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Das deutsche duale System

Vorteile und Begrenzungen eines Traditionsmodells beruflicher Bildung

Title: Das deutsche duale System

Seminar Paper , 2009 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefanie David (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Im Jahr 2000 „absolvieren etwa zwei Drittel eines Alterjahrgangs eine Lehre in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Die Zahlen untersteichen den Stellenwert dieser zentralen Institution der beruflichen Bildung […].“
Das duale System ein Traditionsmodell?
Die Entwicklungsgeschichte der deutschen Berufsausbildung reicht weit zurück und hält damalige Prinzipien und Strukturen noch heute Inne. Die derzeitige duale Ausbildung stellt weiterhin einen wichtigen Standort- und Produktionsfaktor in Deutschland dar und ist durch seine Dualität auch international anerkannt. Seit einiger Zeit stellt sich jedoch die Frage, ob das traditionell vorliegende System den gestiegenen Anforderungen weiter gerecht werden kann.
Mit dem Fokus auf eine vorbildlich da gewesene Berufsausbildung, fällt es nicht leicht von dem Traditionsaspekt abzusehen und lediglich zeitliche sowie ökonomische Veränderungen und ihren Einfluss auf die Berufsbildung zu beachten. Inwieweit benötigt das duale System Reformen und Modernisierung? „Modernisierung setzt voraus zu wissen, was nicht mehr möglich ist. Wer sich auf dem, was früher einmal Modernisierung war, ausruht, findet sich schnell im Antiquariat wieder.“
In dieser Arbeit soll zunächst die geschichtliche Entwicklung der dualen Berufsausbildung vorgestellt werden, um im weitern Verlauf die traditionellen Aspekte der heute geltenden Berufsausbildung zu können.
Weiß man Fakten über die Geschichte, Struktur und Anwendbarkeit, kann versucht werden die Vorteile und die Begrenzungen des dualen Systems an Hand aktueller Zustände festzumachen.
Am Ende soll überlegt werden, ob das duale System ohne Reformen als Traditionsmodell beruflicher Bildung bestehen kann und soll, oder inwieweit die Tradition als lastend erachtet wird und durch Reformierung beseitigt werden sollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Historischer Kontext des dualen Systems in Deutschland

2.1. Die Gründungsphase dualer Berufsausbildung

2.2. Die Konsolidierungsphase dualer Berufsausbildung

2.3. Die Ausbauphase des dualen Systems der Berufsausbildung

3. Das deutsche duale System der Berufsausbildung

3.1. Merkmale der dualen Ausbildung

3.2. Berufsbildungsgesetz

3.3. Ausbildungsordnung

4. Vorteile der dualen Berufsausbildung

4.1. Verbindung von Theorie und Praxis

4.2. Innovationskraft und Leistungsfähigkeit

4.2. Sonstige Stärken der dualen Berufsausbildung

5. Nachteile und Begrenzungen der dualen Berufsausbildung

5.1. Quantitative und Qualitative konjunkturelle Abhängigkeit

5.2. Chancengleichheit der Auszubildenden

5.3. mangelnde Lernortkooperation

5.4. Flexibilität des dualen System

5.5. Folgen der Europäisierung

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das deutsche duale System der Berufsausbildung kritisch hinsichtlich seiner Funktion als Traditionsmodell und bewertet seine Zukunftsfähigkeit angesichts moderner ökonomischer Anforderungen und Reformdebatten.

  • Historische Genese des dualen Ausbildungssystems
  • Strukturelle Merkmale und rechtliche Rahmenbedingungen (BBiG)
  • Analyse der Stärken (u.a. Theorie-Praxis-Verzahnung, Integrationsfunktion)
  • Identifikation von Schwachstellen (u.a. Konjunkturabhängigkeit, Lernortkooperation)
  • Diskussion über Modernisierungsnotwendigkeiten und Europäisierung

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Gründungsphase dualer Berufsausbildung

Die Entstehung einer dual organisierten Berufsausbildung ist, laut berufspädagogischer Literatur, auf die Jahre um 1900 zurückzuführen. Genauer gesagt zwischen 1870 und 1920. Die wirtschaftliche Abschwungphase im letzten Drittel des 19. Jahrhundert, heute bekannt als „Große Depression“, brachte soziale und politische Umbrüche mit sich und führte neben zahlreichen anderen Problemlagen zum Niedergang des alten Mittelstandes, insbesondere des Handwerkes. Es kann behauptet werden, dass die, auf die Missstände gerichteten, politischen Reaktionen des deutschen Kaiserreiches die Geburtsstätte des dualen Systems darstellen. Allerdings ist das System keine gezielte Folge, sondern ein Nebenprodukt der Mittelstandspolitik des Kaiserreiches.

