3.2.2.2 Erster Schritt - Grundanalyse 21
3.2.2.3 Zweiter Schritt: SLATES-Analyse. 23
3.2.2.4 Dritter Schritt: Detail-Analyse 31
3.2.2.5 Vierter Schritt: Features 35
3.3 Analyse am Markt vorhandener Frameworks 35
3.3.1 Auswahl der zu untersuchenden Frameworks. 35
3.3.2 Vorüberlegung. 36
3.3.3 Grundanalyse. 39
3.3.4 SLATES-Analyse 43
3.3.5 Detailanalyse 44
3.3.6 Features - Signifikante Unterschiede. 47
3.3.7 Status Quo 49
4 Beispielszenario. 51
4.1 Ausgangssituation (Ist-Analyse) 51
4.2 Ziele und Anforderungen (Anforderungsanalyse) 53
4.3 Auswahl eines Frameworks. 55
4.4 Einführung des Frameworks. 59
4.5 Mehrwert für das Unternehmen. 63
5 Resümee 65
6 Zukunftsaussichten für Enterprise 2.0. 66
Anhang VII
Literaturverzeichnis. VIII
Print -Quellen VIII
Online -Quellen IX
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Übersicht - Web 2.0 Anwendungen Technologien
Abb. 2: Klassisches vs. Ajax-Modell von Web-Anwendungen
Abb. 3: Typologie der Nutzer von Web 2.0
Abb. 4: Porter'sche Wertschöpfungskette
Abb. 5: Auswirkungen der Entwicklung zum Enterprise 2.0.
Abb. 6: Auswirkungen von Web 2.0 für Unternehmen.
Abb. 7: FLATNESSES-Anforderungen von Dion Hinchcliffe.
Abb. 8: Aufbau der Vier-Schritt-Analyse
Abb. 9: Web 2.0-Anwendungen in Enterprise 2.0-Frameworks
Abb. 10: Unternehmensstruktur ADW.
Abb. 11: Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von Enterprise 2.0-Konzepten
Abb. 12: Behandlung einer Kundenanfrage an den Vertrieb der ADW.
Abb. 13: Einsatzpotentiale von Web 2.0-Anwendungen beim Management und
der Ausführung von Geschäftsprozessen
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Bewertungsschema der Grundanalyse. 23
Tabelle 2: Bewertungsschema für den SLATES-Analyseschritt 29
Tabelle 3: Bewertungsschema für die Detailanalyse. 34
Tabelle 4: Umsetzung von Einsatzzwecken in der Praxis. 38
Tabelle 5: Allgemeine Grundanalyse - Eigenständige Anwendungen. 40
Tabelle 6: Allgemeine Grundanalyse - Add-Ons und grundlegende Aspekte 42
Tabelle 7: Ergebnisse der allgemeinen SLATES-Analyse. 44
Tabelle 8: Ergebnisse der allgemeinen Detailanalyse 46
Tabelle 9: geplanter Einsatz von Social Software bei ADW 55
Tabelle 10: Auswertung der SLATES-Analyse (ADW) 57
Tabelle 11: Auswertung der Detail-Analyse 58
Tabelle 12: Wahl der zu nutzenden Informationskanäle bei ADW 61
IV
Abkürzungsverzeichnis
ADW - Automotive Development World Wide Ajax - Asynchronous Java Script and XML APC - Automotive Production Company API - Application Programming Interface ASP - Application Service Providing ATOM - ATOM Syndication Format Blog - Weblog CMS - Content Management System CSS - Cascading Style Sheets eCommerce - Electronic Commerce EDI - Electronic Data Interchange EPK - Ereignisgesteuerte Prozesskette ERP - Enterprise Resource Planning HTML - Hypertext Markup Language HTTP - Hypertext Transfer Protocol IC - Instant Communication IM - Instant Messaging IP - Internet Protocol IT - Informationstechnologie PC - Personal Computer PDF - Portable Document File RIA - Rich Internet Application RSS - Really Simple Syndication RWC - Rich Web Client SOA - Serviceorientierte Architektur SOAP - Simple Object Access Protocol URI - Uniform Resource Identifier URL - Uniform Resource Locator
V
VoIP - Voice over IP VPN - Virtual Private Network WWW - World Wide Web WYSIWYG - What You See Is What You Get XML - Extensible Markup Language
VI
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
Im Jahr 2006 wurde “You” zur “Person of the Year” des Time Magazines gekürt. Damit wurde jeder Benutzer des World Wide Web (WWW) angesprochen, welcher sich aktiv an der Gestaltung von Weblogs, Wikis, Social Net-works und anderen Web 2.0-Anwendungen beteiligte - Der Nutzer bleibt nicht weiter in der Rolle des Konsumenten, sondern entwickelt sich zum Produzenten von Inhalten 1 . Diedabei entstandenen Technologien verbreiteten sich auf-grund des großen Zuspruchs sehr schnell im offiziellen Internet und stellen heute für viele Nutzer die beliebteste Informationsquelle sowie das beliebteste Unterhaltungsmedium dar.
