Inhaltsverzeichnis
Schaubildverzeichnis II
1 Einleitung. 1
2 Allgemeine Angaben zur Schule 1
3 Arbeitsschwerpunkt an berufsbildenden Schulen 3
3.1 Qualitätsmanagement an berufsbildenden Schulen 3
3.2 EFQM an der KBS N. 6
4 Mein Schwerpunkt im Fachpraktikum. 12
4.1 Zehn Merkmale guten Unterrichts. 12
4.2 Unterrichtsbeobachtungen 14
5 Unterrichtsplanung nach dem „Berliner Modell“ 17
5.1 Planung des Unterrichts. 17
5.2 Struktur- und Verlaufsplanung einer Unterrichtsstunde. 21
6 Schlussbetrachtung. 24
Literaturverzeichnis 26
Anhang 28
Schaubildverzeichnis
Abbildung 1: Europäisches EFQ-MModell für Schulentwicklung 4
Abbildung 2: Einflussfaktoren im Unterricht 5
Abbildung 3: Drei-Ebenen-Modell unterrichtsmethodischen Handelns 13
Abbildung 4: Struktur des Unterrichts nach Heimann 18
Tabelle 1: Unterichtsbeobachtung 15
Tabelle 2: Raster der Unterrichtsfaktoren 20
Tabelle 3: Verlaufsplan der Unterrichtsstunde 23
1 Einleitung
Das Fachpraktikum in der Schule ist ein wesentlicher Bestandteil des Studiums „Master of Education (Wirtschaftspädagogik)“. Es bietet den Studierenden Gelegenheit, sich das Berufsfeld berufsbildende Schulen von dem Aufgabenbereich der Lehrerinnen und Lehrer zu erschließen und die im Studium erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen mit eigenen Lehrerfahrungen in der Schulpraxis zu verbinden. Daher soll das Fachpraktikum auch an einer berufsbildenden Schule durchgeführt werden (vgl. Universität Oldenburg 2009). Das Fachpraktikum führte ich an den Kaufmännischen Berufsbildenden Schulen des Landkreises Grafschaft Bentheim in N. (KBS) in dem Zeitraum vom 10. August -14. September 2009 durch. Meine Intentionen des Fachpraktikums waren, dass ich weitere Erfahrungen in einer Berufsbildenden Schule mache, Kompetenzen erweitere und mich mit den Arbeitsschwerpunkten der Schule auseinandersetzte. Zurzeit arbeitet die KBS mit viel Engagement an ihrem Qualitätsmanagement. Ich konnte mir während meines Schulpraktikums ein umfangreiches Bild vom Qualitätsmanagement an der KBS N. machen. Die Schule möchte durch das sogenannte EFQM-Modell ihre Schule weiterentwickeln. Aus diesem Grund habe ich mich den theoretischen Grundlagen dieses Modells in dieser Arbeit auseinandergesetzt und stelle das Qualitätsmanagement der KBS N. vor. Mein Schwerpunkt im Fachpraktikum lag darin, guten Unterricht kennenzulernen, Kriterien ausmachen und anhand dieser Merkmale Unterricht analysieren zu können. Natürlich stehen bei einem Fachpraktikum auch eigene Unterrichtsversuche im Mittelpunkt, um Unterricht planen und durchführen zu können, habe ich mir die theoretischen Grundlagen der Unterrichtsplanung von Heimann, Otto und Schulz sowie Meyer angeeignet und in diesem Fachbericht beschrieben. Im Anschluss stelle ich ein praktisches Beispiel anhand dieser Theorien für den Unterricht vor, welches entworfen und umgesetzt wurde. Zum Schluss werde ich meine Erfahrungen aus dem Fachpraktikum reflektieren und mit denen aus meinem Allgemeinen Schulpraktikum aus dem dritten Semester meines Bachelorstudiums vergleichen. Im Folgenden beginne ich mit der Beschreibung der Fachpraktikums-Schule.
