Inhalt
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1 Einleitung. 1
1.1 Aufgabenstellung und Eingrenzung. 1
1.2 Motivation der Arbeit. 1
1.3 Aufbau der Arbeit. 2
2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium 3
2.1 Anforderungen an die Konferenzdolmetscherausbildung. 3
2.2 Dolmetschkompetenz laut Leipziger Kompetenzmodell. 4
2.2.1 Die Grundannahmen des Leipziger Kompetenzmodells. 5
2.2.2 Die Konsekutivdolmetschkompetenz. 7
2.2.3 Vorzüge und Reserven des Leipziger Kompetenzmodells. 8
2.2.4 Fazit. 8
2.3 Der Studiengang Master Konferenzdolmetschen in Leipzig. 9
2.3.1 Studienvoraussetzungen und die Eignungsfeststellungsprüfung. 9
2.3.2 Der modulare Studienaufbau. 10
2.4 Zur Rolle des Selbststudiums in der Konferenzdolmetscherausbildung. 12
2.4.1 Definition des Selbststudiums. 12
2.4.2 Voraussetzungen für ein erfolgreiches Selbststudium. 13
2.4.3 Das Selbststudium als zentraler Bestandteil der Konferenz-
dolmetscherausbildung. 13
2.4.4 Selbstevaluation der Dolmetschqualität. 14
2.4.5 Organisation des Selbststudiums. 15
3 Neue Technologien in der Konferenzdolmetscherausbildung. 17
3.1 Begriffsdefinition computergestütztes Lernen. 17
3.2 Vorteile des computergestützten Lernens. 18
3.3 Didaktische Gestaltung von computergestützten Lernprogrammen. 18
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Inhalt
3.3.1 Behaviorismus. 19
3.3.2 Kognitivismus. 19
3.3.3 Konstruktivismus. 19
3.4 Computer-Assisted Interpreter Training (CAIT) 20
3.4.1 Integratives Computer-Assisted Interpreter Training. 21
3.4.2 Intelligentes Computer-Assisted Interpreter Training. 22
3.4.3 Virtual Learning Environments. 24
3.4.4 Sonstige Projekte. 26
3.5 Fazit. 27
4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials. 29
4.1 Zielstellung. 29
4.2 Benutzergruppenanalyse. 29
4.3 Lerninhalte und deren Strukturierung. 32
4.3.1 Der Theorieteil. 34
4.3.2 Der Symbolteil. 35
4.3.3 Der Übungsteil. 36
4.3.3.1 Der Aufbau des Übungsteils. 36
4.3.3.2 Die Auswahl der Redetexte. 38
4.3.3.3 Der Schwierigkeitsgrad der Übungstexte. 40
4.3.3.4 Formulierung der Aufgabenstellung. 43
4.4 Evaluation. 45
4.5 Organisatorische und technische Rahmenbedingungen. 46
4.6 eNote und Selbststudium. 47
5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials. 49
5.1 Das Autorenwerkzeug HyView. 49
5.2 Das elektronische Selbstlernmaterial eNote. 51
5.2.1 Einordnung. 51
5.2.2 Struktureller Aufbau. 51
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Inhalt
5.3 Anwendung. 55
5.3.1 Installation. 55
5.3.2 Navigation. 55
5.3.3 Lernszenario 1: Kennenlernen verschiedener Notizentechniken. 58
5.3.4 Lernszenario 2: Suche nach Symbolanregungen. 59
5.3.5 Lernszenario 3: Erproben der eigenen Notizentechnik. 60
5.3.6 Lernszenario 4: Suche nach Literatur zum Thema Notizentechnik. 63
6 Fazit. 64
7 Ausblick. 66
Abk ürzungen. 68
Abbildungen. 69
Literatur. 70
Glossar. 80
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1 Einleitung
1 Einleitung
Mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses 1 wird von Studierenden des Masterstudiengangs Konferenzdolmetschen am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) ein hohes Maß an eigenständigem Lernen abverlangt. Zudem muss die Lehre technische Fähigkeiten im Umgang mit Computern vermitteln, die zunehmend den Arbeitsplatz eines Dolmetschers beherrschen. Beiden Anforderungen widmet sich diese Arbeit, in der das elektronische Selbstlernmaterial eNote zur Unterstützung des Selbststudiums entwickelt wird.
1.1 Aufgabenstellung und Eingrenzung
Die Aufgabenstellung der Arbeit lautet, ein elektronisches Selbstlernmaterial für das Selbststudium in der Konferenzdolmetscherausbildung zu konzipieren und exemplarisch umzusetzen. Zielgruppe des Materials sind die Studierenden des Masterstudiengangs Konferenzdolmetschen am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie der Universität Leipzig. Thematisch wurde das elektronische Selbstlernmaterial auf die Ausbildung in der Notizentechnik beim Konsekutivdolmetschen eingegrenzt (daher auch der Name „eNote“), um einerseits den Umfang der Arbeit in einem angemessenen Rahmen zu halten und um andererseits ein Thema zu behandeln, was Dolmetschaspiranten stets fasziniert und beschäftigt hat. Die Gestaltung des Selbstlernmaterials wurde so offen gelassen, dass es stets um weitere Module ergänzt werden kann (siehe Kapitel 7 Ausblick).
1.2 Motivation der Arbeit
Zentrales Anliegen der Arbeit ist, einen Beitrag zur Konferenzdolmetscherausbildung zu leisten. Mit der neuen Strukturierung und Organisation der Studiengänge in Bachelor- und Master-Abschlüsse erhält das Selbststudium ein größeres Gewicht (siehe Abschnitt 2.3 Der Studiengang Master Konferenzdolmetschen in Leipzig). Die Studierenden des IALT sollen dabei durch didaktisch aufgearbeitete Lehrmaterialien unterstützt und gefördert werden. Neben den
1 Auf der Konferenz der europäischen Kultusminister in Bologna 1999 beschlossener Prozess zur Reform des
europäischen Hochschulraumes. Ziel dieses Prozesses ist, international vergleichbare Studienabschlüsse zu
schaffen und damit die Mobilität der Absolventen zu erhöhen (Schmitt 2007:520, Stoll 2006:5).
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1 Einleitung
klassischen Lehrmedien wie dem Buch soll das elektronische Selbstlernmaterial ein Alternativangebot sein, welches unterschiedliche Medien anbietet: Hypertext und Audio-Dateien. Zudem hat eine Befragung am IALT gezeigt, dass auch Studierende mit fortgeschrittenen Dolmetschkenntnissen Probleme mit ihrer Notizentechnik haben und weiteren Selbststudienbedarf anmelden (Körner 2003:55ff.). Auch die Untersuchungen Scharfes (2006:120) bestätigen die Forderung nach einem umfassenden Lehrmaterial im Fach Notation am IALT der Universität Leipzig. Darin wird die Nachfrage der Studenten nach einem Selbstlernmaterial laut, was einen Überblick über verschiedene Notationsschulen sowie Übungen dazu anbietet. Dieser Forderung soll das elektronische Selbstlernmaterial eNote nachkommen.
1.3 Aufbau der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Teile: die Konzeption des Lehrmaterials und das ausgearbeitete Lehrmaterial. Die Konzeption des Lehrmaterials umfasst sieben Kapitel. Das erste Kapitel dient der Einführung in das Thema der Diplomarbeit. In den Kapiteln 2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium und 3 Neue Technologien in der Konferenzdolmetscherausbildung werden die Grundlagen der Arbeit gelegt. Kapitel 2 beinhaltet eine Ab-handlung zu Anforderungen und Gestaltung der Konferenzdolmetscherausbildung sowie zur Rolle des Selbststudiums in der Ausbildung. Kapitel 3 gibt eine Übersicht zum computergestützten Lernen und zum bisherigen Einsatz entsprechender Lernprogramme in der Dolmetscherausbildung. Kapitel 4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials beschreibt den didaktischen Aufbau des Lernmaterials und den Mehrwert, den das Programm für das Selbststudium stiftet. In Kapitel 5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials wird das Lernprogramm eNote vorgestellt. Kapitel 6 Fazit und 7 Ausblick beenden den ersten Teil der Arbeit mit einer zusammenfassenden Betrachtung des Lernmaterials und einem Ausblick zu möglichen Erweiterungen. Die beiliegende CD-ROM enthält das Manuskript zur Konzeption sowie ergänzende Dokumente, auf die noch im Verlauf der Arbeit hingewiesen wird. Der zweite Teil der Arbeit ist das Lehrmaterial an sich, welches einerseits als Papierversion und andererseits als elektronische Version zur Verfügung steht. Beide sind im Anschluss an die Konzeption am Ende der Diplomarbeit zu finden. Es wird empfohlen, die elektronische Version auf einem Rechner zu installieren, um sämtlich beschriebene Funktionalitäten des Programms begutachten zu können.
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium
2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium
Die Berufspraxis des Konferenzdolmetschers 2 bestimmt dessen Ausbildung. Daraus leiten sich bestimmte Anforderungen an die Ausbildung ab, die im ersten Abschnitt dieses Kapitels beschrieben werden. Ziel der Dolmetscherausbildung ist es, Dolmetschkompetenz zu vermitteln. Was genau die Dolmetschkompetenz ausmacht, hat Kutz in seinem Leipziger Kompetenzmodell der Dolmetschdidaktik dargestellt. Es wird im zweiten Abschnitt dieses Kapitels erläutert. Kutz' Kompetenzmodell ist die Grundlage der Ausbildung am IALT der Universität Leipzig, welche in Zukunft in Form des Studiengangs Master Konferenzdolmetschen angeboten wird. Daher soll im dritten Abschnitt kurz die Umsetzung der Ausbildungsprinzipien im Studiengang Master Konferenzdolmetschen vorgestellt werden. In der Konferenzdolmetscherausbildung spielt das Selbststudium eine entscheidende Rolle. Ihm soll der letzte Abschnitt dieses Kapitels gewidmet sein.
2.1 Anforderungen an die Konferenzdolmetscherausbildung
Die Ausbildung soll den Konferenzdolmetscher auf seinen vielfältigen und anspruchsvollen Beruf vorbereiten. Der Verband der Konferenzdolmetscher benennt folgende Fähigkeiten, die den Beruf des Konferenzdolmetschers ausmachen (vgl. „Ausbildung zum Konferenzdolmetscher“):
• „eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung,
• sicherer Umgang mit Mutter- und Fremdsprache,
• Kenntnisse der kulturellen Zusammenhänge anderer Länder,
• fundierte Fachkenntnisse,
• die Fähigkeit, Fachtexte zweck- und adressatengerecht zu übertragen,
• Kenntnis und Einsatz aller wesentlichen professionellen Arbeitsmittel,
• die Fähigkeit, sich fachlich und terminologisch in neue Sachgebiete einzuarbeiten,
• methodisches Wissen zur Bewältigung typischer beim Dolmetschen auftretender
Probleme,
• ein ausgezeichnetes Gedächtnis und
• unternehmerische Fähigkeiten für freiberuflich tätige Dolmetscher. „
2 An dieser Stelle soll nicht auf die Unterschiede zwischen Übersetzen und Dolmetschen und die jeweils unter-
schiedlichen Ausbildungswege eingegangen werden. Diese Kenntnisse werden als bekannt vorausgesetzt.
Zum Nachlesen empfiehlt sich jedoch Kautz (2002).
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium
Die Mitglieder des Transforums 3 zählen folgende Computerprogramme auf, die ein Dolmetscher und Übersetzer beherrschen bzw. kennen 4 muss (vgl. Wallberg „Protokoll Arbeitsgruppe 'Anforderungen'“):
• „gesamtes Microsoft-Office-Paket (beherrschen)
• Translation-Memory-System (kennen)
• Terminologie-Datenbank-Tool (kennen)
• Kommunikationssoftware (inkl. Verschlüsselung und Komprimierung) (beherr-
schen)
• Desktop-Publishing-Programm (kennen)
• Internet-Recherche (beherrschen)
• Spracherkennungssoftware (kennen)
• Maschinelle-Übersetzungsprogramme (kennen)“
Dem Großteil dieser Anforderungen muss die Ausbildung Rechnung tragen. Ziel ist hier vor allem die Vermittlung von Dolmetschkompetenz (Kautz 2002:348, Kalina 1998:219). Kalina (1998:236ff.) beschreibt die Dolmetschkompetenz als einen Verbund aus Textverarbeitungskompetenz (Erkennen von Makrostrukturen, Informationshierarchisierung, Komprimierung), Sprachkenntnissen in der Fremdsprache, kulturellen Kenntnissen, Kenntnissen zu Verstehensprozessen und Gedächtnisleistung, Notation sowie Kompetenzen in der Textproduktion. Weiterführende Betrachtungen zur Dolmetschkompetenz hat Kutz angestellt, was ausführlich im folgenden Abschnitt erläutert wird.
Zudem muss der Dolmetschanwärter einige persönliche Voraussetzungen erfüllen, um diesen Beruf überhaupt ergreifen zu können. Auszugsweise seien eine hohe Abstraktions-, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie ein exzellentes Organisationsvermögen und hohe Stressresistenz genannt (vgl. „Ausbildung zum Konferenzdolmetscher“). Die Vermittlung dieser Fähigkeiten kann die Ausbildung nicht leisten. Studienanwärter müssen diese Fähigkeiten bereits bei Studienantritt beherrschen.
2.2 Dolmetschkompetenz laut Leipziger Kompetenzmodell
Die Kompetenz, über die ein Dolmetscher in seinem Beruf verfügen muss, wird in dem von
3 Das Transforum ist ein Ort des Austausches zwischen Praktikern und Lehrenden im Bereich Übersetzen und
Dolmetschen. Es dient als Mittel des gegenseitigen Austausches zur Verbesserung der Lehre (vgl. Wallberg
„Was ist das Transforum?).
4 Mit „kennen“ ist das Wissen um ein entsprechendes Programm auf dem Markt gemeint bzw. dessen kurzes
Kennenlernen als Demo-Version.
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium
Kutz entwickelten Leipziger Kompetenzmodell der Dolmetschdidaktik beschrieben. Da es einen theoretischen Rahmen für die Definition der Dolmetschkompetenz bietet, soll es Grundlage der weiteren Betrachtungen dieser Arbeit sein. Es baut auf verschiedenen Grundannahmen zur Dolmetschkompetenz auf, die im Folgenden vorgestellt werden. Ebenso werden die spezifischen Kompetenzen beschrieben, die für das Konsekutivdolmetschen notwendig sind, sowie einige Vorzüge und Reserven des Modells benannt. Abschließend soll aus diesen Betrachtungen ein Fazit über deren Relevanz bezüglich der vorliegenden Arbeit gezogen werden.
2.2.1 Die Grundannahmen des Leipziger Kompetenzmodells
Grundannahme 1
Die Befähigung zum Dolmetschen erhält der Dolmetscher aus seiner Dolmetschkompetenz. Die Dolmetschkompetenz besteht aus verschiedenen Einzelkompetenzen, die hierarchisch aufeinander aufbauen. Die Basis bilden grundlegende Kenntnisse wie bspw. das Weltwissen. Darauf bauen Fähigkeiten sowie später automatisierte Fähigkeiten, die so genannten Fertigkeiten, auf. Die Fähigkeiten, auch Handlungsmuster genannt, stehen im Fokus des Kompetenzmodells. Diese gilt es zu einer Dolmetschkompetenz zu vereinen (Kutz 1994:90, 2002:184).
Grundannahme 2
Das Leipziger Kompetenzmodell geht von zwei verschiedenen Arten von Fähigkeiten aus: transitiven (übertragbaren) und intransitiven (nicht übertragbaren, spezifischen) Fähigkeiten. Es unterscheidet zudem zwischen vertikal transitiven und horizontal transitiven Fähigkeiten. Vertikal transitive Fähigkeiten sind jene Fähigkeiten, die aus dolmetschnahen Kompetenzbereichen einbezogen werden wie bspw. die muttersprachliche und fremdsprachliche Kompetenz, die soziale, kommunikative Kompetenz, die logische, metasprachliche Kompetenz, die translatorische und interkulturelle Kompetenz sowie die Sachkompetenz. Horizontal transitive Fähigkeiten sind jene Fähigkeiten, die während der verschiedenen Phasen des Dolmetschens ineinander greifen wie bspw. das Verstehen als Voraussetzung für die Komprimierung (Kutz 1994:90f., 2002:184).
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium Grundannahme 3
Spezifische Fähigkeiten sind jene Fähigkeiten, die sich speziell angeeignet werden müssen und bei denen nicht auf andere übertragbare Fähigkeiten zurückgegriffen werden kann. Eine Fähigkeit wird genau dann als spezifisch angesehen, wenn mindestens in einer der drei Hauptphasen des Dolmetschvorgangs (Rezeption, Umsetzung, Reproduktion) eine intransitive (nicht übertragbare) Operation ausgeführt wird, z.B. die besondere Verstehensleistung beim Konsekutivdolmetschen oder die Notizentechnik (Kutz 1994:91, 2006).
Grundannahme 4
Die dolmetschspezifischen Fähigkeiten sind jene Fähigkeiten, die es innerhalb einer Ausbildung zum Dolmetscher zu vermitteln gilt. Daneben gibt es Fähigkeiten, die der angehende Dolmetscher mitbringen muss. Kutz spricht hier vom dolmetschspezifischen kognitiven Stil, d.h. der kognitionspsychologischen Veranlagung, die es dem Dolmetschanwärter ermöglicht, den für die Dolmetschtätigkeit spezifischen Stil und Modus der Informationsverarbeitung zu entwickeln (Kutz 1994:91, 2006).
Grundannahme 5
Jeder Dolmetschart entspricht eine zum Teil spezifische Kompetenzart. Je nach Dolmetschart werden andere dolmetschspezifische Kompetenzen benötigt, z.B. Vortragsdolmetschen vs. Begleitdolmetschen (Kutz 1994:91, 2006).
Grundannahme 6
Fähigkeiten werden als Handlungsmuster angesehen, die es dem Dolmetscher ermöglichen, ein Dolmetschproblem je nach Dolmetschart systematisch und effektiv zu lösen. Eine systematische Vorgehensweise setzt bei der Erkennung des Problems an und geht zur Abwägung der möglichen Lösungsweisen und deren bestimmenden Faktoren über. Diese Problemlösungsmuster, wie bspw. Rezeption beim Konsekutivdolmetschen, Überwindung von Entsprechungslücken, Kompressionen oder Expansionen, werden in der Ausbildung thematisiert und durch Übungen gefestigt, sodass sie prototypisch verfügbar sind (Kutz 1994:91ff., 2006).
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium Grundannahme 7
Das Leipziger Kompetenzmodell ist interdisziplinär und integrativ. Es ist offen für Anregungen aus anderen Wissenschaftsdisziplinen wie der Psychologie, Psycholinguistik, Übersetzungswissenschaft oder Kommunikationswissenschaft (Kutz 2006).
2.2.2 Die Konsekutivdolmetschkompetenz
Die Konsekutivdolmetschkompetenz lässt sich anhand der Phasen des Konsekutivdolmetsch-vorgangs beschreiben: (1) Vorbereitung auf den Dolmetscheinsatz, (2) Rezeption, (3) Umsetzung, (4) Reproduktion und (5) Nachbereitung. Jede Phase zeichnet sich durch typische Handlungsmuster aus. Die eher marketingorientierte Auftragsannahme ist diesen Phasen vorgelagert, wird aber an dieser Stelle aus der Betrachtung ausgeklammert (Kutz 2002:186). Die Vorbereitung auf den Dolmetscheinsatz erfolgt thematisch, sprachlich, dolmetsch-spezifisch, organisatorisch, kommunikativ (Klärung der Kommunikationssituation), textuell (evt. am Redemanuskript), modusspezifisch (z.B. konsekutiv) sowie psychologisch. In dieser Phase ist auch die technische Dolmetschsituation zu klären (Kutz 2002:186). Die Rezeptionsphase beinhaltet das schnelle Erfassen der kommunikativen Dolmetschsituation, die sukzessive Verarbeitung des Inhalts bis zum Erfassen des kommunikativen Sinns der Rede. Gleichzeitig erfolgt das Notieren, die Erschließung unbekannter Ausdrücke, das Memorieren der Hauptaussagen sowie der Umgang mit Verstehensmängeln (Kutz 2002:186f.). Während der Umsetzung sollte der Dolmetscher mühelos von der Ausgangssprache in die Zielsprache umschalten können. Die Umsetzung beginnt teilweise bereits während der Rezeptionsphase. Oft auftretende Probleme sind hier Entsprechungslücken in der Zielsprache für ausgangssprachliche Ausdrücke (Kutz 2002:187).
Typische Handlungsmuster in der Reproduktionsphase sind das Notizenlesen, die mühelose Versprachlichung des verarbeiteten Inhalts und dessen adressatengerechte Anpassung, die Wahrung einer professionellen Haltung, die stimmliche, prosodische, parasprachliche und rhe-torisch angemessene Gestaltung, die fortlaufende Selbstkontrolle der eigenen Leistung sowie der Umgang mit Verstehensproblemen, Mängeln des Originals oder anderer Störfaktoren in der Kommunikation (z.B. Streit der Kommunikationspartner, laute Atmosphäre) (Kutz 2002:187).
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium
Zum Abschluss erfolgt die Nachbereitung des Dolmetscheinsatzes für weitere Einsätze ebenso wie die Bewertung der Dolmetschleistung (Kutz 2002:187).
2.2.3 Vorzüge und Reserven des Leipziger Kompetenzmodells
Die im Leipziger Kompetenzmodell dargestellten Dolmetschhandlungen beschränken sich auf die vorwiegend bewusst ausgeführten Operationen, sodass nur greifbare und wesentliche Aspekte der Dolmetschkompetenz beschrieben werden. Es erfasst zudem die Dolmetschkompetenz weitestgehend vollständig und ist gleichzeitig offen für die Anwendung auf verschieden Dolmetscharten (wie bspw. Mediendolmetschen, Gerichtsdolmetschen etc.). Es hilft dabei, einzelne Defizite in Subkompetenzen des Dolmetschens herauszukristallisieren und sie anschließend zu beseitigen.
Das Leipziger Kompetenzmodell bleibt jedoch eine Spezifikation hinsichtlich besonderer sprachenpaarbezogener Dolmetschkompetenzen schuldig. Zudem könnten noch mehr Denkanstöße und Erkenntnisse aus nahen Wissenschaftszweigen wie der Kognitionspsychologie, der Psycholinguistik oder der Semantik einfließen (Kutz 2006).
2.2.4 Fazit
Für diese Arbeit sind insbesondere das Notieren und das Notizenlesen von Bedeutung. Beide können laut Leipziger Kompetenzmodell als dolmetsch-spezifische Kompetenzen angesehen werden, da sie nicht von anderen Kompetenzen übertragen werden können und somit intransitiv sind. Es handelt sich dabei um Handlungsmuster im Konsekutivdolmetschen, welche es dem Dolmetscher ermöglichen, länger dargebotene Inhalte zu strukturieren und an einem späteren Zeitpunkt wiederzugeben, wobei das Notieren in der Rezeptions- und Umsetzungsphase und das Wiederlesen der Notizen in der Reproduktionsphase stattfinden. Beide gilt es gesondert zu erlernen, sodass sie in den Ausbildungskanon eines Konferenzdolmetschers einbezogen werden müssen. Diese Basisfähigkeit ist durchaus erlernbar, was verschiedene Autoren bestätigen (vgl. Herbert 1952:85ff., Rozan 1956:9, Matyssek 1989:155, Gillies 2005:5). Jedoch lässt sich keine allgemein gültige Notizentechnik vermitteln, da sie doch stark vom Individuum abhängt (Kutz 2002:190). Die individuelle Ausprägung der Notizentechnik kann nur im Selbststudium erfolgen.
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium
2.3 Der Studiengang Master Konferenzdolmetschen in Leipzig
Die Konferenzdolmetscherausbildung in Leipzig basiert inhaltlich auf dem von Kutz entwickelten Leipziger Kompetenzmodell (Kutz 1994:90). In letzter Zeit gab es grundlegend strukturelle Anpassungen des Studiengangs, die mit der Studienreform im Rahmen des Bologna-Prozesses zusammenhängen. Dabei wurden die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master sowie dementsprechend angepasste Curricula für die Übersetzer- und Dolmetscherausbildung geschaffen (vgl. Schmitt 2007:520ff.). Wie diese Umstellung am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie in Leipzig vollzogen wurde, soll im folgenden Abschnitt näher erläutert werden.
2.3.1 Studienvoraussetzungen und die Eignungsfeststellungsprüfung
Das IALT bedient sich schon seit langem einer Eignungsfeststellungsprüfung, um einerseits die Zahl der Bewerber auf ein sinnvolles Maß zu beschränken und um andererseits eine qualitative Auswahl an potentiell erfolgreichen Studenten zu treffen (Schmitt 2007:530). Die neuerliche Studienreform wurde dazu genutzt, die Eignungsfeststellungsprüfung weiter zu optimieren und höhere Anforderungen an potentielle Bewerber zu stellen. Daher wurde der Fremdsprachenerwerb aus den Studienplänen ausgelagert und in den Verantwortungsbereich der Bewerber übertragen (Schmitt 2007:530). Bewerber für den Studiengang Master Konferenzdolmetschen am IALT müssen für alle ihre gewählten Arbeitssprachen (B- und C-Sprache 5 ) eine Fremdsprachenbeherrschung auf dem Niveau C1 laut Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) nachweisen (vgl. „Eignungsprüfung Master
Konferenzdolmetschen“) 6 . Zudem wurden gesonderte Eignungsfeststellungsprüfungen für die verschiedenen Studiengänge am Institut entwickelt, was zuvor nicht der Fall war (vgl. „Eignungsprüfung“, Ende 2007:113f.).
5 A-Sprache: Muttersprache des Dolmetschers, B-Sprache: Sprache, in die der Dolmetscher aus einer oder
mehreren seiner anderen Sprachen dolmetscht. Dabei handelt es sich nicht um seine Muttersprache, aber um
eine Sprache, die er perfekt beherrscht. C-Sprache: Sprache, aus der der Dolmetscher dolmetscht und die er
vollständig versteht (vgl. „Sprachenkombinationen der Konferenzdolmetscher“).
6 Laut GER steht das Niveau C1 für kompetente Sprachverwendung, d.h. der- oder diejenige „kann ein breites
Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. Kann sich
spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Kann die
Sprache im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel
gebrauchen. Kann sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten äußern und dabei ver-
schiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen verwenden.“ (vgl. „Gemeinsamer Europäischer Referenz-rahmen für Sprachen“).
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium
In der Eignungsfeststellungsprüfung für Master Konferenzdolmetscher werden die muttersprachliche Kompetenz im Deutschen sowie die Fremdsprachenkompetenz in den als Spezialisierung gewählten Fremdsprachen in Form einer Übersetzung in die Muttersprache und einem mündlichen dolmetschbezogenen Prüfungsteil geprüft (vgl. §4 Eignungsfeststellungsordnung für den Masterstudiengang Konferenzdolmetschen an der Universität Leipzig vom 3. April 2007).
Die Eignungsfeststellung für den Beruf des Dolmetschers vollzieht sich hauptsächlich in der mündlichen Prüfung. Dort wird die translatorische Kompetenz über das Dolmetschen vom Blatt in die Muttersprache, das Zusammenfassen in der Muttersprache eines in der Fremdsprache mündlich vorgetragenen Textes sowie einer kurzen bilateralen Dolmetschprobe überprüft. Stressresistenz, sprachliche Eignung sowie das Allgemeinwissen werden durch das Halten einer Stegreifrede zu einem allgemeinen Thema sowie das flüssige Vortragen eines Lückentextes ohne Vorbereitung in der Muttersprache getestet. Die fremdsprachliche Kompetenz sowie Kenntnisse zum Berufsbild des Dolmetschers werden in einer kurzen Unterhaltung über den Beruf auf der jeweiligen Fremdsprache abgefragt (Ende 2007:115f.). Somit wird an den angehenden Konferenzdolmetscher bereits die Anforderung gestellt, erste Erfahrungen im Dolmetschen gesammelt zu haben. Oftmals bringen Kandidaten nur unzureichende oder falsche Vorstellungen von diesem Beruf mit, sodass sie in der Eignungsfeststellungsprüfung einen Einblick in diesen Beruf erhalten sollen (Ende 2007:113). Weiterhin wird in der Eignungsfeststellungsprüfung eine mögliche Veranlagung des Bewerbers für das Dolmetschen überprüft, die notwendig ist, um die dolmetsch-spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten später im Studium auszuprägen (vgl. Kutz 2007:361f.).
2.3.2 Der modulare Studienaufbau
Der Masterstudiengang Konferenzdolmetschen ist modular aufgebaut, d.h. eine Unterrichtseinheit ist ein so genanntes Modul. Ein Modul beinhaltet mehrere Lehrveranstaltungen zu einer gemeinsamen Thematik. Es handelt sich dabei um eine abgeschlossene Lehreinheit, die i.d.R. ein Semester lang dauert und mit einer Modulprüfung beendet wird (Schmitt 2007:522, Wex 2005:130f.). Pro Semester werden drei Module belegt. Innerhalb des Masterstudiengangs absolvieren die Studierenden neun Module und verfassen eine Masterarbeit, die mit drei Mo-
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dulen gleichgewichtet wird (vgl. „Studienführer Master Konferenzdolmetschen“). Die neun Module werden in sechs Pflichtmodule und in drei Wahlpflichtmodule unterteilt. Die folgenden Pflichtmodule müssen von den Studierenden am IALT absolviert werden: Dolmetschwissenschaft, Notations- und Memotechniken, Rhetorik und Körpersprache, Dolmetschtechnologie, Fachdolmetschen und Mediendolmetschen. Aus folgenden Wahlpflichtmodulen wählen sich die Studierenden drei Module aus: Dolmetschen C-Sprache I / II, Sprachkompetenz C-Sprache I / II und Fachdolmetschen II (vgl. „Studienführer Master Konferenzdolmetschen“).
Die Leistungsbewertung erfolgt anhand von Leistungspunkten (LP), die für jedes erfolgreich absolvierte Modul vergeben werden. Pro abgeschlossenem Modul werden 10 Leistungspunkte erteilt. Im Semester werden also 30 Leistungspunkte für die drei absolvierten Module vergeben. Für das viersemestrige Masterstudium Konferenzdolmetschen müssen die Studierenden insgesamt 120 Leistungspunkte erreichen (90 Leistungspunkte für die Module + 30 Leistungspunkte für die Masterarbeit) (Schmitt 2007:524, Wex 2005: 141). Die Arbeitsbelastung während des Studiums wird in Präsenzzeit und in Zeit für das Selbststudium aufgeteilt. Als Beispiel soll hier die Arbeitsbelastung für das Modul Notations- und Memotechniken gezeigt werden. 7
Es wird sehr deutlich, dass innerhalb des Masterstudiengangs Konferenzdolmetschen eine hohe Bereitschaft des Studierenden zum Selbststudium vorausgesetzt und abgefordert wird.
7 Folgende Abkürzungen werden in der Abbildung verwendet: LP: Leistungspunkte, S: Seminar, Ü:Übung,
SWS: Semesterwochenstunden, B: B-Sprache, A: A-Sprache.
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Neben 30 Zeitstunden Präsenzzeit im Fach Notationstechniken werden 70 Zeitstunden für Selbststudium anberaumt. Ähnliches gilt auch für die anderen Module (vgl. „Studienführer Master Konferenzdolmetschen“). Der Großteil des Masterstudiengangs ist also von den Studierenden im Selbststudium zu absolvieren.
2.4 Zur Rolle des Selbststudiums in der Konferenzdolmetscherausbildung
Wie im vorherigen Abschnitt gezeigt, ist die Konferenzdolmetscherausbildung von einem hohen Grad an Selbststudium gekennzeichnet. Dass das Selbststudium eine wichtige Rolle innerhalb des Dolmetschstudiums einnimmt, wird von mehreren Autoren bestätigt. Doch zunächst soll eine genauere Begriffsbestimmung des Selbststudiums vorgenommen werden, be-vor auf einzelne Aspekte des Selbststudiums näher eingegangen wird.
2.4.1 Definition des Selbststudiums
Das Selbststudium wird in der pädagogischen Fachliteratur mit verschiedenen Begriffen wiedergegeben, unter anderem mit dem des „selbstgesteuerten Lernens“ oder Englisch „self-directed learning“. 8 Eine eindeutige Definition des Begriffs konnte allerdings nicht gefunden werden, da er stets aus unterschiedlichen Perspektiven, wie bspw. aus Sicht der humanistischen und emanzipatorischen Pädagogik oder der Kognitionswissenschaft, betrachtet wurde (Ferdinand 2007:54, Berg 2006:8).
Wird jedoch der lernende Mensch in den Mittelpunkt des selbstgesteuerten Lernens gerückt und als Initiator und Organisator des eigenen Lernprozesses verstanden, kann die Definition Knowles' (1980:18) Anwendung finden:
Self-directed learning is a process, in which the individuals take the initiative, with or wi-
thout the help of others, in diagnosing their learning needs, formulating learning goals,
identifying human and material resources for learning, choosing and implementing appro-
priate learning strategies, and evaluating learning outcomes... . Seine Auffassung des selbstgesteuerten Lernens soll dieser Arbeit als Definition für das Selbststudium zu Grunde liegen.
8 Auf die verschiedenen Begriffe soll in dieser Arbeit nicht weiter eingegangen werden. Bei weiterführendem
Interesse sei die Lektüre von Deitering (2001), Neber (1978), Konrad/Traub (1999), Knowles (1980), Berg
(2006) und Ferdinand (2007) angeraten.
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2.4.2 Voraussetzungen für ein erfolgreiches Selbststudium
Inwiefern das Selbststudium erfolgreich ist, hängt von der individuellen Veranlagung eines jeden Lernenden ab, die unterschiedliche Strategien des selbstgesteuerten Lernens hervorbringt. Berg (2006:27) hat jedoch folgende Faktoren zusammengetragen, die zum Erfolg des Selbststudiums beitragen können.
Er beschreibt die Lernmotivation als eine wichtige Komponente beim Lernen. Um die Lernmotivation aufrecht erhalten zu können, muss die Lernsituation den Zielen und Interessen des Lernenden entsprechen und sein Bedürfnis nach Autonomie, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit erfüllen.
Zudem muss der Lernende über Methoden zum Erschließen, Strukturieren und Verinnerlichen von Informationen verfügen oder zumindest aus dem Lernmaterial einen entsprechenden Vorschlag erhalten, ohne dabei seine subjektive Selbstbestimmung einzuschränken. Weiterhin muss es die Lernsituation dem Lernenden ermöglichen, seinen weiteren Lernbedarf und -fortschritt selbst zu diagnostizieren und somit aufmerksam seinen eigenen Lernprozess zu beobachten.
Inwiefern das vorliegende Selbstlernmaterial die oben genannten Anforderungen erfüllt, wird in Abschnitt 4.6 eNote und Selbststudium erläutert.
2.4.3 Das Selbststudium als zentraler Bestandteil der Konferenzdolmetscherausbildung
Laut Tsvilling (1994:55) reicht das Präsenzstudium nicht zur Perfektionierung der dolmetscherischen Fähigkeiten aus. Die Entwicklung einer gewissen Dolmetscherpersönlichkeit, die um Perfektion der eigenen Leistung bemüht ist, benötigt seiner Auffassung nach weitere außer-universitäre Maßnahmen, d.h. das Selbststudium. Auch Kutz (2002:189) bestätigt, dass das Selbststudium ein integraler Bestandteil der Dolmetscherausbildung ist. Hartley et al. (2003:2) stellen ebenso fest, dass zwar Anleitung im Unterricht notwendig ist, aber nur ausgiebiges Üben außerhalb des Unterrichts zur Festigung der Dolmetschfähigkeit führen kann. Um eine professionelle Dolmetschleistung zu erreichen, wird eine Übungszeit von 3000 bis 5000 Stunden (inklusive Unterricht, Gruppenarbeit und individuellem Selbststudium) anbe-
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2 Konferenzdolmetscherausbildung und Selbststudium raumt (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:275).
Das Selbststudium in der Konferenzdolmetscherausbildung dient verschiedenen Zwecken. Zum einen unterstützt es die Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen. Nach Bekanntgabe des Themas der nächsten Unterrichtsstunde widmet sich der Studierende im Selbststudium der thematischen und sprachlichen Vorbereitung. Die Nachbereitung dient der Festigung von im Unterricht erworbenen Problemlösungsmustern, Vokabeln oder Sachwissen (Dietz 2006:46).
Zum anderen kann der Studierende durch das Selbststudium seine ihm bekannten persönlichen Defizite verringern. Diese sind besonders zu Beginn des Studiums oftmals fremdsprachlicher und sachkundiger Natur. Aber ebenso sind dolmetsch-spezifische Fähigkeiten wie bspw. das Notieren nur im Selbststudium zu verfeinern. Die Lösungsvorschläge aus dem Unterricht können und müssen durch eigene Übungen gefestigt werden (vgl. Kutz 1997:250, Dietz 2006:46).
Über die Ausbildung hinaus ist das Selbststudium von essentieller Wichtigkeit für den Dolmetscher. Er arbeitet in unterschiedlichen Themengebieten und wird somit sein gesamtes Berufsleben lang mit dem Selbststudium konfrontiert sein. Nur durch Wissbegierigkeit und permanente Weiterbildung in professioneller Art und Weise kann sich der Dolmetscher dieser beruflichen Herausforderung stellen. Darüberhinaus ist eine gute und aktuelle Wissensbasis auch die Grundlage für sein sicheres Auftreten im Beruf (vgl. Andres 2002a:248). Daher wird das Selbststudium auch von Kutz als eines der dolmetsch-spezifischen Handlungsmuster definiert, die es in der Lehre zu vermitteln gilt (vgl. Kutz 2006).
