Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Begriffserläuterungen. 2
2.1 Jugend. 2
2.2 Jugendkultur 3
3. Aktuelle gesellschaftlich-strukturelle Veränderungen 4
4. Jugendkulturen im 21. Jahrhundert 6
4.1 Auswirkungen aktueller gesellschaftlicher Veränderungen auf die
Lebensphase Jugend 6
4.1.1 Von der ´Peer Group zur ´Szene 6
4.2 Szene(n) - gestern wie heute? 7
4.2.1 Ausdifferenzierung von Jugendstilen und -szenen 8
4.2.2 Wandlung des Szenebegriffs 9
4.3 Szenen als posttraditionale Formen der Gemeinschaftsbildung 9
5. (Zukunfts-) Tendenzen heutiger Jugendkulturen 10
6. Fazit. 11
7. Literaturverzeichnis 13
1. Einleitung
Wenn im Zeitalter des 21. Jahrhunderts die Frage nach der ´Jugendkultur` aufgeworfen wird, weiß oft keiner so genau, was genau man sich darunter heute eigentlich noch vorzustellen hat. Erinnert man sich an frühere Zeiten, erscheinen da schon klarere Bilder - denkt man z.B. an die Rocker und Hippies aus den 60er-, oder die Heavy-Metal-Szene aus den 70er Jahren zurück.
Zwar fallen einem gewiss auch im heuten Alltag, etwa beim Gang durch die Stadt, verschiedene Jugendszenen und Jugengruppierungen ins Auge, wie z.B. die der Punks oder Gothics, jedoch scheint keine der verschiedenen Jugendszenen zu dominieren. Was ist heute also überhaupt noch unter ´Jugendkultur` zu verstehen, wie sieht sie aus und in welche Richtung bewegt sie sich?
Verschiedene aktuelle Kontroversen, schon allein den Jugendbegriff betreffend, legen nahe, dass es sich bei der Frage nach der Jugendkultur im 21. Jahrhundert um ein komplexes Phänomen handelt, dass sich jedem Versuch der Verallgemeinerung oder Definition zu entziehen scheint.
In dieser Arbeit soll die Frage nach der Jugendkultur im 21. Jahrhundert aufgegriffen und erörtert werden. Gibt es sie überhaupt (noch)? Und wenn ja, in welcher Gestalt? Inwiefern unterscheidet sie sich von Jugendkulturen der Vergangenheit, und wo geht sie hin, in welche Richtung bewegt sie sich?
Zum Einstieg in das Thema werden vorerst grundlegende Begriffe erläutert; darauf folgt eine kurze Skizzierung aktueller gesellschaftlicher Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Lebensphase Jugend. Anschließend sollen frühere jugendkulturelle Szenen den Heutigen gegenübergestellt werden; daraufhin wird erläutert, welche Auswirkungen aktuelle gesellschaftlich-strukturelle
Modernisierungsprozesse auf heutige Szenestrukturen haben und in diesem Kontext auf die Wandlung des Szenebegriffs eingegangen. Schließlich wird ein Blick auf Formen jugendkultureller Vergemeinschaftung im 21. Jahrhundert geworfen, wobei anschließend auf die allgemeinen (Zukunfts-) Tendenzen heutiger Jugendkulturen eingegangen werden soll.
Im abschließenden Fazit folgt dann eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse als auch schlussendlich eine tendenzielle Einschätzung, in welche Richtung sich heutige Jugendkulturen weiterentwickeln.
1
2. Begriffserläuterungen
2.1 Jugend
„Jugend als eigenständige und zugleich abgeschlossene Lebensphase scheint nicht bzw. nicht mehr zu existieren.“ 1
Der Jugendbegriff setzt sich Ende des 19. Jahrhunderts als „ […] biologisch und entwicklungspsychologisch begründbare eigenständige Lebensphase durch […].“ 2 Diese Lebensphase Jugend findet demnach ihren Beginn mit Eintritt in die (mittlerweile vorverlagerte) Pubertät und endet (aus soziologischer Sicht) mit dem Eintritt in das Berufsleben und/oder Heirat. 3
In den postindustrialisierten Gesellschaften des 21. Jahrhunderts findet die Lebensphase Jugend jedoch kaum noch zu einem einheitlichen, ´geregelten‚ Abschluß; statt dessen zeichnet sie sich vielmehr durch
„[…] viele Ungleichzeitigkeiten und asynchrone Entwicklungen aus, wird als Phase vielfacher Teilübergänge […] sowie verschiedener Teilreifen in sexueller, politischer und sozialer Hinsicht aufgefasst […] und dehnt sich zudem nach Ansicht der meisten Jugendsoziologen immer weiter aus.“ 4
Mit der heutigen„[…] doppelseitige[n] Ausdehnung der Jugendphase […]“ 5 , d.h. ihrem früheren Beginn (durch den vorverlagerten Eintritt in die Pubertät) bei gleichzeitiger Verlängerung nach hinten (hervorgerufen durch verlängerte schul- und Ausbildungszeiten sowie der tendenziellen Loslösung von Bildung, Ausbildung und Berufstätigkeit) bleibt das in Jahren gemessene Lebensalter zur Kennzeichnung von Jugend weitestgehend vage und unbestimmt: 6
„In den hochentwickelten, postindustrialisierten Gesellschaften wird Jugend als „[…] bestimmte Altersphase mit unscharfen Rändern zwischen Kindheit und Erwachsensein […]“ 7 gekennzeichnet.
