Online-Quasi-Monopole -vorübergehende Erscheinung oder fester Bestandteil einer globalisierten, IT-geprägten Welt?
Danksagung
Zuerst möchte ich meinem Erstkorrektor, Prof. Dr. danken, der sich dafür bereit erklärte, meine Ba-chelor-Thesis zu betreuen, mir bei der Themawahl sehr entgegen kam und mir immerzu mit Rat zur Seite stand.
Ebenso möchte ich mich bei meinem Zweitkorrektor, Prof. Dr. bedanken.
Mein persönlicher Dank gilt hauptsächlich meiner Familie, die mich während der Erstellung meiner Bachelor-Thesis stets motiviert und unterstützt hat.
Inhaltsverzeichnis
S e i t e I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis. V
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung. 2
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2 Wettbewerb in Zeiten der Globalisierung. 4
2.1 Globalisierung. 4
2.2 Die Bedeutung des Wettbewerbs. 5
2.2.1 Gesamtwirtschaftliche Funktionen 6
2.3 Marktformen. 7
2.3.1 Das Modell der 'Vollkommenen Konkurrenz' 7
2.3.2 Das Polypol 7
2.3.3 Das Monopol. 7
3 Veränderungen im Informationszeitalter 10
3.1 Das Internet. 10
3.1.1 Neue Möglichkeiten und Risiken. 10
3.1.2 Das Wachstum des Internets 10
3.2 Entwicklung der Mediennutzung. 11
3.3 Der wachsende Einfluss des Internets 12
Inhaltsverzeichnis
S e i t e II
3.3.1 Unternehmenskonzentration 14
3.4 Digitale Güter als Grundlage des Informationszeitalters. 14
3.4.1 Eigenschaften digitaler Güter. 15
3.4.2 Distribution von digitalen Gütern 15
3.4.3 Fixkostendegression bei digitalen Gütern 16
3.4.4 Der Netzwerkeffekt am digitalen Gut. 17
4 Die Internet-Ökonomie und der Wettbewerb. 18
4.1 Markteintrittsbarrieren 18
4.1.1 Markteintrittsbarrieren verlieren ihre Wirkung. 18
4.1.2 Neue Markteintrittsbarrieren entstehen 19
4.2 Effekte der Internet-Ökonomie. 20
4.2.1 Skaleneffekte 20
4.2.2 Netzwerkeffekte 23
4.2.3 The Long Tail 25
4.2.4 Wechselkosten und Lock-in Effekte. 26
4.2.5 Feedback-Effekt 28
4.2.6 "Winner-takes-it-all"-Märkte 29
4.3 Strategien der Internet-Ökonomie. 32
4.3.1 First Mover Advantage 32
4.3.2 Die "Follow the Free" Preis-Strategie 34
5 Beispiele für Online-Quasi-Monopole 38
5.1 Google 38
5.1.1 Stand der Dinge - Suchmaschinen. 38
5.1.2 Suchmaschinenmarkt - Konkurrenz und Marktsituation 40
5.1.3 Kurzportrait Google 41
5.1.4 Googles Weg zur Marktführerschaft. 42
5.1.5 Google - Skaleneffekte 42
Inhaltsverzeichnis
S e i t e III
5.1.6 Google - Netzwerkeffekte 44
5.1.7 Keyword Advertising. 45
5.1.8 Wechselkosten 47
5.1.9 Positives Feedback und "Winner-takes-it-all"-Märkte 48
5.1.10 Der AOL Schachzug 50
5.1.11 Zusammenfassend: Analyse des Aufstiegs von Google 52
5.1.12 Die marktbeherrschende Stellung Googles 52
5.1.13 Missbrauch der Marktstellung 53
5.1.14 Anzeichen eines Missbrauchs 54
5.2 EBAY 54
5.2.2 Gründe für den Aufstieg eBays zum Quasi-Monopol 55
5.2.3 Ebays marktbeherrschende Stellung 57
5.3 Facebook. 59
5.3.1 Soziale Netzwerke 59
5.3.2 Facebook - Unternehmensportrait 59
5.3.3 Geschäftsmodell Facebook. 59
5.3.4 Facebook und sein außergewöhnliches Wachstum. 60
5.3.5 Zusammenfassung 63