2 Allgemeine Angaben zur Schule
Der Name der Schule, bei der ich mein Fachpraktikum absolviert habe, verdeutlicht bereits, dass die Kaufmännischen Berufsbildenden Schulen N. (KBS) nicht nur eine Schule ist, sondern es eine Vielfalt beruflicher Bildungsangebote gibt. Mehr als 1700 Schülerinnen und Schüler besuchen zurzeit die KBS und werden dort von etwa 80 Fachleuten der kaufmännischen beruflichen Bildung unterrichtet sowie pädagogisch betreut. Die KBS hat sich zum Ziel gesetzt, eine möglichst weit gefasste Grundbildung in diversen Berufsbildern zu vermitteln. Aber vor allem werden Berufsabschlüsse im dualen Ausbildungssystem, differenzierte berufliche Qualifikationsmöglichkeiten und alle allgemein-
bildenden Abschlüsse ermöglicht. So werden den jungen Menschen viele Berufswege in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung sowie Gesundheit eröffnet.
Als einzige Kaufmännische Berufsbildende Schule im Landkreis Grafschaft Bentheim strebt die KBS ein Bündnis zwischen Schule, Wirtschaft und Gesellschaft an, um die Region als lebenswertes Umfeld zu stärken und zu einer Verbesserung der ökonomischen Rahmenbedingungen beizutragen. Die ständige Anpassung der Rahmenbedingungen an die dynamischen Entwicklungsprozesse in Wirtschaft und Verwaltung entwickelte sich die Schule zu einem regionalen Kompetenzzentrum für die Kaufmännische Berufsausbildung. Eine eigenverantwortliche innovative Schule verlangt Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung. Daher wurde im Jahr 2005 an der KBS mit der Einführung des Qualitätsmanagementsystems European Foundation for Quality Management (EFQM), die früher eher zufällige und sporadische Evaluation systematisiert, auf das gesamte System Schule ausgeweitet. Nach einer umfassenden Selbstevaluation und der anschließenden Formulierung von Verbesserungspotenzialen stand die Konzipierung eines Leitbildes für die zukünftige Ausrichtung der Schule im Vordergrund. Das Leitbild und der EFQM-Prozess lieferten die Initialzündung für das Schulprogramm. Dort werden das pädagogische Selbstverständnis der Schule formuliert und Aussagen über die geplante Weiterentwicklung und Verbesserung von Unterricht getroffen. Für die zukünftige Schul- und Unterrichtsentwicklung ist die Qualität der Sozial- und Methodenkompetenz genauso wichtig wie die Aktualität der Fachkompetenz und eine innovative Ausstattung und Ausrichtung der gesamten Schule. Die Modernisierung und die Erweiterung des Bildungsangebots der Schule besitzen ebenso erste Priorität wie die Entwicklung zukunftsorientierter Unterrichts- und Fachraumkonzepte. Den Schülerinnen und Schülern soll so ein wohnortnahes differenziertes Bildungsangebot an beruflichen Teilzeit- und Vollzeitausbildungen zur Verfügung gestellt werden. Dabei sollen die duale Ausbildung und berufsqualifizierende Ausbildungsgänge ebenso als Kernaufgabe gesehen werden, wie der weitere Ausbau der Schule mit einem Schwerpunkt in den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Aufgabe in der nahen Zukunft ist es, die Qualitätsentwicklung der Schule auf der Basis des hier vorgestellten Schulprogramms und des Leitbildes weiterzuführen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die zukünftigen Lernenden weiterhin eine hohe Abschlussquote sowie eine hohe Übernahmequote in nachfolgende höherwertige Bildungsgänge oder in der Arbeitswelt - gemessen am Landesdurchschnitt - erreichen (vgl. KBS N. 2008, S. 8 f.)
Die KBS N. bietet sieben unterschiedliche Schulformen an: die Berufsschule (19 Ausbildungsberufe werden unterrichtet), die einjährige Berufsfachschule ohne Zugangsvoraussetzungen (BEK), die einjährige Berufsfachschule (Höhere Handelsschule; mit den Schwerpunkten Bürodienstleistungen (BRWB), Handel (BRWH) und Informatik (BRWi7), die zweijährige Berufsfachschule, die zu einem schulischen Abschluss (Hauptschulabschluss) führt (BFW), die zweijährige Berufsfachschule, die zu einem beruflichen Abschluss führt (Fachrichtungen Kaufmännische/r Assistent/-in für Fremdsprachen
und Korrespondenz (B7F) und Kaufmännische/r Assistent/-in für Wirtschaftsinformatik (B7I)), die Fachoberschule Wirtschaft (FOW) und das Fachgymnasium Wirtschaft (FGW) (vgl. KBS N. 2008, S. 10 ff.).
