INHALTSVERZEICHNIS:
1 EINLEITUNG 4
2 GRUNDGEDANKE DES KONZEPTES 4
2.1 DEFINITION PSYCHISCHER EINFLUSSFAKTOREN 6
2.1.1 Selbstkonzept und Selbstwertgefühl 7
2.1.2 Selbstwahrnehmung und Selbstkonzept 7
2.1.3 Körperbildstörung 8
2.2 LEHRPLANBEZUG DES KONZEPTES 9
2.3 AUSGANGSSITUATION, VORAUSSETZUNGEN UND BEDINGUNGEN 10
3 DEFINITION DER SPORTART „LE PARCOURS“ 10
3.1 GRUNDBEWEGUNGEN VON LE PARCOURS 12
4 DURCHFÜHRUNG DES KONZEPTES 12
4.1 EINFÜHRUNGSPHASE DES KONZEPTES 13
4.1.1 Die Sensibilisierung und Visualisierung 14
4.1.2 Die Erwärmung 15
4.1.3 Das richtige Fallen. 19
4.1.3.1 Übungstipps zum Fallen vorwärts 20
4.1.3.2 Übungstipps zum Fallen rückwärts 20
4.1.3.3 Übungstipps zum Fallen seitwärts 21
4.2 DER BEGINN DER HAUPTPHASE 21
4.2.1 Beginn mit Einzelelementen 22
4.2.2 Zwischenreflexionen und ihre Bedeutung 23
4.2.3 Differenzierung 24
4.2.3.1 Einführung von Stationen 25
4.2.3.2 Wir entwickeln Stationen selbst 26
4.2.3.3 Verbinden von Stationen 27
4.2.3.4 Eine runde Sache - Parcours ohne Ende 28
4.2.4 Exkursionen: Was bietet uns das Umfeld / die Umwelt 29
4.3 DIE GESAMTREFLEXION DURCH DIE SUS INNERHALB DES KONZEPTES 30
5 LEHRERFUNKTIONEN 32
6 REFLEXION DES GESAMTKONZEPTES UND AUSBLICK 34
2
7 LITERATURVERZEICHNIS 35
8 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 37
9 ANHANG 38
9.1 TABELLE: FOLGEN DES AUFWÄRMENS 38
9.2 ERLÄUTERUNGEN ZUM FALLEN (UKEMI-WAZA DES JUDO) 39
9.3 GRUNDSPRÜNGE UND GRUNDBEWEGUNGEN VON „LE PARCOURS“ 39
9.3.1 Roullade - Rolle 39
9.3.2 Passement - Überwindung 39
9.3.3 Demi-Tour - Halbe Drehung 39
9.3.4 Saut de chaut - Katzensprung 40
9.3.5 Reverse - Rückwärtig 40
9.3.6 Saut de detende - Weitsprung 40
9.3.7 Saut de précision - Präzisionssprung. 40
9.3.8 Passe muraille - Mauerüberwindung 40
9.3.9 Saut de fonds - Sprung zum Boden 40
9.3.10 Saut de bras - Armsprung 40
9.3.11 Tic Tac 41
9.3.12 Lâché - Loslassen 41
9.3.13 Planche - Hochziehen 41
9.3.14 Franchissenment - Durchbruch 41
9.4 BEISPIELE HALLENAUFBAU: „EINZELSTATIONEN“ 42
9.4.1 Einzelstation „Wandecklauf“ 42
9.4.2 Einzelstation „Armsprung und halbe Drehung“ 43
9.4.3 Einzelstation „Präzisionssprung“ 43
9.5 BEISPIELE HALLENAUFBAU: „STATIONENKOMBINATIONEN“ 44
9.5.1 Kombination „Wandecklauf und Präzisionssprung“ 44
9.5.2 Kombination „Durchbruch und Mauerüberwindung“ 44
9.6 BEISPIEL HALLENAUFBAU: „LEPARCOURS ALS RUNDLAUF“ 45
9.7 STATIONSENTWICKLER-KARTEN 46
9.8 REFLEXIONSFRAGEBOGEN. 54
9.9 PÄDAGOGISCHE PERSPEKTIVEN UND INHALTSBEREICHE 55
3
1 Einleitung
Mit Hinweis auf die Verwendung einer geschlechtsgerechten Sprache in dieser Hausarbeit wird festgehalten, dass der Wortlaut ‚Schülerinnen und Schüler‘ im Folgenden mit ‚SuS‘ dargestellt wird. Gleiches gilt für den Wortlaut‚ Schülerinnen oder Schüler‘ (‚SoS‘).
