Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. ETHNOMETHODOLOGIE. 3
2.1. DER BEGRIFF ETHNOMETHODOLOGIE 4
2.2. GRUNDLEGENDE ANNAHMEN 4
2.3. ERKENNTNISINTERESSE. 5
2.4. AUFGABEN 5
3. SOZIALE WIRKLICHKEIT 6
3.1. ALLTAGSWIRKLICHKEIT UND ALLTAGSWELT. 6
3.2. KRISENEXPERIMENTE. 8
3.3. ALLTAGSWISSEN 9
3.4. ALLTAGSDENKEN. 10
3.5. HANDLUNGEN 10
3.6. METHODEN 11
4. SCHLUSSBETRACHTUNG 11
5. LITERATURVERZEICHNIS 13
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1. Einleitung
„Es handelt sich um die Tatsache, dass Menschen annehmen - und zugleich annehmen, dass auch andere annehmen -, dass wenn ich meinen Platz mit dem anderen tausche, so dass sein “Hier“ das meine wird, ich in der gleichen Distanz zu den Dingen stehen und sie in der gleichen Typizität sehen werde wie er [...].“ (Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen 1981, S. 273)
Die Ethnomethodologie befasst sich mit der Welt, die wir für gewöhnlich nicht wahrnehmen. Das liegt nicht daran, weil sie so komplex oder weit entfernt ist, sondern im Gegenteil, weil sie so nah und selbstverständlich erscheint. Es ist die Alltagswelt. Ob wir mit Freunden baden gehen oder mit Fremden in einem Aufzug fahren, vieles von dem, was in diesem Moment passiert, widmen wir keine Aufmerksamkeit, weil es für uns zum Alltag gehört. Dabei geschieht eine ganze Menge, während wir denken, dass nichts passiert und wir nichts machen. Um jedoch diesen alltäglichen Prozessen ihre Selbstverständlichkeit zu nehmen und sie aufzudecken, benötigt es einer wissenschaftlich-distanzierten Betrachtungsweise. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Ethnomethodologie. Der Blick richtet sich zunächst auf die Grundlagen der ethnomethodologischen Forschung. Im Vordergrund stehen dabei die Begriffsdefinition, die grundlegenden Annahmen, das Erkenntnisinteresse, sowie die Aufgaben. Im darauf folgenden Teil soll die soziale Wirklichkeit genauer dargestellt werden, anhand einer Auseinandersetzung mit den Begriffen Alltagswirklichkeit, Alltagswelt, Alltagswissen und Alltagsdenken. Für ein besseres Verständnis wird des Weiteren auf die Krisenexperimente, Handlungen und Methoden eingegangen. Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse noch mal zusammengefasst.
2. Ethnomethodologie
„[...]Ethnomethodologie enthüllt das soziale Leben als eine Reihe solch beeindruckender Leistungen der Wirklichkeitskonstruktion, völlig abgehoben vom aktuellen Verhalten, Inhalten und Emotionen.“ (Weiss 1993, S. 120)
Ethnomethodologie wird als eine Forschungsrichtung verstanden, die versucht die Methoden festzustellen, mit denen der Mensch sich seinen Alltag gestaltet. Es handelt sich hierbei um Methoden, mit denen die Gesellschaftsmitglieder alltägliche Routinearbeiten, sowie selbstverständliche Handlungen und Interaktionen bewältigen (vgl. Fuchs-Heinritz/ Lautmann/Rammstedt/Wienold 1994, S. 186).
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2.1. Der Begriff Ethnomethodologie
Der Begriff „Ethnomethodologie“ wurde von Harold Garfinkel und seinen Mitarbeitern zur Charakterisierung ihrer Arbeit eingeführt. Der Terminus Ethnomethodologie setzt sich aus „ethno“ und „methodology“ zusammen. Das Präfix „ethno“ verweist auf Ethnos beziehungsweise Ethnographie, das heißt auf die Praxis gewöhnlicher Menschen und die völkerkundliche Forschung. Es stellt somit Informationen darüber bereitet, ob und auf welche Weise ein Gesellschaftsmitglied über das Alltagswissen dieser Gesellschaft verfügt. Dagegen bezieht sich „methodology“ auf die Methoden der Interaktion, die als Gegenstand der Untersuchung dienen. Demzufolge will Ethnomethodologie das Wissen und die Methoden aufzeigen, anhand von denen die Gesellschaftsmitglieder die Anzahl an Alltagshandlungen bewerkstelligen (vgl. Weiss 1993, S. 111).
2.2. Grundlegende Annahmen
Eine grundlegende Annahme ist, dass die Existenzangst des Menschen die Voraussetzung dafür ist, dass sich das Individuum kontinuierlich im Alltag einen Sinn konstruiert. Dieser beliebige Sinn wird durch Mitmenschen überliefert und fortgesetzt. Garfinkel fasst die Wirklichkeit als gegeben und entworfen auf. Im Gegensatz dazu erscheint die Wirklichkeit für die Menschen als selbstverständlich. Diese Selbstverständlichkeit resultiert daraus, dass eine Hinterfragung des alltäglichen Lebens zu einer mysteriösen „Unbegründbarkeit“ (Weiss 1993, S. 111) führt. Mit dieser Ansicht hält sich Garfinkel an Alfred Schütz’ Behauptung, dass bestimmte Sachverhalte für den Menschen unerklärlich erscheinen und mit unterschiedlichen Auslegungen überdeckt und verhüllt werden (vgl. Weiss 1993, S. 111f.).
Eine weitere Annahme ist, dass die „gesellschaftliche Wirklichkeit“ alle Ereignisse und Tatbestände umfasst, die das Agieren der Gesellschaftsmitglieder ausmachen und bestimmen. Damit es zur Schaffung und Veränderung der ,,gesellschaftlichen Wirklichkeit“ kommt, werden Probleme benötigt, die in der unmittelbaren Lebensbewältigung auftreten. Die Voraussetzung dafür ist die alltägliche Interaktion, die Erlebnisse und Sachverhalte ständig neu erzeugt (vgl. Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen 1981, S. 11). Außerdem wird in der Ethnomethodologie davon ausgegangen, dass „Menschen nicht allein Objekte in einer naturalen Welt sind, […], sondern zugleich auch Produzenten, Schöpfer einer eigenen, […] kulturellen Welt“ (Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen 1981, S. 271) sind.
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Arbeit zitieren:
Sarah Diekow, 2009, Ethnomethodologie – Die Erzeugung sozialer Wirklichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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