Nach dem Kurzporträt der Schule, bei der ich mein Fachpraktikum absolvierte, werde ich im folgenden Kapitel den Schwerpunkt der Schule vorstellen. Zuerst werde ich die Theorie des EFQM-Prozesses thematisieren, um danach dieses Qualitätsmanagementsystems anhand der KBS N. zu beschreiben.
3 Arbeitsschwerpunkt an berufsbildenden Schulen
3.1 Qualitätsmanagement an berufsbildenden Schulen
Nach § 43 (1) NSchG sorgt die Schulleiterin oder der Schulleiter für die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung der Schule (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 1998). Die Qualitätsentwicklung ist nur auf der Grundlage einer systematischen Selbstevaluation möglich. Zur Umsetzung dieses schulgesetzlichen Auftrags haben daher ca. 40 berufsbildende Schulen einschließlich aller 19 „Berufsbildende Schulen in Niedersachsen als regionale Kompetenzzentren“(ProReKo)-Schulen den Prozess der Qualitätsentwicklung mithilfe des EFQM-Modells begonnen. Um die Vergleichbarkeit der Qualitätsentwicklungsprozesse an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen sicherzustellen sowie die bereits vorliegenden Erkenntnisse und sich abzeichnenden Entwicklungen im Bereich des Qualitätsmanagements der ProReKo-Schulen frühzeitig zu übertragen, soll das EFQM-Modell von allen berufsbildenden Schulen übernommen werden. Daher sind die berufsbildenden Schulen in Niedersachsen dazu verpflichtet, ein Qualitätsmanagementsystem (QM) auf Grundlage des EFQM-Modells einzuführen. Der Einführungsprozess hat Anfang des Jahres 2005 erfolgt und soll schnellstmöglich zu einem Selbstbewertungsprozess in der Schule führen. Die Umsetzung des EFQM-Prozesses in den berufsbildenden Schulen gehört zum Kernbereich der beruflichen Bildung (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 2004). Begründet wurde diese Entscheidung vom Niedersächsischen Kultusministeriums damit, dass es sich bei dem EFQM-Modell um ein dynamisches, umfassendes Modell handelt, welches alle Bereiche einer Organisation beleuchtet. Ein anderer wesentlicher Aspekt ist der, dass auch die dualen Partner mit dem EFQM-Modell meistens vertraut sind, die Vorgehensweise innerhalb des Modells kennen und somit Schnittstellen für die Zusammenarbeit geschaffen werden. Die Grundvoraussetzung für den Aufbau eines systematischen QM-Systems ist es, sich schulintern auf verschiedenen Ebenen über die gewünschten Ergebnisse und Ziele zu verständigen (vgl. Rütters, Roggenbrodt & Künzel o. J.). Das EFQM-Modell basiert auf neun Kriterien (fünf Befähiger-Kriterien und vier Ergebnis-Kriterien), die für einen hohen Qualitätsstandard der schulischen Aktivitäten bedeutsam sind (vgl. Abbildung 1, S. 4).
