Vorwort & Danksagung
Im Laufe meiner Berufstätigkeit hat sich mir gezeigt, dass es doch noch immer einen Vorteil hat akademische Weihen empfangen zu haben. Trotz und gerade weil immer wieder erwähnt wird, Akademiker zu sein würde nichts an dem Lebensweg ändern.
Die Vorgängerdiplomarbeiten und die Möglichkeiten des Studienganges Marketing & Sales die Thematik der Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft an Absolventen des Studiengang Marketing & Sales zu bearbeiten, waren mir einerseits Ermutigung und gleichwohl ständige Messlatte. Ich hoffe meinen Teil zum Ganzen hinzufügen, dass der Studiengang seine Ziele realisieren kann und diese den Anforderungen der Unternehmen entsprechen.
Mit dem obigen Zitat möchte ich darauf hinweisen, dass Verkauf sozusagen den inneren Schwerpunkt darstellt, um den sich unsere Existenz dreht. Insbesondere Studenten von Marketing & Sales müssen sich im Laufe des Studiums mit Inhalten des Vertriebes ausei-nandersetzen. Meine persönliche Entscheidung ist gefallen. Verkauf wird Teil meiner Lebensplanung.
Meine Danksagung geht in erster Linie an meine Ehefrau Elena, die viele Stunden mit Warten verbracht hat. Neben Beruf und Studium eine Familie mit drei gesunden, neugierigen Kindern zu haben ist nur möglich durch die Geduld und das Verständnis eines treuen Partners.
Danken möchte ich weiters Herrn Mag. Thomas Pesjak für das Korrekturlesen und wichtige Denkanstöße.
Widmen möchte ich diese Arbeit meinen Söhnen Jakub und Samuel und meiner Tochter Viktória, auch dafür dass ihr mir jeden Tag klar macht, worum es im Leben eigentlich geht.
IV
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis VI
Abk ürzungsverzeichnis. VIII
1. Einleitung. 1
1.1. Problemstellung. 1
1.2. Zielsetzung und Forschungsfrage 3
1.3. Methodik. 4
1.4. Aufbau und Struktur der Arbeit 6
1.4.1. Theoretischer Teil und wissenschaftliche Grundlagen 6
1.4.2. Empirischer Teil. 8
2. Arbeitsmarktentwicklung und Qualifikationsbedarf 9
2.1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft in der gegenwärtigen Konjunktur 9
2.2. Arbeitsmarktsituation für Akademiker in Österreich. 14
2.2.1. Berufstätigkeit von Akademikern in Österreich 14
2.2.2. Stellenangebote für Akademiker in Österreich 14
2.2.3. Jobchancen für Hochschulabsolventen im Wirtschaftsbereich 15
2.2.4. Die Arbeitsmarktsituation für Absolventen von MARS 16
3. Stellenwert von Bildung und Qualifikation in der österreichi-
schen Gesellschaft und am Arbeitsmarkt 16
3.1. Bidungsexpansion und Demokratisierung der Bildung 16
3.2. Wandel des Images der Akademiker in der österreichischen Gesellschaft 19
3.3. Zusammenhang von Höherqualifikation mit steigenden Anforderungen am Ar-
beitsmarkt. 20
4. Historische Entwicklung der Marketing- und Vertriebswissen-
schaft 22
4.1. Der Weg von der Absatzwirtschaft in die Betriebswirtschaftslehre. 22
4.1.1. Theoretische Grundlagen 22
I
4.1.2. Traditionelle Absatzmethoden 23
4.1.3. Modernes Marketing und Vertriebsmanagement. 25
4.2. Unterschied der US-amerikanischern zur europäischen Sicht des Vertriebs-
begriffs. 26
4.3. Der Expansionspfad zur Professionalisierungsoffensive des Vertriebs 27
4.4. Kommunikationsvernetzung und der Trend zu virtuellem Marketing und Ver-
trieb 29
5. Wandel des Berufsprofils im Salesbereich. 30
5.1. Berufsbild des Verkäufers - eine Image- und Profilanalyse 30
5.2. Jobtitel im Vertrieb. 38
5.3. Quereinstieg als herkömmliches Modell für Vertriebskarrieren 40
5.4. Weiterentwicklung der Arbeitsorganisation und steigende Qualifikationsanfor-
derungen 41
6. Handlungskompetenz im Beruf aus Sicht von Akademikern im
Marketing und Vertrieb. 42
6.1. Die Rolle von Softskills / Sozialkompetenz. 42
6.2. Fachkompetenz. 48
6.3. Methodenkompetenz 49
6.4. Persönlichkeitsmerkmale. 53
6.5. Selbst- und personale Kompetenz 55
7. Inhaltlich verwandte empirische Studien 56
