Ethik, Bildungstheorie und allgemeine Erziehungswissenschaft ein. In 3.2 stellt er
die ,,Vergleichende Erziehungswissenschaft‘‘ (Vgl. S. 66) gegenüber. Diese habe
immer die Aufgabe umfangreiche Informationen darzustellen, um bildungspolitisches Handeln zu ermöglichen. In den folgenden erläuterten Fachrichtungen
korrespondieren nun auch Berufsfelder. Anfangs befasst er sich mit der
Sozialpädagogik.(3.3) Nach einer ausführlichen Beschreibung der Fachrichtung,
werden erneut Anforderungen an Studierende erwähnt. Durch die Beschreibung
verschiedener Institutionen in diesem Bereich, sowie der Vielfalt von Studiengängen,
gibt er weitere Entscheidungshilfen. Mithilfe von Statistiken beweist er seine These,
dass die Erwachsenenpädagogik in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen habe
und sie auch weiterhin festigen werde.(3.4) Detaillierter geht Lenzen auf die
Schulpädagogik (3.5) ein. Spezifisch wird von ihm die Lehrerausbildung, das
deutsche Bildungssystem, sowie die allgemeine Didaktik behandelt. Ebenfalls
prognostiziert er Berufschancen anhand von Statistiken. Im folgenden Unterkapitel
geht er auf die Berufs- und Wirtschaftspädagogik (3.6) ein. Hierbei geht er ähnlich
vor. Es folgt der 2. Teil es Buches, der sich ausschließlich an Studierende richtet. Im
vierten Kapitel werden von Lenzen die erziehungswissenschaftlichen Konzeptionen
definiert. Dabei beginnt er mit der ,,Geisteswissenschaftlichen Pädagogik‘‘.(4.1)
Diese hilft, so Lenzen, die Erziehungswirklichkeit zu verstehen. Anschließend setzt
er mit der,, Empirischen Erziehungswirklichkeit'' fort, welche Hypothesen und
Aussagen einer rationalen Kritik unterziehe.(4.2) Zielgerechtes, orientiertes Handeln
versuche die ,,Prinzipienwissenschaftliche Pädagogik‘‘, welche Normen, Einsichten
und Ziele verallgemeinert.(4.3) Theoretische Grundannahmen in Bildung und
Erziehung anzuwenden und zu beobachten, ist Versuch der kritischen
Erziehungswissenschaft. Diese wird im Kapitel 4.4 betrachtet. Um jedoch genauere
Überlegungen zu machen, begann die ,,Strukturalistische und Poststrukturalistische
Erziehungswissenschaft'' (4.5) die Gesellschaft tiefgründiger zu beobachten. Die
,,Systematische und Konstruktive Erziehungswissenschaft'' (4.6) widmet sich der
Struktur der Teilsysteme in der Erziehungswissenschaft. An die Betrachtung der
einzelnen Konzeptionen fügt Lenzen in 4.7 ,,Reflexive Erziehungswissenschaft’’ an.
Aufbauend auf alle vorangegangenen Konzeptionen, betrachtet diese reflexiv. Im
anschließenden Kapitel gibt der Autor verschiedene Definitionen der einzelnen
Grundvorgänge, beginnend mit der Erziehung (5.1). Diese definiert er anhand der
jeweiligen Konzeptionen. Es folgen ,,Bildung‘‘ (5.2), ,, Sozialisation‘‘ (5.3), ,,
Unterricht‘‘ (5.4), sowie ,,Hilfe, Beratung und mehr‘‘ (5.5). Sein Buch schließt
Lenzen, im 6. Kapitel, mit Ausblick auf die zu erwartende Zukunftsentwicklung der
Erziehungswissenschaften ab.
Dieter Lenzen führt in seiner Einführung an, dass sein Buch für jene verständlich
sein soll, welche noch kein Studium aufgenommen haben oder es erst begonnen
haben.(S.7) Im Folgenden wird untersucht, ob und wodurch der Autor seine
Intension beim Leser erreicht. Seinem Versprechen wird er besonders im ersten Teil,
durch Verzicht auf übermäßige Fachsprache, gerecht. Er verwendet weder eine
Vielzahl an wissenschaftliche Begriffe, noch überlagert er seinen ersten Teil mit
fachspezifischen Sachverhalten. Für Abiturienten, die im erziehungswissenschaftlichen Bereich nicht bewandert sind, ist es nicht schwer, einen Zugang
bzw. Verständnis zu finden. Lenzen gelingt es, genau an dem Punkt anzuknüpfen,
wo das erlernte Wissen der Schulzeit aufhört. Hervorzuheben ist seine strategische
Vorgehensweise. Die Leser werden Schritt für Schritt an die Erziehungswissenschaft
und das Studium als solches herangeführt. Beginnend mit allgemeinen Sachverhalten
und Problemen der Erziehungswissenschaft weckt er das Interesse der Leser.(Vgl.
1.Kapitel) Ebenso erreicht er dieses durch Einblicke in das erziehungswissenschaftliche Studium. Mithilfe von Auflistungen der Fähigkeiten (S. 33-34), die
ein angehender Student mit sich bringen sollte, ist es dem Schüler möglich
einzuschätzen, ob er dieser Fachrichtung gewachsen ist. Im ersten Kapitel verwendet
Lenzen Beispiele aus unterschiedlichen pädagogischen Feldern. Anhand
herausgegriffener Situationen, denen ein Pädagoge immer wieder ausgesetzt sein
wird, ist dem Leser eine persönliche und intensive Auseinandersetzung möglich.
Dabei soll er auf psychologische Kenntnisse schließen, die in erziehungswissenschaftlichen Berufsfeldern nötig sind. Des weiteren ist sein strategisches
Vorgehen hervorzuheben. Das Buch geht von verständlicher Umgangssprache
langsam zur komplizierteren Wissenschaftssprache über. Lenzen weist den Leser an
der Stelle darauf hin (vgl. S. 120), dass er die Schwelle von der Umgangssprache zur
Wissenschaftssprache überschreiten wird. Diese Art der Warnung appelliert noch
einmal an die Aufmerksamkeit des Lesers. Diese ist im folgenden zweiten Teil des
Buches besonders gefordert. Anhand des Überganges zum wissenschaftlichen Teil
kann sich der Leser prüfen. Es ist ihm möglich herauszufinden, ob ihm
erziehungswissenschaftliche Lektüren große Verständnisschwierigkeiten bereiten.
Arbeit zitieren:
Sophie Walther, 2010, Rezension zu "Orientierung Erziehungswissenschaft. Was sie kann, was sie will." von Dieter Lenzen, München, GRIN Verlag GmbH
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