Inhaltsverzeichnis - i -
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis........................................................................................................................ i
Abbildungsverzeichnis ii
1 Einleitung 1
2 Ekel. 2
2.1 Begriffsbestimmung „Ekel“ 2
2.2 Auswirkungen durch das Ekelerlebnis auf das Pflegepersonal. 2
2.3 Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Patient und Pflegenden 4
3 Umgang mit Ekel im Pflegealltag 5
3.1 Fragebogenauswertung. 5
3.2 Kompensationsmöglichkeiten 5
4 Fazit. 7
Quellenverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis - ii -
Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Mögliche Reaktion durch dauerhafte Konfrontation mit Ekel
1 Einleitung - 1 -
1Einleitung
Während meiner Tätigkeit als Schülerin in der Gesundheits- und Krankenpflege, stellte ich immer wieder fest, dass das Pflegepersonal täglich mit ekelerregenden Situationen konfrontiert wird. Die betroffene Pflegekraft muss sich öfter als gewollt mit diesen belastenden Situationen auseinandersetzen.
Im Pflegealltag muss sich das Personal durch das sehen, riechen, anfassen oder hören möglichem Ekel stellen. Häufig erlebte ich, wie Gesundheits- und Krankenpflegerinnen in bestimmten Situationen mimische und gestische Muster der Abneigung zeigten. Sie runzelten die Stirn, hielten sich die Hand vor dem Mund oder versuchten den Kopf zurück zu neigen, um zügig und routiniert ihre Arbeit zu verrichten. Auf Nachfrage, ob sie Ekel empfanden, gab es meist die Aussage, dass man kein Ekel mehr fühle, da man täglich mit diesen Situationen konfrontiert wird. Eine komplette Ignoranz des eigenen Ekelempfindens ist jedoch nicht möglich, auch wenn der ein oder andere Pflegende davon überzeugt ist. Der Körper und Geist hat lediglich im Laufe der Berufsjahre eigene Abwehrmechanismen entwickelt, um diesen temporären Zustand zu überbrücken.
Aufgrund der vielen verschiedenen Bereiche, die ich während meiner Ausbildungszeit durchlaufen durfte, konnte ich viele ekelerregende Situationen wahrnehmen. Im weiteren Verlauf möchte ich Ihnen zwei Auswirkungen des Ekelempfindens darstellen und einige Kompensationsmöglichkeiten auflisten.
2 Ekel - 2 -
2Ekel
2.1 Begriffsbestimmung „Ekel“
Ekel lässt sich umschreiben als ein Gefühl der Abneigung und wird durch psychischen Widerstand und Abscheu hervorrufen. Aus Psychologischer Sicht ist Ekel eine eigenständige Empfindung. Es ist ein begleitender Widerwillen, verbunden mit körperlicher Übelkeit und einem schlechtem Geschmack im Mund. Im weiteren Sinne wird Ekel aber durch Personen und Werteverletzung hervorgerufen. Ekel wird zu den Affekten gezählt was bedeutet dass es eine kurzfristige starke Emotion ist. 1
2.2 Auswirkungen durch das Ekelerlebnis auf das Pflegepersonal
Der natürliche Ekel eines jeden Menschen ist genetisch angelegt und bereits in der Kindheit ausgeprägt, um den Körper vor unbekanntem zu schützen. Die Abgewöhnung wäre nicht ratsam, da somit die eigentliche Schutzfunktion nicht mehr gegeben ist. Der falsche Umgang mit Ekelgefühlen kann dazu führen, dass auf Dauer das primäre Ziel der Schutzfunktion nicht erfüllt wird, da der Umgang für den Betroffenen mit einer hohen Stresssituation verbunden ist, die eine psychische Belastung darstellen kann. Ebenso kann das tiefe Bedürfnis, diese Ekelgefühle zu unterdrücken oder abzuwehren zur Verzweiflung und Hilfslosigkeit führen. Jeder Mensch reagiert anders auf Ekel und sollte für sich Möglichkeiten finden den richtigen Umgang mit ekel zu vollziehen. Es können ungewollte Schamgefühle, Abneigung oder Wut gegenüber dem Ekelerregenden oder Verursachendem entstehen. 2
Da in den meisten Pflegeberufen das Thema Ekel bis heute noch ein Tabuthema ist, versuchen immer mehr Pflegende, sich an das ekelhafte und ekelerregende zu gewöhnen. Ein Gespräch mit außenstehenden Personen, die nicht der gleichen Berufsgruppe angehören, ist scheinbar unmöglich, da der Gedanke des nichtverstehens überwiegt. Viele Pflegende die bereits über Jahre in diesem Beruf arbeiten, sind regelrecht in ihren Tätigkeiten abgehärtet, was in der Beziehung zu einer Überschreitung der Distanzierung
2 Ekel - 3 -
zumPatienten führt. Sie sehen diese Situationen als alltäglich an und bereiten sich keine Gedanken über die Überschreitung der Schamgrenze des zu betreuenden Patienten.
Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Emotionen im tiefsten inneren werden unterdrückt sind. Es bleibt immer ein Überbleibsel an Ekel, der dann verdeutlicht wird wenn zum Beispiel das Tragen der Handschuhe zum Einsatz kommt. 3
Durch die Unterdrückung kann auf Dauer eine Frustrationssituation entstehen. Diese kann verstärkt werden, wenn das persönliche Bedürfnis einer Fluchtreaktion nicht ausgeführt werden kann. Denn Pflegende sind dazu da um das Ekelerregende zu beseitigen. Aufgrund dieser unterdrückten Bedürfnisse, kann es nach längerer Zeit zu ungewollten Aggression und möglicher psychischer Erkrankung kommen. 4
2 Ekel - 4 -
2.3Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Patient und Pflegenden
Der Stress der Unterdrückung und immer wieder kehrende belastende Prozess kann dazu führen dass, das Pflegepersonal ungewollte Aggressionen gegenüber der Person entwickelt, die für das ekelerregende Geschehen verantwortlich ist. Diese Form der Aggression kann in versteckter Gewalt gegenüber dem Patienten ausgedrückt werden. Ein mögliches Beispiel, hierfür wäre ein Patient, der sich erneut eingekotet hat und dessen Stuhl übel riecht. Der Patient muss pflegerisch versorgt werden. Die Pflegekraft benutzt vorsätzlich einen Waschlappen mit dem sie zuerst den Genitalbereich und dann das Gesicht des Patienten wäscht. Eine sinnvollere Lösung wäre hingegen, ein Duftspray zu verwenden, um den Geruch zu reduzieren und die geplante Maßnahme fortzuführen, ohne den Betroffenen Schaden zu zufügen. 5
Ebenso kann ein nicht vorhandenes Ekelempfinden dazu führen, dass Pflegende die Schamgrenze der Patienten überschreiten. Beispielsweise wird bei der morgendlichen Grundpflege, der Intimbereich des Patienten ohne Handschuhe versorgt und dadurch ohne verständliches Wissen des Pflegepersonals, ein Eingriff in die Intimzone eines Fremden vollzogen. Das Tragen der Handschuhe spielt nicht nur aus hygienischen Gründen eine wesentliche Rolle. Vielmehr garantiert Sie auch die Wahrung der Intimsphäre des zu betreuenden Patienten.
3 Umgang mit Ekel im Pflegealltag - 5 -
3Umgang mit Ekel im Pflegealltag
3.1 Fragebogenauswertung
Jede Pflegekraft hat eine individuelle Empfindung, Auffassung und Toleranzschwelle von Ekel. Nach Befragung einiger Kollegen/ innen äußerten diese, dass in der Pflege, kein Platz für Ekelgefühle und -ausdrücke sind, da sich dies negativ auf die Arbeit und die Beziehung zum Patienten auswirkt. Daher empfindet der größte Teil der Befragten nur sehr wenig Ekelgefühle, was sich auch im täglichen Umgang zeige wie beispielsweise bei der Grundpflege, bei der das Tragen von Handschuhen nicht als bedeutend angesehen wird. Andere wiederrum erwähnten, das das Ekelempfinden bereits bei unangenehmen Gerüchen beginnt und daher gerade bei der Körperpflege wie Mund-, Intim- oder Fußpflege höchste Priorität auf das Tragen von Handschuhen legen, da dies in Bezug auf Ekel mit möglichen infektiösen Erkrankungen wie der Pilzinfektion in Verbindung gebracht wird.
Deutlich sichtbar wird eine ekelerregende Situation wenn Schutzbekleidung und Schutzhandschuhen genutzt werden. Diese werden meist im Umgang mit verschiedenen Sekreten, Sputum, Erbrochenen, Stuhl und Urinausscheidungen zum Einsatz gebracht.
3.2 Kompensationsmöglichkeiten
Die Möglichkeit der Nutzung von Handschuhen und Schutzbekleidung, schützt nicht nur vor möglichen Infektionen, sondern auch vor situationsbedingten Ekelgefühlen. Nebenher wirkt es sich positiv auf das Schamgefühl des Patienten aus, da er diese Situation als pflegerische oder medizinische Maßnahme anerkennt. 6
Bei übelriechenden oder belastenden Gerüchen, besteht die Möglichkeit Pflegeschaum zu benutzen, der den ekelerregenden Geruch übertönt. Zusätzlich hat man die Möglichkeit, Fenster zu öffnen um für ausreichende Frischluft zu sorgen, welche nicht nur angenehm von der Pflegekraft sondern auch vom Patienten aufgenommen wird. 7
3 Umgang mit Ekel im Pflegealltag - 6 -
Alsweitere Option kann die Pflegekraft kurzzeitig mit dem Vorwand Material besorgen zu müssen das Zimmer verlassen, was die Möglichkeit verschafft tief durch zu Atmen und einen klaren Kopf zu kriegen.