7.1. Gliederung evidenter Studien 56
7.2. Untersuchungen zu Führungsanforderungen 56
7.3. Studien zu Anforderungen an Hochschulabsolventen wirtschaftlicher Fächer58
7.3.1. Studien der Qualifikationsforschung 59
7.3.2. Untersuchungen der letzten 20 Jahre. 59
7.4. Vergleichende Ergebnisanalyse 61
7.4.1. Fachliche Kompetenzen 62
7.4.2. Außerfachliche Kompetenzen. 63
8. Gegenstand und Ziel der empirischen Erhebung 64
8.1. Einleitung. 64
8.2. Methodik. 66
8.3. Instrumentarium 68
II
8.4. Auswahl der Quellen und Zeitraum 68
8.5. Selektion der Stellenanzeigen 70
9. Ergebnisse der empirischen Erhebung 71
9.1. Allgemeine Ergebnisse der empirischen Erhebung. 71
9.1.1. Gliederung. 71
9.1.2. Allgemeine Informationen zu den Stellenanzeigen. 71
9.1.3. Das Unternehmensbild 76
9.1.4. Berufsgruppen 82
9.1.5. Berufsfelder 85
9.1.6. Ausbildung. 87
9.2. Detailauswertung zur empirischen Erhebung 90
9.2.1. Fachliche Qualifikationen 90
9.2.1.1. Berufspraxis. 91
9.2.1.2. Fachspezifische Kenntnisse 92
9.2.1.3. EDV-Kenntnisse 94
9.2.1.4. Fremdsprachenkenntnisse 99
9.2.2. Persönliche Qualifikationen 103
9.2.2.1. Altersbeschränkungen 103
9.2.2.2. Softskills 104
9.2.2.3. Arbeitskompetenz. 108
9.2.2.4. Sozialkompetenz 110
9.2.2.5. Persönlichkeitskompetenz 111
9.2.2.6. Führungskompetenz 112
10. Detailauswertung Berufsgruppe Verkauf / Vertrieb / Sales 114
10.1. Persönliche Qualifikationen 114
10.2. Fachliche Qualifikationen 116
10.3. Soziale Qualifikationen 117
11. Conclusio und Ausblick 119
Literatur - und Quellenverzeichnis. 122
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Vergleich der aktuellen Wirtschaftsprognosen für Österreich
Abbildung 2 : Nach dem Einbruch der Wirtschaft im Jahr 2009 nur zögerliche
Erholung
Abbildung 3 : Beschäftigungs- und BIP-Wachstumsraten gegenüber dem
Vorjahr 2001 bis 2009
Abbildung 4 : Entwicklung (absolute Veränderung) der unselbständigen
Besch äftigung in der Ostregion.zwischen 2006 und 2012
Abbildung 5 : Arbeitslosenquoten nach Bildungsabschluss
Abbildung 6 : Bildung spezieller Betriebswirtschaftslehren
Abbildung 7 : System des Absatzes nach Gutenberg.
Abbildung 8 : Formen des Absatzes.
Abbildung 9 : Verkaufs- und Marketingkonzept im Vergleich
Abbildung 10: Die Kundenzufriedenheitsfalle
Abbildung 11: Die vier Sales-Excellence Dimensionen
Abbildung 12: What’s Left for Sales?
Abbildung 13: Substitution and Evolution of the Sales Role
Abbildung 14: The Pressure for Total Integrated Marketing.
Abbildung 15: Anforderungsprofil international tätiger Vertriebsmitarbeiter.
Abbildung 16: Kompetenzen gereiht nach ihrer Bedeutung für Nachwuchs-
f ührungskräfte.
Abbildung 17: Wichtige Aspekte für die Begriffsdefinition eines Potential
tr ägers
Abbildung 18: Welche der folgenden Eigenschaften / Fähigkeiten sind für
Manager im Bereich Marketing wichtig?
Abbildung 19: Welche der folgenden Eigenschaften / Fähigkeiten sind für
Manager im Bereich Vertieb wichtig?
Abbildung 20: Rekrutierungskriterien des Arbeitgebers nach Abschlussart
Abbildung 21: Die Bestandteile der Handlungskompetenz
IV
Abbildung 22: Allgemeine Methodenkompetenzen.
Abbildung 23: Methodenkompetenzen Vertragskompetenzen.
Abbildung 24: Der Zusammenhang von Preiskompetenz und Geschäftserfolg
Abbildung 25: Die Marketingorganisation in der Kraftfahrzeugtechnik
Abbildung 26: Beschreibungselemente der Selbstkompetenz
Abbildung 27: Zeitraum der Stellenanzeigen
Abbildung 28: Vergleich Medien 2009 bis 2003
Abbildung 29: Vergleich Anzeigenart 2003-2006-2009
Abbildung 30: Vergleich Bundesländer 2003-2006-2009 graphisch
Abbildung 31: Vergleich Unternehmensbild 2003-2006-2009
Abbildung 32: Vergleich Berufsgruppe 2003-2006-2009
Abbildung 33: Vergleich Berufsfeld zusammengefasst 2003-2006-2009.
Abbildung 34: Vergleich Ausbildung 2003-2006-2009.
Abbildung 35: Vergleich EDV-Kenntnisse 2003-2006-2009.
