INHALT:
1 EINLEITUNG 4
1.1 Praefatio 4
1.2 Hinweise zu den Quellen und zur Literatur 4
1.3 Die wichtigsten schriftlichen Quellen. 4
1.3.1 Christliche Quellen. 5
1.3.2 Heidnische Quellen. 5
1.4 Auflösung der Abkürzungen 5
1.4.1 Quellen 5
1.4.2 Zeitschriften, Reihen, Lexika. 6
2 VORGESCHICHTE 7
2.1 Die früheren Verfolger (nach Laktanz) 7
2.2 Die Situation nach Decius und Valerian 8
3 DIE HERRSCHER DER ERSTEN TETRARCHIE 8
3.1 Bild und Selbstverständnis der Tetrarchen 8
3.1.1 Münzen 8
3.1.2 Büsten 10
3.2 Das Bild des Diokletian in den schriftlichten Quellen. 11
3.3 Massnahmen des Diokletian vor 303 12
3.3.1 Das Ehe-Edikt (295) 12
3.3.2 297/302(?) Das Manichäer-Edikt 12
3.3.3 Maßnahmen gegen christliche Soldaten im Heer 13
4 DIE "GROSSE" VERFOLGUNG 14
4.1 Gründe für den Ausbruch 14
4.1.1 Der Hass des Galerius auf die Christen. 14
4.1.2 Strafe Gottes aufgrund der Uneinigkeit der Christen 14
4.1.3 Religiöse und staatserhaltende Gründe. 15
4.2 Beginn der Verfolgungen am 23. Febr. 303. 16
4.2.1 Das 1. Edikt (24. Fbr. 303) 17
4.2.2 Das 2. Edikt (April 303) 17
4.2.3 Das 3. Edikt (vor dem 7.6.303) 17
4.2.4 Das 4. Edikt (Frühjahr 304) 18
4.3 Märtyrer unter Diokletian 19
4.3.1 In der historia ecclesiastica. 19
4.3.2 In de martyribus Palaestinae 20
4.3.3 Märtyrer im Westen 20
4.3.4 Der Heilige Florian 21
4.4 DAs Ende und Auswirkungen der Verfolgung 22
5 SCHLUSSWORT 23
5.1 Anhang 1 - Märtyrer bei Eusebius, de martyribus Palaestinae. 25
5.2 Anhang 2: Übersicht der Märtyrer nach Eusebius, historia ecclesiastica, Buch 8 und 9 27
6 ANHANG 3 : QUELLENTEXTE. 30
6.1 Der Charakter der Tetrarchen im Urteil der Antike 30
6.1.1 H.A. Car. 18,4 30
2
6.1.2 Aurel.Vict. 39,1-4 (Persönlichkeit des Diokletian) 30
6.1.3 Lact.mort.pers. 7,1-2. 30
6.1.4 Lact.mort.pers. 11,5. 30
6.2 Massnahmen des Diokletian vor 303 n.Chr. 30
6.2.1 Aurel.Vict. 39,45 (Förderung der guten Sitten und alten Kulte) 30
6.2.2 Praefatio zum Eheedikt (Coll. 6,4,1): 30
6.3 Anlass für die Christenverfolgungen. 31
6.3.1 Euseb.h.e. 8,1,7 (Innere Gründe) 31
6.3.2 Lact.mort.pers. 10,1-6 (Gestörtes Opfer in Antiochia? 299/300) 31
6.3.3 Lact.pers. 11 (Galerius als Urheber der Verfolgung) 31
6.4 Die "grosse Verfolgung" 33
6.4.1 Lact.mort.pers. 12-13 (Das Edikt vom 23. Febr. 303) 33
6.4.2 Euseb.h.e. 8,2,4-5 (Das erste Edikt Diokletians) 33
6.4.3 Euseb.mart.Palaest. - Einleitung (Das erste Edikt Diokletians) 33
6.4.4 Euseb.h.e. 8,3,2-4 (Das zweite Edikt - "Zwang zum Opfer") 34
6.4.5 Euseb.h.e. 8,6,7-10 (Das zweite und dritte Edikt Diokletians) 34
6.4.6 Euseb.mart.Pal. 3,1 (Das vierte Edikt Diokletians) 34
6.5 Tod des Diokletian. 34
6.5.1 Lact.mort.pers. 42. 34
6.5.2 Epit.Caes. 39,7: 34
6.6 Das Toleranzedikt von Nikomedien, 30. April 311 35
6.6.1 Lact.mort.pers. 34. 35
6.6.2 Euseb.h.e. 8,17. 35
6.7 Das sog. "Mailänder Edikt" vom 13. Juni 313 36
6.7.1 Lact.mort.pers. 48. 36
6.7.2 Euseb.h.e. 10,5,1-14 38
7 VERWENDETE LITERATUR. 39
8 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 40
3
1.1 PRAEFATIO
Die allgemeine Meinung über die Christenverfolgung im römischen Reich ist geprägt von Bildern wie jenen des Titelblatts und v.a. auch von Monumentalfilmen der 50-er und 60-er Jahre, dessen berühmtester wohl "Quo Vadis" ist. Das Bild der Christenverfolger ist ein düsteres - manchmal im wahrsten Sinn des Wortes ein "verrücktes", auch wenn sich bereits ab der Aufklärung Widerstand gegen ein solch einseitig christliches Bild v.a. des Diokletian regte.
