und DHA kommen hauptsächlich in fettreichen Seefischen aus kalten Gewässern wie Sardine, Lachs, Thunfisch, Hering oder Makrele vor sowie auch in einigen Meeresalgen. EPA und DHA werden deshalb auch als marine Omega-3-Fettsäuren bezeichnet. Im menschlichen Körper können sie nur zu einem geringen Anteil aus Alpha-Linolensäure synthetisiert werden, da das entscheidende Enzym Delta-6-Desaturase in nur sehr kleiner Menge vorhanden ist. Unter praktischen Ernährungsbedingungen ist alpha-Linolensäure kein ausreichender Ersatz für EPA und DHA aus fetthaltigem Meeresfisch oder Fischöl [1, 3, 4, 7]! Wirkung der Omega-3-Fettsäuren
In der Mitte des letzten Jahrhunderts stellten Wissenschaftler fest, dass bei Eskimos nur selten Herz-Kreislauferkrankungen auftraten, obwohl diese sich sehr fettreich ernährten und kaum frisches Obst und Gemüse zu sich nahmen. Studien zeigten, dass der Grund für dieses Paradoxon in dem hohen Anteil mariner Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung der Eskimos liegt. Weitere Studien (Gissi-Studie, Lyon-Studie) zeigten, dass eine regelmäßige Aufnahme von Fisch beziehungsweise Fischöl über mehrere Jahre das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung signifikant verringerte. Die protektive Wirkung der Omega-3-Fettsäuren auf Herz und Gefäße beruht dabei auf verschiedenen Wirkmechanismen: Senkung der Blutfettwert - Omega-3-Fettsäuren senken die Triglyzeridee Den größten Einfluss haben marine Omega-3-Fettsäuren auf die Triglyceride. Der Triglyceridgehalt im Blut wird dabei umso stärker vermindert, je höher der Ausgangswert ist [3]. Verschiedene Studien zeigen eine Senkung der Triglyceridwerte im Blut um 20 bis 30 Prozent. Auch auf den Cholesteringehalt im Blut haben Omega-3-Fettsäuren einen positiven Einfluss, der allerdings nicht so eindeutig ist wie bei den Triglyceriden. Das Gesamtcholesterin wird nur wenig gesenkt, viel wichtiger ist dabei aber der Einfluss der Omega-3-Fettsäuren auf die Unterfraktionen VLDL, LDL und HDL-Cholesterin. Die Konzentration des LDL-
Cholesterins wird gesenkt, während das HDL-Cholesterin in seiner Konzentration zunimmt. Am effektivsten sind Omega-3-Fettsäuren in der Therapie von Fettstoffwechselstörungen mit erhöhten Triglycerid- und Cholesterinwerten. Omega-3-Fettsäuren aus fetthaltigen Kaltwasserfischen beziehungsweise
Fischölarzneimitteln sind am positivsten zu bewerten. Ein regelmäßiger Verzehr von Fettfischen trägt außerdem zur Senkung der gesättigten Fettsäuren im Blut bei und hilft somit, das Gesamtcholesterin weiter zu senken. Die Empfehlung für eine therapeutisch wirksame Dosis an Omega-3-Fettsäuren beträgt mindestens 1 g/Tag [3].
Verbesserung der Durchblutung und Blutdrucksenkung
Omega-3-Fettsäuren verbessern die Elastizität der Erythrozyten und damit die Durchblutung. Bei erhöhten Blutdruckwerten ist ein senkender Effekt durch Omega-3-Fettsäuren signifikant. Werte über 160 mmHg werden dabei stärker gesenkt als Werte, die darunter liegen. Dieses kann durch zahlreiche Wirkungsmechanismen der Omega-3-Fettsäuren erklärt werden, beispielsweise die Verminderung der Bildung oder der Wirkung einiger blutdrucksteigernder Hormone wie zum Beispiel Noradrenalin und Thromboxan A2, Verminderung blutdrucksenkender Elektrolyte wie Natrium oder Kalium, Erweiterung kleinerer Arterien und Verbesserung der Nierendurchblutung [3, 4]. Besonders bei Diabetes mellitus wirkt eine verbesserte Nierendurchblutung protektiv gegenüber der diabetischen Nephropathie. Reduktion der Thrombozytenaggregation
Aus Omega-3-Fettsäuren im Stoffwechsel produzierte Eicosanoide verringern die Aggregation der Thrombozyten und verringern damit die Bildung von Thromben (Blutgerinnseln) im Blut. Bereits gebildete Thromben werden unter dem Einfluss von Omega-3-Fettsäuren wieder aufgelöst. Die mäßige Verzögerung der Blutgerinnung, die durch die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren auftritt, ist durchaus erwünscht, da sie der Thrombenbildung und damit auch der Arterioskleroseneigung
Arbeit zitieren:
M.Sc. Sven-David Müller, 2006, Omega-3-Fettsäuren in der Ernährungstherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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