Multidimensionale Patientenorientierung
1. 1. Einleitung Einleitung 1. 1. Einleitung Einleitung
Vorab möchte ich deutlich zum Ausdruck bringen, dass ich grundsätzlich die weibliche und männliche Form der Anrede meine, auch wenn ich diese der besseren Lesbarkeit wegen nicht schreibe. Gleichzeitig möchte ich noch erwähnen, dass die Mitarbeiterin und die Kundin einen erfundenen Namen zum Schutz der Persönlichkeit von mir erhalten haben.
Wir pflegen unsere Kunden nach dem Pflegeleitbild der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. 1 Die Untersuchung fand in der Ambulanten Pflege Buchholz der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Kreisverband Harburg statt. Der Kreisverband Harburg wurde im Jahr 1989 durch ehrenamtliche Helfer gegründet. 1992 wurde ein Behindertenfahrdienst mit einer hauptamtlichen Kraft eingerichtet. 1994 kam dann der Hausnotruf hinzu und 1997 folgte noch Menüservice „Essen auf Rädern“. Aufgrund hoher Nachfragen, gründete der Kreisverband Harburg im März 2007 in Harburg und im Juli 2008 in Buchholz einen ambulanten Pflegedienst. Der ambulante Pflegedienst in Buchholz besteht aus 1 PDL, 1 st. PDL, 2 festangestellten Pflegefachkräften, 2 festangestellten Pflegehilfskräften, 1 Pflegefachkraft auf Honorarbasis und 1 Pflegehilfskraft auf Honorarkraft für derzeit 33 Kunden. Es werden SGB V und SGB XI Leistungen erbracht. In der ambulanten Pflege geht die Pflegekraft, in der Regel nach einer kurzen Einarbeitung, allein zum Kunden. Es gibt keine Kollegen, die nach der Einarbeitung noch beratend und unterstützend während der Arbeit dabei stehen. Die Pflegekraft muss selbständig arbeiten und sich selbständig einen Überblick verschaffen können. Erst nach dem Einsatz in der Station kann sie im Rahmen einer Fallbesprechung oder im direkten Dialog mit der PDL auftretende Fragen klären. Es ist aus meiner Sicht unerlässlich regelmäßige themenbezogene Pflegevisiten
1 Pflegeleitbild der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in der Anlage
Multidimensionale Patientenorientierung
durchzuführen um den Grad der Patientenorientierung und den Grad der Kompetenzstufen 2 der Pflegekraft zu eruieren. Bei der themenbezogenen Pflegevisite sollte es um die Schlüsselqualifikationen wie Sozialkompetenz, Methodenkompetenz, Selbstkompetenz, Handlungskompetenz, Medienkompetenz und die Fachkompetenz gehen. 3
Im Rahmen der CM Weiterbildung zum Thema „Patientenorientierung“ und „Kompetenzstufen“ erfolgt eine Darstellung eines Praxisbeispiels anhand der Pflegetheorien nach Prof. em Dr. Karin Wittneben 4 und Patricia Benner 5 6 Da ich seit einiger Zeit nicht mehr in der aktiven Pflege tätig bin, und vorher in der ambulanten Pflege tätig war, hatte ich zunächst keine Probanten, an denen ich das 5-Stufen-Modell anwenden konnte. Somit führte ich eine themenbezogene Pflegevisite in der „Ambulante Pflege Buchholz“ durch. Kundin (Betreuer) und Mitarbeiterin wurden hierzu um Erlaubnis gebeten. Zuvor wurden Kundin (Betreuer) und Mitarbeiterin umfassend über die Durchführung der Pflegevisite informiert. Kundin (Betreuer) und Mitarbeiterin willigte ein.