Seit einigen Jahren beschäftigen sich nun auch Unternehmen mit dieser Thematik. Derzeit wird häufig ein Großteil des Informationsflusses über lange E-Mails oder Telefonate abgebildet. Richtlinien und Vorgänge werden oftmals in nicht-digitaler Form abgelegt und bieten keinerlei Suchmechanismen und schlechte Aktualisierungsmöglichkeiten. Die Integration von Web 2.0-Anwendungen könntein diesen Fällen einen vielfachhöheren Nutzen bringen sowie Produktivität und Effektivität steigern. Die Entwicklung zum „Enterprise 2.0“ gestaltet sich jedoch nicht einfach, denn es muss geprüft werden welche Anwendungen in einem spezifischenUnternehmen einen Wettbewerbsvorteil schaffen können und wie eine erfolgreiche Einführung in das vorhandene In-formationssystem gewährleistet werden kann.
1.2 Zielsetzung
Auf dem Markt angebotene Frameworks werden zur Bereitstellung vonWeb 2.0-Anwendungen in Unternehmen auf ihre Tauglichkeit für betriebswirtschaftliche Informationssysteme untersucht. Der Fokus liegt dabei auf der technischen Unterstützung von Geschäftsprozessen entlang derbetrieblichen Wertschöpfungskette nach Porter.
Um diese Analyse durchführen zu können bedarf es eines validen Verfahrens, um belastungsfähige Aussagen darüber treffen zu können, ob ein Framework in der Lage ist, konkrete Geschäftsprozesse zu optimieren. Derzeit existieren nur wenige Modelle (z.B. SLATES und FLATNESSES, worauf in Kapitel 3 detaillierter eingegangen wird), welche dieses Ziel verfolgen. Es istfestzustellen,
1 Prof. Dr. Koch, M; Whitepaper - Enterprise 2.0 - Social Software in Unternehmen http://www.kooperationssysteme.de/files/pubs/Koch2008-bericht_enterprise20.pdf,
Abrufdatum: 03.11.2009
1
dass diese Verfahrennicht ausreichen, um eine signifikante Auswahl für einen bestimmten Anwendungsfall treffen zu können.
Es wird in dieser Arbeit deshalb versucht die vorhandenen Analysemodelle auszubauen und zu erweitern, um eine möglichst präzise Untersuchung zu ermöglichen. Als Resultat soll ein neues Analyseverfahren entstehen und dessen Anwendung anhand von Beispielen demonstriert werden. Eine anschließende Analyse von auf dem Markt vorhandener Frameworks soll zeigen, welche Anwendungen das Potential aufweisen, für verschiedene unternehmerische Teilbereiche einen positiven Nutzen herbeizuführen und welche Methoden benötigt werden, um Akzeptanz der Mitarbeiter zu entwickeln. Ein nachfolgendes Beispielszenario soll den gesamten Vorgang, von der Analyse der Ausgangssituation bis zur Auswahl und Einführung eines Frameworks, veranschaulichen und auf die Kriterien der erfolgreichen Einführung eingehen. Das Ziel liegt darin, einen mittel- bis langfristigen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen zu erzielen, sowie ein optimales Wissens-, Kommunikations-, Organisations- und Kollaborationsmanagement in vorhandene Informationssysteme zu integrieren. Es sollen weiterhin bisher ungenutzte Potentiale von Web 2.0-Anwendungen aufgezeigt werden und ein Leitfaden für die Einführung von Social Software in Unternehmen aus der Arbeit resultieren.
