliktes. Die Konfliktparteien wollen mit Unterstützung einer dritten, unparteiischen Person zu einer einvernehmlichen Vereinbarung gelangen. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich (Breidenbach 1995, S. 4). Therapie: Im Vier-Ebenen-Modell ist damit die Psychotherapie gemeint. Sie steht als Oberbegriff für alle Formen psychologischer Verfahren, die ohne Einsatz medikamentöser Mittel auf die Behandlung psychischer und psychosomatischer Krankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen abzielen (vgl. Riederer/Laux/Pöldinger 1992, S. 460).
Vergleicht man Coaching mit anderen Verfahren, so zeigt sich, dass die Begleiterrolle, das Zusammensein von Coach und Klient über einen längeren Zeitraum das entscheidende Moment ist. Lediglich in der Psychotherapie ist dieser zeitliche Aspekt
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
noch zu finden. Hier jedoch findet keine Begleitung im natürlichen Umfeld statt, sie beschränkt sich auf die Praxis. Psychotherapie ist in ihrem Vorgehen auf die Reflexion des Patienten angewiesen und kann den Verlauf der Problembewältigung nicht vor Ort verfolgen. Der Coach bewegt sich in der Regel im Problemfeld des Klienten und leitet sein Vorgehen zusätzlich seiner eigenen Wahrnehmung ab. Dass der Coaching-Prozess Parallelen zu anderen Interventionsmaßnahmen aufweist, ist selbstverständlich. Dies gilt auch für das Werkzeug des Coaches und für sein Methoden-Arsenal. Björn Migge betont ]v]vuµZWc,vµZ}Z]vPµvµvP^~îììó: Coaching ist also weder Psychotherapie, noch Supervision, noch psychologische Beratung, jedoch sind die Grenzen nicht eindeutig definiert und daher eher als fließend zu betrachten (vgl. Migge 2007, S. 22f). Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Coaching, Psychotherapie, psychologischer Beratung und Supervision werden auch von Heß und Roth (2001) erörtert. Für das Anliegen dieser Arbeit, zu untersuchen, inwieweit Coaching-Kompetenz erlernt oder angeboren ist, sind diese Ausführungen jedoch nicht von Relevanz und finden demzufolge hier keinen größeren Niederschlag. Festzuhalten ist, dass Coaching seit langem als eigenständiger und fest etablierter Beratungszweig existiert. Das Spektrum der Coaching-Inhalte hat sich im zurückliegenden Jahrzehnt erheblich erweitert und die Tatsache, dass Coaching ganz selbstverständlich zum Unternehmensalltag, vor allem größerer Wirtschafts- und Handelsunternehmen gehört, unterstreicht die nachgewiesene Wirksamkeit dieser Interventionsmaßnahme. Dies zieht nach sich, dass der Berufszweig des Coaches eine bemerkenswerte Ausweitung erfährt. Das geht einher mit einer Vervielfachung jener Personen, die sich zu dieser Tätigkeit berufen fühlen oder aber aus vielerlei anderen Gründen Coach sein wollen. Somit ist es nicht nur legitim, sondern durchaus notwendig, zu fragen, welche Kompetenzen für die Ausübung dieser Tätigkeit erforderlich sind und ob sie im Wesentlichen angeboren oder aber erlernt sind. Dieser Problematik soll in dieser Arbeit nachgegangen werden.
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
2.1.5 Untersuchungsdefinition Coaching
Die Diskussion des BegriffcCoaching^ erfolgte mit dem Ziel, über eine Vielzahl von Begriffsbeschreibungen zu jener Definition zu gelangen, die in der empirischen Untersuchung verwendet werden soll. Die Untersuchungsdefinition hat umfassend, präzise und verständlich zu sein, die wesentlichen Komponenten des Untersuchungsobjektes als auch die Untersuchungsintention des Autors zu beinhalten. Außerdem muss die Untersuchungsdefinition in einer Sprache abgefasst sein, die in hohem Maße garantiert, dass der Proband den Sachverhalt so versteht, wie der Autor dies beabsichtigt und damit in der Lage ist, entsprechend des Untersuchungsvorhaben zu reagieren.
Der in der empirischen Untersuchung verwendete Begriff für Coaching lautet folgendermaßen:
Coaching ist ein interaktiver, personenzentrierter Beratungs- und Begleitungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann, wobei die beruflichen in der Regel den Anlass des Coachings bilden.
Der Coach ermöglicht dem Klienten das Erkennen von Problemursachen und befähigt ihn, eigene Lösungen zu entwickeln, Probleme eigenständig zu lösen, Verhalten und Einstellung so zu verändern, dass gewünschte Effekte und angezielte Ergebnisse erreichbar sind.
Ein grundsätzliches Merkmal des Coachings ist die Förderung der Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung mit dem Ziel, beim Klienten eine selbstgesteuerte Erweiterung bzw. Verbesserung von Wahrnehmung, Erleben und Verhalten zu erreichen.