6 Gefahren der Quasi-Monopolstellung 65
6.1 Gefahren des Missbrauchs. 65
6.2 Gefahren für den Wettbewerb 66
6.2.1 Gesamtwirtschaftliche Betrachtung. 66
6.2.2 Substitutionswettbewerb 67
7 Fazit 68
7.1 Zusammenfassung 68
7.2 Ausblick 68
Quellenverzeichnis 70
Abbildungsverzeichnis
S e i t e
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das Schrumpfen der Welt als Folge der Entwicklung neuer Technologien 52
Abbildung 2: Marksituationen nach Anzahl der Marktteilnehmer. 3
Abbildung 3: Entwicklung der Mediennutzungszeit 11
Abbildung 4: Internet Einfluss auf Kaufentscheidungen 12
Abbildung 5: Produktionskosten von materiellen und digitalen Gütern 9
Abbildung 6: Fixkostendegression bei digitalen Güter 14
Abbildung 7: Selbstverstärkende Skaleneffekte 42
Abbildung 8: Kreislauf bei direkten Netzwerkeffekten 4
Abbildung 9: Selbstverstärkende indirekte Netzwerkeffekte 42
Abbildung 10: Der Long Tail dargestellt am Umsatz 10
Abbildung 11: Selbstverstärkende Lock-In-Effekte 42
Abbildung 12: Positive Feedback-Effekte in Kombination 42
Abbildung 13: "Winner-takes-it-all"-Markt 18
Abbildung 14: Wettbewerbsverhältnisse bei oszillierender Plattformnutzung 19
Abbildung 15: First-Mover-Adavantage beim Cash-flow 15
Abbildung 16: Voraussetzungen und Strategische Ausrichtung 18
Abbildung 17: Erfolgskontrolle durch die Konversionsrate 50
Abbildung 18: Suchmaschinen Marktanteile in Deutschland 22
Abbildung 19: Unterscheidung zwischen bezahlter und organischer Suche bei Google 54
Abbildung 20: Aufteilung des Suchprozesses in drei Phasen 10
Abbildung 21: Der Long Tail bei Suchanfragen 24
Abbildung 22: Netzwerkeffekte bewirken positive und negative Kreisläufe 24
Abbildung 23: "Winner-takes-it-all"-Markt 24
Abbildung 24: Google war schon 2005 Marktführer, jedoch kein dominanter 24
Abbildung 25: Das exponentielle Wachstum der Mitgliederzahl von Facebook 47
Abbildung 26: Die Nutzung verschiedener Sozialer Online-Netzwerke in Deutschland 34
Abbildung 27: Die regelmäßige Nutzung Sozialer Netzwerke in Deutschland 34
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Eigenschaften materieller und digitaler Güter im Vergleich 9
Tabelle 2: Stückkostendegression bei digitaler Software und Musik 14
Tabelle 3: Besonders profitable Schlüsselwörter in den USA im Jahr 2006 24
Abkürzungsverzeichnis S e i t e | V
Abkürzungsverzeichnis
GWB Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise usw. und so weiter ggf. gegebenenfalls Mrd. Milliarde Abb. Abbildung
Einleitung S e i t e | 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Der renommierte Wirtschaftsprofessor Eli M. Noam hat einmal gesagt: "Es gibt kaum eine Branche, in der so wenig Wettbewerb stattfindet wie im Internet […] eine Handvoll großer Konzerne legt die Preise für Werbung und Handelsgebühren fest, und das schadet dem Internetnutzer und den Werbekunden." Als Folge der Unternehmenskonzentration im Online-Bereich haben die Konsumenten beispielsweise bei Suchen und Einkäufen im Internet kaum Alternativen. Unternehmen die Online-Werbung machen wollen, haben dasselbe Problem.
