Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Historische Entwicklung 2
3. Grundkonzepte 3
3.1 Wiederverwendbarkeit 3
3.2 Referenzmodelle 4
3.3 Referenzmodellierung 5
4. Untersuchungsansatz 7
4.1 Review. 7
4.2 Vorgehensweise 7
5. Erweiterte Konzepte 9
5.1 Überblick 9
5.2 Modellierungssprachen 9
5.3 Modellierungswerkzeuge 10
5.4 Modellierungsmethoden 11
6. Aktuelle Entwicklungen und offene Probleme 13
6.1 Entwicklungen. 13
6.2 Offene Probleme 13
7. Aktuelle Software. 15
7.1 Überblick 15
7.2 SAP R/3 Referenzmodell 15
7.3 ARIS Value Engineering (AVE) 16
7.4 PROMATIS BPM Appliance 17
8. Erweiterung des Bezugsrahmens 19
8.1 Überblick 19
8.2 Referenzmodelle und BPM 20
8.3 Umsetzung von Referenzmodellen in BP-MSoftware 20
9. Resümee 24
Literaturverzeichnis. XXV
II
Abkürzungsverzeichnis
AVE BIOFA
BPML CIMOSA
GoM GPM JAD KIM NIAM RAD SADT SETCOM
SOA Service Oriented Architecture UML Unified Modeling Language
III
Abbildungsverzeichnis
...
Abbildung 4: Anforderungen an BPM-Software...
Abbildung 5: Spezielle Anforderungen an BPM-
IV
1. Einleitung
Die Bedeutung der Referenzmodellierung in Unternehmen hat seit Beginn der 1990er Jahre stark zugenommen. 1 Vor allem der Wunsch einer angemessenen Informationsversorgung, um das Unternehmen auch zukünftig erfolgreich zu führen, ist in den Vordergrund gerückt. Moderne Informationssysteme, die auf das Konzept der Referenzmodellierung zurückgreifen, bieten Unternehmen die Möglichkeit, sich flexibel an wechselnde Umfeldbedingungen anzupassen und Problemsituationen eventuell sogar vorauszusehen. Aufgrund des hohen Innovationsbedarfs richtet sich das Hauptinteresse der Forschung immer mehr auf die Bereitstellung von verschiedenen Konzepten, die Konstruktionsprozesse unterstützen können. Einen viel versprechenden Ansatz zur Unterstützung dieser Konstruktionsprozesse stellt die Entwicklung von Referenzmodellen dar. Durch die Möglichkeit, ganze Modelle beliebig oft zu verwenden ohne sie stark zu verändern oder gar neu zu erschaffen, haben sich völlig neue Erkenntnisse entwickelt. In der Theorie sollten Referenzmodelle somit so konstruiert werden, dass sie wiederverwendbar und zugleich einfach modifizierbar sind. Allerdings ist die Umsetzung in der Praxis nicht immer ohne Probleme zu bewältigen. Für ein Unternehmen ist es meist nicht a- tionzutrifft. 2
Durch diese Problematik entstand das Arbeitsgebiet der Referenzmodellierung, die sich zum einen mit der Realisation, Anpassung und Optimierung dieser Referenzmodelle, den damit entstehenden Problemen und deren Lösung und zum anderen auch mit Modellierungssprachen, Modellierungswerkzeugen und Modellierungsmethoden beschäftigt. Durch diese Abgrenzung des Gebietes der Referenzmodellierung wird klar, dass es sich hierbei um ein umfangreiches Konzept handelt, das viele Potentiale aufweist.
Diese Arbeit wird nun näher auf die Thematik der Referenzmodellierung eingehen, aktuelle Software und Prototypen betrachten und auch Beziehungen zu anderen Gebieten, wie beispielsweise die Geschäftsprozessmodellierung, herstellen. Die Einordnung dieser Arbeit in den Rahmen des Forschungsprojektes, welches sich mit Business Process Management (BPM) und dessen Tools beschäftigt, geschieht insofern, dass die Hauptaufgabe der Arbeit in der Definition von Anforderungen besteht, die ein BPM-Tool erfüllen muss, damit es die Referenzmodellierung unterstützen kann.