In dieser Arbeit wird das „LeParcours-Konzept“ in seiner Durchführung erläutert und hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die Steigerung der Bewegungserfahrungen im Kindes- und Jugendalter, sowie in bezug auf die Steigerung des Selbstwertgefühls und das damit verbundene Selbstvertrauen untersucht. Ebenfalls wird es gerechtfertigt und in erforderlicher Kürze mit dem Lehrplan in Einklang gebracht. Durch das Konzept werden noch viele weitere Nebeneffekte erzielt, auf die aber hier nicht ausführlicher eingegangen werden kann.
Vorerst werden die Grundgedanken und die Intention der Durchführung mit einigen Definitionen von Begriffen, welche für das Verständnis von Bedeutung sind, dargestellt. Es folgt die Definition der für die breite Öffentlichkeit unbekannten Sportart „Le parcours“, bevor der eigentliche Hauptteil der Arbeit mit der Erläuterung zur Durchführung des Konzeptes folgt. Anschließend wird auf die Lehrerrolle und ihre Lehrerfunktionen eingegangen. Zuletzt erfolgt eine abschließende Wertung als Fazit und es werden zudem Hinweise zur Evaluation des Konzeptes aufgeführt werden. Weil die Sportart „Le parcours“ gewissermaßen noch sehr jung ist, gibt es zu diesem Thema wenig, ja beinahe gar keine Fachliteratur. Auch unter verwandten Begriffen wie „Freerunning“ ist nichts Handfestes zu finden, weshalb diese Arbeit auf Internetquellen, Fernsehreportagen, Zeitungsartikel und eigene Erfahrungsberichte gestützt ist, was diese aber nicht in ihrer Wissenschaftlichkeit einschränken soll. Nichtsdestoweniger oder vielmehr gerade wegen ihrer Neuheit und Modernität, verbunden mit einer stetig steigenden Beliebtheit insbesondere bei jungen Menschen, bietet sich eine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema „Le parcours“ an.
2 Grundgedanke des Konzeptes
Ein Aspekt, der dafür spricht, diese Sportart als Konzept zu wählen, ist das gehobene Interesse der SuS an „Le parcour“. Es gilt unter den Kindern und Jugendlichen
4
(fälschlicherweise) als Trendsportart und ist im Gegensatz zu „normalem“ Turnen hochinteressant. Le parcours ist eine Erweiterung des Turnens. So wird offen ausgesprochen: „Es ist heute schwierig, Kinder und Jugendliche an die traditionellen Sportarten heranzuführen […]. Da kommt ein Trendsport, der viele Elemente des
Turnens in sich trägt, gerade recht.“ 1 So modern und ‚cool‘ wie es die ProfiAkteure sind, möchten viele SuS auch sein. „Der neue James-Bond-Film und Madonnas Musikclips
schmücken sich mit ihrem Können.“ 2 Diese positive Verstärkung der Sportart hilft dabei die SuS zum Sporttreiben zu motivieren. „Die Motivation ergibt sich dabei aus dem unmittelbaren Anwendungsbezug. Im Gegensatz zum traditionellen Geräteturnen bleiben die erlernten Fertigkeiten nicht in der Turnhalle zurück, sondern können bei
Bedarf angewendet werden.“ 3
Des Weiteren „erlaubt es die außergewöhnliche Gestaltungsoffenheit des Sports, die Schüler zu Arrangeuren ihres eigenen Sports werden zu lassen und ihre Fähigkeiten der Selbstorganisation und Selbstaneignung zu fördern - eine Kompetenz, die im sich zunehmend informell betriebenen und sich immer schneller verändernden Sport an Bedeutung gewinnt.“ 4