1.3 Herangehensweise
Im Grundlagenteil (Kapitel 2) wird einführendauf die verwendete Terminologie eingegangen, um ein Grundwissen über die Thematik zu vermitteln. Es werden die Technologien und Akteure des Web 2.0 vorgestellt und wichtige Begriffe definiert. Die Abgrenzung bestimmter Schlagwörter stellt hierbei eine wichtige Differenzierung zum korrekten Verständnis der nachfolgenden Kapitel dar. Weiterhin wird auf diverse Themen des betriebswirtschaftlichen Hin-tergrundes eingegangen, welche im Folgenden eine hohe Relevanz aufweisen. Im anschließenden Hauptteil (Kapitel 3) wird zunächst eine Übersicht der vor-handenen Frameworks vorgestellt, sowie eine funktionale Abgrenzung vorgenommen. Anschließend erfolgt die Konzeption undErstellung eines Analyseverfahrens mit Blick auf die zu verwendende Software und Fokus auf die betriebswirtschaftlichen Entwicklungspotentiale zum Enterprise 2.0. Anhand dieses Analyseverfahrens werden ausgewählte Frameworks schrittweise selektiert und auf Ihre technische Leistungsfähigkeit hin untersucht. Zum Abschluss des Kapitels werden die daraus resultierenden signifikanten Unterschiede herausgearbeitet und dabei auf die sich ergebenden Einsatzmöglichkeiten eingegangen.
2
Im praktisch ausgelegten Teil (Kapitel 4) erfolgt die Darstellung eines Beispielszenarios, welches einen Leitfaden zur Einführung und zum Einsatz von Social Software, in Form eines Frameworks, bereitstellt und gleichzeitig Handlungsempfehlungen für Unternehmen darlegt. Beginnend mit einer Analyse der Ausgangssituation (Ist-Analyse) über die Auswahl der Softwaremit Hilfe desentwickelten Analyseverfahrensund deren Einführung bis hin zum Einsatz im Unternehmen wird hierbei der gesamte Weg zum Enterprise 2.0 vorgestellt. Das anschließende Resümee beurteilt das Entwicklungspotential vorhandener Software, um die technische Unterstützung des Managements und der Ausführung von Geschäftsprozessen zu verbessern. Nachfolgend wird kurz auf vor-handene Forschungslücken eingegangen.
Der Schlussteil (Kapitel 6) gibt einen Ausblick auf die Entwicklung von betrieblicher Social Software und geht auf die Zukunftsaussichten von Enterprise 2.0 ein.
3
2 Grundlagen und Begriffsklärung
2.1 Web 2.0
2.1.1 Begriffsklärung
Das Schlagwort Web 2.0 wurde erstmalig bei einer US-amerikanischen Technologiekonferenz genutzt, um auf eine neue Ära von Anwendungen und Services im offiziellen Internet hinzuweisen 2 . In der bisherigen Ausgestaltung des World Wide Web (WWW) existierte eine klare Trennung von Informationsproduzenten und Informationskonsumenten, welche durch neue Technologien zu einem Großteil aufgehoben wurde. Diese Technologien werden durch den Begriff Web 2.0 angesprochen, wobei es sich bei der beinhalteten Versionsnummer 2.0 nicht um die Weiterentwicklung einer vorhandenen Software handelt, sondern um die Entstehung eines Rückkanals zum WWW und der daraus resultierenden Interaktion von Nutzern.