Abbildung 1: Europäisches EFQM-Modell für Schulentwicklung (Künzel, Roggenbrodt & Rütters 2009) Das EFQM-Modell für Schulen beginnt mit dem Entwicklungsbereich der Führung (Punkt 1 in Abbildung 1), sie beinhaltet das Engagement der Schulleitung für EFQM. Bei dem zweiten Entwicklungsbereich sollen das Leitbild, die Ziele und das Schulprogramm aufgestellt werden. Der dritte Punkt enthält die Mitarbeiterorientierung, hier sollen die Lehrerinnen und Lehrer z. B. an Fortbildungen teilnehmen. Das vierte und fünfte Kriterium führt die Partnerschaften und Ressourcen sowie die Prozesse an. Mit Ressourcen ist die Finanzmittelverwendung gemeint und mit den Prozessen in der Schule der didaktische Unterricht. Das erste Ergebnis-Kriterium beinhaltet die Ergebnisse in Bezug auf Schülerinnen und Schüler, Eltern, nachfolgende Bildungseinrichtungen und Arbeitswelt. Diese Ergebnisse können z. B. durch Schülerumfragen erhebt werden. Das siebte Entwicklungskriterium impliziert die mitarbeiterbezogenen Ergebnisse, hier kann z. B. die Lehrerinnen- und Lehrerzufriedenheit gemessen werden. Das vorletzte Kriterium enthält die gesellschaftsbezogenen Ergebnisse und umfasst den Bildungsauftrag der Schule. Das letzte Entwicklungskriterium enthält die Ergebnisse der schulischen Tätigkeit, dafür müssen die schulischen Erfolge bei den Lernenden herausgestellt werden (vgl. Arbeitsgruppe Steiermark 2001). Die als Befähiger-Kriterien bezeichneten Faktoren erbringen die als Ergebnis-Kriterien bezeichneten Leistungen (vgl. BBS Rotenburg o. J.).
Der Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems mithilfe des EFQM-Modells - wie gerade beschrieben - bietet diesbezüglich zahlreiche Möglichkeiten. Ausgehend von einem Leitbild, welches in einem Schulprogramm im Rahmen des QM-Prozesses weiter ausdifferenziert werden sollte, werden schon vorhandene Aktivitäten (Prozesse) systematisiert, neue initiiert und durch eine Zuordnung von Zielen im Rahmen eines Regelkreises auf Effektivität und Effizienz geprüft. Der schulische Qualitätsentwicklungsprozess bezieht sich dabei nicht ausschließlich, wie von Kritikern befürchtet, auf schulorganisatorische Fragen, sondern ist letztlich immer direkt oder indirekt auf den Kernprozess
Unterricht durch Verbesserung der ihn beeinflussenden Rahmenbedingungen ausgerichtet (vgl. Abbildung 2).
Abbildung 2: Einflussfaktoren im Unterricht (Rütters, Roggenbrodt & Künzel o. J.)
Jedoch äußern Beteiligte die Sorge, dass durch die Implementierung eines QM-Systems, wie EFQM, die Gedankenwelt der Wirtschaft in unüberlegter Weise in die Schule getragen wird (vgl. Dubs 2003, S. 40). Daher besteht die Gefahr, dass sich Lehrkräfte durch fortdauernde Konzeptkorrekturen und eine überstürzte Einführung neuer Modelle und Begriffe zu Gegnern eines Qualitätsmanagements entwickeln (vgl. Dubs, S. 12).
Die Erfahrungen zahlreicher Schulen zeigen, dass der Aufbau eines systematischen Qualitätsmanagementsystems nach EFQM zu Beginn auf viele zunächst äußerst komplex wirkt. Wenn allerdings in den die Qualitätsentwicklung einleitenden Selbstbewertungsprozess eingestiegen, wird schnell ersichtlich, dass das Modell auch für Schulen als Grundlage für eine systematisch-ganzheitliche und strukturierte Schulentwicklung sehr geeignet und wertvoll ist. Für die Anwendung des EFQM-Modells in Schulen ist in Zusammenarbeit von Vertretern der niedersächsischen Bezirksregierungen, aus Schulen, des Niedersächsischen Landesamts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS) sowie eines professionellen Beraters ein an Schule angepasster Leitfaden entwickelt worden, der durch die Übersetzung der aus der Wirtschaft stammenden Begriffe in das Sprachspiel der Pädagogen die Übertragbarkeit und Anwendung des EFQM-Modells auf und in Schule stark erleichtert (vgl. Kotter 2004). Entscheidend ist in diesem Kontext eine externe Beratung und Begleitung des schulischen Qualitätsentwicklungsprozesses, die gewährleistet, dass zu Beginn dieses Prozesses nicht gleich der „falsche“ Weg eingeschlagen wird und so die Akzeptanz und der aufzubringende personelle Einsatz schnell nachlassen (vgl. Landesschulbehörde Niedersachsen 2009).
