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Funktionswandel des privaten Lesens in der Medienkonkurrenz

Title: Funktionswandel des privaten Lesens in der Medienkonkurrenz

Thesis (M.A.) , 2003 , 151 Pages , Grade: 1

Autor:in: Julia Wild (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

[...] Vor diesem Hintergrund und der damit verbundenen Annahme, dass das
Lesen in unserer heutigen Welt eine immer geringere Rolle spielt respektive das
Lesen lediglich der Orientierung in der Medienwelt und dem kompetenten
Umgang mit den einzelnen Medien dient, beschäftige ich mich in der
vorliegenden Magisterarbeit mit der Frage, ob sich das private Lesen in der
Medienkonkurrenz gewandelt hat.
Dazu gehe ich zu Beginn auf den Aspekt der Lesesozialisation im
Medienkontext ein. Die Fragen, was die Literaturwissenschaft unter der
Lesesozialisation versteht und welche Rolle die Mediensozialisation in diesem
Zusammenhang spielt, sollen an dieser Stelle geklärt werden.
Anschließend werde ich die Bedeutung des Lesens als kognitive Fähigkeit
für den beschriebenen Umgang mit den Medien betrachten und mich der Frage
zuwenden, inwieweit konkrete biographische Veränderungen das Leseverhalten
und die Lesefunktionen im Lebenslauf beeinflussen (können): In welchen
Phasen (Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter, Familienleben, Beruf und so
weiter) ist das Lesen als Freizeitaktivität bedeutsam; wie installiert und
modifiziert sich das Leseverhalten im Lebenslauf?
Auf der Annahme aufbauend, dass auch dem privaten in Abgrenzung zum
beruflichen Lesen (für die Schule, das Studium, die Ausbildung und so weiter)
eine Motivation zugrunde liegt, die aufgrund persönlicher biographischer
Voraussetzungen entstanden und so Bestandteil der (Lese- und
Medien-)Sozialisation ist, werde ich mich im Anschluss an die Lesephasen im
Lebenslauf den individuellen Funktionen der privaten Lektüre, den
unterschiedlichen Lesemotiven und Gründen für das Lesen zuwenden.
Obwohl der angesprochene Niedergang der Lesekultur nicht eingetreten
ist, haben sich die Rahmenbedingungen5 für die Lesesozialisation / das Lesen in
den vergangenen Jahren drastisch verändert. In Kapitel 4 sollen die
5 Unter Rahmenbedingungen verstehe ich hier das mediale Angebot und das Angebot an
Freizeitaktivitäten, welches um eine begrenzte Mediennutzungszeit des Individuums
„konkurriert“. Auswirkungen der Mediennutzung auf das private Leseverhalten erarbeitet
werden. Dabei beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit dem Medium
Fernsehen, da dieses in den Haushalten am weitesten verbreitet ist, und von
seinen Funktionen her häufig dem Lesen sehr ähnliche wahrnimmt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lesesozialisation: Literarische Sozialisation im Medienkontext