Diese Arbeit soll ein kleines Repertorium der Quellen aber auch der modernen Literatur darstellen, was sich aufgrund der Fülle sowohl ersterer als auch zweiterer mit der vorgegebenen Seitenzahl (15) ein wenig schwer in Übereinklang bringen ließ. Da zumindest die wichtigeren Quellentexte nicht nur in dürren Fußnoten sondern auch nachvollziehbar dargestellt werden sollten, sind diese in einem eigenen Anhang an die Arbeit angeschlossen. Dem kurzen Teil der Selbstdarstellung der Tetrarchen anhand von numismatischen und ikonographischen Zeugnissen sowie dem Märtyrer-Kapitel sind auch einige Bilder hinzugefügtnichts ist ärgerlicher als eine lange Beschreibung von Bildmaterial ohne eine dazugehörige Abbildung.
Ein Schwerpunkt liegt auf den in der Regierungszeit des Diokletian nachzuweisenden Märtyrern. Dafür wurden die Kirchengeschichte des Eusebius sowie seine Schrift "de martyribus Palaestinae" genau untersucht - das Ergebnis in Form einer tabellarische Übersicht im Anhang (S25-28) ist der eigentlich "innovative" Teil dieser (ansonsten sehr viel zitierenden) Arbeit, weil er in dieser Form (zumindest in der mir zugänglichen) Literatur noch nicht vorhanden ist.
1.2 HINWEISE ZU DEN QUELLEN UND ZUR LITERATUR
Die Hauptquellen für das Referat und diese Arbeit sind im Anschluss kurz dargestellt, die Auflösung der Quellenzitate sowie sonstige Abkürzungen (Lexika, Nachschlagewerke, Reihen, Zeitschriften) findet sich gleich anschließend daran.
Die Angabe von Quellenzitaten wird wie folgt gehandhabt:
• Kürzere Zitate sind in den Text eingearbeitet, ev. mit Verweis auf den Gesamttext im Anhang.
• Eusebius wird grundsätzlich in deutscher Übersetzung zitiert (eine Zusammenstellung wichtiger Texte zur Christenverfolgung in Griechisch bieten GUYOT/KLEIN 1993/94).
• Die lateinischen Autoren werden zweisprachig zitiert.
Die Übersetzungen von Eusebius und Laktanz stammen - wenn nicht anders angegeben - alle aus der online zur Verfügung stehenden "Bibliothek der Kirchenväter": http://www.unifr.ch/bkv/awerk.htm.
Moderne Autoren der verwendeten Monographien, Aufsätze und Lemmata sind in den Zitaten mit Familiennamen und Herausgabejahr angeführt, das jeweils vollständige Zitat findet sich unter "Verwendete Literatur" ab Seite 39. Nur peripher verwendete Literatur sowie Beiträge aus der Reihe "Aufstieg und Niedergang der römischen Welt" (ANRW) sind in den Anmerkungen jeweils als vollständiges Zitat angegeben.
1.3 DIE WICHTIGSTEN SCHRIFTLICHEN QUELLEN 1
Die Quellenlage bietet dem Altertumskundler ein (nicht nur bei Diokletian) vertrautes Bild:
• Wichtige Quellen sind verloren (Zosimos 2 , Viten der Tetrarchen in der Historia Augusta 3 )
• Der Bericht zweier zeitgenössischer Autoren (an sich ein Glücksfall) ist stark subjektiv gefärbt -Eusebius und Laktanz als Christen sind naturgemäß antidiokletianisch eingestellt. Das Problem der historischen Zuverlässigkeit kann in diesem Rahmen jeweils nur am Rande angesprochen werden, es sei auf die spezielle Literatur dazu verwiesen 4 .