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
2.2 Kompetenz
2.2.0 Kompetenz
<]oc<}uvÌ^(]Zu] der Kennzeichnung von Kompetenz und geht auch der Frage nach, in welchen Teilen diese als angeboren oder als erlernt angesehen werden kann beziehungsweise angesehen werden muss.
Kompetenz ist einer jener Begriffe, die in die Alltagssprache eingegangen sind und die damit verbundene Verknappung, Vergröberung und Verallgemeinerung erfahren haben. Hier ist es besonders wichtig, das umgangssprachlich gebrauchte Wort deutlich À}u Á]vZ(o]Z µvuµv P](( c<}uvÌ^ ̵ vnen die gängigen Definitionen zu analysieren und sich für eine derselben im Fortgang der Arbeit zu entscheiden.
Die Vielfalt der Kompetenz-Definitionen macht es erforderlich, ein Ordnungssystem aufzustellen, das eine vergleichende Betrachtung und Beurteilung ermöglicht. Dies ist in der Vergangenheit bereits geschehen und soll hier als Basis der Auseinandersetzung mit dem Kompetenz-Begriff dienen. Zuerst jedoch sei der Ursprung des Wortes angeführt. t} c<}uvÌ^ l}uu µ u >]v]Zv und gibt mit seiner µµvP cvPuv^ ~}uv µv c̵uuv((v^ ~}u ] die Richtung der Begrifflichkeit an. Im anglistischen Sprachgebrauch bedeutet c}uv^]v]cZ]o]Ç}}}uZ]vPÁoo^, ca skill that you need in a particular jo } (} ]µo l^ µv v] ^Z }Á Z }µU v organization or a person has t}oÁ]Z}uZ]vP_ (Oxford University Press 2008 2 ). Fähigkeit, Tüchtigkeit, Zuständigkeit, Können und Befugnis werden als Inhalt von Kompetenz angesehen. ] Z ooPu]vv cµv^ uvZo]Z
Beschaffenheit müssen nicht zwangsläufig als Kompetenzbestandteil gesehen werden. Demzufolge erscheint es hilfreich, eine Kategorisierung vorzunehmen, die
2 http://www.oup.com/oald-bin/web_getald7index1a.pl Zugriff am 02.04.2009 Uhrzeit: 15:35 Uhr
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Kompetenzinhalte hinsichtlich ihrer Relevanz für verschiedene menschliche Lebens-und Arbeitsbereiche deutlich macht. Dies soll hiermit geschehen. Als relevante Definition wird demzufolge eine Begriffserklärung bezeichnet, welche auf den Inhalt eines speziellen Fachgebietes zugeschnitten ist und die eindeutige Verwendung des Begriffs in demselben ermöglicht. In der Fachliteratur werden pädagogisch, juristisch, biologisch, soziologisch, sprachwissenschaftlich und andragogisch relevante Definitionen angeführt und erläutert. Auch wenn ein Großteil der Definitionen in der vorliegenden Arbeit keine Beachtung findet, soll Aufgrund der besseren Übersicht eine kurze Charakteristik erfolgen.
2.2.1 Pädagogisch relevante Kompetenz-Definition
Die pädagogisch relevante Definition bezieht sich auf den pädagogischen Bereich. Es ist nicht verwunderlich, dass sie im Falle des Kompetenz-Begriffes die am Weitesten verbreitete ist. Schließlich findet Erziehung unentwegt und überall statt. Sie ist die Einflussnahme auf die Veränderung des Menschen und dessen alltäglichen Bestrebens. Das gilt nicht nur für Pädagogen, sondern auch für eine Vielzahl anderer, privat und µ(o]Z]Pcsv^uvZo]Zv^]vµvÁµ]vX] ursprünglich auf den Knaben und später auf das Kind gerichtete Ì]ZµvPÁ]vZ(cWP}P]l^]uooPo]Zv^ZPµZµ(oo Altersgruppen bezogen wird, sei hier angemerkt.