Welches beliebte Angebot man im Internet auch verwendet, es handelt sich fast immer um die gleichen Internetriesen die dahinter stehen. Konzerne wie Google, Microsoft und Ebay.
Wer bei Youtube Videos und nebenbei Werbeanzeigen aufruft, unterstützt dabei den Besitzer der Vi-deoplattform, Google. Bezahlt man eine Rechnung im Internet über Paypal, fördert man dessen Mutterkonzern Ebay. Nutzt man den E-Mail Dienst von Hotmail, profitiert Microsoft davon. Klickt man auf irgend eine Werbeanzeige im Internet, ist es sehr wahrscheinlich, dass dies auch die Werbeumsätze von Google oder Microsoft steigert. Treibt man sich auf dem sozialen Netzwerk Facebook herum, verdient Microsoft durch die Werbeabwicklung von Facebook mit. Selbst wenn man sich auf den Seiten von AOL Nachrichten durchliest, generiert das Umsätze bei Google. Diese Aufzählung von Internetangeboten an denen die besonders großen Internetkonzerne beteiligt sind, ließe sich beliebig erweitern.
Da stellt sich die Frage, wie können diese Unternehmen, vor allem Google in letzter Zeit so außergewöhnlich erfolgreich sein? Wie unterscheiden sie sich in ihren Handlungen von erfolglosen Unternehmen? Diese Fragen können allerdings weder simpel noch allgemeingültig beantwortet werden. Man kann aber davon ausgehen, dass die etablierten Unternehmen entweder die Wirkungszusammenhänge der Internet-Ökonomie verstanden und genutzt haben, oder es war ihnen möglich, sich wie Microsoft durch ihre finanzielle Reserven in den Markt im Internet einzukaufen. Setzt man sich länger mit der Internet-Ökonomie auseinander, begegnet man Begriffen wie Netzwerkeffekt, Wechselkosten, Skaleneffekt und Long Tail. Diese werden unter anderem zur Erklärung von Geschäftsmodellen und Strategien im Wettbewerb um die Märkte im Internet verwendet. Auch das Verhalten einzelner Wettbewerber wie Google wird dadurch verständlich.
Mittlerweile haben sich neue Markteilnehmer wie Facebook, aus dem Bereich der Sozialen Netzwerke, von unbeachteten Spielereien in atemberaubender Geschwindkeit zu mächtigen Unternehmen entwickelt. Dabei wurde ein Wettkampf der größten Konzerne um die Vorherrschaft im
Einleitung S e i t e | 2
Internet entfacht, wobei sich die Wettbewerber nicht nur in ihren ursprünglichen Geschäftsfeldern bewegen, sondern auch in andere neu einsteigen. So findet ein Wettkampf in vielen wichtigen Bereichen des Internet statt. Dazu zählen mitunter die Suche, Werbung, E-Commerce und das soziale Netzwerk. Auch bei Zukunftsmärkten, wie dem mobilen Internet, mischen die Internetriesen mit. Kaum ein Bereich wird dabei nicht zu vereinnahmen versucht und Google ist fast immer direkt oder indirekt beteiligt. [29]
1.2 Zielsetzung
In einer stark globalisierten Welt und einer Welt mit diesen IT-Möglichkeiten wäre es eigentlich eher zu erwarten, dass Quasi-Monopole abnehmen. Doch im Online-Bereich scheint das Gegenteil der Fall zu sein.
Da stellt sich die Frage, ob diese Online-Quasi-Monopole eine vorübergehende Erscheinung oder ein fester Bestandteil einer globalisierten, IT-geprägten Welt sind. Auch ist fraglich, ob es Unterschiede zwischen der klassischen und der Internet-Wirtschaft gibt. Dazu sollen einige Unternehmen mit einem besonders großen Marktanteil betrachtet werden und auf eine Quasi-Monopolstellung überprüft werden.
