Inhaltsverzeichnis
1 Dezentralisierung der Weiterqualifizierung von Sachbearbeitern 1
2 Kriterien 3
3 Varianten der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung 4
3.1 Weiterqualifizierung mit alternierendem Veranstaltungsort 4
3.2 Weiterqualifizierung durch Videokonferenz 5
3.3 Weiterqualifizierung durch Blended Learning 6
4 Blended Learning als Lösung? 14
1. Dezentralisierung der Weiterqualifizierung von Sachbearbeitern Dezentral organisierte Unternehmen sehen sich zunehmend mit dem Problem konfrontiert, dass sie, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, ihre Mitarbeiter weiter qualifizieren müssen, können diese auf der anderen Seite jedoch aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen nicht ständig freistellen beziehungsweise müssen ihre Fortbildungszeiten flexibler gestaltet werden, um ad hoc auftretenden Arbeitsbelastungsspitzen adäquat begegnen zu können. Auch das in der vorliegenden Arbeit ausgewählt Unternehmen XY muss sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. So sollen zurzeit jedes Jahr etwa drei bis fünf Bearbeiter (Fachangestellte oder ähnliche Qualifizierung) zum Sachbearbeiter qualifiziert werden, um dem wachsenden Bedarf an Fachkräften zu entsprechen. Die Teilnehmer der Weiterqualifizierungsmaßnahme, die vorwiegend für die Unternehmensbetreuung relevante Rechtsthemen aber auch Seminare in Gesprächsführung, Argumentationsstrategien und Datenschutz beinhaltet, rekrutieren sich aus den elf Standorten, die das Bundesgebiet organisatorisch abdecken und somit geographisch verstreut sind
Der geographisch-strategischen Ausrichtung des Unternehmens inhärent zeigt sich das zentrale Problem: Bislang müssen die Teilnehmer der Weiterqualifizierungsmaßnahme über den Zeitraum von zwölf Monaten etwa alle sechs Wochen für zwei Wochen zum Blockunterricht, der an einem zentral gelegenen Ort 1 stattfindet. Verschärft wird diese Problematik zu einem nicht unwesentlichen Anteil noch, dass es sich bei den Teilnehmern um Frauen handelt, die aus dem Erziehungsurlaub zurück ins Arbeitsleben streben und die Maßnahme als ideale Möglichkeit ihre Kenntnisse aufzufrischen und auszubauen sehen. Es besteht das Problem, dass gerade Mütter mit kleinen Kindern um die handelt es sich ja zu einem großen Teil nicht zuzumuten ist lange von ihren Kindern getrennt zu sein. Hier darf keinesfalls übersehen werden, dass der Status Quo teilweise dazu führt, dass sie sich letztlich zugunsten der Familie gegen eine Weiterqualifizierung entscheiden (müssen). Sicherlich muss dies vom Arbeitgeber aus sozialem Blickwinkel akzeptiert werden, aus ökonomischer Perspektive wäre jedoch der Besuch der Maßnahme wünschenswert. Die Herausforderung besteht nun darin, Familie
1 Als zentral gelegene Ort kommen Kassel, Fulda, Bad Hersfeld oder Göttingen in Frage.
1
und Beruf zu vereinbaren. Welche Szenarien müssen geschaffen werden, um berufstätigen Müttern aber auch anderen Mitarbeitern die Möglichkeit der Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen in Nähe des Wohnortes zu bieten?
Erste Überlegungen haben zunächst zu drei Varianten der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung geführt: Mit dem geringsten Aufwand verbunden wäre, die Seminare immer alternierend in den Unternehmensstandorten stattfinden zu lassen, sodass jeder Teilnehmer mal die Nähe des Wohnortes genießen würde. Eine weitere Überlegung zielt dahin, den bislang praktizierten Unterricht via Videokonferenz in die jeweiligen Standorte zu tragen, also Inhalt und Methode beizubehalten, nur die Ortsgebundenheit aufzuheben. Die weitreichendste, aber auch umfassendste Methode wäre das sogenannte E-Learning, also Lerninhalte mit Informations- und Kommunikationstechnologien selbstgesteuert zu erlernen, in Form von Blended Learning respektive hybridem Lernen 2 .
