Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsanalyse 3
1.1 Zusammensetzung der Klasse 3
1.2 Institutionelle Rahmenbedingungen 3
1.3 Leistungsbild 3
1.4 Sozialformen und Methoden 4
1.5 Allgemeine Lernvoraussetzungen 4
2 Sachanalyse 5
3 Begründungszusammenhang 6
3.1 Legitimation durch den Lehrplan 6
3.2 Gegenwarts-, Zukunftsbedeutung und Exemplarische Bedeutung 6
3.3 Zugänglichkeit 7
3.4 Didaktische Reduktion 8
4 Übersicht über die Einheit - Lernstruktur 9
5 Lernziele 10
6 Didaktisch methodische Überlegungen 10
7 Verlaufsplanung 13
8 Literaturverzeichnis 14
9 Anhang 14
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1 Bedingungsanalyse
Seit Beginn meines Referendariats unterrichte ich wöchentlich zwei Unterrichtsstunden in der Klasse R9c der Gesamtschule Obersberg. In diesem Schuljahr findet der Arbeitslehreunterricht montags in der ersten und donnerstags in der zweiten Stunde statt.
1.1 Zusammensetzung der Lerngruppe
Bei der Lerngruppe handelt es sich um eine neunte Realschulklasse. Die Klasse besteht aus 5 Jungen und 15 Mädchen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren.
1.2 Institutionelle Rahmenbedingungen
Der Arbeitslehreunterricht findet im Klassenraum der R9c statt. Dieser ist mit einem Overheadprojektor, einer Tafel und einer Präsentationsfläche ausgestattet, an denen z. B. Plakate präsentiert werden können. Allerdings ist der Klassenraum im Verhältnis zu der Schülerzahl nicht besonders groß. Handwerkliche Unterrichtssequenzen, bei denen Werkzeuge und Maschinen zum Einsatz kommen, finden daher im Praxisraum der Schule statt.
1.3 Leistungsbild
Der überwiegende Teil der Klasse folgt dem Unterricht und erledigt die Arbeitsaufträge umgehend und sorgsam. Eileen S., Alwina, Eileen H. und Corina verfolgen das Unterrichtsgeschehen, beteiligen sich aber ohne Aufforderung nur selten mündlich am Unterricht. Durch Gespräche habe ich herausgefunden, dass sie Angst davor haben falsche Antworten zu geben. Einzelgespräche und positive Rückmeldungen bei erbrachten mündlichen Leistungen sollen ihnen helfen ihre Ängste abzubauen. Besonders auffällig sind Davina und Laura sowie Tobias und Julian, die sich häufig miteinander unterhalten statt dem Unterricht zu folgen. Dies stört den Unterricht und erfordert des Öfteren Ermahnungen seitens der Lehrkraft. Dieses Verhaltensmuster führe ich auf die momentane Entwicklungsphase der Pubeszenz zurück, in dem sich momentan der zweite Gestaltwandel vollzieht. Um den Störungen entgegenzuwirken, führe ich mit auffälligen Schülerinnen und Schülern Gespräche, in denen Verhaltensvereinbarungen für meinen Unterricht getroffen werden. Sollten Ermahnungen während des Unterrichts nicht ausreichen, werden die betreffenden Schülerinnen und Schüler von der Lehrkraft aufgefordert, die im Klassenzimmer aushängenden Gesprächs- und Verhaltensregeln der Lerngruppe vorzutragen. Zu den Schülerinnen und Schülern, die sich aktiv am Arbeitslehreunterricht beteiligen zählen Marcella, Sarah, Katharina, Bassam, Christian und Benjamin. In dieser Klasse wurden
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Klassenregeln, Gesprächsregeln und Regeln (z. B. das Flüstern) für die Einzel- und Partnerarbeit vereinbart. Wichtig ist, dass am Anfang von Gruppen- oder Partnerarbeiten auf diese hingewiesen wird, damit ein sofortiges und störungsfreies Arbeiten möglich ist.
1.4 Sozialformen und Methoden
Die Lernenden arbeiten neben der Einzelarbeit auch kooperativ in Partnerarbeit. Die Methoden der Gruppenarbeit und des Präsentierens werden im Rahmen der Vorbereitung -Durchführung - Nachbereitung des Betriebspraktikums in der Klasse gezielt geübt. Mit Blick auf das anstehende Arbeits- und Berufsleben bietet es sich daher an, die Gruppenarbeit weiter zu vertiefen, da die künftige Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen eine zentrale Bedeutung einnehmen wird. Mit dieser Methode können die Lernenden ihre Kommunikations- (Fragestellungen, Äußerungen) und Teamfähigkeit (z. B. das Verteilen der Arbeit) trainieren, die sie bei der Arbeit in der Schule und in ihrem zukünftigen Berufsleben benötigen.