Diese Tatsache begründet ebenfalls die wichtigste Kritik an der Bezeichnung Web 2.0, da die Vernetzung von Menschen bereits der Grundgedanke des WWW war (Berners-Lee 2006 in einem IBM-Developer-Works-Podcast 3 ) und somit keine substanzielle Neuerung darstellt, welche eine neue Versionsbezeichnung rechtfertigt. Vielmehr hat sich die Bezeichnung 2.0 als Beschreibung für den genannten Wandel der Nutzerinteraktion und Kommunikation sowie der daraus resultierenden Hierarchieglättungdurchgesetzt, wodurch auch der Begriff Enterprise 2.0 entstanden ist. Darauf wird in Kapitel 2.5 genauer eingegangen.
Da aus der genannten Problematik bisher keine allgemein anerkannte Definition hervor gegangen ist, soll in dieser Arbeit der Begriff Web 2.0 nach O’Reilly, einem der ersten Nutzer der Bezeichnung, wie folgt verstanden werden:
„Web 2.0 is a network as platform, spanning all connected devices; Web 2.0 applications are those that make the most of the intrinsic advantages of the platform: delivering software as a continually-updates service that gets better the more people use, consuming and remixing data from multiple sources, including individual users, while providing their own data and services in a form that allows remixing by others, creating network effects through an architecture
2 Koch, M; Richter, A: Enterprise 2.0 - Planung, Einführung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen. 2. Aufl., Oldenbourg München 2009, S. 2
3 Web 2.0 - Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0; Abrufdatum: 04.11.2009
4
of participation, and going beyond the page metaphor of Web 1.0 to deliver rich user experiences.“ 4
2.1.2 Anwendungen und Technologien
2.1.2.1 Übersicht
Web 2.0-Anwendungen können in Unternehmen nurdurch sinnvolle Kombination der verschiedenen Technologien erfolgreich eingesetzt werden. Um später das Potential der Anwendungen für den betrieblichen Einsatz untersuchen zu können wird in diesem Kapital ein Überblick über die vorhandenen Werkzeuge gegeben.
In der aktuellen Literatur werden alle vorhandenen Web 2.0-Technologien meist gesamtheitlich zusammengefasst. In dieser Arbeit soll aus gegebenem Anlass eine weitere Unterteilung in „eigenständige Anwendungen“ und „Add-Ons“ vorgenommen werden, was mit dem Aufbau der Technologien zusammenhängt. „Feeds“ und „Content Tagging“ (welche in den nachfolgenden Kapiteln detailliert erläutert werden) können nicht alleine ohne eine der anderen Anwendungen betrieben werden. Sie benötigen Inhalte, auf welche sie angewendet werden können, weshalb die Rechtfertigung der Aufteilung gegeben ist. Bei allen anderen Technologien handelt es sich jeweils um Anwendungen, die unabhängig voneinander betrieben und angewendet werden können. Abb. 1 soll die Unterteilung der aktuellen Web 2.0-Technologien verdeutlichen, auf welche in diesem Kapital eingegangen wird.
Die Gemeinsamkeit der Web 2.0-Anwendungen liegt in der Trennung von Datenverarbeitungskapazität und Rechenkapazität. Die Datenhaltung und Datenverarbeitung findet hierbei stets auf dem Webserver statt, die Darstellung der Seiten und Inhalte, sowie die Benutzerschnittstelle hingegen auf dem Clientrechner. Da solche Web 2.0-Anwendungen klassischen Desktop-Anwendungen sehr nahe kommen spricht man hierbei von Rich Internet Applications (RIA)
4 Communications & Strategies, Nr. 1, S. 17, Erstes Quartal 2007.
5 Eigene Erstellung.
5
oder Rich Web Clients (RWC) 6 . Gerade in letzter Zeit findet eine immer stärkere Entlastung der Server durch Technologien wie Ajax (Asynchronous JavaScript and XML) oder schon länger durch Adobe Flash statt. Dem Namen nach bietet Ajax die Möglichkeit der asynchronen Datenübertragung zwischen Webserver und Clientrechner. Dadurch können http-Anfragen durchgeführt werden, während eine Seite angezeigt wird, wodurch Seitenänderungen entstehen können, ohne dass die Seite neu geladen werden muss 7 . Durch diese Technologie wird folglich sowohl das Transfervolumen als auch die Rechenleistung des Webservers geschont und teilweise auf den Client verlagert. Abb. 2 stellt das klassische Modell von Web-Anwendungen dem Ajax-Modell gegenüber.