Im Folgenden sollen diese drei Varianten anhand definierter Kriterien miteinander verglichen werden, um den Entscheidungsträgern eine Grundlage bezüglich Einsatz und möglicher Umsetzung zu präsentieren.
Der Verfasser der vorliegenden Arbeit hat bereits im Vorfeld dieser Arbeit mit einem Bereichsleiter eines Standorts Gespräche geführt, wobei sich herauskristallisierte, dass langfristig betrachtet Blended Learning das Ziel der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung sein sollte. Mit der vorliegenden Arbeit wird der Auftrag verfolgt, dies argumentativ aufzubereiten, um in den darauf folgenden Schritten zunächst alle Bereichsleiter zu informieren und anschließend an die Geschäftsführung des Unternehmens heranzutreten. Entsprechend rückt das Thema Blended Learning in den Fokus der Betrachtung.
2 Blended Learning respektive hybrides Lernen ist eine Kombination verschiedener Lernformen - eLearning, also Lernen mittels elektronischer und digitaler Medien, ist immer
miteinbezogen. So können beispielsweise einige Tage E-Learning einem Seminar
vorangehen, sodass sich alle Teilnehmer bei Beginn des Seminars auf einem Kenntnisstand
befinden.
2
2. Kriterien
Die angedachten Varianten der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung sollen näher betrachtet und anhand von Kriterien verglichen werden. Hierbei sind vor allem familienrelevante Fragen, Fragen der Kompetenzentwicklung, aber auch logistische und wirtschaftliche Aspekte von Bedeutung und dies aus Arbeitnehmer- als auch aus Arbeitgebersicht.
Wie bereits eingangs skizziert besteht das Problem bei der derzeitigen Struktur der Weiterqualifizierung darin, dass Mitarbeiter mit kleinen Kindern
und dies über einen Zeitraum von insgesamt 12 Monaten die Maßnahme in der Regel nicht besuchen können. Entsprechend wichtig ist für eben diese Klientel bei Weiterqualifizierungsmaßnahmen über mehrere Tage hinaus die Nähe zum Wohnort, um sich vielleicht sogar zwischendurch um ihr(e) Kind(er) kümmern zu können oder zumindest allein eine Kinderbetreuung während der Arbeits- respektive Seminar-/Lernzeit zu benötigen. Ein Kriterium wäre also die (relative) Nähe zum Wohnort.
Ebenso bedeutsam ist der Bereich der Kompetenzentwicklung, muss man bedenken, dass von den Kompetenzen der Teilnehmer und ihrer Entwicklung der Lernerfolg abhängt.
Es lassen sich vier traditionelle Kompetenzbereiche unterscheiden beziehungsweise verfügt jede Person in unterschiedlicher Ausprägung darüber: Methoden-, Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz. 3 Diese Bereiche
Kompetenzen wie Problemlöseverhalten, Beurteilungsvermögen, Fachkenntnisse, Organisationsvermögen, Kommunikationsfähigkeit,
Kooperationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Lernkompetenz, sowie als personale Kompetenzen Lernbereitschaft, Disziplin, Selbst-Management,
Ganzheitliches Denken und als Aktivitätskompetenzen Mobilität, Belastbarkeit, Innovationsfreude.
3 Inwiefern die Medienkompetenz als eigenständiger Kompetenzbereich oder als Facette der Fach- und Methodenkompetenz verstanden werden soll, ist im Sinne der Aufgabenstellung
nicht zielführend.
3
Arbeit zitieren:
Dr. rer. pol. Gero Birke, 2011, Dezentralisierung der Weiterqualifizierung, München, GRIN Verlag GmbH
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