1 Quellendarstellungen bei: DEMANDT 2007, S7-32; KUHOFF S9-11; BRANDT 2006.
2 In der um 500 verfassten Neuen Geschichte (στορα να) weist die einzig erhaltene Handschrift (Codex Vaticanus Graecus 156) eine Lücke von 8 Seiten auf (Ende Buch 1, Anfang Buch 2 = die Jahre von 282-305). Die äußerst antichristliche Haltung des Zosimos zeigt sich v.a. an der Geschichte Constantins I. und Theodosius I. (v.a. 3,34 und 4,59) - sie seien die Hauptschuldigen am Niedergang Roms; den Verfall des Imperiums fasst er als Bestrafung für die Abkehr von den alten Göttern auf. Dass es zu Beginn des 6. Jahrhunderts noch möglich war, ein antichristliches Werk zu publizieren, deutet darauf hin, dass das Heidentum damals zwar seit langem auf dem Rückzug war, aber mit einer gewissen Bedeitung immer noch existierte.
3 H.A.Car. 18,5: "quorum vitam singulis libris Claudius Eusthenius qui, Diocletiano ab [a]epistulis fuit, scripsit".
4 Eine besonders ausführliche Bibliographie bei KUHOFF 2001 (56 Seiten mit etwa 2.300 Titeln!).
4
• Die späteren heidnischen Autoren berichten zwar über die Tetrarchen, aber nichts über die Christenverfolgung (Aurelius Victor, Eutrop, Epitome de Caesaribus, Historia Augusta (etwa Viten des Aurelius, Heliogabal, v.a. Carus-Carinus-Numerianus).
1.3.1 Christliche Quellen LAKTANZ 5 (um 250 - um 325) 6
• de mortibus persecutorum (v.a. 7-42): Um 300 von Diokletian als Lehrer an die rhetorische Akademie nach Nicomedia berufen, er könnte 23.2.303 (1. Edikt) also Augenzeuge der Geschehnisse in Nikomedia gewesen sein. Mit Beginn der diokletianischen Verfolgungen legte er sein Lehramt nieder und zog sich auf seine literarische Tätigkeit (v.a. als Apologet) zurück. Seine Schrift über die Verfolger verfasste er erst nach 313.
EUSEBIUS VON CAESAREA (260/64 - 337/40) 7
• historia ecclesiastica (v.a. Buch 8): Vor Beginn der diokletianischen Verfolgung 303 waren bereits 7 Bücher veröffentlicht (Kirchengeschichte von Christi Geburt bis auf den römischen Bischof Marcellinus 296-304). Die weiteren drei Bücher dürften zwischen 313 und 316 entstanden sein. Das
8. Buch beschäftigt sich mit den diokletianischen Verfolgungen, später kamen noch 2 Bücher dazu. Es handelt sich nicht um eine Ereignisgeschichte, dargestellt wird also nicht die Geschichte der Verfolger, sondern jene der Verfolgten.
• de martyribus Palaestinae: Schilderung der diokletianischen (bzw. tetrarchischen) Christenverfolgung von 303 bis 311 in Palästina.
• vita Constantini: nach dem Tod Konstantins (337) verfasst; enthält auch Berichte über die Tetrarchie sowie die oratio ad coetum sanctorum (Rede Konstantins an die Versammlung der Heiligen). Eher ein Panegyricus als eine Biographie, als dunkle Kulisse dienen die christenverfolgenden Tetrarchen, umso heller kann davor das Licht des Konstantin (tw. auch seines Vaters) strahlen 8 . Angaben hier sollten stets mit der früher verfassten Kirchengeschichte verglichen werden.
OROSIUS (um 385 - um 418): Seine Historiae adversum paganos sind seinem Lehrer Augustinus gewidmet, beiden ging es darum, den Vorwürfen ihrer Zeit (v.a. nach der Eroberung Roms durch Alarich im Jahr 410) entgegenzutreten, die Abkehr von den Göttern bewirke den Niedergang des Reiches. Sie versuchten darzustellen, dass Rom auch in früheren Zeiten (also ganz ohne Mitwirken von Christen) Katastrophen erlebt habe.
1.3.2 Heidnische Quellen
• Panegyrici Latini (zeitgenössisch, v.a. VIII-XI).
• EUTROP (Mitte 4. Jhdt.): breviarum ab urbe condita 9,19-28.