2.4.4 Selbstevaluation der Dolmetschqualität
Wie in Abschnitt 2.4.2 Voraussetzungen für ein erfolgreiches Selbststudium gezeigt, ist die Selbstevaluation eine entscheidende Komponente für den Erfolg des Selbststudiums. Aus der Sicht des Ausbilders 9 betrifft die Beurteilung der Dolmetschqualität stets den Gesamteindruck der Dolmetschleistung, der sich aus dem Verhalten bzw. der Präsentation, dem
9 Der Adressat bzw. der Auftraggeber einer Dolmetschleistung kann oftmals sehr unterschiedliche Qualitätsan-
forderungen haben, auf die aber an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden soll. Für weitere Lektüre
diesbezüglich seien Kurz (2006), Riccardi (2001), Hofer (2007), Kopczyński (1992), Kalina (1998:272f.,
2002:38f.) und Kalina/Ippensen (2007) empfohlen.
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Inhalt und der sprachlichen Realisierung zusammensetzt. 10 Die Einzelkriterien können entweder nur von einer dritten Person oder selbstständig nach einer Video- oder Audioaufnahme eingeschätzt werden (vgl. Kurz 2006:392). Eine ausgefeilte Notizentechnik bildet dabei eine der Grundlagen, damit ein professioneller Eindruck und eine professionelle Leistung erreicht werden. Denn nur mit Hilfe der Notizentechnik wird es dem Dolmetscher möglich, lange und schnell vorgetragene Passagen sicher aufzunehmen und gut strukturiert wiederzugeben. Da jede Notizentechnik individuell ist, kann sie nur schwer nach einem allgemein gültigen Kriterienkatalog beurteilt werden. Daher wird sie von Kutz (1997:246) auch nur als fakultatives Bewertungskriterium betrachtet, für den Fall, dass Fehlerursachen gefunden oder eine besonders gute Dolmetschleistung ergründet werden sollen. Eine gute Notizentechnik lässt sich nur dadurch messen, dass sie es dem Dolmetscher ermöglicht, eben jene sichere Aufnahme und strukturierte Wiedergabe der Redeinhalte sicher zu stellen. Sicherlich sollte die Notizentechnik kein zusätzliches Hindernis, sondern eher eine Erleichterung der Dolmetschtätigkeit darstellen.
2.4.5 Organisation des Selbststudiums
Gemäß Konrad und Traub (1999:12) lässt sich das Selbststudium als Einzelperson oder als Gruppe organisieren. Sie sprechen dabei vom Lernen in der Einzelsituation und Lernen in sozialen Situationen.
Beim Lernen in der Einzelsituation ist der Lernende vollständig allein für sein Lernprogramm und seinen Lernfortschritt verantwortlich. Dies fordert ihm ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Eigenmotivation ab. Diese Form des Selbststudiums eignet sich besonders zum Abbau von persönlichen Defiziten z.B. durch Terminologiearbeit oder die eigenständige Verbesserung der Notizentechnik (vgl. Dietz 2006:49).
Das Lernen in sozialen Situationen lässt sich in das Lernen im Tandem mit einem Partner und das Lernen in einer Gruppe einteilen (Konrad/Traub 1999:12). Das Lernen mit einem Partner ermöglicht vor allem eine Qualitätseinschätzung der eigenen Leistung. So können bspw. gegenseitig Reden vorgetragen, gedolmetscht und anschließend die Dolmetschqualität ausgewertet werden. Zudem können in diesem Modus die zuvor eigenständig erarbeiteten Fähigkei-
10Siehe hierzu nähere Ausführungen von Kutz (1997:246f.), Gross-Dinter (2007:230f.), Mack (2002), Acker-
mann/Lenk/Redmond (1997).
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ten, wie bspw. die verbesserte Notizentechnik, ausprobiert und angewendet werden. Das Lernen mit einem fremdsprachlichen Tandempartner dient vornehmlich der Verbesserung der fremdsprachlichen Ausdrucksfähigkeit und der Kompetenz in interkultureller Kommunikation (Dietz 2006:50f.). Nicht zu vernachlässigen bei beiden Formen des Lernens in sozialen Situationen ist, dass der Austausch mit Kollegen die gegenseitige Motivation sowie das Lernen vom Gegenüber befördert.
Dem Dozenten fällt in diesem Zusammenhang eher eine passive Rolle zu. Er kann den Lernenden anfangs zum Selbststudium motivieren, indem er seine Leistung einschätzt und ihm Übungshinweise gibt. Durch weiterführendes Lob kann er den Lernenden zur Fortführung seines Selbststudiums anreizen (vgl. Dietz 2006:47f.).
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3 Neue Technologien in der Konferenzdolmetscherausbildung
3 Neue Technologien in der Konferenzdolmetscherausbildung
Das Internet und der Computer können in der Konferenzdolmetscherausbildung in unterschiedlichen Bereichen Anwendung finden. Vor allem die Informationsfülle des Internets erlaubt es Dolmetschern, zunehmend mehr Fachinformationen in kurzer Zeit zu sammeln, was sie dazu befähigt, immer speziellere Aufträge bei kürzerer Vorbereitungszeit anzunehmen (vgl. Rütten 2007:498). Schon Ahrens (1997:344) verwies Ende der 90er Jahre darauf, dass mit der zunehmenden Technisierung des Übersetzer- und Dolmetscherarbeitsplatzes diese Fähigkeit auch in die Ausbildung aufgenommen werden muss.
Dieses Kapitel widmet sich der computergestützten Dolmetscherausbildung im Bereich Notizentechnik. Dazu wird zunächst der Begriff des computergestützten Lernens definiert, eine Übersicht zu Lerntheorien gegeben, die eng mit dem computergestützten Lernen verbunden sind, und eine Kategorisierung von Lernprogrammen des Computer-Assisted Interpreter Training (CAIT) vorgestellt.
3.1 Begriffsdefinition computergestütztes Lernen
Beschreibungsversuche des Lernens, welches durch die Verwendung moderner Informations-und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) geprägt ist, haben verschiedene Begriffe hervorgebracht. In der Literatur finden sich „E-Learning“, „computergestütztes Lernen“, „Telemediale Lernumgebungen“, „Hypermedia“ usw. (vgl. Albrecht 2003:11). In dieser Arbeit soll der Begriff „computergestütztes Lernen“ als Synonym für diese Bezeichnungen verwendet werden. Computergestütztes Lernen wird oftmals mit dem Englischen „Computer Based Training“ (CBT) wiedergegeben. Coenen (2002:42) definiert es wie folgt: Beim CBT handelt es sich (...) um Lernprogramme, die vom Lernenden zeitlich und
räumlich flexibel genutzt werden können und bei dem die Lernenden nicht in direktem
Kontakt mit dem Lehrenden stehen.
Ziel des computergestützten Lernens ist nicht, den Präsenzunterricht zu ersetzen. Es soll vielmehr das selbstgesteuerte Lernen fördern und damit den Präsenzunterricht ergänzen (vgl. Fer-dinand 2007:66f.). Die Verknüpfung von computergestütztem Lernen und Präsenzunterricht wird auch als „blended learning“ bezeichnet (Albrecht 2003:262).
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3.2 Vorteile des computergestützten Lernens
Das computergestützte Lernen bietet gegenüber traditionellen papier-basierten Lehrformen die folgenden Vorteile (Coenen 2002:43f.):
• Multimedialität: Die parallele Darstellung von Texten, Grafiken, Fotos, Videos und Animationen sowie das Abspielen von Audio-Dateien verleihen dem Medium eine hohe Authentizität.
• Interaktivität: Der Lernende kann aktiv in den Lernprozess eingreifen und ihn steuern z.B. nach Bedarf aus den Inhalten wählen.
• Kontrolle des Lerntempos und der Inhaltsmenge: Der Lernende bestimmt selbstständig das Tempo und die Pausen sowie den Stoffumfang einer Lernsitzung.
• Zeit- und Ortsunabhängigkeit: Das Lernprogramm kann auf jedem Rechner abgerufen werden. Der Lernende bestimmt seine Lernzeiten selbst.
• Individualisierung des Lernprozesses: Einige Lernprogramme können den Leistungsstand des Lernenden über Eingangstests abfragen und ihm dann entsprechende Lerninhalte präsentieren. Es ist auch möglich je nach Präferenz des Lernenden verschiedene Medien zur Vermittlung der Inhalte zu nutzen, z.B. eher textbasierte Medien, Audio/Video-Medien oder Animationen.
• Flexible Navigation in den Inhalten: Die Lerninhalte stehen in Form von Hypermedia zur Verfügung, d.h., audiovisuelle Darstellungen sind mit Hypertext 11 verbunden. Somit muss das Lernmaterial nicht sequentiell, sondern kann nicht-linear abgearbeitet werden.
3.3 Didaktische Gestaltung von computergestützten Lernprogrammen
Der didaktische Aufbau von computergestützten Lernangeboten kann verschiedenen Lern-theorien folgen, je nachdem, welches Ziel mit dem Lernangebot verfolgt werden soll. Da dies ebenso wichtig für die Konzeption des vorliegenden Selbstlernmaterials war, soll nun ein kleiner Exkurs die Lerntheorien Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus voneinander abgrenzen.
11 Unter Hypertext versteht man laut Coenen (2002:44) „... die Technik der nicht-sequentiellen Repräsentation
von Informationen in einem Netzwerk von Informationsknoten und elektronischen Verknüpfungen“.
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3.3.1 Behaviorismus
Der Behaviorismus betrachtet den Lernenden als passiven Rezipienten des Lernangebots. Dabei werden die intern ablaufenden Lernprozesse nicht näher untersucht und der Lernende als „Black Box“ angesehen. Ziel ist, Ursache- und Wirkungszusammenhänge von Lernprozessen zu erklären, indem Lerninput und Lernoutput einander gegenübergestellt werden. Lerninhalte entsprechender Programme werden in kleine Lernschritte mit leicht beantwortbaren Kontrollfragen am Ende zerlegt. Richtige Antworten werden gelobt und falsche Antworten bestraft, sodass der Lernende dazu konditioniert wird, stets die richtigen Antworten zu geben. Solche Lernprogramme sind jedoch nur zum Faktenlernen geeignet. Sie ermöglichen es dem Lernenden nicht, das Gelernte zur Lösung konkreter Probleme anzuwenden. Zudem kann der Lernende aufgrund der starren Abfolge der Lernschritte nicht aktiv in das Lerngeschehen eingreifen. Es ergeben sich daraus häufig Motivationsprobleme (Coenen 2002:30ff.).
3.3.2 Kognitivismus
Aus kognitivistischer Perspektive ist der Lernende ein aktiver Rezipient des Lernangebots. Er verarbeitet aktiv die ihm dargebotene Information, indem er sie an bereits vorhandene Informationen anknüpft. Dafür ist sein Vorwissen sehr wichtig, da es mit dem neuen Wissen ver-bunden werden muss. Jeder Lernende bringt ein unterschiedliches Vorwissen mit, sodass ein beiderseitiger Austausch zwischen Lehrendem und Lernendem stattfinden muss. Somit kann sich der Lehrende auf die individuellen Bedürfnisse des Lernenden einstellen. Diese Interaktivität muss auch in entsprechenden Lernprogrammen abgebildet werden. Entweder sollten sie sich automatisch an das Vorwissen des Lernenden anpassen (Adaptivität) oder ein freies Navigieren in den Wissensgebieten (Selbststeuerbarkeit) ermöglichen (Coenen 2002:32ff.).
3.3.3 Konstruktivismus
Der Konstruktivismus betrachtet den Lernenden als aktiven Konstrukteur von Wissen. In dieser Lerntheorie existiert keine objektiv richtige Beschreibung der Realität, sondern eine von jedem Individuum subjektiv interpretierte Realität. Somit ist kein absolutes Wissen vermittelbar. Vielmehr entwickelt der Lernende im Lernprozess ein individuelles Konstrukt seiner eigenen Welt. Der Lernende wird nicht mehr mit einem Problem und dessen Lösung konfron-
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tiert, sondern dazu angeregt, selbst Probleme zu erkennen und eigenständig entsprechende Lösungswege zu entwickeln. Je nach Vorwissen muss der Lernende selbst definieren können, wo seine Probleme liegen und wie er sie lösen kann. Dies setzt ein hohes Maß an eigenständigem Lernen voraus, sodass diese Lernform nicht für Lernanfänger in niedrigen Klassenstufen geeignet ist (Coenen 2002:35ff). Lernprogramme, die diesen Ansatz umsetzen, betten die zu entdeckenden und zu lösenden Probleme in eine narrative Struktur ein, d.h., sie erzählen eine Geschichte, die zudem die Motivation fördern soll (anchored instruction) oder sie verringern von Schritt zu Schritt den instruktiven Charakter der Lernumgebung, sodass der Lernende mehr und mehr der Selbststeuerung seines Lernens überlassen wird (cognitive apprenticeship) (Albrecht 2003:50ff.).
3.4 Computer-Assisted Interpreter Training (CAIT)
Computergestützte Lehrmedien für die Dolmetscherausbildung begannen sich Mitte der 90er Jahre auf Basis der Erfahrungen aus dem computergestützten Fremdsprachenerwerb (Computer-Assisted Language Learning - CALL) 12 zu entwickeln. Forscher versuchten, Erkenntnisse von CALL auf die Entwicklung von Lernprogrammen speziell für Dolmetscher zu übertragen. Zunächst entstanden Programme auf Basis von Datenbanken, die zur Katalogisierung und Speicherung von Reden und Übungsmaterial bestimmt waren. Diese Programme werden in die Gruppe des integrativen CAIT eingeordnet. Im nächsten Schritt entwickelten sich Programme, die so genannte Autorenwerkzeuge 13 für die Erstellung von Lerninhalten integrierten. Diese Programme gehören in die Kategorie des intelligenten CAIT. Ihre Entwicklung fand maßgeblich an der Universität Hull in Großbritannien statt. Neuerliche Projekte rücken das kollaborative Lernen mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel in den Vordergrund. Dabei werden Erkenntnisse aus der Computerspiele-Forschung auf die Erstellung von computergestützten Lernumgebungen angewandt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Virtual Learning Environments. Die Simulation von realitätsgetreuen Situationen soll dabei für Lernzwecke genutzt werden (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:274ff.). Im Folgenden sollen die verschiedenen Ansätze und deren Vertreter vorgestellt werden.
12 Die Entwicklung von CALL soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden. Eine Übersicht dazu geben
Sandrelli und De Manuel Jerez (2007:271ff.). Weitere Informationen zu CALL finden sich bei Barr
(2004:32ff.) sowie Warschauer und Healey (1998).
13 Autorenwerkzeuge sind Softwareprogramme, mit Hilfe derer computergestützte Lernmaterialien zusammen-
gestellt werden können, ohne dass es dazu spezieller Programmierkenntnisse bedarf (Albrecht 2003:31).
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3.4.1 Integratives Computer-Assisted Interpreter Training
Unter integrativem CAIT verstehen Sandrelli und De Manuel Jerez (2007:278ff.) datenbankbasierte Softwareprogramme, die Lehrmaterialien (z.B. Reden) für den Dolmetschunterricht und das Selbststudium zur Verfügung stellen. Vertreter dieses Ansatzes sind die Programme IRIS (Interpreter's Resources Information System), Marius sowie die Datenbank der Generaldirektion Dolmetschen der Europäischen Kommission.
IRIS (Interpreter's Resources Information System)
Mit dem Mitte der 90er Jahre an der Universität Triest entwickelten Programm IRIS können Lehrmaterialien des Dolmetschunterrichts katalogisiert und gespeichert werden. Studenten haben die Möglichkeit, das Material im Selbststudium für Übungszwecke zu verwenden, ihre Verdolmetschung aufzunehmen und an ihre Dozenten zu schicken, um so eine persönliche Einschätzung ihrer Leistungen zu erhalten (Sandrelli 2003:263). Es zeichnet sich durch eine besonders schnelle Suchmaschine, unterschiedliche Versionen der Reden (Audio-, Video-Format, schriftlicher Text) und eine hohe Benutzerfreundlichkeit aus. Leider wird dieses Projekt nicht mehr fortgeführt, da es einerseits an Personal mangelt und andererseits seine Entwicklerin Angela Carabelli nicht mehr in der Forschung tätig ist (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:278).
Marius
Marius ist eine Datenbank mit Reden und Video-Mitschnitten von mehrsprachigen Veranstaltungen verschiedener kommunikativer Situationen. Sie wurde 2001 an der Universität Granada (Spanien) entwickelt und sollte die bisherigen CAIT-Programme ergänzen, indem sie transkribierte und nach Schwierigkeit eingestufte, audiovisuelle Lehrmaterialien zusammenstellte (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:278f.). Die gute Akzeptanz des Angebots hatte dazu geführt, dass mündlich von Lehrkräften im Unterricht vorgetragene Reden durch Originalreden aus der Datenbank ersetzt wurden (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:283) 14 .
Datenbank der Generaldirektion Dolmetschen
Seit 2004 arbeitet die Generaldirektion Dolmetschen (vormals SCIC genannt) am Aufbau ei-
14Ausführliche Informationen zum Projekt Marius befinden sich in Sandrelli/De Manuel Jerez (2007:278f.).
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ner Datenbank mit Video-Mitschnitten von Reden in den 23 offiziellen Sprachen der Europäischen Union für die Ausbildung von Dolmetschern und das Selbststudium. Nutzer werden strukturiert nach den Inhalten der Datenbank suchen können. Die Datenbank wird Videomaterial enthalten, was von dem Sender Europe by Satellite, dem Europäischen Parlament und nationalen Parlamenten stammt. Die Videosequenzen können online betrachtet oder heruntergeladen werden. Vor dem Download kann ein Trailer mit zusätzlichen Informationen zur jeweiligen Videosequenz angesehen werden. Es ist nicht bekannt, wann diese Datenbank veröffentlicht wird. Die Pilotphase des Projektes startete Anfang 2007 (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:284f.).
3.4.2 Intelligentes Computer-Assisted Interpreter Training
Unter intelligentem CAIT subsumieren Sandrelli und De Manuel Jerez (2007:286ff.) so genannte Autorenwerkzeuge, d.h. Softwareprogramme, die das Zusammenstellen eines computergestützten Lehrmaterials ermöglichen, ohne dass es dazu spezieller Programmierkenntnisse bedarf (vgl. Albrecht 2003:31). Als Stellvertreter dieser Gruppe gelten die Projekte InterprIT, Interpretations und Black Box 3.0. Da InterprIT insbesondere zum Üben der Notizentechnik verwendet werden kann, wird es im Folgenden detaillierter betrachtet.
InterprIT
InterprIT wurde an der italienischen Abteilung der Universität Hull in Zusammenarbeit mit dem TELL Consortium 15 entwickelt (Sandrelli 2003:262). Es war zunächst ein Programm zur Übung des bilateralen Dolmetschens für Dolmetschanfänger und wurde später um ein Modul zur Übung des konsekutiven Dolmetschens für Fortgeschrittene erweitert (Cervato/de Ferra 1995:199, Merlini 1996:35).
Es unterstützt die Entwicklung einer individuellen Notizentechnik und dient der Festigung der mentalen Prozesse beim Konsekutivdolmetschen. Dabei werden die einzelnen Prozesse in der Phase der Textrezeption getrennt voneinander geübt, d.h., das Analysieren und das Notieren des Redetextes werden voneinander getrennt (Merlini 1996:36). Die einzelnen Stationen des Lernprogramms müssen linear abgearbeitet werden. Dem Benutzer werden vorab Informatio-
15Das TELL Consortium war ein Verbund von britischen Universitäten zur Forschung auf dem Gebiet des
Computer-Assisted Language Learning und zur Entwicklung entsprechender Softwareprogramme (Sandrelli/
De Manuel Jerez 2007:286).
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nen zu den W-Fragen (Wer spricht zu wem?, Worüber?, Wann?, Wo? und Warum?) und weiterführendes Material schriftlich sowie mündlich präsentiert. Anschließend wird der Benutzer zur Übung der antizipatorischen Fähigkeiten zur noch unbekannten Rede auf Basis der Hin-tergrundinformationen befragt, die er schriftlich in dem dafür vorgesehenen Feld beantworten muss. Im nächsten Schritt werden die Benutzer dazu aufgefordert, aus verschiedenen Symbolen und Abkürzungen einige auszuwählen, welche dann im Verlauf der Übung über die Funktionstasten und Buttons anwählbar sind. Bevor die Rede präsentiert wird und bevor die Benutzer mit der Verdolmetschung beginnen, haben sie die Gelegenheit, Vokabeln der Redepassage einzusehen. Während der Verdolmetschung können Notizen in einem dafür vorgesehenen Feld angefertigt werden. Das Feld ist in vier Spalten unterteilt: (1) logische Verbindungen, (2) Subjektive und Vokative, (3) Verbalgruppen, prädikative Adjektive, Nominalphrasen sowie (4) Objekte, präpositionale Ergänzungen und Adverbien. Damit werden die beiden Prinzipien der diagonalen und vertikalen Notation der Satzelemente automatisch berücksichtigt und trainiert. Durch die Eingabe des Notats über die Tastatur sollen die Studierenden dazu angehalten werden, nicht so viel wie möglich zu notieren, sondern eine Passage abzuwarten, dann zu notieren und sich ggf. auf das eigene Gedächtnis zu verlassen. Die Verdolmetschung anhand des angefertigten Notats wird anschließend unter Zeitbegrenzung aufgenommen. Zur Überprüfung der eigenen Dolmetschleistung kann die Verdolmetschung angehört, mit dem eigenen Notat und einem Musternotat sowie der Originalrede verglichen werden. Anschließend werden nochmals vertiefende Fragen zur Redestruktur, syntaktischen Mustern, Fachvokabular und rhetorischen Elementen gestellt, um dem Lernenden ein vertiefendes Verstehen des Textes zu ermöglichen. Als Abschluss der Übung erhält der Lernende eine Übersicht über den Redetext im Original mit Anmerkungen zu Texttyp, Formalisierungsgrad, aufgetretenem Fachvokabular und rhetorischer Besonderheiten zusammen mit einer Übersetzung der Rede in einer schriftlichen und mündlichen Version (Merlini 1996:37ff.).
InterprIT ist damit ein mächtiges Lernprogramm zur Übung der Notizentechnik. Allerdings steht es nur für die Dolmetschrichtung Englisch-Italienisch zur Verfügung. Inwiefern noch an dem Programm gearbeitet wird, kann nicht gesagt werden. Die letzten Veröffentlichungen sowie die entsprechende Webseite 16 sind auf das Jahr 2003 datiert.
16 vgl (Riley „The Tell Consortium“).
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3 Neue Technologien in der Konferenzdolmetscherausbildung Interpretations
Das von Sandrelli (2003:263ff., Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:287) entwickelte Programm Interpretations ist für Anfänger mit Grundkenntnissen im Dolmetschen bestimmt, die das Si-multandolmetschen üben wollen. Das Programm ermöglicht ihnen eine Aufnahme und Speicherung ihrer Verdolmetschung, den Vergleich mit der Rede im Original sowie die Analyse ihrer Leistung. Außerdem können Lehrer mit Hilfe eines integrierten Autorenwerkzeugs individuell Übungen für ihre Studenten erstellen und somit ein neues Lehrmaterial schaffen.
Black Box 3.0
Black Box 3.0 ist das erste kommerziell erschienene Autorenwerkzeug für die Erstellung von computergestützten Lernangeboten speziell für die Dolmetscherausbildung. Es wurde in Zusammenarbeit zwischen der Melissi Multimedia Ltd. und der Universität Hull entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung von Interpretations, womit Lerninhalte für die Dolmetscharten Simultan- und Konsekutivdolmetschen, bilaterales Dolmetschen und Dolmetschen vom Blatt erstellt werden können. Zudem wurden die Audiofunktionen für die Studierenden verbessert. 17
3.4.3 Virtual Learning Environments
Unter Virtual Learning Environments verstehen Sandrelli und De Manuel Jerez (2007:292) Lernangebote, die online über das Internet zu beziehen sind. Virtuelle Lernumgebungen existieren bereits seit längerer Zeit in der Fremdsprachen- und Übersetzerausbildung. Ansätze solcher Portale für die Dolmetscherausbildung integrieren verschiedene Lernmedien, online verfügbare und herunterladbare Lernressourcen sowie interaktive Lernkomponenten. Das Geneva Virtual Institute ist die erste virtuelle Lernumgebung, die speziell für die Bedürfnisse der Dolmetscherausbildung konzipiert wurde. Als Weiterentwicklung soll außerdem die Virtual Interpreting Environment kurz vorgestellt werden.
Geneva Virtual Institute
Die Dolmetschabteilung (Ecole de Traduction et d'Interprétation - ETI) der Universität Genf
17 Detaillierte Informationen zu Blackbox 3.0 finden sich bei Sandrelli und Hawkins (2006) und Sandrelli
(2005).
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entwickelte das Virtual Institute, was auf der blended learning-Philosophie 18 beruht. Die Lernumgebung besteht aus mehreren Komponenten, von denen die folgenden Werkzeuge besonders interessant sind: SIMON (Shared Interpreting Materials Online), EVITA (ETI Virtual Interpreter Training Archives) und der Student Tracker (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:293ff.).
SIMON richtet sich an die Lehrkräfte in der Dolmetscherausbildung. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von digitalisierten Unterrichtsmaterialien. Es werden nicht nur Reden in einer Datenbank gespeichert, sondern auch Möglichkeiten des Austausches zwischen Lehrkräften geboten. Auf einer Diskussionsplattform können sich Lehrer bei der Erstellung von Lehrmaterialien gegenseitig unterstützen und erprobte Materialien austauschen. Ausgearbeitete Übungen und Unterrichtsunterlagen werden in einer Datenbank gespeichert und können zur Unterrichtsvorbereitung genutzt werden. Dieses Angebot soll weltweit zur Verfügung stehen. EVITA wendet sich an Studierende und Tutoren. Studierende können in einem Online-Tagebuch ihren Lernfortschritt vermerken, indem sie sich ein Lernziel setzen und nach dem Üben im Selbststudium ihre eigene Leistung beurteilen. Tutoren können darauf schriftlich individuell antworten und Kommilitonen können dazu Kommentare hinterlassen. Dieses Werkzeug zielt darauf ab, den Studierenden ihre Schwachpunkte aufzuzeigen und ihnen eine Möglichkeit zu geben, daran zu arbeiten. Von Studierenden wird als besonders vorteilhaft beurteilt, dass sie in ihrer selbstgewählten Geschwindigkeit lernen können.
Der Student Tracker wird von den Lehrkräften verwendet. Er ermöglicht es ihnen, Beurteilungen und Noten der Dolmetschleistungen ihrer Studenten festzuhalten. Lehrkräfte können mit diesem Werkzeug auch untereinander Nachrichten austauschen. Studierende haben jederzeit Zugriff auf die Einschätzung durch ihre Lehrer.
Virtual Interpreting Environment
Melissi Multimedia entwickelt eine virtuelle Dolmetschumgebung, die ein Autorenwerkzeug zur Erstellung individueller Lerninhalte, eine Umgebung zu Sammlung, Organisation und Austausch von Lehrmaterialien und eine interaktive Komponente für Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrern beinhaltet. Simulationen aus der Computerspiele-Technologie sollen auf die Simulation einer Dolmetscherkabine und eines virtuellen Konferenzzentrums
18 Zu blended learning siehe Abschnitt 3.1 Begriffsdefinition computergestütztes Lernen.
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angewandt werden. Interessant ist, dass über einen USB-Anschluss ein digitaler Notizblock an das System angeschlossen werden kann. Notizen können digital gespeichert und zusammen mit der aufgezeichneten Verdolmetschung ausgewertet werden. Lehrer können die Leistung der Studierenden über eine Steuereinheit verfolgen und kommentieren. Die Lernumgebung kann als Ergänzung des Präsenzunterrichts und zum Fernstudium verwendet werden. Es werden u.a. Technologien wie der Chat, das Online-Tagebuch, Diskussionsplattformen sowie Speicher für Lehrmaterialien und aufgenommene Verdolmetschungen umgesetzt. Damit soll eine wohlstrukturierte Online-Lernumgebung entstehen (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:294ff.).
3.4.4 Sonstige Projekte
An dieser Stelle sollen zwei weitere Projekte kurz vorgestellt werden, die in der Kategorisierung Sandrellis und De Manuel Jerez' nicht vorgesehen sind: LinguistsL@b und DigiLab.
LinguistsL@b
LinguistsL@b ist eine Software zur Mehrspur-Audioaufnahme von Dolmetschleistungen, die hervorragend zum Selbststudium geeignet ist. Neben dem Abspielen von Reden mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Störgeräuschen (zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrades) können parallel dazu mehrere Verdolmetschungen aufgezeichnet werden. Das Programm unterstützt simultanes und konsekutives Dolmetschen, Flüsterdolmetschen sowie das Dolmetschen vom Blatt (Drechsel 2004:121).
DigiLab
Das Forschungsprojekt Christoph Stolls DigiLab am Seminar für Übersetzen und Dolmetschen (SÜD) der Universität Heidelberg widmet sich dem Verbund von Technik und Dolmetschen. Neben einer Forschungsanlage dient ein zentrales Internetportal der Unterstützung der Lehre, wo Informationen und Übungsmöglichkeiten zur Aneignung von Subkompetenzen des Dolmetschens abrufbar sind (Stoll „DigiLab - Das Dolmetschlabor“). Es besteht aus drei Modulen (vgl. Drechsel 2004:118): Theorie, Übungen und Archiv. Im theoretischen Modul werden Informationen zur Dolmetschwissenschaft dargestellt. Sie sind in
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die Kategorien Textrezeption, Umsetzung, Textproduktion, Monitoring und Meta-Prozesse eingeteilt. Die Notizentechnik ist in die Rubrik Textrezeption eingeordnet. Dort werden kurzgehaltene Informationen und Hinweise zu Symbolen, entsprechender Fachliteratur, zur Individualität der Notizentechnik, zum Notizenblock und Abgrenzung zur Stenographie dargeboten (Stoll „DigiLab - Das Dolmetschlabor“). Im Übungsmodul unterbreitet Stoll konkrete Übungsvorschläge für verschiedene Teilaspekte des Dolmetschens, so genannte neuronal drill modules. Sie dienen der Verbesserung der kognitiven Kapazität der Studierenden (z.B. Übungen zum Shadowing 19 oder Clozing 20 ). Bezüglich der Notizentechnik gibt er Anleitungen für Notationsübungen im Seminar und stellt einige Texte zum Selbststudium zur Verfügung (Stoll „DigiLab Übungen - Notizen“). Im Archiv befinden sich Übungstexte aus den Präsenzseminaren sowie Originalreden zur Nachbereitung des Unterrichts. Das Portal dient eher der gesammelten Präsentation von Informationen und der Unterstützung des Präsenzunterrichts (vgl. Stoll 2002:310).
3.5 Fazit
Elektronische Lernprogramme können das Selbststudium in der Konferenzdolmetscherausbildung dahingehend unterstützen, dass sie dem Studierenden eine adäquate Lerngrundlage bieten. Über das Internet kann zwar eine Vielzahl von Redetexten von Muttersprachlern gefunden werden, doch nicht alle sind für die Dolmetschübung geeignet. Zudem können sie Studierende dazu verleiten, sich im Selbststudium falsche Techniken anzugewöhnen, die nur schwer im Präsenzstudium wieder zu korrigieren sind. Somit kann davon ausgegangen werden, dass das Selbststudium oftmals unstrukturiert und unkontrolliert abläuft. Lernprogramme zur Unterstützung des Selbststudiums können hier Abhilfe schaffen, indem bspw. Reden der selben Konferenz im Unterricht sowie im Lernprogramm zur Übung verwendet werden. Zudem haben Lehrkräfte die Möglichkeit über die Speicherfunktion die individuelle Leistung der Studierenden anzuhören und zu beurteilen. Die individuelle Leistungseinschätzung ist besonders in der Dolmetscherausbildung von höchster Wichtigkeit (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:276).
Außerdem bieten computergestützte Lernprogramme den Vorteil, das Lernen in einen realen
19 Zeitversetztes Nachsprechen eines Redetextes in der Mutter- oder Fremdsprache.
20 Inferieren von Lücken in einem Text.
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Kontext zu betten, was es effektiver gestaltet. In virtuellen Lernumgebungen können Materialien verschiedener Ressourcen (Audio, Video und Text) angeboten werden, womit eine relativ realistische Dolmetschsituation simuliert werden kann (Sandrelli/De Manuel Jerez 2007:276).
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
Bevor ein Lernprogramm umgesetzt wird, sollte die Ausgangssituation sorgfältig analysiert werden, um darauf aufbauend ein Konzept erarbeiten zu können (vgl. Kuntze 2005:58). Dazu gehören laut Luczak (2003:3) und Born (2008:131ff.) das Ziel des Lernmaterials festzulegen, die Eigenschaften der beteiligten Personengruppen zu definieren, die Lerninhalte zu konzipieren und zu strukturieren, die Möglichkeiten der Evaluation des Gelernten zu erfassen sowie die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu klären. Die Ergebnisse der Analyse werden in den folgenden Abschnitten genauer beleuchtet.
Das fertig ausgearbeitete Lehrmaterial befindet sich im zweiten Teil der Diplomarbeit. Es empfiehlt sich, das Lehrmaterial parallel zu den nun folgenden Ausführungen zu konsultieren, um die Erläuterungen besser nachvollziehen zu können.
4.1 Zielstellung
Ziel des Selbstlernmaterials ist, die Herausbildung der dolmetsch-spezifischen Kompetenz „Notizentechnik“ zu fördern. Dafür sollen Grundlagenkenntnisse der verschiedenen Notizen-theorien vermittelt und eine Möglichkeit zur aktiven Übung der eigenen Notizentechnik gegeben werden. Zudem soll das Selbstlernmaterial auch als Nachschlagewerk für Symbole für fortgeschrittene Studierende dienen. Alle Inhalte sollen für das Selbststudium aufbereitet werden. Nach Absolvieren des Selbstlernmaterials soll der Studierende dazu in der Lage sein, sich ein eigenes Urteil über bestehende Notizensysteme zu bilden, bewusst verschiedene Methoden der Notizentechnik anzuwenden und seine Notizentechnik Schritt für Schritt zu analysieren und effizienter zu gestalten.
4.2 Benutzergruppenanalyse
Die Benutzer des Selbstlernmaterials sind Studierende des Masterstudiengangs, aber auch des Diplom-Studiengangs Konferenzdolmetschen, die sich im Selbststudium Wissen und Fähigkeiten zur Notizentechnik aneignen möchten. Das Material kann entweder zum Selbststudium einer Einzelperson oder zur Gruppenarbeit verwendet werden. 21
21 Siehe dazu die Ausführungen in Abschnitt 2.4.5 Organisation des Selbststudiums.
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials Eine Analyse der Benutzergruppe läuft nach Kerres (2001:85ff.) wie folgt ab.
Vorwissen
Die Studierenden der Masterstudiengänge können ein sehr heterogenes Vorwissen mitbringen, je nachdem welchen Bachelorstudiengang bzw. welche andere qualifizierende Hochschulausbildung sie zuvor absolviert haben. Diese Heterogenität der Studierenden wird über die Eignungsprüfung (siehe Abschnitt 2.3.1 Studienvoraussetzungen und die Eignungsfeststellungsprüfung) angeglichen, sodass von folgenden Vorkenntnissen ausgegangen werden kann. Die Studierenden sind in der Lage, kurze Passagen eines Gespräches zu dolmetschen und eine Zusammenfassung in ihrer Muttersprache zu einem fremdsprachlich vorgetragenen Text zu geben. Man kann dabei nicht allgemein davon ausgehen, dass sie zur Memorisierung der Inhalte eine professionelle Notizentechnik anwenden. Daraus wird geschlossen, dass sie kein Vorwissen zur Notizentechnik mitbringen.
Da sich das IALT momentan noch in einer Übergangsphase zwischen Bachelor- und Master-Ausbildung und Diplomausbildung befindet 22 , werden auch Studierende der Diplomstudiengänge die Möglichkeit haben, das Material zu verwenden. Bei ihnen ist davon auszugehen, dass sie während ihres Grundstudiums sowie im Verlauf des Hauptstudiums Erfahrungen im Konferenzdolmetschen und damit auch im Notieren gesammelt haben. Eine Umfrage von Körner (2003:55ff.) zeigt jedoch, dass sie selten ein ausgefeiltes System benutzen und sich nur wenige selbstständig mit den verschiedenen Notationstheorien auseinander gesetzt haben. Bei beiden Benutzergruppen wird davon ausgegangen, dass sie im Verlauf ihres Studiums die eigenständige Arbeitsweise erlernt haben, die für die Durchführung des Selbststudiums notwendig ist. Zudem wird erwartet, dass sie grundlegende Kompetenzen im Umgang mit dem Computer besitzen. Der Studierende kann nur dann ein gutes Notationssystem entwickeln, wenn er den Redetext verstanden hat. Dazu muss er seine Arbeitssprachen perfekt beherrschen und zur Redetextanalyse fähig sein (vgl. Gillies 2005:17ff., Kalina 1998:246, 2000a:178, 2000b:5, Ahrens 2001:228ff., Andres 2002b:214). Diese Fähigkeiten kann das vorliegende Selbstlernmaterial nicht vermitteln und setzt sie daher als Vorkenntnis voraus.