Abbildung 36: Vergleich Kategorie Softskills 2003-2006-2009
V
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 : Mikroprognose des österreichischen Arbeitsmarktes bis zum
Jahr 2013. 10
Tabelle 2 : Berufsprognose 2006-2012 12
Tabelle 3 : Traditionelle Absatzwege 24
Tabelle 4 : Fähigkeiten und Qualitäten des idealen Key Account Managers 38
Tabelle 5 : Auszug Jobtitel im Bereich Marketing und Sales 39
Tabelle 6 : Unternehmerische Vorteile aufgrund von sozialer Kompetenz 43
Tabelle 7: Übersicht relevanter Studien zu Führungsanforderungen. 58
Tabelle 8: Empirische Untersuchungen zu Anforderungen an betriebswirt-
schaftliche Hochschulabsolventen 90er Jahre 60
Tabelle 9: Empirische Untersuchungen zu Anforderungen an betriebswirt-
schaftliche Hochschulabsolventen 2000er Jahre. 61
Tabelle 10: Vergleich Häufigkeiten nach Quelle 2009 bis 2003 73
Tabelle 11: Vergleich Bundesländer 2003-2006-2009 prozentual 75
Tabelle 12: Veränderung Bundesländer 2003-2006-2009 76
Tabelle 13: Veränderung Unternehmensbild 2003-2006-2009 79
Tabelle 14: Veränderung Berufsgruppe 2003-2006-2009 83
Tabelle 15: Veränderung Berufsfeld zusammengefasst 2003-2006-2009 86
Tabelle 16: Veränderung Ausbildung 2003-2006-2009 88
Tabelle 17: Vergleich fachliche Qualifikation 2003-2006-2009. 91
Tabelle 18: Veränderung Berufspraxis verlangt 2003-2006-2009 91
Tabelle 19: Vergleich fachspezifische Kenntnisse 2003-2006-2009 94
Tabelle 20: Vergleich EDV-Kenntnisse 2003-2006-2009 95
Tabelle 21: Vergleich Kategorie EDV-Kenntnisse 2003-2006-2009. 96
Tabelle 22: Vergleich EDV-Kategorie Anwenderkenntnisse 2003-2006-2009.97
Tabelle 23: Vergleich EDV-Kategorie Internet 2003-2006-2009. 98
Tabelle 24: Vergleich EDV-Kategorie Datenbankkenntnisse 2003-2006-2009 99
VI
Tabelle 25: Vergleich Fremdsprachenkenntnisse 2003-2006-2009 ...............100
Tabelle 26: Vergleich Kategorie Fremdsprachen 2003-2006-2009 100
Tabelle 27: Vergleich Kat. Fremdsprachen-Westsprachen 2003-2006-2009.101
Tabelle 28: Vergleich Kat. Fremdsprachen-Ostsprachen 2003-2006-2009 102
Tabelle 29: Vergleich Berufserfahrung im Ausland 2003-2006-2009. 103
Tabelle 30: Vergleich Alterseinschränkungen 2003-2006-2009 104
Tabelle 31: Vergleich Softskills 2003-2006-2009. 105
Tabelle 32: Vergleich Kategorie Softskills 2003-2006-2009 107
Tabelle 33: Vergleich Arbeitskompetenz 2003-2006-2009. 109
Tabelle 34: Vergleich Sozialkompetenz 2003-2006-2009. 111
Tabelle 35: Vergleich Persönlichkeitskompetenz 2003-2006-2009. 112
Tabelle 36: Vergleich Führungskompetenz 2003-2006-2009. 113
Tabelle 37: Ausbildungsanforderungen per Berufsgruppe (Bildung) 115
Tabelle 38: Ausbildungsanforderungen per Berufsgruppe (Praxis) 116
Tabelle 39: Ausbildungsanforderungen per Berufsgruppe (Fachkenntnis)117
Tabelle 40: Ausbildungsanforderungen per Berufsgruppe (Sozial) 118
VII
Abk ürzungsverzeichnis
abgeschl abgeschlossen
AMS. Arbeitsmarktservice Österreich
Aufl. Auflage
Bgld Burgenland
Biotech. Biotechnlologie
BIP Bruttoinlandsprodukt
BMWF. Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
BWL. Betriebswirtschaftslehre
CEE. Central and Eastern Europe
CRM. Customer Relationship Management
DIHK. Deutscher Industrie- und Handelskammertag
Dipl. Arb. Diplom Arbeit
DL. Dienstleistung
EDV. Elektronische Datenverarbeitung
et al. et alii
etc et cetera
E -Commerce. Electronic commerce (elektronischer Handel)
EH Einzelhandel
erw erweitert
ESA. European Schools for Higher Education in Administation
and Management
EU Europäische Union
f folgende
FH. Fachhochschule
GfK. Gesellschaft für Konsumforschung
GH. Großhandel
VIII
HAK. Handelsakademie
Hfkt. Häufigkeit
Hrsg. Herausgeber
HTL. Höhere Technische Lehranstalt
HV. Hauptverband
IBM. International Business Machines
IHS................................... Institut für Höhere Studien
inkl. inklusive
IT Informations Technologie
IQ………. Intelliquenz Quotient
KAM. Key Account Management
K är. Kärnten
Kat Kategorie
Kfz. Kraftfahrzeug
MARS FHWien Studiengang Marketing Sales
NOE. Niederösterreich
Nr. Nummer
o. a. oben angegeben
OeNB. Oesterreichische Nationalbank
O Ö Oberösterreich
österr österreichisch
o. V ohne Verfasser
PR Public Relations
S.
sog. sogenannt
Stmk Steiermark
Szbg Salzburg
IX
Telkomm. Telekommunikation
Tir Tirol
u. a. unter anderem
überarb. überarbeitet
UK. United Kingdom (Großbritannien)
US. United States of America (Vereinigte Staaten v. Amerika)
v....................................... von
Vbg.. Vorarlberg
VDI................................... Verein Deutscher Ingenieure-Nachrichten
vgl. vergleiche
VJ. Vorjahr
Vrng. Veränderung
Vol. Teilband
vs versus
WIFO Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
WKW. Wirtschaftskammer Wien
W.U Wirtschaftsuniversität Wien
z. B. zum Beispiel
ZEW. Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH
ZfB. Zeitschrift für Betriebswirtschaft
X
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
Verkaufen können erhält seit Jahren einen immer größeren Stellenwert in der modernen Wirtschaftswelt. So wie jeder Einzelne davon lebt, dass er etwas verkauft, so lebt die marktorientierte Unternehmensführung vom Verkauf. Verkaufen liegt in der Natur des Wirtschaftens und ist deshalb als eine Grundfunktion der Wirtschaft zu betrachten (vgl. Winkelmann 2008, S. 276).