Nach den Depressionsperioden und dem Übergang zum „Massenzeitalter“ stand der ökonomische Niedergang des Handwerks kurz bevor und mit ihm die Auflösung seiner traditionellen Ausbildungsform, der Lehre. Die handwerkliche Lehre war charakterisiert durch reproduktives Lernen am Arbeitsplatz und lehrte nach dem Erziehungsprinzip der Imitatio (von lat. Imitari = nachahmen). Den äußeren Rahmen des ständischen Sozialisationsmodells regelten die damaligen Zünfte, unter anderem mit der Entwicklung eines gestuften Erziehungsgangs, vom Lehrling über den Gesellen zum Meister. Diese Ausbildungsstufung, die methodischen Elemente und das Imitationslernen als Lernform finden sich in unserem heutigen Modell der Berufsausbildung beinahe unverändert wieder, weswegen man durchaus von einem Traditionsmodell spricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einleitung in das Thema mit der zentralen Frage, ob das duale System als Traditionsmodell den heutigen Anforderungen noch gerecht wird.

2. Historischer Kontext des dualen Systems in Deutschland: Darstellung der Entwicklung vom Handwerk über das Kaiserreich bis zur Bundesrepublik, unterteilt in Gründungs-, Konsolidierungs- und Ausbauphase.

3. Das deutsche duale System der Berufsausbildung: Erläuterung der dualen Struktur mit ihren zwei Lernorten Betrieb und Berufsschule sowie der gesetzlichen Grundlage durch das BBiG.

4. Vorteile der dualen Berufsausbildung: Analyse der Stärken, insbesondere der Verbindung von Theorie und Praxis, der Innovationskraft und der gesellschaftlichen Akzeptanz.

5. Nachteile und Begrenzungen der dualen Berufsausbildung: Kritische Beleuchtung von Schwachstellen wie Konjunkturabhängigkeit, mangelnde Lernortkooperation und mangelnde Flexibilität.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit, das die Notwendigkeit von Modernisierungen betont, ohne das Berufsprinzip vollständig aufzugeben.

Schlüsselwörter

Duales System, Berufsausbildung, Berufsbildungsgesetz, Tradition, Handwerk, Lernortkooperation, Modernisierung, Berufsprinzip, Arbeitsmarkt, Konjunkturabhängigkeit, Europäisierung, Qualifizierung, Facharbeiter, Berufsschule, Betrieb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das deutsche duale Ausbildungssystem als ein gewachsenes Traditionsmodell und untersucht, inwieweit dieses System angesichts heutiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen reformbedürftig ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung des Systems, der rechtliche Rahmen (BBiG), die Stärken der Ausbildung sowie die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen strukturellen Schwachstellen und Reformdebatten.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob das duale System ohne Reformen weiterhin als zeitgemäßes Traditionsmodell beruflicher Bildung bestehen kann oder ob die Tradition als Last empfunden wird, die durch gezielte Modernisierung beseitigt werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die den historischen Kontext und aktuelle berufspädagogische Fachliteratur auswertet, um eine Bilanz der Vor- und Nachteile des Systems zu ziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Entwicklung, die Erklärung der strukturellen Merkmale (Betrieb/Berufsschule), die Ausarbeitung der Stärken sowie eine kritische Analyse der Nachteile und Herausforderungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten beschreiben?

Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen "duales System", "Berufsausbildung", "Traditionsmodell", "Modernisierung" und "Lernortkooperation" zusammenfassen.

Welche Bedeutung kommt dem "Berufsprinzip" in dieser Arbeit zu?

Das Berufsprinzip wird als konstitutives Merkmal des dualen Systems verstanden, das jedoch durch die Europäisierung und den Strukturwandel der Arbeitswelt zunehmend unter Druck gerät.

Wie bewertet die Autorin die Lernortkooperation?

Die Autorin identifiziert die Kooperation zwischen Betrieb und Berufsschule als eine kritische Schwachstelle, da rechtliche und administrative Trennungen sowie Kommunikationsdefizite oft zu ineffizienten Ausbildungsinhalten führen.

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Details

Title
Das deutsche duale System
Subtitle
Vorteile und Begrenzungen eines Traditionsmodells beruflicher Bildung
College
University of Constance  (Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik)
Grade
2,0
Author
Stefanie David (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V151155
ISBN (eBook)
9783640625048
ISBN (Book)
9783640625109
Language
German
Tags
System Vorteile Begrenzungen Traditionsmodells Bildung Dualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie David (Author), 2009, Das deutsche duale System, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151155
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