22 Weitere Ausführungen dazu finden sich bei Schmitt (2007:526).
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials Motivation
Die Studierenden des Masterstudiengangs werden die Motivation haben, die Notizentechnik als eines der Grundwerkzeuge der Dolmetschertätigkeit zu erlernen. Erst damit werden sie dazu befähigt, die an sie gestellten hohen Anforderungen aus den anderen Lehrveranstaltungen wie bspw. dem unilateralen Konsekutivdolmetschen in ihre Muttersprache und später in ihre Fremdsprache zu erfüllen.
Über die Hälfte der befragten Studierenden des Diplom-Studiengangs in Körners (2003:59, 78f.) Studie sind mit ihrer Notizentechnik nicht zufrieden und bemängeln eine schlechte Lesbarkeit und ein zu langsames Tempo während der Notation. Auch die Untersuchungen Scharfes (2006:120) bestätigen die Forderung nach einem umfassenden Lehrmaterial im Fach Notation, was einen Überblick über verschiedene Notationsschulen sowie Übungen dazu anbietet. Der Grad der freiwilligen Programmnutzung wird sehr hoch sein, da keiner der Studierenden dazu gezwungen wird, gerade dieses Programm zur Aneignung einer Notizentechnik zu nutzen.
Lerngewohnheiten
Bei beiden Studierendengruppen ist davon auszugehen, dass sie einer herkömmlichen Schul-und Hochschulausbildung gefolgt sind. Das bedeutet, dass sie hauptsächlich an den Frontalunterricht in Seminaren, evt. an eine individuelle Beteiligung in Übungen sowie an das passive Rezipieren von Vorlesungen gewöhnt sind. Es kann ebenso davon ausgegangen werden, dass das selbstständige wissenschaftliche Arbeiten entweder in Hausarbeiten oder in einer Bache-lor-Arbeit schon unter Beweis gestellt wurden.
Lerndauer
Die Studierenden sollten dazu in der Lage sein, sich über längere Zeit konzentriert mit einer Thematik auseinander zu setzen, d.h. mehrere Stunden am Tag.
Einstellungen und Erfahrungen
Häufig wird den Dolmetschern eine gewisse Technophobie vorgeworfen, welche zu einer ge-
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
nerellen Abneigung gegenüber technischen Arbeitsmitteln geführt hat. 23 Die jüngere Generation von Studierenden sollte davon jedoch nicht mehr betroffen sein. Der Umgang mit dem Computer sowie mit den modernen Informations- und Kommunikationstechnologien dürfte nunmehr alltäglich sein. Eventuell ist einigen Studierenden schon der Umgang mit Lernprogrammen des Fremdsprachenerwerbs geläufig.
Lernorte und Medienzugang
Das Lernprogramm wird auf CD-ROM ausgeliefert und muss auf dem heimischen Computer installiert und ausgeführt werden. Eventuell ist auch eine Installation auf den Servern des Universitätsrechenzentrums der Universität Leipzig möglich, sodass das Programm öffentlich zugänglich wäre. 24
4.3 Lerninhalte und deren Strukturierung
Lerninhalte
Die Auffassungen darüber, ob die Notation überhaupt lehrbar ist, gehen weit auseinander. Das eine Lager meint, dass die Notation rein individuell ist und die Vermittlung einer Notizentechnik sogar den Lernprozess des Dolmetschens stören kann. Das andere Lager behauptet, dass eine Notizentechnik sehr wohl vermittelbar ist und vor allem Anfängern dabei hilft, Fehlleistungen zu vermeiden. Es wird jedoch betont, dass jegliche Form der Vermittlung nur als Anregung für die Entwicklung eines individuellen Systems zu verstehen ist und dem Lernenden somit keinesfalls ein System aufgezwungen werden soll (Gross-Dinter 2003:74ff.). Auch Ahrens (2001:239) betont, dass sich die meisten ihrer Studenten eines Mischsystems aus Wörtern und Abkürzungen aus verschiedenen Sprachen sowie Symbolen bedienen. Andres (2002a:245) beschreibt das Konsekutivdolmetschen als eine äußerst komplexe Handlung. Daher sollten ihrer Auffassung nach die Einzeloperationen getrennt voneinander behandelt und geübt werden, bevor sie letztendlich wieder zu einer Gesamthandlung koordiniert werden. Sie benennt die Notation als einer der Einzeloperationen. Die Untersuchung Körners (2003:73ff.) am IALT bestätigt die Praktikabilität einer separaten Übung der Einzeloperatio-
23(vgl. Stoll 2001:210).
24 Siehe dazu Abschnitt 4.5 Organisatorische und technische Rahmenbedingungen.
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
nen. Somit sollte die Notation zunächst getrennt vom unilateralen Konsekutivdolmetschen geübt werden, um sich der dort ablaufenden Prozesse bewusst zu werden. Das vorliegende Selbstlernmaterial schließt sich der Auffassung der Lehrbarkeit der Notizentechnik an. Es besteht im Kern aus folgenden Teilen 25 :
• ein Theorieteil,
• ein Symbolteil und
• ein Übungsteil.
Dem Theorieteil ist ein Einführungskapitel vorangestellt, welches Informationen zu den Adressaten und dem Zweck des Selbstlernmaterials, eine Übersicht und Bedienungshinweise umfasst. An den Übungsteil schließt sich eine Auflistung interessanter Literaturbeiträge an, die einerseits in den Quellen zu den jeweiligen inhaltlichen Ausführungen benannt sind und andererseits als Hinweis zur vertiefenden Lektüre dienen sollen.
Strukturierung
Das Lernmaterial ist buchartig strukturiert. Der Anfänger ist dazu angehalten, das Material nacheinander linear durchzuarbeiten, da in den Übungen auf die vermittelten Prinzipien im Theorie- und Symbolteil zurückgegriffen wird. Allerdings steht es jedem Lernenden offen, das Material nach seinem individuellen Lernbedürfnis zu verwenden. Der Symbolteil kann bspw. fortgeschrittenen Studierenden als reines Nachschlagewerk für Symbolanregungen dienen. Alle Informationen werden sofort und nicht erst Stück für Stück je nach Lernfortschritt präsentiert, sodass der Lernende gemäß kognitivistischem Lernanstatz 26 je nach Vorwissen frei darin navigieren kann.
Im Folgenden soll auf die einzelnen Teile nochmals detailliert eingegangen werden.
4.3.1 Der Theorieteil
Bei der inhaltlichen Gestaltung des Theorieteils wurde Ahrens' Vorschlag (2001:228) befolgt, den Unterricht mit einer Einführung in verschiedene Notizentechniksysteme zu beginnen. Der
25 An dieser Stelle soll jeweils nur die Grobstruktur der einzelnen Teile dargestellt werden. Die feingliedrige
Struktur des Selbstlernmaterials ist Teil 2 der Diplomarbeit zu entnehmen.
26 Siehe Abschnitt 3.3.2 Kognitivismus.
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
Theorieteil wurde nach behavioristischer Lernauffassung 27 strukturiert, indem reine Informationen dem Lernenden zur Kenntnisnahme präsentiert werden. Er greift nicht aktiv in den Lernprozess ein, sondern nimmt lediglich passiv Information auf. Der Lernende kann diese Informationen wie in einem Buch der Reihe nach durchlesen.
Der Theorieteil ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und wie folgt grob strukturiert: 1 Die Notizentechnik 1.1 Geschichtlicher Überblick 1.2 Lehrmeinungen zur Notizentechnik
2 Die Notationsprinzipien
2.1 Die Notationsprinzipien Jean-François Rozans 2.2 Die Notationsprinzipien Heinz Matysseks 2.3 Zusammenfassung
Das erste Hauptkapitel des Lernmaterials besteht aus einer Übersicht zur Geschichte der Notizentechnik und den drei hauptsächlichen Lehrmeinungen zur Notizentechnik: der Genfer, Pariser und Heidelberger Schule. Anschließend werden im zweiten Kapitel die Notationsprinzipien Rozans und Matysseks als zwei der wichtigsten Vertreter einer Notizentechnik vorgestellt, indem die Kernaussagen ihrer jeweiligen Notationsprinzipien wiedergegeben werden. Die Zusammenfassung enthält wichtige Aspekte der Notizentechnik, die sich in verschiedenen Notizensystemen wiederfinden und somit als allgemeingültiges Regelwerk anzusehen sind.
27 Siehe Abschnitt 3.3.1 Behaviorismus.
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4.3.2 Der Symbolteil
Im Symbolteil werden dem Studierenden in einer ähnlichen Struktur wie zuvor im Theorieteil, Symbole verschiedener Autoren präsentiert. An dieser Stelle muss der Leser keinesfalls die Inhalte linear abarbeiten. Er kann sich punktuell je nach Bedürfnis Symbolvorschläge unterbreiten lassen und das Material als Nachschlagewerk benutzen. Die Grobstruktur des Symbolteils sieht wie folgt aus: 1 Die Notationssymbole 1.1 Die Notationssymbole Jean-François Rozans
1.2 Die Notationssymbole Heinz Matysseks
1.3 Die Notationssymbole diverser Autoren
Die Darstellung Rozans Symbole beinhaltet zudem eine übersichtliche Zusammenfassung, die im PDF-Format zum Ausdruck zur Verfügung gestellt wird.
Bei der Darstellung Matysseks Symbole wurde die Systematik Rudolphs (2008:10ff.) übernommen. Sie gibt einen guten Überblick über die verschiedenen Symbolkategorien, in die Matyssek seine Symbole einteilt.
In der Sammlung Die Notationssymbole diverser Autoren findet der Leser eine übersichtliche Liste von Symbolvorschlägen folgender Autoren: Becker (1991), Frömmer (2001), Gillies (2005), Jäger und Dalitz (1984), Stoll („Symbole“) und Werner (2008) sowie zwei Sammlungen zu Symbolvorschlägen unbekannter Autoren auf Deutsch und Französisch. Alle Symbolsammlungen werden ebenfalls als PDF zur Verfügung gestellt.
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4.3.3 Der Übungsteil
Herzstück des Selbstlernmaterials ist der Übungsteil mit 18 Übungen zur Festigung des zuvor im Theorie- und Symbolteil vermittelten Wissens. Dem Studierenden werden Redetexte präsentiert, woran er seine individuelle Notationstechnik erproben kann. Es wird davon abgesehen, systematisch Notationsvorschläge für die einzelnen Übungstexte zu unterbreiten, da diese dem Studenten ein zu enges Korsett anlegen. Vielmehr sollen die ausgewählten Übungstexte und die Anleitungen zum Üben den Studenten dabei unterstützen, in einer ruhigen und geleiteten Atmosphäre ein fundiertes eigenes Notationssystem zu entwickeln. Nur vereinzelt werden Lösungsvorschläge bei den Übungen für Anfänger angeboten (vgl. Ahrens 2001:228ff.). Der Übungsteil ist nach den Prinzipien der kognitivistischen Lerntheorie erstellt. Ihm soll im Folgenden eine besondere Aufmerksamkeit gelten.
4.3.3.1 Der Aufbau des Übungsteils
Der Übungsteil ist wie folgt grob strukturiert:
1 Übungen 1.1 Benutzungshinweise 1.2 Bemerkungen
1.3 Übungen an schriftlichen Texten
1.4 Übungen an auditiven Texten
Der Übungsteil beginnt mit einigen Benutzungshinweisen für die Lernenden. Dort werden
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nochmals die Struktur des Übungsteils kurz erläutert und einige Hinweise zu den verschiedenen Schwierigkeitsstufen gegeben, sodass sich jeder das für ihn passende Übungsangebot aussuchen kann.
Im Abschnitt Bemerkungen findet der Leser eine kurze Zusammenfassung wichtiger Aspekte des Notierens, die er in jedem Falle beachten sollte. Dieser Abschnitt soll einerseits die vorherigen Kapitel prägnant zusammenfassen und andererseits später einsteigenden Lernenden einen Anschluss an den theoretischen Hintergrund bieten.
Gemäß der Forderung Andres' (2002a:245) nach Übung von Einzeloperationen und in Anlehnung an die Vorschläge Matysseks (1989:609f.) und Gillies' (2005:75) zum Übungsaufbau werden anfangs schriftliche Texte präsentiert. Die Arbeit an schriftlichen Texten ermöglicht es dem Debütanten, sich zunächst vollständig auf die Notation zu konzentrieren und ohne Zeitdruck klar zu notieren. Oftmals haben Dolmetschanfänger das Problem, über das Notieren das Zuhören zu vergessen (Ahrens 2001:235). Sobald die Konzentration zu sehr auf die Notation gelenkt wird, hat der Dolmetscher nicht mehr genug Kapazitäten übrig, um der Rede zu folgen (vgl. Gillies 2005:7, Gile 1995:182). Daher soll sich der Lernende erst auf die Entwicklung einer Notizentechnik konzentrieren, bevor er mit der Redetextanalyse eines mündlich vorgetragenen Textes konfrontiert wird.
Neben deutschen werden auch fremdsprachliche schriftliche Übungstexte in Englisch und Französisch angeboten. Diese Sammlung kann jederzeit um weitere Sprachen erweitert werden. Die Übung am fremdsprachlichen Text soll die Studierenden schon früh mit der Problematik konfrontieren, in welcher Sprache (Muttersprache, Ausgangssprache oder Zielsprache) oder ob sie gänzlich sprachunabhängig notieren sollen. So haben sie die Möglichkeit, sich je nach Vorliebe entweder ein sprachunabhängiges Notationssystem in ihrer Muttersprache zurecht zu legen oder sich je nach Zielsprache an unterschiedliche Abkürzungen bzw. Symbole zu gewöhnen. 28
Ziel ist eine Automatisierung der Fähigkeit Notation, die nur durch wiederholtes Üben erreicht werden kann (vgl. Ahrens 2003:15). Sobald die Grundtechniken der Notation weitestgehend automatisiert abrufbar sind, kann zur Übung an mündlich vorgetragenen Texten übergegangen werden (Gillies 2005:69). Auch hier werden zunächst deutsche und anschließend
28 Zur Frage der Sprache der Notizen hat Gross-Dinter (2003:60ff.) eine gute Übersicht zu den verschiedenen
Auffassungen in der Literatur zusammengestellt.
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fremdsprachliche (englische und französische) Reden präsentiert. Dafür wurden von der Autorin einige der deutschen Reden eingesprochen sowie deutsche, französische und englische Reden von Originalsprechern zur Verfügung gestellt. Erweiterungen auf andere Sprachen sind jederzeit möglich.
4.3.3.2 Die Auswahl der Redetexte
Bestimmende Faktoren
Bei der Auswahl der Übungstexte wurden die Kriterien Kautz' (2002:147ff., 353f.) berücksichtigt.
• Didaktische Eignung: Der Text muss vielfältige Ansatzpunkte für die Vermittlung bzw. Festigung von translatorischen, interkulturellen und sprachlichen Fertigkeiten bieten und sich mit anderen Lehrinhalten abstimmen lassen.
• Authentizität: Der Text muss repräsentativ für eine Gruppe von Texten bzw. Reden und in sich geschlossen sein. Seine Verdolmetschung muss Praxisrelevanz besitzen.
• Thematik: Der Text muss für die zielsprachige Kultur- und Kommunikationsgemeinschaft sowie für die spätere Berufstätigkeit relevant sein und sollte möglichst die Kultur- und Fachkompetenz der Lernenden verbessern.
• Schwierigkeitsgrad: Der Text muss inhaltlich kohärent und verständlich sein und sollte wenig implizite Informationen enthalten, die sich nur aus dem realen Redekontext erschließen lassen. In der Ausbildung sollten sowohl wortwörtlich ausformulierte als auch improvisierte Texte und Mischformen berücksichtigt werden.
• Textsorte: Der Text sollte eine in der Praxis häufig vorkommende Textsorte besitzen (z.B. Berichte, Dikussionsbeiträge, Reden, Vorträge).
• Länge: Der Text sollte an eine Unterrichtseinheit anpassbar sein. Für Übungszwecke sind kürzere Reden besser geeignet, da man an ihnen mehr Themen und Dolmetschstrategien üben kann.
• Interessantheit: Der Text muss Neugier erwecken, eine Herausforderung darstellen und die Motivation fördern.
• Aktualität: Der Text muss möglichst aktuell sein, da der Dolmetscher während des Unter-
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials richts keine Recherchemöglichkeit besitzt.
Die Übungstexte des Selbstlernmaterials
Die Redetexte des Selbstlernmaterials sind verschiedenartig didaktisch aufbereitet. Es handelt sich um Texte, die so auch im Präsenzunterricht bearbeitet wurden und sich thematisch sowie translatorisch in das Curriculum der Konferenzdolmetscherausbildung eingliedern. Kautz (1994:81), Feldweg (1994:104) und Kalina (2000b:21) schlagen für die Übung bei Anfängern vor, speziell aufbereitete Übungstexte zu verwenden (z.B. Reden, aus denen schwierigere Passagen gelöscht wurden). Diese sollen so ausgesucht sein, dass sie ein allgemeines Thema behandeln und somit nicht ständig aktualisiert werden müssen. An solcherlei Texten ist es Kautz' Auffassung nach einfacher, Grundfertigkeiten und elementare Strategien des Dolmetschens zu lehren. Hier eignen sich besonders Reden des Typs Einweihung, Begrüßung oder Eröffnung. Dies wurde besonders bei der Zusammenstellung der schriftlichen Redetexte beachtet. Oftmals handelt es sich dabei nicht um reale Reden, sondern um didaktisierte Texte für den Notationsunterricht. Sämtliche Übungstexte der höheren Schwierigkeitsgrade sind reale Reden. An einigen Stellen wurden die Reden gekürzt, damit sie eine angemessene Übungslänge erhalten und ein in sich geschlossenes Bild ergeben. Es wurden stets Reden verwendet, die sich thematisch in einzelne Abschnitte teilen ließen, damit anfangs keine längeren Abschnitte als ca. zwei bis drei Minuten zu dolmetschen sind. In einem höheren Schwierigkeitsgrad werden Reden von ca. sechs Minuten Rededauer angeboten, was in etwa den Anforderungen der Abschlussprüfung entspricht. Die gewählten Reden sind thematisch insofern relevant, als dass sie Themen der Politik (z.B. Europapolitik, Umweltschutz) behandeln. Sie sind recht allgemein gehalten, können jedoch in dieser Form auch in der Berufspraxis des Dolmetschers auftreten. Damit soll einerseits Interesse geweckt und andererseits der Vorberei-tungsaufwand minimiert werden. Die Übung an Fachtexten wird dem Präsenzunterricht überlassen. Zudem wurden die mündlich vorgetragenen Texte in unterschiedliche Schwierigkeitsstufen eingeordnet, was die Studierenden vor unterschiedlich hohe Herausforderungen stellt. 29 Die Forderung nach Aktualität der Redetexte stellt ein besonderes Problem dar. Wie Kautz fordern auch Seleskovitch und Lederer (1989:67f.) Texte mit aktuellen Themen, um es dem Studierenden zu ermöglichen, sein diesbezügliches Wissen einzusetzen. Die Aktualität des
29 Weitere Ausführungen zum Schwierigkeitsgrad der Redetexte befinden sich im folgenden Abschnitt 4.3.3.3.
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
Textes wird ihrer Auffassung nach nicht durch den zeitlichen Abstand zwischen dem Zeitpunkt, wann die Rede gehalten wurde und jenem ihrer Verdolmetschung während des Unterrichts bestimmt. Solange sich die Situation, in die der Redetext eingebettet ist, nicht verändert hat, behält er seinen aktuellen Charakter. Sobald sich der Redetext auf vergangene Umstände bezieht, muss der Student sein geschichtliches Wissen bemühen, welches die Konzentration stört. Als Beispiel für ein stets aktuelles Thema führen sie die Energieknappheit an. Dem wurde versucht bei der Auswahl der Redetexte Rechnung zu tragen. Allerdings ist nicht abschätzbar, wann die Redetexte endgültig ihre Aktualität verlieren. Daher wurde zu jedem Redetext die jeweilige Quelle hinzugefügt, sodass der Lernende nachvollziehen kann, aus welchem Kontext er stammt. Zudem wird darum gebeten, über diese inhaltliche Problematik hinwegzusehen und die Texte als reines Übungsmaterial zu betrachten.
4.3.3.3 Der Schwierigkeitsgrad der Übungstexte
Bestimmende Faktoren
Der Schwierigkeitsgrad eines Übungstextes wird laut Seleskovitch und Lederer (1989:72) durch den Bekanntheitsgrad des Inhalts, die Stilebene der Sprache sowie die Charaktereigenschaften des Textes (narrativ, argumentativ, deskriptiv, emotional) bestimmt. Sie teilen Texte in die folgende, in ihrem Schwierigkeitsgrad steigende Reihenfolge ein: 30 1. narrative Berichte über bekannte Themen 2. argumentative Texte über bekannte Themen 3. Berichte über unbekannte Themen 4. argumentative Texte über unbekannte Themen 5. Reden in ausgefeilter Diktion über bekannte Themen 6. Reden in ausgefeilter Diktion über unbekannte Themen 7. Redegegenstände, die eine thematische Vorbereitung erfordern 8. Beschreibungen, die eine terminologische Vorbereitung erfordern 9. rhetorisch ausgefeilte oder auch emotional betonte Reden.
Laut Kautz (1994:80) sind zudem improvisierte und spontan vorgetragene Texte wie bspw. Stegreif-Diskussionsbeiträge oder stereotype Texte wie bspw. Eröffnungsreden einfacher zu
30 Übersetzung übernommen aus Kautz (2002: 354).
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials dolmetschen als schriftlich vorbereitete Texte mit wenig Redundanz. Das Sprechtempo und die Passagenlänge bestimmen entscheidend das Empfinden des Schwierigkeitsgrades bei Lernenden. Andres (2001:257) zeigt, dass Studierende mit Redetexten in normalem Sprechtempo und Länge zu Beginn überfordert sind. Allerdings meint Gross-Dinter (2003:106), dass in der Ausbildung das Redetempo stets normal belassen werden sollte, da bei langsamer Vortragsweise Studierende den Anreiz haben, zu viel mitzuschreiben.
Einteilung der Übungstexte
Abgeleitet aus diesen Analysen wurde das Übungsmaterial in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade unterteilt, um dem Lernenden einerseits seinen Lernfortschritt deutlich zu machen und um andererseits den verschiedenen Vorkenntnissen der Lernenden gerecht zu werden. Die Übungen des Selbstlernmaterials besitzen folgende Schwierigkeitsgrade:
• Übungen für Anfänger
• Übungen für Erfahrene
• Übungen für Fortgeschrittene.
Übungen für Anfänger
Die Übungen für Anfänger umfassen sämtliche Übungen des schriftlichen Teils. Sie sind allesamt als Propädeutikum für die anschließend mündlich vorgetragenen Texte zu verstehen. Der Schwierigkeitsgrad der schriftlichen Übungen steigert sich anfangs von der Notation des Sinngehalts einzelner Wortgruppen bis zur Notation einer Musterrede. Die fremdsprachlichen Übungen besitzen innerhalb dieser Kategorie den höchsten Schwierigkeitsgrad. Die schriftlichen Texte beinhalten sowohl in der Mutter- als auch in der Fremdsprache allgemeine Themen, die jedem Studenten aus dem Allgemeinwissen zu erschließen sein dürften. 31 Zudem sind sie nur relativ kurz, um Ermüdungserscheinungen vorzubeugen. Sie sollen einen Einstieg in das Thema Notationstechnik bieten und somit nicht durch einen zu komplexen Inhalt ablenken.
Als auditive Übungen für Anfänger werden zwei Reden angeboten: eine Musterrede und, ge-
31Die konkreten Inhalte sind in Teil 2 der Diplomarbeit einzusehen.
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
mäß der Forderungen von Kautz und Feldweg 32 , eine Eröffnungsrede. Beide Reden sind recht kurz gehalten, werden von der Autorin entgegen der Forderung Gross-Dinters langsam passagenweise vorgetragen und behandeln ein allgemeines Thema. Die Musterrede, die schon aus dem schriftlichen Teil bekannt ist, wird an dieser Stelle nochmals vertont. Somit kann sich der Student zunächst an die Notation von einem gehörten Text gewöhnen und sich in aller Ruhe auf die Notation konzentrieren.
Übungen für Erfahrene
Als Übungen für Erfahrene sind ebenfalls zwei mündlich vorgetragene Reden vorgesehen: eine Rede zur Übung des Zahlenverständnisses und eine Rede zum Thema Regenwald. Auch diese Reden wurden von der Autorin eingesprochen, diesmal mit einem erhöhten Tempo, was aber noch nicht dem Redetempo des Originalredners entspricht. Zudem werden hier komplexere Themen behandelt. Zum einen werden Zahlen und Bezüge präsentiert, die oftmals ein Problem in der Notation darstellen und zum anderen wird ein etwas spezielleres Thema, der Schutz des Regenwalds, besprochen.
Übungen für Fortgeschrittene
Die Übungen für Fortgeschrittene umfassen vier Reden: zwei Reden Angela Merkels, eine Rede Jacques Chiracs und eine Rede Jim Murphys. Es handelt sich dabei bis auf die Rede Murphys um Originalaufnahmen der Redner. Somit wird der Lernende mit einem hohen Redetempo und längeren Redepassagen konfrontiert. Die Redeanalyse in der Fremdsprache stellt eine größere Hürde als in der Muttersprache dar, was auch eine Untersuchung an Studierenden am IALT der Universität Leipzig bestätigt (vgl. Körner 2003:76). Daher stellen die Redetexte auf Französisch (Jacques Chirac) und Englisch (Jim Murphy) den höchsten Schwierigkeitsgrad dar. Die Rede Jim Murphys wird von Christoph Stoll didaktisch aufbereitet vorgetragen. Er hat sein Einverständnis zur Verwendung dieser Rede gegeben.
Notation und Reproduktion
Wie Ilg und Lambert (1996:73) sowie Ahrens (2001:238) bestätigen, sollte zu Beginn der Ausbildung nicht sofort der Sprachwechsel im Vordergrund stehen. Vielmehr sollten zuerst
32 Siehe Abschnitt 4.3.3.2 Die Auswahl der Redetexte.
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
die Dolmetschtechniken in einer Sprache (unilingual) geübt werden. Daher wird empfohlen im schriftlichen Übungsteil die Texte in die Muttersprache Deutsch zu reproduzieren, da dies zunächst leichter fallen sollte und sich der Student vollends auf die Notation konzentrieren kann. Eine Reproduktion in die Fremdsprache wird nicht untersagt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass sich dadurch der Schwierigkeitsgrad erhöht.
Im auditiven Übungsteil steht zunächst nur das Notat und noch nicht die Reproduktion mit Sprachwechsel im Vordergrund. Daher werden zuerst einfache Übungstexte auf Deutsch vorgetragen, die anschließend anhand des verfassten Notats im Deutschen reproduziert werden sollen. Daran schließt sich die Reproduktion des notierten deutschen Textes in die Fremdsprache an. Wenn auch die Reproduktion in die Fremdsprache mehr Schwierigkeiten bereiten dürfte als jene in die Muttersprache, so fällt doch die Notation und die damit einhergehende Analyse des Redetextes in der Muttersprache leichter. Da der Notation und nicht der Reproduktion der Schwerpunkt dieser Übungen gilt, wurde diese Übungsreihenfolge gewählt. Als höchste Schwierigkeitsstufe werden fremdsprachlich vorgetragene Texte angesehen, die in der Muttersprache reproduziert werden sollen. Wie schon bei den schriftlichen Übungen muss der Student hier sprachunabhängige Symbole entwickeln bzw. sich andere sprachabhängige Symbole einprägen.
Zur Übung der Notation schlagen Seleskovitch und Lederer (1989:54) sogar vor, es dem Studenten zwar zu erlauben, Notizen zu nehmen, es ihm dann aber zu verbieten, diese für die Reproduktion des Gesagten zu verwenden. Diese Methode gründet sich auf der Auffassung Seleskovitchs, dass Notation einzig als Gedächtnisstütze und Konzentrationshilfe dient, jedoch für die Wiedergabe kaum benötigt wird (vgl. Ilg/Lambert 1996:71).
4.3.3.4 Formulierung der Aufgabenstellung
Die Aufgabenstellung dient dazu, die Lernenden zur jeweils vorgesehenen Lernaktivität anzuleiten (vgl. Born 2008:169ff.). Der Aufbau und die Formulierung der Aufgabenstellung ist in jeder Aufgabe gleich, damit sich der Studierende gänzlich auf die Aufgabe konzentrieren kann und nicht von einer missverständlichen oder abweichenden Formulierung verunsichert oder abgelenkt wird. Die Aufgabenstellungen im Selbstlernmaterial sind wie folgt strukturiert und formuliert:
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
1. Titel der Aufgabe: Jede Aufgabe ist mit einem eindeutigen Titel versehen, aus dem sich schon die Zielstellung der Aufgabe schließen lässt. Beispiel: „Aufgabe 5: Länder und Jahreszahlen“.
2. Ziel der Aufgabe: In einem kurzen einleitenden Satz wird das Oberziel der Aufgabe genannt.
Beispiel aus Aufgabe 1: Notation einzelner Wortgruppen: „Die folgende Aufgabe soll das Notieren von Sinneinheiten üben, die in einzelnen, vom Redetext isolierten Wortgruppen dargestellt sind.“
3. Quelle des Redetextes: Anschließend werden die Quelle der Rede oder der Verfasser der Übungen genannt, um dem Studierenden eine Einbettung der Rede in einen Kontext zu ermöglichen.
Beispiel aus Aufgabe 10: Eröffnungrede Englisch: „Es handelt sich um einen Auszug aus der Eröffnungsrede von Alejo Vidal-Quadras beim 'Youth Summit for tomorrow's Europe' in Rom.“
4. Länge der Redepassagen: Im einleitenden Teil vor der Aufgabenstellung wird bei den auditiven Reden die Einteilung in Passagen und die jeweiligen Passagenlänge angegeben. Beispiel: „Die Rede ist in zwei Teile zu jeweils ca. zwei Minuten Rededauer unterteilt.“ 5. Aufgabenstellung: Die Aufgabenstellung variiert je nachdem, ob es sich um einen schriftlichen oder auditiven Redetext handelt und je nachdem, welche Handlungen ausgeführt werden sollen. In jedem Falle werden spezifische Hinweise zur Bearbeitung gegeben. Beispiel für den schriftlichen Redetext aus Aufgabe 4: Notation einer Musterrede: „Lesen Sie den Text komplett durch und unterteilen Sie ihn anschließend in Sinnabschnitte. Fassen Sie jeden Sinnabschnitt mit einem Satz oder ein paar Schlagworten zusammen. Entwickeln Sie für jeden Satz oder für jedes Paar an Schlagworten einzeln ein Notat. Achten Sie dabei darauf, dass Sie keinesfalls einzelne Wörter notieren, sondern den Sinn des Satzes bzw. der Schlagworte anhand der zuvor vorgestellten Notationsprinzipien, Symbole, Abkürzungen etc. so kurz wie möglich ausdrücken. Vergessen Sie dabei auch nicht die logischen Verbindungen zwischen den Abschnitten insofern vorhanden. Vergleichen Sie evt. Ihre Lösungen mit denen Ihrer Kommilitonen. Sie werden sehen, zu welch unterschiedlichen Ergebnissen sie gekommen sind.“
Beispiel für den auditiven Redetext aus Aufgabe 11: Musterrede:
„Hören Sie sich jeden Teil einzeln an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen
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Sie nach jedem Teil die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie anschließend Ihr Notat mit jenem aus Aufgabe 4 und dem Transkript. Analysieren Sie, welche Zeichen und Abkürzungen Sie bereits völlig verinnerlicht haben und welche nicht und korrigieren Sie sie, wenn nötig.“
6. Hinweis: Je nach Aufgabenstellung können auch Hinweise zur Bearbeitung, zu Lösungs-vorschlägen oder zum Umgang mit dem Programm gegeben werden. Beispiel aus Aufgabe 13: Zahlenverständnis Deutsch: „Einen Notationsvorschlag für die Rede können Sie an dieser Stelle im PDF-Format einsehen.“
7. Situierung: Bei den auditiven Redetexten erfolgt eine Situierung der Rede. Der Studierende erhält vorab kurze Informationen zu Dolmetschsituation und Thema der Rede, damit er eine Erwartungshaltung bezüglich der Inhalte, möglicher auftretender Dolmetschprobleme und Struktur der Rede aufbauen kann.
Beispiel aus Aufgabe 14: Rede zum Thema Regenwald: „Dolmetschsituation: Vortrag von Staatsminister Erler auf dem Symposium „Deutschland und die Wälder Amazoniens“, 20. Mai 2006, Universität Freiburg; Thema: Die Rolle Deutschlands beim Schutz des Regenwaldes“.
8. Audio-Dateien: Anschließend werden dem Studierenden die Audio-Dateien zur Verfügung gestellt. Sie sind in einzelne Abschnitte unterteilt und können bei Bedarf mehrfach angehört werden.
Beispiel aus Aufgabe 16: Rede im Deutschen Bundestag: „Angela Merkel im Deutschen Bundestag Teil1: Europa bekennt sich zu seinen Werten; Angela Merkel im Deutschen Bundestag Teil2: Was bringt der Vertrag?“
9. Transkript: Abschließend werden den Studierenden bei den auditiven Übungstexten die Transkripte der einzelnen mündlich vorgetragenen Redepassagen zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Notation und Verdolmetschung mit dem Inhalt des Originals vergleichen können.
4.4 Evaluation
Die Evaluation des Lernmaterials ermöglicht es den Studierenden, einen Selbstreflexionsprozess in Gang zu setzen und das Gelernte auf der Metaebene zu verarbeiten. Feedback ist ebenso für die Redaktion des Lernangebots wichtig, da dadurch die dem Planungsprozess zu Grun-
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de liegenden Annahmen überprüft und das Angebot ggf. angepasst werden kann (Born 2008:143f.).
Die Evaluation des Gelernten kann bei den Studierenden entweder durch Selbstreflexion oder eine kollegiale Rückmeldung anderer Studierender bzw. der Lehrkräfte erfolgen. Wie schon in Abschnitt 2.4.4 Selbstevaluation der Dolmetschqualität beschrieben, ist die Fähigkeit zur Evaluation der eigenen Leistung eine wichtige Voraussetzung des Selbststudiums. Das Selbstlernmaterial unterstützt den Lernenden punktuell bei der Evaluation seines Lernfortschritts, indem es in ausgewählten Übungen Lösungsvorschläge unterbreitet. Eine abschließende Selbstevaluation des Lernprozesses muss von jedem Studierenden selbst erfolgen (z.B. Aufnahme der eigenen Leistung auf Video oder Audio-Formate). Das Lernangebot war dann erfolgreich, wenn der Studierende eine merkliche Verbesserung seiner Dolmetschleistung im Konsekutivdolmetschen verzeichnen kann, die unter anderem auch auf eine systematische Notizentechnik zurückzuführen ist. Wie in Abschnitt 2.4.5 Organisation des Selbststudiums beschrieben, fällt der Lehrkraft die Aufgabe zu, durch eine individuelle Leistungseinschätzung Anregungen zum weiteren Selbststudium zu geben. Eine Rückmeldung durch Kommilitonen während der Gruppenarbeit trägt zur Motivation im Selbststudium bei. Eine Evaluation des elektronischen Selbstlernmaterials ist bisher noch nicht vorgesehen, sollte aber nach einer gewissen Einsatzzeit des Materials durchgeführt werden (siehe Kapitel 7 Ausblick). Während der ersten Erprobungsphase können Anmerkungen und Vorschläge via E-Mail unterbreitet werden.
4.5 Organisatorische und technische Rahmenbedingungen
Organisatorisch wird das Selbstlernmaterial in den Bereich des Selbststudiums eingegliedert. Es werden dafür also keinerlei Ressourcen der Universität verbraucht, d.h., dass kein Unterrichtsraum oder Lehrpersonal zur Verfügung gestellt werden muss. Die Ausgabe des Lehrmaterials wird einerseits über die Autorin selbst oder kann über Lehrkräfte erfolgen, die das Material evt. innerhalb ihrer Lehrveranstaltungen bei den Studierenden bewerben. Bisher wird das Selbstlernmaterial noch nicht organisatorisch in den Lehrplan integriert, da es sich noch in der Erprobungsphase befindet. Prinzipiell ist jedoch denkbar, die Arbeit mit dem Selbstlernmaterial mit Leistungspunkten zu bewerten.
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials
Grundlage der technischen Umsetzung ist das an der Universität Leipzig durch Horst Rothe entwickelte Programm HyView, was ursprünglich für die computergestützte Sprachenausbildung im Deutschen und Russischen entwickelt wurde (vgl. Rothe „HyView - Der Hypertextbetrachter für das RRT-Format“). 33 Als technische Voraussetzung muss jeder Benutzer über einen PC verfügen, auf dem das Programm installiert werden kann und auf dem ein PDF-Reader und eine Software zum Abspielen von Audio-Dateien installiert sind. Das Programm wurde absichtlich als offline-Version für den Gebrauch via CD-ROM konzipiert, da zum Zeitpunkt der Erstellung das Problem der Programmpflege nicht abschließend geklärt werden konnte. Prinzipiell könnte das Programm auch auf einem universitätsinternen Server des Rechenzentrums der Universität Leipzig installiert werden, um so Studenten ohne eigenen Computer den Zugang zum Programm über die Rechner im Rechenzentrum zu ermöglichen. Dies bedarf jedoch noch weitergehender organisatorischer Abklärung.