Dass der Verkauf auch für Hochschulabsolventen 1 ein interessantes Berufsfeld ist, wird bei der Job Trend Studie 2008 von Staufenbiel bestätigt. Bei der Umfrage, die über mehr als 200 Unternehmen durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass ca. 60 % der befragten Unternehmen Wirtschaftsabsolventen für den Vertrieb suchen. Demnach finden Absolventen der Betriebswirtschaft am häufigsten - in mehr als der Hälfte der aufnehmenden Unternehmen - ihr Einsatzfeld im Verkauf / Vertrieb (vgl. 2008, S. 43).
Im Gegensatz zu den Ergebnissen dieser Studie steht das abgewertete Image 2 des Verkaufs in der Hochschulausbildung. Hier reflektiert sich dieses als Bauernfängerei, die nur auf die kurzfristige Transaktion abzielt. In der Literatur, als Spiegelbild der hochschulischen Bildung, wird der Verkauf als Unterinstrument der Kommunikations- 1 Ausdem pragmatischen Grund der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf die sprachliche Gleichstellung der Geschlechter verzichtet, so dass die Begriffe Hochschulabsolvent, Student, etc.
synonym stehen für Hochschulabsolventin, Studentin, etc.
2 Image bezeichnet das innere Stimmungsbild bzw. den Gesamteindruck, den eine Mehrzahl von Menschen von einem Meinungsgegenstand hat (z. B. von einer Person oder Personengruppe, von
einem Unternehmen oder einem Produkt, insbesondere einem Markenprodukt) (vgl. Herzig 1991, S. 8
f.).
1
politik behandelt und er gelangt nicht über den Rang einer Subfunktion der Distributionspolitik hinaus.
Diese Arbeit schließt sich der Einschätzung Winkelmanns an, wonach Verkauf und Distribution zwei Seiten derselben Medaille sind und daher die Verteilung von Waren und Dienstleistungen das zentrale Anliegen des Vertriebs als Instrument der Distribution sein muss (vgl. 2008, S. 276-277).
Im 19. Jahrhundert war Distribution leicht und die Priorität des Vertriebes lag in der Verteilung von Waren. Seit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch bringt die zunehmende Sättigung der Märkte eine Änderung der Bedürfnisse, und damit der geäußerten Nachfrage nach individueller Behandlung seitens der Kunden, mit sich (vgl. Opaschowski 2006, S. 145-152). Die gestiegene Bedeutung des Verkaufs / Vertriebes macht auch Ahlert deutlich, der hervorhebt, dass moderner Vertrieb mit dem Faktum der Macht der Kunden umgehen muss (vgl. 1996, S. 21).
Vor diesem Hintergrund wird klar, dass sich marktorientierte Unternehmen Fertigkeiten der „Verkaufskunst“ bedienen müssen, um sich im Wettbewerb behaupten zu können (vgl. Winkelmann 2008, S. 277). Mit den Fertigkeiten des gewandten Verkäufers sind auch interessante Aufstiegschancen verbunden, denn gerade der Verkauf ist eine wichtige Stufe auf der Karriereleiter in die Vorstandsetagen der größten Unternehmen (vgl. Absatzwirtschaft 1987, S. 26-30).
Parallel zu den oben angesprochenen Veränderungen haben sich im Laufe der Zeit auch die Anforderungen an die Vertriebsmitarbeiter geändert. Anhaltender Erfolg im Verkauf ist nur durch Sozialkompetenz, Fachkompetenz und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zu erzielen. Bei der Sozialkompetenz geht es darum die Interaktion unter Menschen angenehm zu gestalten. Fachkompetenz ist ausschlaggebend für die Nutzen bringende Ausführung der Verkaufstätigkeit im Sinne des Kunden und des eigenen Unternehmens. Die vier Persönlichkeitsmerkmale „Kontaktfreudigkeit,
2
Optimismus, Einfühlungsvermögen sowie Selbstwertgefühl“ sind von zentraler Bedeutung beim Verhalten des Vertriebsmitarbeiters mit dem Kunden (vgl. Homburg et al. 2007, S. 245-251).
1.2. Zielsetzung und Forschungsfragen
Ziel dieser Arbeit ist es, eine Grundlage für den Abgleich des aktuellen Bedarfs der Wirtschaft an Wirtschaftsakademikern und den Qualifikationen 3 (Softskills, Spezialkenntnisse der BWL, Praxiserfahrungen), die im Rahmen des Fachhochschul-Studiengangs Marketing & Sales an der FHWien Studiengänge der WKW für Management und Kommunikation 4 von Absolventen erworben werden, zu ermöglichen. Anhand der Analyse von Stellenanzeigen werden überblicksmäßig Qualifikationsan-forderungen an Absolventen von MARS den akademischen Lehrinhalten gegenübergestellt.
