1. Einleitung
Die Bedeutung von Kompetenzen für den Erfolg von Führungskräften ist seit geraumer Zeit ein stark diskutiertes Thema, denn vor allem im Hinblick auf Gruppenarbeit hängt das Ergebnis im Wesentlichen von dem Kompetenzprofil des Führers ab. Heutzutage sind immer mehr Kompetenzen gefragt, die sich den permanenten wechselnden Anforderungsprofilen, Rahmenbedingungen und Aufgabenstellungen flexibel anpassen lassen.
In Anlehnung an das Seminar Ausgewählte Themen der Berufspädagogik, wurden die Kompetenzen, die eine moderne Führungskraft besitzen sollte, diskutiert und herausgearbeitet. Diese Darstellung nimmt den Hauptteil der Ausarbeitung in Anspruch. Zunächst sollen jedoch vorerst die begrifflichen Grundlagen, wie Führung und Kompetenz aufgezeigt werden, um die relevante Thematik einzugrenzen. Darauf aufbauend sollen die Führungskompetenzen und ihre Klassifikationen ausführlich dargestellt werden. Diese Darstellung nimmt den Hauptteil der vorliegenden Ausarbeitung in Anspruch. Abschließend soll kritisch die Frage beleuchtet werden, ob sich alle angeführten Führungskompetenzen in einer Person vereinen lassen.
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2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Zentralbegriff Führung
Wird die Terminologie Führung genauer betrachtet, so ist festzustellen, dass es eine enorme Vielfalt der Auffassungen in der Literatur gibt, denn es handelt sich hierbei um einen vagen und mehrdeutigen Begriff, bei dem es schwierig erscheint, sich auf eine exakte Definition zu beschränken. Führung wird für die Bezeichnung für unterschiedlicher Sachverhalte verwendet: für eine Tätigkeit (Prozess), für deren Resultat oder auch für eine Personengruppe an der Spitze einer Hierarchie. Damit erweist sich Führung als multidimensionales theoretisches Konzept (hypothetisches Konzept) mit vielfältigen empirischen Bezügen. Der Führungsbegriff hat - wie alle anderen sozialwissenschaftlichen abstrakten Konzepte -eine gewisse
Überschussbedeutung, aufgrund deren eine eindeutige Zuordnung bzw. Reduktion auf Beobachtbares nicht möglich ist. 1
Eine Führungsposition bzw. Situation kann natürlich nur bestehen, wenn die sozialen Bedingungen vorherrschen. Zunächst wird von einer Gruppe in einem Unternehmen oder einer Organisation ausgegangen, die eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen hat. Dieser interpersonelle Aspekt bezieht sich auf soziale Phänomene und taucht bei dem Zusammentreffen von mehreren Personen, aber mindestens zwei Personen, auf. Baumgarten definiert das als Mensch - Mensch- Beziehung. 2 Auf der anderen Seite befindet sich der Gruppenführer oder auch der Vorgesetzte, der die Verantwortung hat und nach der Erfüllung von bestimmten Pflichten und Zielen im Sinne des Unternehmens strebt. „Führungsprozesse spielen sich in Organisationen wie Unternehmungen oder Behörden herkömmlicherweise so ab, dass auf der einen Seite der Führer (Vorgesetzte) und auf der anderen Seite die Geführten (Mitarbeiter) stehen.“ 3 Führung in Unternehmen ist demnach „zielorientierte soziale Einflussnahme zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in/ mit einer strukturierten Arbeitssituation.“ 4 Der Führer hat somit die Position seine Geführten zu beeinflussen in Bezug auf Änderungen von Einstellungen, Überzeugungen oder des Verhaltens. Der Gruppenleiter sollte demzufolge stets nach den zielbezogenen technischen - ökonomischen Organisationszielen des
1 Wunderer, R., Grunwald, W., Grundlagen der Führung Band 1, Berlin: de Gruyter 1980, S. 53.
2 Vgl. Baumgarten, R., Führungsstile und Führungstechniken, Berlin: de Gruyter 1977, S.9.
3 Ebd., S. 10.
4 Wunderer, R., Grunwald, W., Grundlagen der Führung Band 1, S. 62.
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Unternehmens handeln, denn er hat die Verantwortung für die gesamte Gruppe.
Aber unter einer Führung sollten auch stets die Gruppenziele verfolgt werden, denn nur über die Verfolgung dieser erreicht die Gruppe einen starken Zusammenhalt, Motivation und ein Wir-Bewusstsein. Gruppenziele sind beispielsweise die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Vertretung der Gruppeninteressen auf der Geschäftsleitungsebene. 5 Führung basiert natürlich generell auf der Grundlage der Kommunikation und dem Austausch von Informationen. Der Gruppenleiter bzw. Führer muss Anweisungen geben und Entscheidungen treffen, um wie bereits erwähnt zielorientiert im Sinne des Unternehmens zu handeln. Zusammenfassend ist anzumerken, dass Kommunikation als zentrales Medium der Führung gilt.
2.2 Zentralbegriff Kompetenz
„Mit dem Kompetenzbegriff werden diejenigen Fähigkeiten bezeichnet, die den Menschen sowohl in vertrauten als auch fremdartigen Situationen handlungsfähig machen.“ 6 Kompetenzen sind demzufolge alle Denkmethoden, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein Mensch in seinem Leben erwirbt. Der Mensch als Individuum rückt in den Vordergrund des von ihm selbst organisierten Entwicklungsgeschehens und wird durch bestimmte Lernprozesse zum Träger von Kompetenzen. 7 „Der Kompetenzbegriff thematisiert im Unterschied zu anderen Konstrukten wie Können, Fertigkeit, Fähigkeit oder Qualifikation die Selbstorganisationsfähigkeit des Individuums.“ 8 In diesem Verständnis steht Kompetenz immer in einem direkten Bezug zu konkreten Tätigkeiten oder Aufgaben und diese situationsbezogen umzusetzen. Nur die eigenen Gestaltungsfähigkeiten des Menschen machen die Kompetenz aus und befähigen zur Kraft der Selbstführung.
5 Vgl. Baumgarten, R., Führungsstile und Führungstechniken, S. 14f.
6 Scheitler, C., Soziale Kompetenzen als strategischer Erfolgsfaktor für Führungskräfte, Frankfurt am Main: Europäischer Verlag der Wissenschaften 2005, S. 79f.
7 Fröger, A., Pullig, K.- K., Schneider, P., Ada Plus - Handbuch für Ausbildungskompetenz, Seminarskript, 2006.
8 Scheitler, C., Soziale Kompetenzen als strategischer Erfolgsfaktor für Führungskräfte, S.80.
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Arbeit zitieren:
2006, Führungskompetenzen - Überblick und Klassifikation, München, GRIN Verlag GmbH
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