Ein weiterer Aspekt, der mich dazu bewogen hat dieses Konzept zu wählen, ist die zu geringe aktive Bewegungszeit der Kinder und Jugendlichen. Eine Folgeerscheinung dieses Mangels ist die steigende Fettleibigkeit, bis hin zur Adipositas. Die sowohl körperlichen als auch psychischen Folgen der Fettleibigkeit (Adipositas) im Kindesalter, welche hier aus Platzgründen nicht weiter erläutert werden, wirken auch im sozialen Rahmen. Dieser soll durch das Motivieren zum eigenständigen Sporttreiben positiv beeinflusst werden. Die Adipositas bedeutet eine Einschränkung der Lebensqualität. Ist Übergewicht einmal entstanden, stellt das viele Betroffene vor zusätzliche Probleme. Neben den körperlichen Beeinträchtigungen leiden sie dann, aufgrund ihres Aussehens und der damit in Zusammenhang stehenden verringerten Akzeptanz in der Bevölkerung, auch unter seelischen Problemen. Das wirkt sich in der Folge negativ auf die Psyche aus und verringert deutlich die allgemeine Lebensqualität. 5
1 Internet: http://3running.de/witten_aktuell.pdf, S.2, Z.63ff , rezipiert am 13.10.2008
2 Kraft, Alexandra; Mirbach, Eric: Parkour - Die Stadtakrobaten. In: Zeitschrift ‚Stern‘ 9/2007, S.169-178 oder als Download unter http://3running.de/stern.pdf, rezipiert am 13.10.2008, S.169, Z.5f
3 Laßleben, Alexander: TicTac und Wallspin? Anregungen für den Trendsport Parkour. In: Sportpädagogik - Zeitschrift für Sport, Spiel und Bewegungserziehung, Heft 5/2007 „Gemeinsam Turnen“, Friedrich Verlag, 2007. S.42, Z.62ff
4 ebd., S.42, Z.35ff
5 vgl. Schoberberger, Rudolf: Psyche und Lebensqualität. In: Erbersdobler, Heseker, Wolfram (Hrsg.): Adipositas - Eine Herausforderung für’s Leben?. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2005. S.99, Z.12ff
Um aber wieder auf die Kinder und Jugendlichen zurück zu kommen sei erwähnt, dass auch in diesem jungen Alter eine soziale Diskriminierung stattfindet. Es konnte ein negativer Zusammenhang zwischen der Höhe des BMI und der Anzahl der angegebenen Freunde aufgezeigt werden. 6 Auch aus diesem Grund ist das Konzept legitimiert, um der steigenden Bewegungsarmut von Kindern und Jugendlichen und den daraus resultierenden Folgen entgegenzuwirken. Der Grundgedanke des Konzeptes ist also auch der, dass sich die SuS zu wenig aktiv bewegen, zu wenig Bewegungserfahrungen sammeln und die angebotenen Sportstunden allein nicht ausreichen, um das Problem der immer dicker werdenden Kinder und Jugendlichen zu bekämpfen.
Ziel dieses Konzeptes ist es daher, die SuS zu eigenständigem Sporttreiben in der Freizeit zu motivieren. Die Sportart „Le parcours“ bietet hierzu hervorragende Voraussetzungen, da sie für alle SuS neu ist und für jeden, egal wie fit oder unfit er oder sie ist, Grenzen aufweist und Erfolge darbieten kann. Außerdem ist die Sportart in der freien Natur und in jeglichem Umfeld zu betreiben, was die Vereinsgebundenheit und somit eine soziale Komponente aufgrund von Mitgliedsbeiträgen etc. aus dem Spiel lässt. Die aktive Bewegungszeit pro Tag und somit die Gesundheit jedes Menschen kann also, allein davon abhängig, ob er oder sie mitmacht, gebessert werden. Im schulischen Zusammenhang wird Gesundheit „umfassend in der Weiterentwicklung der Gesundheitsdefinition der WHO von 1948 als physische, psychische, soziale,
ökologische und spirituelle Balance des Wohlbefindens verstanden.“ 7 Somit sind auch die in den Lehrplänen für das Fach Sport verankerten weiteren sozialen Lernziele als Nebeneffekt mit in diesem Konzept enthalten.