Als ein weiteres Ziel dieser Arbeit soll der Stellenwert von Akademikern 5 in der Wirtschaftspraxis beleuchtet werden. Es soll ergründet werden, ob und in wie weit ein akademischer Bildungsabschluss als Anforderung in relevanten Stellenanzeigen enthalten ist. Ausgehend von früheren Betrachtungen der Qualifikationsanforderungen bis in die heutige moderne Wirtschaftswelt soll eine Ist-Stand-Erhebung der Qualifikationen im akademischen Salesbereich geleistet werden.
3 Im Bereich der Nationalökonomie wird der Begriff „Qualifikation“ als Humankapital - insbesondere in hochentwickelten Industriestaaten - immer mehr als zusätzlicher vierter Wirtschaftsfaktor (neben Kapi-
tal, Grund und Boden, Arbeit) betrachtet.
4 Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird synonym für Fachhochschulstudiengang Marketing & Sales -FHWien Studiengänge der WKW für Management und Kommunikation der Begriff MARS verwendet.
5 Ein Akademiker ist Inhaber eines Abschlusses einer wissenschaftlichen Hochschule (Staatsexamen, Diplom, Magister, Promotion) oder einer Fachhochschule.
3
Aus der erläuterten Zielsetzung ergeben sich folgende Forschungsfragen die in der vorliegenden Arbeit beantwortet werden sollen:
• Welche Persönlichkeitsmerkmale werden von den Unternehmen
• Wie setzt sich das Berufsprofil des akademischen Vertriebsmitarbei-ters zusammen?
• Welchen Stellenwert hat die akademische Ausbildung im Verkauf /
Vertrieb?
• Welche Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise auf die Anforderungen
der Unternehmen?
Die Antworten auf diese Fragestellungen können Einblicke in die aktuelle Marktsituation geben, welche es ermöglichen, ein anforderungsgerechtes, optimiertes Lehrangebot seitens der FHWien-Studiengänge der WKW für Management und Kommunikation bereit zu stellen. Dadurch kann die Zukunftsfähigkeit dieser Bildungseinrichtung, sowie der Erfolg der zukünftigen Absolventen verbessert werden. Erklärtes Ziel dieser Diplomarbeit ist es also die Studiengangsleitung dabei zu unterstützen, ein den Anforderungen der Unternehmen und den Erwartungen der Studenten gerechtes Curriculum zu bieten. Als qualitätssichernde Maßnahme kann der Studiengang auf diese Weise hochqualitative und kompetitive Aspekte in Einklang bringen.
1.3. Methodik
Zur Erreichung der oben erwähnten Ziele wird eine empirische Analyse von Stellenanzeigen zur Anwendung gebracht. Zur Gewährleistung der besseren Vergleichbarkeit wird dieselbe Analyseform angewandt, die bereits in den Vorgänger-
4
Diplomarbeiten am FH Studiengang MARS in den Jahren 2002, 2004 und 2007 verwendet wurde. Da die Methodik den vorhergehenden Diplomarbeiten gleicht, können auch die zeitlichen und konjunkturellen Änderungen der Anforderungen an Absolventen des FH Studiengangs MARS nachvollzogen werden.
Als Quellen dienen die Karriereteile ausgesuchter österreichischer Zeitungsverlage, sowie Jobbörsen im Internet. Über die Dauer von vier Kalendermonaten mit Beginn Ende April 2009 bis Ende Juni 2009 sowie von Anfang September 2009 bis Ende Oktober 2009 wurden Stellenanzeigen gesammelt, die sich an Absolventen von MARS richten oder potentiell für Akademiker aus dem Bereich Marketing und Sales interessant sind.
Ein direkter Karriereeinstieg ist in folgenden Tätigkeitsfeldern möglich (www.fh- wien.ac.at 2009):
• Marketing: Marktanalyse, Erstellung und operative Umsetzung von Marketingkonzepten und -strategien, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Dialogmarketing, Product Placement, Sponsoring, Mediaplanung, Eventmanagement, Beziehungsmarketing
• Produkt- und Brandmanagement: Produkteinführung, -strategie undpositionierung, Markenführung und -analyse
• Markt-, Meinungs- und Motivforschung in -abteilungen, -instituten und Agenturen
• Sales: persönlicher Verkauf, Key-Account-Management, Gebiets- oder Regionalleitung, Verkaufsleitung, Betreuung Vertriebspartnernetz, Franchisepartner, Projektmanagement, Customer Relationship Management (CRM), Customer Service, Vertriebscontrolling
• Distributionsmanagement: ECR-Management, Supply Chain Management
5
Stellenanzeigen sind als Daten mit klar definierten Parametern vorhanden. Durch diese einheitliche Form bieten sie die optimale Grundlage für die Untersuchung, denn durch die Einheitlichkeit können auch aus der Stichprobe repräsentative Schlüsse auf die Grundgesamtheit des österreichischen Arbeitsmarkts gezogen werden. Die Stellenanzeigen werden anhand eines Schemas nach Kategorien sortiert und einer quantitativen Inhaltsanalyse unterzogen.
1.4. Aufbau und Struktur der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in einen theoretisch-wissenschaftlich und einen empirischen Teil. Zu Beginn geht der Autor auf theoretische Grundlagen ein und vergleicht inhaltlich verwandte empirische Studien. Im weiteren Verlauf wird zunächst der Aufbau der dargelegten empirischen Erhebung erklärt. Zum Abschluss werden die durch die Analyse der Stellenanzeigen gesammelten Daten statistisch ausgewertet und interpretiert. Daraus werden abschließend Schlussfolgerungen gezogen, um die aufgestellten Forschungsfragen zu beantworten.