Der Duden (2006) erklärt Kompetenz mit Sachverstand, Zuständigkeit und Fähigkeit. Im Wörterbuch der Pädagogik von W. Böhm (2000) kennzeichnet man in Bezugnahme auf Chomsky <}uvÌvoc,voµvPuPo]Zl]vµvZPoµlµvUXXX] XXX l}vl ,voµvPÁ]v ZÀ}]vPv^(S. 309). Dabei ist die Performanz der sichtbare Ausdruck der Handlungspotenziale, der so genannten Kompetenzen (vgl. Vonken 2005, S. 19f). Die Beobachtung der Handlung lässt Rückschlüsse auf das Vorhandensein einer inneren Disposition bzw. einer Kompetenz zu (vgl. Reischmann 2003, S. 4). Andere Begriffsdefinitionen bringen Kompetenz mit individueller
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Selbstverwirklichung in Verbindung und bezeichnen sie als eine Grundbedingung von Erziehung. Im gleichen pädagogischen Kontext stehen auch jene Definitionen, die Kompetenzen als Ergebnisse von Lernprozessen bezüglich bestimmter Aufgaben und Anforderungen ansehen. H. Roth spricht von Kompetenz und Selbstkompetenz und meint mit letzterer die, durch Lernprozesse erworbene Fähigkeit, eigenverantwortlich handeln zu können. Letztendlich wird in allen Definitionen die Brückenfunktion der Kompetenz deutlich, wobei K. North explizit darauf verweist, dass zum Wissen (Sachverstand) und Können (Fähigkeit) auch die Erlaubnis (Zuständigkeit) zur Handlungsdurchführung gehört (vgl. Hof 2002, S. 85). Hof erweitert den Kompetenzbegriff durch das volitive (willentliche und mit vorgenommener Absicht behaftete) Element. Er stellt eine Beziehung, zwischen den individuell vorhandenen Kenntnissen (deklaratives Wissen), den Fähigkeiten und Fertigkeiten (Können), den Motiven sowie Interessen (Wollen) und den Möglichkeiten, Anforderungen genauso wie Restriktionen der Umwelt her. K. North übernimmt Kompetenzelemente ÀZ]vµ}vµv}v]µ(]vc<}uvÌ-d^vX Er fügt das c<}uvÌouvInformationsverarbeitung^ (Zeichen, Daten, Informationen) hinzu und weist damit darauf hin, dass Kompetenz ebenso auf der Aufnahme und Vernetzung von Informationen beruht.
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Abb. 2: Wissenstreppe (angelehnt an North 1999, S. 41)
North stellt propositionales (den Inhalt einer sprachlichen Ausführung betreffendes) Wissen in den Mittelpunkt seiner Betrachtung, während andere Autoren dispositionales (das Gefüge des Sachverhalts betreffendes) Wissen als Grundlage für Handeln, Handlungsfähigkeit und Handlungsvermögen des Individuums (vgl. Brödel 2002, S. 45) ansehen. Damit entfernt sich North vom pädagogisch orientierten Kompetenzbegriff. Letztendlich aber ist der von North geschaffene Kompetenzbegriff eine unabdingbare Erweiterung. Denn nur auf der Grundlage von adäquater Informationsverarbeitung gelangt der Mensch zu kompetentem Handeln.
2.2.2 Andragogisch relevante Kompetenz-Definition
Andragogik ist der Fachbegriff für Erwachsenenbildung. Eine andragogisch relevante Definition von Kompetenz befasst sich demzufolge mit den Aspekten von Kompetenz im Erwachsenenalter, eingebettet in den Bildungsprozess. Für die Thematik dieser Arbeit ist diese Definition von besonderer Wichtigkeit, da Coaching fast ausschließlich eine Tätigkeit von Erwachsenen für Erwachsene ist. Die durch den Coach erfolgte
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Intervention ist stets mit einem Lernprozess des Klienten (und oftmals auch des Coaches) verbunden, so dass der Aspekt der Bildung durchaus gegeben ist. Dewe, Frank und Huge (1988, S. 159) greifen im Rahmen der Andragogik auf die Begrifflichkeiten von Chomsky zurück, der zwischen Kompetenz und Performanz unterscheidet. Sie verweisen darauf, dass eine Vielzahl von Definitionen ]vc]vv^ µv ]v cµ^ ^] ~Z]Zuvv îììï der Kompetenz beziehungsweise eine materiale (innere) und formale (äußere) Seite (vgl. Bunk 1994) besitzen. Die innere Seite
Die innere Seite der Kompetenz beinhaltet die individuell-psychischen Voraussetzungen und Fähigkeiten des Menschen (vgl. Erpenbeck/Heyse 1996, S. 36). Diese Dispositionen gelten als Voraussetzungen für das Handeln. Hof spricht in diesem Zusammenhang von geistigen, instrumentellen, kommunikativen und reflexiven Handlungen (vgl. Hof 2002, S. 84). Die Voraussetzungen, diese Handlungen selbstorganisiert auszuüben, bezeichnet Hof in Anlehnung an Erpenbeck und Heyse als Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und personale Kompetenz (ebd.). Reischmann entgegnet, dass Dispositionen nicht als Kompetenz bezeichnet werden könnten, da diese hypothetische Konstrukte seien und deren Vorhandensein demzufolge nicht nachweisbar ist. Nach Reischmann könne man erst durch die Konkretisierung einer Handlung t die Performanz t auf das Vorhandensein einer Kompetenz schließen (Reischmann 2003, S. 4). Insofern sei die Ausführung von Handlungen das entscheidende Merkmal der Kompetenz. Dies mag unkommentiert stehen bleiben. Wichtig jedoch ist, dass auch Reischmann der Kompetenz eine innere und eine äußere Seite zuschreibt.
Die äußere Seite
Die äußere Seite der Kompetenz beinhaltet Zuständigkeit und Befugnis. In Anlehnung an den juristischen Gebrauch des Begriffs wird jemand als kompetent bezeichnet, wenn er die Erlaubnis und die Zuständigkeit besitzt, in einer bestimmten Art zu
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Arbeit zitieren:
Simon Schrumpf, 2009, Coaching-Kompetenz - angeboren oder erlernt?, München, GRIN Verlag GmbH
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