2.1 Lesesozialisation: Was die Literaturwissenschaft darunter versteht und wie man zum Leser / zur Leserin wird

2.1.1 Lesesozialisation unter diachron-historischer Perspektive

2.1.2 Lesesozialisation unter diachron-individueller Perspektive

2.1.3 Lesesozialisation unter synchron-systematischer Perspektive

2.1.4 Geschlechterübergreifende versus – spezifische Dynamiken

2.2 Der Prozess der Lesesozialisation unter Berücksichtigung des Medieneinflusses („Mediensozialisation“)

3. Lesen in der Mediengesellschaft, allgemeine Bedeutung des Lesens

3.1 Leser und Lesen heute: Allgemeine Bedeutung des Lesens (als kognitive Fähigkeit) im Medienzeitalter

3.2 Lesephasen im Lebenslauf

3.3 Individuelle Funktionen der privaten Lektüre, Motivationen zum und Gründe für das Lesen

3.3.1 Lesen zur Unterhaltung

3.3.1.1 Lesen als Traum- und Ersatzwelt

3.3.1.2 Lesen, um mitreden zu können

3.3.2 Lesen zur Information

3.3.3 Lesen zur Weiterbildung

3.3.4 Lesen zur Sprachbildung

4. Auswirkungen der Mediennutzung auf das private Leseverhalten

4.1 Soziale Bedeutung / sozialer Nutzen der Medien (Mediennutzung innerhalb der Familie)

4.2 Fernsehen: Einflussfaktoren auf das Leseverhalten

4.2.1 Kriterien zur Nutzung / Funktionen des Fernsehens

4.2.1.1 Fernsehen zur Information

4.2.1.2 Fernsehen zur Unterhaltung

4.2.1.3 Fernsehen zur Zerstreuung / zum Zeitvertreib

4.2.1.4 Fernsehen als Traum- und Ersatzwelt

4.2.1.5 Fernsehen, um mitreden zu können

4.2.1.6 Fernsehen zur Selbst- und Statusdefinition

4.2.1.7 Fernsehen als Babysitter

4.2.1.8 Fernsehen als Kulisse

4.2.1.9 Fernsehen zur Streuung familialer Kontakte

4.3 Weitere mediale Einflussfaktoren auf das Leseverhalten

4.3.1 Bedeutung und Nutzung des Hörfunks (Radio)

4.3.2 Bedeutung und Nutzung des Computers

4.3.2.1 Bedeutung und Nutzung des Internets

4.3.3 Bedeutung und Nutzung von Video (und DVD)

4.3.4 Bedeutung und Nutzung von Kassette und CD

4.3.5 Bedeutung und Nutzung von Tageszeitungen

4.3.6 Bedeutung und Nutzung von Zeitschriften

4.4 Nicht-mediale Einflussfaktoren auf das Leseverhalten und die Mediennutzung

5. Funktionswandel des privaten Lesens in der Medienkonkurrenz

5.1 Funktionen, die das Lesen in besonderem Maße erfüllen kann / generelle Bedeutung des Lesens

5.2 Funktionen, die das Lesen in der Medienkonkurrenz eingebüßt hat / nicht erfüllen kann

5.3 Nutzungskriterien einzelner Medien

6. Ausblick: Die Zukunft des Lesens in der Medienkonkurrenz

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den potenziellen Funktionswandel des privaten Lesens im Kontext einer durch neue Medien geprägten Konkurrenzsituation. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob das private Lesen an Bedeutung verloren hat, welche Schlüsselfunktionen es in einer "Multi-Media-Gesellschaft" noch erfüllt und inwiefern sich die Rahmenbedingungen für die Lesesozialisation verändert haben.

  • Analyse der Lesesozialisation im Medienkontext
  • Bedeutung des Lesens als kognitive Basiskompetenz
  • Einfluss verschiedener Medien (TV, Internet, Radio) auf das Leseverhalten
  • Untersuchung individueller Lesemotive und Funktionen privater Lektüre

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Bücher sind wie Vampire.

Sie stehen in den Regalen,

und warten auf ihre Opfer, auf jemanden,

der nach ihnen greift, der sich festliest,

und schon beginnt ihr geisterhaftes Leben:

Sie saugen dem Neugierigen auf höchst

lustvolle Weise seine Lebenszeit aus.

Uwe Timm

Bücher bereichern zweifelsohne unser Leben:

Sie entführen uns in fremde Welten, lassen uns teilhaben an den Schicksalen anderer Menschen, bringen uns andere Kulturen näher und lassen uns ein Stück des mehr oder weniger ereignisreichen Lebensweges mit den Heldinnen und Helden gemeinsam gehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die existenzielle Bedeutung von Büchern als Bereicherung des Lebens und stellt die Forschungsfrage nach dem Funktionswandel des Lesens im 21. Jahrhundert.