• AURELIUS VICTOR (2. Hälfte 4. Jhdt.): liber de Caesaribus 39.
• Anonym, Epitome de Caesaribus 39 (zwischen 395 und 408).
• Historia Augusta (Wende 4./5. Jhdt) v.a. Carus-Carinus-Numerianus.
1.4 AUFLÖSUNG DER ABKÜRZUNGEN
Cass.Dio Cod.Theod. Epit.Caes. Euseb. chron h.e. mart.Pal. vita Const. H.A. div.Aurel. Car. Hel. Iul.Caes. Lact.mort.pers. Oros.
5 Eigentlich LUCIUS CAECILIUS FIRMIANUS , den Beinamen LACTANTIUS erhielt er aufgrund der "milchigen" Form seiner Rede.
6 Zu Laktanz vgl. SCHWARTE 1994, S206-215.
7 Zu Eusebius vgl. SCHWARTE 1994, S215-221.
8 Vgl. BRANDT 2006, S407.
5
Paneg. Lat. Plin.epist. Tert.Scap.
1.4.2 Zeitschriften, Reihen, Lexika
ANRW
CIL Coll. DKP DNP FIRA
JThS
MGH MPL
PO
P. Oxy. RAC RE RIC
9 Nummerierung in der Literatur oft unterschiedlich angeführt (Manuskript bzw. chronologisch), Folgende Entsprechung (Manuskript-chronologisch): VIII (4), IX (5), X (2), XI (3).
6
2.1 DIE FRÜHEREN VERFOLGER (nach Laktanz)
In der kleinen Schrift de mortibus persecutorum ("Von den Todesarten der Verfolger"), versucht Laktanz am Beispiel von acht römischen Kaisern nachzuweisen, dass gerade solche, die Christen verfolgten, vom Gott dieser mit einem besonders elenden Tod bestraft wurden 10 :
Trajan sowie Marc Aurel scheinen hier nicht auf; beide gelten allgemein als "gute Kaiser"; gerade ein Reskript Trajans 11 aber schuf erst den gesetzlichen Hintergrund 12 zur Verfolgung der Christen: man sollte sie zwar nicht "aufspüren" und auch keinen anonymen Anzeigen nachgehen, wer sich aber als Christ bekannte und das Opfer vor Götter- und Kaiserbild verweigerte, riskierte die Todesstrafe. Den Philosophenkaiser" Marc Aurel versuchen sogar christliche Berichte immer wieder vom odium des Christenverfolgers zu befreien. Die in seine Regierungszeit fallenden größeren (wenn auch lokalen) Ausschreitungen gegen Christen können zwar in vielen Fällen auf den Druck der Bevölkerung zurückgeführt werden 13 , ganz ohne Wissen des Kaisers können aber Maßnahmen wie etwa jene von Lyon und Vienne (177 n.Chr. 14 ) nicht stattgefunden haben - Eusebius spricht sogar von einem diesbezüglichenm Reskript Marc Aurels 15 .
Auch die Tetrarchen nahmen - mit Ausnahme des Konstantius Chlorus 16 - nach Laktanz ein schreckliches Ende:
Die Darstellung des unglücklichen Todes von Diokletian bei Laktanz wirkt sehr konstruiert; nur scheinbar findet sie Bestätigung bei den Epitome de Caesaribus 18 , wo berichtet wird, er habe aus Angst vor einer "unehrenhaften Ermordung durch Konstantin und Licinius Gift genommen 19 (beide Texte siehe Anhang S34 und S34); Eusebius 20 schreibt, er sei "von einem langwierigen und äußerst schmerzlichen körperlichen Siechtum
10 Vgl. Tertullian, Apologeticum, Kapitel 5 (Gesetze gegen die Christen haben nur "schlechte" Kaiser erlassen).
11 Plin.epist. 10,96+97.
12 Kaiserliche Reskripte hatten Gesetzeskraft.
13 Man machte die Christen gerne für Katastrophen (wie etwa die Pest) verantwortlich, da sie die Staatsgötter nicht verehrten.
14 Euseb. h.e. 5,1-4; bei seinem Bericht über diese grausamen Pogrome dürfte es sich um von ihm redigierte Briefe der Gemeinden handeln.
15 Euseb.h.e. 5,1,47: "Da der Kaiser in seinem Reskript anordnete, die einen hinzurichten, die anderen jedoch freizulassen, wenn sie bereit wären, ihren Glauben abzuleugnen....".
