Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Methoden der Erziehung 4
2.1 Musische Erziehung 4
2.1 Gymnastische Erziehung 7
3. Ziel des Erziehungsprogramms: Gerechtigkeit von Innen 7
4. Abschließende Überlegungen 10
5. Literaturverzeichnis 11
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1. Einleitung
In der Politeia hat Platon sehr klare Vrstellungen davon, wie Kinder erzogen werden sollen. In erster Linie geht es dabei um die Erziehung der Wächter. Diese sollen ihr Inneres so ausrichten, dass Harmonie herrscht. Für Platon kann es diese Harmonie nur geben, wenn der Mensch ein gerechter Mensch ist.
Zunächst zeigt er am Staat auf, was notwendig ist, damit dieser gerecht ist. Drei Stände werden eingeteilt: Die Philosophen, die für die Regierung der Stadt zuständig sind, bilden den ersten. Den zweiten Stand machen die Wehrleute aus und den dritten schließlich der Rest. Jeder Bürger hat eine Begabung, die er entfalten, jedoch auch nur bei dieser bleiben sollte. Denn nach Platons Ansicht kann man etwas wirklich gut machen, wenn man sich tatsächlich nur auf diese eine Sache konzentriert. Gerecht ist der Staat dann, wenn jeder „das Seinige“ tut. „Also dieser drei Klassen Einmischerei in ihr Geschäft und gegenseitiger Tausch ist der größte Schaden für die Stadt und kann mit Recht Frevel genannt werden? - Offenbar. - Und den größten Frevel gegen die eigene Stadt, wirst du den nicht Ungerechtigkeit nennen? - Wie sollte ich nicht! - Dies ist also die Ungerechtigkeit.“ 1
Platon überträgt die drei Teile in der Stadt auf die menschliche Seele und stellt fest, dass diese drei Arten auch im Menschen zu finden sein müssen, „denn nirgends anders her können sie ja dorthin [in die Stadt] gekommen sein.“ 2 Ebenso wie die Bürger der Stadt nur das Ihrige tun sollen, so verhält es sich auch mit den drei Seelenteilen. Im Erziehungprogramm geht es daher „um das Bilden und Erhalten einer gesunden Seele als Grundlage eines geordneten Staatskörpers.“ 3
Diese Arbeit behandelt die Methoden, die von Platon vorgeschlagen werden, um eine „gesunde Seele“ ausbilden zu können. Ferner gilt es das Ziel der guten Seele selbst in den Fokus zu stellen und die Methoden auf dieses hin zu überprüfen.
1 Politeia, 434c.
2 Ebd., 435e.
3 Platon-Lexikon, S. 62.
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2. Methoden der Erziehung
2.1 Musische Erziehung
Der Bereich der musischen Erziehung umfasst mehr, als wir heute darunter verstehen. Dazu zählt Platon Inhalte, also Texte, wie auch Rhythmus und Melodie, also Gesungenes und Gesprochenes.
Von klein auf werden Kindern Mythen erzählt, die sorgfältig ausgewählt werden müssen, weil in jenem zarten Alter die Seele besonders aufnahmebereit ist und es deshalb sehr wichtig ist in den Kindern nur solche Vorstellungen zu erzeugen, die sie später auch tatsächlich haben sollen. Mythen mit tieferem Sinn können sie noch nicht richtig verstehen, „denn der Jüngling ist nicht imstande zu unterscheiden, was dieser verborgene Sinn ist und was nicht; aber was er in diesen Jahren in seiner Vorstellung aufnimmt, das pflegt schwer auszuwaschen und umzuändern zu sein.“ 4 An dieser Stelle wird bereits thematisiert, wie feinfühlig die Seele ist und wie einfach und nachhaltig sie beeinflusst werden kann.
Nur solche Dichter werden im Staat geduldet, die sich daran halten, passende Mythen zu schreiben. Diese werden anhand ihrer Darstellung Gottes beurteilt: Gott ist gut und muss deshalb immer gut dargestellt werden. 5 Das Wort „gut“, das Platon oft zur Beschreibung Gottes verwendet, hat eine besondere Bedeutung: „Aus Gottes Gut abgeleitet, zeigt es zugleich an, dass ‚gut‘ für Platon neben der hier unverkennbaren ethischen Bedeutung doch immer die eigentümliche Beziehung auf die Förderung, auf das Vorwärtstreiben zu einem Ziele hat.“ 6 Demnach ist Gott niemals Ursache für das Böse, sondern nur für das Gute. Dichter sollen in ihren Geschichten zeigen, dass es sich stets lohnt, gut, das heißt gerecht zu sein - für jeden ganz persönlich und unabhängig von Äußerem. Es siegt immer die Gerechtigkeit und „wenn nicht in diesem, so im künftigen Leben wird der Gerechte seinen Lohn ernten.“ 7
4 Politeia, 378d.
5 Vgl. Politeia, 379a ff.
6 Stenzel 1928, S. 122.
7 Ebd., S. 124.
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Arbeit zitieren:
Aljona Merk, 2008, Ziele und Methoden der Erziehung in Platons "Politeia", München, GRIN Verlag GmbH
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