6 Stocker, A.;Tochtermann, K.: Anwendungen und Technologien des Web 2.0: Ein Überblick In: Blumauer, A.; Pellegrini, T (Hrsg.): Social Semantic Web, Springer Berlin Heidelberg
2008, S. 68f.
7 Ajax (Programmierung) - Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ajax_%28Programmierung%29, Abrufdatum: 22.01.2010.
8 Klassisches cs. Ajax-Modell einer Webanwendung - Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Ajax-vergleich.svg, Abrufdatum: 20.01.2010
6
2.1.2.2 Weblogs und Microblogs
Der Begriff Weblog stammt aus den englischen Wörtern Web und Log (kurz: Blog) und bezeichnet eine in umgekehrter chronologischer Reihenfolge abgelegte Online-Publikation 9 . Der Weblog-Autor (kurz: Blogger) berichtet hierbei über persönliche Dinge (z.B. in Form eines elektronischen Tagebuches) oder thematisch abgegrenzte Bereiche (z.B. Expertenblogs). Die Software stellt dabei Werkzeuge zur Verfügung um Inhalte ohne Programmierkenntnisse zu erstellen, sodass jeder Web-Nutzer in der Lage ist einen Weblog zu betreiben. Die Software (z.B. Wordpress) stellt dabei Werkzeuge zur Verfügung um einerseits die Veröffentlichung des „User-Generated-Content“ ohne Programmierkenntnisse zu ermöglichen (i.d.R. werden dazu sog. „What you see is what you get“ (WYSIWYG)-Editoren oder Rich-Text-Editoren verwendet) und andererseits eine Vernetzung von Weblogs zu gewährleisten (Trackback), wodurch eine Blogosphäre (Gesamtheit aller Blogs als soziales Netzwerk) entsteht. Gleichzeitig können durch eine Kommentarfunktion Diskussionen zu den veröffentlichten Beiträgen entstehen.
Microblogs sind konventionellen Blogs sehr ähnlich. Der wesentliche Unterschied besteht in der Begrenzung der Länge von Beiträgen. Das populärste Beispiel im offiziellen Internet stellt der Betreiber Twitter Inc. dar, welcher die Beiträge (hier: Tweets) auf 140 Zeichen limitiert.
2.1.2.3 Wikis und Gruppeneditoren
Während Weblogs darauf ausgerichtet sind, subjektive Meinungen Einzelner abzubilden, verfolgen Wikis das Ziel der Zusammenfassung von Fachwissen zu bestimmten Themen in kollaborativer und selbstorganisierterWeise. Technisch gesehen entspricht ein Wiki einem Content-Management-System ohne fest definierte Benutzerrollen und -berechtigungen, sodass jeder Nutzer eigene Inhalte verfassen und „fremde“ Inhalte abändern kann. Um unerwünschte Manipulationen zu verhindern verfügt Wiki-Software (z.B. MediaWiki, womit auch Wikipedia realisiert ist) über ein Versionierungssystem, welches es ermöglicht ältere Bearbeitungszustände wiederherzustellen. Typisch für Wikis sind außerdem Querverweise zu anderen Beiträgen, um den Weg zum gesuchten Wissen zu verkürzen.
Während Wikis auf einer asynchronen Funktionsweise basieren, zielen Grup-peneditoren auf eine synchrone Bearbeitung ab. Als beliebtestes Werkzeug im offiziellen Internet ist hier Google Docs zu nennen, welches die Erstellung und
9 Stocker, A.;Tochtermann, K.: Anwendungen und Technologien des Web 2.0: Ein Überblick In: Blumauer, A.; Pellegrini, T (Hrsg.): Social Semantic Web, Springer Berlin Heidelberg
2008, S. 65.
7
Bearbeitung von diversen Office-Dokumenten (z.B. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen), sowie deren Import und Export ermöglicht.