Zu guter Letzt, soll dann ein Ausblick erfolgen, wie es in dieser Thematik weitergehen könnte, bzw. was uns erwartet.
1.3 Aufbau der Arbeit
Diese Bachelor-Thesis gliedert sich in insgesamt sieben Kapitel:
Im ersten Teil wird die Ausgangssituation und der Aufbau der Arbeit beschrieben. Hier wird eine kurze Einführung in die Thematik gewährt.
Der zweite Abschnitt befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Globalisierung und des Wettbewerbs.
Im dritten Teil werden die Entwicklungen des Informationszeitalter und die Besonderheiten digitaler Güter näher betrachtet.
Das vierte Kapitel dient dazu, die Effekte und Wirkungszusammenhänge der Internet-Ökonomie und deren Einfluss auf den Wettbewerb ausführlich zu erläutern. Dieser Teil bildet auch den Kern der the-oretischen Ausarbeitung.
Im fünften Kapitel soll das in den vorhergehenden Kapiteln erläuterte anhand verschiedener Beispiele nochmals verdeutlicht werden. Wobei das Beispiel Google besonders genau analysiert wird.
Einleitung S e i t e | 3
Im sechsten Abschnitt werden die Gefahren die ein Quasi-Monopol mit sich bringt kompakt beschrieben.
Eine Schlussbetrachtung, die diese Arbeit abschließt, wird es im letzten Kapitel geben.
Wettbewerb in Zeiten der Globalisierung S e i t e | 4
2 Wettbewerb in Zeiten der Globalisierung
2.1 Globalisierung
Aus ökonomischer Sicht steht der Begriff "Globalisierung" insbesondere für das Entstehen von internationalen oft sogar weltumspannenden Märkten aus zuvor regionalen oder nationalen Märkten. Ein Fundament der ökonomischen Globalisierung ist die Liberalisierung der Finanz- und Gütermärkte, welche für den Abbau von Handelsschranken und Kapitalverkehrsbeschränkungen steht. Weitere Fundamente sind die Fortschritte bzgl. der Informations- und Transporttechnologie. Diese hatten das Zusammenwachsen auch von weit voneinander entfernten Märkten zur Folge.
Insbesondere durch das Internet ist es heute möglich Informationen über die gesamte Welt innerhalb von Sekunden zu transferieren. Dies ist auch die Grundlage für die heutigen globalisierten Finanz- und Kapitalmärkte.
Des Weiteren haben technologische Fortschritte im Transportbereich den internationalen Güterverkehr beschleunigt und kostengünstiger gemacht, als in den Jahrzehnten zuvor.
Die Globalisierung hat Veränderungen bezüglich des Wettbewerbs und den Anforderung an die Marktteilnehmer auf den Märkten herbeigeführt. Durch die Vergrößerung der Märkte von beispielsweise nationalen zu internationalen Märkten, tummeln sich deutlich mehr Anbieter und Nachfrager in einem Markt. Viele nationale Unternehmen verlieren dadurch ihre frühere Bedeutung und Stellung. Nationale Marktführer sind dann international eventuell nur noch einer von unzähligen kleinen Anbietern.
Auch auf nationaler Ebene nimmt der Wettbewerb wegen den geringeren Markteintrittsbarrieren als Folge der Globalisierung durch den Eintritt von ausländischen Konkurrenten zu. Häufig ist die Folge davon, dass lange bestehende Markt- und Machtpositionen ihre Bedeutung verlieren. Aus ökonomischer Betrachtung ist die Globalisierung positiv zu sehen, da sie intensiveren Wettbewerb verursacht, wodurch die Anbieter weniger und die Konsumenten mehr Macht besitzen. Trotzdem gibt es in den beteiligten Ländern viele Globalisierungsgegner und damit verbundene Proteste. Nicht nur Kapitalismusgegner sondern auch Verfechter der Marktwirtschaft protestieren gegen die Globalisierung. Sie sind darum besorgt, dass viele Anbieter versuchen durch starkes Wachstum auch auf den größeren internationalen Märkten ihre Markt- und Machtposition zu behalten. Dieses starke Wachstum des Unternehmens wird hauptsächlich durch Fusionen erreicht. Manchmal hat ein Zusammenschluss von besonders großen Konzernen eine Ansammlung von finanziellen Ressourcen zur Folge, die selbst das Gesamteinkommen kleinerer Länder übertreffen kann.