2.1 Definition psychischer Einflussfaktoren
Um deutlich zu machen, welche Auswirkungen ein Unzufriedensein mit dem eigenen Körper hat (durch Übergewicht oder beginnendes Übergewicht, wie es bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet ist), werden im Folgenden die psychologischen Begriffe kurz erläutert, welche die psychologischen Phänomene erläutern, die durch das Parcours-Konzept besonders beeinflusst werden.
6 vgl. ebd. S.43, Z.22f
7 Hundeloh, Heinz; Paulus, Peter; Bockhorst, Rüdiger: Arbeitskreis „Schulsport - Gesundheit -Schulqualität: Ein Widerspruch?“ In: Gogoll, Andre & Menze-Sonneck, Andrea (Hrsg.): Qualität im Schulsport. Hamburg: Czwalina Verlag, 2005. S.157, Z.2ff
2.1.1 Selbstkonzept und Selbstwertgefühl
Unter dem Selbstkonzept werden alle Eigenschaften und Merkmale eines Individuums verstanden, die diesem bewusst zugänglich sind und von ihm selbst sprachlich ausgedrückt werden können. Ein besonderer Aspekt des Selbstkonzeptes ist die affektive Bewertung des Selbst, das Selbstwertgefühl. 8 Durch das Parcours-Konzept wird allen Kindern und Jugendlichen die Chance zur Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls und Selbstkonzeptes gegeben.
Schmidt und Steins (2000) stellten deutliche Unterschiede im Selbstwert von Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas fest, verglichen mit solchen, die an einer anderen chronischen Krankheit (z.B. rezidivierende Infekte, Enuresis, Allergien) leiden, die die Sichtbarkeit der Erkrankung als mögliche Ursache für diesen Effekt besonders betonen. „Die Kinder mit Adipositas wiesen im Vergleich mit Kindern, die an weniger sichtbaren Erkrankungen litten, einen niedrigeren Selbstwert auf, speziell in so
genannten öffentlichen Lebensbereichen wie Schule und Freizeit.“ 9 Die Tatsache, dass das Übergewicht oder die Adipositas bei Kindern und Jugendlichen genau während der generell schon schwierigen Phase der Identitätssuche und des Neuorientierens anzufinden ist, erschwert deren Gesamtsituation zusätzlich. Kinder und Jugendliche sehen sich mit vielen Problemen konfrontiert, die sie selbst bewältigen müssen, wie zum Beispiel dem Anstreben von Selbstständigkeit, dem Aufbau eines Freundeskreises, dem Akzeptieren des eigenen veränderten Körpers, der Aufnahme intimer Beziehungen und dem Entwerfen eines klaren und positiven Bildes von sich selbst. 10 Es sind dies alles Aufgaben, die ohnehin äußerst anspruchsvoll sind, die aber durch ein übergewichtiges äußeres Erscheinungsbild noch schwieriger werden. Eine Adipositas in dieser Phase des Lebens ist also eine zusätzliche große Belastung, die wiederum eng verknüpft ist, mit weiteren negativen Folgen.
