INHALTSVERZEICHNIS
I. EINLEITUNG. 3
II. DIE DRAMATURGISCHE FUNKTION DES KONFLIKTS
1. Einordnung des Konflikts in die dramaturgische Struktur 4
a.) Entstehung und Entwicklung des Konflikts (S. 5)
b.) Auflösung (S. 7)
c.) Der zentrale Konflikt (S. 8)
2. Die unterschiedlichen Konfliktkategorien. 9
a.) Der zwischenmenschliche Konflikt (S. 9)
b.) Der soziale Konflikt (S. 10)
c.) Der situative Konflikt (S. 10)
d.) Der innere Konflikt (S. 10)
e.) Der kosmische Konflikt (S. 12)
3. Die Wirkung des Konflikts 12
III. RESÜMEE 13
IV. BIBLIOGRAPHIE. 13
2
I. EINLEITUNG
Jeder Mensch hat eine Vorstellung vom Begriff Konflikt und sicherlich auch eigene Erfahrungen mit Konflikten und deren Lösung gesammelt. Meist assoziiert man mit Konflikt einen Streit bzw. einen Zwiespalt. Ein Konflikt ist somit etwas nahezu alltägliches. Auch im Film ist er unverzichtbar, denn dort kommt dem Konflikt eine besondere Bedeutung zu, die in der Forschungsliteratur wie folgt beurteilt wird:
David Howard und Edward Marbley sehen im Konflikt den „Motor, der eine Geschichte
vorwärtstreibt“ 1 . Syd Field sagt mehrfach in seinem Buch: „Drama ist Konflikt“ 2 . Für ihn ist der Konflikt „die Basis jeder dramatischen Handlung“ 3 . Bei Oliver Schütte bildet der Konflikt „das zentrale Element des Drehbuchs“ 4 und auch Linda Seger sieht im Konflikt „das Fundament von Drama“ 5 . Eugene Vales’ Bedeutungszuordnung unterscheidet sich auch nicht sehr von der seiner Kollegen. Denn auch er sagt, dass der Konflikt der „Kern einer jeden
dramatischen Erzählung“ 6 ist.
Alle sagen im Prinzip mit unterschiedlichen Worten das Gleiche, und zwar: Eine dramatische Handlung im Film braucht den Konflikt!
Dies soll in meiner Arbeit dargelegt werden. Ich möchte zeigen, was ein Konflikt im Film überhaupt ist, warum es des Konflikts im Film bedarf, wie er entsteht, was es zu seiner Entstehung und Entwicklung braucht und wie er aufgelöst werden kann. Des Weiteren werde ich eine grobe und eine feine Einteilung des Konflikts in verschiedenen Kategorien vornehmen, wobei zur Diskussion stehen soll, ob eine derartige Kategorisierung zweckmäßig, nötig und überhaupt möglich ist.
1 Drehbuchhandwerk, 1996, S. 68
2 Field, 1987, S. 20ff
3 Field, 1987, S. 13
4 Schütte, 1999, S. 41
5 Seger, 1987, S. 197
6 Vale, 1987, S. 138
3
II. DIE DRAMATURGISCHE FUNKTION DES KONFLIKTS
1. Einordnung des Konflikts in die dramaturgische Struktur
Vor der Einordnung in einen Zusammenhang muss zuerst grundsätzlich geklärt werden, was ein Konflikt ist. Prinzipiell unterscheidet man zwischen einem einfachen Ärgernis und einem
wirklichen Konflikt. 7 Sowohl ein Ärgernis wie auch ein Konflikt sind das Resultat aus einem Unglück/einem Missgeschick. Der Unterschied liegt bei der Person, der das Unglück zustößt. Wenn diese Person kein Ziel hat, dessen Erreichen durch das Missgeschick gefährdet ist, und für diese Person infolge dieses Missgeschicks nichts auf dem Spiel steht, so handelt es sich um ein bloßes Ärgernis. Wenn aber diese Unannehmlichkeit ein ernsthaftes Hindernis auf dem Weg zum Ziel dieser Person darstellt, so resultiert daraus ein Konflikt. Als Beispiel kann man sich vorstellen, dass eine Person durch einen unglücklichen Zufall eine Tasse Kaffee auf seiner weißen Hose verschüttet. An und für sich ist dies ein Ärgernis. Wenn aber diese Person gleich darauf einen wichtigen Termin hat, bei dem das äußere Erscheinungsbild eine enorme Rolle spielt, wie z.B. ein Vorstellungsgespräch, so könnte diese verschüttete Tasse Kaffee der Anstoß für weitere Probleme sein. Die Person gerät dadurch in einen Konflikt. Denn jetzt könnte diese Person sich überlegen, ob es besser wäre, nach Hause zu fahren und sich umzuziehen, wobei sie dadurch zu spät käme, oder ob es besser wäre, pünktlich zu sein und verschmutzt zu erscheinen?
An diesem Beispiel erkennt man bereits, was einen Konflikt ausmacht, nämlich: eine Person stößt auf Schwierigkeiten, die meist eine bestimmte Entscheidung fordern. Im Film wäre diese Person gleichzusetzen mit dem Protagonisten, wobei aber auch alle anderen Figuren in Konflikte geraten können. Aber der Protagonist eines Films ist letztlich derjenige, der die Hauptabsicht verfolgt, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Damit er dieses Ziel nicht problemlos erreicht, bedarf es Schwierigkeiten, die den Protagonisten daran hindern. Der Konflikt verhindert also, dass die Handlung allzu gradlinig auf das Ziel verläuft, und sorgt dadurch dafür, dass der Film seine 120 Minuten dauern kann, ohne langweilig zu werden. Meist findet der Konflikt zwischen dem Protagonisten und einer antagonistischen Kraft statt. Das Ziel dieser antagonistischen Kraft ist, den Protagonisten am Erreichen seines Ziels zu hindern.
Der Konflikt kann im Film dazu verwendet werden, um Machtspiele, Uneinigkeiten, unterschiedliche Haltungen und Weltbilder genauso wie verschiedene Ziele auszudrücken. In
7 vgl. Drehbuchhandwerk, 1996, S. 71
4
Arbeit zitieren:
Mag. Sandra Jenko, 2004, Die dramaturgische Funktion des Konflikts, München, GRIN Verlag GmbH
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