1.4.1. Theoretischer Teil und wissenschaftliche Grundlagen
Zu Beginn dieser Arbeit wird in Kapitel 2 auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation und den Qualifikationsbedarf am Arbeitsmarkt in Österreich hingewiesen. Es wird allgemein die Situation von Wirtschaftsakademikern und im weiteren Verlauf im Speziellen die Situation von Absolventen von MARS dargelegt.
Nach der Einführung in das Thema wird in Kapitel 3 auf den Stellenwert von Bildung und Qualifikation in der österreichischen Gesellschaft und am Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund der fortschreitenden Bildungsexpansion und der damit einhergehenden Demokratisierung der Bildung und damit des Wandels des Images des Akademikers eingegangen.
6
In Kapitel 4 beleuchtet der Autor den Weg von der Absatzwirtschaft in die Betriebswirtschaftslehre. Anfangs wird ein Überblick über die theoretischen Grundlagen gegeben. Mit einem Blick zurück über die Schulter wird anschließend anhand von Literaturanalysen das moderne Vertriebsmanagement dargelegt. Dem schließt sich ein Vergleich der europäischen Sicht des Vertriebsbegriffes mit dem US Begriff an. Nachfolgend wird ein Einblick in die Professionalisierungsoffensive im Vertrieb gegeben. Das Kapitel endet mit einer Bestandsaufnahme der aktuellsten Trends des Marketing und Vertriebs.
Vertiefend in die Thematik des Wandels im akademischen Salesbereich versucht der Autor in Kapitel 5 zu ergründen, welche Änderungen das Berufsbild des Verkäufers erfahren hat. Hierzu wird beschrieben, wie sich mit den veränderten Produkten 6 die Anforderungen im Salesbereich verändert haben. Dazu geht der Autor auf das Key Account Management ein. Wie sich die geänderten Anforderungen auf die Jobtitel niedergeschlagen ist Inhalt des zweiten Punktes dieses Kapitels. Nachfolgend wird der Frage nachgegangen, ob auch der Quereinstieg einen herkömmlichen Einstieg in eine Vertriebskarriere darstellt.
Das Kapitel 6 beschäftigt sich mit den drei Hauptdimensionen aus denen sich Vertriebskompetenz zusammensetzt. Dies beinhaltet eine Auseinandersetzung mit Sozialkompetenz, Fach- und Methodenkompetenz, Persönlichkeitsmerkmalen und Selbst- und personaler Kompetenz. Abschließend geht der Autor noch auf die Quali-fikationsanforderungen ein, die eine Führungspersönlichkeit im Vertrieb mitbringen muss.
Im abschließenden Kapitel 7 analysiert der Autor inhaltlich verwandte empirische Untersuchungen. Indem vergangene mit der vorliegenden empirischen Studie gegen-
6 Inder vorliegenden Arbeit wird der Begriff Produkt synonym gebraucht für Waren, Dienstleistungen und andere marktfähige Erzeugnisse.
7
übergestellt werden, kann ein weiterer Ansatzpunkt geschaffen werden, um die zukünftige Entwicklung des Qualifikationsbedarfes von Absolventen zu bestimmen.
1.4.2. Empirischer Teil
Der Teil II beginnt mit der Erklärung des Gegenstandes und Zieles der empirischen Erhebung
Das Kapitel 8 ist in Methodik, die sich mit der quantitativen Inhaltsanalyse beschäftigt, Instrumente der empirischen Erhebung und Durchführung aufgeteilt.
Die Kapitel 9 und 10 umfassen die wesentlichen Ergebnisse der vorliegenden Diplomarbeit. Inhaltspunkte sind allgemeine Informationen aus Stellenanzeigen, Ausbil-dungsanforderungen, fachliche Qualifikationen, sowie im Detail persönliche und fachliche Qualifikationen.
Die vorliegende Arbeit schließt mit einer Conclusio. Mit direktem Bezug auf die Ergebnisse der empirischen Erhebung werden mögliche Anknüpfungspunkte aufgezählt, die zu einer leistungsoptimierten und effizienten Abstimmung zwischen dem Angebot von MARS und den Bedürfnissen der Unternehmen beitragen. Weiters geht der Autor auf die Forschungsfragen ein, um durch Beantwortung dieser der Studiengangsleitung Hinweise zur Ausgestaltung der Qualifikationsinhalte, seitens des Studiengangs an die Absolventen, zu ermöglichen.
8
2. Arbeitsmarktentwicklung und Qualifikationsbedarf
2.1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft in der gegenwärtigen Konjunktur
Die österreichische Wirtschaft ist im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die mit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers in den USA im September 2008 ihren Anfangspunkt markierte, vor die umfassendste Rezession der Realwirtschaft, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, gestellt. In ihrer gesamtwirtschaftlichen Prognose (Stand Dezember 2009) stellt die Oesterreichische Nationalbank die Schätzungen der wichtigsten Institute gegenüber. Die Europäische Kommission (-3,7 %), OeNB (-3,5 %), IHS (-3,8) und IWF (-3,8), sowie WIFO (-3,4 %), gehen konform in der Ansicht das im Jahr 2009 mit einem Negativwachstum des Bruttoinlandsproduktes zu rechnen ist. Für das Jahr 2010 gehen die Prognosen von einer Erholung aus (Werte zwischen WIFO + 0,9 % und OeNB +1,2 %) (vgl. 2009, S. 26). Die Wirksamkeit der von der Bundesregierung geschnürten Konjunkturprogramme und der Steuerreform in ihren gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungseffekten wird für Ende 2009 und das Jahr 2010 erwartet (vgl. Breuss et al. 2009, S. 1-4).