Für die Verrichtung einer besonders belastenden und ekelerregenden Arbeit, sollten mindestens zwei Pflegekräfte die Durchführung übernehmen, mit dem Ziel sich gegenseitig ablenken zu können und die Arbeitszeit zu verkürzen. Im Extremfall besteht die Möglichkeit die Tätigkeit an eine andere Pflegekraft zu delegieren, die mit dieser Situation besser umgehen kann. 8
Eine Abwehr der Ekelgefühle kann vergleichsweise durch Konzentration auf die verrichtende Pflegetechnik gestärkt werden und somit das ekelerregende bewusst in den Hintergrund stellen. Prophylaktisch kann man beispielweise bei Situationen, wie des Erbrechens Zellstoff und Nierenschalen bereitstellen.
Jeder Pflegende sollte sich die Zeit und Möglichkeit nehmen, sich zu erholen oder einer Bezugsperson sein Befinden und Ängste mitzuteilen, was sich für die betroffene Person befreiend auswirkt. Darüber hinaus sollte der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern eine Möglichkeit zum waschen oder duschen geben.
4 Fazit - 7 -
4Fazit
Wie bereits erwähnt sollten Pflegende sich mit ihren Ekelgefühlen auseinander setzten und nicht versuchen sie zu verdrängen. Versucht man diese zu verleugnen kann man sich nicht mit ihnen auseinander setzen und somit keine Möglichkeiten finden den richtigen Umgang mit ihnen zu wählen.
Ekelgefühle haben ihren Sinn und Zweck sie sollen uns und auch den Bertoffenen schützen. Ich bin der Meinung, dass viele Pflegekräfte ein Ekelgefühl empfinden, es sich aber nicht zugestehen möchten, da sie es am Arbeitsplatz als unangemessene Fehlreaktion interpretieren oder aber so abgestumpft sind, dass sie jegliches Ekelgefühl verloren haben, was sich insbesondere negativ auf die Beziehung auswirkt. Die Wahrung der Nähe und Distanz zwischen dem Patienten und dem Pflegepersonal wird vernachlässigt, was der Patient unmittelbar spürt. Das Pflegepersonal ist der Meinung, dass ein offenbartes Ekelgefühl einem Betroffenen ein Zeichen der Abwertung verleiht und somit ein Vertrauensverlust entsteht.
Jeder Mensch reagiert anders auf Ekel und sollte für sich Möglichkeiten finden den richtigen Umgang mit Ekel zu vollziehen.
Quellenverzeichnis - I - Quellenverzeichnis
Bücher
Grond (2005) Grond, Erich: Pflege Demenzkranker, Brigitte Kunz Hannover Berlin, 2005
Izard (1981) Izard, Carroll E.: Die Emotionen des Menschen: Eine Einführung in die Grundlagen der Emotionspsychologie, Beltz Verlag Weinheim, 1981
Krey (2003) Krey, Hiltrud: Ekel ist Okay: Ein Lern- und Lehrbuch zum Umgang mit Emotionen in Pflegeausbildung und Pflegealltag, Brigitte Kunz Verlag Hannover, 2003
Internet
Pernlocher-Kügler Pernlochner-Kügler, Mag. Dr. Christine: Ekel in der Pflege, http://www.assista.org/files/Pernlochner.pdf, (26.12.2010)
Arbeit zitieren:
2010, Ekel in der Pflege und die daraus folgenden Auswirkungen auf die Pflegenden und die Beziehung zu den Gepflegten, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pflegewissenschaften: neuer Titel erschienen: Ekel in der Pflege und die daraus folgenden Auswirkungen auf die Pflegenden und die Beziehung zu den Gepflegten
Die Auswirkungen der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs auf ...
Olaf Scholz, Ulrich Becker
Alltag in der Pflege - Wie machten sich Pflegende bemerkbar?
Beiträge des 8. Internationale...
Andrea Thiekötter, Heinrich Recken, Manuela Schoska, Eva-Maria Ulmer
Auswirkungen verschiedener Arbeitszeitmodelle im ärztlichen Dienst auf...
Kirstin von Trotha
Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen der Europäischen Zentralbank au...
Eine empirische Untersuchung a...
Dominik Faber
0 Kommentare