Wettbewerb in Zeiten der Globalisierung S e i t e | 5
Hinzu kommt noch, dass eine ökonomische Macht entsteht, die sich in einer hohen Anzahl an abhängigen Arbeitnehmern sowie in Folge dessen großer Einflussmöglichkeiten auf die Politik begründet. Daraus könnte resultieren, dass langfristig die besonders großen weltumspannenden Konzerne, sogenannte Global Players, sogar mehr Macht als die eigentlich demokratisch gewählten Regierungen erhalten und eine Art "globale Herrschaft des Kapitals" beginnt. [2]
Abbildung 1: Das Schrumpfen der Welt als Folge der Entwicklung neuer Technologien [52]
2.2 Die Bedeutung des Wettbewerbs
Von Wettbewerb ist die Rede, wenn Hersteller versuchen ihre Angebote so anziehend zu machen und zu so geringen Preisen anbieten, dass die Kunden bei ihnen und nicht bei konkurrierenden Anbietern kaufen. Ein Beispiel dafür ist, dass Produkthersteller immer wieder neue Produkte mit verbesserten technologischen Eigenschaften oder zeitgemäßerem Design auf den Markt bringen, um durch Produktinnovationen ihre Kunden dazu zu bringen, auch weiterhin ihre Produkte zu kaufen. Die Motivation der Anbieter liegt in dem Ziel einen größeren Marktanteil zu erreichen, um bei gleich bleibenden Fixkosten höhere Gewinne zu erzielen. Dass es unterschiedliche Anbieter gibt und diese mit ihren Angeboten untereinander um die Kunden konkurrieren, ist dabei von fundamentaler Bedeutung und notwendig damit der Wettbewerb funktioniert. Das Konkurrenzverhalten der Hersteller ist mit dem bei einem sportlichen Wettstreit zu vergleichen. Die besseren Unternehmen schaffen es ihre Gewinne zu erhöhen, gleichzeitig müssen sich die Schlechteren mit geringeren Gewinnen oder sogar Verlusten zufrieden geben.
Wettbewerb in Zeiten der Globalisierung S e i t e | 6
Dass es mehrere in Konkurrenz zueinander stehende Anbieter in einem Markt gibt, ist ebenso bedeutungsvoll wie, dass die Kunden autonom zwischen diesen entscheiden können. Hersteller, die Verluste hinnehmen müssen, werden infolge von Wettbewerbsdruck versuchen durch bessere Angebote ihre Position im Wettbewerb zu festigen. Demzufolge ist ein funktionierender Wettbewerb daran zu erkennen, dass Anbieter durch verbesserte Produkte angreifen oder durch Nachahmung nachziehen und gegebenenfalls ihre Konkurrenten sogar überholen. Hersteller, die nicht konkurrenzfähig sind, werden den Markt bei funktionsfähigem Wettbewerb früher oder später verlassen müssen. [2]
2.2.1 Gesamtwirtschaftliche Funktionen
Während der Wettbewerb der Grund dafür ist, dass Unternehmen versuchen möglichst geringe Produktionskosten zu haben, um die Produkte günstig anbieten zu können, führt er auch noch dazu, dass sie ihre Angebote an Kundenwünschen orientieren. Diese Orientierung der Produkte an den Vorzügen der Kunden nennt man Konsumentensouveränität. Somit ist es dem Wettbewerb zu verdanken, wenn es in einer Volkswirtschaft zu einer effizienten Zuordnung der Ressourcen kommt und diese in ihren jeweils ergiebigsten Verwendungen münden. Infolge des Wettbewerbs lassen die Hersteller deshalb bei starken Nachfrageschwankungen auch ihre Produktion an diese Änderungen so schnell wie möglich anpassen.
