Inhaltsverzeichnis 1
Abk ürzungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Methodenwahl 6
3. Beratung in der Pflege 7
3.1. Die Besonderheiten der Beratung in der Pflege 8
3.2. Handlungsfelder von Beratung in der Pflege 9
3.3. Beratungskonzepte in der Pflege 10
4. Das Empowerment-Konzept 12
4.1. Hintergrund und Inhalt des Konzeptes 12
4.1.1. Charakteristika des Empowerment-Konzeptes 13
4.1.2. Wertebasis und Grundprinzipien des Empowerment-
Konzeptes : Die Philosophie der Menschenstärken 14
4.1.3. Kritikpunkte zum Empowerment-Konzept 15
4.2. Das Empowerment-Konzept in der Pflege 17
4.2.1. Methoden und Strategien zur Förderung
von Empowermentprozessen in der Beratung 18
4.2.2. Wesentliche Aspekte einer empowerment-orientierten
Beratung in der Pflege 20
4.2.2.1. Beratungshaltung: Klientenzentriertheit, Teilung
von Macht und gemeinsame Suche nach Stärken
und Ressourcen 21
1
4.3. Kritische Aspekte des Konzeptes im Kontext von Pflege…………….25
5. Ergebnis…………………………………………………………………....27
6. Diskussion………………………………………………………………….29
7. Literaturverzeichnis………………………………………………………32
2
Abkürzungsverzeichnis
CareLit - Literaturdatenbank für Management und Pflege
CINAHL - Cumulative Index to Nursing, Allied Health Literature
DBfK - Deutsche Verband für Pflegeberufe
DES - Diabetes Empowering Scale
DES-SF - Diabetes Empowerment Scale - Short Form
EMBASE - Excerpta Medica Database
ESPS - Empowering Speech Practice Scale
MEDLINE - Medizinische Literaturdatenbank
HUGADO - Hummel-Gaatz/ Doll (nach den Autoren)
HRC - Health Resource Centers
RCN - Royal College of Nursing
SGB - Sozialgesetzbuch (Deutschland)
USA - United States of America
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1. Einleitung
Angesichts der demographischer Entwicklungen, dem älter werden der Gesellschaft, der Verschiebung des Krankheitspanoramas hin zur Dominanz von chronischen Erkrankungen, der Veränderung der Gesellschaftsformen sowie gesundheitsökonomischer Veränderungen und der daraus resultierenden Notwendigkeit der Förderung der Selbstständigkeit, steigt zunehmend auch die Bedeutung der Umsetzung wirksamer Beratungskonzepte im bundesdeutschen Gesundheitswesen (Köberich et al. 2006, Bartholomeyczik 2007, Walter et al. 2007).
Auch für die Pflege als Gesundheitsberuf stellt sich die Frage, welchen Beitrag diese zukünftig im Kontext von Beratung und Pflege hinsichtlich der Reaktivierung von Selbststeuerungs- und Selbstversorgungspotentialen chronisch kranker und älterer Menschen leisten kann. Vor allem bei diesen Klienten sind die Mobilisierung verbliebener Gesundheitsressourcen sowie das Selbstmanagement von Gesundheitsbeeinträchtigungen und Krankheitsbewältigung entscheidend für deren weiteres Lebens, deren erzielbare Lebensqualität und den Verlauf ihrer Erkrankung (Sambale 2005, Haslbeck & Schaeffer 2007, Bartholomeyczik 2007, vgl. dazu auch Koch-Straube 2008). Klienten, die durch eine erfolgreiche Beratung eine aktive Rolle im Selbstmanagement spielen, können zur Reduzierung von Krankenhauseinweisungen, unbeabsichtigten Visiten beim Arzt und so zu einer Reduzierung von Behandlungskosten und letztlich von Morbidität beitragen helfen (Gibson et al. 2000, zitiert nach Powers & Bendall 2004). Damit gewinnt gerade das Konzept von Empowerment im Kontext von Pflege und Beratung an Bedeutung, da dessen wesentliche Intensionen in der pflegerischen Praxis die Befähigung zur Selbstpflege und zum Selbstmanagement sowie der Wiederherstellung körperlicher Selbstständigkeit sind (Bartholomeyczik 2007, vgl. auch Hüper & Hellige 2007). Das Empowerment-Konzept, welches im weitesten Sinne zum Ziel hat, die Möglichkeiten des Menschen so zu erweitern, dass dieser sein Leben wieder selbst in die Hand nehmen kann (Rappaport, 1984), gilt im angloamerikanischen Raum bereits als fester Bestandteil der pflegerischen Praxis (Mitchell Funnel & Weiss 2008). Patientenempowerment wird vom Royal College of Nursing (2003) als zentrale Funktion von Pflege beschrieben (RCN 2003, zitiert nach Christensen & Hewitt-Taylor 2006).