1 Groß, A.: Referenzmodellierung: Klassifikationen und Beziehungen zu anderen Modellkonstruktionsansätzen, GRIN Verlag, 2009, S.1
2 Brocke vom, J.: Referenzmodellierung Gestaltung und Verteilung von Konstruktionsprozessen, Band 4, Logos Verlag Berlin 2003, S. 2f
1
2. Historische Entwicklung
Bereits zu Beginn der 70er Jahre verfolgte das am BIOFA (Betriebswirtschaftliches Institut für Organisation und Automation an der Universität zu Köln) entwickelte Kölner Integrationsmodell (KIM) 3 die Leitidee der Referenzmodellierung. Diese Leitidee früher wie auch heute besteht darin, dass allgemeine Unternehmensmodelle zur Unterstützung der Gestaltung verschiedenster Unternehmen in verschiedenen Bereichen entwickelt werden. 4
Von einem Referenzmodell wurde allerdings zur damaligen Zeit noch nicht
Modells für ein integriertes 5 6 7 die Rede.
Die Erwartungen an das Kölner Integrationsmodell waren sehr hoch, allerdings konnte KIM die Hoffnungen auf einen innovativen Impuls nicht erfüllen. Somit kam es in der Forschung zunächst zu einem Stillstand. Erst seit dem Aufkommen der unternehmensweiten Datenmodellierung in den 80ger Jahren begannen sich erste wichtige und zentrale Aspekte der heutigen Referenz-modellierungsforschung herauszubilden. 8 Die Anzahl vorgeschlagener Modelle für verschiedene Domänen nahm immer weiter zu. Dies führte zu einer stärkeren Reflektion von Methoden zur Konstruktion und Nutzung von Referenzmodellen und somit etwa im Jahr 1990 zur Etablierung des Forschungsgebiets der Referenzmodellierung.
erkennen ist, dass das Interesse zunehmend wächst. Die Tagung gilt in der Referenzmodellierungs-Gemeinschaft mittlerweile als echte Institution, in deren Rahmen neueste Erkenntnisse aus Forschung und Praxis diskutiert werden und die auch immer wieder Keimzelle für neue Forschungsideen ist. 9
3 Grochla, E.: Integrierte Gesamtmodelle der Datenverarbeitung: Entwicklung und Anwendung des Kölner Integrationsmodells (KIM). München, 1974
4 Fettke P., Loos, P.: Referenzmodellierungsforschung, Wirtschaftsinformatik 46 (2004) 5, S. 331
5 Grochla, E. et al.: Grundmodell zur Gestaltung eines integrierten Datenverarbeitungs- systems: Kölner Integrationsmodell (KIM), 1971, S. VII
6 Grochla, E. et al.: Grundmodell zur Gestaltung eines integrierten Datenverarbeitungs- systems: Kölner Integrationsmodell (KIM), 1971, S. X
7 Grochla, E.: Integrierte Gesamtmodelle der Datenverarbeitung: Entwicklung und Anwendung des Kölner Integrationsmodells (KIM). Wien, 1974, S. 44
8 Fettke, P., Loos, P.: Referenzmodellierungsforschung, Wirtschaftsinformatik 46 (2004) 5, S. 331
9 GI-Proceedings, Referenzmodellierung 2003, Münster und Frankfurt am Main
2
3. Grundkonzepte
3.1 Wiederverwendbarkeit
Wiederverwendbarkeit ist ein in Unternehmen häufig gebrauchter und wichtiger Begriff. Sie stellt ein Qualitätsmerkmal von Softwarebausteinen dar. Jeder
Rahmen des jeweiligen Projektes, für das er geschaffen wurde, eingesetzt, sondern auch in anderen Projekten eingebaut werden. Diese Projekte müssen nicht zwingend in direktem Zusammenhang mit dem ursprünglichen Projekt stehen (beispielsweise eine Weiterentwicklung), sondern können auch ganz unabhängig davon sein Allerdings müssen die jeweiligen Problemstellungen hinreichend ähnlich oder sogar gleich sein, damit der Baustein mehrfach verwendet werden kann.