1.5 Allgemeine Lernvoraussetzungen
Alle Schülerinnen und Schüler haben am zweiwöchigen Berufspraktikum teilgenommen. Durch das Berufspraktikum in den verschiedensten Berufen z. B. Bäcker/in, Landwirt/in, Bankkaufmann/-frau, Kaufmann/-frau, Logopäde/in, Kindergärtner/in, Erzieher/in, Kraftfahrzeugmechaniker/in, Krankenschwester/-pfleger, Verkäufer/in, Zahntechniker/in usw., wurde den Schülerinnen und Schülern die Arbeitswelt zugänglich und erfahrbar gemacht. Die Schülerinnen und Schüler sammelten, unter Beachtung der festgelegten Schwerpunkte, Informationen über den Beruf und das Berufsfeld, Arbeitsplätze, Arbeitsvorgänge und Arbeitsbedingungen, über Aufbau, Funktion und Ziel des Betriebs. In der Vorbereitung des Betriebspraktikums wurde in Kooperation mit den Schülerinnen und Schülern eine Praktikumsmappe mit verschiedenen Arbeitsschwerpunkten erstellt, die sie in Zusammenarbeit mit sachkundigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des jeweiligen Betriebs bearbeiteten. Die Ergebnisse wurden anschließend von den Schülerinnen und Schüler ausgewertet und in der Praktikumsmappe entsprechend dokumentiert. Weitere Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler mit Auswertungsprozessen gemacht haben, basieren aus dem zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 8. Im Rahmen des Besuches der Kreishandwerkerschaft konnten sich die Lernenden in verschiedenen Berufsfeldern testen und in einer gemeinsamen Auswertung in Form von Beratung und Unterstützung eine Bestätigung oder Neuorientierung erfahren.
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2 Sachanalyse
Das Betriebspraktikum ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeitlehre, weil es eine erste Gelegenheit bietet, Arbeitssituationen zu beobachten, Betriebsatmosphäre zu erleben und soziale Erfahrungen in der Arbeitswelt zu machen. Während des Betriebspraktikums können Schülerinnen und Schüler intensiv über einen längeren Zeitraum die im Arbeitslehreunterricht gewonnenen Erfahrungen und Einsichten in der Realität prüfen. Damit dient das Betriebspraktikum weder der Berufswahlvorbereitung im Sinne einer Eignungsfeststellung noch der Suche nach einem Ausbildungsplatz (vgl. Lehrplan Hessen, 2006 S. 4). Im Betriebspraktikum sollen die Lernenden Aufschlüsse über die eigenen Neigungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie über die Anforderungen der im Betrieb ausgeübten Berufe gewinnen. Das Betriebspraktikum ermöglicht den SuS die praxisnahe Überprüfung ihrer Vorstellungen von (eventuell angestrebten) Berufen. Dadurch können sie sich bewusster für einen Beruf entscheiden oder sich neu orientieren (vgl. Dienst- und Schulrecht Hessen, S. 7-51). Das Betriebspraktikum besteht aus drei Phasen (Vorbereitung - Durchführung -Nachbereitung), die eine „didaktische Einheit“ bilden (vgl. Kaiser & Kaminski, 1999, S. 316). Die Vorbereitungsphase dient in erster Linie dazu, dass die Lernenden im Unterricht gezielt auf das Betriebspraktikum, unter Beachtung der verbindlichen Unterrichtsinhalte, vorbereitet werden. Nur so sind die Lernenden während der Durchführung des Betriebspraktikums in der Lage die gemachten Erfahrungen zu verarbeiten, damit es anschließend zu einer produktiven und reflektierenden Aufarbeitung kommt. Die Auswertung soll den Schülerinnen und Schülern dabei helfen ihre Erfahrungen und Kenntnisse zu ordnen, zu strukturieren und zu bewerten. Nur dadurch haben die Lernenden die Möglichkeit konstruktive Entscheidungshilfen für ihre spätere Berufswahl zu bekommen. Wer sich mit den Ergebnissen des Praktikums sorgfältig auseinandersetzen will, muss diese dokumentieren. Die Dokumentation erfolgt in erster Linie durch die Anfertigung eines Berichts- oder Praktikumsheftes. Sie ist eine individuell anzufertigende Hausarbeit, die auch als Bewertungsgrundlage für das Betriebspraktikum dient. In ihr berichten und reflektieren die Lernenden über Tätigkeiten, Erfahrungen, Erwartungen und Enttäuschungen, die sie während des Betriebspraktikums gemacht haben. Ein weiterer Bestandteil der Nachbereitung ist der Erfahrungsaustausch zwischen den Schülerinnen und Schülern. Die Lernenden tauschen Erfahrungen über ihr Betriebspraktikum aus, indem sie sich an bestimmten Leitfragen (z.B. Ein besonderes Ereignis war…!) orientieren. Dazu werden gesprächsfördernde Methoden (z.B. Karussellgespräch) eingesetzt. Auch ein beliebter Bestandteil der Auswertung ist die Präsentation des eigenen Praktikumsbetriebes (Kaiser & Kaminski, 1999, S. 316 ff.).
