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Inhaltsverzeichnis
Martin Heideggers Versuch einer Fundamentalontologie 3
Ein anderer Versuch. Die Poesie 8
Literaturverzeichnis 11
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Martin Heideggers Versuch einer Fundamentalontologie
Martin Heideggers schwer verständliches aber einflußreiches Werk Sein und Zeit aus dem Jahre 1926 stand im Zeichen der Frage nach dem Sinn von Sein. Zur Beantwortung der Seinsfrage analysierte Heidegger die Grundstrukturen des menschlichen Daseins. Dieses Sein des Menschen zu befragen, zu untersuchen, sollte der Weg sein, denn der Mensch ist unter allem Seienden dasjenige, das das Sein immer schon, wenn auch undeutlich, versteht. Heidegger nennt diese Untersuchung Fundamentalanalyse des Daseins und bildet als Fundamentalontologie den Hauptinhalt von Sein und Zeit, wobei er sich von der bisherigen Philosophie als Ganzes distanzieren möchte, indem er seine Grundbestimmungen der Seinsstrukturen nicht Kategorien nennt wie Aristoteles und Kant, sondern Existenzialien. Als ersten Teil des Buches schreibt Heidegger eine vorbereitende Fundamentalanalyse des Daseins, um nach dem zweiten Teil, in dem Dasein als Zeitlichkeit in der Zeit verstanden werden soll, im dritten und letzten Teil Zeit und Sein das Dasein endgültig mit 1 Erschienen als Sein und Zeit ist jedoch der Zeit zusammenfallen zu lassen.
nur der erste und zweite Teil. Rückblickend erachtete Heidegger das Denken am Ende des zweiten Teils schlechterdings für unzureichend, da sich im dritten Teil das Ganze umkehrt. Im Jahre 1946, also genau zwanzig Jahre nach Sein und Zeit, als Brief verfaßten Werk Über den Humanismus schreibt er dazu:
Der fragliche [dritte] Abschnitt wurde zurückgehalten, weil das Denken im zureichenden Sagen dieser Kehre versagte und mit Hilfe der Sprache der Metaphysik nicht durchkam. (...) Diese Kehre ist nicht eine Änderung des Standpunktes von ‘Sein und Zeit’, sondern in ihr gelangt das versuchte erst in die Ortschaft der Dimension, aus der ‘Sein und Zeit’ erfahren ist, und zwar erfahren aus der Grunderfahrung der Seinsvergessenheit. 2
Am Ende des ersten Abschnitts von Sein und Zeit stellt Heidegger die Frage, was die bisherige Fundamentalanalyse des Daseins für die Beantwortung der
1 Vgl. Heidegger 1984, 39.
2 Heidegger 1981, 19.
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Frage nach dem Sinn von Sein bereitgestellt hat; ob mit der Sorge als ursprünglicher Seins-verfassung der Sinn von Sein umgrenzt ist:
Gibt die im Phänomen der Sorge liegende Strukturmannigfaltigkeit die ursprünglichste Ganzheit des Seins des faktischen Daseins? Hat die bisherige Untersuchung überhaupt das Dasein als Ganzes in den Blick bekommen? 3
Mit dem zweiten Abschnitt beginnt Heidegger wie schon im Vorwort von Neuem, die wesentlichen Existenzialien und Struktureigenschaften von bestimmten Befindlichkeiten herauszustellen. Die von ihm im ersten Teil als bestimmende Seinsweisen definierten Existenzialien Befindlichkeit, Geworfenheit, Verfallenheit, Sein zum Tode, Gewissen und Geschicklichkeit erachtet er in § 45 einer noch-maligen Erörterung für würdig. Die Grundverfassung des Daseins ist das des In-der-Welt-seins. Bei der genaueren Auslegung dieses Inder-Welt-Seins als Existenz sieht Heidegger das Dasein als nicht bei sich selbst, sondern zwar verfallen an die Alltäglichkeit des Man, aber:
Gefunden haben wir die Grundverfassung des thematisch Seienden, das In-der-Welt-sein, dessen wesenhafte Strukturen in der Erschlossenheit zentrieren. Die Ganzheit dieses Strukturganzen enthüllte sich als Sorge. In ihr liegt das Sein des Daseins beschlossen. 4
Die Gestimmtheit dieses Daseins wurde verstanden als die Grundstimmung der Angst. 1929, zwei Jahre nach erscheinen von Sein und Zeit, beschrieb Heidegger in Was ist Metaphysik das Dasein als das Gehaltensein in das Nichts gar noch bedrohlicher. Es transzendiert sich selbst in der Angst. Als das Nichts wird das Sein zum Schleier zwischen Dasein und sein. Diese Angst konfrontiert das Dasein, dem in seinem Sein um dieses als das eigene geht, mit der Gewißheit des eigenen Todes und der Vergänglichkeit. Erst dadurch jedoch wird für das Dasein der wahre Sinn des Seins erfahrbar als je eigentlich-mögliche und ganzseinkönnende Existenz; kurz als Freiheit in der Lichtung des Da:
Mit der Aufweisung eines eigentlichen Ganzseinkönnens des Daseins versichert sich die existenziale Analytik der Verfassung des ursprünglichen Seins des Daseins, das eigentliche Ganzseinkönnen aber wird zugleich als Modus der Sorge sichtbar. Damit ist denn auch der phänomenale Boden für eine ursprüngliche Interpretation des Seinssinnes des Daseins gesichert. 5
3 Heidegger 1984, 230.
4 Heidegger 1984, 231.
5 Heidegger 1984, 234.
Arbeit zitieren:
Dr. phil. Robert Dennhardt, 2000, Über Martin Heideggers VerSuch(e) einer Fundamentalontologie und die Poesie, München, GRIN Verlag GmbH
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