3.2 EFQM an der KBS N.
Am 31. Januar und 1. Februar hat die KBS N. alle Interessengruppen zu einem Seminar eingeladen, dieses sich zum Ziel gesetzt hatte, mithilfe des Qualitätsmanagements EFQM eine systematische Selbstevaluation durchzuführen. Aus dem gewonnenen Stärken-Schwächen-Profil wurden insgesamt 74 mögliche Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet. Im Rahmen eines Konsensmeetings wurde daraufhin eine Prioritätenliste für die Bearbeitung dieser Maßnahmen erstellt. Wie bereits in Kapitel 3.1 erläutert wurde, entspricht es der Logik des EFQM-Systems, dass alle umgesetzten Maßnahmen überprüft und im Zeitablauf notwendige Veränderungen vorgenommen werden. Daher wird eine Maßnahmenbearbeitung nie endgültig sein. Die KBS N. konnte folgende Maßnahmen abschließen: Am Anfang der Bemühungen um ein zeitgemäßes Qualitätsmanagement für die KBS stand die Erstellung eines Leitbildes. Schülerschaft, Lehrkräfte, Eltern- und Erziehungsberechtigte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sowie die Kooperationspartner der Schule einigten sich nach einem kreativen Findungsprozess auf ein „Grundgesetz“, das künftig als Basis der gemeinsamen Arbeit gilt. Das erarbeitete Leitbild einschließlich Präambel wurde von Vertretern aller genannten Gruppen unterzeichnet und während der Gesamtkonferenz am 28. Juni 2006 verabschiedet. Früher wurden wichtige Verträge durch feierliche Versprechen, per Handschlag oder ggf. auch mit entsprechender Strafandrohung bei Zuwiderhandlung besiegelt. Juristen und Psychologen mögen darüber streiten, welche Methode die größte Rechtssicherheit verspricht. Die KBS N. hat sich zur Sicherung der Vereinbarungen für einen schriftlichen Vertrag entschieden: den Schulvertrag. Dieser enthält das, was die KBS anzubieten haben und was Schule und Lehrerschaft andererseits von den Schülerinnen und Schülern auf Basis eines freundlichen, rücksichtsvollen und hilfsbereiten Umgangs erwartet. Haben die Lernenden einer Klasse diesen Vertrag unterschrieben, zeichnet der Klassenlehrer bzw. die Klassenlehrerin in jedem einzelnen Fall; ab dann gilt für alle Beteiligten der uralte Grundsatz. „Pacta sunt servanda“ oder zu Deutsch: „Verträge sind einzuhalten“ (vgl. KBS N. 2008, S. 18).
Gesellschaftliche Entwicklungen machen es auch im Schulbetrieb erforderlich, Regularien in gewissen Zeitabständen zu hinterfragen. Neue Formen des Umgangs zwischen den Generationeneine Dauerherausforderung für Schulen mit jungen Erwachsenen - sich verändernde Ordnungsmentalitäten sowie der allgemeine Wandel vom Autoritären „Es ist verboten“ zum Toleranten „Wenn es niemanden stört“ machten eine Fortschreibung der Schulordnung sinnvoll. Die jetzt gültige, überarbeitete Schulordnung enthält alle notwendigen Spielregeln, die ein faires Miteinander in einer 1700-köpfigen Mannschaft erfordert.
Oft sind es die kleinen „Dinge“, die den Schulalltag erschweren. Termine, Konferenzbeschlüsse oder auch nur die Bedingungen für die Genehmigung von Schulfahrten nehmen die Energie einer Lehrkraft in Anspruch. Vor allem neue Kolleginnen und Kollegen stehen einem komplexen Gebilde von Informations- und Rahmenbedingungen zunächst hilflos gegenüber. Deshalb wurde die Anfertigung
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B.A. Michael Mielke, 2009, Bericht über das Fachpraktikum an einer berufsbildenden Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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