2. Lesesozialisation: Literarische Sozialisation im Medienkontext: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lesesozialisation und untersucht, wie Individuen in einer mediengeprägten Gesellschaft zu Lesern werden.

3. Lesen in der Mediengesellschaft, allgemeine Bedeutung des Lesens: Hier wird das Lesen als kognitive Basiskompetenz und Schlüsselqualifikation für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben analysiert.

4. Auswirkungen der Mediennutzung auf das private Leseverhalten: Das Kapitel detailliert den Einfluss verschiedener Medien – insbesondere Fernsehen, Internet und Hörfunk – auf das Leseverhalten und das Freizeitbudget.

5. Funktionswandel des privaten Lesens in der Medienkonkurrenz: Hier wird der Kern der Arbeit verhandelt: Inwieweit haben sich die Funktionen des Lesens durch die Medienkonkurrenz tatsächlich gewandelt oder nur in ihren Prioritäten verschoben?

6. Ausblick: Die Zukunft des Lesens in der Medienkonkurrenz: Der Ausblick wagt eine Prognose über die zukünftige Rolle des Lesens in einer zunehmend digitalen und multimedialen Welt.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bilanz, die betont, dass das Lesen trotz Medienkonkurrenz lebenslang bedeutsam bleibt, sofern die Lesesozialisation gelingt.

Schlüsselwörter

Lesesozialisation, Medienkonkurrenz, Leseerziehung, Mediennutzung, Lesekompetenz, Unterhaltungslesen, Informationslesen, Mediensozialisation, private Lektüre, Sprachbildung, Medienkompetenz, Lesemotivation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht, ob und wie sich das private Lesen in einer durch neue Medien geprägten Umgebung verändert hat und ob das Buch seine traditionellen Funktionen beibehält.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Lesesozialisation, der Mediensozialisation, der Bedeutung des Lesens als kognitive Fähigkeit sowie der differenzierten Analyse verschiedener Medien auf das Leseverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob Funktionen des Lesens im Zuge der Medienkonkurrenz verloren gegangen sind oder ob das Lesen heute eher ergänzende oder komplementäre Funktionen erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf die Auswertung existierender Studien (z. B. der Stiftung Lesen, PISA, JIM-Studie) sowie auf die Analyse biographischer Interviews von Lesern verschiedener Altersgruppen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren der Medien (TV, Internet, Radio) auf das Leseverhalten sowie die unterschiedlichen Lesephasen im Lebenslauf und die zentralen Motive (Unterhaltung, Information, Weiterbildung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Lesesozialisation, Medienkonkurrenz, Leseerziehung, Medienkompetenz und das Spannungsfeld zwischen traditionellem Buchlesen und multimedialer Nutzung.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Lesesozialisation?

Die Familie fungiert als erste Sozialisationsinstanz. Elterliches Vorbild und gemeinsames Vorlesen sind nach wie vor die wichtigsten Faktoren für eine positive "Lesekarriere" des Kindes.

Warum ist die "Einfachheit" des Fernsehens ein Konkurrenzfaktor zum Lesen?

Das Fernsehen erfordert oft keine aktive Anstrengung, während das Lesen als "Kulturtechnik" eine bewusste, kognitive Investition erfordert, die durch die Alltagsroutine bei vielen Rezipienten zugunsten des leichteren Konsums unterdrückt wird.

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Details

Title
Funktionswandel des privaten Lesens in der Medienkonkurrenz
College
University of Paderborn  (FB Germanistik)
Grade
1
Author
Julia Wild (Author)
Publication Year
2003
Pages
151
Catalog Number
V16597
ISBN (eBook)
9783638213981
Language
German
Tags
Funktionswandel Lesens Medienkonkurrenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Wild (Author), 2003, Funktionswandel des privaten Lesens in der Medienkonkurrenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16597
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