Von vergleichbarer Bedeutung ist, dass der Wettbewerb Unternehmen dazu antreibt, neue Produkte und Herstellungsverfahren einzuführen. Das heißt, ihm ist das Erfinden, Erproben und Durchsetzen von Innovationen sowie die darauf auf dem Markt folgenden Imitationen zu verdanken. Untersuchungen haben ergeben, dass die dem technischen Fortschritt zu Grunde liegende Innovationskraft der größte Faktor im Wachstum der Wirtschaft einer Nation ist. Wettbewerb, der funktioniert, führt also außer zu einer effizienteren Verteilung auch zu einer schnelleren technologischen Weiterentwicklung, was in mehr Wissen resultiert.
Aber nicht nur aus ökonomischer Sichtweise sondern auch aus gesellschaftspolitscher Sicht, hat der Wettbewerb wichtige Eigenschaften. Dazu zählt die Begrenzung der wirtschaftlichen Stärke von Anbietern durch ihre Wettbewerber und die Tatsache, dass die Konsumenten zwischen den Marktteilnehmern frei entscheiden können. Diese Beschränkung der Macht und Sicherung der Freiheit kann gesellschaftspolitisch besonders unterstrichen werden.
Ob ein Unternehmen Gewinn oder Verlust macht hängt bei funktionierendem Wettbewerb von dessen Erfolg ab. Somit wird in einer Volkswirtschaft die Einkommensverteilung vom Wettbewerb beeinflusst. Wichtig dabei ist, dass die Gewinne in besserer Leistung begründet sind und nicht beispielsweise in einer Monopolstellung oder der politischen Macht einer Lobby. Als bessere Leistung wird unter anderem die erfolgreiche Etablierung eines neuen Produktes und die damit verbundenen Gewinne verstanden. Aus diesem Grund geht Wettbewerb mit Leistungsgerechtigkeit Hand in Hand. [2] Zusammenfassend ist zu sagen, dass der wirtschaftliche Wettbewerb ein entscheidender Faktor beim Schutz der Vorteile einer Marktwirtschaft ist. [1]
Wettbewerb in Zeiten der Globalisierung S e i t e | 7
2.3 Marktformen
2.3.1 Das Modell der 'Vollkommenen Konkurrenz'
Beste Bedingungen für den wirtschaftlichen Wettbewerb bietet die vollständige Konkurrenz. Diese steht für Märkte, auf denen eine unbegrenzt hohe Anzahl an Anbieter in Konkurrenz zueinander stehen. Dieses Ideal ist jedoch in der Realität in dieser Form nicht anzutreffen. Tatsächlich sind auf den realen Märkten üblicherweise wenige konkurrierende Anbieter in ungleichen Größen vorzufinden. [1] Die unterschiedlichen Marktformen sind nach der Anzahl der Nachfrager und Anbieter definiert:
Abbildung 2: Marksituationen nach Anzahl der Marktteilnehmer. [3]
2.3.2 Das Polypol
Eine Voraussetzung für die vollkommene Konkurrenz ist, dass sich in einem Markt viele Anbieter und viele Nachfrager befinden. Diese Marktsituation bezeichnet man als Polypol. [3]
2.3.3 Das Monopol
Aus Unternehmenssicht ist das Vorhandensein von Konkurrenz in einem Markt nicht vorteilhaft. Gibt es nur einen Anbieter für ein bestimmtes Produkt, ist dieser in der Lage höhere Preise zu verlangen und er kann sich das Geld für die Erneuerung der Anlagen zur Produktion sowie für das Marketing sparen. Gerade deshalb versuchen Unternehmen nicht durch das Fördern des wirtschaftlichen Wettbewerbs erfolgreich zu sein, sondern durch dessen Vermeidung. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, wie Preis- und Lieferbedingungsabsprachen mit anderen konkurrierenden Unternehmen oder gar das Übernehmen von diesen Unternehmen. Für die Marktwirtschaft ist es also nur eine logische Tendenz, dass durch wenige oder nur einem Anbieter auf einem Markt versucht wird, Konkurrenz zu vermeiden. [1] 2.3.3.1 Im Modell
Im Gegensatz zum Polypol und der vollkommenen Konkurrenz steht das Monopol. In der strikt defi- nierten Form des Monopols gibt es nur einen Anbieter, keine Möglichkeit der Substitution und folg-
Wettbewerb in Zeiten der Globalisierung S e i t e | 8
lich keinen Wettbewerb. Auch ist es für andere Anbieter nicht möglich in den Markt eines Monopols einzudringen. [6] 2.3.3.2 In der Realität
In der realen Welt wird das Modell des reinen Monopols kaum anzutreffen sein. Ein Grund dafür ist, dass in diesem Modell Substitutionsgüter, also alternative Produkte auf die umgestiegen werden kann, ausgeschlossen sind.