Abbildung 1 : Vergleich der aktuellen Wirtschaftsprognosen für Österreich
Quelle: OeNB 2009, S. 26
9
Abbildung 2 : Nach dem Einbruch der Wirtschaft im Jahr 2009 nur zögerliche Erholung
Quelle: AMS 2009a, S. 9
Inzwischen wirken sich Effekte der oben erwähnten Rezession gravierend auf den Arbeitsmarkt aus. Bis zum Jahre 2013 soll die Zahl der unselbstständig Beschäftigten um 18.800 Menschen zurückgehen, bei gleichzeitig zusätzlichem Angebot von 53.000 Personen im selben Zeitraum. Laut amtlicher Schätzung wird die Arbeitslosenquote im Zeitraum bis 2013 konstant bei über 7 % liegen (vgl. AMS 2009a, S. 12 f.).
Tabelle 1 : Mikroprognose des österreichischen Arbeitsmarktes bis zum Jahr 2013
Quelle: AMS 2009a, S. 13
10
Den Zusammenhang zwischen sinkendem BIP und der Beschäftigungsrate stellt folgende Grafik dar:
Abbildung 3 : Beschäftigungs- und BIP-Wachstumsraten gegenüber dem Vorjahr, 2001 bis 2009
Quelle: Alteneder et al. 2009, S. 2
Erwähnenswert ist, dass die gestiegene Arbeitslosigkeit 7 hauptsächlich unselbstständig beschäftigte Männer betrifft, was wohl auf ein neues Instrument der Arbeitsmarktpolitik zurückzuführen ist. Mit der Neuregelung der Kurzarbeit hat sich die Nutzung dieser Einrichtung seitens der Unternehmen stark ausgeweitet. Zwischen Januar 2009 (15.000 Personen) und Mitte Juni 2009 (57.806 Personen) hat sich die Kurzarbeit auf das vierfache ausgeweitet. In der Tat sind viele Leiharbeiter von Freisetzung betroffen, da hier die Unternehmen am flexibelsten auf Schwankungen des Arbeitskräftebedarfes reagieren können (vgl. Breuss et al. 2009, S. 29).
Das AMS und WIFO prognostizieren für den Zeitraum von 2006-2012 das gewisse Wirtschaftsbereiche von Jobabbau und andere von Jobaufbau gekennzeichnet sein werden. Hier geht der Trend eindeutig zu Dienstleistungen:
7 Die Arbeitslosigkeit wird als eine kurzfristige Unterbrechung der Erwerbstätigkeit betrachtet.
11
Tabelle 2 : Berufsprognose 2006 bis 2012
Quelle: Huemer et al. 2008, S. 67-82
Aus Sicht von MARS-Studenten wird positiv bemerkt, dass Verkaufsberufe um über 12 % zunehmen werden. Wenn dies mit Finanz- und Verkaufsfachkräften zusammengezählt wird, werden ganze 14 %, oder 23.000 zusätzliche Jobs bis 2012 in diesem Segment geschaffen. Ersichtlich ist, dass auf der anderen Seite öffentliche Be-
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dienstete bis zum Jahr 2012 weniger zahlreich sein werden als noch im Jahre 2006. Besonders stark ist die Differenz bei den typischen „Manpower“-Berufen Handwerk und Anlagen-, Maschinenbediener und Montierer, die bis zu 19.800 Jobs weniger vorfinden werden.
Bei der Zunahme der Verkaufsberufe, und der Berufe mit akademischen Anforderungsprofilen, entstehen dabei mehr als zwei Drittel aufgrund von Brancheneffekten und ein Drittel durch Verschiebung der Ansprüche innerhalb der Branche (das heißt eine Verdrängung von oben nach unten). Die positive Verschiebung zu Dienstleistungsberufen beflügelt hierbei die Entstehung von Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Berufshauptgruppen mit hohen Qualifikationsanforderungen und hohem Skills-Niveau sind dabei die einzigen die eine positive Beschäftigungsentwicklung auch im Bereich der Sachgütererzeugung und der Land- und Forstwirtschaft verzeichnen können (vgl. Huemer 2008, S. 60-62).
Abbildung 4 : Entwicklung (absolute Veränderung) der unselbstständigen Beschäftigung in der Ostregion zwischen 2006 und 2012
Quelle: Huemer 2008, S. 12
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2.2. Arbeitsmarktsituation für Akademiker in Österreich
2.2.1. Berufstätigkeit von Akademikern in Österreich
Die Arbeitsmarktsituation für Akademiker in Österreich ist eindeutig besser als der Durchschnitt (Gesamtarbeitslosigkeit 6,9 %) zu betrachten. Es sind 2,2 % der Absolventen arbeitslos. Damit hebt sich diese Quote deutlich von den Werten der Gruppe der Pflichtschulabsolventen (knapp 18 %) und auch der Absolventen des heimischen Sekundärbereichs (3,2 bis 4,0 %) ab (vgl. AMS 2010a, S. 2). Im Vergleich zu Akademikern ergibt sich also für Pflichtschulabsolventen ein um 80 % höheres Risiko arbeitslos zu werden.