4.6 eNote und Selbststudium
Das Lernprogramm eNote ist für das Selbststudium konzipiert. Wie in Abschnitt 2.4.2 Voraussetzungen für ein erfolgreiches Selbststudium erläutert, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, um ein erfolgreiches Selbststudium zu garantieren. Inwiefern eNote diesen Anforderungen entspricht, soll im Folgenden analysiert werden.
Autonomie
Da eNote ein reines Selbststudienprogramm ist, das ohne Präsenzphasen auskommt, kann es zu jedem beliebigen Zeitpunkt verwendet werden. Der Lernende kann es also je nach Bedürfnis in seinen Tagesplan einordnen.
Innerhalb des Programms kann sich der Benutzer zudem frei bewegen. Pfade der Bearbeitung werden nicht strikt vorgegeben. Es werden lediglich Empfehlungen für eine mögliche Abarbeitungsreihenfolge für Anfänger gegeben. Jeder kann sich jene Lerninhalte aussuchen, die er zur Befriedigung seines Lernbedürfnisses benötigt. Außerdem werden in eNote nur selten Lö-sungsvorschläge, d.h. Notationsvorschläge, für Übungen gegeben, damit sich jeder Lernende ein individuelles Notationssystem aufbauen kann.
33 Die Verwendung des Programms in dieser Arbeit wurde von Herrn Rothe autorisiert. Weitere Informationen
zu HyView befinden sich in Abschnitt 5.1 Das Autorenwerkzeug HyView.
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4 Konzeption des elektronischen Selbstlernmaterials Kompetenzerleben und soziale Eingebundenheit
Eine Bestätigung des eigenen Lernerfolgs kann das Selbstlernmaterial nicht leisten. Wie bereits in Abschnitt 4.4 Evaluation beschrieben, kann eine Evaluation nur durch Kommilitonen und Lehrkräfte erfolgen. Die soziale Einbindung des Lernenden geschieht in den Lehrveranstaltungen am IALT. Somit ist das Selbstlernmaterial stark vom übrigen Unterricht der Konferenzdolmetscherausbildung abhängig. Es wurde daher von vornherein als Ergänzung und nicht als Ersatz der Lehrveranstaltung Notizentechnik konzipiert.
Methoden zur Erschließung, Strukturierung und Verinnerlichung von Informationen Im Theorie- und Symbolteil werden wenig Instruktionen zur Bearbeitung des Materials gegeben, da der Lernende diese Abschnitte lediglich zur Lektüre bzw. als Nachschlagewerk verwenden soll. Der Übungsteil enthält allerdings konkrete Arbeitsanweisungen, wie in Abschnitt 4.3.3.4 Formulierung der Aufgabenstellung gezeigt. Somit wird einerseits Freiraum gelassen, aber andererseits auch Stütze angeboten.
Förderung der Selbstaufmerksamkeit
Vereinzelt fordert die Aufgabenstellung den Lernenden dazu auf, die eigenen Lernergebnisse mit denen seiner Kommilitonen zu vergleichen. Doch auch hier bedarf es der sozialen Einbindung des Programms in den Unterricht am IALT bzw. die Bearbeitung durch eine Gruppe von Studierenden.
Fazit
Das Selbstlernmaterial eNote ist somit zum Selbststudium geeignet, insofern es in die Lehrveranstaltungen der Konferenzdolmetscherausbildung eingegliedert ist. Als alleinstehendes Selbstlernmaterial fehlt es ihm an der sozialen Komponente, die für ein erfolgreiches Lernen unabdingbar ist.
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau und die Anwendung des exemplarisch umgesetzten Selbstlernmaterials eNote. Dabei ist das Material selbst als Papierversion im zweiten Teil der Diplomarbeit und als elektronische Version auf CD-ROM am Ende der Arbeit zu finden. An dieser Stelle wird auf das Autorenwerkzeug HyView eingegangen, womit eNote erstellt wurde, eine Übersicht über das Material gegeben sowie die Anwendung anhand einiger typischer Lernszenarien gezeigt.
5.1 Das Autorenwerkzeug HyView
Vorstellung des Autorenwerkzeugs
HyView ist ein Autorenwerkzeug zur Erstellung von sprachdidaktischer Lehr- und Lernsoftware. Es wurde von Horst Rothe, Mitarbeiter des Universitätsrechenzentrums der Universität Leipzig, entwickelt und fand schon in mehreren Lernprogrammen Anwendung. Am IALT sind insbesondere in der russischen Abteilung das Lernprogramm „Russisch aktuell“ bekannt sowie in der französischen Abteilung das Programm zur französischen Grammatik „FranzGram“ (Drechsel 2003:14).
Bei HyView handelt es sich um einen Hypertext-Betrachter von RRT-Dateien (Remodelled Rich Text), einem vom Rich-Text-Format (RTF) abgewandelten Daten-Format. Er ermöglicht das Erstellen von Hypertext-Seiten, d.h. Seiten, die ähnlich dem Internet über Links nicht-linear miteinander verbunden sind und so dem Benutzer ein freies Navigieren erlauben (vgl. Schulmeister 2002:234). 34 Zudem können Audio-Dateien und Textdateien im PDF- oder DOC-Format integriert werden. Mit Hilfe des Autorenwerkzeugs kann entweder eine CD-ROM erstellt oder das Projekt zentral auf einem Server verwaltet werden (vgl. Rothe „HyView - Der Hypertextbetrachter für das RRT-Format“).
34 Zum Thema Hyptertext siehe Fußnote 11 Abschnitt 3.2 Vorteile des computergestützten Lernens.
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials Vorteile von HyView
Gegenüber herkömmlichen Betrachtern von HTML-Seiten bietet HyView folgende Vorteile (Rothe 2008):
• angepasste Hyperelemente und Funktionen wie bspw. Verwaltung der Sprachwiedergabe und kommentierte Verweise,
• Autorentools zur Qualitätssicherung der entstehenden Software wie bspw. einem Tool zur Überprüfung der korrekten Verknüpfung der Seiten,
• automatisches Inhaltsverzeichnis und automatische Register mit zahlreichen Subregistern,
• Durchführung einer Volltextrecherche,
• Teilprojekte, die von verschiedenen Autoren bearbeitet werden können,
• variable Bildschirmdarstellung der Inhalte beim Benutzer,
• ausgefeilte Technik der Textformatierung,
• Unterstützung verschiedener Bildformate (.bmp, .ico, .gif, .jpg, .wmf),
• automatische Silbentrennung für verschiedene Sprachen,
• individuelle Anpassbarkeit, da es universtitätsintern entwickelt wurde und
• keine lizenzrechtlichen Verpflichtungen.
Diese Vorteile und die Tatsache, dass Studierende die Software bereits aus zwei anderen Bereichen (Russisch aktuell und FranzGram) kennen, waren der ausschlaggebende Grund dafür, das vorliegende Selbstlernmaterial auch auf dieser Software aufzubauen. Zudem lässt sich das Autorenwerkzeug nach einer Einarbeitungsphase leicht zur Erstellung von Lernprogrammen verwenden, ohne dass dafür spezielle Programmierkenntnisse notwendig sind. Somit können Inhalte schnell und unkompliziert angepasst und erweitert werden.
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
5.2 Das elektronische Selbstlernmaterial eNote
Der folgende Abschnitt enthält eine Einordnung des Selbstlernmaterials in die Kategorisierung der Computer-Assisted Interpreter Training Programme sowie eine Erläuterung der Strukturierung des Programms.
5.2.1 Einordnung
Das elektronische Selbstlernmaterial eNote ist ein Lernprogramm, welches sich in die Kategorie der Lernprogramme des intelligenten Computer-Assisted Interpreter Training einordnen lässt. 35 Es ist einerseits ein Lernprogramm zum Selbststudium der Notizentechnik und liefert gleichzeitig ein Autorenwerkzeug zur Erstellung weiterer Inhalte. Im Gegensatz zu anderen Programmen des intelligenten CAIT (wie bspw. InterprIT) werden in eNote Inhalte nicht starr linear abgearbeitet, sondern in Form eines Hypertexts miteinander verknüpft. Dies ermöglicht dem Benutzer eine flexible Navigation sowie mehr Freiheitsgrade in der Benutzung des Programms. Er kann sich eigenständig im Lernmaterial bewegen sowie selbstständig Inhalte je nach Lernbedürfnis auswählen, was seine Motivation steigern dürfte. Zudem bietet es Übungen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen an und ist somit an unterschiedliche Bedürfnisse und Vorkenntnisse der Lernenden anpassbar.
5.2.2 Struktureller Aufbau
ENote ist hyptertextbasiert, d.h., seine Struktur basiert auf miteinander verknüpften Seiten. Es besitzt unterschiedliche Seitentypen: Übersichtsseiten und Inhaltsseiten. Übersichtsseiten sind Eingangsportale zu den jeweils untergeordneten Seiten. Sie enthalten einleitende Informationen zu den Unterseiten und verlinken auf sie weiter. Inhaltsseiten tragen ausschließlich Informationen.
Die folgenden Abbildungen zeigen eine Übersichtsseite, die Startseite eNotes, sowie eine Inhaltsseite, die Informationen zu einem der Notationsprinzipien Rozans enthält.
35 Siehe Abschnitt 3.4.2 Intelligentes Computer-Assisted Interpreter Training.
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
Die Strukturierung folgt den Prinzipien der Informationsstrukturierung nach der Information Mapping ® Methode. Die Information Mapping ® Methode ist eine Strukturierungsmethode, mit
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
deren Hilfe Informationen analysiert, strukturiert und modular aufbereitet werden können. Sie wurde auf Grund von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Kognitionspsychologie von Robert E. Horn entwickelt. Grundlage waren vor allem Untersuchungen über die optische Wahrnehmung und die Reaktion des Menschen auf Texte (Böhler 1997:5). 36 Die folgende Grafik zeigt die Struktur eNotes. Dabei sind die Startseite rot und die jeweiligen Übersichtsseiten der einzelnen Hauptkapitel gelb hervorgehoben. Alle Übersichtsseiten sind durch abgerundete Kästchen, alle Inhaltsseiten durch eckige Kästchen dargestellt. Die Verbindungspfeile stellen die jeweiligen Verknüpfungen dar.
36 Weitere Informationen zur Information Mapping
®
Methode befinden sich in Horn (1989).
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Abbildung 4: Struktur eNotes
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
5.3 Anwendung
Die Anwendung eNotes ist denkbar einfach. Sie beginnt mit der Installation des Programms, worauf im folgenden Abschnitt hingewiesen wird. Weiterhin werden Besonderheiten in der Navigation und vier typische Lernszenarien vorgestellt, die den Umgang mit dem Selbstlernprogramm beispielhaft darstellen sollen.
5.3.1 Installation
ENote wird auf einer CD-ROM ausgeliefert, welche die Installationsdateien für das Lernprogramm eNote beinhaltet. Eine kurze Anleitung beschreibt, wie der Installationsvorgang abläuft und was dabei vom Benutzer zu beachten ist. Innerhalb weniger Minuten werden dann alle Programm-Dateien auf den Computer kopiert. Falls es sich bei dem Computer um einen Server innerhalb eines Netzwerks befindet, können alle an ihn angeschlossenen Computer ebenfalls auf eNote zugreifen.
Die folgende Abbildung zeigt den Bildschirm während des Installationsvorgangs.
5.3.2 Navigation
Der Benutzer kann von einer Übersichtsseite zur anderen navigieren, bis er am Ende des jeweiligen Zweiges auf eine Inhaltsseite gelangt. Über die Rückwärtstasten erreicht er die jeweilig übergeordnete Übersichtsseite, von der aus er in die jeweilig parallel verlaufenden
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
Zweige navigieren kann. Insofern es sich thematisch anbot, wurden auch einzelne Seiten un-tereinander verlinkt, sodass ein Sprung zu verwandten Themen einfach möglich ist. Verlinkungen sind durch einen dunkleren farbigen Hintergrund und das Zeigefinger-Symbol gekennzeichnet. In der folgenden Abbildung ist solch eine Querverlinkung zu sehen und durch den roten Kasten markiert. Dabei wird aus der Aufgabenstellung heraus in das Kapitel Die Notationssymbole zu den jeweils angegebenen Autoren verlinkt.
Der Benutzer kann ebenso über das Inhaltsverzeichnis zu den jeweiligen Inhalten navigieren. Die folgende Abbildung zeigt das Inhaltsverzeichnis. Über die Plus-Symbole am linken Bild-rand lassen sich die jeweiligen Unterseiten aufklappen.
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
Neben dem Inhaltsverzeichnis hat der Benutzer zudem die Möglichkeit, im Register nach Seiten zu suchen und sie anschließend aufzurufen. Alle Seiten werden hier in alphabetischer Ordnung aufgelistet, wie die folgende Abbildung zeigt.
5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials Eine genaue Beschreibung der verschiedenen Funktionen sind im Kapitel Benutzungshinweise für HyView im elektronischen Selbstlernmaterial hinterlegt.
5.3.3 Lernszenario 1: Kennenlernen verschiedener Notizentechniken
Will sich ein Lernender über verschiedene Notizentechniken informieren, so sind für ihn vor allem die Kapitel 2 Die Notizentechnik und 3 Die Notationsprinzipien interessant. Beim Aufruf der Informationen empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
1. Starten des Lernprogramms eNote. 2. Aufrufen der Startseite oder des Inhaltsverzeichnisses. 3. Auswahl des Punktes „Notizentechnik“. 4. Auswahl zwischen der Geschichte der Notizentechnik oder den Lehrmeinungen zur
Notizentechnik. 5. Lektüre der jeweiligen Informationen 6. Rückkehr zur Startseite oder zum Inhaltsverzeichnis. 7. Auswahl des Punktes „Notationsprinzipien“. 8. Auswahl zwischen den Notationsprinzipien Rozans oder Matysseks oder einer Zu-
sammenfassung elementarer Aspekte. 9. Lektüre der jeweiligen Informationen
Zur verbesserten Darstellung der Inhalte wurden teilweise Auszüge aus den Originalwerken der Autoren als Bild eingefügt, was die folgende Abbildung belegt.
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5.3.4 Lernszenario 2: Suche nach Symbolanregungen
Falls sich ein Lernender auf der Suche nach neuen Symbolvorschlägen befindet, wird er im Selbstlernmaterial eNote im Kapitel 4 Notationssymbole fündig. Dabei geht er zum Aufruf des Kapitels ebenso vor, wie bereits im Lernszenario 1 beschrieben.
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials Dort findet er einerseits ausführliche Informationen zu den Notationssymbolen Rozans und Matysseks und kann sich andererseits Symbolvorschläge anderer Autoren anzeigen lassen. Dazu wurden zu allen Autoren Kurzzusammenfassungen ihrer Symbolvorschläge angefertigt und als PDF-Datei hinterlegt. Insofern sich auf dem Computer des Benutzers ein Programm zur Anzeige von PDF-Dokumenten befindet, können diese Übersichten betrachtet und ausgedruckt werden. 37 Die folgende Abbildung zeigt ein geöffnetes PDF-Dokument mit den Sym-bolvorschlägen Stolls.
5.3.5 Lernszenario 3: Erproben der eigenen Notizentechnik
Für die Erprobung der eigenen Notizentechnik stehen in Kapitel 5 Übungen verschiedene Übungen zur Auswahl, deren Aufruf ebenso wie in Lernszenario 1 abläuft. Der Benutzer kann dabei entweder das Kapitel linear von Anfang bis Ende durcharbeiten oder sich einzelne Übungen heraussuchen. Einen Überblick über die einzelnen Übungen kann er sich am besten über das Inhaltsverzeichnis verschaffen. Lernmaterialien, die er selbst zur Verfügung stellen muss, sind ein Notizblock und ein Schreibgerät.
37 Die entsprechenden PDF-Dateien sind auch auf der mitgelieferten CD-ROM zur Diplomarbeit im Ordner Er-
gaenzende Dokumente zu finden.
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials Im Übungsteil ist Folgendes zu beachten.
Bei den schriftlichen Übungen werden in einigen Übungen Lösungsvorschläge hinter einem Schlüsselsymbol versteckt, damit zunächst eine eigene Lösung entwickelt werden kann. In der folgenden Abbildung wurde ein Lösungsvorschlag für den ersten Satz der Übung ausgeklappt.
Beim Aufruf der Audio-Dateien wird ein externer Player aufgerufen. Auf dem Computer des Benutzers muss also eine Software zum Abspielen von Audio-Dateien installiert sein. Zudem muss der Benutzer über eine Soundkarte und Lautsprecher verfügen, damit die Reden abgespielt werden können. Die folgende Abbildung zeigt das Abspielen der Musterrede aus Aufgabe 11.
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5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
Bei einigen Reden werden die Transkripte der einzelnen Teile erst nach Anklicken des Schlüsselsymbols angezeigt, damit sich der Lernende auf jeden Teil einzeln konzentriert. In der Abbildung ist der erste Teil der Rede aus Aufgabe 14: Rede zum Thema Regenwald zu sehen. Die Transkripte für Teil 2 und Teil 3 bleiben verborgen bis das jeweilige Schlüsselsymbol angeklickt wird.
5 Exemplarische Umsetzung des elektronischen Selbstlernmaterials
5.3.6 Lernszenario 4: Suche nach Literatur zum Thema Notizentechnik
Bei der Suche nach Literatur zum Thema Notizentechnik wurde im Selbstlernmaterial eine umfangreiche Bibliographie in Kapitel 6 Interessante Literatur angelegt. Auf diese Bibliographie wird auch hin und wieder aus dem Lernmaterial heraus verwiesen. Sie ist wie eine herkömmliche Bibliographie in Textform aufgebaut und kann entweder über die Startseite oder über das Inhaltsverzeichnis aufgerufen werden.
6 Fazit
6 Fazit
Als Fazit sollen die folgenden beiden Fragen beantwortet werden:
1. Inwiefern unterstützt das Material die Ausbildung im Masterstudiengang Konferenzdolmetschen?
2. Welche Grenzen hat ein elektronisches Lernmaterial in Bezug auf das Selbststudium?
Unterstützung des Masterstudiengangs Konferenzdolmetschen
Es gab zahlreiche Diskussionen darüber, ob die Bachelor- und Master-Ausbildung eine genügende Berufsqualifikation bieten kann (vgl. Schmitz 2006a, 2006b, Kopp 2006, Stoll 2006). Fakt ist, dass die Umsetzung von einem akuten Personalmangel und gleichzeitig hohen Studierendenzahlen behindert wird (vgl. Schmitt 2007:526). Zudem besteht in der momentanen Übergangsphase das Problem, dass Studierende beider Studienabschlüsse, Diplom und Master, bedient werden müssen. Um die Lehre bei der Bewältigung dieser Aufgabe zu unterstützen, wurde das Selbstlernmaterial eNote entwickelt. Es soll zum einen die Lehrkräfte entlasten und zum anderen die Studierenden beim Selbststudium unterstützen. Die Analyse und die darauf aufbauende Konzeption haben gezeigt, dass eNote nur in Zusammenhang mit den Präsenzveranstaltungen einen wirklichen Mehrwert stiften kann.
Inwiefern das Material von Lehrkräften und Studierenden als sinnvoll erachtet wird, muss nach der Erprobungsphase in einer anschließenden Evaluation festgestellt werden (siehe Kapitel 7 Ausblick).
Grenzen des elektronischen Selbstlernmaterials
Es ist nicht alles Gold was glänzt. Und das gilt insbesondere für ein derart in die Mode gekommenes Projekt wie das des computergestützten Lernens. Bauer und Philippi (2005:151ff.) benennen einige Nachteile von computergestützten Lernangeboten:
• Orientierungsverlust: Freiheit und Autonomie im Lernangebot können bei einigen Benutzern zu Verwirrung, Überforderung und Motivationsverlust führen.
• Informationsflut: Manche computergestützten Lernangebote enthalten eine zu große Menge an Informationen, sodass der Benutzer nicht mehr das Wesentliche herausfiltern kann.
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6 Fazit
• Technische Voraussetzungen: Mit der Anwendung eines computergestützten Lernangebots müssen erst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Der Benutzer muss mindestens über einen Computer verfügen, auf dem eventuell benötigte Programme und Plug-Ins installiert sind.
• Technische Kompetenz erforderlich: Der Benutzer muss dazu in der Lage sein, einen Computer zu bedienen, um das Lernprogramm nutzen zu können.
ENote versucht, diese Nachteile zu vermeiden. Orientierung wird über die Struktur und das Inhaltsverzeichnis gegeben (siehe Abschnitt 5.2.2 Struktureller Aufbau). Von der Autorin wurden einerseits Informationen zur Notizentechnik zusammengefasst und andererseits Hinweise für weiterführende Lektüre gegeben. Die technischen Voraussetzungen und die technische Kompetenz werden allerdings von den Benutzern vorausgesetzt.
Computergestütztes Lernen ist erst dann sinnvoll, wenn es die besonderen Vorteile des Computers zur Verbesserung der Lehre nutzt, nämlich unter anderem die Wiedergabe verschiedener Medien (Text, Audio, Video). Bloß weil es die Technik erlaubt, sollte kein Lernprogramm erstellt werden (vgl. Coenen 2002:38). Im vorliegenden Lernmaterial wurde versucht, Text und Audio-Dateien miteinander zu verbinden und einen Mehrwert durch das Verknüpfen der Inhalte in Hypertextstrukturen zu schaffen. Inwiefern das Lernprogramm für die Vermittlung der Notizentechnik geeignet ist, bleibt im Verlauf der Erprobung zu ermitteln.
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7 Ausblick
7 Ausblick
Innerhalb dieser Diplomarbeit wurden die folgenden Entwicklungsschritte gegangen:
• Analyse,
• Konzeption und Design sowie
• Implementierung.
Was noch fehlt, ist die Evaluation des Selbstlernmaterials. Daher sollte nach einer Erprobungsphase von etwa einem Semester eine Befragung der Benutzer erfolgen. Dies kann bspw. in Form persönlicher Interviews oder durch einen Fragebogen geschehen. Interessant dabei ist, ob die Studierenden mit dem Material gut lernen konnten und welche Verbesserungsvorschläge bestehen.
Außerdem muss sich das Selbstlernmaterial nicht allein auf die Notizentechnik beschränken. Das Autorenwerkzeug HyView erlaubt eine Erweiterung um weitere Inhalte und Module, wovon folgende denkbar wären:
• Bewertung der vorgestellten Notationssysteme hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile,
• Kontrollfragen zur eigenständigen Lernkontrolle im Theorieteil,
• Erweiterung auf weitere Sprachen, evt. auf alle Sprachen, die am IALT unterrichtet werden (Russisch, Spanisch, Arabisch),
• Informationen und Übungen zu Memotechniken, da diese sehr eng mit der Notizentechnik verbunden sind und auch in einem gemeinsamen Modul gelehrt werden (siehe Abschnitt 2.3.2 Der modulare Studienaufbau) sowie
• Übungen zur Automatisierung von Redefloskeln und Konferenzterminologie: Das computergestützte Lernen eignet sich sehr gut zum Üben so genannter Pattern-Drill-Übungen, d.h. Übungen, bei denen Muster durch oftmaliges Wiederholen eingeprägt werden. Damit können Vokabeln sehr gut verinnerlicht werden.
Auch technisch ist das Material weiter ausbaufähig. Folgende Anpassungen wären sinnvoll:
• Verwendung so genannter Wahrnehmungshilfen, d.h. grafischer Elemente, die die Wahrnehmung des Inhalts unterstützen (z.B. Pictogramme, Symbole, Zeichen etc.).
• Migration auf eine Internet-Plattform (z.B. Moodle): Über das Internet wäre das Material
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7 Ausblick
einer größeren Anzahl von Interessenten verfügbar und müsste nicht mehr auf jedem Rechner separat installiert werden. Dafür müsste es jedoch in ein Lernsystem nach konstruktivistischer Lernauffassung umgeändert werden, d.h., es müssten u.a. Komponenten des kolla-borativen Lernens (z.B. E-Mail-Kommunikation mit Lehrenden, Chat-Forum etc.) eingebaut werden, um alle Vorteile des Internets nutzen zu können. Das würde die Studierenden noch mehr zu einer selbstständigen Arbeitsweise anregen und wäre ein Beitrag zur Weiterentwicklung des virtuellen Lernens an der Universität Leipzig. Falls das Programm bei seinen Benutzern Anklang findet, könnten die vorgeschlagenen Erweiterungen in Zukunft eingearbeitet werden.
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Abkürzungen
Abkürzungen
BMP : Bitmap CAIT : Computer-Assisted Interpreter Training CALL : Computer-Assisted Language Learning CBT : Computer Based Training DOC : Microsoft Word-Format (.doc) ETI : Ecole de Traduction et d'Interprétation EVITA : ETI Virtual Interpreter Training Archives GER : Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen GIF : Graphics Interchange Format HTML : Hypertext Markup Language ICO : Icon IRIS : Interpreter's Resources Information System IuK-Technologien : Informations- und Kommunikationstechnologien JPG : JPEG File Interchange Format LP : Leistungspunkt PDF : Portable Document Format RRT : Remodelled Rich Text RTF : Rich Text Format S : Seminar SIMON : Shared Interpreting Materials Online SWS : Semesterwochenstunde Ü : Übung VIE : Virtual Interpreting Environment VLE : Virtual Learning Environment WMF : Windows Meta File
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Abbildungen
Abbildungen
Abbildung 1: Arbeitsbelastung des Moduls Notations- und Memotechniken.
Abbildung 2: Übersichtsseite eNote Startseite.
Abbildung 3: Inhaltsseite Abkürzungsregeln Rozans.
Abbildung 4: Struktur eNotes.
Abbildung 5: Installationsfenster eNote.
Abbildung 6: Querverlinkung.
Abbildung 7: Inhaltsverzeichnis.
Abbildung 8: Register.
Abbildung 9: Originalabbildung aus Rozan (1956:39)
Abbildung 10: Übersichtsseite zum Kapitel Notationssymbole in eNote.
Abbildung 11: Symbolvorschläge Stolls als PDF-Dokument.
Abbildung 12: Verwendung von Lösungsschlüsseln.
Abbildung 13: Verwendung eines externen Audio-Players.
Abbildung 14: Transkript hinter Schlüsselsymbol.
Abbildung 15: Bibliographie in eNote.
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Seite 79
Glossar
Glossar
Autorenwerkzeug: Softwareprogramm, mit dessen Hilfe computergestützte Lernmaterialien
zusammengestellt werden können, ohne dass es dazu spezieller Programmierkenntnisse
bedarf (Albrecht 2003:31): S. 20, 22, 24, 25, 49, 50, 51, 66.
Bachelorstudiengang: Studiengang von mindestens dreijähriger und höchstens vierjähriger
Dauer zur Erlangung des ersten akademischen Grades „Bachelor“ (Schmitt
2007:521):S. 1, 9, 30, 31, 64.
Behaviorismus: Lerntheorie, die Lernende als passive Rezipienten von Informationen defi-
niert und bei der Lernen durch Instruktion und anschließende Leistungsabfrage ge-
schieht (vgl. Coenen 2002:30ff.): S. 18, 19, 34.
Blended Learning: Verknüpfung von Präsenzunterricht und computergestütztem Unterricht
(Albrecht 2003:262): S. 17, 25.
Bologna-Prozess: 1999 beschlossener Prozess zur Reform des europäischen Hochschulrau-
mes mit dem Ziel, international vergleichbare Studienabschlüsse zu schaffen und die
Mobilität der Absolventen zu erhöhen (Schmitt 2007:520): S. 1, 9. B-Sprache: Sprache, in die der Dolmetscher aus einer oder mehreren seiner anderen Sprachen
dolmetscht. Dabei handelt es sich nicht um seine Muttersprache, aber um eine Sprache,
die er perfekt beherrscht (vgl. „Sprachenkombinationen der Konferenzdolmetscher“): S.
9, 11.
Computer-Assisted Interpreter Training: Einsatz von computergestützten Lernprogrammen
im Dolmetschunterricht (kurz CAIT): S. 17, 20, 21, 22, 51. Computer-Assisted Language Learning: Einsatz von computergestützten Lernprogrammen
in der Fremdsprachenausbildung (kurz CALL): S. 20, 22.
Computergestütztes Lernen: Lernprogramme, die vom Lernenden zeitlich und räumlich fle-
xibel genutzt werden ohne direkten Kontakt zum Lehrenden (auch E-Learning, Compu-ter Based Training - CBT) (Coenen 2002:42): S. 2, 17, 18, 20, 27, 64, 65, 66. C-Sprache: Sprache, aus der der Dolmetscher dolmetscht und die er vollständig versteht (vgl.
„Sprachenkombinationen der Konferenzdolmetscher“): S. 9, 11. Dolmetschkompetenz: Kompetenz eines Dolmetschers, die aus verschiedenen Einzelkompe-tenzen zusammengesetzt ist und die ihn dazu befähigt, in professioneller Art und Weise
eine komplexe, mündlich formulierte Aussage in der einen Sprache in eine andere Spra-
che zu übertragen (vgl. Kalina 1998:236ff., Kutz 1994, 2002): S. 3, 4, 5, 7, 8. Evaluation: Bewertung der Dolmetschqualität durch den Dolmetscher selbst, den Ausbilder
oder den Auftraggeber anhand unterschiedlicher Kriterien: S. 14, 29, 45, 46, 48, 64, 66. Hypertext: Informationen, die nicht-linear in einem Netzwerk von Informationsknoten und
elektronischen Verknüpfungen repräsentiert sind (Coenen 2002:44): S. 2, 18, 47, 49, 51,
Seite 80
Glossar 65.
HyView: an der Universität Leipzig entwickeltes Autorenwerkzeug zur Erstellung von Lehr-
und Lernsoftware im Sprachenbereich (vgl. Rothe): S. 47, 49, 50, 58, 66. Information Mapping ® Methode: Strukturierungsmethode aus der Kognitionspsychologie,
mit deren Hilfe Informationen analysiert, strukturiert und modular aufbereitet werden
können: S. 52, 53.
Inhaltsseite: Seite innerhalb von eNote, welche nur Informationen enthält und keine unterge-
ordneten Seiten besitzt: S. 51, 52, 53, 55.
Kognitivismus: Lerntheorie, die Lernende als aktive Informationsverarbeiter definiert und bei
der Lernen durch individuelle Informationsverteilung und Wissenskonstruktion ge-
schieht (Coenen 2002:32ff.): S. 18, 19, 33, 36.
Konferenzdolmetschen: Oberbegriff für das Dolmetschen auf Konferenzen, bei dem ver-schiedene Dolmetscharten zum Einsatz kommen können (z.B. Simultan- oder Konseku-
tivdolmetschen): S. 1, 3, 9, 10, 11, 12, 29, 30, 64.
Konsekutivdolmetschen: zeitversetztes Dolmetschen, bei dem ein Abschnitt einer Rede
durch eine Notizentechnik vom Dolmetscher festgehalten und anschließend in gestraff-
ter Form auf der Zielsprache reproduziert wird: S. 1, 5, 6, 8, 22, 24, 31, 32, 33, 46. Konstruktivismus: Lerntheorie, die Lernende als aktive Konstrukteure von Wissen definiert
und bei der Lernen durch Anregung zur selbstständigen Problemdefinition und Lö-
sungsfindung geschieht (Coenen 2002:35ff.): S. 18, 19, 67.
Leipziger Kompetenzmodell: von Kutz an der Universität Leipzig entwickeltes Modell zur
Beschreibung der Dolmetschkompetenz: S. 3, 4, 5, 7, 8, 9.
Leistungspunkt: Bewertungsmaßstab der Module innerhalb der Bachelor- und Masterausbil-
dung (vgl. Schmitt 2007:523f.): S. 11, 46.
Masterstudiengang: fortführender Studiengang auf Basis eines Bachelor-Abschlusses von
mindestens einjähriger und höchstens zweijähriger Dauer zur Erlangung des zweiten
akademischen Grades „Master“ (Schmitt 2007:521): S. 1, 10,11, 12, 29, 31, 64. Modul: bausteinartiger Verbund von Lehrveranstaltungen innerhalb der Bachelor- oder Mas-
ter-Ausbildung, die thematisch eine Einheit bilden (Schmitt 2007:521): S. 1, 10, 11, 12,
66.
Notation: individuelles Verfahren eines Dolmetschers beim Konsekutivdolmetschen zur
schriftlichen Fixierung einer zu dolmetschenden Aussage (auch Notizentechnik): S. 2, 4,
23, 31, 32, 33, 37, 41, 42, 43, 44, 45.
Notationsprinzipien: Prinzipien, die die Entwicklung einer individuellen Notation für das
Konsekutivdolmettschen fördern: S. 34, 44, 51, 58.
Notationssymbole: Symbole, mit denen wiederkehrende Sachverhalte für die Notation beim
Konsekutivdolmetschen abgekürzt dargestellt werden: S. 35, 56, 59, 60.
Seite 81
Glossar
PDF-Datei: Dokumentendatei, in einem plattformübergreifenden Dateiformat, was vorwie-
gend zum Austausch von Textdateien verwendet wird: S. 35, 45, 47, 49, 60. Redetext: Transkript einer mündlich vorgetragenen Rede: S. 22, 23, 27, 30, 36, 37, 38, 39, 40,
41, 42, 43, 44, 45.
Rich Text Format: Dateiformat für Texte zum Datenaustausch zwischen Textverarbeitungs-
programmen verschiedener Hersteller auf unterschiedlichen Betriebssystemen: S. 49. RRT-Datei: ein von RTF abgeleitetes Dateiformat für Hypertextseiten, was in HyView und
eNote verwendet wird: S. 47, 49.
Selbststudium: Lernprozess, bei dem das Individuum selbstständig sein Lernbedürfnis defi-niert, Lernziele festlegt, Lernressourcen sammelt, eine Lernstrategie umsetzt und sein
Lernergebnis bewertet (auch selbstgesteuertes Lernen) (vgl. Knowles 1980:18): S. 1, 2,
3, 8, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 21, 22, 25, 26, 27, 29, 46, 47, 48, 51, 64. Übersichtsseite: Seite innerhalb von eNote, welche untergeordnete Seiten besitzt auf sie wei-
tervelinkt: S. 51, 52, 55, 59.
Virtual Interpreting Enivronment: neuer Ansatz im Computer-Assisted Interpreter Trai-ning, der Technologien aus der Computerspieleforschung für die Simulation realisti-
scher Dolmetschumgebungen einsetzt (kurz VIE): S. 24, 25.
Virtual Learning Environent: virtuelle Lernumgebung, die Lernangebote online zur Verfü-gung stellt (kurz VLE): S. 20, 24.
