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Körperlichkeit im Chat

Title: Körperlichkeit im Chat

Term Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Denise Betsch (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Das Internet ist im Laufe der Zeit zum Interessengebiet zahlreicher Wissenschaften avanciert. Unter diesem Neuen Medium versteht man „[…] eine elektronische Verbindung von Rechnernetzwerken, mit dem Ziel Verbindungen zwischen einzelnen Computern herzustellen und so Daten auszutauschen“ . Demnach fungiert das Internet als Kommunikationsmedium. Es vermag ‚alte’ Formen der Kommunikation zu integrieren, eröffnet dagegen auch verschiedenartige neue Kommunikationsmöglichkeiten. Diese haben klare Vorteile gegenüber den konventionellen Kommunikationsformen. Zum Beispiel bringt die Informationsübertragung via Email den Vorzug der Geschwindigkeit mit sich. Das ist lediglich ein Grund, warum man heutzutage eher eine Email sendet als einen Brief zu verfassen.

Die vorliegende Arbeit richtet ihren Blick auf den anthropologischen Aspekt von Internetkommunikation. Mithilfe der Kommunikationsform Chat soll herausgefunden werden, inwiefern der menschliche Körper im virtuellen Raum des Internet (noch) existent ist. Funken behauptet nämlich, dass die direkte, interaktive Kommunikation allmählich vom Körper getrennt wurde. Ihrer Meinung nach findet im Internet körperlose Interaktion ohne Bezug zu Raum und Zeit statt. Diese Auflösung des Körpers würde unsere bisherige Auffassung von Körperlichkeit vollkommen infrage stellen.

Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit theoretischen Grundlagen zur Anthropologie der Neuen Medien. In diesem Zusammenhang wird ein Auszug aus McLuhans Medientheorie vorgestellt. Mittelpunkt des zweiten Teils bildet die computervermittelte Kommunikationsform Chat. Nach einer allgemeinen Definition zur computervermittelten Kommunikation folgt eine Gegenüberstellung von computervermittelter Kommunikation und Face-to-face-Kommunikation. Im Anschluss daran dreht es sich im Speziellen um den Chat, den Nickname als seine Zugangsvoraussetzung sowie seine Rolle als virtueller sozialer Handlungsraum. Der letzte Teil der Arbeit widmet sich der Existenz von Körperlichkeit im Chat. Zunächst sollen realer und virtueller Körper voneinander abgegrenzt werden. Das darauf folgende Kapitel klärt die Frage, ob das Thema Geschlecht für den Verlauf eines Chats von Bedeutung ist. Abschließend werden die verschiedenen Möglichkeiten der virtuellen Körpersprache dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Anthropologie – Medienanthropologie – McLuhan

3 Chat als synchrone computervermittelte Kommunikationsform

3.1 Computervermittelte Kommunikation

3.2 Computervermittelte Kommunikation versus Face-to-face-Kommunikation

3.3 Was ist Chat?

3.4 Nickname

3.5 Chat als virtueller sozialer Handlungsraum

4 Die Rolle des Körpers im Chat

4.1 Realer und virtueller Körper

4.2 Bedeutung von Geschlecht

4.3 Virtuelle Körpersprache

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den anthropologischen Aspekt der Internetkommunikation mit dem Fokus auf der Frage, inwiefern der menschliche Körper im virtuellen Raum des Internets existent ist. Dabei wird analysiert, wie sich körperlose Interaktionen auf unser Verständnis von Körperlichkeit auswirken und welche neuen Ausdrucksformen der virtuellen Körpersprache sich im Kontext des Chats etabliert haben.

  • Grundlagen der Medienanthropologie und McLuhans Medientheorie
  • Strukturen und Merkmale synchroner computervermittelter Kommunikation
  • Die Rolle des Nicknames und die Konstruktion virtueller Identitäten
  • Die Bedeutung von Geschlecht und Gender-Switching im Chat
  • Entwicklung und Funktionen virtueller Körpersprache mittels Emoticons und Aktionswörtern

Auszug aus dem Buch

3.3 Was ist Chat?

Mit Chat bezeichnet man die wohl häufigste synchrone computervermittelte Kommunikationsform im Internet, „[…] bei der Aussagen sowohl öffentlich als auch privat durch technische Verbreitungsmittel (Medien) […] an ein disperses Publikum oder an explizit adressierte Kommunikationspartner vermittel [sic] werden“27.