2.1.2 Selbstwahrnehmung und Selbstkonzept
Die Selbstwahrnehmung ist ein Überbegriff für verschiedene Aspekte, wie zum Beispiel das Selbstkonzept oder das Körperbild. „Das Selbstwertgefühl stellt die oberste Stufe in
8 vgl. Petermann, Franz; Winkel, Sandra: Die Sichtweise der Patienten: Selbstkonzept und Körperbild bei Menschen mit Adipositas. In: Petermann, Franz; Pudel, Volker (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2003. S.128, Z.11ff
9 ebd. S.133, Z.38ff
10 vgl. Kottmann, Lutz: Aufgaben und Probleme in der Entwicklung von Jugendlichen. In: Band 143 der „Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport“, Wuppertaler Arbeitsgruppe: Schulsport in den Klassen 5-
10. Schorndorf: Hofmann Verlag, 2004. S.21, Z.14ff
einem hierarchisch und mehrdimensional gegliederten Selbstkonzeptmodell dar. Das Selbstkonzept geht aus unterschiedlichen Erfahrungen in verschiedenen Lebenssituationen hervor und stellt eine kognitive Konstruktion der eigenen Person dar.“ 11 Bei Kindern und Jugendlichen verändert sich der Körper ständig, so dass der Umgang und die Bewältigung dieser körperlichen Entwicklung eine der wichtigsten Entwicklungsaufgaben für Kinder und Jugendliche darstellen. „Da der Körper als einziger konkret erfahrbarer Teil des Selbst eine zentrale Stütze der eigenen Identität ist, spielt er für die Entwicklung eines stabilen und positiven Selbstkonzepts eine bedeutende Rolle. Dies belegen auch Späth und Schlicht, die einen engen Zusammenhang zwischen Zufriedenheit mit der Figur und dem Aussehen und
allgemeiner Zufriedenheit mit der eigenen Person konstatieren.“ 12
2.1.3 Körperbildstörung
Die Körperbildstörung wurde schon in den 60er Jahren so beschrieben, „dass dieses überwältigende emotionale Beschäftigtsein mit dem körperlichen Erscheinungsbild einhergeht mit dessen Bewertung vermittelt über Herabsetzung und Nichtakzeptanz. Die Körperbildstörung sei aber nicht universell unter den Adipösen vertreten, sondern steht im Zusammenhang mit einem Beginn der Adipositas in der Kindheit oder Jugend, mit emotionalen Störungen und negativer Rückmeldung von sozialen Bezugspersonen,
die als wichtig eingeschätzt werden.“ 13 „Aus therapeutischer Hinsicht relevanter ist daher die emotionale Ebene, die mit dem Begriff des Körperbildes beschrieben wird. Das Körperbild umfasst die affektiven Einstellungen zum Körper, die das emotionale Wohlbefinden beeinflussen und die durch therapeutische Maßnahmen verändert werden können.“ 14 Das Körperbild kann also durch das Konzept positiv beeinflusst werden, indem es eine Möglichkeit bietet einer beginnenden Übergewichtigkeit entgegenzutreten.
11 Balster, Klaus; Brettschneider, Wolf-Dietrich: Jugendarbeit im Sportverein. Duisburg: Sportjugend NRW Verlag, 2002. S.27, Z.29ff
12 Kottmann, Lutz: Aufgaben und Probleme in der Entwicklung von Jugendlichen. In: Band 143 der „Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport“, Wuppertaler Arbeitsgruppe: Schulsport in den Klassen 5- 10.Schorndorf: Hofmann Verlag, 2004. S.23, Z.26ff
13 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter Lang Verlag: 2003. S.54, Z.11ff
14 Petermann, Franz; Winkel, Sandra: Die Sichtweise der Patienten: Selbstkonzept und Körperbild bei Menschen mit Adipositas. In: Petermann, Franz; Pudel, Volker (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2003. S.130, Z.13ff
Solchermaßen ist die Intention des Konzeptes, nämlich die Bekämpfung der Bewegungsarmut, die Verbesserung von Bewegungserfahrungen und die Stärkung des Selbstwertgefühls mit seinen unzähligen Nebeneffekten und Folgen, leicht nachvollziehbar und plausibel.