Ein Beispiel dafür ist die Deutsche Bahn AG, die als einzige Bahnreisen in Deutschland anbietet. Trotzdem gibt es durch das Auto und das Flugzeug einen Substitutionswettbewerb. Daraus lässt sich ableiten, dass die Deutsche Bahn nicht der einzige Anbieter von Verkehrsleistungen ist und somit auch kein reines Monopol hat. Wie dieses Beispiel zeigt, ist es in der Realität in der Regel möglich auf irgend ein Substitutionsgut auszuweichen.
Darüber hinaus sind für das längerfristige Bestehen eines Monopols Markteintrittsbarrieren nötig, die es nicht zulassen, dass andere Anbieter in einen Markt eintreten. [5] 2.3.3.3 Arten von Monopolen
Monopole lassen sich in 3 Hauptarten unterscheiden, welche auf unterschiedliche Weise entstehen. 2.3.3.3.1 Das natürliche Monopol
Ein einzelnes großes Unternehmen ist bei der Herstellung im Bereich der sinkenden Durchschnittskosten effizienter, als mehrere kleine Unternehmen, die dieses Produkt in der gleichen Anzahl produzieren würden. Wenn in einem Unternehmen bei zunehmender Größe die Kosten der Produktion nicht so schnell ansteigen, wie die der ausgebrachten Menge, kommt es zu einer Erhöhung der Skalenerträge. Die bestehenden Fixkosten können dabei auf eine größere Stückzahl verteilt werden, was zu dem Effekt der Fixkostendegression führt.
Daraus ist ersichtlich, dass Skaleneffekte in direktem Zusammenhang mit der Größe eines Unternehmens stehen. Das Unternehmen in einem Markt mit der größten Fertigungskapazität kann somit direkt zum Kostenführer werden.
Eine Folge davon könnte wiederum sein, dass diese Tatsache eventuellen Konkurrenten bewusst wird und sie vom Eintreten in den Markt abhält.
Das durch steigende Skalenerträge entstehende Monopol wird als natürliches Monopol bezeichnet. [4] 2.3.3.3.2 Rechtliche Monopole
Hat ein Unternehmen vom Staat das Recht erhalten, alleiniger Hersteller und Verkäufer eines bestimmten Gutes zu sein, kommt es gleichermaßen zu einem Monopol. Dieses vom Staat erteilte Recht ist jedoch zeitlich befristet. Dazu zählen z.B. die Bewilligung von Patenten, die Gebrauchsmusterschutzgesetze und die Copyrights. Hierdurch soll erreicht werden, dass es Unternehmen möglich ist, die Kosten beim Entwickeln neuer Güter durch eine anfängliche zeitlich beschränkte Monopolstellung wieder zurück zu gewinnen.
Arbeit zitieren:
Carlo Hirlinger, 2010, Online-Quasi-Monopole - vorübergehende Erscheinung oder fester Bestandteil einer globalisierten, IT-geprägten Welt?, München, GRIN Verlag GmbH
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