Abbildung 5 : Arbeitslosenquoten nach Bildungsabschluss
Quelle: AMS 2010a, S. 2
2.2.2. Stellenangebote für Akademiker in Österreich
Der Bestand sofort verfügbarer Stellen für Akademiker zum Stichtagsmonat April 2010 zählt für Österreich insgesamt 578 Vakanzen. Diese teilen sich auf in 148 Stel-
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len (Veränderung zum Vorjahr absolut - 1 Stelle oder -0,7 %), die sich an FH-Absolventen richten und 426 (Veränderung zum Vorjahr absolut -22 Stellen oder -4,9 %), welche sich an Universitätsabsolventen wenden. Insgesamt weist die Übersicht 31.145 sofort verfügbarer und dem AMS gemeldeten Stellen aus, wobei sich hier die Anzahl um 3.705 geändert hat, was einem Wert von 13,5 % entspricht (vgl. 2010b, S. 1).
2.2.3. Jobchancen für Hochschulabsolventen im Wirtschaftsbereich Marketing & Sales
Der hier hauptsächlich interessierende Wirtschaftsbereich ist ersichtlich aus der Aufstellung der direkten Karriereeinstiegsmöglichkeiten für MARS-Absolventen (siehe Seite 5 f.). Laut Konjunkturbericht I/2009 der KMU Forschung Austria ist im Bereich der Werbung und Marktkommunikation (umfasst die klassische Werbeagentur, Grafikdesign, PR/Eventberatung, Außenwerbung und Marktforschung) die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2009 mit -3,7 % im Vergleich zum VJ negativ. Trotz dieser Entwicklung soll der geplante Beschäftigtenstand für 2009 nur unwesentlich schrumpfen (0,1 %). Positiv zu bemerken ist, dass die aktuelle Situation der Auftrag-
lage sowie die Erwartungen für 2009 auf der Schulnotenskala 8 per April 2009 mit 2,7 bewertet wurden (vgl. 2009, S. 3 f.).
Das Qualifikationsbarometer (Erscheinungsdatum April 2009) stellt für das Berufsfeld Management und Organisation (u. a. Betriebswirte, Geschäftsführer, Key-Account-Manager, Projektmanager, Verkaufsmanager, etc.) eine positive Perspektive auf. Besonders höher qualifizierte Personen werden auch in den kommenden Jahren gute Beschäftigungsmöglichkeiten vorfinden. Negativ wirken sich die schlechte Lage im Automotiven Bereich und Firmenverlagerungen in den billigeren Osten (z. B. IBM verlagert die CEE-Zentrale nach Prag) aus. Diese negativen Effekte lassen sich aber
8 Auf der Schulnotenskala bedeuten die 1 =sehr gut, 2 = gut, 3 = eher gut, 4 = eher schlecht, 5 = schlecht, 6 = sehr schlecht.
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durch die erhöhte Anzahl an Pensionierungen in den nächsten Jahren auffangen, die dazu führen, dass Nachfolger für Familienunternehmen gesucht werden. Bis 2012 wird von durchschnittlich jährlich 10.000 Vakanzen ausgegangen. Positionen für die juristische und betriebswirtschaftliche Herausforderungen von allen Beteiligten gelöst werden müssen. Für das Jahr 2008 wurden 11.795 offene Stellen laut GfK Stellenanalyse gezählt. (vgl. AMS 2009b, S. 54-57) In beiden Hauptbeschäftigungsbereichen sind die Aussichten also vorsichtig positiv zu bewerten.
2.2.4. Die Arbeitsmarktsituation für Absolventen von MARS
Laut der Kurzinformation „Akademikerarbeitslosigkeit“ Ende April 2010 des AMS hat sich die Gesamtanzahl der als arbeitslos gemeldeten Absolventen von MARS auf 31 stabilisiert. Dies stellt eine Veränderung von absolut +/- 0 dar. Beachtenswert hierbei ist, das Frauenarbeitslosigkeit (-5, absolut 13) sank bei einem gleichzeitigen Anstieg der Männerarbeitslosigkeit (+5, absolut 18). Diese Zahl ist in Relation zu setzen mit den Werten der Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge der Universitäten und der FHs gesamt. Während die Werte über alle FHs hinweg sich auf Gesamt 441 (im Vergleich zum VJ) erhöht hat, was absolut 76 Personen bedeutet und eine prozentuale Veränderung von knapp 21 %, sind die Werte bei den Universitäten gesamt 2.061, was absolut ein Plus von 267 also 14,9 % mehr ausmacht. Festzustellen ist, dass die absoluten und prozentualen Werte für den Studiengang MARS in Relation zu den Vergleichswerten deutlich besser ausfallen. (vgl. 2010c, S. 1).
3. Stellenwert von Bildung und Qualifikation in der österreichischen Gesellschaft und am Arbeitsmarkt
3.1. Bildungsexpansion und Demokratisierung der Bildung
Im Mittelalter waren die europäischen Universitätsabsolventen noch unter dem Patronat des Papsttums in der heiligen Gemeinschaft der Gebildeten vereint. Damit ver-bunden waren weit reichende Privilegien und eine gesellschaftliche Ausnahmestel-
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Arbeit zitieren:
Daniel Seeber, 2010, Berufsimage und Berufsprofil von Akademikern im Bereich von Marketing & Sales , München, GRIN Verlag GmbH
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