1. Einleitung
2. Inhaltsangabe
3. Beschreibung der äußeren Form
4. Systematische Darlegung der Analyseergebnisse unter Berücksichtigung der Inhalt-Form-
Beziehung
5. Darlegung der Intention
6. Historischer Bezug
7. Biographischer Bezug
Ein Wunsch eines jeden Menschen ist es, am Lebensabend zufrieden auf das eigene Leben zurückblicken zu können. Goethe macht dies symbolisch mit seinem Gedicht „Dornburg“ aus dem Jahr 1828, vier Jahre vor seinem Tod. Im Gedicht geht er weniger direkt auf den Verlauf seines Lebens ein, sondern mehr auf die Beschreibung der Natur und der frühmorgendlichen Situation. Das Gedicht beginnt mit dem sehnlichen Erwarten von
etwas an einem Frühmorgen, in der zweiten Strophe folgt ein Wind, der die Wolken vertreibt. Daraufhin wird die Bedingung gestellt, man müsse „der Großen, Holden“ (Z.10) danken, dann würde die Sonne in rotem Schimmer den Horizont verlassen, es wird also Abend. „Dornburg“ ist in geschlossener Form verfasst, mit drei Strophen, die jeweils vier Verse besitzen. Alle Strophen sind im Kreuzreimschema geschrieben. Insgesamt besitzt das Gedicht einen zufrieden wirkenden Gestus, der Autor scheint ein gutes Gefühl vermitteln zu wollen. Als erstes beschreibt der Sprecher eine
Morgensituation, dies wird durch das Wort „früh“ (Z.1) vorgegeben. Dabei wendet Goethe eine Personifizierung an, da sich in dem Gedicht Tal, Gebirge und Garten selbstständig vom Nebel befreien. Dies soll wohl die eigentliche Aktion und somit die genaue Beschreibung der Vorgänge in den Vordergrund rücken. Dies könnte man auch auf das Leben übertragen, in dem sich nach und nach ein gewisser Schleier der Unwissenheit oder Naivität löst. Eine weitere Personifizierung findet man mit: „Blumenkelche bunt sich füllen“ (Z. 3) Diese füllen sich mit „dem sehnlichsten Erwarten“ (Z.3) Doch ist an dieser Stelle noch nicht klar, auf wen oder was sich diese Erwartungen beziehen. Auch diese Verse könnte man auf den Aspekt des Lebens übertragen. Vielleicht gab es einen Zeitpunkt im Leben, den auch der Autor sehnlichst erwartete, währenddessen gewann er immer mehr an Erfahrung und Wissen. Am Anfang der zweiten Strophe folgt eine weitere Personifizierung: „Wenn der Äther, Wolken tragend“ (Z.5) Außerdem wird der Äther abermals vermenschlicht, zusammen mit dem klaren Tag, die metaphorisch miteinander streiten. (Z.6) Den Charakter eines personifizierungsreichen Gedichtes bestätigt es noch einmal mit: „Und ein Ostwind, sie verjagend“ (Z.9) Das Wort „verjagend“ stellt den Ostwind schon fast negativ dar und als überlegen dem Äther gegenüber. Im nächsten Vers wird deutlich, dass es die Sonne bzw. das Sonnenlicht ist, was so sehnlichst erwartet wurde, da der Ostwind „blaue Sonnenbahn bereitet“ (Z.8) Insgesamt kann man die zweite Strophe vielleicht so deuten, dass es im Leben Goethes, vorrausgesetzt dieses Gedicht bezieht sich auf ihn, viele Probleme gab, die er mit sich herumtragen musste, die Wolken, und er eine klare Vorstellung von dem weiteren Verlauf seines Lebens vermissen ließ, wahrscheinlich weil er viele Möglichkeiten besaß und die Dichterei nicht sein einziges Handwerk war. Irgendwann stieß dann der Ostwind in sein Leben, womöglich eine Person, die ihm einiges deutlich machte, vielleicht auch sein Herz eroberte, da er sie als „Sonne“ bezeichnet. In der dritten Strophe spricht Goethe dann den Leser an, mit „du“, allerdings kann dies
Arbeit zitieren:
Felix Wiebrecht, 2011, Johann Wolfgang Goethe - "Dornburg" - Interpretation, München, GRIN Verlag GmbH
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