Inhalt
1. Einleitung 2
2. Zweck einer normativen Pädagogik 3
3. Prinzipien 5
4. Ableitungsprobleme 7
5. Diskussion 8
6. Literaturverzeichnis 100
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1. Einleitung
Die Ziele der Pädagogik können sich, abhängig von dem etwaig befragten Vertreter dieser Wissenschaft, durchaus als differierend darstellen. Eine mögliche Sichtweise ist hierbei die Herbarts, welcher die Pädagogik als eine auf Prinzipen beruhende Wissenschaft betrachtete, welche dem praktischen pädagogischen Handeln beratend und richtungweisend zur Seite stehen sollte (vgl. Herbart 1997b, S.59). Die hierbei leitenden Prinzipien und die Methoden der Erziehung sollen hingegen durch andere Wissenschaften beigesteuert werden. Vertiefend wird sich die vorliegende Arbeit mit der Thematik der Theorien Herbarts auseinandersetzen, welche bis 1910 als sogenannter Herbartianismus eine bestimmende Rolle im Diskurs inne hatten (vgl. König/ Zedler 2002, S.19). Leitend soll hierbei die Fragestellung sein:
Worin sieht Herbart die Ziele der Erziehungswissenschaft/ Pädagogik und wie sind diese praktisch abzuleiten?
Bei der Betrachtung dieser Frage wurden ausgewählte Arbeiten Herbarts sowie Sekundärliteratur betrachtet. Der Aufbau dieser Arbeit sieht ferner eingangs die Beleuchtung der Hintergründe für die Notwendigkeit einer normativen Pädagogik nach Herbart vor. Anschließend wird eine stark verkürzte Darstellung der Grundfesten der praktischen Philosophie vorgenommen, welche nach Herbart auch für die Pädagogik leitend sind. Auf eine detailierte Darstellung der Wechselwirkung von Psychologie und Pädagogik im Sinne Herbarts wird hierbei verzichtet. Im vierten Abschnitt erfolgt die Beleuchtung des Praxistransfers der durch Herbart intendierten Grundsätze für pädagogisches Handeln. Abschließend erfolgt eine kritische Diskussion der dargestellten Inhalte durch den Autor.
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2. Zweck einer normativen Pädagogik
Zwingend stellt sich die Frage, welchem Sinn oder Zweck eine normative Pädagogik dient. Herbarts Ausführungen folgend resultiert die Notwendigkeit einer solchen aus der herrschenden pädagogischen Praxis seiner Zeit [1776-1841]. Zur Illustrierung dieser Praxis nennt Herbart drei Typen der Erziehung.
Der erste Typus der Erziehung wird von Jenen betrieben, welche „vorher ganz unterlassen [haben], sich für dies Geschäft einen Gesichtskreis zu bilden“ (Herbart 1997b, S.57). Vereinfachend kann dieser auch als der alltägliche Typ bezeichnet werden, welcher von der Mehrheit der Erziehenden betrieben wird und eine Mischung aus der „Eigentümlichkeit [des Erziehers] und aus der Individualität und den Umgebungen des Zöglings“ (ebd.) darstellt (vgl. Herbart 1997b, S.57). Hierbei moniert Herbart, dass die hier erzieherisch Tätigen doch eher dem Zufall gehorchend handeln und so komme es in Folge dieses Umstandes auch zu einer geistig „oft so mageren Kost“ (Herbart 1997b, S.57), welche nicht immer zu erfreulichen Ergebnissen führe (vgl. Herbart 1997b, S.57). Zusammenfassend handelt es sich bei diesem ersten Typus der Erziehung um eine nicht reflektierte Praxis, welche sich nur auf eigene Erfahrungen in der Erziehung stützt und Einflüsse durch Drittpersonen als Störung der Erziehungstätigkeit auffasst. Neben der mangelnden Reflektion der Erziehungsvorgänge fehlt es diesem Ansatz vor allem am Bezug zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, welche durch reines Erfahrungshandeln des Erziehers keinen Eingang in die erzieherische Praxis finden können.
Der durch Rousseau vorgestellte Typ von Erziehung wird in dieser Aufstellung als zweiter angeführt. Dieser Ansatz stellt nach Herbart den Versuch dar dem Zu-Erziehenden alle Erfahrungen zu ermöglichen und dabei die Auslebung seiner Natur als maßgebend zu betrachten (ebd.). Hierbei stellt Herbart die Frage, inwieweit es angemessen ist „mitten unter kultivierten Menschen einen Naturmenschen zu erziehen“ (Herbart 1997b, S.57). Den Umstand miteinbeziehend, dass sich der Naturmensch ja letztlich doch an die ihn umgebende kultivierte Umwelt gewöhnen müsse und der darüberhinausgehende erhebliche Aufwand des Erziehers lassen diese Form der Erziehung in Herbarts Empfinden als unangemessen erscheinen (vgl. Herbart 1997b, S.57).
Als die letzte der drei geschilderten Herangehensweisen an die Erziehung wird die Lockes aufgeführt. Bei dieser gehe es vorrangig darum, einen möglichst erfahrenen und weltgewandten Erzieher zu verpflichten, welchen er auch als „gesetzten Mann“ (Herbart
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Arbeit zitieren:
Christof Kaczmarkiewicz, 2009, Wie kommt man vom Ist zum Soll? Herbart und die normative Erziehungswissenschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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Vergleich der Erziehungstheorien von Schleiermacher und Herbart
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