Inhaltsverzeichnis:
1. EINLEITUNG ZUM THEMA: 3
2. DIE ESKALATION IN VIETNAM: 4
2.1.: DIE ENTSTEHUNG DER SITUATION IN VIETNAM ZUR ZEIT DES AMTSANTRITTS LYNDON JOHNSON’S: 4
2.2.: DIE GOLF VON TONKIN RESOLUTION: 8
2.3.: DIE ENTSCHEIDUNG ZUM KRIEG: 11
3. SCHLUSSBETRACHTUNG: 16
4. LITERATURVERZEICHNIS: 18
4.1.: QUELLENEDITIONEN: 18
4.2.: SEKUNDÄRLITERATUR: 18
2
1. Einleitung zum Thema:
Nachdem der amerikanischen Bevölkerung durch die schockierenden Bilder der Tet-Offensive, bei der auch die amerikanische Botschaft in Saigon am 31. Januar 1968 beschädigt worden war, die Lage in Vietnam klar wurde, sank das Vertrauen in Präsident Johnson rapide. Dabei wurde dem Präsidenten zum Verhängnis, dass er eine Verschleierungstaktik angewandt hatte, um seine „Great Society“ nicht zu gefährden. Die Bevölkerung war in dem Glauben gelassen geworden, in Vietnam würde alles im Sinne der Amerikaner laufen, dadurch war sie um so schockierter, als sie dann Bilder von Zerstörung und Chaos in den Medien sah. Zwar war die Tetoffensive eigentlich eine vernichtende Niederlage der Gegner der USA, weil sie schnell zurückgeworfen werden konnten und einen Großteil ihrer Männer verloren. Doch im Laufe der nächsten Wochen und auch Jahren kam, durch Veröffentlichungen in den Medien wie etwa den „Pentagon Papers“, zu Tage, wie die Bevölkerung getäuscht worden war. 1 Doch wem kann man die Schuld für die Eskalation in Vietnam geben? War Lyndon B. Johnson wirklich der bösartige Kriegstreiber und Täuscher, der die Schuld für den Vietnamkrieg trägt? Diese Meinung ist in der Bevölkerung noch weit verbreitet und lässt ihn bis heute bei der Beurteilung seiner Präsidentschaft schlecht abschneiden. Er wird mit dem einzigen Krieg untrennbar verbunden, den die USA bis dahin je verloren hatten. 2 Oder hatte Johnson aus seiner Sicht und mitten in der Zeit des kalten Krieges, die Kubakrise und damit die direkte Bedrohung durch den Kommunismus war noch in allen Köpfen, gar keine andere Wahl in den Krieg mit regulären Truppen einzugreifen um einen Dominoeffekt zu verhindern? Die Gefahr, dass ganz Asien unter den Einfluß der Kommunisten geriet, hat eine entscheidende Rolle in seiner Entscheidung gespielt. Es konnte ihm auch keiner eine realistische Alternative bieten. Nachdem er seine Entscheidung getroffen hatte, erkannte er auch bald, dass er in eine Falle getappt war und wurde zunehmend frustriert, da er realisierte, dass dieser Krieg seine Vorstellung einer „Great Society“, die für Wohlstand und Gerechtigkeit für jeden Amerikaner sorgen sollte, gefährdete. Der Krieg war ihm in die Quere gekommen,
1 Marc Frey, „Geschichte des Vietnamkriegs - Die Tragödie in Asien und das Ende des amerikanischen
Traums“, München 2006. S.160-173
2 Marc Frey, „Lyndon B. Johnson - Great Society und Vietnam-Trauma” (in: Die amerikanischen Präsidenten),
München 2005. S. 361
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und er hatte keine Wahl und musste sich damit befassen, auch wenn er sich lieber um innenpolitische Dinge gekümmert hätte. 3
2. Die Eskalation in Vietnam:
2.1.: Die Entstehung der Situation in Vietnam zur Zeit des Amtsantritts Lyndon Johnson’s:
Als der erfahrene und als guter Taktiker bekannte Lyndon Johnson am 22.November 1963 ungefähr 2 Stunden nach der Ermordung des sehr populären Präsidenten John F. Kennedy an die Macht kam, war ihm vermutlich noch nicht bewusst, was ihn durch die Vietnamproblematik in den nächsten Jahren erwarten würde, und dass die Ausweitung des Vietnameinsatzes, für die er sich entschied, ihn sein Amt kosten würde. Dadurch konnte er seine Vision der „Great Society“ nicht verwirklichen. 