Aufgabenstellung
Thema 1: Rating
Kaum ein Thema hat in der letzten Zeit die Banken und die Unternehmen, insbesondere deen Mittelstand mehr beschäftigt als das Rating. Die Regelungen von Basel II besagen, dass die Kreditvergabe und die Kreditkosten an der Bonität der Unternehmen ausgerichtet werden sollen. Die Bonität wiederum soll im Rahmen eines Rating periodisch bewertet werden.
Die Vereinbarungen treten von Basel erst 2005 in Kraft, weil Banken, Bankaufsichtsbehörden und Unternehmen Zeit benötigen, sich auf die Veränderungen einzustellen.
• Sellen Sie aus unternehmerischer Sicht die wesentlichen Regelungen von Basel II dar. Gehen Sie auf die Berücksichtigung von kleinen und mittleren Unternehmen ein.
• Welche Veränderungen ergeben sich für Ihr Unternehmen?
• Welchen Anpassungs- und Vorbereitungsbedarf sehen Sie für Ihr Unternehmen?
Inhaltsverzeichnis Seite
Abk ürzungsverzeichnis 5
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis. 5
1 Vorbemerkung 6
2 Die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung 7
2.1 Basel II - Einleitung und Zielsetzung 7
2.2 Aufbau und Anwendungsbereiche 8
2.3 Auswirkungen der Neuerungen. 9
2.4 Makroökonomische Betrachtung 10
3 Kreditrisikomessung mittels Rating 11
4 Der Standardansatz. 12
4.1 Das externe Rating 12
4.2 Kreditrisikomessung nach dem Standardansatz 14
4.3 Kein Rating 16
5 Die auf internen Ratings basierenden (IRB) Ansätze. 16
5.1 Das interne Rating. 16
5.2 Kreditrisikomessung nach den IRB-Ansätzen. 17
6 Beurteilung der verschiedenen Ansätze 19
6.1 Die Kosten-Nutzen-Analyse im Entscheidungsprozeß 19
6.2 Vor- und Nachteile des Standardansatzes 20
6.3 Vor- und Nachteile der IRB-Ansätze 22
7 Schlussbemerkungen. 24
8 Literaturverzeichnis. 28
9 Eidesstattliche Erklärung 29
Abkürzungsverzeichnis
BAfB Basler Ausschuß für Bankenaufsicht EAD Exposure at Default (erwartete Höhe von Forderungen im Zeitpunkt des Ausfalls) IRB Internal Ratings-Based (auf internen Ratings basierend) KP Konsultationspapier LGD Loss Given Default (Verlust bei Ausfall) M Maturity (Restlaufzeit) Moody’s Moody’s Investors Services PD Probability of Default (Ausfallwahrscheinlichkeit) URA Unternehmensratingagentur www World Wide Web
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abb. 1 Die 3 Säulen des neuen Baseler Akkords Abb. 2 Auszug - Ratingsymbole und Aussagen Abb. 3 Anforderungen an eine Ratingagentur
Tab.1: Risikogewichte der Forderungen an Unternehmen
1 Vorbemerkung
Das Kreditrisikomanagement gewinnt für Kreditinstitute angesichts der zunehmenden Globalisierung und Internationalisierung der Finanzmärkte sowie der deutlich steigenden Unternehmensinsolvenzen immer größere Bedeutung. Mit 49.600 hat die Zahl der Gesamtinsolvenzen in Deutschland im Jahr 2001 einen neuen traurigen Höchststand erreicht. Dies war gegenüber dem Jahr 2000 (41.780) ein deutlicher Anstieg um 18,7%. Im Jahr 2000 war vor allem die Entwicklung bei den Verbraucherinsolvenzen für den massiven Zugang der Insolvenzzahlen verantwortlich. Hingegen war im Jahr 2001 ein deutliches Wachstum der Unternehmensinsolvenzen um 16% zu verzeichnen. 1
Auf Grund dieser Wirtschaftsverflechtungen sind entstehende Krisen gegenwärtig nicht mehr regional begrenzt. Es genügt also nicht mehr, sich lediglich auf nationale Richtlinien zu konzentrieren. Vielmehr erfordern die modernen Märkte zur Stabilisierung des Finanzsystems internationale Standards für sämtliche Markteilnehmer 2 . In diesem Zusammenhang sind die Entwicklung neuer Finanzinstrumente und damit verbundener Risiken sowie das verstärkte Ausweichen der Kreditinstitute auf nicht mit Eigenkapital zu unterlegende Geschäftsfelder nur einige Gründe, die zwingend zu einer Überarbeitung der bisherigen Eigenkapitalnorm Basel beigetragen haben. Im Juni 1999 stellte der BAfB 3 das 1. KP zur Neuen Eigenkapitalvereinbarung vor, dem im Januar 2001 das 2. KP folgte. Als Reaktion auf dieses komplexe Regelwerk gingen zahlreiche Änderungsvorschläge aus den verschiedensten Wirtschaftsbereichen ein. Zugunsten weiterer Überarbeitungen wurde die Einführung der Neuen Eigenkapitalvereinbarung um ein Jahr auf 2005 verschoben. 4 Alle Kreditinstitute stehen im Zuge dieser neuen Vereinbarung vor der Aufgabe, sich für einen auf Rating 5 basierenden Ansatz zur Kreditrisikomessung zu entscheiden. Die folgenreichen weltweiten Finanzkrisen der jüngeren Vergangenheit belegen die Anfälligkeit des herrschenden Finanzsystems. Die rasche Entwicklung der
1 Vgl. Unternehmensinsolvenzen,[ www.creditreform.de/insolvenzen.htm/]
2 Vgl. Munsch, Michael: Rating, 2. Auflage, Bonn 2001, S.7-9
3 Der Basler Ausschuß für Bankenaufsicht wurde von den Zentralbankpräsidenten der zehn wichtigsten
Industriestaaten (sogenannte Zehnergruppe) im Jahre 1975 ins Leben gerufen. Später sind Vertreter aus Spanien
und Luxemburg beigetreten. In regelmäßigen Abständen tritt er bei der Bank für Internationalen
Zahlungsausgleich in Basel zusammen und nimmt v. a. Untersuchungen zur Eigenkapitalunterlegung von
Risiken und Beurteilung der Liquidität vor.