2.1.2.4 Social Networks
Unter Social Networks werden Web-Plattformen verstanden, welche den Aufbau und die Pflege von Beziehungen und Interessengruppen technisch unterstützen. Es wird stets ein einheitliches Repertoire an Grundfunktionalitäten zur Verfügung gestellt, welches die Selbstdarstellung in Form eines Profils sowie die Kommunikation der Nutzer und Gruppen ermöglicht. Häufig existieren darüber hinaus viele weitere Werkzeuge, beispielsweise zur Erstellung von eigenen Webseiten, für Erweiterung des persönlichen Profils oder zur Pflege von Fotoalben. Der Funktionsumfang inSocial Networksist aufgrund der fortlaufenden Weiterentwicklungen sehr unterschiedlich, jedoch findet über einen längeren Zeitraum hinwegeine funktionale Angleichung statt. Diese Netzwerke erfreuen sich aktuell einer sehr großen Beliebtheit, da sie einerseits das Kommunikationsbedürfnis der Menschen befriedigen und andererseits einen hohen Unterhaltungswert aufweisen. Ein hohes Nutzenpotential, gerade für größere Unternehmen, stellen Social Networks beispielsweise aufgrund der Personensuche dar, durch welche es möglich wird den idealen Ansprechpartner in sehr kurzer Zeit zu identifizieren. Gleichzeitig können die im Netzwerk vorhandenen Daten in das Kontaktmanagement integriert werden. Es ergibt sich dadurch ein vorteilhafter Wechsel der Zuständigkeiten auf diesem Gebiet. Bisher war jeder für die Aktualität seines gesamten Adressbuches selbst verantwortlich - mit dieser Variante verlagert sich die Zuständigkeit lediglich auf das eigene Profil, welches mit den Adressbüchern der anderen Mitarbeiter im Idealfall automatisch synchronisiert werden kann.
2.1.2.5 Podcasts
Der Begriff Podcast, welcher sich aus den Wörtern iPod und Broadcast zusammensetzt, umschreibt die asynchrone Aussendung unregelmäßig erscheinender Audio- und Videoinhalte über das Internet. Benutzer haben die Möglichkeit diese Sendungen herunterzuladen und zu einem passenden Zeitpunkt zu konsumieren.
In der Regel werden Podcasts mit Feeds kombiniert, um das Abonnieren der Sendungen zu ermöglichen. Dazu werden auch mobile Endgeräte wie beispielsweise der iPod oder andere Audio/Video-Player verwendet.
8
2.1.2.6 Instant Messaging
Instant Messaging (IM) bezeichnet einen Dienst, welcher die synchrone Kommunikation in Textform ermöglicht 10 . Aktuelle Software unterstützt ebenfalls die Möglichkeit der asynchronen Kommunikation, wobei die Nachricht erst dann zugestellt wird, wenn der entsprechende Nutzer verfügbar, also am System angemeldet ist.
Ein Status-Management gehört heute zur Grundausstattung von entsprechenden Diensten, wodurch andere Nutzer unmittelbar über die Verfügbarkeit des Kommunikationspartners informiert werden. Dadurch ist sofort ersichtlich, ob der gewünschte Gesprächspartner Zeit zur Kommunikation hat oder ob er gerade beschäftigt oder „offline“ ist. Hierbei ist ein klarer Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Telefon erkennbar, da man den Status des Gesprächspartners erst dann kennt, wenn abgehoben wurde. Sollte der Gesprächspartner das Telefonat nicht entgegennehmen, hat man keinen Hinweis darüber, wann er wieder zur Verfügung stehen wird.Nahezu alle Instant Messenger bieten heute die Möglichkeit, genaue Information zum aktuellen Status bereitzustellen. Die meisten IM-Dienste bestehen aus einer Server-Komponente, welche auf den entsprechenden Servern zum Einsatz kommt, und einer Client-Komponente, welche auf den nutzenden Computerneingerichtet wird. Diese Architektur ermöglicht neben der synchronen Kommunikation gleichzeitig die asynchrone Kommunikation, da der Chat auf dem Server protokolliert werden kann. Weiterhin werden derzeit, aufgrund der stark gestiegenen Netzwerk-bandbreiten der Nutzer,Videotelefonate und -konferenzen ermöglicht, was ein ideales Nutzenpotential für Unternehmen darstellt. Man spricht in diesem Fall von VoIP (Voice over IP (Internet Protocol)) oder von IC (Instant Communication).
