Schamanische Motive bei Götterfiguren
Schamanische Motive überlebten in den komplexen Gestalten Varunas, Yamas und Nirtis 3 , Nesteln und Knoten waren den Todesgöttern in Indien 4 zugeschrieben; Schamanen verwenden Nesteln und Lassos, um damit die schweifenden Seelen einzufangen, die ihre Körper verlassen haben. Nur gewisse Aspekte des Bindungs-Symbolismus sind schamanisch, er reicht über den eigentlichen Schamanismus in jeder Hinsicht hinaus (Eliade 1956: 399/ 400).
Mystische Auffahrten
Zur Kategorie mystischer Auffahrten gehören die schamanische Auffahrt wie auch der ekstatische Aufstieg in der indischen Mythologie: Der Aufstieg Arjunas, der Held des indischen Epos Mahabharata, wird von Licht-Epiphanien begleitet- Qaumanek, das Lichterlebnis des Eskimoschamanen, wirkt ebenso in intensiver Weise auf diesen ein wie der ekstatische Aufstieg: Es lässt seinen ganzen Körper erzittern (Eliade 1956: 399/ 400). Eliade folgert aus dieser Übereinstimmung: „Offensichtlich ist das „innere Licht“, das nach langen Konzentrations- und Meditationsanstrengungen aufstrahlt, allen religiösen Traditionen wohlbekannt und auch in Indien von den Upanishaden 5 bis zum Tantrismus reichlich belegt“ (Eliade 1956: 400).
Magischer Flug
Der „magische Flug“ stellt wohl das wichtigste verbindende Element dar: Eliade legt die Betonung darauf, dass die den Schamanen eigenen Mythen und Riten des magischen Flugs ein Hinauswachsen über den menschlichen Zustand verkünden: Vielen Mythen zufolge konnten in einer Urzeit alle Menschen zum Himmel steigen, indem sie einen Berg, einen Baum oder eine Leiter erstiegen oder flogen, aus eigener Kraft oder von den Vögeln getragen (Eliade 1956: 443).
Vogelsymbolismus und Mythologien des magischen Fluges reichen nach Eliade weit über den Schamanismus hinaus: „Sie gehören zur Ideologie der allgemeinen Magie und spielen in vielen religiös-magischen Komplexen eine wesentliche Rolle“ (Eliade 1956: 444).
3 Alle drei sind mit dem Tod in Zusammenhang stehende Gottheiten, auf unterschiedliche und Art und Weise und von verschiedener Hierarchie/ Wichtigkeit. http://www.jstor.org/pss/4145868, letzter Abruf am 31.01.2011.
4 U.a. auch in Iran, China oder Ozeanien (Eliade 1956: 399/ 400).
5 Als Upanishaden bezeichnet man überlieferte philosophische Hindu-Schriften, die ca. aus dem 8. Jh. v.Chr. stammen (Frauwallner 1953: 43, Stubbe 2004: 39). Tantrismus wird von der Sanskrit-Wurzel tan- abgeleitet und bedeutet grundsätzlich „Ausdehnung des Wissens/ allumfassendes Wissen“.
Arbeit zitieren:
M.A. Carina Bauer, 2011, Eine Verbindung zwischen Yoga und Schamanismus, München, GRIN Verlag GmbH
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