Seite 82
Inhalt
Inhalt
1 Einführung in das Selbstlernmaterial. 1
1.1 Adressaten und Zweck des Selbstlernmaterials. 1
1.2 Übersicht über das Selbstlernmaterial. 2
1.3 Bedienungshinweise. 2
2 Die Notizentechnik. 3
2.1 Geschichtlicher Überblick. 3
2.2 Lehrmeinungen zur Notizentechnik. 4
2.2.1 Die Genfer Schule. 4
2.2.2 Die Pariser Schule. 6
2.2.3 Die Heidelberger Schule. 7
3 Die Notationsprinzipien. 9
3.1 Die Notationsprinzipien Jean-François Rozans. 9
3.1.1 Prinzip 1: Die Übertragung des Sinngehaltes, nicht der Worte. 10
3.1.2 Prinzip 2: Die (Ab-)Kürzungsregeln. 10
3.1.3 Prinzip 3: Verknüpfungen. 11
3.1.4 Prinzip 4: Negation. 13
3.1.5 Prinzip 5: Betonung. 13
3.1.6 Prinzip 6: Vertikalanordnung. 14
3.1.7 Prinzip 7: Aussparen 15
3.2 Die Notationsprinzipien Heinz Matysseks. 16
3.2.1 Anforderungen an die Notizentechnik. 17
3.2.2 Grundelemente der Notizentechnik. 17
3.2.2.1 Das Schreibfeld. 18
3.2.2.2 Der Rand. 18
3.2.2.3 Der Querstrich. 18
Seite I
Inhalt
3.2.2.4 Die Vertikalanordnung. 19
3.2.2.5 Der Pfeil. 20
3.2.2.6 Der Doppelpunkt. 23
3.2.2.7 Die Präpositionalbeziehung. 23
3.2.2.8 Die Genitivbeziehung. 24
3.2.2.9 Die Klammer. 24
3.2.2.10 Die Negation. 24
3.2.2.11 Hervorhebung und Abschwächung. 25
3.2.2.12 Die Abkürzung 25
3.2.2.13 Numerus und Genus. 26
3.2.2.14 Tempus und Modus. 27
3.2.2.15 Verben und Adjektive. 27
3.2.2.16 Komparativ und Superlativ. 27
3.2.2.17 Logische Verbindungen. 28
3.2.2.18 Modalverben. 28
3.2.2.19 Personalpronomina. 28
3.2.2.20 Namen, Daten, Zahlen Co. 28
3.2.2.21 Zeichenreserve. 29
3.3 Zusammenfassung. 29
4 Die Notationssymbole. 31
4.1 Die Notationssymbole Jean-François Rozans. 31
4.1.1 Ausdruckssymbole. 31
4.1.2 Bewegungssymbole. 32
4.1.3 Beziehungssymbole. 32
4.1.4 Begriffssymbole. 32
4.2 Die Notationssymbole Heinz Matysseks. 34
4.2.1 Das sprachlose Symbol 34
4.2.1.1 Zeichen, Figuren, Merkbilder, Phantasiegebilde. 34
4.2.1.2 Buchstabensymbole. 34
4.2.1.3 Verkehrszeichen. 35
Seite II
Inhalt
4.2.1.4 Mathematische Zeichen. 35
4.2.1.5 Interpunktionszeichen. 35
4.2.1.6 Kurzschriftsymbole. 36
4.2.2 Das sprachgebundene Symbol 36
4.2.2.1 Aus Wortanfang bestehende Symbole. 37
4.2.2.2 Internationale Symbole. 37
4.2.2.3 Syntaktische Erkennungshilfen. 37
4.2.3 Die Grundsymbole und Symbolkombinationen. 37
4.3 Die Notationssymbole diverser Autoren. 38
5 Übungen. 40
5.1 Benutzungshinweise. 40
5.2 Bemerkungen. 41
5.2.1 Was sollte notiert werden? 41
5.2.2 Wann sollte notiert werden? 41
5.2.3 Wie sollte notiert werden? 42
5.3 Übungen an schriftlichen Texten. 42
5.3.1 Übungen an deutschen Texten. 42
5.3.1.1 Notation einzelner Wortgruppen. 42
5.3.1.2 Notation einzelner Sätze. 43
5.3.1.3 Notation einzelner Abschnitte. 48
5.3.1.4 Notation einer Musterrede. 50
5.3.1.5 Notation von Zahlen. 52
5.3.1.6 Notation einer Rede Reproduktion. 55
5.3.2 Übungen an fremdsprachlichen Texten. 57
5.3.2.1 Übung an einem französischen Text. 57
5.3.2.2 Übung an einem englischen Text. 58
5.4 Übungen an auditiven Texten. 60
5.4.1 Übungen an deutschen Texten. 61
5.4.1.1 Übungen für Anfänger. 61
5.4.1.2 Übungen für Erfahrene. 65
Seite III
Inhalt
5.4.1.3 Übungen für Fortgeschrittene. 71
5.4.2 Übungen an fremdsprachlichen Texten. 77
5.4.2.1 Übung an einem französischen Text. 77
5.4.2.2 Übung an einem englischen Text. 79
6 Interessante Literatur. 82
Seite IV
1 Einführung in das Selbstlernmaterial
1 Einführung in das Selbstlernmaterial
Das vorliegende Selbstlernmaterial entstand im Rahmen einer Diplomarbeit im Sommersemester 2008 am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) der Universität Leipzig.
1.1 Adressaten und Zweck des Selbstlernmaterials
An wen richtet sich das Selbstlernmaterial?
Das Selbstlernmaterial wurde für das Selbststudium innerhalb der Ausbildung im Masterstudiengang Konferenzdolmetschen am IALT der Universität Leipzig konzipiert. Es richtet sich zunächst an Anfänger im Fach Konferenzdolmetschen, die sich von Beginn an eine Notizentechnik zurecht legen wollen. Es richtet sich aber ebenso an bereits Fortgeschrittene, die ihre Notizentechnik optimieren wollen und dafür nach Anregungen suchen.
Zweck des Selbstlernmaterials
Das Selbstlernmaterial soll einerseits einen Überblick über die wichtigsten Theorien und damit verbundenen Symbolvorschläge der Notizentechnik geben und andererseits ein Übungsmaterial mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen anbieten. Es erhebt keinesfalls den Anspruch einen vollständigen Überblick über sämtliche Abhandlungen, Lehrmeinungen oder sonstige Äußerungen zur Notizentechnik zu geben. Vielmehr soll es einen Einstieg in die Thematik und einen ersten Ansatz für Übungen bieten.
Die Notizentechnik benötigt eine feste Basis, auf der sie aufbauen kann und die der Lernende als Propädeutikum absolviert haben sollte. Das sind zum einen die Fähigkeit zur Redetextanalyse, zum aufmerksamen Zuhören und zur Memorisierung längerer Inhalte (vgl. Ilg/Lambert 1996:74f.). Die Einführung in diese Techniken kann dieses Lehrmaterial nicht leisten, sondern setzt sie als gegeben voraus.
Seite 1
1 Einführung in das Selbstlernmaterial
1.2 Übersicht über das Selbstlernmaterial
Das Selbstlernmaterial besteht aus sechs Teilen. Kapitel 1 gibt eine Einführung in das Material. Das Kapitel 2 Die Notizentechnik gibt einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Notizentechnik ebenso wie eine kurze Abhandlung zu den verschiedenen Schulen der Notizentechnik und den wichtigsten damit verbundenen Autoren. In Kapitel 3 Die Notationsprinzipien werden die Notationssysteme von den zwei wohl wichtigsten Autoren vorgestellt: Jean-François Rozan und Heinz Matyssek. Kapitel 4 Die Notationssymbole fasst verschiedene Notationssymbole zusammen. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf jenen von Rozan und Matyssek, aber auch eine Auswahl von Symbolen anderer Autoren wird vorgestellt. Es soll als kleines „Nachschlagewerk“ für Symbole dienen. Daher wurde es von der Betrachtung der Notationsprinzipien entkoppelt. Kapitel 5 Übungen ist das Übungskapitel, in dem die zuvor dargelegten Notationsprinzipien und Notationssymbole an konkreten Übungen ausprobiert werden können. Abschließend werden in Kapitel 6 Interessante Literatur Hinweise für weiterführende Literatur zum Thema Notizentechnik gegeben.
1.3 Bedienungshinweise
Die Installationsdatei für eNote befindet sich auf der zweiten CD-ROM, die dieser Arbeit beigefügt ist. Es wird empfohlen, das Programm zu installieren, um dessen spezifische Funktionen nutzen zu können. Alle Fußnoten in der schriftlichen Version des Selbstlernmaterials werden in der elektronischen Version als sog. „Hints“ dargestellt. Hints sind sensibilisierte Bereiche, die dann aktiviert werden, sobald der Benutzer mit der Maus darüber fährt. Alle PDF-Dokumente werden im elektronischen Selbstlernmaterial als Downloads an entsprechender Stelle zur Verfügung gestellt. Im schriftlichen Selbstlernmaterial befinden sie sich im Ordner „Ergaenzende Dokumente“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit. Die Audio-Dateien aus Abschnitt 5.4 Übungen an auditiven Texten können im elektronischen Selbstlernmaterial an entsprechender Stelle geöffnet werden. Für das schriftliche Selbstlernmaterial befinden sie sich im Ordner „Audiodateien“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit.
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2 Die Notizentechnik
2 Die Notizentechnik
In diesem Teil erhalten Sie zunächst eine Übersicht über die Ansätze jener, die sich mit einer Systematisierung der Notizentechnik auseinander gesetzt haben. Ein kurzer geschichtlicher Überblick über die Entwicklung der Notizentechnik dient als Einstieg in die Thematik. Anschließend werden die unterschiedlichen Lehrmeinungen zur Notizentechnik vorgestellt.
2.1 Geschichtlicher Überblick
Die Anfänge der Notizentechnik in Deutschland sind in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg zurück zuverfolgen. Mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund stieg die Nachfrage nach fremdsprachlich geschulten Nachwuchskräften (Andres 2002a:12). Damals standen die Dolmetscher vor der Herausforderung, auch längere Reden ohne Unterbrechungen zu dolmetschen (Pöchhacker 2006:367). Aus dieser Zeit wird über Dolmetscherpersönlichkeiten berichtet, die sich auch bei einer längeren Rededauer keiner Notizen bedienten. Diese wurden als „Memoiristen“ bezeichnet (vgl. Andres 2002a:11ff.). Neben den Memoiristen gab es aber auch Dolmetscher, die sich zu dieser Zeit ein System zur Unterstützung ihres Gedächtnisses zugelegt haben (Pöchhacker 2006:367).
Mit der Gründung der ersten universitären Ausbildungsstätten für Konferenzdolmetscher Anfang der 40er bis 50er Jahre 1 entstand die Notwendigkeit, sich über die Vermittlung einer systematischen Notizentechnik Gedanken zu machen.
Eines der ersten Lehrwerke war Jean Herberts „Manuel de l'Interprète“ (1952). Sein Kollege an der Ecole de Traduction et d'Interprétation (ETI) in Genf Jean-François Rozan entwickelte daraufhin sein Werk „La prise de notes en interprétation consécutive“ (1956), was auch heute noch als Standardwerk der Notizentechnik gilt (Pöchhacker 2006:367). Daran schlossen sich eine Reihe weiterer Publikationen zur Notizentechnik an, welche die von Herbert und Rozan vorgelegten Notationsprinzipien weiterentwickelten. Ein Meilenstein ist das „Handbuch der Notizentechnik“ (1989) von Heinz Matyssek, welches als erstes Grundlagenwerk die sprachlose Notationstechnik thematisierte.
Neben der anfangs praktisch ausgerichteten Ausbildung im Dolmetschen entwickelte sich
1 Genf (1941), Wien (1943), Germersheim (1947), Saarbrücken (1948), Heidelberg (1950) (Andres 2002a:14).
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2 Die Notizentechnik
auch zunehmend die Beschäftigung mit der Dolmetschwissenschaft. Als eine der ersten Promovenden im Bereich Konsekutivdolmetschen verfasste Danica Seleskovitch 1975 ihre Dissertationsschrift „Langage, langues et mémoire. Etude de la prise de notes en interprétation consécutive.“. Darin beschäftigt sie sich mit dem Konsekutivdolmetschen und der Notationstechnik und betrachtet beides aus theoretischer Sicht (vgl. Scharfe 2006:2) 2 . Die Notationstechnik beim Dolmetschen hat auch eine Reihe empirischer Untersuchungen angeregt. Gile (1991) stellte Untersuchungen zum Informationsverlust beim Konsekutivdolmetschen bei Dolmetscherstudenten mit und ohne Notation an. Sylvia Kalina untersuchte den Dolmetschprozess in ihrer Dissertation „Strategische Prozesse beim Dolmetschen.“ (1998). Darin stellt sie die Art der Notation, die Interaktion mit Gedächtnisinhalten, die Individualität von Notizen und deren Auswirkungen auf die Verdolmetschung dar und zieht daraus Schlussfolgerungen für die
Konsekutivdolmetscherausbildung. Dörte Andres untersuchte die Notate verschiedener Dolmetscher und deren Auswirkung auf die Dolmetschleistung in ihrer Dissertation „Konsekutivdolmetschen und Notation.“ (2002) (Scharfe 2006:2).
2.2 Lehrmeinungen zur Notizentechnik
Im Folgenden werden die drei wichtigen Schulen - die Genfer, Pariser und Heidelberger Schule - mit ihren unterschiedlichen Vertretern und Auffassungen bezüglich der Notizentechnik kurz beschrieben.
2.2.1 Die Genfer Schule
Die Ecole de Traduction et d'Interprétation (ETI) an der Université de Genève wurde im Jahr 1941 durch Antoine Velleman, einem bedeutenden Dolmetscher in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, gegründet. Mit diesem Institut verbundene Namen sind u.a. Jean Herbert, Jean-François Rozan und Gérard Ilg. Sie zählen zu den ersten Dolmetschern, die sich in den 50er Jahren mit einer Systematik der Notizentechnik beschäftigten (Scharfe 2006:10). Ihre Notationslehre wird auch als „Genfer Schule“ bezeichnet.
2 Nähere Informationen zu Danica Seleskovitch und Ihrem Werk befinden sich in Abschnitt 2.2.2 Die Pariser
Schule.
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2 Die Notizentechnik Jean Herbert
Jean Herbert war Chefdolmetscher der ersten Generalversammlung der Vereinten Nationen und einer der ersten Autoren nach dem zweiten Weltkrieg, die sich mit der Theorie des Dolmetschens auseinander gesetzt haben. Anlässlich der Gründung der Organisation der Vereinten Nationen wurde Herbert mit der Aufstellung des größten bis zu diesem Zeitpunkt existierenden Dolmetscherkorps beauftragt (Scharfe 2006:10).
Sein „Handbuch für den Dolmetscher“ (1952) ist eines der ersten Werke, die sich mit der Notizentechnik befassten. Es baut auf den Vorlesungen Herberts auf, die er im Jahre 1946 an der ETI gehalten hat (Scharfe 2006:10). Es wird auch heute noch angehenden sowie bereits praktizierenden Dolmetschern als Standardwerk empfohlen (Matyssek 1989:28). In seinem Buch widmet er sich dolmetschwissenschaftlichen Themen genauso wie der Notation. Herbert erkennt die Notwendigkeit eines Notationssystems an und meint, dass es evt. sogar Schwächen des Dolmetschers auszugleichen vermag (Herbert 1952a:32). Er schlägt eine Reihe von Symbolen, Zeichen und Abkürzungen für häufig wiederkehrende Begriffe vor, rät jedoch gleichermaßen davon ab, anfangs zu viele Symbole, Zeichen oder Abkürzungen zu verwenden. Vielmehr sollte sich ein individuelles Notationssystem allmählich entwickeln, indem die verwendeten Zeichen ständig überarbeitet und aktualisiert werden (Herbert 1952a:95).
Jean-François Rozan
Jean-François Rozan war nach dem zweiten Weltkrieg ebenfalls Dolmetscher bei den Vereinten Nationen und beim Europaparlament sowie Lehrbeauftragter an der ETI. Mittlerweile führt er beide Tätigkeiten nicht mehr aktiv aus, hat jedoch den angehenden Dolmetschern und Übersetzern ein Basiswerk der Notizentechnik hinterlassen (vgl. Gillies 2008).
In Anlehnung an Jean Herbert entwickelte Jean-François Rozan sein Werk „La prise de notes en interprétation consécutive“ (1956), welches ebenso heute noch als Standardwerk und Grundstein der Notation beim Konsekutivdolmetschen gehandelt wird (vgl. Matyssek 1989:31, Ilg/Lambert 1996:71). Sein Buch erfreut sich einer großen Beliebtheit, da es ein effizientes, flexibles und leicht zu übernehmendes bzw. weiterzuentwickelndes
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2 Die Notizentechnik
Notationssystem beschreibt. Es stellt den ersten Ansatz für eine systematische Anleitung zur Notation dar und bejaht damit die Lehrbarkeit der Notizentechnik (Scharfe 2006:12). Er beschreibt sieben Grundprinzipien der Notation, von denen alle weiterhin empfohlen werden können und die sich ebenso in anderen Werken wiederfinden (z.B. Matyssek 1989, Gillies 2005). Des Weiteren stellt er zwanzig Symbole vor, von denen er allerdings nur zehn Symbole als wirklich unverzichtbar ansieht. Sein Werk basiert auf seiner langjährigen Erfahrung als Dolmetscher und Ausbilder an der ETI in Genf und bezieht ebenso die Beobachtungen der Arbeitsweise seiner Dolmetscherkollegen mit ein (Rozan 1956:9f.). Kritik an seinem Werk bezieht sich hauptsächlich auf die geringe Anzahl von zwanzig Symbolen (vgl. Matyssek 1989:31ff.). Sie ist wohl auf die Tatsache zurückzuführen, dass Rozan über ein außerordentlich gutes Gedächtnis verfügte und kaum die zuvor genommenen Notizen verwendete (Ilg/Lambert 1996:71).
Gérard Ilg
Gérard Ilg lehrte ebenfalls in Genf. Er geht mit den Auffassungen Rozans konform und fügt hinzu, dass eine Notizentechnik unbedingt Bestandteil einer Dolmetscherausbildung sein muss. Damit steht er in Kontraposition zur Pariser Schule (siehe Abschnitt 2.2.2 Die Pariser Schule). Seiner Ansicht nach sind zudem nicht nur Analyse und Verstehen des Ausgangstextes wichtig, sondern auch dessen sprachliche Ausdrucksweise. Er misst damit der Oberflächenstruktur einen besonderen Stellenwert zu. Redetexte auf internationaler Ebene zeichnen sich durch eine höchst kodifizierte, ritualisierte und formalisierte Sprache aus, die es zu beachten und entsprechend zu übertragen gilt (Scharfe 2006:13).
2.2.2 Die Pariser Schule
Als Pariser Schule werden jene Auffassungen zur Dolmetschwissenschaft und der damit verbundenen Notizentechnik verstanden, die an der 1957 gegründeten Ecole Supérieure d'Interprètes et de Traducteurs (ESIT) in Paris unterrichtet werden. Die bekannteste Stellvertreterin dieser Lehrmeinung ist Danica Seleskovitch.
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2 Die Notizentechnik Danica Seleskovitch
Danica Seleskovitch hat sich in ihren Werken 3 mit den kognitiven Aspekten des Dolmetschens beschäftigt und dabei die „Théorie du sens“ entwickelt. Diese geht davon aus, dass nicht Wörter, sondern der den Wörtern entnommene Sinn behalten und ggf. notiert werden kann. Grundlegend für das Verstehen ist die Deverbalisierung, d.h. das Loslösen von der Wortebene. Ihrer Auffassung nach geschieht die Wiedergabe automatisch, sobald der Gedankeninhalt des Textes verstanden wurde. Sie sieht die Notation als reine Memorisierungsstrategie für den Notierenden, die nur für den Augenblick nicht jedoch langfristig dienen soll. Notizen sind ein Hilfsmittel zur Unterstützung der Konzentration und Gedächtnisleistung, werden aber für die Wiedergabe kaum gebraucht. Daher sind Notizen ihrer Meinung nach höchst individuell und nicht vermittelbar. Zudem stellt sie im Gegensatz zu anderen Lehrmeinungen die These auf, dass die Notizentechnik als dritte, künstliche Sprache zwischen Redner und Dolmetscher sogar zur Vergrößerung der Schwierigkeiten beim Dolmetschen beiträgt. Sie geht daher lediglich auf die Auswahl der Notationselemente ein, nicht jedoch in welcher Struktur diese notiert werden können, da dies im Gedächtnis gespeichert werden sollte. Ihr Schwerpunkt in der Lehre des Konsekutivdolmetschens liegt eher im aufmerksamen Zuhören und Speichern der Nachricht als in der Notation (vgl. Andres 2002b:210f., Ilg/Lambert 1996:71). Da von Seleskovitch kein dediziertes Notationssystem vorliegt, wird im weiteren Verlauf dieses Lehrmaterials nicht weiter auf sie Bezug genommen. Nichtsdestotrotz ist sie eine wichtige Vertreterin der Dolmetschwissenschaften und sollte mit ihren Auffassungen zur Notizennahme der Vollständigkeit halber hier erwähnt werden.
2.2.3 Die Heidelberger Schule
Das Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) an der Universität Heidelberg (heute Seminar für Übersetzen und Dolmetschen SÜD) wurde 1950 gegründet. Wichtigster Vertreter der Heidelberger Schule ist Heinz Matyssek:
Heinz Matyssek
Sein Lehrbuch „Handbuch der Notizentechnik für Dolmetscher: Ein Weg zur sprachunabhängigen Notation“ (1989) wird auch als die „Bibel der Notizentechnik“
3 siehe Kapitel 6 Interessante Literatur.
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2 Die Notizentechnik
bezeichnet (vgl. Stoll 2007). Es basiert auf der eigenen praktischen Erfahrung Matysseks und seiner langjährigen Lehrtätigkeit (Pöchhacker 2006:370). Er ist der Auffassung, dass die Vermittlung der Notizentechnik integraler Bestandteil der Ausbildung sein müsse (Matyssek 1989:Vff.).
Er verfolgt den Weg der systematisierten und sprachunabhängigen Notation und konzentriert sich daher sehr auf die Ausarbeitung eines stark symbolbasierten Systems gemäß seiner Auffassung der Notation als eine „Male“ und keiner „Schreibe“ (Pöchhacker 2006:371). Er schlägt ein Notationssystem vor, das sich aus verschiedenen Typen von Symbolen zusammensetzt. Matyssek legt dabei besonderen Wert auf die Symbolkombination, d.h. die Entwicklung neuer Symbole auf Basis bereits vorhandener Symbole. Somit schlägt er ein flexibles Notationssytem vor, welches sich den verschiedenen Anforderungen der Praxis gut anpassen kann (Matyssek 1989:142f.).
Matyssek wird hauptsächlich für die Fülle an Symbolen kritisiert, die wie Vokabeln gelernt werden müssen. Für Dolmetschanfänger stellt dies eher eine zusätzliche Hürde als eine Erleichterung dar (vgl. Stoll 2007). Selten genutzte Symbole werden zudem schlechter zu memorisieren sein, wodurch der Dolmetscher doch auf eine längere Notation zurückgreifen muss.
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3 Die Notationsprinzipien
3 Die Notationsprinzipien
In diesem Teil werden Ihnen die Notationsprinzipien zwei der zuvor bereits erwähnten Autoren zur Notizentechnik genauer vorgestellt: Jean-François Rozan und Heinz Matyssek. Im Fokus der Betrachtungen stehen dabei die jeweiligen Prinzipien, die sie für die Entwicklung einer Notizentechnik vorschlagen. Dabei werden ihre Werke zusammenfassend dargestellt. Eine vollständige Darstellung würde den Rahmen dieses Lehrmaterials sprengen. Dem darüber hinaus interessierten Leser sei die Lektüre der gesamten Werke angeraten. In der abschließenden Zusammenfassung werden die allen Autoren gemeinen Züge der Notationstechnik überblicksartig zusammengefasst.
3.1 Die Notationsprinzipien Jean-François Rozans
Rozan (1956:9f.) geht im Vorwort seines Buches darauf ein, dass eine Notizentechnik nur individuell entwickelt werden kann. Sie ist keineswegs eine angeborene Fähigkeit, sondern kann durchaus erlernt werden. Sein System soll nicht detailgetreu kopiert werden, aber als Anregung für individuelle Anpassungen dienen.
Er stellt in seinem Werk sieben Prinzipien auf, die bei der Notation befolgt werden sollten (1956:13) 4 :
1. Die Übertragung des Sinngehaltes, nicht der Worte 2. (Ab-)Kürzungsregeln 3. Verknüpfungen 4. Negation 5. Betonung 6. Vertikalanordnung 7. Aussparen
4 Rozans Prinzipien basieren auf der französischen Sprache. Die Übersetzung der Prinzipien wurde von
Pöchhacker (2006:368f.) übernommen. Dort wo die Prinzipien ins Deutsche übertragen werden konnten,
wurde dies von der Autorin mit entsprechendem Hinweis durchgeführt. Ebenso werden die
Übersetzungsvorschläge aus der englischen Übersetzung (Rozan 2003) mit einbezogen. Die Beispielsätze in
den Abschnitten 3.1 sowie 4.1 wurden von der Autorin ins Deutsche übersetzt.
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3 Die Notationsprinzipien
Rozans Vorschläge für Notationssymbole befinden sich in Abschnitt 4.1 Notationssymbole Jean-François Rozans.
3.1.1 Prinzip 1: Die Übertragung des Sinngehaltes, nicht der Worte
Rozan (1956:14f.) beschreibt, dass ein identischer Ausgangstext von zehn Übersetzern zehnmal unterschiedlich übersetzt wird. Die Versionen unterscheiden sich vor allem in der Wortwahl, was beweist, dass Übersetzer den Sinn hinter den Worten und nicht die Worte an sich übersetzen. Diese Aussage lässt sich in gleichem Maße auch auf Dolmetscher übertragen. Der Dolmetscher muss sich von der Wortebene lösen und den zu vermittelnden Sinn erkennen und übertragen. Nur dadurch wird es ihm möglich sein, Widersprüche und Stilbrüche zu vermeiden. Während der Notation soll sich der Dolmetscher auf die Hauptgedanken des Gesagten konzentrieren und versuchen, sie in einfacher und direkter Form in die Zielsprache zu übertragen. Im Idealfall sollten die Hauptgedanken sogar schon in der Zielsprache notiert werden, was aber nicht zwingend so umgesetzt werden muss.
3.1.2 Prinzip 2: Die (Ab-)Kürzungsregeln
A. Abkürzung von Worten (Rozan 1956:15)
Allgemeinhin sollten Wörter abgekürzt notiert werden, außer wenn es sich bereits um kurze Wörter mit nicht mehr als vier oder fünf Buchstaben handelt. Die Form der Abkürzung spielt eine wichtige Rolle. Unter Zeitdruck sollten eher die ersten und die letzten Buchstaben eines Wortes anstelle eines größtmöglichen Teils des Wortanfangs notiert werden. Die letzten Buchstaben des Wortes sind hochgestellt zu notieren. Beispiele 5 :
Stat. kann „Statut“ oder „Statistik“ bedeuten, wohingegen St ut oder St ik eindeutig sind. Prod. kann „Produktion“, „Produzent“, „Produkt“ oder „Produktivität“ bedeuten. Pr on , Pr zent , Pr kt , Pr tät sind hingegen eindeutig.
Kom. kann „Kommission“ oder „Komitee“ bedeuten, wohingegen K on und K tee eindeutig sind.
5 Anpassungen an das Deutsche durch die Autorin.
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3 Die Notationsprinzipien B. Indikation von Genus und Tempus (Rozan 1956:16)
Einem durch Buchstaben oder ein Symbol abgekürzten Wort lassen sich Indikatoren für Genus und Tempus hinzufügen. Der Genus lässt sich durch ein hochgestelltes „e“ (feminin) und der Plural durch ein hochgestelltes „s“ symbolisieren 6 . Der Tempus lässt sich durch ein hochgestelltes „a“ oder „ai“ für Futur und „é“ oder „d“ für die Vergangenheit darstellen 7 . Beispiele:
In dem Beispielsatz „Ich werde etwas später darüber sprechen ...“ ist es überflüssig, die Worte „etwas später“ zu notieren, wenn dem Notat ein Indikator des Futurs hinzugefügt wird. „Ich spreche“ wird durch I '' symbolisiert. I '' ai drück dabei das Futur aus 8 . Der Ausdruck „jene, die erwähnt wurden“ kann durch rf és (référés) oder rf d (referred) symbolisiert werden. Das bloße Notat von rf würde „jene, die erwähnen“ bedeuten.
C. Abkürzung des Stils (Rozan 1956:16)
Lange stilistische Ausdrücke wie beispielsweise „welche uns ihre Unterstützung zuteil werden ließen“ können durch aid abgekürzt werden 9 . Es gilt, soweit dies möglich ist, kurze und prägnante Abkürzungen für lange Floskeln zu finden.
3.1.3 Prinzip 3: Verknüpfungen
Der wohl schwierigste aber auch wichtigste Teil des Notats einer Rede sind die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Aussagen. Ohne Bezugnahme auf den vorherigen Gedanken kann der Sinn eines Gedankens völlig entstellt werden. Die Verbindungen zwischen den Gedanken sollten also in keinem Falle ausgelassen werden (Rozan 1956:16f). Rozan (1956:17) schlägt folgende Bindeworte vor:
6 Das „e“ steht für die weibliche Endung und das „s“ für den Plural im Französischen. Je nach Sprache können
hier andere Buchstaben verwendet werden (z.B. „a“ für die Indikation des weiblichen Genus im Russischen).
(Rozan 2003)
7 Anstelle der französischen Indikatoren für Futur ließe sich ebenso das Englische „ll“ verwenden. Diese Art
der Notation wird in der englischen Übersetzung des Werkes vorgeschlagen (Rozan 2003).
8 In der englischen Übersetzung wird hier I ll '' vorgeschlagen (Rozan 2003).
9 In der englischen Übersetzung wird hier help vorgeschlagen (Rozan 2003).
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3 Die Notationsprinzipien
as, car 10 , why für Begründungen: und daher, das ist der Grund weshalb, da, weil tho für Gegensätzliches: obwohl, trotz der Tatsache, dass but für Einschränkungen: hingegen, aber, dennoch, allerdings if für Vermutungen: wenn, möglicherweise, angenommen as to für Bezugnahmen: was x betrifft, zum Thema y asi 11 für Schlussfolgerungen: also, folglich, man kann schlussfolgern, dass
Weiterhin schlägt Rozan (1956:17) die folgenden Symbole vor:
für Gleichartiges und Entsprechungen: ebenso, das gilt ebenso für =
für Unterschiede und fehlende Entsprechungen: andererseits, im ≠ Gegensatz zu de+ 12 für zusätzliche Präzision: weiterhin, des Weiteren
Subjekte und Objekte, auf die mehrfach Bezug genommen wird, sollten schnell und ohne sie nochmals zu wiederholen, notiert werden können. Dies kann mit Hilfe eines Pfeils für Rückbezüge geschehen (Rozan 1956:18). Beispiel (Rozan 1956:39):
„Le Gouvernement autrichien se félicite de ces rapports annuels de l'E.C.E., car il estime que ces documents sont particulièrement précieux pour des pays tels que l'Autriche.“
10 Französisch „car“ heißt soviel wie „denn“ im Deutschen und wurde in der englischen Übersetzung außen vor
gelassen (Rozan 2003). Vorschlag der Autorin für das Deutsche: da.
11 asi steht für „ainsi“ (also, daher). In der englischen Übersetzung wird hier tfe (therefore) vorgeschlagen
(Rozan 2003).
12 de+ steht für „de plus“ (zusätzlich, weiterhin). In der englischen Übersetzung wird hier in+ (in addition)
vorgeschlagen (Rozan 2003).
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3 Die Notationsprinzipien
3.1.4 Prinzip 4: Negation
Die Negation wird mittels Durchstreichen des jeweils betreffenden Wortes oder Symbols versinnbildlicht. Es ist ebenso möglich, das kurze Wort „no“ dem zu negierenden Wort oder Symbol voranzustellen (Rozan 1956:18).
Beispiel: Wenn OK Zustimmung ausdrückt, dann steht OK bzw. no OK für Ablehnung.
3.1.5 Prinzip 5: Betonung
Die Betonung eines Wortes oder Symbols wird durch einmaliges Unterstreichen bzw. zweimaliges Unterstreichen bei superlativen oder absoluten Ausdrücken symbolisiert (1956:18f.). Beispiele:
„Die Studie ist interessant.“: int ant „Die Studie ist sehr interessant.“: int ant „Die Studie ist außerordentlich interessant.“: int ant
Im Gegenzug werden abmildernde Äußerungen durch eine gestrichelte Unterstreichung symbolisiert.
Beispiel: „Der Bericht könnte nützlich sein.“: nützlich
Die Darstellung von Nuancen durch verschiedenartige Unterstreichungen ermöglicht es, das jeweilige Wort zu qualifizieren, ohne die qualifizierenden Zusätze notieren zu müssen. Beispiele: „die wichtige Frage“: ?
„wir müssen mit großer Sorgfalt untersuchen“: untersuchen „Ich möchte nochmals so klar wie möglich sagen“: I say „eine nicht perfekte Lösung“: Lös g
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3.1.6 Prinzip 6: Vertikalanordnung
Auf diesem Prinzip sowie auf jenem des Aussparens (siehe Prinzip 7) basiert das gesamte System der Notizentechnik Rozans (1956:19). Es besagt, dass die Notation in die Tiefe und nicht in die Breite erfolgen soll. Die Anwendung des Prinzips ermöglicht:
• die logische Gliederung der Gedanken, wodurch beim Wiederlesen der Gang der Argumentation vollständig und auf einen Blick erfassbar wird,
• das Weglassen einer Vielzahl von Bindewörtern, die sonst für ein klares Verständnis des Textes unabdingbar wären.
A. Die Über- und Unterordnung (Rozan 1956:20)
Das Prinzip der Über- und Unterordnung besteht in der vertikalen Anordnung von einzelnen Textelementen in Relation zueinander. Beispiele:
„Der Bericht über Westeuropa.“
„Der Bericht über Westeuropa ist ein interessantes
Dokument.“
„Da die französischen, us-amerikanischen und Fr britischen Delegationen...“
as US UK
„Da die französischen, us-amerikanischen und Fr
britischen Delegationen vorschlugen...“
3 Die Notationsprinzipien B. Die Verwendung von Klammern (Rozan 1956:21)
Die Klammer spielt bei der vertikalen Notation eine wichtige Rolle. In jeder Rede wird man auf bestimmte Elemente stoßen, die einen Gedanken präzisieren oder eine Aussage in Erinnerung rufen sollen aber nicht essentiell wichtig für die Verknüpfung der Hauptgedanken sind. Diese Redeteile können in Klammern unter jenem Element notiert werden, auf das sie sich beziehen. Beispiel: → + inv ons „ das, was zu neuen Investitionen vor allem auf dem Gebiet des Transports führte...“
(T ort )
Um ganz selbstverständlich die vertikale Notation anzuwenden, empfiehlt es sich, lange und schmale Seiten zu verwenden. Dies ermöglicht die Notation von viel Text auf einer Seite.
3.1.7 Prinzip 7: Aussparen
Das Aussparen ist gemeinsam mit der Vertikalanordnung (Prinzip 6) eines der Kernelemente von Rozans System (1956:21). Muss ein Begriff notiert werden, der in der vorangegangenen Zeile bereits notiert wurde, so wird er ausgespart, d.h. sein Platz wird darunter frei gelassen bzw. mit einem Strich versehen („Auf-Lücke-Schreiben“ 13 ). Die folgenden Beispiele sollen die Aussparungen darstellen, wie sie im Notat des Dolmetschers aussehen würden, ohne schon die jeweiligen Abkürzungen zu verwenden. Beispiele:
„1954 war ein Preisanstieg zu verzeichnen, der jedoch weniger stark ausfiel als der Einkommenszuwachs, so daß das Nettoeinkommen der Bevölkerung gestiegen ist.“ 14 54, Preise but ________ no = Einkom n
13 Matyssek bezeichnet diese Form der Notation als „Auf-Lücke-Schreiben“ (Matyssek 1989:89).
14 Übersetzung von Pöchhacker (2006:369).
15 Übersetzung von Matyssek (1989:91).
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3 Die Notationsprinzipien
„Der Bericht über die wirtschaftliche Lage Europas ist ein gutes Dokument, welches interessante Fragen behandelt.“ cht B
behandelt interessante Fragen
„Um das Programm zu verstehen, müssen Sie...“
Um das Programm zu verstehen müssen Sie
3.2 Die Notationsprinzipien Heinz Matysseks
Das Buch Matysseks zur Notizentechnik ist sehr umfangreich und umfasst zwei Bände (1989). Im ersten Band geht er auf die Prinzipien seiner Notizentechnik ein. Im zweiten Band stellt er ausschließlich seine Symbolvorschläge vor. 2006 erschien eine zweite Auflage seines Werkes, welche jedoch der Autorin nicht vorlag. Interessierten Lesern sei die Lektüre der neuerschienenen Auflage und ein Vergleich mit den hier vorgestellten Prinzipien angeraten. Zur besseren Übersichtlichkeit und zur Vermeidung von Wiederholungen wurde hier nicht der Gliederung Matysseks, sondern der Kategorisierung Rudolphs (2008:6ff.) gefolgt, die in einer Hausarbeit am IALT der Universität Leipzig die wesentlichen Aspekte Matysseks Notizentechnik zusammenstellte.
Matysseks Vorschläge für Notationssymbole befinden sich in Abschnitt 4.2 Notationssymbole Heinz Matysseks.
Eine Übersicht über Matysseks Grundelemente der Notizentechnik und Notationssymbole sowie entsprechende Beispiele finden Sie in der Datei „Symbole_Matyssek1989.pdf“ im Ordner „Ergaenzende Dokumente“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit.
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3 Die Notationsprinzipien
3.2.1 Anforderungen an die Notizentechnik
Matyssek geht in seinem Buch zunächst auf die Anforderungen an einen Dolmetscher und auf das Wesen des Konsekutivdolmetschens ein (1989:14ff.). Dabei betont er die Wichtigkeit des Gedächtnisses, welches die Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer Notizentechnik ist (1989:41f.).
Er stellt die folgenden Anforderungen an eine Notizentechnik und die Notizen auf:
• Die Notizentechnik soll nicht wortgebunden sein, sondern sich am Sinn des Gesagten orientieren (1989:35f.). Daher lehnt er die Stenograpie als Mittel der Notation kategorisch ab (1989:164).
• Die Notizentechnik soll sprachlos sein, d.h. Nichtwort-Symbole für häufig auftretende Wortphänomene oder gesamte Wortfelder verwenden. Die Grundsymbole sollen systematisch weiterentwickelt werden können (1989:37f.). Diese Grundhaltung Matysseks macht sich durch die Vielzahl an Symbolvorschlägen bemerkbar, die er vor allem im zweiten Band seines Werkes vorstellt.
• Die Notizentechnik sollte (weitestgehend) sprachunabhängig sein. Nichtsdestotrotz bleibt die Wahl der Sprache, in der das Notat angefertigt werden soll, dem Dolmetscher selbst überlassen. Matyssek empfiehlt eine Notation in der bzw. in die Muttersprache (1989:132ff.).
• Die Notizen sollen nur das Allerwichtigste umfassen und dem Dolmetscher als Gedächtnisstütze und Dolmetschhilfe dienen (1989:41, 45).
• Die Notizen sollen einfach, ökonomisch, klar, unverwechselbar, schnell erfassbar und bildhaft sein (1989:48ff.).
Auch er hebt hervor, dass eine Notizentechnik durchaus erlernbar ist, aber jeder Dolmetscher einen langen Prozess der individuellen Weiterentwicklung seiner persönlichen Notizentechnik durchschreiten muss (1989:29f., 142f.).