2. 2. Konzept der multidimensionalen Patientenorientierung Konzept der multidimensionalen Patientenorientierung 2. 2. Konzept der multidimensionalen Patientenorientierung Konzept der multidimensionalen Patientenorientierung Bei dem Konzept der multidimensionalen Patientenorientierung gibt es verschiedene Stufen von der Patientenignorierung bis hin zur Patientenorientierung. Die Patientenignorierung zeichnet sich im Besonderen durch die reine Ab-
2 Rauner,Felix Uni Bremen: Praktisches Wissen und berufliche Handlungskompetenz
3 Lang, Rudolf: Schlüsselqualifikationen
4 Wittneben, Karin Prof. em Dr.: Konzept der multidimensionalen Patientenorientierung 5 - Stu-
fen - Modell
5 Benner, Patricia: Bereiche der Pflegepraxis 6 Benner, Patricia: Kompetenzstufen nach Dreyfus/Dreyfus
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lauforientierung aus. Diese steigert sich über Verrichtungsorientierung bis zur Handlungsorientierung. Bei der Handlungsorientierung kann man von einer Pa-tientenorientierung sprechen, denn hier ist bereits eine hohe Stufe der Patien-tenorientierung erreicht. Die Stufen zwischen der Ablauforientierung bis zur Handlungsorientierung sind mehr oder weniger Patientenignorierung bzw. Pati-entenorientierung. Wobei es Verschmelzungen der verschiedenen Stufen durchaus geben kann und nicht nur selten. Eine Pflegekraft, die ablauforientiert arbeitet, kann gleichzeitig auch verrichtungsorientiert handeln. Sie führt bestimmte Maßnahmen (Verrichtungen) zu einer bestimmten Zeit durch, damit der Ablauf nicht gestört wird. Die meisten Pflegekräfte, die ich erlebt habe, haben ablauf- und verrichtungsorientiert gearbeitet. Bettenrunden, Pulsrunden, Ver-bandsrunden usw.
Bevor ich nun zur Beschreibung meiner Pflegekraft komme, beschreibe ich weiter das Konzept der multidimensionalen Patientenorientierung.
2.1. 2.1. Ablauforientierung Ablauforientierung 2.1. 2.1. Ablauforientierung Ablauforientierung Die Pflegekraft orientiert sich am Ablauf der Einrichtung
• Frühstück muss zu einer bestimmten Zeit stattfinden
• Geplante Operationen finden nur in der Verwaltungsgeschäftszeit statt
• Geplante Untersuchen finden nur in der Verwaltungsgeschäftszeit statt
• Physiotherapie findet nur an Werktagen statt
• Gebadet wird jeder Patient nur einmal in der Woche
2.2. 2.2. Verrichtungsorientierung Verrichtungsorientierung 2.2. 2.2. Verrichtungsorientierung Verrichtungsorientierung
Das Hauptinteresse der Pflegekraft liegt bei der zu verrichtenden Tätigkeit
• Funktionspflege
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• Kittelpflege (Umkehrisolation)
Bei diesen Tätigkeiten fühlen sich die Pflegekräfte sicher. Sie sind fest in ihrer bekannten Routine. Nichts darf diese Routine unter- oder durchbrechen. Wird diese Routine unterbrochen, so wird zugleich der Ablauf beeinflusst und die Pflegekraft wird verunsichert.
2.3. 2.3. Symptomorientierung Symptomorientierung Symptomorientierung Symptomorientierung 2.3. 2.3.
Bei der Symptomorientierung nähern wir uns ganz langsam in Richtung Pati-entenorientierung, zumindest geht es langsam weg von der Patientenignorierung. Im Mittelpunkt stehen hier die Symptome eines Patienten, somit wird sich inzwischen mit dem Patienten beschäftigt.
• Wie sind die Vitalparameter
• Wie ist die Hautfarbe
• Wie fühlt sich der Patient
• Was machen die Schmerzen
2.4. 2.4. Krankheitsorientieru Krankheitsorientierung ng ng ng 2.4. 2.4. Krankheitsorientieru Krankheitsorientieru
Die Pflegekräfte stützen und stürzen sich auf die Defizite. Der Patient ist jetzt zu einem mitleiderregenden Objekt geworden. Die Pflegekräfte übernehmen alles und mehr was der Patient nicht mehr kann oder was die Pflegekräfte meinen, was der Patient nicht mehr kann.
• Was geht nicht mehr
Arbeit zitieren:
Birgit zum Felde, 2008, Multidimensionalen Patientenorientierung in der ambulanten Pflege, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Der vorletzte Wille - Die Patientenverfügung als Entscheidungsdirektiv...
Bachelorarbeit, 55 Seiten
Patientenverfügungen nach dem neuen Recht
Jura - Zivilrecht / Familienrecht / Erbrecht
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Seminararbeit, 21 Seiten
Birgit zum Felde's Text Multidimensionalen Patientenorientierung in der ambulanten Pflege ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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