Die Jugendzeit gestaltet sich heute außerdem für die meisten jungen Menschen als eine so weit ausgedehnte Lebensphase, dass sie inzwischen den Charakter eines Moratoriums, einer Übergangsphase oder Reifezeit völlig verloren zu haben scheint. Jugend ist damit quasi zu einem eigenen Lebensstil avanciert; sie ist altersübergreifend und „[…] fast so etwas wie ein Markenzeichen moderner Identität
1 Ferchoff 2007, S. 176
2 ebd., S. 86
3 vgl. ebd., S. 87
4 ebd., S. 87
5 ebd.
6 vgl. ebd., S. 90
7 ebd.
2
geworden.“ 8 Demnach hat die Lebensphase Jugend ihren Charakter als Übergangsphase mittlerweile fast vollständig eingebüßt - Jugend ist zu einem Lebensstil, einer Lebenshaltung avanciert: „Das Jugendalter ist in dem ´Maße verschwunden, wie sich Jugendleben als Lebensform fragmentiert hat`.“ 9 „[…] jugendtypische Erlebnis- und Lebensformen [sind damit] inzwischen für Menschen noch weiter verbindlich, die noch vor einigen Jahrzehnten eindeutig als Erwachsene definiert worden wären.“ 10
All dies verdeutlicht, dass sich die Jugendphase zu Beginn des 21. Jahrhunderts von einer „[…] ´relativ sicheren Übergangs-, Existenz- und Familiengründungsphase zu einem offenen, oftmals diffusen Lebensbereich gewandelt` (hat).“ 11
Es scheint, dass die Jugend bzw. die Jugendphase ihr festes definitorisches Gerüst im 21. Jahrhundert endgültig abgeworfen hat und sich nunmehr jedem Versuch der Eingrenzung, Zuordnung oder Definition entwindet. So ist von der „[…] Auflösung eines klar umrissenen Jugendstatus“ 12 die Rede als auch davon, „[…] dass Jugend heute nichts mehr ist, das gleichsam auf einen Begriff zu bringen ist, sondern dass sie zersplittert und ausgefasert ist.“ 13 Nach Ferchoff gilt es schlussendlich auch „[…] Abschied zu nehmen von einer- sich erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts durchsetzenden- einheitlich strukturierten Lebensphase Jugend.“ 14
2.2 Jugendkultur
Der Begriff Jugendkultur(en) wurde im deutschen Sprachraum von Gustav Wyneken (1875-1964) hervorgebracht, einem deutschen Pädagogen, der durch seine enge Verbindung mit der bürgerlichen deutschen Jugendbewegung an Bekanntheit gewann. 15 Der Kulturbegriff hat sich in seiner Bedeutung mittlerweile jedoch entschieden gewandelt: „´Kultur` ist nicht mehr nur der Bestand an Traditionen und geistigen Bildungsgütern, sondern eben ein Lebensraum, der dieser kulturellen Tiefendimensionen im traditionellen Sinn entbehrt. ´Kultur` in den heutigen
8 ebd., S. 87
9 Herrmann 1996, S. 51 in: Ferchoff 2007, S. 97
10 Ferchoff 2007, S. 88
11 Böhnisch/Müller 1989, S. 305 in: ebd., S. 93
12 Hornstein 1989, S. 121 in : ebd., S. 174
13 Hornstein 1998, S. 23; Hurrelmann 2004, S. 21 ff. in: ebd., S. 174
14 Ferchoff 2007, S. 96
15 Baacke 2004, S. 141
3
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Antje Dyck, 2008, Jugendkulturen im 21. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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