4 Vgl. Hoffmann G., Auf dem Weg zu Basel II, 1. Auflage, Frankfurt (Main) 2001, S.1
5 Def. Rating siehe Kapitel 2.
Informationstechnologie sowie die zunehmende Deregulierung und Liberalisierung des Kapitalverkehrs begünstigen die Konkurrenz international operierender Unternehmen, Finanzinstitute und Investoren. Dieser Wettbewerb bietet den Marktteilnehmern eine Vielzahl lukrativer Chancen, die jedoch in engem Zusammenhang mit folgenreichen Risiken stehen. Ziel dieser Arbeit soll es dabei sein, Aufschluss über die Kapitalvereinbarungen von Basel II zu geben, die verschiedenen Ansätze darzustellen und Faktoren aufzuzeigen, die bei dieser Auswahl ausschlaggebend sein können. Obwohl der BAfB zwischen sechs Kreditnehmergruppen 6 unterscheidet, ist nur die Betrachtung der Unternehmen als Kreditnehmer Inhalt dieser Arbeit. Ebenso wird aufgrund des begrenzten Umfanges dieser Studienarbeit auf eine detaillierte Untersuchung der Verfahren zur Kreditrisikominderung verzichtet.
2 Die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung
2.1 Basel II - Einleitung und Zielsetzung
Die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II- Akkords) basiert auf der Richtlinie des BafB aus dem Jahre 1988, die in über 100 Ländern weltweit in nationales Recht umgesetzt wurde 7 . Die Ziele dieser neuen Vereinbarung sind:
• „die Sicherheit und Solidität des Finanzwesens [zu] fördern... ,
• die Wettbewerbsgleichheit weiter [zu] verbessern,
• die Risiken umfassender [zu] behandeln...[und]
• Ansätze für die Ermittlung der angemessenen Eigenkapitalausstattung [zu entwickeln]“ 8 .
6 Unternehmen, Banken, Staaten, Privatkunden, Projektfinanzierung, Anteile an Unternehmen
7 Vgl. Hoffmann G., Auf dem Weg zu Basel II, 1. Auflage, Frankfurt (Main) 2001, S.7
8 BAfB (d), 2001, Abs. 29
2.2 Aufbau und Anwendungsbereiche
Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt der BAfB die Drei-Säulen-Strategie.
Abb. 1 Die 3 Säulen des neuen Baseler Akkords 9
Sie besteht aus den Mindesteigenkapitalanforderungen, dem Aufsichtlichen
Überprüfungsverfahren und der Marktdisziplin. Die erste Säule kann man nochmals unterteilen, und zwar in die Neuregelung der Kreditrisiken und die des operationellen Risikos. Im Wesentlichen erhoffte sich der Ausschuss dabei, für die Bankenaufsicht mehr Eingriffs-und Kontrollrechte hinsichtlich des Risikosteuerungsprozesses der Banken mit dem Ziel zu erwirken, diese bei der Berechnung ihrer Mindestanforderungen intensiver zu überwachen, um bei Fehlberechnungen frühzeitig intervenieren zu können (Säule 2, Überprüfung durch die Aufsicht). Die Säule 3 (Marktdisziplin) zielt darauf ab, Kreditinstituten umfassendere Publizitätspflichten aufzuerlegen, um durch Verbesserung der Transparenz eine Stärkung der Marktdisziplin zu erzielen. Der Ausschuss unterstreicht die Notwendigkeit, alle drei Säulen konsequent anzuwenden, und will mit Bankenaufsichtsinstanzen aktiv zusammenarbeiten, um eine wirksame Umsetzung sämtlicher Aspekte der Eigenkapitalvereinbarung zu erreichen. Die wichtigsten Komponenten sind im Anhang 1 dargestellt.
9 Hoffmann G., Auf dem Weg zu Basel II, 1. Auflage, Frankfurt (Main) 2001, S.9
Arbeit zitieren:
Tim Vollborth, 2003, Rating / Basel 2, München, GRIN Verlag GmbH
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