Als Besonderheit dieser Technologie ist zu erwähnen, dass Instant Messaging nicht nur über Webseiten betrieben werden kann, sondern im Regelfall über eigenständige Programme (die soeben beschriebenen Clients). Die beliebtesten Tools im Internet nennen sich ICQ, Skype und MSN.
2.1.2.7Feeds
Aufgrund der Vielzahl von Weblogs und Wikis ist das Zusammentragen der interessanten Neuigkeiten für Benutzer eine aufwändige und zeitraubende Angelegenheit, da jede Webseite manuellaufgerufen und auf Änderungen geprüft werden müsste. Hier schaffen Feeds wie RSS (Really Simple Syndication) oder ATOM (ATOM Syndication Format) Abhilfe, welche eine automatische
10 Koch, M; Richter, A: Enterprise 2.0 - Planung, Einführung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen. 2. Aufl., Oldenbourg München 2009, S. 67.
9
„News-Aggregation“ über externe Anwendungen wie z.B. Feed-Reader, E-Mail-Software oder Browser ermöglichen.
Es handelt sich dabei um eine im XML-Format angebotene Auflistung der Beiträge, welche Titel, Beschreibung, Datum und den entsprechenden Link zur Webseite bereitstellen. Diese Feeds können vom Nutzer per Mausklick „abonniert“ und in die entsprechenden Anwendungen eingebunden werden. Es entsteht eine Übersicht aller interessanten Neuerscheinungen und Aktualisierungen, zu denen bei Bedarf der gesamte Beitrag über den Browser angezeigt werden kann.
Feeds werden mittlerweile in nahezu allen Web 2.0-Anwendungen angeboten, so auch für Diskussionen, die in Blogs über die Kommentarfunktion entstehen, sowie in Foren, Produktbewertungen und Nachrichtenkanälen. Diese Technik setzt das Web 2.0-Prinzip ideal um, da jeder Nutzer selbst entscheiden kann, auf welche neuen Informationen er zu welchem Zeitpunkt und auf welche Art und Weise aufmerksam gemacht werden möchte.
2.1.2.8 Content Tagging
Beim Content Tagging handelt es sich um einen Service bzw. einen Prozess über den die Benutzer Metadaten zu vorhandenen Inhalten in Form von Schlagwörtern generieren können. Das Ziel dieser Technik besteht in der Optimierung der Suche. Da beim „Tagging“ keine neuen Inhalte, sondern lediglich Meta-Informationen zur Klassifizierung von Inhalten generiert werden, steigt mit der Anzahl der zugeordneten Schlagwörter gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass andere Benutzer bei Ihrer Suche ein gleiches Schlagwort verwenden und somit direkt zur gewünschten Information geleitet werden. Da es vielen Nutzern schwer fällt, Inhalte über Kategorien zu filtern, führt das Content Tagging zu einer komfortableren Suchprozedur mit weitaus schnelleren und relevanteren Ergebnissen.
2.1.3 Akteure
In der Zeit vor Web 2.0 existierte eine klare Trennung in zwei Benutzergruppen - Produzenten und Konsumenten. Mit der Entwicklung der Web 2.0-Anwendungen und Technologien schwindet diese Abgrenzung zunehmend und entwickelt sich zu einer komplexeren Benutzerstruktur mit weitaus flacherer Hierarchie und Überschneidungen.
Heute werden Benutzer nach vier Dimensionen typisiert: betrachtend, gestaltend, individuellkommunizierend und öffentlich kommunizierend. Abb. 3 stellt die dadurch entstehenden Benutzergruppen sowie deren Einordnung dar.
10
Arbeit zitieren:
B. Sc. Tom Thaler, 2010, Analyse von Enterprise 2.0 Frameworks für die Entwicklung betriebswirtschaftlicher Informationssysteme, München, GRIN Verlag GmbH
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