translatable“ zu „Nothing is translatable“ zu gehen, da in diesem Fall des Lesens von Hinten nach Vorne die Thesen zunächst positiv und zuletzt negativ sind.
An dieser Stelle fragt sich nun, welche der Thesen- ob nun die These, dass alles oder nichts übersetzbar sei- nun jene ist, die Apter für korrekt hält bzw. welche von ihnen die schlüssigste ist.
Betrachtet man zunächst die These, dass nichts übersetzbar sei, ergibt sich die Frage, was Apter unter den Begriff „nothing“ versteht, da schließlich Übersetzungen in unserer Zeit existieren, ausgeführt und verwendet werden. Apter jedoch sieht in dem Übersetzen ein tiefgründigeres Problem. Diese Probleme, die beim Übersetzen auftreten, verdeutlicht sie dem Leser innerhalb ihrer Thesen. Eins dieser Probleme deutet sie u. A. in den Sätzen „Humanist translatio is critical secularism“ und „Translation is a petit métier […]“ an, in dem sie die Wörter, die sie selbst nicht übersetzen kann oder möchte, in der Originalsprache lässt und durch ein kursives Format hervorhebt. Diese kursiven, nicht übersetzten Wörter weisen daraufhin, dass es Wörter gibt, bei denen es nicht möglich ist, diese sinngemäß in einen übersetzten Satz einzubauen.
Übersetzungen haben aber nicht nur das eben genannte Problem, sondern existieren Elemente innerhalb eines Textes, die eine exakte Übersetzung erschweren. In einer Vielzahl ihrer Thesen verwendet Apter Metaphern, wie beispielsweise. „Translation is an oedipal assault“, „Translation is the traumatic loss“, und “Translation is the language of planets and monsters” 4 . Die Problematik an dieser Stelle ist, dass Metaphern, besonders bei einer Übersetzung, zu viel Spielraum für Interpretationen lassen und es erschwert ist, eine Metapher sinngemäß und vor allem Wort für Wort zu übersetzen.
Der Aspekt, dass es beinah nie möglich ist, etwas sinn- und wortgemäß zu übersetzen, ist genau der Grund, wieso Apter zunächst behauptet, dass nichts übersetzbar sei. Denn, egal für welche Art der Übersetzung man sich entscheidet, entweder der Sinn oder einzelne Wörter bleiben auf der Strecke. Sichtbar wird das besonders bei der Übersetzung von Gedichten. Hierbei ist vor allem das Problem, dass es schwer ist, bei Gedichten, die einen Reim beinhalten, eine gute Übersetzung zu liefern, da für jede einzelne Sprache neue Reime entstehen müssen und in den seltensten Fällen es eintritt, dass eine Sprache B den gleichen sinn- und wortgemäßen Reim erstellen kann, wie eine Sprache A. Ein Beispiel dafür wäre der einfache Reim „Die kleine Maus sieht traurig aus“. Wenn man diesen reimenden Satz ins Englische übertragen will, entdeckt man das Problem bei der Übersetzung, da dieser Satz wortgemäß im Englischen „The little mouse looks sad“ lauten würde. Demzufolge muss man als Übersetzer, um die Form des Reimes zu erhalten, anderweitig nach Worten suchen und verliert dann meist die Anzahl und Reihenfolge der Wörter im Original.
Ein hervorhebendes Beispiel für die Übersetzungsproblematik in der Poetik bildet das Gedicht „The Bells“ von Edgar Allan Poe und die deutsche Übersetzung „Die Glocken“. Dieses Gedicht unterliegt
4 „Übersetzung ist ein ödipaler Angriff“, „Übersetzung ist ein traumatischer Verlust“ und „Übersetzung ist die Sprache der Planeten und Monster“.
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Arbeit zitieren:
Susanne Hahn, 2010, Emily Apter - Twenty theses on translation, München, GRIN Verlag GmbH
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