4 Die USA hatten sich schon unter den Vorgängern Johnson’s immer weiter in die Vorgänge in Vietnam einbinden lassen. Nachdem die Differenzen zwischen den ehemaligen Verbündeten des 2. Weltkriegs, der Sowjetunion und den USA, nach 1945 immer größer und unüberwindbarer wurden, sahen sich die USA gezwungen, ihren Verbündeten Frankreich und Grossbritannien bei ihren Problemen in deren Kolonien zu helfen, um eine Expansion des Kommunismus in Asien zu verhindern. Dieses Bestreben wurde, durch die Zündung einer Atombombe der Sowjetunion, und durch den Aufstieg Maos in China im Herbst 1949, verstärkt. Hierbei ergänzten sich koloniale Interessen mit dem Sicherheitsinteresse der USA. Im Sinne dieser Sicherheitsinteressen übernahmen die USA immer mehr Verantwortung im Bereich Französisch - Indochinas. Die finanzielle Unterstützung nahm genauso stetig zu wie die Unterstützung mit militärischer Ausrüstung, da die Franzosen so kurz nach dem zweiten Weltkrieg nicht in der Lage waren, erfolgreich gegen die von Ho Chi Minh angeführten Vietnamesen, die einen unabhängigen Staat für sich forderten, vorzugehen. 5 Dieser Ho Chi Minh hatte noch im September mit anderen Nationalisten am 2.September 1945 eine Unabhängigkeitserklärung Vietnams verfasst, in der sie sich auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 und auf die
3 David Halberstam, „ To Achieve a Victory“ (in: Major Problems in the History of the Vietnam War),
Lexington 1995. S.224-231
4 Marc Frey, „Lyndon B. Johnson - Great Society und Vietnam-Trauma” (in: Die amerikanischen Präsidenten),
München 2005. S. 364-365
5 Brian VanDeMark, „Into the Quagmire - Lyndon Johnson and the Escalation of the Vietnam War“, Oxford
1995. S.4-5
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Erklärung der Menschenrechte im Jahr 1791 in Frankreich beriefen. Darin steht, dass die Menschen grundsätzlich gleich sind und frei sein dürfen. Im weiteren Verlauf berichteten sie, dass die Franzosen ihnen diese Möglichkeit nicht geben würden und sprachen damit direkt die USA an die ja für die Selbstbestimmung der Länder eingetreten war. 6 Trotz dieses direkten Appells an die USA hatte Truman begonnen, die Franzosen zu unterstützen und auch sein Nachfolger Eisenhower ließ nicht davon ab. Und er hielt auch daran fest, als die Franzosen 1954 von den Vietminh eingekesselt worden waren und geschlagen wurden. Eisenhower war dabei immer von der Dominotheorie ausgegangen, dass wenn Vietnam kommunistisch werden sollte, alle anderen asiatischen Staaten bald folgen würden. 7 Diese Theorie wurde dann später Johnson zum Verhängnis. Das der Kampf gegen den Kommunismus und der Erhalt eines Außenposten des Westens in der Region oberste Priorität hatte, wird auch durch ein Memorandum eines Spezialkommitees, das sich mit der kommunistischen Bedrohung befasste, vom 5.Aprl 1954 deutlich. 8 Die Niederlage Frankreichs wurde durch die Genfer Konferenz, die von Mai bis Juli 1954 stattfand, festgehalten. Durch diesen Vertrag zwischen den Vietminh und Frankreich entstanden drei Staaten Kambodscha, Laos und Vietnam. Vietnam wurde aufgeteilt zwischen einem pro-westlischen Süden und einen von den Vietminh kontrollierten Norden. Außerdem wurde festgelegt, dass in den jeweiligen Gebieten keine feindlichen Militärbasen errichtet werden durften. 9 Ab dieser Konferenz wurde aus einem französischen Engagement ein amerikanisches. Eisenhower hatte sich nicht zu einem aktiven Eingreifen der amerikanischen Luftwaffe durchgerungen, um die eingekesselten Franzosen zu unterstützen, wie es diese angefragt hatten. 10 Doch nun musste er vermehrt Verantwortung unternehmen. Da für die Amerikaner der Ausgang der Konferenz nicht akzeptabel war.
Eisenhower entschloss sich, ein Bollwerk des westlichen Systems in Südvietnam einzurichten. Somit waren die USA gezwungen, Südvietnam massiv mit Geld zu fördern und damit auch Ngo Dinh Diem, den man zu Beginn als geeigneten
6 Thomas G. Paterson (Hrsg.), „Major Problems in American Foreign Relations Volume II: Since 1914“, Boston
2005. S.417-418
7 Brian VanDeMark, „Into the Quagmire - Lyndon Johnson and the Escalation of the Vietnam War“, Oxford
1995. S.5
8 Neil Sheehan u.a., “The Pentagon Papers as published by the New York Times”, New York 1971. S.35-36
9 Thomas G. Paterson (Hrsg.), „Major Problems in American Foreign Relations Volume II: Since 1914“, Boston
2005. S.418-419
10 Neil Sheehan u.a., “The Pentagon Papers as published by the New York Times”, New York 1971. S.38-40
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Arbeit zitieren:
Jonas Adalbert, 2008, Der Beginn einer Tragödie , München, GRIN Verlag GmbH
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