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Zur Ausweisung straffällig gewordener Türken,
in: Inf. AuslR 2/1981, S. 76-80
Albrecht, Peter-Alexis/Pfeiffer, Christian
Die Kriminalisierung junger Ausländer
München 1979
Alternativkommentar
Kommentar zum Strafvollzugsgesetz
3. Auflage
Darmstadt 1990
(zit.: AltKom-Bearbeiter)
Calliess, Rolf-Peter/Müller-Dietz, Heinz
Kommentar zum Strafvollzugsgesetz
5. Auflage
München 1991
Göppinger, Hans
Kriminologie
5. Auflage
München 1997
Kaiser, Günther
Kriminologie
3. Auflage
Heidelberg 1996
Kaiser, Günther/Kerner, Hans-Jürgen/Schöch, Heinz
Strafvollzug
4. Auflage
Heidelberg 1991
(zit.: Bearbeiter, in: Kaiser/Kerner/Schöch)
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20 Jahre Strafvollzugsgesetz - Auswirkung auf die Wiedereingliederung Straffälliger,
in: Zeitschrift für Strafvollzug und Straffälligenhilfe, S. 86-89
(zit.: Kawamura, in: ZfStrVo)
- III -Koepsel, Klaus
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in: Zeitschrift für Srafvollzug und Straffälligenhilfe 4/1983, S. 200-205
(zit.: Koepsel, in ZfStrVo)
Kummer, Jochen
Die Gefängnise in Deutschland quellen über - Nach der Polizei
kapitulieren jetzt auch die Gerichte vor den Schwerverbrechern,
in: WELT am SONNTAG vom 02.05.1993, S. 30-31
Kunz, Karl-Ludwig
Kriminologie
2. Auflage
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Laubenthal, Klaus
Strafvollzug
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Müller-Dietz, Heinz
20 Jahre Strafvollzugsgesetz - Anspruch und Wirklichkeit -,
in: Zeitschrift für Strafvollzug und Straffälligenhilfe 1/1998, S. 12-16
(zit.: Müller-Dietz, in: ZfStrVo)
Müller-Dietz, Heinz/Walter, Michael
Strafvollzug in den 90er Jahren
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(zit.: Bearbeiter, in: Müller-Dietz/Walter)
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Abschiebehaft - organisierte Unmenshlichkeit,
in: Süddeutsche Zeitung vom 10.12.1994, S. 10
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(zit.: Bearbeiter, in: Schäfer/Sievering)
Schaffner, Paul/Kneip, Wolfgang
Fühlt sich der Ausländer in Haft als Gefangener zweiter Klasse ?,
in: Zeitschrift für Strafvollzug und Straffälligenhilfe 5/1983, S. 259-265
(zit.: Schaffner/Kneip, in: ZfStrVo)
Schwind, Hans-Dieter
Strafvollzug im Rückwärtsgang ?,
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- IV -Schwind, Hans-Dieter/Blau, Günter
Strafvollzug in der Praxis
1. Auflage
Berlin-New York 1976
2. Auflage
Berlin-New York 1988
(zit.: Bearbeiter, in: Schwind/Blau (1. bzw. 2. Auflage))
Schwind, Hans-Dieter/Böhm, Alexander
Kommentar zum Strafvollzugsgesetz
Berlin-New York 1991
(zit.: Schwind/Böhm-Bearbeiter)
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Rechtspflege
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Strafvollzug - Demographische und kriminologische
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Wiesbaden 1998
Rechtspflege
Fachserie 10, Reihe 4.2
Strafvollzug - Anstalten, Bestand und Bewegung der Gefangenen
Wiesbaden 1997
Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland
Wiesbaden 1996
Steiner, B.
Entwicklung im Strafvollzug seit Beginn der 70er Jahre ...,
in: Baden-Württemberg in Wort und Zahl 3, S. 129 ff.
Stuttgart 1989
Walter, Michael
Strafvollzug
Stuttgart-München-Hannover 1991
- V -
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Anteil von Ausländern im Strafvollzug der Bundesrepublik
Deutschland 1
1.1. Ausländer in Strafhaft 1
1.2. Ausländer in Untersuchungshaft 2
1.3. Ausländer in Abschiebehaft 3
2. Entwicklung
3
3. Probleme ausländischer Gefangener im Strafvollzug
4
3.1. Probleme im Umgang mit der fremden Sprache 4
3.2. Überwachung der Außenkontakte 7
3.3. Probleme der Religionsausübung bzw. der religiösen Betreuung 7
3.4. Mentalität und Sitten 9
3.5. Vollzugslockerungen und Urlaub 10
3.6. Bildungsmöglichkeiten und Freizeitprogramme 12
4. Nichtdeutsche in Abschiebehaft
13
5. Nichtdeutsche in Untersuchungshaft 15
6. Unterbringung von Nichtdeutschen in speziellen
Ausl änder-Haftanstalten ?