In der bundesdeutschen Pflege ist der Empowermentgedanke noch weitestgehend unbekannt und steht derzeit „dem traditionellen, medizinisch kurativ geprägten, dienenden, nicht widersprechenden, professionellen Selbstverständnis der Pflege in Deutschland diametral entgegen“ (Sambale 2005, S. 60).
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Ziel dieser Methodenkritik ist die Darstellung des Konzepts von Empowerment hinsichtlich seines Nutzens für die Beratung im pflegerischen Kontext und dessen kritische Diskussion. Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der Methodenwahl. Im darauf folgenden Teil erfolgt die Beschreibung von Beratung im Kontext von Pflege. Dieser beinhaltet ebenfalls eine Beschreibung der Besonderheiten von Beratung in der Pflege sowie deren Handlungsfelder und Beratungskonzepte. Im anschließenden Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Empowerment-Konzeptes vorgestellt, dessen geschichtliche Entwicklung, Grundprinzipien, Charakteristika und Kritikpunkte. Danach werden die wesentlichen Aspekte einer empowerment-orientierten Beratung in der Pflege sowie deren Methoden, Strategien, Handlungsfelder, Besonderheiten und spezifischen Kritikpunkte im Kontext zu Pflege und Beratung. Im Anschluss daran erfolgt die Darstellung der Ergebnisse. Abschließend erfolgt die kritische Diskussion.
5
2. Methodenwahl
Die Fragestellung wurde mittels Literaturrecherche und -analyse untersucht. Die Literatursuche erfolgte in den Datenbanken CINAHL, MEDLINE, EMBASE, Cochrane, Carelit, Science Direct und Google Scholar (1990-2010).
Suchbegriffe waren: Empowerment, Empowermentkonzept, Beratung, Edukation, Pflege, concept of empowerment, empowerment, counseling, education und nursing. Diese wurden miteinander kombiniert verwandt. Zusätzlich erfolgte eine Handsuche in den Fachzeitschriften »Pflegewissenschaft«, »Die Schwester, der Pfleger« sowie in »Pflege«. In einem weiteren Schritt wurden die Literaturverzeichnisse der relevanten Literatur auf weitere Quellen durchsucht. Das folgende Kapitel stellt die Beratung in der Pflege vor, deren Besonderheiten, Handlungsfelder und Beratungskonzepte.
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3. Beratung in der Pflege
Beratung im pflegerischen Kontext gilt seit jeher als wesentlicher Bestandteil von Pflege und wird von Pflegenden in vielfältiger Art und Weise gesehen (Koch-Straube 2008). Durch die Novellierung des Krankenpflegegesetzes im Jahre 2004 durch den Gesetzgeber, welches die Fähigkeit zur Beratung innerhalb der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung festschreibt, hat Beratung in der Pflege erstmals eine neue Qualität der Zuerkennung bekommen. (Köberich et al. 2006, vgl. auch Meyer 2006). Eine Zuerkennung des Feldes von Beratung in der Pflege zeigt sich auch im Sozialgesetzbuch: Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation gelten dort als zentrale Positionen des SGB V und XI. Pflegerische Beratung wird als Auftrag des Pflegeversicherungsgesetzes und als Instrument des Qualitätsmanagements gesehen (SGB 2006, Dieckmann & Schieron 2008, vgl. auch Köberich et al. 2006, vgl. dazu auch Trummer et al. 2008; vgl. dazu auch Hüper & Hellige 2007, S. 29-41). Ebenso weisen die entwickelten Pflegestandards auf die Bedeutung von Beratung hin (Deutsches Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege 2000-2006, zitiert nach Koch-Straube 2008, S. 36).