2.2 Lehrplanbezug des Konzeptes
Auch der Lehrplan unterstreicht die bei der Wahl des Konzeptes bedachten und soeben erläuterten Gründe zur Einführung und etablierten Durchführung des „Le parcours“- Konzeptes.So heißt es zum Beispiel bei den Hinweisen zu den Jahrgängen 7 und 8: „Allgemein muss im Schulsport dieser Jahrgänge eine Stabilisierung und Vertiefung der Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse im Vordergrund stehen. Neue Bewegungs-und Körpererfahrungen erweitern das Repertoire. Der Schulsport kann hier helfen, zu einer Verbesserung der Bewegungskoordination beizutragen und einer Verunsicherung
im Körperkonzept entgegenzuwirken.“ 15 Im Nachhinein fällt auf, dass jede pädagogische Perspektive A-F auf das Parcours-Konzept anwendbar ist. 16 Eine Auflistung der pädagogischen Perspektiven und der Inhaltsbereiche ist im Anhang 9.9 angefügt. Ebenfalls sind die Ziele und Aufgaben des Schulsports in der Hauptschule vergleichbar mit den genannten Zielen des Konzeptes, nämlich die Persönlichkeitsstärkung, die Förderung des sozialen Miteinanders, das Anleiten zur Selbstständigkeit, das Individualisieren, sowie das ‚Bewegungserfahrungen bewusst machen und zum Nachdenken anregen‘. 17 Ebenso werden mit Hilfe des Konzeptes mehrere Inhaltsbereiche gleichzeitig bearbeitet, so zum Beispiel der Bereich ‚den Körper wahrnehmen und Bewegungserfahrungen ausprägen‘, wie auch das ‚Bewegen an Geräten‘, das Laufen und Springen des dritten Inhaltsbereiches und die Bewegungskünste aus dem sechsten Inhaltsbereich. Neue Spielräume nutzen und übergreifende Unterrichtsprojekte sind ebenfalls mit diesem Konzept zu erfüllen, wodurch eine Vielzahl von Unterrichtsstunden durch den Lehrplan Sport der
Hauptschulen in NRW zu rechtfertigen ist. 18 Genauere Ausführungen der Inhaltsbereiche sind ab Seite 74 aufgeführt. Diese unterstreichen wiederrum alle
15 Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen: Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe I - Hauptschule, Sport, Heft 3110. Frechen: Ritterbach Verlag, 2001. S.66, Z.42ff
16 vgl. ebd. S. 38ff
17 vgl. ebd. S.63-70
18 vgl. ebd. S.74ff
Aspekte des Konzeptes von ‚Erfahrungen konditioneller Belastungen‘ bis hin zu ‚koordinativer Sicherheit‘. Einer ausführlicheren Darstellung fehlt hier leider der Platz.
2.3 Ausgangssituation, Voraussetzungen und Bedingungen
Welche Ausgangssituation, Voraussetzungen und Bedingungen für die Durchführung des später erläuterten Konzeptes notwendig sind, wird im Folgenden kurz dargestellt. Grundvoraussetzung sollte eine normal ausgestattete Sporthalle sein, mit einer Grundausstattung an Turngeräten, wie sie jeder Schule zur Verfügung stehen sollte. Voraussetzungen an die Lerngruppe gibt es nicht, da das Konzept an alle SuS gerichtet ist und nur durch die Kreativität der Teilnehmer und/oder der Lehrkraft eingeschränkt werden kann. Wichtig ist, dass alle SuS festes Schuhwerk zur Verfügung haben, um Verletzungen vorzubeugen. Die Schuhe sollten extra stark gedämpft sein, zudem eine
griffige Sohle haben 19 und generell einen guten Seitenhalt geben. Sonstige Gegebenheiten der Umwelt und des direkten urbanen Umfeldes der Schule können wiederrum je nach Kreativität genutzt werden, sind aber keine Voraussetzung zur Durchführung des Konzeptes! Die Sportart kann mit wenig Mitteln von jedermann durchgeführt werden, weshalb sie auch als Konzept gewählt wurde und vorgestellt wird.