3.2.2 Grundelemente der Notizentechnik
Matyssek zählt eine Vielzahl von Grundelementen der Notizentechnik auf. Sie sollen an
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3 Die Notationsprinzipien
dieser Stelle zusammengefasst und übersichtlich dargestellt werden.
3.2.2.1 Das Schreibfeld
Matyssek (1989:74f.) empfiehlt die Verwendung eines DIN A6 oder zumindest eines DIN A5 Spiralblockes, der ein leichtes Umblättern ermöglicht und leicht und unauffällig jederzeit mitgeführt werden kann. Weiterhin betont er, dass der Schreibblock stets nur einseitig beschrieben werden darf, um Verwirrung hinsichtlich der Reihenfolge zu vermeiden.
3.2.2.2 Der Rand
Am linken Blattrand des Schreibblocks sollte ein Rand durch eine Linie abgetrennt werden. Er dient zur Verdeutlichung von logischen Verbindungen und Sinnabläufen sowie für die Anzeige des Wechsels des Handlungsträgers. Dort können auch Unklarheiten, Fragen oder besonders wichtige Passagen markiert werden (1989:76ff.). Beispiel:
„Zentrales Thema meiner Gespräche und insbesondere meiner Begegnung mit dem amerikanischen Präsidenten war die Bewertung seines Treffens mit Generalsekretär Gorbatschow, da ich als erster der verbündeten europäischen Regierungschefs Gelegenheit hatte, mit Ronald Reagan zusammenzutreffen.“
3.2.2.3 Der Querstrich
Der Querstrich sollte vom Rand ausgehend etwa 2-3 cm in das Notizenfeld hineinragen und so die Grenze zwischen den einzelnen Notizen und damit verbundenen Sinnschritten klar darstellen. Er dient damit der schnellen Orientierung des Dolmetschers in seinem Notat (1989:81f.).
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3 Die Notationsprinzipien Beispiel:
„Meine Gespräche in Washington vom 21. bis 24. Oktober 1986 fanden nach der unmittelbar vorausgegangenen Gipfelbegegnung von Präsident Reagan und Generalsekretär Gorbatschow in Reykjavik zu einem für die West-Ost-Beziehungen entscheidendem Zeitpunkt statt. Ich habe es deshalb sehr begrüßt, daß ich gerade zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit hatte, zu sehr intensiven Gesprächen mit dem amerikanischen Präsidenten zusammenzutreffen. Es war die siebente Begegnung seit meinem Amtsantritt.
Erneut konnte ich feststellen, daß wir in den Vereinigten Staaten innerhalb und außerhalb der Administration viele Freunde haben, die unserer Politik großes Verständnis und Sympathie entgegenbringen, ...“
3.2.2.4 Die Vertikalanordnung
Hier schließt sich Matyssek weitgehend dem Prinzip der Vertikalanordnung Rozans an (1989:86ff., vgl. Rozan 1956:19f.). Aussageelemente sollten vertikal und möglichst hierarchisch notiert werden. Die Verbindungen zwischen den Aussageteilen sind zu notieren, insofern sie für das richtige Verständnis des Textes unabdingbar sind. Die vertikale Notation ermöglicht ein schnelles Erfassen der Notiz mit einem Blick und ist somit Grundvoraussetzung für eine rasche und korrekte Verdolmetschung. Das von Rozan vorgeschlagene Prinzip des Aussparens („Auf-Lücke-Schreiben“) greift Matyssek ebenso auf, wenn er auch einräumt, dass jeder Dolmetscher seine eigene Art des „Auf-Lücke-Schreibens“ entwickeln wird (1989:91). Beispiel:
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3 Die Notationsprinzipien
„1954 war ein Preisanstieg zu verzeichnen, der jedoch weniger stark ausfiel als der Einkommenszuwachs, so daß das Nettoeinkommen der Bevölkerung gestiegen ist.“ 16
3.2.2.5 Der Pfeil
Der Pfeil soll Bezüge darstellen. Matyssek führt die folgenden Arten auf (1989:92ff.)
• Der Richtungspfeil (→): steht für Streben, eine Bewegung, einen Trend, eine Tendenz, ein Anstreben, ein Führen-zu, ein Übermitteln-an, ein Kämpfen-um-etwas, ein Sich-beziehenauf-etwas etc..
„Die Politik der Wiedervereinigung Deutschlands ist in eine Sackgasse geraten.“
• Der Beziehungs- oder Bezugspfeil: stellt eine Beziehung zwischen bereits Aufgeführtem und dessen Wiederaufnahme her, stellt geistige Zusammenhänge, Wiederholungen, Bezugnahmen, Beziehungen und Verbindungen dar.
„Und wenn Sie dann zusätzlich noch den Eindruck mit nach Hause nehmen, in einem schönen Land und bei freundlichen Leuten gewesen zu sein, dann war die 27. Generalversammlung der IFAP ein voller Erfolg. Dieses Land ist auch deshalb so schön, weil wir über 700 000 Bauernhöfe haben, auf denen ca. 1,3 Millionen Menschen arbeiten und leben.“
16 Übersetzung von Pöchhacker (2006:369).
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3 Die Notationsprinzipien
• Der Steigerungs- bzw. Minderungspfeil (, ): steht für die Erhöhung bzw. Verminderung von Mengen, Werten, Zahlen oder jedweder anderer Aussageelemente. „Wir haben 3 Jahre lang versucht, die Lebenshaltungskosten zu senken und das Durchschnittseinkommen der Bevölkerung zu erhöhen...“
• Der Satzeinleitungs- oder Konjunktionspfeil: steht zur Einleitung bzw. Fortführung von Sätzen mit vergleichenden Gegenüberstellungen, eingeleitet mit „je ... desto ...“ (1989:204).
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3 Die Notationsprinzipien
• Der Reflexivpfeil: steht für reflexive, rückbezügliche Aussagen wie z.B. sich ergeben, sich freuen, sich erübrigen, sich auflehnen, sich ausbreiten und wird als zurückweisender Pfeil an das jeweils betreffende Symbol angehängt (1989:213).
• Der Demonstrativpfeil: steht für die Betonung eines Wortes durch das Demonstrativpronomen und wird an das jeweilige Symbol als nach unten zeigender Pfeil angehängt (1989:195).
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3 Die Notationsprinzipien
3.2.2.6 Der Doppelpunkt
Der Doppelpunkt kann den Beginn einer Aussage, einen Wunsch oder den Beginn einer Aufzählung kennzeichnen (1989:102f.). Beispiel:
„Wir sprechen Eurer Exzellenz unsere aufrichtigen Glückwünsche aus; möge es Ihnen und Ihrem Volke, dessen Geschick Sie in Ihrem hohen Amt vorstehen, wohlergehen. Das neue Jahr bringe in reichem Maße Frieden und Fortschritt zum Guten für Ihre Nation, für jede einzelne Familie und jeden einzelnen Menschen in Ihrem Lande.“
3.2.2.7 Die Präpositionalbeziehung
Als Regel gilt, dass so wenig wie möglich Präpositionen notiert werden sollten. Falls ein Notat jedoch notwendig wird, können sie einerseits als Pfeil und andererseits anhand von
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3 Die Notationsprinzipien
Buchstabensymbolen dargestellt werden: „durch“, „für“, „gegen“ (gg), „mit“ (m), „wegen“ (wg) (1989:104).
3.2.2.8 Die Genitivbeziehung
Der Schrägstrich „/“ symbolisiert die Genitivbeziehung zwischen zwei Symbolen und ist in einer Notation unerlässlich (1989:105). Beispiele: die Position der Regierung: Pos/Rg
die Wichtigkeit der Außenpolitik: Wi/aπ
3.2.2.9 Die Klammer
Die Klammer „( )“ wird hauptsächlich dazu verwendet, um eine Ergänzung des Hauptgedankens zu markieren. Sie hat zudem noch als eigenständiges Symbol die Bedeutung von „gegenseitig“(1989:105ff.).
3.2.2.10 Die Negation
Die Negation kann ausgedrückt werden, indem entweder das Wörtchen „no“ dem Symbol vorangestellt oder das Symbol selbst durchgestrichen wird. Damit schließt sich Matyssek der Auffassung Rozans an (vgl. Rozan 1956:18). Zusätzlich schlägt er noch die nachdrückliche Verneinung durch doppelte Durchstreichung des Symbols („nie“) sowie die verminderte Verneinung durch einen geschlängelten Schrägstrich („fast“, „kaum“, „selten“, „wenige“) vor (1989:107f.).
3 Die Notationsprinzipien
3.2.2.11 Hervorhebung und Abschwächung
Vom Redner können Informationselemente eingefügt werden, die den Aussagegehalt weiter hervorheben oder abschwächen. Diese unterschiedlichen Gewichtungen müssen in gleichem Maße in der Verdolmetschung auftauchen. Zur Verdeutlichung der Hervorhebung kann sich der Dolmetscher der Unterstreichung bedienen z.B. „Meine Damen und Herren!“ (nicht unterstrichen), „Sehr geehrte Damen und Herren!“ (einfach unterstrichen), „Verehrte Damen und Herren!“ (zweifach unterstrichen) und „Hochverehrte Damen und Herren!“ (dreifach unterstrichen). Um eine Abschwächung zu versinnbildlichen, kann das Symbol mit einer Schlängellinie unterstrichen werden z.B. „schwaches Interesse“ (einfach geschlängelt unterstrichen), „schwache Beteiligung“ (einfach geschlängelt unterstrichen), „sehr schwaches Interesse“ (zweifach geschlängelt unterstrichen), „sehr schwache Beteiligung“ (zweifach geschlängelt unterstrichen) (1989:110ff.).
3.2.2.12 Die Abkürzung
A. Die Wortkürzung
Matyssek führt mehrere Möglichkeiten der Wortkürzung auf (1989:112):
• Wortkürzungen, die schon im Alltag verwendet werden z.B. USA, Nato, Dr., km, Str. usw.
• Wortkürzungen aus Wortanfang und hochgestelltem Wortende (nach Rozan 1956:15) z.B.
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3 Die Notationsprinzipien
A ee (Armee), A ur (Armatur) bzw. tragendem Vokal oder Konsonant z.B. M ö (Manöver) oder Wortkürzungen, die nur des Wortanfangs bedürfen z.B. Ha (Handel), Da (Dank), Ch (Chemie).
• Wortkürzungen für Vor- und Nachsilben oder Konjunktionen, die aus der Stenographie entlehnt sind 17 .
B. Die syntaktische und/oder stilistische Kürzung
Hier schließt sich Matyssek vollends Rozan an (vgl. Rozan 1956:16). Ganze Satzteile können vereinfacht und stark verkürzt notiert werden z.B. „... die unsere Aufmerksamkeit verdienen“ = int t (interessant) (1989:117f.).
3.2.2.13 Numerus und Genus
Angelehnt an Rozan (vgl. Rozan 1956:16) sollte der Plural durch ein hochgestelltes „s“ versinnbildlicht werden. Das hochgestellte „s“ kann in seiner Verdopplung bzw. Verdreifachung auch für eine Kennzeichnung des Begriffs „viele“ stehen. Für die Kennzeichnung des Genus kann ein hochgestelltes „e“ für weibliche Symbole verwendet werden, wenngleich sich auch aus dem Kontext das Genus ableiten ließe und somit diese Kennzeichnung nicht zwingend notwendig wird (1989:118ff). Beispiele:
3.2.2.14 Tempus und Modus
Tempus und Modus sind unbedingt zu notieren, da sonst Sinnverschiebungen in der Aussage zustande kommen können. Zur Versinnbildlichung der Vergangenheit schlägt Matyssek ein
17 siehe dazu auch Abschnitt 4.2.1.6 Kurzschriftsymbole
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3 Die Notationsprinzipien
nach links (also in unserem Kulturkreis in die Vergangenheit) zeigendes Winkelzeichen vor. Es wird rechts vom Symbol oder Wort angesetzt und danach unter ihm nach links durchgeführt. Für die Anzeige der Zukunft wird das Winkelzeichen nach rechts gedreht, sodass es in die Zukunft weist. Der Modus Konjunktiv kann als geschlängeltes Winkelzeichen dargestellt werden (1989:121ff.). Beispiele:
3.2.2.15 Verben und Adjektive
Verben können durch ein hochgestelltes „n“ markiert werden z.B. α n (arbeiten) insofern dies der Eindeutigkeit der Aussage dient. Adjektive brauchen in der Regel nicht explizit als solche gekennzeichnet werden (1989:184, 209).
3.2.2.16 Komparativ und Superlativ
Komparativ und Superlativ können, soweit dies für die Dolmetschaufgabe unbedingt notwendig erscheint, durch ein hochgestelltes „er“ bzw. „st“ markiert werden z.B. schö er (schöner), schö st (am schönsten) (1989:219).
3.2.2.17 Logische Verbindungen
Die logischen Verbindungen zwischen den einzelnen Aussageelementen sind von höchster Bedeutung und dienen als roter Faden im Redetext. Sie können am besten auf dem linken Rand notiert werden (1989:194ff.).
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3 Die Notationsprinzipien Beispiele:
3.2.2.18 Modalverben
Modalverben sind essentiell wichtig für die Gesamtaussage und müssen daher notiert werden. Matyssek schlägt vor, die Anfangsbuchstaben der Modalverben in Sütterlin-Schrift zu markieren (1989:124f.).
3.2.2.19 Personalpronomina
Um einen Handlungsträger zu markieren, können die entsprechenden Personalpronomina auf dem linken Rand vermerkt werden. Matyssek schlägt hier vor allem die englischen Formen „I“, „he“, „we“ aufgrund ihrer Kürze vor. Es können aber auch Symbole oder andere Sprachen dafür verwendet werden (1989:125f.).
3.2.2.20 Namen, Daten, Zahlen & Co.
Namen, Daten und Zahlen müssen stets notiert werden. Für die Darstellung mehrstelliger Zahlenwerte sollte sich jeder Dolmetscher ein eigenes Notationssystem erarbeiten. So sind z.B. folgende Notierungsweisen denkbar: T oder ' (Tausend), Mio oder '' (Million), Mrd oder ''' (Milliarde). Mengen- und Wertveränderungen können durch Pfeile symbolisiert werden. Für Maximal- und Minimalangaben schlägt Matyssek die Verwendung eines Winkels vor.
3 Die Notationsprinzipien
Der Dolmetscher kann sich auch der mathematischen Zeichen +, -, * usw. bedienen. Zur Darstellung von Zeitangaben verwendet Matyssek das „t“ mit seinen verschiedenen Variationsmöglichkeiten (1989:126ff.).
3.2.2.21 Zeichenreserve
Matyssek empfiehlt jedem Dolmetscher, sich eine Zeichenreserve von zehn bis zwanzig neutralen Zeichen anzulegen, die im Bedarfsfall als „Lückenbüßer“ eingesetzt werden können (1989:130ff.).
3.3 Zusammenfassung
Bei der Lektüre unterschiedlicher Autoren zum Thema Notizentechnik fällt auf, dass stets wiederkehrende Konzepte aufgeführt werden, die als systemübergreifende
Notationsprinzipien festgehalten werden können. In Anlehnung an Andres (vgl. 2002b:212ff.) und Körner (vgl. 2003:53) sollen die folgenden übergreifenden Prinzipien als Zusammenfassung dienen:
1. Notation setzt die semantische Analyse des Ausgangstextes voraus. 2. Aus Prinzip 1 ergibt sich ein individuelles Décalage 18 . 3. Stenographie als Notationssprache ist ungeeignet, da lediglich die rein lautliche Textoberfläche mitgeschrieben wird. Nichtsdestotrotz können einzelne Zeichen verwendet werden.
4. Notation muss immer im Zusammenhang mit der Gedächtnisleistung betrachtet werden und ist allein aus diesem Grunde schon individuell.
5. Notation ist individuell und Notationssysteme müssen individualisierbar sein. 6. Als Notationssprache können sowohl Elemente der Ausgangssprache, der Zielsprache,
18 Begriff geprägt von Andres (2002a). Zeitspanne zwischen der akustischen Wahrnehmung und der Darstellung
des Konzeptes im Notat.
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3 Die Notationsprinzipien
einer Drittsprache und sprachfreie Symbole verwendet werden.
7. Die Informationsstrukturierung und -gewichtung sollte am Layout der Notizen erkennbar sein, um ein eindeutiges und schnelles Wiedererkennen zu ermöglichen. 8. Das Notieren von Tempusangaben und Kohäsionsmitteln ist wichtig für die richtige Wiedergabe des Gesagten.
9. Die Notizen sollten eindeutig, logisch gegliedert, ökonomisch und (wieder-) lesbar sein. Wichtig für den Dolmetscher ist, sich ein individuelles Notationssystem zurecht zu legen. Dabei muss nun jeder Dolmetscher für sich entscheiden, ob er sich einem Vertreter vollends anschließt oder ob er für sich passende Symbole und Prinzipien aus verschiedenen Systemen übernimmt. Sicherlich ist es nicht falsch, einige Anregungen aus den vorgestellten Systemen für die Erarbeitung eines individuellen Notationssystems zu übernehmen. Nicht umsonst wird von allen Autoren einstimmig betont, dass ihre Werke zur Anregung dienen sollen und keineswegs ein Dogma darstellen. Das persönliche Notationssystem ist nun auch von den Anlagen und Vorlieben eines jeden Dolmetschers abhängig und variiert je nachdem, ob er bspw. eher symbolbasiert denkt oder gut schriftgebunden notieren kann. Des Weiteren hängt die Notation stets von der Gedächtnisleistung des Einzelnen ab. Mancher benötigt nur die Aneinanderreihung der Schlagwörter, um den roten Faden zu behalten, und ist in der Lage, sämtliche Einzelheiten aus dem Gedächtnis zu reproduzieren. Andere benötigen wiederum eine gut strukturierte und detaillierte, schriftliche Unterlage, um die Inhalte korrekt wiederzugeben. Daher sei jeder Dolmetscher dazu angehalten, für sich persönlich die Vor-und Nachteile der vorgeschlagenen Notationssysteme abzuwägen und darauf aufbauend eine Entscheidung zu treffen. Ziel dieses Materials soll sein, eine größtmögliche Entscheidungsbasis dafür zu schaffen.
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4 Die Notationssymbole
4 Die Notationssymbole
In diesem Kapitel werden die von Rozan und Matyssek vorgeschlagenen Notationssymbole geordnet dargestellt sowie Symbole anderer Autoren vorgestellt. Es soll als kleines Nachschlagewerk für Symbole dienen.
4.1 Die Notationssymbole Jean-François Rozans
Laut Rozan (1956:27) genügt es, sich einiger weniger Symbole für die Notation zu bedienen. Während der Notation sollte das Hauptaugenmerk auf der Analyse des Redetextes und nicht auf dessen Symbolisierung liegen. Sobald das Wiederlesen des Notats beginnt, sollte die Analyse und das Verstehen des Ausgangstextes abgeschlossen sein. Das Notat dient lediglich als Gedankenstütze und soll eine angemessene und elegante Verdolmetschung gewährleisten. Rozan schlägt die Verwendung von insgesamt nur zwanzig Symbolen vor, von denen er wiederum lediglich zehn Symbole für unverzichtbar hält. Er unterteilt seine Symbole in vier Kategorien, die im Folgenden vorgestellt werden sollen (1956:28ff.) 19 Eine Übersicht über Rozans Notationssymbole sowie entsprechende Beispiele finden Sie in der Datei „Symbole_Rozan1956.pdf“ im Ordner „Ergaenzende Dokumente“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit.
4.1.1 Ausdruckssymbole
• Denken: Der Doppelpunkt (:) steht für jeglichen Ausdruck des Denkens und davon abgeleiteter Konzepte wie „der Ansicht sein“, „die Auffassung vertreten“ etc..
• Sprechen: Die Anführungszeichen ('') stehen für jeglichen Ausdruck des Sprechens und davon abgeleiteter Konzepte wie „sagen“, „sich ausdrücken“, „etw. verkünden“, „sich zu etw. äußern“, „erklären“, „Erklärung“, „an einer Debatte teilnehmen“, „Rede“, „Vorschlag“.
• Diskussion: Der Diskus () steht für jeglichen Ausdruck der Diskussion und davon abgeleiteter Konzepte wie „Debatte“, „debattieren“, „ein Thema oder eine Frage behandeln“, „untersuchen“, „kritisch betrachten“. Es kann aber auch jedes andere, nicht
19 Übersetzung der Begriffe übernommen aus Pöchhacker (2006:369f.).
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4 Die Notationssymbole natürliche Symbol dafür verwendet werden.
• Zustimmung: OK steht für jeglichen Ausdruck der Zustimmung und davon abgeleiteter Konzepte wie „annehmen“, „akzeptieren“, „unterstützen“, „etw. stützen“, „befürworten“, „beipflichten“, „sich jmd. anschließen“, „billigen“, „gutheißen“. Die Ablehnung wird entsprechend durch Durchstreichen oder den Zusatz no ausgedrückt.
4.1.2 Bewegungssymbole
• Orientierung: Der horizontale Pfeil (→) steht für eine Bewegung von einem Punkt zu einem anderen, die Kommunikation, die Vermittlung, die Tendenz. Der Sinn wird durch den Kontext bestimmt.
• Erhöhung: Der ansteigende Pfeil () steht für die Erhöhung, die Entwicklung, den Fortschritt usw.. Der Sinn ist stets klar. Die entsprechende Übersetzung wird durch den Kontext bestimmt.
• Verringerung: Der absteigende Pfeil () steht für die Verringerung, den Abstieg, die Abnahme usw..
4.1.3 Beziehungssymbole
• Relation: Der Schrägstrich (/) steht für „im Verhältnis zu“, „aufgrund von“, „seit“ etc..
• Gleichheit: Das Gleichheitszeichen (=) steht für „ist“, „entspricht“, „gleich“, „so wie“ etc..
• Unterschied: Das Ungleichheitszeichen (≠) steht für „ist nicht“, „ist ungleich“, „entspricht nicht“, „ist nicht so wie“ etc..
• Einbettung/Rahmen: Die eckige Klammer ([]) steht für „im Rahmen“, „im Zusammenhang, in dem sich x befindet“.
4.1.4 Begriffssymbole
Sie stehen für feststehende Bezeichnungen und können auch durch andere Symbole ersetzt werden.
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4 Die Notationssymbole
4.2 Die Notationssymbole Heinz Matysseks
Bei der Einteilung der Symbolarten wird an dieser Stelle nicht der Strukturierung Matysseks gefolgt, sondern aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit sowie zur Vermeidung von zu vielen Wiederholungen die Kategorisierung Rudolphs (2008:10ff.) übernommen. Dabei wird eine Klassifizierung in sprachlose und sprachgebundene Symbole sowie in Grundsymbole und Symbolkombinationen vorgenommen.
Im Abschnitt 3.2 Die Notationsprinzipien Heinz Matysseks werden an den entsprechenden Stellen bereits Symbole vorgestellt, die hier nicht noch einmal wiederholt werden. Eine Übersicht über Matysseks Grundelemente der Notizentechnik und Notationssymbole sowie entsprechende Beispiele finden Sie in der Datei „Symbole_Matyssek1989.pdf“ im Ordner „Ergaenzende Dokumente“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit.
4.2.1 Das sprachlose Symbol
Matyssek schlägt vor, Symbole möglichst nicht an eine Sprache zu binden und sie somit weder der Ausgangs- noch der Zielsprache zu entnehmen. Er ist der Überzeugung, dass sich der Dolmetscher nur über sprachunabhängige Symbole von der Wortebene zu lösen und den Sinn des Gesagten zu übermitteln vermag (1989:156). Er weist aber auch darauf hin, dass sich der Dolmetscher durchaus sprachgebundener Symbole und Abkürzungen bedienen darf, sobald sprachlose Symbole nicht wirkungsvoll sind (1989:166f.).
4.2.1.1 Zeichen, Figuren, Merkbilder, Phantasiegebilde
Zeichen, Figuren, Merkbilder und Phantasiegebilde sollten möglichst bildhaft sein und einfach einen Zusammenhang zu dem jeweilig verdeutlichten Bedeutungsinhalt herstellen z.B. „§“ (Recht), „☺“ Freude (1989:167f.).
4.2.1.2 Buchstabensymbole
Buchstabensymbole können aus den unterschiedlichen Alphabeten herangezogen werden
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4 Die Notationssymbole
(lateinisch, griechisch, kyrillisch usw.) z.B. „π“ (Politik), „α“ (Arbeit). Ebenso kann eine Bedeutungsunterscheidung je nach Schreibart hinzugefügt werden z.B. „A“ (Atom), „A“ (kursiv=Abkommen) (1989:170).
4.2.1.3 Verkehrszeichen
Je nach Kenntnislage des Einzelnen können Verkehrszeichen beispielsweise als Symbole für „Vorsicht“ und „Gefahr“ und alle damit verbundenen Konzepte verwendet werden (1989:171).
4.2.1.4 Mathematische Zeichen
Wie bereits bei den Mengen- und Wertveränderungen erwähnt, können mathematische Zeichen in ihrer ursprünglichen Bedeutung verwendet werden z.B. „<“ (kleiner als) und „>“ (größer als). Zudem können ihnen aber auch eigenständige Bedeutungen zugewiesen werden z.B. „<“ (antworten) und „>“ (sprechen). Der Dolmetscher sollte hier Acht geben, dass er bei ihren vielfältigen Bedeutungsinhalten den Überblick behält (1989:171).
4.2.1.5 Interpunktionszeichen
Auch bei Interpunktionszeichen gilt, dass sie neben ihrer ursprünglichen Bedeutung auch andere Funktionen erfüllen können. Die Notation eines Fragezeichens am linken Rand kann der Aussage beispielsweise einen fragenden Unterton verleihen. Ein spiegelverkehrtes Fragezeichen kann für „vielleicht, möglich“ stehen.
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4 Die Notationssymbole
Das Ausrufungszeichen kann zur eigenen Ermahnung des Dolmetschers zu mehr Aufmerksamkeit dienen oder aber eine vom Redner in besonderem Maße betonte Passage markieren (1989:172).
4.2.1.6 Kurzschriftsymbole
Auch wenn Matyssek sich grundsätzlich gegen die Verwendung von Stenographie ausspricht (1989:164ff.), so ist es seines Erachtens durchaus legitim, sich einiger ihrer Symbole zu bedienen, insofern sie die entsprechenden Anforderungen (einfach, klar, unverwechselbar, schnell erfassbar, bildhaft, ökonomisch) erfüllen. Sinnvoll ist ein Einsatz vor allem bei der Notation von bedeutungstragenden Vor- und Nachsilben (Bearbeitung vs. Verarbeitung) sowie häufiger Konjunktionen („aber“, „trotzdem“ etc.) (1989:173).
4.2.2 Das sprachgebundene Symbol
Wie schon im Abschnitt 3.2.2.12 Die Abkürzung vorgestellt, ist die Wortkürzung eines der grundlegenden Prinzipien der Notizentechnik Matysseks. An dieser Stelle werden Abkürzungen als sprachgebundene Symbole dargestellt.
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4 Die Notationssymbole
4.2.2.1 Aus Wortanfang bestehende Symbole
Wie schon im Abschnitt 3.2.2.12 Die Abkürzung/ A. Die Wortkürzung dargestellt, können der Anfang eines Wortes oder die Anfangsbuchstaben eines zusammengesetzten Wortes als Symbol dienen z.B. „Bk“ (Bundeskanzler), „Br“ (Bundesrat) (1989:175).
4.2.2.2 Internationale Symbole
Der Dolmetscher kann sich zudem einiger internationaler Symbole beispielsweise aus dem Periodensystem der Elemente oder für Maßeinheiten bedienen z.B. „Fe“ (Eisen), „C“ (Kohlenstoff), „h“ (Stunde), „d“ (Tag) usw. (1989:175f.).
4.2.2.3 Syntaktische Erkennungshilfen
Die logischen Verbindungen innerhalb eines Redetextes darzustellen, ist eines der Grundelemente der Notizentechnik. Dafür kann sich der Dolmetscher der jeweiligen Abkürzungen bedienen und sie als roten Faden auf dem linken Rand notieren z.B. „nn-sa“ (nicht nur - sondern auch ), „s-aa“ (sowohl - als auch), „va“ (vor allem) (1989:176).
4.2.3 Die Grundsymbole und Symbolkombinationen
Unter Grundsymbolen versteht Matyssek jene Symbole, die ein breites Bedeutungsspektrum oder ganze Begriffsfelder umfassen (1989:179). Sie sind die Grundlage für Symbolkombinationen, welche eine der wichtigen Eigenschaften seines Symbolsystems darstellen (1989:184).
Matyssek definiert Grundsymbole für eine Vielzahl von Begriffsfeldern. Auszugsweise seien die folgenden genannt 20 :
20 Eine umfangreiche Liste an Grundsymbolen und dazugehörigen Begriffsfeldern befindet sich in Matyssek
(1989:229ff.) sowie im zweiten Band seines Werkes.
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4 Die Notationssymbole
Tabelle 1: Grundsymbole Matysseks (1989:184f.)
Durch die Kombination verschiedener Grundsymbole entstehen so wiederum neue Symboleinheiten. Es obliegt nun jedem Dolmetscher selbst, eigenständig durch Kombinationen neue Symbole zu kreieren und sich somit ein mächtiges Symbolsystem zu schaffen (1989:184f.).
Eine Übersicht über Matysseks Vorschläge für Symbolkombinationen mit den Grundsymbolen für Abstrakta, Arbeit und Krieg finden Sie in der Datei „Symbole_Matyssek1989_AbstraktaArbeitKrieg.pdf“ im Ordner „Ergaenzende Dokumente“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit.
4.3 Die Notationssymbole diverser Autoren
An dieser Stelle sollen all jene Symbolvorschläge zusammengestellt werden, die von verschiedenen und zum Teil auch unbekannten Autoren stammen. Ziel ist, Ihnen eine recht große Sammlung an möglichen Symbolen zur Verfügung zu stellen, aus der Sie sich Anregungen für Ihre eigenen Symbole holen können.
Die Symbolvorschläge der Autoren befinden sich unter dem jeweils angegebenen Dateinamen im Ordner „Ergaenzende Dokumente“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit.
Becker, Wilfried (1991): Notizentechnik. Germersheim: BBK.
„Symbole_Becker1991.pdf“
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4 Die Notationssymbole
Frömmer, Franca (2001): Notation beim Konsekutivdolmetschen - Ein Leitfaden. Hausarbeit
im Seminar Dolmetschwissenschaft Französisch. Leipzig: IALT, von Bergen. Hinweis: In dieser Übersicht können auch eigene Symbole eingetragen werden. „Symbole_Froemmer2001.pdf“
Gillies, Andrew (2005): Note-taking for consecutive interpreting - a short course.
Manchester, Northampton: St. Jerome Publishing. „Symbole_Gillies2005.pdf“
Jäger, Gert / Dalitz, Günter (1984): Die Sprachmittlung und ihre Hauptarten. Lehrheft zum
Lehrgebiet Einführung in die Grundbegriffe und Grundtätigkeiten der
Sprachmittlung. Sektion theoretische und angewandte Sprachwissenschaft (TAS).
Leipzig: KMU.
Hinweis: Das Lehrmaterial stammt aus der Zeit der DDR, weswegen einige Symbole
zu veralteten Sachverhalten enthalten sind. Nichtsdestotrotz sind die Symbole
interessant. „Symbole_JaegerDalitz1984.pdf“ Stoll, Christoph: „Symbole“
http://147.142.237.240/digilab/00000097cb0c7b11f/00000097cc0a0dc02/00000
098880c4b403/index.htm (25.09.2008) „Symbole_Stoll.pdf“
Werner, Anke (2008): Übersicht über Notationssymbole. Hausarbeit im Seminar
Dolmetschwissenschaft Französisch. Leipzig: IALT, von Bergen. „Symbole_Werner2008.pdf“ Symbolvorschläge unbekannter Autoren „Symbole_oA_dt.pdf“ Hinweis: Symbole in deutscher Sprache „Symbole_oA_frz.pdf“ Hinweis: Symbole in französischer Sprache
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5 Übungen
5 Übungen
Nachdem Sie sich mit den theoretischen Grundzügen der Notizentechnik vertraut gemacht haben, kann nur das wiederholte Üben zu einer Verbesserung der Notizentechnik und der damit verbunden Konsekutivdolmetschleistung führen (vgl. Stoll 2007). Dem soll sich der folgende Abschnitt des Lehrmaterials ausgiebig widmen.
5.1 Benutzungshinweise
Die Übungen sind in schriftliche und in auditive Übungstexte unterteilt. In den schriftlichen Übungen können Sie sich Schritt für Schritt ein Notationssystem aufbauen und ohne Zeitdruck an deutschen Übungstexten mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad üben. Anschließend haben Sie die Möglichkeit Ihr Notationssystem auch an fremdsprachlichen Übungstexten auszuprobieren, um so die Sprachabhängigkeit bzw. -unabhängigkeit Ihrer Symbole festzustellen.
Die mündlich vorgetragenen Übungstexte sollen Sie einerseits mit dem Zeitdruck aber auch mit der im Dolmetschen üblichen mündlichen Präsentation von Ausgangstexten konfrontieren. Dadurch werden die Redetexte zunächst schwieriger zu dolmetschen sein. Daher ist es dringend zu empfehlen, zuerst die schriftlichen Übungen zu absolvieren bevor bevor Sie zu den mündlichen Übungen übergehen, da Sie sich sonst ggf. überfordern. Auch hier finden Sie Übungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die Übungstexte entstammen hauptsächlich dem politischen Kontext und können damit schnell veralten. Nichtsdestotrotz sollen sie einen häufig in der Praxis zu findenden Redetyp repräsentieren und werden daher in diesem Lehrmaterial verwendet. Es sei darum gebeten, über diese inhaltliche Problematik hinwegzusehen und die Texte als reines Übungsmaterial zu betrachten.
Ziel der Übungen ist, dass jeder Leser seine individuelle Notizentechnik entwickelt. Daher wurde auch davon abgesehen, in systematischer Art und Weise konkrete Notationsvorschläge anzubieten. An der ein oder anderen Stelle finden Sie einen Notationsvorschlag, den Sie als Anregung verstehen sollten.
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5 Übungen
5.2 Bemerkungen
An dieser Stelle soll noch einmal kurz zusammengefasst werden, worauf Sie bei der Notation und beim anschließenden Üben unbedingt achten sollten.
5.2.1 Was sollte notiert werden?
Wie bereits im Kapitel 3 Notationsprinzipien mehrfach erwähnt, sollte die Notizentechnik nur als Gedächtnisstütze dienen. Die Tendenz, so viel wie möglich mitzunotieren, die oftmals anfangs besteht, sollte nach und nach in ein Zuhören und zusammenfassendes Notieren umgewandelt werden. Wie umfangreich die Notizen sind, hängt unter anderem. von der Gedächtnisleistung und dem Vorwissen des Einzelnen ab. Fest steht jedoch, dass jene Inhalte notiert werden sollten, die schnell vergessen werden können wie bspw. die Struktur des Textes oder charakteristische Details wie Zahlen, Namen oder Daten. Das bloße „Skelett“ des Redetextes sollte als Notat ausreichen, um später bei der Reproduktion „Fleisch und Haut“ hinzufügen zu können (vgl. Ilg/Lambert 1996:78, Seleskovitch/Lederer 1989:45). Kutz spricht in diesem Zusammenhang auch von der kognitiven Gliederung einer Rede, deren Basissachverhalte auf jeden Fall notiert und gegenüber den Einführungssachverhalten im Notat abgegrenzt werden müssen. Wichtig dabei ist, keine Worte zu notieren, sondern die hinter den Worten verborgenen Konzepte festzuhalten (Kutz 2006).
5.2.2 Wann sollte notiert werden?
Es gibt unterschiedliche Meinungen dazu, wann ein Dolmetscher mit seinem Notat anfangen sollte. Sollte er sofort zu Beginn des Gedankens mit dem Notat einsetzen, ohne dessen Ende abzuwarten? Oder sollte er erst nach Abschluss des Gedankens das entsprechende Notat zu Papier bringen, d.h. nachdem der gesamte Sinn des Gedankens erfasst wurde? Andres (2002b:162) spricht in diesem Zusammenhang von „Décalage“, dem Zeitabstand zwischen der akustischen Wahrnehmung und der Darstellung des Gesagten im Notat. Sie stellt fest, dass die Länge des Décalage keine Aussage über die Professionalität des Dolmetschers zulässt und jeder Dolmetscher sein individuelles Décalage herausfinden muss. Herbert (1952a:33f.) empfiehlt besonders Anfängern, schon von Beginn der Rede an zu notieren, da oftmals nicht abzusehen ist, wie lang die Passage sein wird.
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5 Übungen
5.2.3 Wie sollte notiert werden?
Wie notiert werden sollte, zeigen die verschiedenen Autoren in unterschiedlichen Ansätzen, die Ihnen zuvor in den Kapiteln 3 Notationsprinzipien und 4 Notationssymbole vorgestellt wurden. Ob nun wenig Symbole verwendet werden, wie es Rozan vorschlägt oder eine Vielzahl von Symbolen, wie Matyssek rät, obliegt jedem Dolmetscher selbst. Ein einheitlicher Konsens besteht jedoch in der Forderung nach Effizienz und Knappheit der Notation. Das bedeutet, dass möglichst zeitsparend, so kurz und knapp wie möglich und gut lesbar notiert werden sollte (vgl. Andres 2002a:84, Seleskovitch/Lederer 1989:47f.).