Zudem zeichnet sich durch das „Pflege-Weiterentwicklungsgesetz“ (Deutscher Bundestag 2008), welches u.a. den Individualanspruch einer umfassenden Pflegeberatung beinhaltet, ein neues Feld pflegerischer Beratung ab.
Schwierigkeiten bereitet die Bestimmung der Inhalte von Beratung durch Pflegende, da diese von der Beratung von Klienten über bestimmte pflegerische Maßnahmen bis hin zur konkreten Beratung über Maßnahmen im Rahmen von Qualitätssicherung sowie der Personal-und Organisationsentwicklung reichen (Abt-Zegelin & Huneke 1999, zitiert nach Köberich et al., 2006, S. 133).
Diese unterschiedliche Sicht und Interpretation von Beratung und Pflege impliziert unterschiedliche Handlungsfelder und Beratungsformen von Beratung (Köberich et al. 2006, vgl. auch Schaeffer & Kuhlmay 2008, Kostorz et al. 2009).
Bevor diese nun erläutert werden, wird zunächst auf die Besonderheiten der Beratung in der Pflege eingegangen.
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3.1. Die Besonderheiten der Beratung in der Pflege
Professionelle Beratung setzt dort an oder ist erforderlich, wo das informelle Hilfsnetz oder die individuelle Kompetenz für die Lösung oder die Bewältigung einer krisenhaften Situation nicht mehr ausreichen (Koch-Straube 2008).
Der Begriff der Beratung beinhaltet in seinem „Kern jene Form einer interventiven und präventiven helfenden Beziehung, in der ein Berater mittels sprachlicher Kommunikation und auf der Grundlage anregender und stützender Methoden innerhalb einer vergleichsweise kurzen Zeitraumes versucht, bei einem desorientierten, inadäquat belasteten und entlasteten Klienten einen auf kognitiv emotionaler Einsicht fundierten aktiven Lernprozess in Gang zu bringen, in dessen Verlauf seine Selbsthilfebereitschaft, seine Steuerungsfähigkeit und seine Handlungskompetenz verbessert werden können“ (Dietrich 1989, zitiert nach Schindewolf 2004, S. 5).
Beratung dient den Zielen der dialogischen Kommunikation, dem Respekt vor der Selbstbestimmung, der Achtung der Einzigkeit des Menschen und dessen biographisches Gewordensein, der Wahrnehmung der Kompetenz des Pflegebedürftigen, der Förderung von Ressourcen, der Ermöglichung des Wählens, dem Einbeziehen von Umweltbedingungen und dem Ausgehen von Zukunftsperspektiven (Koch-Straube 2008). Als Beratung gilt nicht, Informationen, Empfehlungen oder Ratschläge zu geben, zu trainieren, zu disziplinieren, zu überzeugen oder zu überreden, zu instruieren oder zu analysieren (Tschudin 1998, zitiert nach Koch-Straube 2008, S. 66/67). Beratung in der Pflege beinhaltet generell die gleichen komplexen Anforderungen einer Beratung insgesamt (Schindewolf 2004), jedoch steht bei der Beratung in der Pflege der Mensch eindeutig im Mittelpunkt, der akut oder chronisch krank ist. Ausgangspunkt pflegerischer Interventionen sind gesundheitliche Einschränkungen alter und kranker Patienten, die im ganzheitlichen Verständnis, Beeinträchtigungen und Konflikte in jedweden Dimensionen menschlichen Seins beinhalten können. Ziel pflegerischer Beratung ist somit nicht nur die „Entfaltung des Einzelnen in formellen und informellen sozialen Systemen“ (Nestmann 1997, zitiert nach Koch-Straube 2008, S. 75), sondern auch die Heilung als „ganzheitliches leiborientiertes Geschehen“ (Koch-Staube 2008, S. 88), mit anderen Worten, die Übernahme einer „leiborientierten Wahrnehmung und Beratung des Patienten“ (Koch-Straube 2008, S. 89), die sowohl die Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche als auch die Veränderungen der Lebensweise im Verhalten beinhaltet (Schindewolf 2004).
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Arbeit zitieren:
BA Management und Expertise für Pflege- und Gesundheitsberufe Gabriele Weydert-Bales, 2010, Das Empowerment-Konzept und dessen Nutzen für die Beratung in der Pflege, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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