Inhaltsangabe
1. Einleitung. 2
2. Definition. 3
3. Ursachen. 3
3.1 Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD) 3
3.1.1 Visuelle Wahrnehmungsschwäche. 4
3.1.2 Auditive Differenzierungsschwäche. 4
3.1.3 Visuo-motorische Koordinationsstörung. 4
3.1.4 Störungen der Hemisphären im Bereich der Zusammenarbeit. 4
3.2 Seh- und Hörstörungen. 4
3.3 Kongenitale Ursachen. 4
3.4 Umwelt- und Milieufaktoren. 5
4. Symptome. 5
5. Folgen. 6
6. Umgang mit dem legasthenischen Kind und Fördermöglichkeiten. 6
6.1 Der schulische Bereich. 7
6.2 Der außerschulische Bereich. 8
6.3 Der familiäre Bereich. 11
7. Schluss. 15
Literaturverzeichnis. 16
1
1. Einleitung
Fast jeder kennt einen Menschen, der große Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben hat. Analphabetismus wird in Deutschland mit guten Schul- und Weiterbildungsmöglichkeiten bekämpft. Dennoch gibt es Menschen, die trotz guter Schulbildung, hoher Intelligenz und guter Allgemeinbildung nicht richtig lesen und schreiben können. In diesem Zusammenhang wird in den Medien häufig von „Legasthenikern“ gesprochen. Doch was ist Legasthenie genau und wie entsteht sie? Welche Bedeutung und welche Folgen hat es für ein Grundschulkind und sein familiäres Umfeld, wenn eine Legasthenie festgestellt wird?
Wenn ein legasthenisches Kind nicht speziell gefördert wird, müsste es wahrscheinlich schon in der Grundschulzeit auf eine Sonderschule wechseln. Dort hätte es sicherlich nicht die Aussicht einen Schulabschluss machen zu können. Ohne Lesen und Schreiben zu können wird der Legastheniker auch keinen normalen Arbeitsplatz finden. Diese schlechte Zukunftsaussicht für das legasthenische Grundschulkind fordert Möglichkeiten der Förderung.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Fördermöglichkeiten für legasthenische Grundschulkinder in Berücksichtigung der Entstehung von Legasthenie, sowie deren Symptome und Folgen. Es soll ein Überblick über praktikable Hilfen und Hinweise zum Umgang mit legasthenischen Kindern für Eltern und Lehrer gegeben werden.
2
2. Definition
Der Begriff Legasthenie kommt von den lateinischen Wort „legere“, was auf deutsch lesen bedeutet 1 . „Asthenie“ kommt ursprünglich aus dem griechischen und heißt Schwäche 2 . Legasthenie bedeutet also wörtlich übersetzt „Leseschwäche“. In der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) ist Legasthenie eine „umschriebene Entwicklungsstörung der Lese-Rechtschreibfertigkeit bei normal entwickelter Intelligenz“ 3 . Der Bundesverband Legasthenie e.V. definiert Legasthenie als eine „Bezeichnung für Schwäche beim Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechtschreiben, die weder auf allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, noch auf unzulänglichen Unterricht zurückgeführt werden kann“ 4 . Da das Wort Legasthenie wörtlich übersetzt lediglich Leseschwäche bedeutet, wird heute im Allgemeinen der Begriff Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) benützt.
3. Ursachen
Wie entsteht Legasthenie? Da in den letzten beiden Jahrzehnten die Anzahl von Schülern immer mehr zugenommen hat, die große Schwierigkeiten beim Erwerb von Lese- und
Rechtschreibfertigkeiten haben, hat sich die Forschung auf diesem Gebiet verstärkt. Eine allgemein gültige Theorie gibt es jedoch bisher noch nicht. Man geht auf Grund von intensiven Untersuchungen davon aus, dass Legasthenie sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen lässt. Legasthenie ist vielmehr das Ergebnis eines Zusammenwirkens mehrerer Faktoren.
3.1 Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD)
Die moderne Hirnforschung ermöglicht es die Regionen, die beim Lesen und Schreiben im Gehirn aktiv sind sichtbar zu machen. Man kann feststellen, dass bei Legasthenikern die Verarbeitung von Schriftsprache anders abläuft als bei Nicht-Legasthenikern. Man unterscheidet hierbei zwischen Visuelle Wahrnehmungsschwäche, Auditive Differenzierungsschwäche, Visuo-motorische Koordinationsstörung und Störungen der Hemisphären im Bereich der Zusammenarbeit.
1vgl. Pschyrembel, 1993, S. 859
2vgl. Pschyrembel, 1993, S. 127 3Dürre, 2000, S. 25 4Dürre, 2000, ebd.
3
3.1.1 Visuelle Wahrnehmungsschwäche
Diese Teilleistungsschwäche bezeichnet alle Phänomene, die als Raumlage-Labilität oder Raumorientierungsschwäche benannt werden 5 . Legastheniker verwechseln oft ähnlich aussehende Buchstaben oder Wörter. Die Raumorientierungsschwäche äußert sich in Unsicherheit der Leserichtung und spiegelbildliche Buchstaben im Schriftbild.
3.1.2 Auditive Differenzierungsschwäche
Durch mangelnde akustische Differenzierungsfähigkeit verwechseln Legastheniker ähnlich klingende Laute und Wörter oder lassen nicht deutlich hörbare Buchstaben aus. Auch die schnelle akustische Verarbeitung und die zentrale Verarbeitung von akustischen Informationen kann von der Schwäche beeinträchtigt sein 6 .
3.1.3 Visuo-motorische Koordinationsstörung
Um visuelle Sinneseindrücke wie Figuren, Symbole oder Buchstaben zeichnerisch oder schreibend darzustellen bedarf es einer Vorstellung, wie der motorische Bewegungsablauf für die entsprechende Figur aussieht. Eine visuo-motorische Koordinationsstörung liegt vor, wenn diese visuellen Sinneseindrücke nicht reproduziert, beziehungsweise die Umsetzung in entsprechende Bewegungsabläufe erschwert oder unmöglich ist 7 .
3.1.4 Störungen der Hemisphären im Bereich der Zusammenarbeit
Die perfekte Zusammenarbeit der rechten und der linken Gehirnhälfte ist eine wichtige Voraussetzung um Lesen und Schreiben zu können. „Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass diese Zusammenarbeit der Gehirnhälften bei Legasthenikern beeinträchtigt ist“ 8 .
3.2 Seh- und Hörstörungen
Um richtig Lesen und Schreiben zu können ist es wichtig, dass kleinste Unterschiede an Wörtern visuell und akustisch wahrgenommen werden. Störungen im Bereich des Sehens und Hörens wirken sich hemmend auf den Lernprozess aus 9 .
3.3 Kongenitale Ursachen
Untersuchungen an Familien von lese- und rechtschreibschwachen Kindern haben ein verstärktes Auftreten der Schwäche in manchen Familien gezeigt. Genauere Studien der betroffenen Familien und die moderne Chromosomenforschung lassen den Schluss zu, dass
5vgl. van Husen, 1982, S. 40 6vgl. Dürre, 2000, S. 27 7vgl. van Husen, 1982, S. 42f 8http:/www.ulrike-meiss.de/leg_urs.htm 9vgl. van Husen, 1982, S. 46f
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Arbeit zitieren:
Diplom-Sozialpädagoge Benjamin Kriwy, 2002, Legasthenie im Grundschulalter, München, GRIN Verlag GmbH
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