Das Einsatzgebiet eines solchen Bausteines hängt von seiner Beschaffenheit ab. Je allgemeiner er programmiert wurde, desto häufiger kann er wiederverwendet werden, je spezifischer und komplexer der Baustein geschaffen wurde, desto unwahrscheinlicher wird es, dass der Begriff der Wiederverwendbarkeit auf diesen Baustein zutrifft.
Die Möglichkeit der Wiederverwendung kam erst mit der modularen und ob-jektorientierten Programmierung. Diese enthalten Techniken, mit denen es möglich wurde, Generizität, d.h. Anwendung des gleichen Codes auf verschiedene Problemstellungen, zu erreichen. Moderne objektorientierte Programmiersprachen haben zur Unterstützung dieses Ziels eingebaute Sprachkonstrukte, so genannte Generics (Java) bzw. Templates (C++). Mithilfe der Wiederverwendung können Codewiederholungen vermieden werden. Dadurch beginnt der Entwicklungsprozess nicht immer wieder von vorne sondern man kann direkt am eigentlichen Projekt einsteigen. Dies führt zu weniger Aufwand bei der Entwicklung und im Ergebnis bessere, also qualitativ hochwertigere und zuverlässigere, Produkte. 10
Ein Paradebeispiel für die Anwendung der Wiederverwendbarkeit sind Referenzmodelle. Diese werden im Folgenden genauer betrachtet, erläutert und analysiert.
10 Guretzky, B. von: Wissensmanagement und Software Engineering Wiederverwendbarkeit, Paper, September 2001
3
3.2 Referenzmodelle
Referenz-Informationsmodelle (kurz: Referenzmodelle), die teilweise auch als Referenzsysteme bezeichnet werden, sind übergeordnete Modelle, die den Ausgangspunkt für spezifische Modelle bilden. Sie werden somit mit der Intention geschaffen, bei der Konstruktion weiterer Modelle wiederverwendet zu werden.
Wie der Name schon andeutet, enthalten diese Modelle eine Referenz, also einen Verweis oder Bezug auf andere Modelle und dienen dazu, allgemeingültige Empfehlungen auszusprechen. Jan vom Brocke hat zwei spezielle Merkmale von Referenzmodellen herausgearbeitet 11 :
- Allgemeingültigkeit: Von einem Referenzmodell wird verlangt, dass es für verschiedene spezifische Unternehmensmodelle anwendbar ist und auch bleibt. Es sollte für unterschiedliche Bereiche gleichermaßen einsetzbar sein und nur durch zusätzliche Fähigkeiten ergänzt werden müssen.
- Empfehlungscharakter: Hiermit ist gemeint, dass Referenzmodelle gegenüber unternehmensspezifischen Modellen eine Vorbildfunktion
Grundsätzlich werden zwei verschiedene Arten von Referenzmodellen unterschieden 12 :
- Vorgehens-Referenzmodelle (kurz Vorgehensmodelle): Modelle, die nur für eine kurze Zeit Verwendung im Unternehmen haben, wie beispielsweise die einmalige Optimierung eines bestimmten Geschäftsprozesses.
- Unternehmens-Referenzmodelle: Diese Modelle bilden regelmäßig wiederkehrende Situationen ab, die immer wieder erneut aufgegriffen werden und zur Lösung verschiedenster Problemstellungen herangezogen werden können. Diese Art von Referenzmodellen kann wiederum in zwei Gruppen unterteilt werden:
a) Software-Referenzmodelle: Software-Referenzmodelle sind meist
11 Brocke vom, J.: Referenzmodellierung Gestaltung und Verteilung von Konstruktionsprozessen, Band 4, Logos Verlag Berlin 2003, S.31
12 Becker, J., Rosemann, M.: Referenzmodellierung: State-of-the-art und Entwicklungsperspektiven, Birkhäuser, 1998, S.46
4
Arbeit zitieren:
B.Sc. Sabrina Brück, 2010, Referenzmodellierung und Business Process Management, München, GRIN Verlag GmbH
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