16 Als Vater des "christlichen" Konstantin wird er sowohl von Laktanz (Lakt.mort.pers. 15) als auch Eusebius (Euseb.h.e. 8 App.) vom Vorwurf der Christenverfolgung freigesprochen und durfte demgemäß ein friedliches Ende nehmen.
17 Lact.mort.pers. 33, Euseb.h.e. 8,16.
18 SESTON in RAC III (1957), Sp. 1036f vermutet Abhängigkeit.
19 SCHLUMBERGER 1974, S186 sieht darin eine: "......späte heidnische Antwort auf die polemische Darstellung des zeitgenössischen Christen ..... Diocletian also nicht als ein Opfer des Christengottes als Strafe für die Verfolgung der Seinen sondern als ein unschuldiges Opfer der neuen Politik, die mit der Person des Christenidols Constantin verbunden ist"!
20 Euseb. 8,App.
7
hingerafft" worden. Eutrop berichtet über seine Divinisation 21 , nichts aber über seinen Tod und Aurelius Victor beendet seine Aufzeichnungen über Diokletian mit dessen Abdankung 22 , die Frage nach seinem Tod bleibt auch hier unbeantwortet.
2.2 DIE SITUATION NACH DECIUS UND VALERIAN
Ab Gallienus war das Christentum geduldet und verbreitete sich v.a. im Osten, wo es alle Schichten erfasste (Hof, Heer, Provinzialverwaltung); die Christen waren durch kaiserliches Privileg vom Opfer entbunden 23 , überall entstanden Kirchen und Bethäuser. Von Aurelian sind keine direkten Verfolgungen bekannt; nach Eusebius 24 und Laktanz 25 waren sie aber bereits geplant und wurden nur durch seine Ermordung verhindert.
Auch unter Diokletian lebten die Christen lange Zeit unbehelligt 26 , er duldete sogar in seiner Residenzstadt Nikomedia eine Kirche in Sichtweite seines Palastes, mitten im belebten Zentrum der Stadt 27 . "Welche Worte könnten genügen, um die Fülle des Glückes und Wohlstandes zu schildern, deren das römische Reich vor seinem Kriege gegen uns gewürdigt ward, als die Herrscher noch freundschaftliche und friedliche Gesinnung gegen uns hegten?" 28 .
3.1 BILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER TETRARCHEN
Auf dieses zum Verständnis der Christenverfolgung äußerst wichtige Thema kann hier nur sehr kurz eingegangen werden 29 , wobei als Ausgleich zu den in dieser Arbeit stark bevorzugten schriftlichen Quellen auch einige numismatische und ikonographische Zeugnisse herangezogen werden sollen.
3.1.1 Münzen 30
21 Eutr. 9,28.
22 Aur.Vict. 39,48.
23 Euseb.h.e. 8,1,2.
24 Euseb.h.e. 7,30,20f.
25 Lact.mort.pers. 6,2.
26 Lact.mort.pers. 9,11; Euseb.h.e. 8,2,4 (Verfolgung erst nach 19-jähriger Regierung); vgl. MOLTHAGEN 1970, S101f.
27 Lact.mort.pers. 12,3-4.
28 Euseb.h.e. 8,13,9.
29 Dazu: KUHOFF 2001, S565-716 ("Die Selbstdarstellung der Kaiser in bildlicher, schriftlicher und baulicher Gestalt"); SESTON in RAC III (1957), Sp. 1040-1045; gute Zusammenstellung mit ausführlicher Bibliographie auf der online-Seite des Archäologischen Instituts in Göttingen ("Virtuelles Antikenmuseum"): http://viamus.uni-goettingen.de/fr/e/uni/e/09.
30 Vgl. WEISER 2006.
31 KUHOFF 2001, S567f.
32 KUHOFF 2001, S570: "Ungeachtet dieser Hoheitszeichen (sc. Toga picta, Lorbeerkranz, Szepter mit Adlerbekrönung) präsentieren sich die Gesichter in einem merklich unterschiedlichem Aussehen, das beide Augusti zu individuellen Persönlichkeiten macht: Der links dargestellte Diokletian besitzt ein hageres Gesicht mit großem rechten Auge, einer langen, geraden Nase und einem schmalen Mund, während der ihn anblickende Maximian ein volleres Gesicht mit kleinem linken Auge, einer kürzeren, aber ebenfalls geraden Nase und einem kleineren Mund aufweist".
8
Arbeit zitieren:
Elisabeth Bruna, 2009, Die Christenverfolgung unter Diokletian, München, GRIN Verlag GmbH
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