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3 Begründungszusammenhang 3.1 Legitimation durch den Lehrplan
Die Unterrichtseinheit „Nachbereitung des Betriebspraktikums“ basiert auf dem für die Jahrgangsstufe 9 vorgesehenen verbindlichen Unterrichtsvorhaben 9.1 „Betriebspraktikum: Vorbereitung - Durchführung - Auswertung“. Unter Punkt 2.3 „Außerschulische Lernorte“ der didaktisch-methodische Grundlagen heißt es, dass Formen der Zusammenarbeit zwischen außerschulischen Lernorten (Handwerks- und Industriebetriebe, Arbeitsstätten des Dienstleistungsgewerbes, Wohnstätten, Ämter und Institutionen) und der Schule zu entwickeln und eine inhaltliche Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Praktika vorzunehmen ist (vgl. Lehrplan Hessen, 2006, S. 5). Die Auswertung des Betriebspraktikums ist auch dem Punkt 2.4 „Berufswahlvorbereitung“ zuzuordnen. Hier heiß es, dass die Berufswahlvorbereitung nicht isoliert von der Arbeits- und Wirtschaftswelt gesehen werden darf. Sie muss ein integrativer Bestandteil des gesamten Arbeitslehreunterrichts sein (vgl. Lehrplan Hessen, S. 5) und soll den Schülerinnen und Schülern helfen ihre gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse aus dem Praktikum zu ordnen, zu strukturieren und zu bewerten, um für sich selbst den entsprechenden Nutzen daraus ziehen zu können. Des Weiteren wird das Vorbereiten und das Auswerten von allgemeinen Fähigkeiten und Kompetenzen in der Berufs- und Arbeitswelt, im Unterrichtsvorhaben 9.1 als Schlüsselqualifikationen beschrieben (vgl. Lehrplan Hessen, S. 19).
3.2 Gegenwarts-, Zukunfts- und exemplarische Bedeutung
Durch das Absolvieren des zweiwöchigen Betriebspraktikums (01.11 - 12.11.2010) haben die Schülerinnen und Schüler einen ersten Kontakt zur Arbeits- und Berufswelt herstellen können und somit erste Einblicke in einen Bereich des Arbeitslebens z. B. im Einzelhandel, im Handwerk, im Krankenhaus, in der Verwaltung oder Bank erhalten. Da der Bewerbungszeitraum (Oktober/November 2011) der Schülerinnen und Schüler der Klasse R9c immer näher rückt, müssen sie in naher Zukunft die Entscheidung treffen, ob sie den Übergang in ein Ausbildungsverhältnis oder die schulische Laufbahn in höher qualifizierte Schulen wählen. Daher kommt der ernsthaften Auswertung des Betriebspraktikums eine bedeutende Rolle zu. „Der Wert des Praktikums wird auch davon beeinflusst, wie ernsthaft ihr euch nachher damit auseinandersetzt, was ihr im Praktikum gesehen, erfahren, empfunden habt, und welche Erkenntnisse sich daraus ergeben“ (Kaminski 2009, S. 101).
Um dem gerecht zu werden, liegt der Schwerpunkt der Auswertung des Betriebspraktikums auf der Nachbereitung und Reflexion der inhaltlichen Vorbereitungen (persönliche
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Arbeit zitieren:
Ralf Heber, 2010, Nachbereitung des Betriebspraktikums, München, GRIN Verlag GmbH
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