15
7. Behandlung und Resozialisierbarkeit von nichtdeutschen
Strafgefangenen 17
7.1. Resozialisierung von inhaftierten Ausländern mit ständigem Aufenthalt in
Deutschland 17
7.2. Resozialisierung von inhaftierten Ausländern ohne ständigen Aufenthalt in
Deutschland 18
7.3. Resozialisierung von „ausländischen Deutschen 19
8. Fazit
In der Regel haben Menschen, die außerhalb ihres Heimatlandes leben, viele verschiedene Probleme. Sie müssen sprachliche, ethnische, kulturelle, klimatische und viele andere Schwierigkeiten bewältigen. Dies gilt umso mehr, wenn sie sich in der Fremde in Unfreiheit befinden. Die nichtdeutschen Häftlinge fühlen sich oft unverstanden, einsam, benachteiligt und in besonderer Weise bestraft. Ferner sind sie Vorurteilen seitens der deutschen Mithäftlinge ausgesetzt, die für ihre ausländischen Mitinsassen selten Verständnis aufbringen. Besonders be- lastend kommt oft hinzu, daß fast alle ausländischen Strafgefangenen von der Ausweisung in ihr Heimatland bedroht sind, vielfach sogar wegen gleicher Taten auch mit einer Bestrafung in ihrem Heimatland rechnen müssen 1 . Ihre Situation sei im folgenden dargestellt. Dabei soll auch auf die Resozialisierbarkeit bzw. die Resozialisierungsmöglichkeiten und -probleme von straffällig gewordenen Ausländern in der Bundesrepublik Deutschland eingegangen werden.
1. Anteil von Ausländern im Strafvollzug der
Entsprechend der Zunahme von nichtdeutschen Verurteilten hat auch der Ausländeranteil in den Haftanstalten in den letzten Jahren stetig zugenommen und stellt heute aufgrund seiner Größenordnung ein gravierendes Problem dar. Ende März 1997 befanden sich insgesamt 12656 Ausländer bzw. Staatenlose in deutschen Gefängnissen in Strafhaft, was einen prozentualen Anteil von 24,8 % ausmacht. Darunter waren allerdings nur 355 (~ 3 %) Frauen und nur 1286 (~ 10, 2 %) dieser Gefangenengruppe kamen in den Genuß des offenen Vollzuges. 1651 (~ 13 %) der nichtdeutschen Strafgefangenen verbüßen oder verbüßten eine Jugendstrafe, was einen A nteil von fast 30 % an der Gesamtbelegung im Jugendstrafvollzug ausmacht. Bei den 14-18jährigen ist der Anteil mittlerweise sogar über die 30 % - Marke gestiegen. In Sicherheitsverwahrung befanden sich zu diesem Zeitpunkt 7 Ausländer, was jedoch gegenüber der Gesamtbelegung nur
1 AltKom-Feest, vor § 185 Rn. 1; Aksoy, in: Inf. AuslR 2/1981, 76
2
einen verschwindend kleinen Anteil von 3,5 % ausmacht 2 . Ausländische Gefangene sind im Strafvollzug, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, überrepräsentiert (Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung 1994: 8,6 %) 3 . Im Durchschnitt verbüßen sie wesentlich längere Freiheitsstrafen als deutsche Strafgefange 4 . Auffällig ist jedoch auch, daß die meisten ausländischen Gefangenen vorbestraft sind (80 % / Quelle: Calliess). Hinsichtlich der nichtdeutschen Strafgefangenen in Jugendhaft fällt auf, daß seit ca. fünfzehn Jahren die Zahl der inhaftierten Deutschen nahezu in demselben Maße zurückgeht, als mehr junge Ausländer inhaftiert wurden 5 .
Die Zahl der nichtdeutschen Strafgefangenen in den Gefängnissen war jedoch nicht immer so hoch. Ende März 1987 befanden sich nur 4460 Ausländer, darunter 124 Frauen, in deutschen Strafanstalten (ohne Untersuchungshäftlinge) 6 . Das waren 10,8 % aller Strafgefangenen, was schon eine deutliche Steigerung gegenüber 1980 (7 %), 1975 (6 %) bzw. 1970 (9 %) darstellte. Besonders drastisch stieg der Anteil der Ausländer und Staatenlosen an der gesamten Vollzugspopulation in den Jahren von 1991 bis 1996 - also nach der Öfnnung der Grenzen zum ehemaligen Ostblock -, als er explosionsartig auf zunächst 23,4 % anstieg 7 .