5.3 Übungen an schriftlichen Texten
Die folgenden schriftlichen Übungen sollen schrittweise an das Notieren heranführen. Zunächst wird das Notieren anhand von deutschen Texten geübt. Anschließend kommen fremdsprachliche Texte für das Französische und Englische hinzu.
5.3.1 Übungen an deutschen Texten
Die Übungen an deutschen Texten steigern sich langsam in ihrem Schwierigkeitsgrad, beginnend von einzelnen Sinneinheiten über zusammenhängende und komplexere Sinneinheiten bis hin zu kompletten Reden. Je nachdem wie Sie Ihre Leistung einschätzen, können Sie an unterschiedlichen Stellen einsteigen.
5.3.1.1 Notation einzelner Wortgruppen
Aufgabe 1: Notation einzelner Wortgruppen
Die folgende Aufgabe soll das Notieren von Sinneinheiten üben, die in einzelnen, vom Redetext isolierten Wortgruppen dargestellt sind. Die Sinneinheiten entstammen dem politischen und wirtschaftlichen Kontext 21 . Aufgabenstellung:
Entwickeln Sie für jede Wortgruppe einzeln ein Notat. Achten Sie dabei darauf, dass Sie
21 Verfasser unbekannt.
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5 Übungen
keinesfalls einzelne Wörter notieren, sondern den Sinn der Wortgruppe anhand der zuvor vorgestellten Notationsprinzipien, Symbole, Abkürzungen etc. so kurz wie möglich ausdrücken.
5.3.1.2 Notation einzelner Sätze
Aufgabe 2: Notation einzelner Sätze
Die folgende Aufgabe soll das Notieren von zusammenhängenden Sinneinheiten üben, die in Satzform präsentiert werden. Es handelt sich um einzelne Sätze zu verschiedenen politischen Themen 22 . Aufgabenstellung:
Entwickeln Sie für jeden Satz einzeln ein Notat. Achten Sie dabei darauf, dass Sie keinesfalls
22 Verfasserin: Heidemarie von Bergen, IALT, Universität Leipzig.
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5 Übungen
einzelne Wörter notieren, sondern den Sinn des Satzes anhand der zuvor vorgestellten Notationsprinzipien, Symbole, Abkürzungen etc. so kurz wie möglich ausdrücken. Orientieren Sie sich dabei bspw. an den Notationssymbolen von Jäger und Dalitz (1984). Die jeweiligen Teilüberschriften geben Ihnen einen Hinweis, welche Art von Symbolen Sie verwenden können. Hinweis:
Die Lösungsvorschläge für diese Aufgabe „Loesungsvorschlaege_Aufgabe2_HvB.pdf“ befinden sich im Ordner „Ergaenzende Dokumente“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit.
Übung zu Symbolen aus dem Strich
5 Übungen
Übung: Entwicklung, positiv, negativ, Zeitraum
Übung: Welt, Untergang, Entstehung, Einfluss, Solidarität
5.3.1.3 Notation einzelner Abschnitte
Aufgabe 3: Notation einzelner Abschnitte
Die folgende Aufgabe soll das Notieren von ganzen Sinnabschnitten üben. Es handelt sich um Redeabschnitte zu drei unterschiedlichen Themen 23 .
23 Verfasser unbekannt.
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5 Übungen Aufgabenstellung:
Entwickeln Sie für jeden Abschnitt ein Notat. Achten Sie dabei darauf, dass Sie keinesfalls einzelne Wörter notieren, sondern den Sinn des Abschnitts anhand der zuvor vorgestellten Notationsprinzipien, Symbole, Abkürzungen etc. so kurz wie möglich ausdrücken. Vergessen Sie dabei auch nicht die logischen Verbindungen zwischen den Abschnitten, insofern sie vorhanden sind.
5 Übungen
5.3.1.4 Notation einer Musterrede
Aufgabe 4: Notation einer Musterrede
Die folgende Aufgabe soll das Notieren von Standardfloskeln politischer Reden üben. Es handelt sich um eine Musterrede zu einem Staatsbesuch 24 . Aufgabenstellung:
Lesen Sie den Text komplett durch und unterteilen Sie ihn anschließend in Sinnabschnitte. Fassen Sie jeden Sinnabschnitt mit einem Satz oder ein paar Schlagworten zusammen. Entwickeln Sie für jeden Satz oder für jedes Paar an Schlagworten einzeln ein Notat. Achten Sie dabei darauf, dass Sie keinesfalls einzelne Wörter notieren, sondern den Sinn des Satzes bzw. der Schlagworte anhand der zuvor vorgestellten Notationsprinzipien, Symbole, Abkürzungen etc. so kurz wie möglich ausdrücken. Vergessen Sie dabei auch nicht die logischen Verbindungen zwischen den Abschnitten insofern vorhanden.
24 Verfasserin: Heidemarie von Bergen, IALT, Universität Leipzig.
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5 Übungen
Vergleichen Sie evt. Ihre Lösungen mit denen Ihrer Kommilitonen. Sie werden sehen, zu welch unterschiedlichen Ergebnissen sie gekommen sind. Situierung:
Dolmetschsituation: Ansprache eines Staatspräsidenten A bei seiner Ankunft in Land B Thema: Unsere Beziehungen auf ein höheres Niveau anheben Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren,
gestatten Sie mir, Ihnen zunächst meinen Dank auszusprechen, sehr geehrter Herr Präsident, und der Regierung Ihres Landes für Ihre freundliche Einladung zu einem Besuch in Ihrem Land und für die freundlichen Worte, mit denen Sie mich, Herr Präsident, und meine Begleitung empfangen haben.
Für A ist B nicht nur ein großes Land, es ist auch ein unverzichtbarer Freund meines Landes (A).
Es ist immer angenehm und nützlich, gute Freunde zu besuchen.
Wir müssen natürlich auch - und das mit Recht - über die guten Traditionen sprechen, die sich im Laufe der Geschichte zwischen unseren beiden Ländern und unseren Völkern herausgebildet haben, Traditionen der Freundschaft und des gegenseitigen Verstehens, des Austausches kultureller Reichtümer, der Waffenbrüderschaft in den schweren Jahren der beiden Weltkriege.
Ich denke, dass ich nicht übertreibe, wenn ich eine weitere Tradition hinzufüge, die sich unter uns herausgebildet hat, die der regelmäßigen Treffen und Gespräche zwischen den führenden Vertretern von B und von A.
Diese Begegnungen und diese Gespräche haben es uns ermöglicht, die Beziehungen zwischen A und B vom Staub des Kalten Krieges zu befreien und den Weg für eine breite Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern zu ebnen, und dies auf den unterschiedlichsten Gebieten staatlicher und menschlicher Aktivitäten. Werfen wir einen Blick zurück, dann stellen wir fest, dass jeder der Besuche, den die führenden Vertreter von B in A oder von A in B abgestattet haben, den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern einen neuen Aufschwung verliehen haben, sie bereichert und
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gefestigt haben und sie vielfältiger gemacht haben.
Wir sind nach B gekommen mit dem aufrichtigen Wunsch, alles in unseren Kräften stehende zu tun, um die Beziehungen zwischen A und B weiter zu fördern, um sie auf ein noch höheres Niveau zu heben, im Interesse der Beziehungen guter Nachbarschaft und des gegenseitigen Verstehens in Europa, im Interesse des internationalen Friedens. Wir hoffen, dass unser Besuch in diesem uns befreundeten Land B, dass unsere Kontakte mit seinem Volk, dass die Gespräche, die wir mit Ihnen, Herr Präsident, führen werden, dazu beitragen werden.
Im Namen meines Volkes (A), gestatten Sie mir, dem befreundeten Volk B unsere besten Grüße und unsere Wünsche für das Wohlergehen zu übermitteln.
5.3.1.5 Notation von Zahlen
Aufgabe 5: Länder und Jahreszahlen
Die folgende Aufgabe soll das Notieren von Ländern und Jahreszahlen üben. Es handelt sich um keine Rede, sondern um einen informativen Text: „Fakten und Zahlen über Europa und die Europäer - Die Europäische Union - ein immer größere Familie“ 25 . Aufgabenstellung:
Rekapitulieren Sie nochmals die Möglichkeiten zur Abkürzung von Länderbezeichnungen sowie Zahlen (z.B. Jäger/Dalitz 1984, Matyssek 1989, Werner 2008). Versuchen Sie anschließend ein für Sie schlüssiges Notat des folgenden Textes zu erstellen. Am Anfang der EU standen in den 50er Jahren die „Europäischen Gemeinschaften“, die sechs Mitgliedstaaten umfassten: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Sie fanden sich in einer neuartigen Weise zusammen, um ihre gemeinsamen Interessen zu vertreten, die sich im Wesentlichen auf eine wirtschaftliche Integration gründeten. 1973 schlossen sich Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich, 1981 Griechenland, 1986 Spanien und Portugal an. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands kamen 1990 die ostdeutschen Bundesländer hinzu.
25 Quelle: http://europa.eu/abc/keyfigures/growingfamily/index_de.htm, Abruf am 05.06.2008
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5 Übungen
Mit einem neuen Vertrag wurden 1992 neue Befugnisse und Zuständigkeiten auf die Organe der Gemeinschaft übertragen und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der Mitgliedstaaten eingeführt: Dies war die Geburtsstunde der Europäischen Union. 1995 traten dann Österreich, Finnland und Schweden der EU bei. Mit der Erweiterung im Jahr 2004 stießen Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern hinzu, im Jahr 2007 gefolgt von Bulgarien und Rumänien. Drei Kandidatenländer, nämlich Kroatien, die Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, haben sich ebenfalls um die Mitgliedschaft beworben. (...)
Aufgabe 6: Demografischer Wandel
Die folgende Aufgabe soll das Notieren von Zahlen und deren Bezugspunkte üben, was häufig in Reden zum demographischen Wandel vorkommt. Aufgabenstellung:
Rekapitulieren Sie nochmals die Möglichkeiten zur Abkürzung von Zahlen sowie die Verwendung von Pfeilen (z.B. Jäger/Dalitz 1984, Matyssek 1989, Werner 2008). Versuchen Sie anschließend ein für Sie schlüssiges Notat des folgenden Textes zu erstellen. Situierung:
Es handelt sich um einen Auszug aus der Rede von Clemens Appel, Chef der Staatskanzlei, Land Brandenburg, auf der 12. Fachtagung des Kommunalwissenschaftlichen Instituts der Universität Potsdam mit dem Thema „Demografischer Wandel - Herausforderungen für Politik und Verwaltung“ 26 . (...)
Lassen Sie mich aber zunächst die wichtigsten Fakten ins Gedächtnis rufen: • Für die „einfach Reproduktion der Bevölkerung“ - wie Fachleute dies etwas hölzern ausdrücken - ist statistisch gesehen - eine Geburtenrate von 2,1 Kindern je Frau erforderlich. Dieser Wert wurde auf dem Gebiet des Landes Brandenburg letztmalig im
26 Quelle: http://www.stk.brandenburg.de/cms/detail.php?id=276069, Abruf am 05.06.2008
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5 Übungen Jahr 1970 erreicht.
• Nach der Wende ging die Geburtenrate in den neuen Ländern dramatisch zurück und sank auf 0,75 - den niedrigsten Wert, der weltweit je gemessen wurde. 1993 lag die Geburtenrate um 60% niedriger als 13 Jahre zuvor.
• Nun der Blick in die Zukunft: Im Jahr 2030 werden in Brandenburg rund 225.000 Menschen weniger leben als heute - das ist das Ergebnis der neuen Bevölkerungsprognose für Brandenburg, die vor 10 Tagen veröffentlicht wurde.
• Ist heute fast jeder fünfte Brandenburger im Rentenalter, so wird es 2030 bereits jeder dritte sein. (...)
Aufgabe 7: Wirtschaft und Handel
Die folgende Aufgabe soll das Notieren von Wirtschaftsdaten üben. Es handelt sich um keine Rede, sondern um einen informativen Text: „Fakten und Zahlen über Europa und die Europäer - Die Europäische Union - Wirtschaft und Handel“ 27 . Aufgabenstellung:
Rekapitulieren Sie nochmals die Möglichkeiten zur Abkürzung von Zahlen sowie die Verwendung von Pfeilen (z.B. Matyssek 1989, Werner 2008, Stoll 2007). Versuchen Sie anschließend ein für Sie schlüssiges Notat des folgenden Textes zu erstellen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU, d. h. die Erzeugung von Waren und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft, wächst ständig. Seit dem Beitritt neuer Mitgliedsstaaten im Jahre 2004 liegt das BIP der EU über dem der Vereinigten Staaten.
In allen EU-Mitgliedstaaten entfallen über 60% des BIP auf den Dienstleistungssektor (Banken, Fremdenverkehr, Transport und Versicherungen).
Das BIP der EU nimmt zwar stetig zu, aber es verzeichnet ein langsameres Wachstum als das der Vereinigten Staaten, steigt jedoch schneller als das Japans.
Obwohl in der EU nur 7% der Weltbevölkerung leben, erwirtschaftet sie rund ein Fünftel der weltweiten Ein- und Ausfuhren.
27 Quelle: http://europa.eu/abc/keyfigures/tradeandeconomy/index_de.htm, Abruf am 05.06.2008
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5 Übungen
Zwei Drittel des gesamten EU-Handels entfallen auf den Handel zwischen den EU-Mitgliedstaaten, wenn auch hinsichtlich des Umfangs gewisse Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten bestehen.
Die EU ist der größte Exporteur der Welt und der zweitgrößte Importeur. Die USA sind der wichtigste Handelspartner der EU, gefolgt von China. Im Jahre 2005 verzeichnete die EU 18,1% der Weltexporte und 18,9% der Weltimporte. (...)
5.3.1.6 Notation einer Rede & Reproduktion
Aufgabe 8: Eröffnungsrede
Die folgende Aufgabe soll das Notieren von Standardfloskeln sowie die Automatisierung von Redewendungen üben. Es handelt sich um eine Eröffnungsrede, die so oder in ähnlicher Form bei Konferenzen und Kongressen gehalten wird 28 . Aufgabenstellung:
Fertigen Sie unter Berücksichtigung der zuvor vorgestellten Notationsprinzipien und Symbolvorschläge ein Notat der folgenden Eröffnungsrede an. Achten Sie dabei besonders auf die Anrede, Namen sowie Daten. Versuchen Sie anschließend ihr Notat wiederzulesen und anhand dessen eine Rede auf Deutsch (oder für Fortgeschrittene auf einer Fremdsprache) zu verfassen. Situierung:
Dolmetschsituation: Eröffnungsrede zu einer Konferenz an der Universität Leipzig Thema: Willkommenheißen der Gäste, kurzer Überblick über das Konferenzprogramm, Eröffnung der Konferenz Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Vorsitzender,
28 Verfasserin: Anne-Kathrin D. Ende, IALT, Universität Leipzig.
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5 Übungen sehr geehrte Frau Vorsitzende, hochverehrte Gäste,
im Namen des Präsidenten und in meinem eigenen Namen möchte ich Sie ganz herzlich an der Universität Leipzig willkommen heißen.
Wir freuen uns ganz besonders Herrn Krumm, den Vertreter der Krumm-Stiftung, hier begrüßen zu können.
Es ist mir auch eine große Ehre den Ministerpräsidenten zu begrüßen. Mein persönlicher Dank gilt der Universität Leipzig. Am heutigen Vormittag werden wir die Vorträge von drei Rednern hören. Vorab möchte ich Ihnen noch den Ablauf des heutigen Konferenztages erläutern. Die Vorträge werden in der Vormittagssitzung in der Zeit von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr gehalten.
Danach gibt es eine Stunde Mittagspause.
Die Sitzungen am Nachmittag finden von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr statt. Jeder Redner hat 20 Minuten Zeit für seinen Vortrag.
Drei Minuten vor Ablauf der 20 Minuten werde ich dem Redner ein Zeichen geben. Eine Minute nach Ablauf der 20 Minuten werde ich den nächsten Redner aufrufen. Ich bitte Sie, sich an Ihre Redezeit zu halten, da wir noch Zeit für anschließende Diskussionen haben wollen.
Jeder von Ihnen findet auch eine Kopie der Tagesordnung in Ihren Unterlagen. Wir hoffen aufrichtig, dass die Teilnehmer dieser Konferenz nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht profitieren, sondern auch einen angenehmen Aufenthalt haben werden. Ich erkläre die Konferenz für eröffnet. Ich wünsche allen viel Erfolg!
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5.3.2 Übungen an fremdsprachlichen Texten
Die Übung an fremdsprachlichen Texten soll Sie mit der Sprachabhängigkeit bzw. -unabhängigkeit Ihres Notats konfrontieren. Im Folgenden finden Sie zwei Übungstexte für das Französische und das Englische.
5.3.2.1 Übung an einem französischen Text
Aufgabe 9: Notation einer Musterrede auf Französisch
Die folgende Aufgabe soll das Notieren eines französischen Redetextes üben. Es handelt sich bei der Rede um die französische Übersetzung der Musterrede aus Aufgabe 4 29 . Aufgabenstellung:
Fertigen Sie unter Berücksichtigung der zu vorgestellten Notationsprinzipien und Symbolvorschläge ein Notat der folgenden Musterrede an.
Vergleichen Sie Ihr Notat mit jenem, welches Sie von der deutschen Version des Textes angefertigt haben. Kristallisieren Sie jene Zeichen heraus, die sich verändert haben. Falls diese das Wiederlesen des Notates erschweren, finden Sie neue, sprachunabhängige Symbole (vgl. dazu Matyssek 1989). Situierung:
Dolmetschsituation: L’allocution prononcée par A à son arrivée au palais du président du pays B
Thema: Elever les rapports à un niveau plus élevé Monsieur le Président, mesdames, messieurs,
Permettez-moi tout d’abord de remercier M. le Président et le gouvernement de leur aimable invitation à venir visiter leur pays et des chaleureuses paroles avec lesquelles M. le Président nous a accueillis, mes compagnons et moi.
Pour (les) A la B n’est pas seulement un grand pays, c’est aussi un puissant ami de A. Or il est toujours agréable et utile de se rendre chez de bons amis. Il est de rigueur de parler - et
29 Verfasserin: Heidemarie von Bergen, IALT, Universität Leipzig.
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avec raison - des bonnes traditions qui se sont forgées au cours de l’histoire entre nos pays et nos peuples, traditions d’amitié et de compréhension mutuelle, d’échanges de richesses culturelles, de fraternité d’armes dans les dures années des deux guerres mondiales. Je pense qu’il ne sera pas exagéré de leur joindre une tradition supplémentaire, qui s’est formée sous nos yeux, celle des rencontres et des entretiens réguliers entre les dirigeants de B et de A.
Ces rencontres et ces entretiens ont permis de nettoyer les relations de la poussière de la «guerre froide», de frayer hardiment la voie d’une large coopération entre nos deux pays dans les domaines les plus divers de l’activité de l’Etat et des hommes. Si l’on jette un coup d’œil en arrière, on remarque aisément que chacune des visites que les dirigeants de B ont effectuées en A, a donné une nouvelle impulsion aux rapports A-B, les a enrichis, diversifiés, consolidés.
Nous sommes arrivés en B avec le désir sincère de faire tout ce qui est possible pour continuer à promouvoir les rapports A-B, pour les élever à un niveau encore plus élevé, dans l’intérêt des relations de bon voisinage et de la compréhension mutuelle en Europe, dans l’intérêt de la paix internationale.
Nous voudrions croire que notre visite en ce pays ami qu’est B, que nos contacts avec son peuple, les entretiens que nous allons avoir avec vous, M. le Président, permettront d’y parvenir.
Au nom du peuple A, permettez-moi de transmettre notre salut cordial et nos vœux de prospérité au peuple ami B.
5.3.2.2 Übung an einem englischen Text
Aufgabe 10: Eröffnungsrede Englisch
Die folgende Aufgabe soll das Notieren eines englischen Redetextes üben. Es handelt sich um einen Auszug aus der Eröffnungsrede von Alejo Vidal-Quadras beim „Youth Summit for tomorrow's Europe“ in Rom.
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5 Übungen Aufgabenstellung:
Fertigen Sie unter Berücksichtigung der zuvor vorgestellten Notationsprinzipien und Symbolvorschläge ein Notat der folgenden Eröffnungsrede an. Orientieren Sie sich dabei nicht an der Satzstruktur, sondern filtern Sie den Sinn des Gesagten heraus. Vergleichen Sie Ihr Notat mit jenem, welches Sie von der deutschen Version einer Eröffnungsrede in Aufgabe 8 angefertigt haben. Kristallisieren Sie jene Zeichen heraus, die sich verändert haben. Falls diese das Wiederlesen des Notates erschweren, finden Sie neue, sprachunabhängige Symbole (vgl. dazu Matyssek 1989). Situierung:
Dolmetschsituation: opening ceremony of the Youth Summit for tomorrow's Europe, 24 March 2007, University Rome Tre, speech by Alejo Vidal-Quadras, Vice-President of the European Parliament Thema: opening of the summit Ladies and Gentlemen!
It is really a great pleasure and an honor to be here with you, the young citizens of Europe, at the opening of this summit which will allow you to express your views, concerns and hopes for the future of your continent.
Allow me just to take a minute to thank the Prime Minister, Mr. Romano Prodi, for welcoming the young people of Europe to this country, as well as to express my gratitude to the Rector of University Roma Tre for providing this beautiful venue and very friendly reception. When I received the invitation to attend the Youth Summit, I was very pleased to see, first, that the young people of Europe had decided to celebrate the 50 th anniversary of the founding treaties of the European Union by getting together to contribute to the development of a more structured dialogue between European institutions and civil society, and, second, that they were to do so at such a symbolic moment and in this historical city. After all, Rome is the place where 50 years ago the treaties establishing the European Economic Community and EURATOM were signed by the representatives of France, Germany, Italy, Belgium, the Netherlands and Luxembourg.
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5 Übungen (...)
Young people of Europe! - seeing so many of you gathered here today I am confident that the vision and aspirations that were laid down by the founding fathers 50 years ago are in good hands and that the idea of an united Europe is as strong as ever. (...)
We need you to build on and develop a common European identity. (...)
Young citizens of Europe, you face, I know, a long day today which will continue into the evening with a programme of celebrations to be held in the universities in Rome. Colleagues of mine from the European Parliament will be joining you at these events. Tomorrow, you hand over your declaration to the European institutions. It will be a text that we in the European Parliament will take very seriously and study very closely. I am sure we will not be disappointed.
Let me wish you a successful and enjoyable stay here in Rome. Good luck! Thank you very much.
5.4 Übungen an auditiven Texten
Die auditiven Übungen sollen nun die Umsetzung eines gehörten Redetextes in ein Notat trainieren. Daraus ergibt sich die Herausforderung, unter Zeitdruck und ohne visuellen Eindruck den Inhalt eines Redetextes aufzunehmen und in ein entsprechendes Notat umzuformen. Um eine Überforderung zu vermeiden, sollten Sie zuvor die Grundzüge der Notizentechnik verinnerlicht haben, wie sie im Abschnitt 5.3 Übungen an schriftlichen Texten geübt wurden.
Auch hier wird zunächst an deutschen Redetexten geübt, bevor ein französischer und englischer Text präsentiert werden.
Die entsprechend angegebenen Audio-Dateien befinden sich im Ordner „Audiodateien“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit.
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5 Übungen
5.4.1 Übungen an deutschen Texten
Der Schwierigkeitsgrad der deutschen Texte wird zum Einen durch das Redetempo und zum Anderen durch das Thema der Rede bestimmt. Die Redetexte können in drei Schwierigkeitsstufen eingeteilt werden: Übungen für Anfänger, für Erfahrene und für Fortgeschrittene.
Die Texte für Anfänger werden sehr langsam gesprochen und beinhalten ein allgemeines Thema.
Die Texte für Erfahrene werden schneller gesprochen und beinhalten ein spezielleres Thema. Die Texte für Fortgeschrittene sind Redetexte in Originaltempo zu komplexen Inhalten, die sich jedoch auch aus dem Allgemeinwissen oder durch kurze thematische Recherche erschließen lassen. Die Übung an Fachtexten wird dem Präsenzunterricht überlassen. Weiterhin ist eine Reproduktion der Redetexte anzuraten, um die Wirkung der Notation festzustellen. Ob die Reden jedoch auf Deutsch oder einer Fremdsprache reproduziert werden, sei jedem selbst überlassen. Eine Reproduktion in der Fremdsprache stellt eine weitere Steigerung des Schwierigkeitsgrades dar.
5.4.1.1 Übungen für Anfänger
Aufgabe 11: Musterrede
Die folgende Aufgabe soll das Hörverstehen und Notieren einer mustergültigen Rede üben. Es handelt sich dabei um die Rede aus Aufgabe 4. Sie ist in zwei Teile zu jeweils ca. zwei Minuten Rededauer unterteilt. Aufgabenstellung:
Hören Sie sich jeden Teil einzeln an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen Sie nach jedem Teil die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie anschließend Ihr Notat mit jenem aus Aufgabe 4 und dem Transkript. Analysieren Sie, welche Zeichen und Abkürzungen Sie bereits völlig verinnerlicht haben und welche nicht und korrigieren Sie sie, wenn nötig.
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5 Übungen Situierung:
Dolmetschsituation: Ansprache eines Staatspräsidenten A bei seiner Ankunft in Land B Thema: Unsere Beziehungen auf ein höheres Niveau anheben Audio-Dateien: Musterrede_I.WAV Musterrede_II.WAV Transkript:
siehe Aufgabe 4. Zur besseren Verständlichkeit wurde für Land A „Deutschland“ und für Land B „Frankreich“ eingefügt.
Aufgabe 12: Eröffnungsrede
Die folgende Aufgabe soll das Hörverstehen und das Notieren eines zusammenhängenden Redetextes üben. Es handelt sich um eine gekürzte Version der Eröffnungsrede Angela Merkels bei der Internationalen Grünen Woche 2007 30 . Sie ist in vier Teile zu jeweils ca. zwei Minuten Rededauer unterteilt. Aufgabenstellung:
Hören Sie sich jeden Teil einzeln an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen Sie nach jedem Teil die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie anschließend Ihr Notat mit dem Transkript der Rede und korrigieren Sie es, wenn nötig. Situierung:
Dolmetschsituation:Eröffnungsveranstaltung der Internationalen Grünen Woche 2007 am 18. Januar 2007 in Berlin, Eröffnungsrede Angela Merkels 31
Thema: Feierliche Eröffnung der internationalen Landwirtschaftsmesse Grüne Woche 2007 Audio-Dateien: Merkel_GrüneWoche_I.WAV
30 Quelle: http://www.bundeskanzlerin.de/nn_5296/Content/DE/Rede/2007/01/2007-01-18-bkin-gruene-
woche.html, Abruf am 19.06.2008.
31 Hinweis: Deutschland hatte zu diesem Zeitpunkt den Vorsitz des Rates der Europäischen Union inne.
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5 Übungen Merkel_GrüneWoche_II.WAV Merkel_GrüneWoche_III.WAV Merkel_GrüneWoche_IV.WAV Transkript: Teil1:
Sehr geehrter Herr Kommissionspräsident, lieber José Manuel Barroso, sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Wowereit, sehr geehrter Herr Präsident Sonnleitner, sehr geehrter Herr Kollege Seehofer, sehr geehrte Minister, liebe Gäste,
meine sehr verehrten Damen und Herren, vor allem liebe Bäuerinnen und Bauern,
ich freue mich, dass ich nach vielen Besuchen - wie Herr Präsident Sonnleitner bereits gesagt hat - in diesem Jahr die Grüne Woche gemeinsam mit Ihnen eröffnen darf. Die Grüne Woche ist eine ganz besondere Messe oder Ausstellung - das wissen alle, die mit der Berliner Messe zu tun haben. Sie ist etwas, was mit Emotionen verbunden ist, etwas, wo sich die Landwirtschaft präsentiert, wo sich die Forstwirtschaft und die Ernährungswirtschaft präsentieren. Sie ist etwas zum Anfassen - wenn man auf den Bauernhof geht, kann man sogar etwas riechen - und sie ist etwas, woran Kinder und Erwachsene gleichermaßen Freude haben. (...) Teil2:
Meine Damen und Herren! Es ist für uns eine große Ehre, dass heute so viele Gäste aus den europäischen Mitgliedsstaaten anwesend sind, wir als Ratspräsidentschaft sie als Gäste willkommen heißen dürfen und auf dieser internationalen Schau auch ein Stück Europäische Union präsentieren können. Deshalb möchte ich dem Präsidenten der Europäischen Kommission noch einmal ganz herzlich danken: Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie hier
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5 Übungen
sind. Ich möchte an dieser Stelle auch die Kommissarin, Frau Fischer Boel, noch einmal ganz herzlich begrüßen. Wir wissen, dass die Kommission bei allen Notwendigkeiten zur Umstrukturierung ein weites Herz für die Landwirtschaft hat.
Das Motto dieser Eröffnungsveranstaltung lautet "Europas Regionen - fit für die Zukunft". Europa ist vielfältig. Deshalb ist es auch immer wieder wichtig, die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Regionen zu berücksichtigen. Aber es gibt Gemeinsamkeiten. Eine dieser Gemeinsamkeiten ist von Herrn Präsidenten Sonnleitner schon angesprochen worden. Ich möchte ein Dankeschön an die Kommissarin, Frau Fischer Boel, richten und sagen: Wir brauchen Regeln in der Landwirtschaft, müssen aber darauf achten, dass diese Regeln so ausgestaltet sind, dass sie auch für die Bauern praktikabel sind, so dass ihnen die Lust auf die Inanspruchnahme von Fördermitteln nicht vergeht, sondern die Beantragung und die Kontrolle auf vernünftige Art und Weise geregelt sind. (...) Teil3:
Meine Damen und Herren! Über die neuen Perspektiven der Landwirtschaft ist heute schon gesprochen worden. Wir haben zum ersten Mal mehr Optimismus in der Landwirtschaft und haben fast seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder mehr junge Menschen, die sich für Berufe in der Landwirtschaft entscheiden. Wir wissen ganz genau, dass gerade die Entscheidung junger Menschen, wohin sie ihr beruflicher Weg führen soll - ich habe über Jahre viele Diskussionen mit Vertretern der Landjugend geführt -, immer mit der Sorge verbunden ist: Ist es für einen jungen Menschen noch sinnvoll, einen Beruf zu erlernen, der ihn später in die Landwirtschaft bringt? Wir wissen, dass solche Entscheidungen nach der Zukunftsperspektive gefällt werden. Ich glaube, hier hat sich unglaublich viel getan.
Es gibt auf der einen Seite das, was wir als die traditionelle Landwirtschaft kennen. Ich bin sehr froh, dass wir jetzt sagen können: Wir spielen nicht mehr die ökologische gegen die konventionelle Landwirtschaft aus. Diese Phase haben wir überwunden. Wir haben mit dem Thema Energie ein völlig neues Betätigungsfeld. Man darf diese Dimension nicht unterschätzen. Wir haben die Windenergie und wissen über die Konflikte, die dort bestehen. Über die nachwachsenden Rohstoffe, über die Biokraftstoffe, über Biogas, über die Möglichkeiten der Stromerzeugung hat sich ein Fenster geöffnet, das nach meiner festen Überzeugung eine wichtige Säule der Landwirtschaft werden wird. (...)
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5 Übungen Teil4:
Meine Damen und Herren! Wir haben ökonomische Perspektiven für die Landwirtschaft und wir haben viele Emotionen für die Landwirtschaft. Deshalb weiß ich, dass die Menschen, die zur Grünen Woche kommen werden, mit großem Interesse, mit großen Augen, mit einem wachen Gaumen und viel Engagement hierher kommen.
Ich wünsche der Internationalen Grünen Woche, dass sie eine Schau ist, die uns die Augen für andere Länder, für andere Regionen öffnet, für das, was dort angebaut, was dort hergestellt wird, und dass sie auch ein Schaufenster, eine Visitenkarte dessen ist, was wir in Deutschland können. Wir brauchen uns nicht zu verstecken, sondern können vieles vorzeigen. Ich wünsche mir, dass viele neue Kontakte geknüpft werden, dass Europa weiter zusammenwächst. Ich danke all denen, die bereit sind, auf dieser Grünen Woche zu zeigen, was sie können: Den Bundesländern, die alle hier vertreten sind, den Ländern der Europäischen Union, die sich viel Mühe gemacht haben, denen, die als Gäste aus Ländern außerhalb der Europäischen Union hier sind.
Es soll ein Fest der Freundschaft, des gegenseitigen Kennenlernens, des Zusammenwachsens sein. In diesem Sinne darf ich sagen: Die Internationale Grüne Woche 2007 ist hiermit eröffnet.
5.4.1.2 Übungen für Erfahrene
Aufgabe 13: Zahlenverständnis Deutsch
Die folgende Aufgabe soll das Hörverstehen und Notieren von Zahlen üben. Es handelt sich um eine Rede zur Europäischen Union 32 . Sie ist in vier Teile zu jeweils ca. zwei Minuten Rededauer unterteilt. Aufgabenstellung:
Hören Sie sich jeden Teil einzeln an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen Sie nach jedem Teil die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie anschließend Ihr Notat mit dem Transkript der Rede und korrigieren Sie es, wenn nötig.
32 Verfasserin: Anne-Kathrin D. Ende, IALT, Universität Leipzig.
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5 Übungen Hinweis:
Ein Vorschlag für eine Notation dieser Rede „Notationsvorschlag_Aufgabe13_AKE.pdf“ befindet sich sich im Ordner „Ergaenzende Dokumente“ auf der mitgelieferten CD-ROM zum ersten Teil der Diplomarbeit. Situierung:
Dolmetschsituation: Präsentation zur Europäischen Union auf einer Konferenz Thema: Zahlen und Fakten zur Europäischen Union Audio-Dateien: Zahlenübung_I.WAV Zahlenübung_II.WAV Zahlenübung_III.WAV Zahlenübung_IV.WAV Transkript: Teil1:
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich möchte Ihnen einen kurzen Überblick über die Europäische Union im allgemeinen und über einige Mitgliedsstaaten im besonderen geben. Ich möchte zunächst mit einem allgemeinen Überblick beginnen.
Die Europäische Union umfasst mit ihren 15 Mitgliedstaaten (bis zum Mai 2004) ein Gebiet, das ungefähr einem Drittel der Fläche der USA entspricht. Bei der Bevölkerungszahl liegt sie nach China und Indien weltweit an dritter Stelle und stellt rund 6% der gesamten Weltbevölkerung.
Die Geburtenraten in der EU gehen zurück, während die Europäer gleichzeitig länger leben. Diese Trends haben bedeutende Auswirkungen für die Zukunft.
Wird die Bevölkerung der EU in den nächsten 50 Jahren wachsen oder schrumpfen? Es gibt unterschiedliche Prognosen: Einem Szenario zufolge erreicht die Bevölkerungszahl 2023 den Höchststand und kehrt dann bis 2050 wieder auf das derzeitige Niveau zurück.
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5 Übungen
Wie bereits gesagt, die Geburtenraten sind in Europa zurückgegangen, so dass es immer weniger Jugendliche gibt. Die Europäer leben aber auch länger. 1960 geborene Personen können damit rechnen, etwa 67 Jahre (Männer) bzw. 73 Jahre (Frauen) alt zu werden. Im Jahr 2000 geborene Personen werden voraussichtlich viel länger leben, nämlich mehr als 75 Jahre (Männer) bzw. 81 Jahre (Frauen) alt werden. Teil2:
Mit ihren 15 Mitgliedstaaten - bis zum Mai 2004 - erstreckt sich die Europäische Union auf ein Gebiet von über drei Millionen Quadratkilometer. Die Größe der einzelnen Länder variiert sehr stark - von Frankreich (dem größten Staat) bis Luxemburg (dem kleinsten Staat).
Betrachtet man die EU auf einer Weltkarte, so stellt man fest, dass sie nicht riesig ist. Sie verfügt allerdings nach China und Indien über die drittgrößte Bevölkerung. Die Vereinigten Staaten haben zwar eine beinahe dreimal so große Fläche, aber weniger Einwohner als die EU.
Der Anteil der Industriestaaten an der gesamten Weltbevölkerung sinkt stetig, während der Anteil der weniger entwickelten Länder zunimmt. Dies gibt Anlass zu echter Sorge und ist einer der Gründe, aus denen die EU beabsichtigt, ihre Anstrengungen zur Förderung der weltweiten Entwicklung fortzusetzen. Sie liegt bei der Bereitstellung von Entwicklungshilfe bereits jetzt weltweit an erster Stelle. Teil3:
Die Bevölkerungsdichte in der EU ist mehr als viermal so hoch wie in den Vereinigten Staaten und rund vierzigmal so hoch wie in Kanada, erreicht aber nur ungefähr ein Drittel des Werts für Japan. Von der Bevölkerungsdichte geht eine Belastung für die Umwelt und die natürlichen Ressourcen aus, was einer der Gründe ist, aus denen die nachhaltige Entwicklung für die EU heute zu den obersten Prioritäten zählt. In den letzten Jahren kam es in der EU zu einer raschen Zunahme der Mobiltelefone. 1990 benutzte nur etwa eine von hundert Personen ein Handy; im Jahr 2002 nutzten schon mehr als 78% und 2003 sogar 80% der Europäer diese Technologie. In diesem Bereich liegt die EU sowohl vor den Vereinigten Staaten als auch vor Japan - zum Teil aufgrund der Spitzenstellung europäischer Länder bei der Produktion von Mobiltelefonen.