Man unterscheidet zwei Arten von Chat. Die klassische Technologie des Internet Relay Chat (IRC) existiert bereits seit den 80er Jahren. Bei diesem Dienst gibt man seine Nachricht in einen installierten IRC-Client (Software) ein, übermittelt wird sie über einen IRC-Server, der zuvor gewählt werden muss. In den 90ern entstand der so genannte Webchat. Um diesen Dienst nutzen zu können, muss man mit einem Browser eine entsprechende Seite des World Wide Web (WWW) anwählen.

Das Chatten ist auf zwei Wegen möglich: Zum Einen in einem Channel (IRC) bzw. Chat-Room (WWW), zum anderen in einem Privat- bzw. Zweierchat. Channel bzw. Chat-Rooms sind meist themenorientiert und der Öffentlichkeit zugänglich. Dort interagieren mehrere Gesprächsteilnehmer gleichzeitig. In einem Privat- bzw. Zweierchat kommunizieren zwei Gesprächsteilnehmer persönlich miteinander.

Die Kommunikation erfolgt in Form von elektronisch versandter geschriebener Sprache. „Der zu übermittelnde Text […] wird per Tastatur eingegeben und durch Drücken der Eingabetaste abgeschickt. Die geschriebenen Zeilen erscheinen auf dem Monitor der jeweiligen Empfängerseite, welche direkt eine Antwort auf die Nachricht verfassen und absenden kann.“28 Besonders beim Chatten in einem Channel, wo sich die Beiträge binnen kürzester Zeit häufen, ist es wichtig, den Überblick zu bewahren. Dabei hilft die linear seqentielle Anordnung der Beiträge auf dem Monitor.29 Um den Dialog aufrechtzuerhalten, ist eine schnelle Reaktion erforderlich, weshalb die Äußerungen in der Regel kurz ausfallen. Aus diesem Grund sind auch tiefgründige Gespräche kaum denkbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Arbeit führt in das Thema der Internetkommunikation ein und stellt die Forschungsfrage zur Existenz von Körperlichkeit im virtuellen Raum.

2 Anthropologie – Medienanthropologie – McLuhan: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen zur Medienanthropologie und erläutert McLuhans Unterscheidung zwischen heißen und kühlen Medien.

3 Chat als synchrone computervermittelte Kommunikationsform: Hier werden Definitionen und Merkmale der computervermittelten Kommunikation (CVK) sowie die Spezifika des Chats als Medium untersucht.

3.1 Computervermittelte Kommunikation: Es erfolgt eine Analyse der technischen Voraussetzungen und der allgemeinen Merkmale von CVK im Vergleich zu anderen Kommunikationsformen.

3.2 Computervermittelte Kommunikation versus Face-to-face-Kommunikation: Dieses Kapitel kontrastiert die computervermittelte Kommunikation mit der natürlichen Face-to-Face-Kommunikation unter Aspekten wie Entkontextualisierung und Kanalreduktion.

3.3 Was ist Chat?: Es wird erläutert, welche technischen Varianten (IRC, Webchat) existieren und wie die Interaktion in Channels oder Zweierchats funktioniert.

3.4 Nickname: Dieses Kapitel untersucht die Funktion des Nicknames als Mittel der Identitätskonstruktion und Selbstbeschreibung im Chat.

3.5 Chat als virtueller sozialer Handlungsraum: Die Analyse konzentriert sich darauf, wie soziale Beziehungen im Chat entstehen und warum Anonymität hierbei eine zentrale Rolle spielt.

4 Die Rolle des Körpers im Chat: Hier wird der Kern der Fragestellung zur Körperlichkeit im virtuellen Raum unter Einbeziehung philosophischer und soziologischer Ansätze vertieft.