3 Definition der Sportart „Le parcours“
Um seinen SuS die Sportart Nahe bringen zu können, sollte man folgende Grundkenntnisse der Herkunft der Sportart kennen: Le parcours „ist eine von David Belle begründete Trendsportart - nach dem Selbstverständnis vieler Anhänger eine Kunst - bei welcher der Teilnehmer - der Traceur (französisch: „der den Weg ebnet“ oder „der eine Spur legt“) - unter Überwindung sämtlicher Hindernisse einen möglichst kurzen Weg von A zum selbstgewählten Ziel B nimmt. Die Idealvorstellung des Traceurs ist es, durch nichts - außer der eigenen Kreativität - in der Bewegung eingeschränkt zu sein.“ 20 Eine andere Definition beschreibt die Sportart ähnlich: „Parkour ist die schnelle und effiziente Fortbewegung ohne Hilfsmittel. Parkour ist die Freiheit und Motivation Bewegung in der Perfektion auszuleben. Dabei bewegt man sich mit Eleganz, effizient durch den urbanen und natürlichen Raum. Die Wege, die man nutzt, entspringen den
19 vgl. Internet: http://3running.de/waz_bochum.pdf , rezipiert am 13.10.2008, S.3, Z.66ff
20
Internet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Parkour;
rezipiert am 09.11.2008
eigenen Ideen, vorhandenen Möglichkeiten und dem eigenen Können. Parkour setzt Kreativität voraus und sucht sein Ziel in der Perfektion und wird auch als Kunst
gesehen.“ 21 Andere Quellen definieren ähnlich, teils mit wichtigen Zusatzinformationen wie zum Beispiel, dass das Hauptaugenmerk auf einer möglichst flüssigen und schnellen Bewegungen ohne Umwege oder unnötigem Verschwenden der körperlichen Ressourcen liegt. 22 „Die Umgebung nutzen um sich selbst weiterzuentwickeln ist ein Slogan, der häufig in der Szene benutzt wird und zu Grunde legt, dass das Überwinden von Hindernissen in der Sportart auch dabei hilft Barrieren des täglichen Lebens leichter
bewältigen zu können.“ 23
„Parkour ist nicht neu und wurde nicht direkt von David Belle erfunden. George Hebert entwickelte schon lange vor ihm die methode naturelle, die die Grundlage des heutigen Militärsports ist. Er entwickelte auch in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Architekten den heute bekannten Hindernisparcours. Der militärische Hindernislauf kann somit als direkter Vorläufer des Parkour angesehen werden. David Belle´s Vater war Soldat, der die Ausbildung an seinen Sohn weitergab. David übertrug die von seinem Vater gelernten Techniken auf das Umfeld von Lisses, in dem er aufwuchs. Zusammen mit Jugendfreunden praktizierten sie, was heute als Parkour bezeichnet wird. Dabei adaptierten sie die Techniken und entwickelten sie weiter.“ 24 In Deutschland gibt es bereits mehrere Gruppen, die „Le parcours“ oder „Freerunning“ betreiben. Sie sagen in Zeitungsartikeln und Interviews: „Es geht darum, den Geist und den Körper zu stärken.“ 25 Weiter wird betont, dass es bei diesem Sport darum geht, ein Hindernis aus eigener Kraft zu überwinden, und das möglichst kreativ. 26 Beim Freerunning, was abgeleitet wurde von der französischen Sportart Parkour, steht das Hindernis eher im Hintergrund. Flüssige und saubere Bewegungen, die mit akrobatischen Einlagen gekrönt werden sind wichtiger. 27
Die Sportart bzw. diese Lebenseinstellung lässt sich nicht an äußerlichen Merkmalen erkennen, was die Zielgruppe wiederrum erweitert. „Noch trägt jeder die Klamotten, die er mag.“ 28
21 Internet: http://www.parkour-germany.de/index.php?site=spirit&number=1; rezipiert am 10.11.2008
22 vgl. Internet: http://www.aff-stp.at/readarticle.php?article_id=13; rezipiert am 10.11.2008
23 ebd.
24 ebd.
25 Internet: http://3running.de/ruhr_nachrichten07.pdf Artikel 3, Zeile 84f rezipiert am 13.10.2008
26 vgl. ebd., Artikel 3, Zeile 13ff
27 vgl. ebd., Artikel 3, Zeile 14ff
28 Kraft, Alexandra; Mirbach, Eric: Parkour - Die Stadtakrobaten. In: Zeitschrift ‚Stern‘ 9/2007, S.169-178 oder als Download unter http://3running.de/stern.pdf, rezipiert am 13.10.2008, S. 174, Z.49f
Arbeit zitieren:
Benjamin Schröter, 2008, „Drunter und drüber“, München, GRIN Verlag GmbH
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