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5 Übungen Teil4:
Insgesamt gingen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) im Zeitraum 1990-2000 in der EU langsam zurück, so dass Europa gegen Ende des Jahrzehnts immer mehr hinter die Vereinigten Staaten und Japan zurück fiel. Da FuE, insbesondere im Bereich neuer Technologien, jedoch der Schlüssel zu Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen in der Zukunft ist, zielt die neue Strategie der EU (seit 2000) auf viel höhere Investitionen in die Forschung ab. 2001 waren die FuE-Ausgaben der EU schon wieder auf 1,98% des BIP gestiegen.
Aufgabe 14: Rede zum Thema Regenwald
Die folgende Aufgabe soll das Hörverstehen und Notieren eines Redetextes zu einem speziellen Thema üben. Es handelt sich um eine gekürzte Version der Rede von Staatsminister Erler auf dem Symposium „Deutschland und die Wälder Amazoniens“ am 20. Mai 2006 an der Universität Freiburg 33 . Sie ist in vier Teile zu jeweils ca. zwei Minuten Rededauer unterteilt. Aufgabenstellung:
Hören Sie sich jeden Teil einzeln an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen Sie nach jedem Teil die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie anschließend Ihr Notat mit dem Transkript der Rede und korrigieren Sie es, wenn nötig. Situierung:
Dolmetschsituation: Vortrag von Staatsminister Erler auf dem Symposium „Deutschland und die Wälder Amazoniens“, 20. Mai 2006, Universität Freiburg Thema: Die Rolle Deutschlands beim Schutz des Regenwaldes Audio-Dateien: Regenwald_I.WAV Regenwald_II.WAV Regenwald_III.WAV
33 Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Infoservice/Presse/Reden/2006/060520-
ErlerRegenwald.html, Abruf am 19.06.2008
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5 Übungen Regenwald_IV.WAV Transkript: Teil1:
Jahr für Jahr werden weltweit 15 Millionen Hektar Wald von Menschenhand zerstört - das entspricht immerhin einem Drittel der Fläche Deutschlands. Anzeichen für eine Trendwende sind nicht in Sicht. Am stärksten betroffen sind die tropischen Regenwälder. Ihre Fläche hat sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts mehr als halbiert. Die dramatischen Folgen sind bereits jetzt deutlich spürbar.
Regenwälder bergen mit Abstand die größte Artenvielfalt auf der Erde. Nur ein kleines Beispiel: auf einem Hektar Regenwald gedeihen mehr als 500 verschiedene Baumarten, rund zehnmal mehr als in allen europäischen Wäldern. Die Zerstörung des Regenwaldes ist der wesentliche Grund für den rasanten und steigenden weltweiten Verlust der Biodiversität. Über 40% aller bekannten Tier- und Pflanzenarten sind derzeit akut vom Aussterben bedroht - ein unwiederbringlicher Verlust! Neuaufforstungen oder gar Plantagen sind kein Ersatz für artenreiche Naturwälder. (...) Teil2:
Urwaldschutz am Amazonas - was geht das Deutschland, was geht das die internationale Gemeinschaft an? Die Antwort lautet: Umweltprobleme machen nicht an Grenzen halt. Gerade die Folgen der Waldzerstörung im Amazonas haben längst weltweite Ausmaße angenommen. Diesen müssen wir uns stellen - gerade als reiches Industrieland und wichtiger Abnehmer der Amazonas-Produkte. Deutschland versucht, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
Der Tropenwaldschutz hat hohe Priorität in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit und internationalen Umweltpolitik Deutschlands. Mit jährlich 125 Millionen Euro ist die Bundesregierung einer der größten bilateralen Geber im Waldsektor. Wichtiger Schwerpunkt der deutschen Wald-Entwicklungszusammenarbeit ist dabei Brasilien. Hier engagiert sich Deutschland vor allem im Rahmen des internationalen Pilotprogrammes zum Schutz der brasilianischen Tropenwälder, des so genannten "PP G7". Dieses auf Initiative Deutschlands auf dem G7-Gipfel 1990 ins Leben gerufene Projekt ist das weltweit umfangreichste multilaterale Schutzprogramm für den tropischen Regenwald. Mit einem Beitrag von
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insgesamt 300 Millionen Euro oder 45% der Gesamtkosten ist Deutschland der größte Geber für Brasiliens Wälder. Damit ist das "PP G7" gleichzeitig das größte Projekt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. (...) Teil3:
Die brasilianische Regierung (...) hat seit Ende der 90er verstärkt Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung des Regenwaldes ergriffen. (...) Der Ende 2004 implementierte "Plan zur Vorbeugung und Kontrolle der Entwaldung" geht direkt auf den "PP G7"-Prozeß zurück. Er führt u.a. effektivere Aufsichtsmaßnahmen - insbesondere im Einzugsbereich von Bundesstraßen - ein. Verstöße werden mit empfindlichen Strafen sanktioniert. Gleichzeitig sieht der Plan die Schaffung zusätzlicher Schutzgebiete und die Demarkierung von Indianerterritorien vor. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die brasilianische Bevölkerung die Anliegen des Waldschutzes mehrheitlich unterstützt. Erste Fortschritte sind erkennbar: nach Angaben brasilianischer Regierungsstellen ist die Entwaldung in den Jahren 2004 und 2005 gegenüber 2002/2003 um 31% zurückgegangen. Zu einem Teil ist dies (...) wohl auch auf den Verfall des Sojapreises zurückzuführen, der die Schaffung weiterer Anbauflächen unrentabel machte. Dennoch: ein Anfang ist gemacht - von einer Trendwende kann man angesichts der weiterhin dramatischen Abholzung im Amazonas aber noch nicht sprechen. Viel wird davon abhängen, ob die brasilianische Regierung in ihrem bisherigen Engagement zugunsten der Erhaltung des Regenwaldes fortfährt. Teil4:
Viel hängt jedoch auch von der Bereitschaft der Staatengemeinschaft ab, überzeugende und wirkungsvolle Lösungen zur Walderhaltung auf internationaler Ebene zu finden. (...) Bedauerlicherweise hat der Wald bis heute als einziges großes Thema der Rio-Umweltkonferenz von 1992 noch kein internationales Rechtsinstrument zu seinem Schutz. Die auf viele verschiedene internationale Foren verteilte Behandlung des Waldes führte bisher nur zu nicht-bindenden Empfehlungen. Nach wie vor setzt sich Deutschland gemeinsam mit der Europäischen Union für eine substantielle Stärkung des derzeit laufenden UN-Waldforums ein. Langfristig wollen wir ein bindendes Rechtsinstrument vergleichbar der Klimarahmenkonvention - das geeignetste Mittel für einen effektiven Waldschutz. Nicht zuletzt Brasilien als wichtigstes Waldland hat sich einer solchen Option jedoch bisher
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mit Hinweis auf seine souveränen Rechte widersetzt. Das ist aus deutscher Sicht sehr enttäuschend. Beim 6. UN-Waldforum im Februar dieses Jahres in New York wurde immerhin nun als Kompromiss beschlossen, bis 2007 zunächst ein völkerrechtlich nicht verbindliches Instrument zum Schutz des Waldes auszuhandeln. Es wird nun entscheidend vom Amazonasland Brasilien abhängen, ob dennoch eine inhaltlich robuste Vereinbarung getroffen wird, der es gelingt, den richtigen Weg hin zu einem Stopp der weltweiten Tropenwaldabholzung zu weisen. Vielen Dank.
5.4.1.3 Übungen für Fortgeschrittene
Aufgabe 15: Rede im Europäischen Parlament
Die folgende Aufgabe soll das Hörverstehen und Notieren einer längeren Passage eines Redetextes in Originalsprechtempo üben. Es handelt sich um einen Auszug aus der Originalversion der Rede Angela Merkels im Europäischen Parlament am 17. Januar 2007 34 . Sie besteht aus einem Teil von ca. sechs Minuten Rededauer. Aufgabenstellung:
Hören Sie sich die Rede an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen Sie anschließend die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie danach Ihr Notat mit dem Transkript der Rede und korrigieren Sie es, wenn nötig. Situierung:
Dolmetschsituation: Rede Angela Merkels im Europäischen Parlament am 17. Januar 2007 35 Thema: Das Haus Europa Audio-Datei: Merkel_Rede_EU-Parlament.mp3
34 Quelle: http://www.bundeskanzlerin.de/nn_5296/Content/DE/Rede/2007/01/2007-01-17-bkin-rede-ep.html,
Abruf am 19.06.2008
35 Hinweis: Deutschland hatte zu diesem Zeitpunkt den Vorsitz des Rates der Europäischen Union inne.
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5 Übungen Transkript:
Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Hans-Gert Pöttering, sehr geehrter Herr Präsident der Kommission, lieber José Manuel Barroso, sehr geehrte Abgeordnete, meine Damen und Herren,
ich freue mich, heute zum ersten Mal als Ratsvorsitzende hier in diesem Europäischen Parlament zu Ihnen zu sprechen, einem Parlament mit Abgeordneten aus nunmehr 27 Mitgliedsstaaten. Deshalb gestatten Sie mir, dass ich noch einmal zu den Abgeordneten aus Rumänien und Bulgarien ein ganz besonders herzliches Willkommen sage. Ich möchte dem Präsidenten des Europäischen Parlamentes und den Vizepräsidenten, die gestern gewählt wurden, noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch sagen, auch im Namen des ganzen Rates, und Ihnen zu Beginn der deutschen Präsidentschaft anbieten, dass wir eine gute, enge und konstruktive intensive Kooperation haben, so wie es sich für die Zusammenarbeit mit einem selbstbewussten Parlament - wie der Präsident das eben gesagt hat - auch gehört.
Meine Damen und Herren, mein ganzes Leben habe ich in Europa verbracht. In der Europäischen Union aber bin ich noch eine Jugendliche. Denn aufgewachsen bin ich in der ehemaligen DDR, und erst vor 17 Jahren, also nach der deutschen Wiedervereinigung, nach der Überwindung des Sozialismus, bin ich - gemeinsam mit inzwischen vielen Millionen anderen Menschen - in die Europäische Union aufgenommen worden. Ich kenne die Europäische Union bis zu meinem 35. Lebensjahr also nur von außen, und ich kenne sie seit 1990 von innen.
Von innen - das wissen wir - sieht im Leben fast immer alles ein wenig anders aus als von außen. Das gilt für jedes Haus, und das gilt auch für Europa. Von außen betrachtet ist die Europäische Union eine historische Erfolgsgeschichte ohne Beispiel. Die Europäische Union ist eines der beeindruckendsten Friedenswerke auf dem Planeten Erde. Mit der europäischen Einigung ist den Völkern Europas ein großes Glück gelungen. Es sichert ihre Freiheit und ermöglicht ihnen Wohlstand.
Die Römischen Verträge sind bald 50 Jahre alt. Wir feiern dieses Jubiläum am 24. und 25.
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März in Berlin, in einer Stadt, die die Wiedervereinigung Europas nach dem Ende des Kalten Krieges wie keine andere symbolisiert. Aber seien wir ehrlich: 50 Jahre das ist im Grunde nicht mehr als ein Wimpernschlag in der Geschichte. Erreicht aber wurde in dieser kurzen Zeit in Europa unvorstellbar viel! Das also ist Europa, wenn man es von außen betrachtet.
Aber auch von innen ist die Europäische Union ein wunderbares Haus. Ich finde sie von innen erlebt - das ist meine Erfahrung der letzten 17 Jahre sogar noch schöner als von außen.
Meine Damen und Herren, ich möchte aus diesem Haus nie wieder ausziehen. Es gibt - das ist meine Überzeugung - keinen besseren Platz für unser Leben in Europa als unser gemeinsames europäisches Haus.
Heute bauen wir es aus. Wir erweitern es. An manchen Stellen erneuern wir es. Manchmal denke ich dabei: Wenn wir so sehr damit beschäftigt sind, das Gebäude auszubauen und zu erneuern, damit darin heute fast eine halbe Milliarde Europäer ihr zu Hause finden, dann können wir vor lauter Bauarbeiten leicht das Große, das Einzigartige übersehen. Dann können wir manchmal kaum erfassen, was dieses Gebäude wirklich ausmacht, wo sein Kern steckt.
Meine Damen und Herren, vielen Menschen in Europa - das spüren Sie, wenn Sie zu Hause sind geht es heute genauso. Sie fragen sich: Was soll Europa sein? Wozu brauchen wir Europa? Was hält Europa im Innersten zusammen? Was macht diese Europäische Union aus? Manche denken, der Versuch, das Wesen Europas bestimmen zu wollen, bringe wenig. Ich sehe das, offen gesagt, völlig anders. Ich erinnere an Jacques Delors. Er hat den berühmten Satz gesagt: "Wir müssen Europa eine Seele geben". Ich darf mit meinen Worten hinzufügen: Wir müssen Europas Seele finden. Denn eigentlich brauchen wir sie Europa nicht zu geben, weil sie schon bei uns ist.
Ist die Vielfalt diese Seele? Kaum jemand hat das schöner ausgedrückt als der Schriftsteller Karel Capek, ein großer Europäer aus Prag, ich zitiere: (...)
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Aufgabe 16: Rede im Deutschen Bundestag
Die folgende Aufgabe soll das Hörverstehen und Notieren von längeren Passagen eines Redetextes in Originalsprechtempo üben. Es handelt sich um zwei Auszüge aus der Originalversion der Rede Angela Merkels im Deutschen Bundestag am 24. April 2008 anlässlich der Ratifizierung des Vertrags von Lissabon 36 . Sie ist in zwei Teile zu jeweils ca. drei und vier Minuten Rededauer unterteilt. Aufgabenstellung:
Hören Sie sich jeden Teil einzeln an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen Sie nach jedem Teil die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie anschließend Ihr Notat mit dem Transkript der Rede und korrigieren Sie es, wenn nötig. Situierung:
Dolmetschsituation:Rede Angela Merkels vor dem Deutschen Bundestag am 24. April 2008 Thema: Europa und der Vertrag von Lissabon Audio-Dateien:
Teil1: Merkel_Europa-bekennt-sich-zu-Werten.mp3 Teil2: Merkel_Was-bringt-der-Vertrag.mp3 Transkript: Teil1: Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren!
Ich möchte an diesem Tage mit einem Wort des Dankes beginnen. Ich danke allen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit an einem - wie ich glaube: großen - Projekt, einem Projekt, mit dem wir uns nicht mehr und nicht weniger als eine neue Grundlage für Europa schaffen. Ich bin mir sicher: Es ist eine Grundlage, die solide und von Bestand ist. Das ist eine Überzeugung, die ich nicht nur mit der gesamten Bundesregierung teile. Die bisherige
36 Quelle: http://www.bundeskanzlerin.de/nn_5296/Content/DE/Rede/2008/04/2008-04-24-merkel-bt-
lissabonvertrag.html, Abruf am 19.06.2008
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Debatte über den Vertrag von Lissabon in diesem Haus hat nahezu über alle Fraktionsgrenzen hinweg eine grundlegende Einigkeit offengelegt. Der neue Vertrag ist gut für Europa.
Er ist nicht nur gut für Europa, sondern er ist auch gut für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Dies zählt für uns in diesem Hause natürlich in ganz besonderer Weise. Diese Einigkeit in den Grundfragen der Europapolitik in Deutschland ist ein hohes Gut. Einigkeit macht stark. Sie stärkt auch die Stimme der Bundesrepublik Deutschland in der Europäischen Union. Das wird sich in vielen Fällen zeigen; deshalb dieses herzliche Dankeschön. Meine Damen und Herren, zusammen mit vielen anderen ist es uns gelungen, unter unserem Ratsvorsitz und dann unter der portugiesischen Präsidentschaft Europa aus seinem Stillstand herauszuführen. Es ist uns gelungen, die 27 Mitgliedsstaaten zu einem Bekenntnis zusammenzubringen: Europa bekennt sich heute mit größerem Nachdruck zu seinen unveräußerlichen Werten, die wir in der Berliner Erklärung vom 25. März 2007 zum Ausdruck gebracht haben. Der neue Vertrag macht die Grundrechtecharta verbindlich. Die Europäische Union ist jetzt nicht mehr nur eine Union von Frieden, Freiheit und Sicherheit, sondern sie macht mit der Grundrechtecharta auch deutlich, dass sie sich zu einem europäischen Wirtschafts- und Sozialmodell bekennt, in dem wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung miteinander vereint werden. Für uns in Deutschland, die wir in diesem Jahr den 60. Jahrestag der sozialen Marktwirtschaft begehen, ist dies eine ganz wichtige Botschaft: Unsere Europäische Union ist den gleichen Werten verpflichtet, wie wir sie im deutschen Sozialmodell kennen. Das ist eine Stärkung unserer Stimme auch in einer globalen Zeit.
Die Bürgerinnen und Bürger müssen natürlich spüren, dass die Europäische Union ihnen persönlich in ihrem Lebensumfeld und in der Familie zugutekommt. Das macht den Zusammenhalt in Europa und natürlich auch in unserer Gesellschaft aus. Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, dieses fundamentale politische Bekenntnis Europas zu sich selber zu erreichen. Dies ist nach meiner Auffassung die tiefe Bedeutung dieses Vertragsabschlusses. Teil2:
Die Bundesregierung und dieses Parlament sehen heute in diesem neuen Vertrag einen weiteren Schritt auf dem Wege zur Ausgestaltung unserer gemeinsamen Zukunft. Wir sollten
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uns ganz bewusst machen, was mit diesem Vertrag passiert ist; denn anders als andere Verträge trägt dieser Vertrag von Lissabon kein Verfallsdatum. Er hat anders als seine unmittelbaren Vorgänger keine Revisionsklausel. Eine weitere grundlegende Änderung der Verträge ist heute nicht in Sicht. Wenn dieser Vertrag in Kraft tritt, dann wird die Europäische Union auf sicheren Beinen stehen. Dies ist meine Überzeugung und die vieler anderer. Schauen wir uns die Dinge im Einzelnen an, bringt dieser Vertrag erhebliche Fortschritte: Erstens. Er sichert die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit der 27 Mitgliedsstaaten. Künftig werden wir im Rat überwiegend mit Mehrheit statt mit Einstimmigkeit beschließen. Ich weiß, dass dies natürlich für Deutschland auch bedeuten kann, dass es manchmal schwieriger wird, eigene Interessen zu 100 Prozent durchzusetzen. Umso wichtiger wird es sein, frühzeitig für unsere Anliegen bei der Kommission, dem Europäischen Parlament und bei anderen Mitgliedsstaaten zu werben. Aber insgesamt ist es von Vorteil auch für uns; denn Stillstand und Blockaden können so sehr viel besser überwunden werden. Zweitens bekommen wir eine gerechtere Gewichtung der Stimmen. Bei Mehrheitsabstimmungen im Rat wird die Bevölkerungsgröße der Mitgliedsstaaten - dies ist für Deutschland natürlich wichtig - voll ins Gewicht fallen. Es ist in einer Gemeinschaft demokratischer Staaten nur recht und billig, dass jede einzelne Stimme zählt. Drittens erhält die Europäische Union eine Kompetenzordnung, die die Kategorien der Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten und der Union festlegt. Dies war eine langjährige Forderung der Bundesregierung und der deutschen Bundesländer. Außerdem wird zum ersten Mal das Prinzip der Rückübertragbarkeit von Kompetenzen festgeschrieben. Sie kommt dann infrage, wenn die Mitgliedsstaaten glauben, dass etwas besser national erledigt werden kann. Viertens. Der neue Vertrag erleichtert die Zusammenarbeit in einem ganz wichtigen Feld der Politik, nämlich in der Innen- und Justizpolitik. So können wir die Außengrenzen Europas besser sichern und illegale Einwanderung nach Europa und nach Deutschland weiter eindämmen. In Zukunft werden auch gemeinsame operative Ermittlungsgruppen in Europa möglich, und damit sind wir für den Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität und gegen Terrorismus besser als bislang gerüstet.
Fünftens. Es werden die Grundlagen für einen gemeinsamen Klimaschutz und für eine solidarische Zusammenarbeit im Energiebereich geschaffen. Ich denke, die Bürgerinnen und
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Bürger erwarten zu Recht, dass wir bei diesen großen Zukunftsfragen in der Europäischen Union tätig werden können.
Der Vertrag von Lissabon erfüllt schließlich viele weitere, ganz speziell auch deutsche Forderungen, die aus Europa Schritt für Schritt stärker ein Europa der Menschen, ein Europa der Bürgerinnen und Bürger machen. Ich begrüße zum Beispiel ausdrücklich, dass die Achtung der regionalen und lokalen Selbstverwaltung nun der Europäischen Union vertraglich vorgeschrieben wird. Das sichert unser Verständnis von Europa als einer engen politischen Gemeinschaft, die aber kein Staat ist und auch kein Staat sein wird, sondern ein Gebilde sui generis, ein einzigartiges Gebilde.
5.4.2 Übungen an fremdsprachlichen Texten
Die Übung an fremdsprachlichen Texten stellt eine weitere Erhöhung des Schwierigkeitsgrades dar, da nun noch die Analyse und das Verstehen eines fremdsprachlichen Ausgangstextes hinzukommt. Daher werden Reden zur Verfügung gestellt, die sich durch ein langsames Redetempo und ein eher allgemeines Thema auszeichnen. Im Folgenden finden Sie zwei Übungstexte für das Französische und das Englische.
5.4.2.1 Übung an einem französischen Text
Aufgabe 17: Rede Chiracs am Ende seiner Amtszeit
Die folgende Aufgabe soll das Hörverstehen und Notieren eines französischen Redetextes üben. Es handelt sich um Originalversion der Rede Jacques Chiracs am Ende seiner Amtszeit als französischer Präsident am 15. Mai 2007 in Paris 37 . Sie besteht aus einem Teil von ca. fünf Minuten Rededauer. Aufgabenstellung:
Hören Sie sich die Rede an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen Sie anschließend die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie danach Ihr Notat mit dem Transkript der Rede und korrigieren Sie es, wenn nötig.
37 Quelle:
http://elysee.fr/elysee/elysee.fr/francais_archives/interventions/interviews_articles_de_presse_et_intervention
s_televisees/2007/mai/declaration_televisee_de_m_jacques_chirac.76616.html, Abruf am 19.06.2008
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5 Übungen Situierung:
Dolmetschsituation: Rede Jacques Chiracs am Ende seiner Amtszeit als französischer Präsident am 15.Mai 2007 in Paris Thema: Die Zukunft Frankreichs Audio-Datei: Chirac_Abschiedsrede.mp3 Transkript:
Mes chers compatriotes de métropole, de l'outre-mer et de l'étranger, Demain, je transmettrai les pouvoirs que j'ai exercés en votre nom à Nicolas Sarkozy, notre nouveau Président de la République. Je le ferai avec la fierté du devoir accompli et aussi avec une grande confiance dans l'avenir de notre pays.
Nous sommes les héritiers d'une très grande nation, une nation admirée, respectée et qui compte en Europe et dans le monde. Vous avez des capacités immenses de créativité et de solidarité. Grâce à vous, grâce à votre engagement, nous avons modernisé notre pays pour l'adapter aux profonds changements de notre temps et nous l'avons fait dans la fidélité à notre identité et en portant haut les valeurs de la République. Mes chers compatriotes,
Une nation, c'est une famille. Ce lien qui nous unit est notre bien le plus précieux. Il nous rassemble. Il nous protège. Il nous permet d'aller de l'avant. Il nous donne les forces nécessaires pour imprimer notre marque dans le monde d'aujourd'hui. Restez toujours unis et solidaires. Bien sûr, nous sommes profondément divers. Bien sûr, il peut y avoir des différences de conception, des divergences de vue. Mais nous devons, dans le dialogue, dans la concorde, nous retrouver sur l'essentiel. C'est comme cela que nous continuerons à avancer.
Dans l'union, dans le respect de notre diversité et de nos valeurs, dans le rassemblement, nous pouvons nourrir toutes les ambitions. Unis, nous avons tous les atouts, toutes les forces, tous les talents pour nous imposer dans ce nouveau monde qui se dessine sous nos yeux. Unie, et en poursuivant sur la voie engagée, la France s'affirmera comme une terre
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exemplaire de progrès et de prospérité. La patrie de l'égalité des chances et de la solidarité. Une nation moteur de la construction européenne. Une nation généreuse, aux avant-postes des défis du monde que sont la paix, le développement, l'écologie. Dès demain, je poursuivrai mon engagement dans ces combats pour le dialogue des cultures et pour le développement durable. Je le ferai en apportant mon expérience et ma volonté d'agir pour faire avancer des projets concrets en France et dans le monde. Ce soir, je veux vous dire le très grand honneur que j'ai eu à vous servir. Je veux vous dire la force du lien qui, du plus profond de mon cœur, m'unit à chacune et à chacun d'entre vous. Ce lien, c'est celui du respect, c'est celui de l'admiration, c'est celui de l'affection pour vous, pour le peuple de France et je veux vous dire à quel point j'ai confiance en vous, à quel point j'ai confiance en la France.
Je sais que le nouveau Président de la République, Nicolas Sarkozy, aura à cœur de conduire notre pays plus avant sur les chemins de l'avenir et tous mes vœux l'accompagnent dans cette mission, qui est la plus exigeante et la plus belle qui soit, au service de notre nation. Cette nation magnifique que nous avons en partage. La France, notre nation, mes chers compatriotes, nous devons toujours en être profondément fiers. Vive la République ! Vive la France !
5.4.2.2 Übung an einem englischen Text
Aufgabe 18: Rede Jim Murphys über die Zukunft Europas
Die folgende Aufgabe soll das Hörverstehen und Notieren eines englischen Redetextes üben. Es handelt sich um einen Auszug der Rede Jim Murphys, britischer Staatsminister für Europa, vor der Deutsch-Englischen Stiftung am 6. Dezember 2007 in London 38 39 . Sie besteht aus einem Teil von ca. vier Minuten Rededauer.
38 Quelle: http://www.jimmurphymp.com/standard.aspx?i_PageID=107121, Abruf am 19.06.2008
39 Verfasser: Christoph Stoll, SÜD Heidelberg. Die Verwendung dieser Aufnahme für dieses Lehrmaterial wurde
vom Verfasser genehmigt.
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5 Übungen Aufgabenstellung:
Hören Sie sich die Rede an und verfassen Sie gleichzeitig Ihr Notat. Versuchen Sie anschließend die Rede anhand Ihres Notats zu reproduzieren. Vergleichen Sie danach Ihr Notat mit dem Transkript der Rede und korrigieren Sie es, wenn nötig. Situierung:
Dolmetschsituation: Rede Jim Murphys, britischer Staatsminister für Europa, vor der Deutsch-Englischen Stiftung am 6. Dezember 2007 in London Thema: A new deal for Europe Audio-Datei: AnKons 071210.wav Transkript:
When Franklin Roosevelt launched the first New Deal in 1933, it was to deal with a great depression. When Tony Blair launched Labour's New Deal in 1997, it was to deal with the entrenched and intergenerational unemployment brought by two recessions in a decade. Previous New Deals have been about failure.
In Europe today, we don't need a New Deal to pull us out of recession. We need a New Deal to ensure our continued success.
The conversation over the last seven years has been dominated by extremely complicated, lawyerly debates about addressing the so-called 'democratic deficit'. As I witnessed the debate as a Minister in other Government Departments the argument appeared to be that people across Europe were becoming increasingly disenchanted with the EU, so a new institutional settlement was needed to fire their enthusiasm. And enlargement made this challenge even more urgent.
My sense was accurate. Public support for Europe has fallen. From a peak of 57% in the early 1990s. One of the most damning statistics is that only 37% of UK citizens say they recognise the benefits. That is about the same as when we first joined. And this is not just a problem in the UK. Among the founding members - in France, in Germany, in the Netherlands, support is at its lowest-ever levels.
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5 Übungen
So as I say the diagnosis was accurate the prognosis has at times been one dimensional. A seemingly endless debate about structures will weaken the foundations of support still further amongst citizens. For me it is not about dealing with a perception but instead its about resolving the problem. (...)
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6 Interessante Literatur
6 Interessante Literatur
Neben den bisher vorgestellten Autoren haben sich noch eine Reihe anderer Autoren zur Notationstechnik geäußert, auf die aber in diesem Material zum Zwecke der besseren Übersichtlichkeit nicht eingegangen werden soll. Dem interessierten Leser sei nichtsdestotrotz die Lektüre auch dieser Werke ans Herz gelegt. Zur besseren Orientierung finden Sie daher in diesem Teil eine Bibliographie samt kurzen Kommentaren zu einzelnen Autoren und ihrem Werk 40 .
Ahrens, Barbara (2003): „Hieroglyphen auf dem Block. Über den Nutzen der Symbole beim
Notieren.“ MDÜ, 2/2003, 14-15.
Alexieva, Bistra (1994): „On teaching note-taking in consecutive interpreting.“ Dollerup,
Cay / Lindegaard, Annette (1994) (Hrsg.): Teaching translation and interpreting 2:
insights, aims, visions. Amsterdam/Philadelphia: Benjamins, 199-206. Kommentar: Erfahrungsbericht über die Didaktik des Notationsunterrichts Andres, Dörte (2001): „Notation: gute Zeichen - schlechte Zeichen. Empirische
Untersuchung zur (Un-)Möglichkeit von Notizen, dargestellt am Sprachenpaar
Französisch-Deutsch.“ Kelletat, Andreas F. (2001): Dolmetschen. Beiträge aus
Forschung, Lehre und Praxis. Frankfurt a. M./Berlin u.a.: Lang, 243-265. Andres, Dörte (2002a): Konsekutivdolmetschen und Notation. Frankfurt/Main u.a.: Peter
Lang.
Andres, Dörte (2002b): „Die Funktion der Notation im Konsekutivdolmetschen.“ Best, Joanna
/ Kalina, Sylvia (2002) (Hrsg.): Übersetzen und Dolmetschen. Eine Orientierungshilfe.
Tübingen/Basel: A. Francke Verlag, 209-215. Becker, Wilfried (1991): Notizentechnik. Germersheim: BBK. Kommentar: Becker hat in Germersheim unterrichtet. Seine hier beschriebene
Notizentechnik ist nicht explizit für Konferenzdolmetscher bestimmt. Es sind aber
Texte, Beispielnotationen und Symbolvorschläge dargestellt.
Gile, Daniel (1991): „Prise de notes et attention en début d'apprentissage de l'interprétation
consécutive.“ Meta, 36/2, 431-439.
Gillies, Andrew (2005): Note-taking for consecutive interpreting - a short course.
Manchester/Northampton: St. Jerome Publishing.
Gillies, Andrew (2008): „Interpreter Training Resources“ http://interpreters.free.fr/index.htm
40 Die Kommentare wurden teilweise von Kautz (2002:321) übernommen.
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6 Interessante Literatur (Abruf am 26.05.2008)
Kommentar: frei zugängliche Ressource im Internet mit Übungsdokumenten und
Informationen für angehende Dolmetscher
Herbert, Jean (1952a): Manuel de l'interprète. Comment on devient interprète de conférence.
Genf: Georg.
Herbert, Jean (1952b): Handbuch für den Dolmetscher. Leitfaden für den
Konferenzdolmetscher. Übersetzung aus dem Französischen. Genf: Librairie de
l'université Georg&Cie S.A.
Ilg, Gérard (1980): „L'interprétation consécutive. Les fondements.“ Parallèles 3, 109-136. Kommentar: Weiterführung der Prinzipien Rozans
Ilg, Gérard / Lambert, Sylvie (1996): „Teaching consecutive interpreting.“ Interpreting 1,
69-99.
Kommentar: Ausbildung des Konsekutivdolmetschens inkl. Betrachtungen zur
Notation, umfassende Bibliographie zum Thema Konferenzdolmetschen Jäger, Gert / Dalitz, Günter (1984): Die Sprachmittlung und ihre Hauptarten. Lehrheft zum
Lehrgebiet Einführung in die Grundbegriffe und Grundtätigkeiten der Sprachmittlung.
Sektion theoretische und angewandte Sprachwissenschaft (TAS). Leipzig: KMU. Kommentar: enthält einen übersichtlichen Exkurs zur Dolmetschnotation, etwas
veraltet und an DDR ausgerichtete Beispiele, nichtsdestotrotz interessante Symbole Kalina, Sylvia (1998): Strategische Prozesse beim Dolmetschen: theoretische Grundlagen,
empirische Fallstudien, didaktische Konsequenzen. Tübingen: Narr. Kommentar: Dissertation
Kautz, Ulrich (2002): Handbuch Didaktik des Übersetzens und Dolmetschens. 2. Aufl.
München: Iudicum.
Kirchhoff, Hella (1979): „Die Notationssprache als Hilfsmittel des Konferenzdolmetschers im
Konsekutivvorgang.“ Mair, Walter / Sallager, Edgar (1979) (Hrsg.): Sprachtheorie und
Sprachenpraxis - Festschrift für Henry Vernay. Tübingen: Narr, 121-133. Kommentar: Kirchhoff ist selbst keine Dolmetscherin, arbeitet aber an der Universität
Heidelberg an der philologischen Fakultät. Dies ist ein theoretischer Artikel, welcher
den Notationsprozess unter linguistischen Aspekten beleuchtet.
Körner, Eva (2003): Konsekutivdolmetschen: Ein Leitfaden für die Notation. Diplomarbeit.
Leipzig: IALT, Wotjak.
Kutz, Wladimir (2006): Vorlesungsunterlagen zur Vorlesung Dolmetschwissenschaft. Leipzig,
IALT.
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6 Interessante Literatur
Matyssek, Heinz (1989): Handbuch der Notizentechnik für Dolmetscher: ein Weg zur
sprachunabhängigen Notation. Band1&2. Heidelberg: Groos.
Paneth, Eva (1984): „Training in note-taking (for interpreting).“ Wilss, Wolfram / Thome,
Gisela (1984) (Hrsg.): Die Theorie des Übersetzens und ihr Aufschlusswert für die
Übersetzungs- und Dolmetschdidaktik. Akten des internationalen Kolloquiums der
AILA, Saarbrücken, 25.-30.07.1983, Tübingen: Gunter Narr, 326-331. Kommentar: Charakterisierung des Notizennehmens als Analyse des Inhalts, nicht des
Wortlauts und Diskussion verschiedener Lernmöglichkeiten, u.a. auch Video Pöchhacker, Franz (2006): „Vermittlung der Notizentechnik beim Konsekutivdolmetschen.“
Snell-Hornby, Mary (2006) (Hrsg.): Handbuch Translation. 2. verb. Aufl., unveränd.
Nachdr. Tübingen: Stauffenburg, 367-372. Kommentar: zusammenfassende Übersicht über Rozan und Matyssek
Rozan, Jean-François (1956): La prise de notes en interprétation consécutive. Genf: Georg. Rozan, Jean-François (2003): Notetaking in consecutive interpreting. Übersetzung aus dem
Französischen von Andrew Gillies. Krakau: Tertium.
Rudolph, Judith (2008): Notizentechnik. Hausarbeit im Seminar Dolmetschwissenschaft
Englisch. Leipzig: IALT, Ende.
Kommentar: Zusammenfassung des Werkes von Matyssek (1989) Scharfe, Franziska (2006): Untersuchung und Analyse der Notation beim
Konsekutivdolmetschen an studentischen Dolmetschleistungen. Diplomarbeit. Leipzig:
IALT, Kutz.
Seleskovitch, Danica (1975): Langage, langues et mémoire. Etude de la prise de notes en
interprétation consécutive. Paris: Minard. Kommentar: Dissertation
Seleskovitch, Danica / Lederer; Marianne (1989): Pédagogie raisonnée de l'interprétation.
Paris: Didier Erudition.
Kommentar: allgemeine Prinzipien des Dolmetschunterrichts und konkrete Hinweise
zur Kursgestaltung sowie ein Kapitel zum Notizennehmen beim
Konsekutivdolmetschen
Stoll, Christoph (2007): „Digilab - Das Dolmetschlabor“
http://147.142.237.240/digilab/digilab.htm (Abruf am 26.05.2008) Kommentar: Einsatz digitaler Medien in der Dolmetscherausbildung.
Thiéry, C.A.J. (1981): „L'enseignement de la prise de notes en interprétation consécutive - un
faux problème?“ Delisle, Jean (1981) (Hrsg.): L'enseignement de l'interprétation et de
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6 Interessante Literatur
la traduction - de la théorie à la pédagogie. Cahiers de traductologie 4. Ottawa: Les
presses de l'université d'Ottawa, 99-112.
Kommentar: weist auf den sekundären Charakter des Notizennehmens gegenüber dem
Verstehen des Ausgangstextes und der Neuvertextung hin und ist skeptisch hinsichtlich
der Lehrbarkeit des Notizennehmens.
Weber, W.K. (1984): Training Translators and Conference Interpreters. NY: Harcourt Brace
Jovanovich.
Willett, Ruth (1974): „Die Ausbildung zum Konferenzdolmetscher.“ Kapp, Volker (1974)
(Hrsg.): Übersetzer und Dolmetscher. UTB 325. Heidelberg: Quelle&Meyer, 87-109. Yraga, Juan (1988): Introducción a la pictografia moderna. Madrid: Picto-edit.
Seite 85
Arbeit zitieren:
Diplom-Wirtschaftsinformatikerin Ute Heckel, 2008, Zum Selbststudium in der Konferenzdolmetscherausbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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Jasmin Stock
Gratulation zu ihrer bestandenen Prüfung_
Und das sie das ganze Material online stellen_LG_Cutaway
am Friday, November 05, 2010-