4.1 Realer und virtueller Körper: Das Kapitel grenzt den realen, physischen Körper von seiner virtuellen Repräsentation ab.

4.2 Bedeutung von Geschlecht: Es wird diskutiert, welche Rolle Geschlechtlichkeit bei der Interaktion im Chat spielt und wie Phänomene wie Gender-Switching wirken.

4.3 Virtuelle Körpersprache: Die Analyse zeigt auf, welche Möglichkeiten der Parasprache, wie Emoticons und Aktionswörter, existieren, um soziale Körperlichkeit zu ersetzen.

5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass die Debatte über eine Auflösung des Körpers unbegründet ist, da der virtuelle Raum eine neue Form der Körperlichkeit erschafft.

Schlüsselwörter

Internetkommunikation, Medienanthropologie, Marshall McLuhan, Computervermittelte Kommunikation, Chat, Nickname, Virtueller Raum, Körperlichkeit, Identität, Geschlecht, Gender-Switching, Virtuelle Körpersprache, Emoticons, Akronyme, Netzbeziehung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den anthropologischen Aspekt der Kommunikation im Internet, insbesondere die Frage, ob und wie menschliche Körperlichkeit im virtuellen Raum existiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Medientheorie, die Soziologie des Internets, den Aufbau virtueller Identitäten durch Nicknames und die Entwicklung neuer Ausdrucksformen (Körpersprache) im Chat.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern der menschliche Körper im virtuellen Raum des Internets noch existent ist und inwieweit die direkte, interaktive Kommunikation vom Körper getrennt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, medienanthropologischen Ansätzen und soziologischen Theorien (u.a. von McLuhan, Funken und Döring) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Chats als Kommunikationsform, die Rolle von Identität und Geschlecht im virtuellen Raum sowie die Analyse von Ersatzmechanismen für nonverbale Kommunikation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Computervermittelte Kommunikation, Virtueller Raum, Körperlichkeit, Identitätskonstruktion, Gender-Switching und Virtuelle Körpersprache.

Inwiefern beeinflusst der Nickname die Kommunikation?

Der Nickname fungiert als Mittel zur Selbstbeschreibung und ist das Erste, was Chat-Partner voneinander wahrnehmen. Er ruft bestimmte Erwartungen hervor und kann zur bewussten Identitätskonstruktion oder zur Verwirrung des Gegenübers genutzt werden.

Was unterscheidet den realen vom virtuellen Körper im Chat?

Während der reale Körper physisch präsent und untrennbar mit dem Leib verknüpft ist, ist der virtuelle Körper immateriell. Er fungiert als mediale Figuration, die jedoch stets auf eine reale Person als Identitätsträger zurückverweist.

Warum spielt Geschlecht im Chat eine zentrale Rolle?

Geschlechtlichkeit bildet eine wesentliche Grundlage für menschliche Interaktionen. Auch im Chat versuchen Nutzer durch das Aufrufen von Geschlechterstereotypen den Kommunikationspartner authentischer einzuschätzen, weshalb das Phänomen des Gender-Switchings zur aktiven Steuerung dieser Wahrnehmung genutzt wird.

Welche Funktion hat die virtuelle Körpersprache?

Sie dient dazu, das im kanalbeschränkten Chat fehlende nonverbale Ausdrucksvermögen (wie Mimik und Gestik) durch Ersatzformate wie Emoticons, Akronyme und Aktionswörter zu kompensieren, um die Kommunikation emotionaler und unmissverständlicher zu gestalten.

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Details

Title
Körperlichkeit im Chat
College
Free University of Berlin  (Erziehungswissenschaft und Psychologie)
Course
Einführung in die Anthropologie der Neuen Medien
Grade
1,0
Author
Denise Betsch (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V139319
ISBN (eBook)
9783640492145
ISBN (Book)
9783640492183
Language
German
Tags
Körperlichkeit Chat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Denise Betsch (Author), 2007, Körperlichkeit im Chat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139319
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