1.2. Ausländer in Untersuchungshaft
Der Anteil der Nichtdeutschen, die sich in bundesdeutschen Gefängnissen in Untersuchungshaft befinden, schwankt je nach Bundesland und Anstalt sogar zwischen unter 20 und über 70 % 8 . Das heißt, daß im Schnitt ca. jeder zweite Untersuchungsgefangene ein Ausländer ist 9 . Dabei ist in den einelnen Bundesländern ein Trend nach oben zu verzeichnen, wenn auch nicht sprunghaft 10 .
2 alle Angaben s. Statistisches Bundesamt, Fachserie 10 / Reihe 4.1, S. 9 (Stand:
31.03.1097)
3 Statistisches Bundesamt, Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland, S. 40 ff.
4 AltKom-Feest, vor. § 185 Rn. 1
5 am Beispiel Baden-Württemberg: Walter, in: DVJJ-Journal 3/1993, 245 (246); Steiner,
in: Baden-Württemberg in Wort und Zahl 3, S. 129 ff.
6 Statistisches Bundesamt, Strafvollzugsstatistik 1988, S. 21 (Stand: 31.031987)
7 Kunz, Rn. 80
8 Zum Beispiel Hessen, wo Ende 1995 unter 1783 Untersuchungshäftlingen 1282
ausländische Tatverdächtige waren, was einen Anteil von 71,9 % ausmacht (vgl. WELT
am SONNTAG vom 05.11.1995, S. 1)
9 Schwind, in: Kriminalistik 10/1997, 618 (620); Schwind, in: Müller-Dietz/Walter, S. 219
10 Kummer, in: WELT am SONNTAG, 02.05.1993, S. 30 f. (Stand: ca. 31.03.1993)
Neben den verurteilten nichtdeutschen Strafgefangenen sitzen in den bundesdeutschen Gefängnissen auch noch Häftlinge, die auf die Abschiebung in ihr Heimatland warten. Sie stellen ein zusätzliches gesondertes Problem dar, da durch ihre hohe Anzahl der Vollzug für die „normalen” Strafgefangenen erschwert wird (Überbelegung).
1996 betrug die Anzahl der Abschiebehäftlinge 1852, wovon jedoch nur 51 in den Genuß des offenen Vollzugs kamen 11 . Der größten Anteil der inhaftierten Abschiebehäftlinge saß zu diesem Zeitpunkt in Nordrhein-Westfalen ein und betrug nahezu 29 % der Gesamtzahl der Abschiebehäftlinge 12 .
2. Entwicklung
Das Problem nichtdeutscher Inhaftierter existiert bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Es entstand i m Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und in den Entsendeländern der Arbeitskräfte. Zum genannten Personenkreis gehörten die Wanderarbeiter vor 1914, die Immigranten vor 1933 und die sog. Displaced Persons (*) nach 1945 13 . In den sechziger und siebziger Jahren erstreckte sich das Problem auf die Gastarbeiter und die Gaststudenten, auf Flüchlinge aus Ländern, in die sie nicht zurückkehren konnten, sowie auf ausländische Touristen im Allgemeinen 14 . Die gegenwärtige Insassenpopulation aus mehr als dreizig verschiedenen Ländern umfaßt die legal und illegal Berufstätigen und ihre Angehörigen bzw. die sich illegal Aufhaltenden, auch die Staatenlosen und die eigens zur Begehung von Straftaten einreisenden ausländischen Verbrecher und Verbrecherbanden, die sich die Öffnung der europäischen Grenzen zu Nutze machen 15 . Zum großen Teil kommen diese Verbrecherbanden aus den ehemaligen Ostblockländern (z.B. Rumänien). Unter den ausländischen Rechtsbrechern sind auch viele Bürgerkriegsflüchlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien.
Zu einem erheblichen Teil muß auch von Ausländern der sogenannten „zweiten Generation” ausgegangen werden, also die mittlerweile in Deutschland geborenen oder aufgewachsenen Nichtdeutschen 16 .
11 Statistisches Bundesamt, Fachserie 10/Reihe 4.2, S. 17 (Stand: 31.12.1996)
12 Statistisches Bundesamt, Fachserie 10/Reihe 4.2, S. 13 (Stand:31.12.1996)
13 Krebs, in: Schwind/Blau (1. Auflage), S. 344; Neu, in: Schwind/Blau (2. Auflage), S.
329; Schäfer, in: Schäfer/Sievering, 98 (99)
14 Kaiser, in:Kaiser/Kerner/Schöch, § 9 Rn. 25
15 Göppinger, S. 765
16 Kaiser, in: Kaiser/Kerner/Schöch, § 9 Rn. 25; Schäfer, in: Schäfer/Sievering, 98 (99);
Kaiser 1988, 575 (Rn. 14)
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Lars Sörenhagen, 1998, Ausländische Gefangene im Strafvollzug, München, GRIN Verlag GmbH
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